Tradition trifft KI
Lernen bleibt Chefsache – und wird zum Wachstumstreiber
Von: Johanna Heise
Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen.
Die Nachfolge in einem Familienunternehmen zu gestalten, ist immer eine besondere Herausforderung. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge ist es aber noch viel mehr: Es ist eine Einladung, die Balance aus Tradition, Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung immer wieder neu auszuloten. In den vergangenen Jahren habe ich hautnah erlebt, wie sich die Anforderungen an Unternehmen und an Führungskräfte wandeln – und wie sehr Weiterbildung zur Überlebensfrage geworden ist. Gerade die aktuellen Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz sind ein Brennglas für diese Veränderungen.
Wenn ich auf unseren Weg bei heise blicke, dann ist klar: Kontinuierliches Lernen hat uns zur Anpassung befähigt – und wird auch künftig darüber entscheiden, ob wir als Unternehmen wachsen und echten Mehrwert für unsere Community schaffen können. Die Geschwindigkeit, mit der sich Technologien und Märkte verändern, macht deutlich: Weiterbildung ist heute keine Option mehr, sondern ein Muss. Und zwar nicht als Pflichtübung, sondern als Haltung.
KI als Wachstumsmotor – warum Weiterbildung jetzt entscheidend ist
Von der Prozessoptimierung zum Wachstumstreiber
Künstliche Intelligenz wird in vielen Unternehmen immer noch als reines Effizienz-Tool gesehen. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Die zentrale Botschaft, die ich aus der aktuellen Diskussion – und nicht zuletzt aus einer inspirierenden Keynote im Rahmen der Hannover Messe – mitnehme: Das eigentliche Potenzial von KI liegt darin, Unternehmen neue Wachstumschancen zu eröffnen. Das ist ein Perspektivwechsel im Vergleich zu früheren Technologiewellen wie Cloud oder IoT. Während damals oft Skepsis und Zurückhaltung dominierten, herrscht heute ein Konsens: Ohne KI wird keine Branche mehr auskommen.
Das hat weitreichende Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft. Unternehmen, die jetzt zögern, laufen Gefahr, schnell abgehängt zu werden. Es reicht nicht mehr, KI als Automatisierungs-Tool einzusetzen – es geht darum, mit KI neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, innovative Wertschöpfung zu ermöglichen und neue Märkte zu erschließen. Wachstum entsteht dort, wo Menschen bereit sind, sich auf Neues einzulassen und mutig voranzugehen.
Tradition trifft Innovation: Die Rolle der Unternehmensnachfolge
Mitten in der Nachfolge eines Familienunternehmens stehe ich für die Verbindung von Tradition und Zukunft. Bei heise haben wir über Jahrzehnte hinweg Werte wie Unabhängigkeit, Qualität und Verantwortung gepflegt. Diese Prinzipien tragen uns – gerade jetzt, wo sich die Spielregeln für Medien, IT und Weiterbildung rasant verschieben.
Unsere Transformation vom klassischen Telefonbuchverlag hin zum digitalen Medienhaus ist ein Prozess, in dem Lernen und Weiterentwicklung immer strategischer werden. Projekte müssen schneller umgesetzt werden. MVPs – also minimal funktionsfähige Produkte – müssen zügig auf den Markt. Nur wer sich flexibel anpasst und Innovationen vorantreibt, sichert die eigene Marktposition langfristig. Gezielte Weiterbildung ist dabei der Schlüssel: Nur Teams, die moderne Technologien und Methoden – wie Agentic Coding oder KI-gestützte Recherche – beherrschen, können sich im Wettbewerb durchsetzen.
Lernen als Haltung – nicht als Pflicht
Was ich in der Praxis immer wieder beobachte: Es reicht nicht, einfach weiterzumachen wie bisher. Moderne Märkte fordern uns heraus, Unsicherheit auszuhalten, Fragen zu stellen und Räume für Experimente zu schaffen. Für Unternehmen bedeutet das: Lernbereitschaft und Offenheit müssen zur Kernkompetenz werden. Wer heute in die Entwicklung der Mitarbeitenden investiert, verschafft sich nicht nur einen Innovationsvorsprung, sondern bindet auch Talente, die gezielt nach Entwicklungsmöglichkeiten suchen.
Bei der heise academy setzen wir gezielt auf Formate, die Austausch, Peer-Learning und unmittelbaren Praxistransfer ermöglichen. KI-Schulungen sind mehr als technische Updates – sie laden dazu ein, die eigene Rolle im Wandel kritisch zu reflektieren und Verantwortung zu übernehmen. Weiterbildung ist kein Selbstzweck, sondern ein zentraler Hebel, um Wandel aktiv zu gestalten.
Praxis bei heise: Wie wir KI und Lernkultur integrieren
KI-Integration mit heise I/O und deep content
Ein konkretes Beispiel aus unserem Alltag ist die Einführung von heise I/O von deep content. Das Tool hat uns geholfen, KI nicht nur als technische Neuerung, sondern als integralen Bestandteil unserer Arbeitsprozesse zu etablieren. Mit heise I/O können wir Wissen gezielt vernetzen, im Team weiterentwickeln und direkt im Arbeitsalltag einsetzen. Die Plattform verbindet redaktionelle Tiefe mit modernen, KI-gestützten Recherche- und Lernmethoden – und schafft so einen echten Mehrwert.
Automatisierung spielt dabei eine wichtige Rolle: Ob bei der Erstellung von Pressemitteilungen, Webseiten für heise regioconcept oder Advertorials – KI unterstützt uns dabei, Prozesse effizienter und innovativer zu gestalten. Gleichzeitig bleibt der Mensch im Mittelpunkt: Es geht immer darum, Technologie verantwortungsvoll, kreativ und zum Wohle aller einzusetzen.
Weiterbildung als strategische Aufgabe und Einladung
Wir sehen Weiterbildung als strategische Aufgabe – und als Einladung an alle, mitzumachen. Die besten Impulse entstehen, wenn Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam Neues wagen. In der IT – und darüber hinaus – veraltet Wissen heute schneller denn je. Wer hier nicht kontinuierlich investiert, riskiert Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit.
Deshalb ist die Förderung einer aktiven Lernkultur für uns Chefsache. Wir schaffen Räume, in denen Teams Neues ausprobieren können. Wir fördern kritisches Denken, den Austausch in der Community und die Bereitschaft, eigene Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt brauchen wir Führungskräfte, die mutig vorangehen, sich an klaren Werten orientieren und auch unbequeme Entscheidungen treffen.
Komplexität meistern – Reflexion als Führungsaufgabe
Die aktuellen Herausforderungen fordern uns auch auf persönlicher Ebene heraus: Entscheidungen werden komplexer und müssen immer häufiger unter Unsicherheit getroffen werden. Es reicht nicht mehr, einmal eingeführte Prozesse einfach fortzuschreiben. Vielmehr ist Selbstreflexion gefragt: Was habe ich als Führungskraft im letzten Jahr gelernt? Wie offen bin ich für Veränderung? Wie kann ich Vorbild sein und mein Team für den Wandel begeistern?
Diese Haltung ist zentral, um als Unternehmen handlungsfähig zu bleiben – und als Führungskraft glaubwürdig zu sein. Gerade jetzt kommt es darauf an, Räume zu schaffen, in denen Lernen, Experimentieren und auch Scheitern möglich sind. Nur so können wir die Potenziale von KI und anderen Technologien wirklich ausschöpfen und Verantwortung für den gesellschaftlichen Wandel übernehmen.
Weiterbildung als gesellschaftliche Verantwortung
Lernen, teilen, gemeinsam wachsen
Weiterbildung ist heute mehr als eine individuelle Entwicklungschance. Sie ist ein Versprechen an die nächste Generation und ein zentrales Element für die Zukunftsfähigkeit jedes Unternehmens. Die Transformation von heise zeigt: Wer bereit ist, die eigene Lernkultur immer wieder zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, bleibt relevant – als Unternehmen und als Gesellschaft.
Technologische Innovation und kontinuierliche Weiterbildung gehören untrennbar zusammen. KI ist dabei nicht einfach nur das Thema der Stunde, sondern ein Katalysator für einen offenen, dialogorientierten Umgang mit Veränderung. Die besten Innovationen entstehen dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam wachsen.
Einladung zum Handeln: Jetzt Verantwortung übernehmen
Der technologische Wandel ist nicht aufzuhalten – aber wir können ihn gestalten. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge und Nachfolgerin im Familienunternehmen ist klar: Lernen bleibt Chefsache, gerade in Zeiten von KI und rasantem Wandel.
Nutze die vielfältigen Möglichkeiten der IT-Weiterbildung – ob über die heise academy, heise I/O oder im direkten Austausch mit unserer Community. Hinterfrage deine Lernhaltung, entwickle deine Kompetenzen weiter, bringe dich ein. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für Innovation, Wachstum und gesellschaftlichen Fortschritt.
Lass uns die Herausforderungen annehmen und die Chancen gestalten – mit Offenheit, Mut und einer echten Lernkultur. Denn gerade jetzt entscheidet sich, welche Unternehmen und welche Menschen den Wandel nicht nur mitlaufen, sondern aktiv vorantreiben.

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Über die Autorin: Johanna Heise
Johanna Heise (Jg. 1999) ist Head of Brand & Culture bei heise und CEO bei heise ventures sowie Geschäftsführerin der Heise Knowledge GmbH. Seit Mai 2023 verantwortet sie das Employer‑ und Dachmarken‑Branding bei heise, seit März 2024 die Venture‑Investments. Zuvor beriet sie bei KPMG und Simon‑Kucher. Sie studierte Management an der WHU (B.Sc.) und an der ESCP Business School (M.Sc.) in London, Berlin und Madrid, mit Fokus auf Familienunternehmen, internationales Management sowie Sales & Marketing.
