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]]> Zukunft entsteht nicht von selbst  https://blog.heise-academy.de/zukunft-entsteht-nicht-von-selbst/ Fri, 10 Jul 2026 07:16:43 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9512 Weiterbildung wird oft als Kostenfaktor gesehen, dabei ist sie ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Erfahre, warum gezielte Kompetenzentwicklung Unternehmen produktiver, attraktiver und resilienter macht.

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Zukunft entsteht nicht von selbst  

Wie Unternehmen mit gezielter Kompetenzentwicklung produktiver, attraktiver und resilienter werden 

Von: Arne Schmidt

Viele Unternehmen konzentrieren sich im Arbeitsalltag darauf, akute Engpässe zu lösen: Offene Stellen müssen schnell besetzt, laufende Projekte abgesichert werden. Dabei bleibt oft wenig Raum für die Frage, welche Kompetenzen in Zukunft wirklich entscheidend sein werden. Dies kann sich als problematisch erweisen, denn die Arbeitswelt verändert sich mit hoher Geschwindigkeit. Neue Geschäftsmodelle, veränderte Kundenerwartungen und ein zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck sorgen dafür, dass Qualifikationsanforderungen sich in immer kürzeren Zyklen verschieben. 

Unternehmen, die nicht rechtzeitig in den systematischen Aufbau von Fähigkeiten investieren, laufen Gefahr, mittelfristig den Anschluss zu verlieren. Weiterbildung ist deshalb keine Reaktion auf den Wandel, sondern eine Voraussetzung, um ihn aktiv gestalten zu können.1 

Entwicklung als entscheidender Attraktivitätsfaktor  

Für viele Unternehmen ist es schwierig, passende Fachkräfte zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Neueinstellungen scheitern häufig früh, weil Erwartungen nicht zusammenpassen oder Entwicklungsperspektiven fehlen. Genau hier entfaltet Weiterbildung ihre doppelte Wirkung. 

Unternehmen, die glaubwürdig in die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden investieren, wirken nach außen attraktiver und können zugleich interne Potenziale besser nutzen. Weiterbildung wird damit zu einem strategischen Instrument, das sowohl das Recruiting unterstützt als auch die Abhängigkeit von externen Einstellungen reduziert.1  

Ohne Verbindung bleibt Lernen wirkungslos 

In vielen Organisationen existieren Weiterbildung, Feedback, Leistungsbeurteilung und Karriereplanung nebeneinander, ohne sinnvoll verzahnt zu sein. Für Mitarbeitende entsteht dadurch oft ein Gefühl der Orientierungslosigkeit: Es fehlt an regelmäßigem Feedback, an Zeit zum Lernen und an klaren Entwicklungspfaden. Weiterbildung wird dann als zusätzliche Belastung wahrgenommen und nicht als Chance. 

Ihr volles Potenzial entfaltet sie jedoch erst, wenn sie Teil eines konsistenten Gesamtkonzepts ist. Werden Lernangebote sichtbar mit Zielen, Leistung und Zukunftsaussichten verknüpft, entsteht Klarheit. Mitarbeitende verstehen, warum sie lernen, wofür sie sich entwickeln und welche Rolle Weiterbildung für ihre eigene Zukunft im Unternehmen spielt. 1 

Investieren statt reagieren: Der messbare Nutzen von Qualifizierung 

Eine wachsende Herausforderung für Unternehmen ist, dass sich Mitarbeitende innerlich vom Arbeitgeber distanzieren. Viele Beschäftigte sind nicht offen unzufrieden, haben innerlich aber bereits Abstand zur Arbeit genommen. Ursachen sind häufig fehlende Wertschätzung, mangelnde Sicherheit und fehlende Entwicklungsmöglichkeiten. 

Gezielte Weiterbildung kann hier ein starkes Signal setzen. Sie zeigt, dass Mitarbeitende nicht nur für ihre aktuelle Funktion gesehen werden, sondern als Menschen mit Potenzial. Dieses Signal wirkt motivierend, stärkt die emotionale Bindung und bildet die Grundlage für langfristige Zusammenarbeit.1 

Empirische Studien zeigen deutlich, dass Weiterbildung für Unternehmen einen messbaren wirtschaftlichen Nutzen hat. Bereits eine moderate Steigerung der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen führt zu einer spürbaren Zunahme der Leistungsfähigkeit. Weiterbildung ist damit keine freiwillige Zusatzleistung, sondern eine Investition mit klarem Return. 

Entscheidend ist jedoch die Qualität der Maßnahmen. Besonders wirksam sind strukturierte Formate wie interne oder externe Kurse und Seminare. Sie haben einen nachweisbaren Einfluss auf die Produktivität. Informelles Lernen im Arbeitsalltag allein reicht dagegen nicht aus, um vergleichbare Effekte zu erzielen. Weiterbildung wirkt nur dann, wenn sie gezielt geplant und professionell umgesetzt wird. 2 

Mythos: Qualifizierung führt zur Abwanderung 

Eine häufige Sorge von Unternehmen ist, dass Weiterbildung Mitarbeitende erst recht zum Wechsel motiviert, insbesondere wenn erworbene Qualifikationen auch extern gut verwertbar sind. Die Forschung zeigt jedoch ein anderes Bild. Studien belegen, dass weitergebildete Beschäftigte ihrem Arbeitgeber häufiger treu bleiben als vergleichbare Kolleginnen und Kollegen ohne Weiterbildung, selbst dann, wenn persönliche Faktoren wie Motivation berücksichtigt werden. 

Bemerkenswert ist, dass dieser Effekt auch bei zertifizierten und externen Weiterbildungen bestehen bleibt. Obwohl solche Qualifikationen den individuellen Marktwert erhöhen und für andere Arbeitgeber sichtbar machen, führen sie nicht zu einer erhöhten Abwanderung. Im Gegenteil: Weiterbildung stärkt offenbar das Vertrauen und die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Unternehmen.3 

Was du jetzt konkret tun kannst 

Drei Hebel, die in der Praxis funktionieren: 

  1. Lernzeit verbindlich einplanen. Nicht „nebenbei“, sondern als Bestandteil der Arbeitszeit. Sonst gewinnt immer das Tagesgeschäft. 
  1. Lerninhalte an konkrete Vorhaben koppeln. Wer eine neue Technologie lernt, sollte sie innerhalb von 90 Tagen anwenden dürfen. Sonst verfällt das Wissen. 
  1. Qualität vor Volumen. Einige Stunden mit echten Experten bringen mehr als hunderte unstrukturierter Videos.  

Fazit: Kompetenzen entwickeln heißt Zukunft sichern

Weiterbildung wirkt auf mehreren Ebenen zugleich. Sie steigert die Produktivität, stärkt die Mitarbeiterbindung und erhöht die Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber. Entscheidend ist dabei nicht die bloße Existenz von Lernangeboten, sondern ihre strategische Einbettung in Führung, Feedback und Karriereentwicklung. 

Unternehmen, die Weiterbildung als integralen Bestandteil ihrer Kultur verstehen, investieren nicht nur in Wissen, sondern auch in Motivation, Vertrauen und Zukunftsfähigkeit. In einer Arbeitswelt, die sich ständig verändert, ist genau das der entscheidende Wettbewerbsvorteil. 

Quellen

[1] Julian Kirchherr, Vincent Bérubé, Charlotte Seiler, Kira Rupietta, Marlene Senst, Kristina Störk, Simon Gallot Lavallée (2025). HR Monitor 2025. https://www.mckinsey.com/capabilities/people-and-organizational-performance/our-insights/hr-monitor-2025   

 [2] ZEW. Weiterbildung in Unternehmen zahlt sich aushttps://www.zew.de/das-zew/aktuelles/weiterbildung-in-unternehmen-zahlt-sich-aus  

[3] Dietz, D., & Zwick, T. (2021). The retention effect of training: Portability, visibility, and credibility. The International Journal of Human Resource Management, 33(4), 710–741. 

IT-Weiterbildung, die mit dir Schritt hält

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Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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]]> Digitale Souveränität https://blog.heise-academy.de/digitale-souveraenitaet/ Thu, 11 Jun 2026 15:36:02 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9484 Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

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Digitale Souveränität

Unabhängiger von einzelnen Anbietenden werden und die eigene Resilienz gezielt stärken.

Von: Manuel Atug

Ob Behörde, Krankenhaus oder mittelständisches Unternehmen: Viele Organisationen merken erst dann, wie abhängig sie von einzelnen Softwareanbietenden geworden sind, wenn beispielsweise aufgrund teurer und alternativloser Abo-Modelle Preise massiv steigen, der IT-Support ausläuft oder ein lang genutzter Dienst abgekündigt oder eingestellt wird. Digitale Souveränität ist die Antwort auf genau diese Probleme. Sie beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

Wettbewerb statt Monopol: Alternativen schaffen und nutzen

Wenn ein oder sehr wenige Anbietende einen Teil des Marktes dominieren, fehlt der Druck zur Innovation und den Nutzenden eine echte Auswahl. Wer aus Bequemlichkeit oder mangels Alternativen alles auf eine Karte setzt, zahlt am Ende deutlich höhere Preise und akzeptiert schlechtere Konditionen. Das ist kein Naturgesetz, sondern eine Folge passiver Beschaffungsentscheidungen.

Die Lösung liegt darin, sich dem bewusst zu werden und aktiv Alternativen aufzubauen. Wer diese nutzt, stärkt damit den erforderlichen und dadurch funktionierenden Wettbewerb. Ausschreibungen sollten daher so gestaltet werden, dass auch kleinere oder europäische Anbietende eine reale Chance haben. Langfristige Vollversorgungsverträge mit einem großen Konzern hingegen zementieren Abhängigkeiten, die sich später nur schwer auflösen lassen.

Freie und offene Standards: Das Fundament technologischer Unabhängigkeit

Proprietäre Datenformate, Verarbeitungslogiken in Geschäftsprozessen und Schnittstellen sind eine häufig unterschätzte Form der technischen Abhängigkeit, die in der mittelbaren Auswirkung zu hohen Kosten führt. Wer Daten nur in einem herstellerspezifischen Format speichert oder verarbeitet, ist gefangen und vollständig abhängig. Der Wechsel zu einem anderen System ist dadurch künstlich erschwert oder schlicht unmöglich, da die Umstellung sehr teuer wäre. Technologische Abhängigkeit entsteht dabei über lange Zeiträume oft still und leise, ohne dass jemand eine bewusste Entscheidung dafür trifft. Sie schleicht sich ein und war rückblickend dann „schon immer da“.

Freie und offene Standards – etwa OpenDocument, PDF/A oder offene API-Standards – stellen sicher, dass Daten und Prozesse für die Verarbeitung nicht an einen einzigen Anbietenden gebunden bleiben. Öffentliche Institutionen sollten offene Standards nicht nur bevorzugen, sondern in ihren Beschaffungsrichtlinien verbindlich verankern. Wer diesen Schritt versäumt, schafft Abhängigkeiten, die Jahre später sehr teuer werden können.

Interoperabilität: Systeme, die miteinander sprechen

Viele Softwareprodukte sind absichtlich so gebaut, dass sie schlecht oder kaum mit Konkurrenzprodukten zusammenarbeiten. Sie bieten zwar oftmals umfassende Importmöglichkeit an, aber kaum vollständige Exportoptionen. Dieses Prinzip wird auch als Lock-in-by-Design bezeichnet: Der Wechsel kostet so viel Aufwand, dass er praktisch nie stattfindet, selbst wenn andere Anbietende besser und günstiger wären. Die Nutzung wird dadurch dann gerne als „alternativlos“ bezeichnet und hingenommen.

Interoperabilität, also die Fähigkeit verschiedener Systeme, nahtlos zusammenzuarbeiten und Austauschfähig zu sein, muss daher als zentrale Anforderung in Beschaffungsentscheidungen einfließen. Diese sollte die Geschäftsleitung und Unternehmensführung als strategisches Ziel vorgeben und dem Einkauf als Aufgabenstellung mitgeben.

Offene APIs, dokumentierte Schnittstellen und standardisierte Datenformate sind die technische Grundlage dafür. In der Praxis lässt sich Interoperabilität am zuverlässigsten durch Open-Source-Software sicherstellen, weil deren Code offen einsehbar, anpassbar und flexibler betreibbar ist.

Open Source: Transparenz und Unabhängigkeit durch offenen Code

Bei proprietärer Software weiß man schlicht nicht, was im Inneren passiert: Welche Daten werden gesammelt? Welche Sicherheitslücken existieren? Wie funktioniert die Verarbeitungslogik genau? Wer den Quellcode nicht einsehen kann, muss blind vertrauen und ist somit abhängig. In sicherheitskritischen Bereichen ist das keine tragfähige Basis.

Open-Source-Software macht den Code öffentlich prüfbar und weiterbetreibbar. Das schafft Transparenz und ermöglicht das schnelle Auffinden sowie Schließen von Sicherheitslücken. Darüber hinaus ermöglicht es Organisationen, Software selbst weiterzuentwickeln oder anpassen zu lassen. Sie können diese sogar selbst betreiben oder von unterschiedlichen Dienstleistern betreiben lassen. Gleichzeitig ist Open Source oft der direkteste Weg, offene Standards in der Praxis umzusetzen: Wer den Code besitzt, ist nicht auf den Goodwill – bzw. die AGBs und das Geschäftsinteresse – eines Konzerns angewiesen. Für viele Organisationen ist Open Source damit kein ideologisches Statement, sondern eine pragmatische Entscheidung für mehr Kontrolle und Kostensouveränität.

Exit-Strategie: Den Ausstieg von Anfang an mitdenken

Die meisten IT-Verträge regeln sehr genau, wie man hineinkommt, aber kaum, wie man wieder herauskommt. Wenn ein Vertrag endet, sind Daten oft in proprietären Formaten gespeichert, Prozesse und Verarbeitungslogiken zu tief in ein System eingebaut und der Wechsel kostet schlicht mehr als der zukünftig teurer werdende Verbleib. So entsteht eine Abhängigkeit, die im initialen Vertrag zunächst unsichtbar war.

Bereits beim Vertragsabschluss sollten deshalb Exit-Klauseln bedacht und verhandelt werden: Verarbeitungslogik- und Datenportabilität in offenen Formaten, klare Übergangsfristen und definierte Leistungen für eine souveräne Migration gehören zum Standard guter IT-Verträge. Nur wer den Ausstieg von Anfang an plant, behält die echte Freiheit, auch tatsächlich wechseln zu können und damit einer potenziellen Kostenfalle durch den Lock-In Effekt zu entgehen.

Modularität: Austauschbarkeit als Designprinzip

Monolithische Systeme und Bundles – also Softwarelösungen, die alles in einem Paket oder Abo abdecken – sind bequem, aber auch gefährlich. Wer eine Komplettlösung einkauft oder mietet, hat kaum Spielraum, einzelne Teile zu ersetzen. Wächst die Abhängigkeit, schrumpft der Spielraum.

Modulare Architekturen setzen dagegen auf klar abgegrenzte Komponenten mit definierten Schnittstellen und Prozessabschnitten. Einzelne Module lassen sich so unabhängig voneinander ersetzen, aktualisieren oder durch bessere Lösungen austauschen; ganz ohne das Gesamtsystem zu gefährden. Das erhöht die Resilienz erheblich: Fällt eine Komponente aus, werden Anbietende unzuverlässig, wird der Preis massiv erhöht, bleibt der Rest stabil und bezahlbar. Modularität ist damit nicht nur eine technische Tugend, sondern eine strategische Notwendigkeit.

Kostensouveränität: Die Budgethoheit behalten

Cloud-Dienste und (Abo-)Lizenzmodelle werden häufig mit attraktiven Einstiegspreisen oder Bundles angeboten. Ist die Migration erfolgreich abgeschlossen und die Abhängigkeit aufgebaut, steigen die Preise kontinuierlich und Alternativen sind durch den Lock-In Effekt teuer oder technisch kaum realisierbar. Dieses Phänomen wird auch als Preiserhöhungsfalle bezeichnet und betrifft Organisationen jeder Größe.

Kostensouveränität bedeutet, die vollständige Kontrolle über die eigenen IT-Ausgaben zu behalten. Das gelingt durch transparente (Abo-)Lizenzmodelle, den Einsatz von freien und offenen Standards – idealerweise durch den Einsatz von Open-Source-Lösungen – ohne laufende Lizenzgebühren und durch regelmäßige Marktvergleiche. Wer mehrere Anbietende parallel nutzt oder zumindest als realistisch einsetzbare Option bereithält, behält die Verhandlungsmacht und damit auch die Budgethoheit. Kostensouveränität bildet somit die finanzielle Seite digitaler Souveränität.

Fazit

Digitale Souveränität ist kein Selbstzweck, sondern eine strategische Voraussetzung für Handlungsfähigkeit. Offene Standards, Interoperabilität, Open Source, modulare Architekturen, vertragliche Exit-Optionen, Wettbewerb und Kostenkontrolle: keiner dieser Hebel wirkt allein. Erst ihr Zusammenspiel schafft die Grundlage für echte Unabhängigkeit.

Die zentrale Erkenntnis ist simpel: Abhängigkeit entsteht nicht durch einen einzelnen großen Fehler, sondern durch viele kleine Entscheidungen über Jahre, die in die falsche Richtung weisen. Wer digitale Souveränität ernst nimmt, baut sie deshalb systematisch und schrittweise auf und gewinnt damit genau das, was in einer digitalisierten Welt entscheidend ist: die Freiheit, selbst zu entscheiden und die Kosten zu kontrollieren.

Quellen und Verweise

BSI – C3A: Souveränitätskriterien für Cloud-Dienste (April 2026): https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Presse/Pressemitteilungen/Presse2026/260427_C3A.html
Linux Magazin – BSI legt Kriterien für digitale Souveränität bei Cloud-Diensten vor: https://www.linux-magazin.de/news/bsi-legt-kriterien-fuer-digitale-souveraenitaet-bei-cloud-diensten-vor/
EU-Kommission – Open-Source-Strategie 2020–2023 (Originaldokument, PDF): https://commission.europa.eu/document/download/97e59978-42c0-4b4a-9406-8f1a86837530_de?filename=de_ec_open_source_strategy_2020-2023_0.pdf
Bitkom – Kompass IT-Standards & Interoperabilität: https://www.bitkom.org/Kompass-IT-Standards
OSBA – Positionspapier & Publikationen zur digitalen Souveränität: https://osb-alliance.de/news/publikationen
OSBA – 38 Maßnahmen für Open-Source-getriebene Digitalisierung (PDF): https://osb-alliance.de/wp-content/uploads/2024/06/2024-09-27_Forderungen_Bundestagswahl2025_LR.pdf
Bitkom – Leitfaden Cloud-Souveränität praktisch umsetzen (2026, enthält Exit-Szenarien, offene Standards, Modularität): https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Cloud-Souveraenitaet-praktisch-umsetzen
Datensicherheit.de – Bitkom & BMDS: einheitliche Standards für Open-Source-Beschaffung (EVB-IT, März 2026): https://www.datensicherheit.de/open-source-software-vereinbarung-bmds-bitkom-einheitlich-standards-beschaffung
Schweizer Bundesrat – Leitlinien für digitale Souveränität in der Bundesverwaltung (Dezember 2025): https://www.news.admin.ch/de/newnsb/JxuzVHViGShum_f1h_WDu


Digitale Souveränität in der Praxis

Cloud, KI und Security krisensicher gestalten

Lerne, wie du Abhängigkeiten systematisch identifizierst, Risiken bewertest und mit konkreten Strategien deine digitale Souveränität zurückgewinnst. Die Aufzeichnung des Classrooms steht dir im Professional Pass neben vielen weiteren zur Verfügung.

Portraitbild Manuel Honkhase Atug

Über den Autor: Manuel „HonkHase“ Atug

Manuel „HonkHase“ Atug befasst sich beruflich und privat seit weit über 23 Jahren mit Themen, wie Digitale Souveränität, Kritische Infrastrukturen, Cyberresilienz, defensive Cybersicherheitsstrategien, digitaler Katastrophenschutz und vielem mehr. Im Netz ist er als @HonkHase aktiv. Er ist Experte der European Research Executive Agency (EU REA) und wird regelmäßig für die Bundesregierung und die Bundesländer als Sachverständiger in Fragen der Cybersicherheit und dem Katastrophenschutz berufen.


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]]> Schluss mit den Silos https://blog.heise-academy.de/schluss-mit-den-silos/ Thu, 21 May 2026 15:10:37 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9203 In modernen Cloud-Umgebungen hilft das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud dabei, Sicherheits-, Compliance- und Governance-Anforderungen zentral und ohne isolierte Silos umzusetzen.

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Schluss mit den Silos

Schaffe eine einheitliche Governance mit Purview, Azure Policy und Defender for Cloud

Von: Emil Vinčazović

In der modernen Cloud-Welt jonglierst du täglich mit einer Vielzahl von Herausforderungen. Auf der einen Seite willst du Entwicklern die Freiheit und Agilität geben, schnell neue Dienste bereitzustellen. Auf der anderen Seite musst du sicherstellen, dass die IT-Landschaft sicher ist, Compliance-Vorgaben erfüllt sind und die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Oft führt das zu einem Silo-Denken: Datensicherheit wird in Microsoft Purview gemanagt, die Infrastruktur-Compliance mit Azure Policy und die Security-Härtung mit Microsoft Defender for Cloud. Jeder Bereich hat seine eigenen Regeln und Zuständigkeiten. Doch was wäre, wenn du diese Silos aufbrechen und eine wirklich einheitliche, richtliniengesteuerte Governance etablieren könntest? In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das Zusammenspiel dieser drei mächtigen Werkzeuge funktioniert und wie du damit eine Brücke zwischen Daten, Infrastruktur und Security baust.

Das Problem: Governance in getrennten Welten

Stell dir vor, dein Unternehmen beschließt, dass alle Datenbanken, die personenbezogene Daten enthalten, verschlüsselt sein müssen. Ein typischer Fall für eine Governance-Richtlinie. Doch wo setzt du diese Regel um? Auf der Datenebene mit Purview könntest du eine Richtlinie erstellen, die alle SQL-Datenbanken mit der Klassifizierung „Personenbezogene Daten“ identifiziert. Purview allein kann die Verschlüsselung jedoch nicht erzwingen. Auf der Infrastrukturebene mit Azure Policy könntest du eine Richtlinie erstellen, die prüft, ob Transparent Data Encryption (TDE) für alle SQL-Server aktiviert ist. Diese Richtlinie weiß aber nicht, welche dieser Datenbanken tatsächlich sensible Daten enthalten. Wendest du sie auf alles an, erzeugst du unnötigen Overhead. Dies führt zu Performance-Schwund und überhöhten Kosten. Wendest du sie zu selektiv an, verpasst du vielleicht eine kritische Datenbank. Auf der Security-Ebene mit Defender for Cloud wird dieser dich darauf hinweisen, dass einige Datenbanken nicht verschlüsselt sind, und dies als Sicherheitsrisiko einstufen. Er gibt dir eine Empfehlung, aber die proaktive, unternehmensweite Durchsetzung ist nicht seine primäre Aufgabe. Er gilt also eher als warnendes Glied im Unternehmen.

Du siehst das Problem. Jedes Werkzeug hat eine andere Sicht auf die Welt und spricht eine andere Sprache. Die Folge sind manuelle Abstimmungsprozesse, potenzielle Regelungslücken und eine reaktive statt proaktive Governance. Das kann sich jedoch ändern.

Die Lösung: Eine Brücke zwischen den Welten bauen

Die wahre Stärke entfaltet sich, wenn du diese drei Dienste miteinander verbindest. Das Ziel ist eine Policy-driven Governance, bei der eine zentrale Absicht (z.B. „Schütze sensible Daten“) automatisch in konkrete, technische Kontrollen auf allen Ebenen übersetzt wird.

Schritt 1: Die Daten verstehen mit Microsoft Purview

Alles beginnt mit den Daten. Purview ist deine zentrale Wahrheit für die Datenklassifizierung. Wie in vorherigen Beiträgen von mir besprochen, nutzt du Purview, um deine gesamte Datenlandschaft zu scannen und sensible Informationen mithilfe von Sensitive Information Types, Trainable Classifiers oder Exact Data Match zu identifizieren. Das Ergebnis ist ein umfassender Datenkatalog, der jede Ressource mit Metadaten anreichert. Eine Azure SQL-Datenbank ist dann nicht mehr nur eine Datenbank, sondern eine „Datenbank, die EU-Bürgerdaten enthält“ (Klassifizierung: „DSGVO – Personenbezogene Daten“). Diese Klassifizierung ist der entscheidende Auslöser für alles Weitere.

Schritt 2: Infrastruktur härten mit Azure Policy

Jetzt kommt Azure Policy ins Spiel. Azure Policy ist das Regelwerk für deine gesamte Azure-Infrastruktur. Du kannst damit Richtlinien definieren, die zum Beispiel vorschreiben, dass virtuelle Maschinen nur aus bestimmten Images erstellt werden dürfen, dass keine öffentlichen IP-Adressen an bestimmte Subnetze angehängt werden oder eben, dass die Verschlüsselung für Speicherkonten aktiviert sein muss.

Der Clou ist die Integration mit Purview. Anstatt eine breite, unspezifische Richtlinie zu erstellen, kannst du Azure Policy anweisen, auf die Klassifizierungen von Purview zu reagieren. Eine Richtlinie könnte lauten: „Wenn eine Azure SQL-Datenbank in Purview als ‚Streng Vertraulich‘ klassifiziert ist, prüfe, ob Transparent Data Encryption (TDE) aktiviert ist. Wenn nicht, melde einen Compliance-Verstoß.“ Du kannst sogar noch einen Schritt weiter gehen und Deny- oder DeployIfNotExists-Effekte nutzen, um unsichere Konfigurationen von vornherein zu blockieren oder automatisch zu korrigieren. Dies könnte allerdings zu Frustration bei Entwicklern führen und sollte bedacht werden.

Schritt 3: Security Posture überwachen mit Defender for Cloud

Microsoft Defender for Cloud agiert als dein zentrales Dashboard für die Sicherheitslage. Er sammelt Signale von allen deinen Ressourcen und bewertet sie anhand von etablierten Sicherheits-Frameworks wie dem CIS Benchmark oder NIST. Die Integration mit Azure Policy ist hier nahtlos, denn die meisten Sicherheitsempfehlungen im Defender for Cloud sind im Kern Azure Policy-Definitionen.

Wenn deine Azure Policy, die auf einer Purview-Klassifizierung basiert, einen Verstoß feststellt (z.B. eine unverschlüsselte Datenbank mit sensiblen Daten), wird dieser Verstoß automatisch im Defender for Cloud als Sicherheitsempfehlung mit hoher Priorität angezeigt. Dein Security-Team muss also nicht mehr manuell die Datenklassifizierung prüfen. Sie sehen sofort, dass hier ein echtes Risiko vorliegt, weil nicht irgendeine Test-Datenbank, sondern eine produktive Datenbank mit Kundendaten betroffen ist. Dies ermöglicht eine risikobasierte Priorisierung der anstehenden Aufgaben.

Das Zusammenspiel im Praxisbeispiel

Lass uns das an einem Beispiel durchspielen: Du möchtest sicherstellen, dass alle Azure Storage Accounts, die als „Projektintern“ klassifizierte Dokumente enthalten, keinen öffentlichen Zugriff erlauben. Zuerst konfigurierst du Purview so, dass es deine Storage Accounts scannt und Dokumente, die interne Projektnamen oder -nummern enthalten, als „Projektintern“ klassifiziert. Dies ist der Purview-Scan. Weitere Infos dazu findest du in anderen Purview-Beiträgen von mir.

Anschließend erstellst du eine benutzerdefinierte Azure Policy. Die Logik der Richtlinie lautet: „Für jeden Storage Account, der von Purview die Klassifizierung ‚Projektintern‘ erhalten hat, prüfe die Eigenschaft allowBlobPublicAccess. Wenn diese true ist, löse einen Audit-Event aus.“ Dies ist die Azure Policy Erstellung. Der Defender for Cloud nimmt diese Azure Policy als Teil seiner Sicherheitsbewertung auf. Sobald ein Entwickler versehentlich den öffentlichen Zugriff auf einen dieser Storage Accounts aktiviert, erscheint im Defender eine kritische Warnung. Dies ist die Überwachung im Defender. Optional könntest du die Azure Policy sogar so konfigurieren, dass sie den Effekt Deny hat. In diesem Fall würde der Versuch, den öffentlichen Zugriff zu aktivieren, von vornherein blockiert werden, mit einer klaren Fehlermeldung, die auf die Unternehmensrichtlinie verweist. Dies ist die Automatisierte Reaktion.

Fazit: Von reaktiver Kontrolle zu proaktiver Governance

Das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud ermöglicht einen Paradigmenwechsel. Du bewegst dich weg von einer fragmentierten, reaktiven Kontrolle in Silos hin zu einer integrierten, proaktiven und richtliniengesteuerten Governance. Indem du die Datenklassifizierung als zentrale Wahrheit etablierst, kannst du intelligente und kontextbezogene Regeln für deine Infrastruktur und Sicherheit definieren. Das Ergebnis ist eine robustere Sicherheitslage, eine vereinfachte Compliance und die Gewissheit, dass deine Governance-Richtlinien nicht nur auf dem Papier existieren, sondern in deiner gesamten Cloud-Umgebung aktiv durchgesetzt werden.

Quellen


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung. Dieser Kurs bietet einen praxisnahen Einstieg in die IT-Sicherheit mit Kali Linux, der führenden Plattform für Penetrationstests und Ethical Hacking. 


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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]]> Tradition trifft KI https://blog.heise-academy.de/tradition-trifft-ki/ Fri, 08 May 2026 09:51:03 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9188 Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

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Tradition trifft KI

Lernen bleibt Chefsache – und wird zum Wachstumstreiber

Von: Johanna Heise

Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

Die Nachfolge in einem Familienunternehmen zu gestalten, ist immer eine besondere Herausforderung. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge ist es aber noch viel mehr: Es ist eine Einladung, die Balance aus Tradition, Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung immer wieder neu auszuloten. In den vergangenen Jahren habe ich hautnah erlebt, wie sich die Anforderungen an Unternehmen und an Führungskräfte wandeln – und wie sehr Weiterbildung zur Überlebensfrage geworden ist. Gerade die aktuellen Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz sind ein Brennglas für diese Veränderungen. 

Wenn ich auf unseren Weg bei heise blicke, dann ist klar: Kontinuierliches Lernen hat uns zur Anpassung befähigt – und wird auch künftig darüber entscheiden, ob wir als Unternehmen wachsen und echten Mehrwert für unsere Community schaffen können. Die Geschwindigkeit, mit der sich Technologien und Märkte verändern, macht deutlich: Weiterbildung ist heute keine Option mehr, sondern ein Muss. Und zwar nicht als Pflichtübung, sondern als Haltung. 

KI als Wachstumsmotor – warum Weiterbildung jetzt entscheidend ist 

Von der Prozessoptimierung zum Wachstumstreiber 

Künstliche Intelligenz wird in vielen Unternehmen immer noch als reines Effizienz-Tool gesehen. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Die zentrale Botschaft, die ich aus der aktuellen Diskussion – und nicht zuletzt aus einer inspirierenden Keynote im Rahmen der Hannover Messe – mitnehme: Das eigentliche Potenzial von KI liegt darin, Unternehmen neue Wachstumschancen zu eröffnen. Das ist ein Perspektivwechsel im Vergleich zu früheren Technologiewellen wie Cloud oder IoT. Während damals oft Skepsis und Zurückhaltung dominierten, herrscht heute ein Konsens: Ohne KI wird keine Branche mehr auskommen. 

Das hat weitreichende Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft. Unternehmen, die jetzt zögern, laufen Gefahr, schnell abgehängt zu werden. Es reicht nicht mehr, KI als Automatisierungs-Tool einzusetzen – es geht darum, mit KI neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, innovative Wertschöpfung zu ermöglichen und neue Märkte zu erschließen. Wachstum entsteht dort, wo Menschen bereit sind, sich auf Neues einzulassen und mutig voranzugehen. 

Tradition trifft Innovation: Die Rolle der Unternehmensnachfolge 

Mitten in der Nachfolge eines Familienunternehmens stehe ich für die Verbindung von Tradition und Zukunft. Bei heise haben wir über Jahrzehnte hinweg Werte wie Unabhängigkeit, Qualität und Verantwortung gepflegt. Diese Prinzipien tragen uns – gerade jetzt, wo sich die Spielregeln für Medien, IT und Weiterbildung rasant verschieben. 

Unsere Transformation vom klassischen Telefonbuchverlag hin zum digitalen Medienhaus ist ein Prozess, in dem Lernen und Weiterentwicklung immer strategischer werden. Projekte müssen schneller umgesetzt werden. MVPs – also minimal funktionsfähige Produkte – müssen zügig auf den Markt. Nur wer sich flexibel anpasst und Innovationen vorantreibt, sichert die eigene Marktposition langfristig. Gezielte Weiterbildung ist dabei der Schlüssel: Nur Teams, die moderne Technologien und Methoden – wie Agentic Coding oder KI-gestützte Recherche – beherrschen, können sich im Wettbewerb durchsetzen. 

Lernen als Haltung – nicht als Pflicht 

Was ich in der Praxis immer wieder beobachte: Es reicht nicht, einfach weiterzumachen wie bisher. Moderne Märkte fordern uns heraus, Unsicherheit auszuhalten, Fragen zu stellen und Räume für Experimente zu schaffen. Für Unternehmen bedeutet das: Lernbereitschaft und Offenheit müssen zur Kernkompetenz werden. Wer heute in die Entwicklung der Mitarbeitenden investiert, verschafft sich nicht nur einen Innovationsvorsprung, sondern bindet auch Talente, die gezielt nach Entwicklungsmöglichkeiten suchen. 

Bei der heise academy setzen wir gezielt auf Formate, die Austausch, Peer-Learning und unmittelbaren Praxistransfer ermöglichen. KI-Schulungen sind mehr als technische Updates – sie laden dazu ein, die eigene Rolle im Wandel kritisch zu reflektieren und Verantwortung zu übernehmen. Weiterbildung ist kein Selbstzweck, sondern ein zentraler Hebel, um Wandel aktiv zu gestalten. 

Praxis bei heise: Wie wir KI und Lernkultur integrieren 

KI-Integration mit heise I/O und deep content 

Ein konkretes Beispiel aus unserem Alltag ist die Einführung von heise I/O von deep content. Das Tool hat uns geholfen, KI nicht nur als technische Neuerung, sondern als integralen Bestandteil unserer Arbeitsprozesse zu etablieren. Mit heise I/O können wir Wissen gezielt vernetzen, im Team weiterentwickeln und direkt im Arbeitsalltag einsetzen. Die Plattform verbindet redaktionelle Tiefe mit modernen, KI-gestützten Recherche- und Lernmethoden – und schafft so einen echten Mehrwert. 

Automatisierung spielt dabei eine wichtige Rolle: Ob bei der Erstellung von Pressemitteilungen, Webseiten für heise regioconcept oder Advertorials – KI unterstützt uns dabei, Prozesse effizienter und innovativer zu gestalten. Gleichzeitig bleibt der Mensch im Mittelpunkt: Es geht immer darum, Technologie verantwortungsvoll, kreativ und zum Wohle aller einzusetzen. 

Weiterbildung als strategische Aufgabe und Einladung 

Wir sehen Weiterbildung als strategische Aufgabe – und als Einladung an alle, mitzumachen. Die besten Impulse entstehen, wenn Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam Neues wagen. In der IT – und darüber hinaus – veraltet Wissen heute schneller denn je. Wer hier nicht kontinuierlich investiert, riskiert Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. 

Deshalb ist die Förderung einer aktiven Lernkultur für uns Chefsache. Wir schaffen Räume, in denen Teams Neues ausprobieren können. Wir fördern kritisches Denken, den Austausch in der Community und die Bereitschaft, eigene Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt brauchen wir Führungskräfte, die mutig vorangehen, sich an klaren Werten orientieren und auch unbequeme Entscheidungen treffen. 

Komplexität meistern – Reflexion als Führungsaufgabe 

Die aktuellen Herausforderungen fordern uns auch auf persönlicher Ebene heraus: Entscheidungen werden komplexer und müssen immer häufiger unter Unsicherheit getroffen werden. Es reicht nicht mehr, einmal eingeführte Prozesse einfach fortzuschreiben. Vielmehr ist Selbstreflexion gefragt: Was habe ich als Führungskraft im letzten Jahr gelernt? Wie offen bin ich für Veränderung? Wie kann ich Vorbild sein und mein Team für den Wandel begeistern? 

Diese Haltung ist zentral, um als Unternehmen handlungsfähig zu bleiben – und als Führungskraft glaubwürdig zu sein. Gerade jetzt kommt es darauf an, Räume zu schaffen, in denen Lernen, Experimentieren und auch Scheitern möglich sind. Nur so können wir die Potenziale von KI und anderen Technologien wirklich ausschöpfen und Verantwortung für den gesellschaftlichen Wandel übernehmen. 

Weiterbildung als gesellschaftliche Verantwortung 

Lernen, teilen, gemeinsam wachsen 

Weiterbildung ist heute mehr als eine individuelle Entwicklungschance. Sie ist ein Versprechen an die nächste Generation und ein zentrales Element für die Zukunftsfähigkeit jedes Unternehmens. Die Transformation von heise zeigt: Wer bereit ist, die eigene Lernkultur immer wieder zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, bleibt relevant – als Unternehmen und als Gesellschaft. 

Technologische Innovation und kontinuierliche Weiterbildung gehören untrennbar zusammen. KI ist dabei nicht einfach nur das Thema der Stunde, sondern ein Katalysator für einen offenen, dialogorientierten Umgang mit Veränderung. Die besten Innovationen entstehen dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam wachsen. 

Einladung zum Handeln: Jetzt Verantwortung übernehmen 

Der technologische Wandel ist nicht aufzuhalten – aber wir können ihn gestalten. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge und Nachfolgerin im Familienunternehmen ist klar: Lernen bleibt Chefsache, gerade in Zeiten von KI und rasantem Wandel. 

Nutze die vielfältigen Möglichkeiten der IT-Weiterbildung – ob über die heise academy, heise I/O oder im direkten Austausch mit unserer Community. Hinterfrage deine Lernhaltung, entwickle deine Kompetenzen weiter, bringe dich ein. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für Innovation, Wachstum und gesellschaftlichen Fortschritt. 

Lass uns die Herausforderungen annehmen und die Chancen gestalten – mit Offenheit, Mut und einer echten Lernkultur. Denn gerade jetzt entscheidet sich, welche Unternehmen und welche Menschen den Wandel nicht nur mitlaufen, sondern aktiv vorantreiben.

Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

KI-Reifecheck in 5 Minuten

Wie fit ist euer Unternehmen in Sachen KI? Mit unserem KI-Check-Selbsttest erkennst du Potenziale für ein eigenes GPT und siehst, wo ihr nachsteuern solltet. Schnell, praxisnah und direkt umsetzbar.

Profilbild Johanna Heise, junge Frau mit langen dunklen Haaren in blauem Blazer

Über die Autorin: Johanna Heise

Johanna Heise (Jg. 1999) ist Head of Brand & Culture bei heise und CEO bei heise ventures sowie Geschäftsführerin der Heise Knowledge GmbH. Seit Mai 2023 verantwortet sie das Employer‑ und Dachmarken‑Branding bei heise, seit März 2024 die Venture‑Investments. Zuvor beriet sie bei KPMG und Simon‑Kucher. Sie studierte Management an der WHU (B.Sc.) und an der ESCP Business School (M.Sc.) in London, Berlin und Madrid, mit Fokus auf Familienunternehmen, internationales Management sowie Sales & Marketing.


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]]> Einführung generativer KI im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/einfuehrung-generativer-ki-im-unternehmen/ Thu, 30 Apr 2026 16:20:13 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9105 Hohe Erwartungen, ernüchternde Ergebnisse: Viele Unternehmen investieren in generative KI, ohne messbare Effekte zu erzielen. Wir zeigen die typischen Stolperfallen und entscheidenden Erfolgsfaktoren bei der Einführung von KI im Unternehmen auf.

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Einführung generativer KI im Unternehmen

Warum Strategien oft scheitern & was wirklich funktioniert

Von: Alexander Miguel Meyer

KI-Strategien überzeugen häufig auf dem Papier – in der Umsetzung scheitern sie regelmäßig. Zunächst wird Copilot als Lösung in den Raum gestellt, es folgen Präsentationen mit ambitionierten Versprechen, begleitet von internen Kommunikationskampagnen. Wenige Wochen später kehrt Ernüchterung ein. KI soll Prozesse beschleunigen und messbare Ergebnisse liefern, doch die Praxis zeigt deutliche Lücken: Das Marketing erhält über Copilot nur generische Kampagnen-Briefings ohne Markenbezug. Das Controlling lässt Q3-Zahlen per ChatGPT zusammenfassen, doch die Ergebnisse verfehlen die strategisch relevanten Kernaussagen. Im Vorstand entstehen kritische Fragen: „Warum wurden 300.000 Euro investiert, wenn die Tools kaum genutzt werden? Warum empfiehlt unsere KI Kunden, die seit Jahren nicht mehr aktiv sind?“ 

Dieser Verlauf wiederholt sich in vielen Unternehmen: hohe Erwartungen, schneller Launch, Orientierungslosigkeit, Enttäuschung. Hinzu kommen ausbleibende Produktivitätsgewinne, die zuvor in Aussicht gestellt wurden. 

Was läuft da schief? 

  1.  Alle tun so, als wüssten sie Bescheid. In Meetings wird zustimmend genickt, später jedoch heimlich nach Begriffen wie „Prompt“ gegoogelt. Niemand möchte ahnungslos wirken. Nur der Praktikant setzt KI bereits routiniert ein – und macht damit das übrige Team nervös. 
  2. Schulung ohne Praxisbezug. Ein einstündiger Inspirationsvortrag ersetzt keine Anleitung. Es fehlen konkrete Prompts, Workflows und Compliance-konforme Tools. Zurück bleibt die Frage: Wie und wo anfangen? 
  3. Zwischen Angst und Hype. Manche befürchten, dass KI sie ersetzen wird. Andere glauben, es ist nur ein Hype – wie Google+ oder NFTs. Das Ergebnis: Die wenigsten nehmen sich bewusst Zeit, um zu experimentieren. 
  4. Der ROI fehlt – und jeder merkt es. Lizenzen werden gekauft, aber keine Nutzungsgewohnheiten etabliert. Dashboards weisen geringe Aktivität aus – und die KI-Verantwortlichen geraten unter Rechtfertigungsdruck. 
  5. Veraltete Governance. Das Legal-Team fordert Klarheit. Compliance benötigt eindeutige Regeln, die jedoch fehlen. Mitarbeitende handeln in einem regulatorischen Vakuum und wissen nicht, was erlaubt ist. 

Wie KI-Einführung wirklich funktioniert 

Entscheidend ist die richtige Mischung aus Top-Down- und Bottom-Up-Maßnahmen. Die folgenden sechs Ansätze haben sich bewährt. 

Mit KI-Champions starten 

Identifiziere die fünf bis zehn Prozent der Belegschaft, die experimentierfreudig sind – die natürlichen Early Adopters. Statte sie mit Tools, Systemzugängen und expliziter Testerlaubnis aus und stelle konkrete Aufgaben: Lässt sich das Reporting beschleunigen? Können Angebote automatisiert auf Kunden-Pain-Points zugeschnitten werden? Dokumentiere kleine Erfolge – etwa 20 Minuten Zeitersparnis in der Sales-Nachbereitung oder automatisierte Excel-Prozesse – und mache sie in All-Hands-Meetings sichtbar. Exklusive Programme wie „KI-Explorer“ erzeugen zusätzlich Nachfrage in anderen Teams. 

Mit echten Anwendungsfällen lernen 

Generische Future-of-Work-Sessions bringen wenig. Wirksamer sind kurze, rollenbasierte Trainings von 20 bis 30 Minuten mit einfachen Beispielen wie „Formuliere diesen LinkedIn-Post um“ oder „Fasse diesen Excel-Report zusammen“. Praxisnutzen schafft Vertrauen und Neugier. 

Zur Identifikation konkreter Use Cases eignet sich eine einfache Tabelle mit fünf Fragen: 

  1. Was ist meine Aufgabe? 
  2. Wie viel Zeit benötige ich dafür? 
  3. Lässt sich die Aufgabe automatisieren? 
  4. Welche Tools kommen dafür infrage? 
  5. Lassen sich die Tools sicher einsetzen? 

Aus den Antworten entsteht eine nach Aufwand und Nutzen priorisierte Shortlist. 

Vermittle zudem, wie man KI als Coach nutzt. Der Mehrwert steigt deutlich, wenn KI Rückfragen stellt, statt nur zu antworten. Ein bewährter Zusatz im Prompt: „Bevor du antwortest, stelle mir weitere Fragen, um meine Problemstellung besser zu verstehen.“ Jedes Training sollte mit zwei bis drei Prompts zum Ausprobieren enden. Bringt KI binnen zehn Minuten keinen Nutzen, ist sie für den Anwendungsfall vermutlich ungeeignet. 

Mache KI zur Challenge 

Sichtbarkeit und spielerische Anreize fördern die KI-Nutzung. Teile Erfolge in Teammeetings („Katrin hat mit GPT das Kunden-Review in der Hälfte der Zeit vorbereitet.“) und etabliere Formate wie den „Prompt der Woche“: eine Folie, ein intelligenter Prompt, eine Minute Erklärung über Zeitersparnis oder Ideengenerierung. Feiere Unerwartetes, z. B. den Praktikanten, der das Onboarding-Dokument mit GPT optimiert, oder die Managerin, die Besprechungsnotizen in To-do-Listen umwandelt. 

Job-Sicherheit klar adressieren 

Viele Mitarbeitende haben Sorgen, ohne sie auszusprechen. Kommuniziere proaktiv und wiederholt: KI ersetzt keine Menschen, sondern repetitive Aufgaben. Offene Formate wie 15-Minuten-Q&A-Sessions oder Slack-AMAs helfen, konkrete Fragen im Zusammenhang mit KI zu klären – etwa zur Nutzung von Kundendaten oder zur Optimierung von Reporting-Prozessen. Kommuniziere Erfolgsgeschichten, zeige messbare Verbesserungen und positioniere KI als strategischen Copiloten. Nicht als Bedrohung, sondern als Enabler für Wertschöpfung. Das Ziel: weniger operative Routine, mehr Raum für Leadership, Innovation und echte Problemlösung, während KI die Fließbandarbeit übernimmt. 

KI-Implementierung als strategischer Produktansatz 

Behandle die KI-Einführung wie einen Produkt-Launch, das heißt als kontinuierlichen Transformationsprozess, nicht als Einzelprojekt. Miss reale Nutzung anhand von Prompt-Aktivität, Tool-Adoption und Zeitersparnis. Werden z. B. nur E-Mail-Funktionen genutzt, spezialisierte Tools aber ignoriert, ist eine Strategieanpassung nötig. Ebenfalls gut funktionieren zentrale Anlaufstellen wie ein dediziertes Helpdesk oder Slack-Channel. Power-User und KI-Champions fungieren hier als Multiplikatoren für Best Practices und Problemlösungen. Verbessere das Training datenbasiert und identifiziere dafür wiederkehrende Herausforderungen. Wenn beispielsweise Tonalitätsanpassungen problematisch sind, erstelle kurze, gezielte 3-Minuten-Tutorials.  

KI-Sicherheit und Compliance offen thematisieren 

KI-Sicherheit muss proaktiv adressiert werden, damit Unklarheit Innovation nicht blockiert. Führungskräfte sollten fünf Kernfragen klären können: 

  1. Hosting-Location: Wo ist das Modell gehostet? 
  2. Datenverarbeitung: Wer verarbeitet unsere Daten? 
  3. Datenspeicherung: Werden Daten gespeichert oder geloggt? 
  4. Modell-Training: Wird das Modell mit unseren Daten trainiert? 
  5. Datenkontrolle: Haben wir Kontrolle über Zugriff, Löschung und Aufbewahrung? 

Regel: Kannst du nicht alle fünf Fragen beantworten, sollte kein Einsatz sensibler Daten erfolgen. 

Es empfiehlt sich die Implementierung eines Ampel-Systems für die Tool-Freigabe: 

  • Grün: Tools in sicherer Cloud-Umgebung 
  • Gelb: Vertrauenswürdige Anbieter mit Admin-Kontrollen und Auftragsverarbeitungsvertrag 
  • Rot: Öffentliche Tools mit unklarer Datenpolitik – Nutzungsverbot 

In einer freigegebenen Standard-Toolbox lassen sich alle zugelassenen Anwendungen bündeln. Was genehmigt ist, wird produktiv genutzt. Es ist entscheidend, Unklarheiten auszuräumen, denn sie führen zu Compliance-Risiken oder Innovationsstillstand. Für höchste Sicherheitsanforderungen empfiehlt sich eine eigene GPT-Instanz in der unternehmenseigenen Cloud-Umgebung. 

Fazit: KI rettet dein Unternehmen nicht – deine Mitarbeitenden schon 

Voraussetzung dafür sind die passenden Tools, klare Rahmenbedingungen und der richtige Kontext. Transformation entsteht nicht in Präsentationen, sondern im Arbeitsalltag – etwa, wenn eine HR-Managerin mithilfe von Copilot ihre administrativen Aufgaben halbiert und die gewonnene Zeit in strategisches Team-Coaching investiert. Genau hier liegt der messbare Mehrwert von KI – und er ist realisierbar.  


Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

Eigenes GPT fürs Unternehmen – lohnt sich das?

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Portraitbild von Alexander Miguel Meyer

Über den Autor: Alexander Miguel Meyer

Nach Stationen in der Management- und IT-Beratung gründete AI Strategy Consultant Alexander Miguel Meyer Dualis Studio – eine Beratung, die DAX-Konzerne und Mittelständler in Deutschland und den USA bei der strategischen KI-Adoption begleitet. Als Trainer und Dozent hat er über 3.000 Professionals befähigt, KI wirksam in ihrer Arbeit zu nutzen. Mit seinem Newsletter „AI-Empowered Leaders“ und seinen Beiträgen auf LinkedIn und im Blog erreicht er rund 40.000 Entscheiderinnen und Entscheider.


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]]> Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst  https://blog.heise-academy.de/learning-on-demand-wissen-genau-dann-wenn-du-es-brauchst/ Fri, 24 Apr 2026 15:52:40 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9065 Wenn im entscheidenden Moment nichts mehr läuft, hilft kein geplanter Kurs, sondern die richtige Lösung im richtigen Moment. Hier setzt Learning on Demand an. Der Beitrag zeigt Stärken, Grenzen und wie du damit schneller und nachhaltiger lernst.

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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst 

Warum gezieltes Lernen im Moment of Need in der IT unverzichtbar ist und klassische Weiterbildung oft zu kurz greift 

Von: Arne Schmidt

Die Anwendung läuft in der Testumgebung einwandfrei. Dann geht sie live und nichts geht mehr. Das halbe Team ist schon im Wochenende. Was jetzt hilft, ist kein Kurs und kein Seminar, das irgendwann mal auf der Roadmap stand. Was jetzt hilft, ist die richtige Antwort zur richtigen Zeit. 

Genau das ist Learning on Demand. In der IT-Branche ist dieses Vorgehen längst gängige Praxis, da der Arbeitsalltag es schlichtweg erfordert. Trotzdem behandeln viele Unternehmen Weiterbildung noch so, als ließe sich Wissen auf Vorrat anlegen: Seminarkatalog durchblättern, Termin buchen, zwei Tage raus aus dem Projekt und dann ist drei Wochen später die Hälfte vergessen. 

Dieser Artikel ist für alle, die das kennen. Und für alle, die gezieltes Lernen im Moment of Need bewusst nutzen wollen, statt es dem Zufall zu überlassen. 

Was Learning on Demand wirklich bedeutet 

Statt ein Thema von Grund auf durchzuarbeiten, startet man mit einer konkreten Frage. Man sucht sich gezielt die Antwort in der Dokumentation, in einem Forenthread oder in einem kurzen Video und wendet sie sofort an. Problem erkannt, Wissen geholt, Lösung umgesetzt. 

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Weiterbildung: Der Auslöser ist eine reale Situation, kein Schulungskatalog. Wissen, das sofort angewendet wird, bleibt hängen, weil es direkt mit einer konkreten Erfahrung verknüpft ist. 

Zwei typische Situationen aus dem IT-Alltag zeigen, wie das aussieht: 

Man vor Computer versucht ein IT-Problem zu lösen.

Ein Engineer soll eine bestehende Infrastruktur auf eine neue Plattform migrieren. Die grundsätzlichen Konzepte beherrscht er, aber die konkrete Umsetzung in der neuen Umgebung ist Neuland. Er fängt nicht bei null an, sondern nimmt sein bestehendes Wissen als Gerüst und arbeitet sich gezielt in die plattformspezifischen Unterschiede mit Hilfe von Videokursen ein. Stück für Stück, immer entlang der konkreten Aufgabe. Nach einer Woche läuft das System, und er hat die neue Plattform dort verstanden, wo es zählt. 

Manchmal taucht das Problem aber ungeplant auf. Kurz vor einem Release können sich mehrere Teammitglieder plötzlich nicht mehr bei Cloud-Diensten anmelden, aber lokal funktioniert alles. Der Admin grenzt die Ursache schnell ein: Eine kürzliche Änderung an der Benutzerverwaltung wurde nicht sauber mit dem Cloud-Verzeichnis synchronisiert. Die Details der Synchronisation sind nicht sein tägliches Brot. Also recherchiert er gezielt: offizielle Dokumentation, ein passender Blogbeitrag, die Logs im Admin-Portal. Nach anderthalb Stunden ist das Problem behoben und er weiß jetzt genau, worauf er bei solchen Änderungen künftig achten muss. 

Mann verzweifelt vor einen Computer.

Was beide Situationen gemeinsam haben: Es gab ein konkretes Problem, eine Deadline und Druck. Und genau das war der beste Lernauslöser. 

Wo der Ansatz an seine Grenzen stößt 

So effektiv Learning on Demand im Alltag ist, es funktioniert nicht immer. 

Gezieltes Lernen im Moment of Need setzt ein Fundament voraus. Wer die Grundlagen eines Themas nicht versteht, kann weder die richtige Frage stellen noch die Antwort bewerten. Komplexe, zusammenhängende Themen lassen sich nicht in zwanzig Minuten aus einem Blogbeitrag erschließen. Sie brauchen Struktur, Zeit und oft jemanden, der Inhalte einordnet. 

Viele sehen Learning on Demand fälschlicherweise als kompletten Ersatz für Schulungen an. Doch wer glaubt, man könne sich einfach alles „ergoogeln”, stößt schnell an Grenzen. Fehlen die Grundlagen, mutiert die Lösungsfindung zu einem ziellosen Ausprobieren. Ein solches Vorgehen verschlingt am Ende weit mehr Zeit, als ein ordentlicher Kurs je gekostet hätte. 

Learning on Demand ergänzt fundierte Weiterbildung. Das eine liefert das Fundament, das andere die Antwort im entscheidenden Moment. 

Was im Alltag wirklich funktioniert 

Wer Learning on Demand bewusst angeht, holt deutlich mehr raus. Nicht durch komplizierte Systeme, sondern durch einfache Gewohnheiten. 

  • Die eigenen Quellen kennen und pflegen. Eine kuratierte Sammlung aufbauen: offizielle Dokumentation, zwei oder drei vertrauenswürdige Fachblogs, ein Bookmark-Ordner mit bewährten Referenzen. Keine riesige Linksammlung, sondern eine Handvoll Quellen, bei denen man weiß: Hier finde ich eine belastbare Antwort. 
  • Wissen festhalten und teilen. Problem gelöst? Kurz notieren, was das Problem war, was die Ursache und was geholfen hat. Ob internes Wiki, Team-Channel oder fünf Minuten im Weekly. Das Format ist egal. Entscheidend ist, dass Wissen nicht im Kopf einer einzelnen Person bleibt. 
  • Kleine Lerneinheiten bewusst nutzen. Oft reicht ein einzelnes Kapitel, ein gezieltes Video oder ein Abschnitt in der Dokumentation. Zwanzig fokussierte Minuten, die ein konkretes Problem lösen, bringen mehr als ein ganzer Seminartag, aus dem man drei Folien mitnimmt. 
  • Strukturiertes Lernen und On-Demand verbinden. Genau hier setzt das Campus-Modell an: modulare, praxisnahe Lerneinheiten, die sich gezielt in den Arbeitsalltag einfügen lassen. Man steigt im eigenen Tempo direkt in das Thema ein, das gerade relevant ist. So werden spontanes Nachschlagen und strukturiertes Vertiefen zum Zusammenspiel.

Wer nur auf Kurse setzt, lernt zu langsam 

Die IT wartet nicht darauf, dass jemand einen Schulungskatalog durchblättert. Die besten IT-Professionals haben das verstanden. Sie finden die Antwort, wenn sie sie brauchen. 

Das bedeutet nicht, dass strukturierte Weiterbildung überflüssig ist. Wer nur on demand lernt, ohne solide Grundlagen, baut auf Sand. Aber wer nur auf geplante Kurse setzt und dazwischen aufhört zu lernen, verliert den Anschluss. 

Wir lernen am meisten direkt am Rechner, wenn wir unter Druck ein akutes Problem lösen müssen. Dieser Ansatz ist keine Notlösung, sondern eine der stärksten Formen der Weiterbildung. Die einzige Voraussetzung ist ein bewusstes Vorgehen. Das bedeutet konkret: Verlässliche Quellen sammeln, gefundene Lösungen festhalten und das gewonnene Wissen weitergeben. Außerdem müssen wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass echtes Lernen immer mit einem gedruckten Zertifikat enden muss. 


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID 

Lerne im Videokurs, wie du mit Zero-Trust-Prinzipien und Microsoft Entra ID administrative Identitäten wirksam schützt. Anhand praxisnaher Beispiele baust du eine moderne, sichere IT-Infrastruktur auf und behältst Berechtigungen jederzeit im Griff. 


Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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]]> secIT by heise 2026 https://blog.heise-academy.de/secit-by-heise-2026/ Tue, 14 Apr 2026 11:13:48 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9081 Die Frage ist längst nicht mehr, ob man angegriffen wird, sondern wann. Die IT-Security-Kongressmesse secIT in Hannover bot Sicherheitsbeauftragten auch dieses Jahr hilfreiches Fachwissen, wie Sie Angriffe erkennen, verhindern und eindämmen.

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secIT by heise 2026

Treffpunkt der IT-Security-Szene mit Fokus auf aktuelle Bedrohungen und wirksame Abwehr

Von: Klaus Bierschenk 

Vom 17. bis 19. März 2026 wurde Hannover erneut zum Treffpunkt der IT-Sicherheits-Community: Die secIT by heise öffnete bereits zum neunten Mal ihre Tore im Hannover Congress Centrum. Die über 4.400 Teilnehmenden erwarteten 80 Vorträge und 60 Deep-Dive-Sessions, verteilt auf vier Hallen und vier Bühnen – ein dichtes Programm mit klarem Fokus auf aktuelle Bedrohungslagen und konkrete Gegenmaßnahmen. 

Workshops: Von Regulierung bis Betriebssystemhärtung 

Traditionell startete die Veranstaltung mit einem Workshop-Tag. Das Spektrum reichte von regulatorischen Themen wie der Umsetzung der EU-NIS-2-Richtlinie bis hin zum Aufbau eines Information Security Management Systems (ISMS) nach ISO 27001. 

Auch technisch ging es in die Tiefe: So wurde etwa gezeigt, wie sich Windows 11 allein mit Bordmitteln und ohne Dritthersteller-Software absichern lässt – ein praxisnaher Ansatz, der besonders für kleinere IT-Teams interessant ist. 

Auftakt: Cybersicherheit ist heute wichtiger denn je 

Am zweiten Tag eröffnete Johanna Heise, Gesellschafterin der Heise Gruppe und Gründerin von „Women in Tech by heise“, offiziell die Konferenz, und das mit einer klaren Botschaft: Die Frage ist längst nicht mehr, ob Unternehmen angegriffen werden, sondern wann. Rund 60 Prozent der Handwerksbetriebe wurden bereits Opfer von Cyberattacken. Als aktuelles Beispiel verwies sie auf den Angriff auf das Buchungssystem der Deutschen Bahn im Februar 2026, der zu massiven Störungen führte. 

Auch die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens unterstrich die wachsende Bedeutung von Cybersicherheit – insbesondere durch kontinuierliche Schulung und enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und IT-Sicherheitsexperten. 

Polizeiarbeit: International vernetzt gegen Ransomware 

Ein Highlight der Kongressmesse war der Vortrag von Daniel Lorch vom Polizeipräsidium Reutlingen. Am Beispiel der weltweit agierenden Ransomware-Gruppe „Hive“ zeigte er eindrucksvoll, wie effektiv koordinierte Maßnahmen gegen Cyberkriminalität sein können. Im Rahmen der Operation „Dawnbreaker“ gelang es dem internationalen Ermittlerteam unter Beteiligung des FBI, in die Infrastruktur der Täter einzudringen und die Gruppe zu zerschlagen. 

Besonders brisant: Hive machte auch vor Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen nicht Halt. Der entstandene Schaden geht in die Milliarden, bei über 1.500 dokumentierten Straftaten. 

Lorchs Appell an Unternehmen war klar: IT-Dienstleister müssen sich kritischen Sicherheitsfragen stellen. Wer hier keine überzeugenden Antworten liefert, ist ein Risiko. Denn im Ernstfall kann ein Angriff binnen Tagen zur Existenzfrage werden. 

Breite Themen, klare Botschaften 

Im Fokus der Vorträge stand die Frage, wie sich Cyberangriffe erkennen, verhindern und eindämmen lassen. Wie Unternehmen ihre Systeme sauber und sicher verwalten, um Risiken zu minimieren, war Thema meines eigenen Vortrags mit dem Titel „Digitaler Frühjahrsputz in Entra ID – Aufräumen für mehr Sicherheit“. Unbenutzte Konten und veraltete Richtlinien im Entra Tenant stellen eine erhebliche Gefahr dar. Der Abbau solcher Altlasten lässt sich bestens mit Bordmitteln realisieren – ein wichtiger Hinweis für Organisationen ohne großes Security-Budget. 

Viele Hersteller, Microsoft vorweg, plädieren für eine passwortlose Authentifizierung. Die Tools sind da, die Hardware etwa in Form von Smartphones auch, aber in der Realität sind Passwörter in Unternehmen nach wie vor der Standard. Der Vortrag „Passwörter im Fadenkreuz – Wie Angreifer vorgehen und wie KI das Spiel verändert“ zeigte, wie moderne Passwortattacken ablaufen und zeitgemäßer Schutz dagegen aussehen muss. Maßnahmen wie Passwortmanager und Multi-Faktor-Authentifizierung sind dabei einfache, aber effektive Gegenmittel.  

Hacking zum Mitmachen: Angriffsszenarien live erlebt 

Für besonders viel Andrang sorgte der interaktive Vortrag von Lisa Lobmeyer und Linus Neumann. In einem Rollenspiel simulierten sie eine Cyberattacke. Dabei schlüpfte das Publikum in die Rolle der Angegriffenen und durfte per Votum entscheiden, wie im Krisenfall verfahren werden soll. 

Deutlich wurde dabei, wie Angriffe typischerweise ablaufen. Es beginnt mit der Infiltrierung. Die Angreifer setzen sich fest, spähen die Landschaft nach Gelegenheiten aus, implementieren Hintertüren und beschaffen sich Privilegien. Diese Vorbereitungen können Wochen dauern und bleiben oft unbemerkt. 

Ein zentrales Learning: Vorsorge ist alles. Sicherheitsmaßnahmen müssen in „Friedenszeiten“ etabliert werden, um für den Notfall gerüstet zu sein und schnell handeln zu können. 

Tritt ein Sicherheitsvorfall ein, ist es entscheidend, zu wissen, wo die kritischsten Daten des Unternehmens liegen. Letzten Endes sind sie alle relevant, doch die aktuellen Daten haben den höchsten Geschäftswert. 

Ebenso wichtig ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren, um unter Zeitdruck die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Daher empfahlen Lisa Lobmeyer und Linus Neumann, die Verhandlungen von externen, emotional unbeteiligten Personen führen zu lassen, die den notwendigen Abstand zu den Assets haben. 

Fazit 

Die secIT 2026 bot erneut einen gelungenen Mix aus strategischem Überblick, technischer Tiefe und direktem Austausch. Für Security-Verantwortliche, Admins und Entscheider gleichermaßen lieferte die Veranstaltung wertvolle Impulse. 

Eine zentrale Erkenntnis zog sich durch alle Beiträge: Angriffe sind Alltag, Vorsorge ist unerlässlich. Wer seine Systeme kennt, aufräumt und grundlegende Sicherheitsmaßnahmen umsetzt, reduziert Risiken deutlich – und genau hier setzt der Wissensgewinn durch Formate wie die secIT an.


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung.

Portrait Klaus Bierschenk

Über den Autor: Klaus Bierschenk

Klaus Bierschenk ist seit über 20 Jahren in der IT-Branche tätig und bringt umfassende Erfahrung aus internationalen Identity- und Security-Projekten mit. Als Technologieberater bei CGI Deutschland liegt sein Schwerpunkt auf hybriden IT-Infrastrukturen. Seine Begeisterung für Cloud- und Microsoft-Technologien ist ungebrochen. Er unterstützt IT-Betreiber bei Herausforderungen rund um Active Directory und Microsoft Entra ID.


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]]> IT-Sicherheit im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/it-sicherheit-im-unternehmen/ Thu, 12 Mar 2026 08:20:27 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9056 IT-Sicherheit betrifft alle Mitarbeitenden: Erfahre, wie Unternehmen Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung etablieren, Risiken minimieren und Vertrauen stärken.

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IT-Sicherheit im Unternehmen

Warum IT-Sicherheit alle Mitarbeitenden betrifft

Von: Carla Maria Hoppe

IT-Sicherheit wird häufig allein der IT-Abteilung zugeschrieben. Firewalls, Endpoint-Schutz und Monitoring – das alles ist technisch gut gelöst. Doch moderne Cyberangriffe zeigen, dass die größte Schwachstelle nicht im Serverraum, sondern direkt an den Arbeitsplätzen der Mitarbeitenden sitzt. IT-Sicherheit kann kein isoliertes IT-Thema sein, sondern muss eine unternehmensweite Verantwortung werden. Nur eine Sicherheitsstrategie, die Technik, Prozesse und Mitarbeitende gleichermaßen berücksichtigt, kann nachhaltig wirken.  

Cybercrime 2024: Eine alarmierende Lage 

Laut dem SoSafe Cybercrime Report verursachte Cybercrime 2024 in Deutschland Schäden in Höhe von 178,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Weltweit wurden im selben Jahr 13,4 Milliarden kompromittierte Accounts registriert (GData). Besonders kritisch ist die Zeitspanne, bis ein Angriff erkannt wird: Im Durchschnitt vergehen 293 Tage, bis Phishing-Angriffe identifiziert und eingedämmt werden. Hinzu kommt, dass fast 34 % der Mitarbeitenden deutscher Unternehmen ihre IT-Sicherheitskompetenz als gering oder sehr gering einschätzen. 

Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und unterstreichen die Notwendigkeit, IT-Sicherheit nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch und kulturell zu verankern. Die Kernaufgabe: Awareness schaffen und Cybersecurity als Verantwortung jedes Einzelnen im Unternehmen etablieren. 

IT-Security versus Cybersecurity: Eine wichtige Unterscheidung 

IT-Security und Cybersecurity werden oft synonym verwendet, doch es gibt einen wichtigen Unterschied. Während IT-Security den Schutz der gesamten IT-Infrastruktur eines Unternehmens abdeckt – also Server, Netzwerke, Endgeräte und Daten – fokussiert Cybersecurity vor allem auf die Abwehr von netzwerk- und internetbasierten Angriffen. In der Praxis überschneiden sich beide Bereiche stark, und viele Unternehmen haben IT-Security- und Cybersecurity-Teams eng verzahnt oder in einer gemeinsamen Abteilung. Sie arbeiten mit ähnlichen Technologien, unterscheiden sich jedoch in der Perspektive: Die IT-Security kümmert sich um den sicheren Betrieb der Infrastruktur, Cybersecurity um die Abwehr komplexer und gezielter Angriffe. 

Für die IT-Leitung bedeutet das, über die Technik hinaus zu denken. Es reicht nicht, dass Firewalls, Monitoring-Systeme oder Anti-Malware-Lösungen reibungslos funktionieren. Ebenso wichtig ist es, die organisatorischen Prozesse klar zu definieren und die Mitarbeitenden ausreichend zu sensibilisieren, damit sie potenzielle Angriffe frühzeitig erkennen und angemessen reagieren können. 

Die täglichen Herausforderungen für die IT 

Auch wenn die IT in den meisten Unternehmen technisch gut ausgestattet ist, stößt die IT-Leitung täglich auf Probleme, die sich nicht allein mit Technologie lösen lassen. Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Tools sind zwar entscheidend, doch die größte Schwachstelle liegt oft beim Menschen. Viele Mitarbeitende betrachten IT-Sicherheit weiterhin als Aufgabe der IT-Abteilung und fühlen sich selbst nicht verantwortlich. Das führt dazu, dass Phishing-Mails übersehen, Passwörter mehrfach verwendet oder Warnungen ignoriert werden. 

Ein weiteres Risiko stellt Social Engineering dar. Angreifer nutzen psychologische Mechanismen wie Zeitdruck, Autorität oder Hilfsbereitschaft, um Informationen zu erhalten oder Aktionen auszulösen. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Technologien werden diese Angriffe zunehmend professioneller: Phishing-Mails erscheinen individueller, Deepfake-Stimmen imitieren Führungskräfte, und automatisierte Angriffsszenarien steigern Geschwindigkeit und Präzision. 

Die zentrale Herausforderung für die IT-Leitung besteht daher darin, eine Sicherheitskultur zu etablieren, die alle Mitarbeitenden erreicht und Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung vermittelt. 

Wo die größten Gefahren im Unternehmen lauern 

Die Erfahrung zeigt, dass Cyberrisiken oft an den Stellen entstehen, an denen sie am wenigsten erwartet werden. Dazu gehören Phishing-E-Mails mit manipulierten Links oder Anhängen, Ransomware, die Unternehmensdaten verschlüsselt, sowie schwache oder mehrfach genutzte Passwörter. Fehlende Multi-Faktor-Authentifizierung, Social-Engineering-Angriffe über Telefon oder Business-Netzwerke und die unsichere Nutzung öffentlicher WLANs verstärken die Gefährdung zusätzlich. 

Ein besonders kritischer Punkt ist die Meldung von Vorfällen. Viele Mitarbeitende zögern, Sicherheitsvorfälle zu melden, aus Angst vor Fehlern oder Konsequenzen. Wenn Angriffe erst spät erkannt werden, steigt der Schaden oft exponentiell. Deshalb ist es entscheidend, dass jede Person im Unternehmen genau weiß, wie sie sich im Ernstfall verhalten soll. 

Notfallplanung: Klarheit schaffen 

Ein Notfallplan ist nur wirksam, wenn er gelebt wird. Er muss sicherstellen, dass jede Mitarbeitende weiß, an wen sie sich bei einem Verdachtsfall wenden kann, welche Schritte zu unternehmen sind und welche Handlungen vermieden werden müssen. Regelmäßige Schulungen, simulierte Angriffe und praxisnahe Übungen helfen, dass die Sicherheitsvorgaben nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern im Arbeitsalltag verankert sind. So wird aus einer theoretischen Maßnahme ein funktionierendes Sicherheitsnetz, das das gesamte Unternehmen schützt. 

Sechs Maßnahmen für mehr Cybersecurity Awareness 

  • Praxisnahe Awareness-Trainings: Kurze, verständliche Trainings helfen Mitarbeitenden, reale Angriffszenarien zu erkennen. Anstatt abstrakter Technikvorträge werden konkrete Beispiele gezeigt. 
  • Simulierte Phishing-Tests: Mitarbeitende erhalten gefälschte Phishing-Mails, lernen ihre eigenen Schwachstellen kennen und erfahren, wie sie angemessen reagieren. Solche Simulationen erhöhen das Bewusstsein und schaffen Sicherheit im Umgang mit verdächtigen Nachrichten. 
  • Einfache Sicherheitsregeln: Klare, praktikable Regeln sind entscheidend für den Erfolg jeder Sicherheitsstrategie. Dazu zählen der konsequente Einsatz von Passwortmanagern, Multi-Faktor-Authentifizierung und das sofortige Melden verdächtiger E-Mails. 
  • Führungskräfte als Vorbilder: Cybersecurity funktioniert nur, wenn sie ernst genommen wird – besonders von den Führungskräften. Wer selbst die Regeln befolgt, motiviert das gesamte Team, aufmerksam zu bleiben. 
  • Positive Sicherheitskultur: Eine offene Fehlerkultur ist entscheidend. Sicherheitsvorfälle oder Verdachtsmomente sollten gemeldet und nicht vertuscht werden. So können Probleme frühzeitig erkannt und präventive Maßnahmen eingeleitet werden. 
  • Technik und Kultur kombinieren: Technische Maßnahmen wie Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Lösungen sind unverzichtbar, reichen aber alleine nicht aus. Erst in Kombination mit sensibilisierten Mitarbeitenden und klaren Prozessen entsteht ein wirksamer Schutz. 

Fazit: Cybersecurity ist gemeinsame Verantwortung 

Letztlich zeigt sich: Cybersecurity fängt bei jedem Mitarbeitenden an und hört nicht bei der Technik auf. Unternehmen, die dies verinnerlichen und konsequent umsetzen, verringern das Risiko von Angriffen deutlich und stärken gleichzeitig das Vertrauen sowie die Widerstandskraft ihres Teams. 


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Know-how auf höchstem Niveau

Unsere Mission? Deine IT(-Security)-Kompetenzen auf das nächste Level zu heben – für Teams und Einzelpersonen. Investiere in deine und eure kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung und sichere den langfristigen Erfolg eures Unternehmens.

Über die Autorin: Carla Maria Hoppe

Lebenslanges Lernen, Prozessoptimierung und Transformation begleiten Carla seit Beginn ihrer Arbeit. Ihre in der Zusammenarbeit mit IT- und Ingenieur-Teams gesammelte Erfahrung nutzt die Marketing-Verantwortliche in unserem Blog, um das Thema IT-Weiterbildung näher zu beleuchten.


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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung https://blog.heise-academy.de/so-wird-deine-fabric-datenplattform-zur-festung/ Thu, 05 Mar 2026 08:00:00 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9026 Mit Security by Design sorgst du für eine Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist.

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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung

Security by Design

Von: Emil Vinčazović

Microsoft Fabric hat sich schnell als die zentrale SaaS-Plattform für Daten und Analytics etabliert. Die Verlockung ist groß: Alle Daten an einem Ort, einheitliche Tools und eine nahtlose Benutzererfahrung für alle, vom Data Engineer bis zum Business-Anwender. Doch gerade diese Zentralisierung und die damit verbundene Ansammlung geschäftskritischer Daten machen Fabric zu einem extrem schützenswerten Gut. Ein unzureichend gesichertes Fabric-System ist wie ein offener Tresorraum im digitalen Herzen deines Unternehmens. Es reicht hier bei Weitem nicht, Sicherheit als Checkliste zu betrachten, die man zwischendurch mal abarbeitet. Du musst Sicherheit von Grund auf in deine Architektur integrieren. Dieses Prinzip nennt sich Security by Design. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Fabric im Zusammenspiel mit Microsoft Entra ID, Azure Key Vault und Microsoft Defender for Cloud zu einer wahren Festung ausbaust, die den höchsten Ansprüchen an Authentifizierung, Verschlüsselung und Compliance genügt, ohne dabei den Spaß an der Entwicklung zu nehmen.

Das Fundament: Identität und Zugriff mit Microsoft Entra ID

Jede ernsthafte Sicherheitsstrategie beginnt mit der fundamentalen Frage: „Wer darf was?“ In der Microsoft-Cloud ist der Schlüssel zu dieser Frage immer Microsoft Entra ID (früher Azure Active Directory). Entra ID ist nicht nur ein Anmeldedienst, sondern das zentrale Fundament deiner gesamten Fabric-Sicherheitsarchitektur.

Authentifizierung: Wer bist du und wie beweist du es?

Die Anmeldung an Fabric erfolgt ausschließlich über Entra ID. Das bedeutet, du kannst und solltest alle modernen und robusten Authentifizierungsmethoden nutzen, die Entra ID bietet. Die wichtigste Maßnahme ist die Aktivierung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Dies ist keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit für jeden Benutzer, der auf Fabric zugreift. Ein gestohlenes Passwort allein darf niemals ausreichen, um Zugriff auf deine sensibelsten Daten zu erhalten. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, könntest du Conditional Access Policies in Entra ID konfigurieren. Damit kannst du den Zugriff kontextabhängig steuern. Definiere zum Beispiel, dass ein Zugriff auf Fabric nur von bekannten Unternehmensnetzwerken oder von als konform markierten Geräten (via Intune) ohne erneute MFA-Abfrage erlaubt ist. Greift ein Benutzer jedoch von einem unbekannten Standort oder einem privaten Gerät zu, wird eine MFA-Abfrage zwingend erforderlich. Nutze hierfür am besten die Microsoft Authenticator App mit passwortlosem Login oder noch sicherere FIDO2-Sicherheitsschlüssel.

Autorisierung: Was genau darfst du tun?

Nach der erfolgreichen Authentifizierung stellt sich die Frage der Autorisierung. Hier glänzt Fabric mit einem granularen Rollen-basierten Zugriffskontrollmodell (RBAC), das tief in Entra ID verankert ist. Anstatt einzelne Benutzer direkt zu berechtigen, was schnell unübersichtlich wird, solltest du immer mit Entra ID-Sicherheitsgruppen arbeiten. Erstelle logische Gruppen wie „Fabric-Admins“, „Finance-Datenanalysten“ oder „Marketing-Berichtsleser“. Weise diesen Gruppen dann die entsprechenden Rollen innerhalb der Fabric-Workspaces zu. Kurz zu den Rollen: Die Rolle des Admins hat die volle Kontrolle, während ein Member Inhalte veröffentlichen und teilen kann. Ein Contributor kann Inhalte erstellen und bearbeiten, aber keine Apps veröffentlichen. Die Viewer-Rolle hat reinen Lesezugriff auf Berichte. Dieser Ansatz vereinfacht die Verwaltung enorm. Wenn ein Mitarbeiter das Team wechselt, entfernst du ihn einfach aus der alten Gruppe und fügst ihn zur neuen hinzu – seine Berechtigungen in Fabric werden automatisch und konsistent angepasst.

Für den programmatischen Zugriff auf die Daten selbst, insbesondere im Lakehouse oder Warehouse, solltest du niemals auf unsichere Service-Konten mit statischen Passwörtern oder Secrets zurückgreifen. Verwende stattdessen Service Principals oder, noch besser, Managed Identities. Wenn eine Azure Function oder eine Web-App auf Daten in Fabric zugreifen muss, gib ihr eine eigene, in Entra ID verwaltete Identität. Diese Identität kann dann gezielt berechtigt werden, ohne dass du dich um die Speicherung und Rotation von Anmeldeinformationen kümmern musst. Ein praktisches Feature im Zusammenspiel zwischen Azure und Fabric.

Der Tresor: Datenverschlüsselung mit Azure Key Vault

Daten in Fabric sind standardmäßig sowohl bei der Übertragung (in transit) via TLS 1.2+ als auch im Ruhezustand (at rest) mit von Microsoft verwalteten Schlüsseln verschlüsselt. Für die meisten Anwendungsfälle bietet dies bereits ein hohes Schutzniveau. In stark regulierten Branchen wie dem Finanz- oder Gesundheitswesen oder bei besonders hohen internen Sicherheitsanforderungen möchtest du die Kontrolle über die Verschlüsselungsschlüssel jedoch selbst behalten. Dieses Konzept nennt sich Bring Your Own Key (BYOK).

Hier kommt der Azure Key Vault ins Spiel. Der Key Vault ist ein gehärteter, cloudbasierter Dienst zur sicheren Speicherung und Verwaltung von kryptografischen Schlüsseln, Geheimnissen und Zertifikaten. Für maximale Sicherheit werden die Schlüssel in FIPS 140-2 validierten Hardware-Sicherheitsmodulen (HSMs) gespeichert. Du kannst Fabric anweisen, nicht die von Microsoft verwalteten Schlüssel, sondern einen Schlüssel aus deinem eigenen Key Vault für die Verschlüsselung der ruhenden Daten im OneLake zu verwenden.

Der Prozess hierfür ist ein klar definierter Ablauf. Zuerst erstellst du einen Azure Key Vault und einen RSA-Schlüssel darin. Anschließend erteilst du dem Fabric-Dienst, der durch einen eigenen Service Principal repräsentiert wird, die Berechtigung, diesen Schlüssel zu verwenden. Hierfür sind speziell die Operationen getwrapKey und unwrapKey notwendig. Schließlich aktivierst du in den Fabric-Admin-Einstellungen die BYOK-Funktion und verweist auf den spezifischen Schlüssel in deinem Key Vault. Von nun an werden alle Daten in deinem Mandanten mit deinem Schlüssel verschlüsselt. Der große Vorteil ist die volle Kontrolle. Du kannst den Schlüssel nach deinen eigenen Richtlinien rotieren oder im Notfall den Zugriff darauf widerrufen, was die Daten für den Fabric-Dienst augenblicklich unlesbar macht. Dies gibt dir ein Höchstmaß an Souveränität und ist oft eine Kernanforderung von Compliance-Prüfern. Hier sollte natürlich beachtet werden: Wer hat Zugriff auf den Key Vault? Alle Personen mit den nötigen Berechtigungen könnten natürlich die Fabric-Daten durch das Löschen des Keys unlesbar machen.

Der Wächter: Überwachung und Compliance mit Defender for Cloud

Eine sichere Konfiguration aufzusetzen ist gut, aber du musst auch sicherstellen, dass sie sicher bleibt und du auf Bedrohungen und Abweichungen schnell reagieren kannst. Hier schlägt die Stunde von Microsoft Defender for Cloud*. Defender for Cloud bietet eine umfassende Cloud Security Posture Management-Lösung (CSPM), die deine gesamte Azure-Umgebung, einschließlich deiner Fabric-Instanz, kontinuierlich überwacht. Er prüft deine Konfigurationen gegen bewährte Sicherheits-Benchmarks und wichtige Compliance-Standards wie ISO 27001, PCI-DSS oder HIPAA.

Die Integration ist tiefgreifend und kontextbezogen. Defender for Cloud kann zum Beispiel erkennen, ob MFA für Benutzer mit Admin-Rechten in Fabric-Workspaces durchgängig aktiviert ist. Er kann auch verdächtige Aktivitäten identifizieren, wie den massenhaften Export von Daten durch einen einzelnen Benutzer oder Anmeldeversuche von geografisch untypischen Standorten. Ebenso werden Netzwerksicherheitseinstellungen, wie die Beschränkung des öffentlichen Zugriffs auf das Lakehouse, permanent auf korrekte Konfiguration überprüft. Wenn der Defender eine Abweichung oder eine potenzielle Bedrohung feststellt, löst er eine detaillierte Warnung aus. Diese Warnungen sind angereichert mit Kontextinformationen und konkreten Handlungsempfehlungen. Du siehst nicht nur, was das Problem ist, sondern auch, wie du es beheben kannst. In Kombination mit einem SIEM-System wie Microsoft Sentinel kannst du auf diese Warnungen sogar automatisierte Reaktionen, sogenannte SOAR-Playbooks, auslösen, um Bedrohungen in Echtzeit einzudämmen, etwa durch das Sperren eines kompromittierten Benutzerkontos.

Ein unschlagbares Trio

Microsoft Fabric allein ist bereits eine mächtige Plattform. Seine wahre Stärke im Bereich der Enterprise-Sicherheit entfaltet Fabric aber erst im intelligenten Zusammenspiel mit den spezialisierten Diensten der Microsoft Security-Plattform. Die drei Säulen dieser Architektur sind klar definiert. Microsoft Entra ID bildet das Fundament für eine sichere Identität und einen granularen, rollenbasierten Zugriff nach dem Least-Privilege-Prinzip. Der Azure Key Vault gibt dir die ultimative Kontrolle und Souveränität über die Verschlüsselung deiner sensibelsten Daten im Ruhezustand. Schließlich agiert Microsoft Defender for Cloud als wachsamer Beobachter, der deine Sicherheits- und Compliance-Haltung kontinuierlich überwacht und dich proaktiv auf Risiken hinweist.

Indem du diese drei Dienste von Anfang an in deine Fabric-Architektur integrierst, verfolgst du einen echten „Security by Design“-Ansatz. Du schaffst eine robuste, mehrschichtige Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch den zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist. Dies ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der Sicherheit zu einem integralen Bestandteil des gesamten Datenlebenszyklus macht.

Quellen


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID.

Der Kurs vermittelt die Bedeutung der Zero-Trust-Strategie für den Schutz moderner IT-Infrastruktur und wie diese mit den Tools von Microsoft Entra ID implementiert wird. IT-Experte Klaus Bierschenk zeigt in seinem Videokurs alle Inhalte Schritt für Schritt und anhand praxisnaher Beispielszenarien. Der Kurs lädt zum direkten Mitmachen ein und das erworbene Wissen lässt sich in Quizfragen überprüfen.


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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IT-Security

Wo Cyberangriffe, Datenlecks und digitale Angriffsflächen zunehmend zum Alltag gehören, liefert diese Kategorie fundiertes Know-how rund um den Schutz von Systemen, Netzwerken und sensiblen Informationen. Ob Datenschutz-Pflichten, Darknet-Hintergründe oder Open-Source-Intelligence – hier erfährst du praxisnah, was IT-Security heute ausmacht und wie du dich sicher aufstellst.

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Der Beitrag Zwei Wochen bis zum Patch. Eine Nacht bis zum Angriff.  erschien zuerst auf heise academy Blog.

]]> Zukunft entsteht nicht von selbst  https://blog.heise-academy.de/zukunft-entsteht-nicht-von-selbst/ Fri, 10 Jul 2026 07:16:43 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9512 Weiterbildung wird oft als Kostenfaktor gesehen, dabei ist sie ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Erfahre, warum gezielte Kompetenzentwicklung Unternehmen produktiver, attraktiver und resilienter macht.

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Zukunft entsteht nicht von selbst  

Wie Unternehmen mit gezielter Kompetenzentwicklung produktiver, attraktiver und resilienter werden 

Von: Arne Schmidt

Viele Unternehmen konzentrieren sich im Arbeitsalltag darauf, akute Engpässe zu lösen: Offene Stellen müssen schnell besetzt, laufende Projekte abgesichert werden. Dabei bleibt oft wenig Raum für die Frage, welche Kompetenzen in Zukunft wirklich entscheidend sein werden. Dies kann sich als problematisch erweisen, denn die Arbeitswelt verändert sich mit hoher Geschwindigkeit. Neue Geschäftsmodelle, veränderte Kundenerwartungen und ein zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck sorgen dafür, dass Qualifikationsanforderungen sich in immer kürzeren Zyklen verschieben. 

Unternehmen, die nicht rechtzeitig in den systematischen Aufbau von Fähigkeiten investieren, laufen Gefahr, mittelfristig den Anschluss zu verlieren. Weiterbildung ist deshalb keine Reaktion auf den Wandel, sondern eine Voraussetzung, um ihn aktiv gestalten zu können.1 

Entwicklung als entscheidender Attraktivitätsfaktor  

Für viele Unternehmen ist es schwierig, passende Fachkräfte zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Neueinstellungen scheitern häufig früh, weil Erwartungen nicht zusammenpassen oder Entwicklungsperspektiven fehlen. Genau hier entfaltet Weiterbildung ihre doppelte Wirkung. 

Unternehmen, die glaubwürdig in die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden investieren, wirken nach außen attraktiver und können zugleich interne Potenziale besser nutzen. Weiterbildung wird damit zu einem strategischen Instrument, das sowohl das Recruiting unterstützt als auch die Abhängigkeit von externen Einstellungen reduziert.1  

Ohne Verbindung bleibt Lernen wirkungslos 

In vielen Organisationen existieren Weiterbildung, Feedback, Leistungsbeurteilung und Karriereplanung nebeneinander, ohne sinnvoll verzahnt zu sein. Für Mitarbeitende entsteht dadurch oft ein Gefühl der Orientierungslosigkeit: Es fehlt an regelmäßigem Feedback, an Zeit zum Lernen und an klaren Entwicklungspfaden. Weiterbildung wird dann als zusätzliche Belastung wahrgenommen und nicht als Chance. 

Ihr volles Potenzial entfaltet sie jedoch erst, wenn sie Teil eines konsistenten Gesamtkonzepts ist. Werden Lernangebote sichtbar mit Zielen, Leistung und Zukunftsaussichten verknüpft, entsteht Klarheit. Mitarbeitende verstehen, warum sie lernen, wofür sie sich entwickeln und welche Rolle Weiterbildung für ihre eigene Zukunft im Unternehmen spielt. 1 

Investieren statt reagieren: Der messbare Nutzen von Qualifizierung 

Eine wachsende Herausforderung für Unternehmen ist, dass sich Mitarbeitende innerlich vom Arbeitgeber distanzieren. Viele Beschäftigte sind nicht offen unzufrieden, haben innerlich aber bereits Abstand zur Arbeit genommen. Ursachen sind häufig fehlende Wertschätzung, mangelnde Sicherheit und fehlende Entwicklungsmöglichkeiten. 

Gezielte Weiterbildung kann hier ein starkes Signal setzen. Sie zeigt, dass Mitarbeitende nicht nur für ihre aktuelle Funktion gesehen werden, sondern als Menschen mit Potenzial. Dieses Signal wirkt motivierend, stärkt die emotionale Bindung und bildet die Grundlage für langfristige Zusammenarbeit.1 

Empirische Studien zeigen deutlich, dass Weiterbildung für Unternehmen einen messbaren wirtschaftlichen Nutzen hat. Bereits eine moderate Steigerung der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen führt zu einer spürbaren Zunahme der Leistungsfähigkeit. Weiterbildung ist damit keine freiwillige Zusatzleistung, sondern eine Investition mit klarem Return. 

Entscheidend ist jedoch die Qualität der Maßnahmen. Besonders wirksam sind strukturierte Formate wie interne oder externe Kurse und Seminare. Sie haben einen nachweisbaren Einfluss auf die Produktivität. Informelles Lernen im Arbeitsalltag allein reicht dagegen nicht aus, um vergleichbare Effekte zu erzielen. Weiterbildung wirkt nur dann, wenn sie gezielt geplant und professionell umgesetzt wird. 2 

Mythos: Qualifizierung führt zur Abwanderung 

Eine häufige Sorge von Unternehmen ist, dass Weiterbildung Mitarbeitende erst recht zum Wechsel motiviert, insbesondere wenn erworbene Qualifikationen auch extern gut verwertbar sind. Die Forschung zeigt jedoch ein anderes Bild. Studien belegen, dass weitergebildete Beschäftigte ihrem Arbeitgeber häufiger treu bleiben als vergleichbare Kolleginnen und Kollegen ohne Weiterbildung, selbst dann, wenn persönliche Faktoren wie Motivation berücksichtigt werden. 

Bemerkenswert ist, dass dieser Effekt auch bei zertifizierten und externen Weiterbildungen bestehen bleibt. Obwohl solche Qualifikationen den individuellen Marktwert erhöhen und für andere Arbeitgeber sichtbar machen, führen sie nicht zu einer erhöhten Abwanderung. Im Gegenteil: Weiterbildung stärkt offenbar das Vertrauen und die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Unternehmen.3 

Was du jetzt konkret tun kannst 

Drei Hebel, die in der Praxis funktionieren: 

  1. Lernzeit verbindlich einplanen. Nicht „nebenbei“, sondern als Bestandteil der Arbeitszeit. Sonst gewinnt immer das Tagesgeschäft. 
  1. Lerninhalte an konkrete Vorhaben koppeln. Wer eine neue Technologie lernt, sollte sie innerhalb von 90 Tagen anwenden dürfen. Sonst verfällt das Wissen. 
  1. Qualität vor Volumen. Einige Stunden mit echten Experten bringen mehr als hunderte unstrukturierter Videos.  

Fazit: Kompetenzen entwickeln heißt Zukunft sichern

Weiterbildung wirkt auf mehreren Ebenen zugleich. Sie steigert die Produktivität, stärkt die Mitarbeiterbindung und erhöht die Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber. Entscheidend ist dabei nicht die bloße Existenz von Lernangeboten, sondern ihre strategische Einbettung in Führung, Feedback und Karriereentwicklung. 

Unternehmen, die Weiterbildung als integralen Bestandteil ihrer Kultur verstehen, investieren nicht nur in Wissen, sondern auch in Motivation, Vertrauen und Zukunftsfähigkeit. In einer Arbeitswelt, die sich ständig verändert, ist genau das der entscheidende Wettbewerbsvorteil. 

Quellen

[1] Julian Kirchherr, Vincent Bérubé, Charlotte Seiler, Kira Rupietta, Marlene Senst, Kristina Störk, Simon Gallot Lavallée (2025). HR Monitor 2025. https://www.mckinsey.com/capabilities/people-and-organizational-performance/our-insights/hr-monitor-2025   

 [2] ZEW. Weiterbildung in Unternehmen zahlt sich aushttps://www.zew.de/das-zew/aktuelles/weiterbildung-in-unternehmen-zahlt-sich-aus  

[3] Dietz, D., & Zwick, T. (2021). The retention effect of training: Portability, visibility, and credibility. The International Journal of Human Resource Management, 33(4), 710–741. 

IT-Weiterbildung, die mit dir Schritt hält

Praxisnah, aktuell und flexibel – von IT-Professionals, für IT-Professionals. 

Der heise academy Campus bringt deine IT-Kompetenzen auf das nächste Level: Egal, ob du dich individuell weiterentwickeln oder dein Team gezielt stärken willst. Mit dem academy Pass bekommst du Zugang zur gesamten Lernbibliothek und kannst direkt loslegen. 


Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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]]> Digitale Souveränität https://blog.heise-academy.de/digitale-souveraenitaet/ Thu, 11 Jun 2026 15:36:02 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9484 Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

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Digitale Souveränität

Unabhängiger von einzelnen Anbietenden werden und die eigene Resilienz gezielt stärken.

Von: Manuel Atug

Ob Behörde, Krankenhaus oder mittelständisches Unternehmen: Viele Organisationen merken erst dann, wie abhängig sie von einzelnen Softwareanbietenden geworden sind, wenn beispielsweise aufgrund teurer und alternativloser Abo-Modelle Preise massiv steigen, der IT-Support ausläuft oder ein lang genutzter Dienst abgekündigt oder eingestellt wird. Digitale Souveränität ist die Antwort auf genau diese Probleme. Sie beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

Wettbewerb statt Monopol: Alternativen schaffen und nutzen

Wenn ein oder sehr wenige Anbietende einen Teil des Marktes dominieren, fehlt der Druck zur Innovation und den Nutzenden eine echte Auswahl. Wer aus Bequemlichkeit oder mangels Alternativen alles auf eine Karte setzt, zahlt am Ende deutlich höhere Preise und akzeptiert schlechtere Konditionen. Das ist kein Naturgesetz, sondern eine Folge passiver Beschaffungsentscheidungen.

Die Lösung liegt darin, sich dem bewusst zu werden und aktiv Alternativen aufzubauen. Wer diese nutzt, stärkt damit den erforderlichen und dadurch funktionierenden Wettbewerb. Ausschreibungen sollten daher so gestaltet werden, dass auch kleinere oder europäische Anbietende eine reale Chance haben. Langfristige Vollversorgungsverträge mit einem großen Konzern hingegen zementieren Abhängigkeiten, die sich später nur schwer auflösen lassen.

Freie und offene Standards: Das Fundament technologischer Unabhängigkeit

Proprietäre Datenformate, Verarbeitungslogiken in Geschäftsprozessen und Schnittstellen sind eine häufig unterschätzte Form der technischen Abhängigkeit, die in der mittelbaren Auswirkung zu hohen Kosten führt. Wer Daten nur in einem herstellerspezifischen Format speichert oder verarbeitet, ist gefangen und vollständig abhängig. Der Wechsel zu einem anderen System ist dadurch künstlich erschwert oder schlicht unmöglich, da die Umstellung sehr teuer wäre. Technologische Abhängigkeit entsteht dabei über lange Zeiträume oft still und leise, ohne dass jemand eine bewusste Entscheidung dafür trifft. Sie schleicht sich ein und war rückblickend dann „schon immer da“.

Freie und offene Standards – etwa OpenDocument, PDF/A oder offene API-Standards – stellen sicher, dass Daten und Prozesse für die Verarbeitung nicht an einen einzigen Anbietenden gebunden bleiben. Öffentliche Institutionen sollten offene Standards nicht nur bevorzugen, sondern in ihren Beschaffungsrichtlinien verbindlich verankern. Wer diesen Schritt versäumt, schafft Abhängigkeiten, die Jahre später sehr teuer werden können.

Interoperabilität: Systeme, die miteinander sprechen

Viele Softwareprodukte sind absichtlich so gebaut, dass sie schlecht oder kaum mit Konkurrenzprodukten zusammenarbeiten. Sie bieten zwar oftmals umfassende Importmöglichkeit an, aber kaum vollständige Exportoptionen. Dieses Prinzip wird auch als Lock-in-by-Design bezeichnet: Der Wechsel kostet so viel Aufwand, dass er praktisch nie stattfindet, selbst wenn andere Anbietende besser und günstiger wären. Die Nutzung wird dadurch dann gerne als „alternativlos“ bezeichnet und hingenommen.

Interoperabilität, also die Fähigkeit verschiedener Systeme, nahtlos zusammenzuarbeiten und Austauschfähig zu sein, muss daher als zentrale Anforderung in Beschaffungsentscheidungen einfließen. Diese sollte die Geschäftsleitung und Unternehmensführung als strategisches Ziel vorgeben und dem Einkauf als Aufgabenstellung mitgeben.

Offene APIs, dokumentierte Schnittstellen und standardisierte Datenformate sind die technische Grundlage dafür. In der Praxis lässt sich Interoperabilität am zuverlässigsten durch Open-Source-Software sicherstellen, weil deren Code offen einsehbar, anpassbar und flexibler betreibbar ist.

Open Source: Transparenz und Unabhängigkeit durch offenen Code

Bei proprietärer Software weiß man schlicht nicht, was im Inneren passiert: Welche Daten werden gesammelt? Welche Sicherheitslücken existieren? Wie funktioniert die Verarbeitungslogik genau? Wer den Quellcode nicht einsehen kann, muss blind vertrauen und ist somit abhängig. In sicherheitskritischen Bereichen ist das keine tragfähige Basis.

Open-Source-Software macht den Code öffentlich prüfbar und weiterbetreibbar. Das schafft Transparenz und ermöglicht das schnelle Auffinden sowie Schließen von Sicherheitslücken. Darüber hinaus ermöglicht es Organisationen, Software selbst weiterzuentwickeln oder anpassen zu lassen. Sie können diese sogar selbst betreiben oder von unterschiedlichen Dienstleistern betreiben lassen. Gleichzeitig ist Open Source oft der direkteste Weg, offene Standards in der Praxis umzusetzen: Wer den Code besitzt, ist nicht auf den Goodwill – bzw. die AGBs und das Geschäftsinteresse – eines Konzerns angewiesen. Für viele Organisationen ist Open Source damit kein ideologisches Statement, sondern eine pragmatische Entscheidung für mehr Kontrolle und Kostensouveränität.

Exit-Strategie: Den Ausstieg von Anfang an mitdenken

Die meisten IT-Verträge regeln sehr genau, wie man hineinkommt, aber kaum, wie man wieder herauskommt. Wenn ein Vertrag endet, sind Daten oft in proprietären Formaten gespeichert, Prozesse und Verarbeitungslogiken zu tief in ein System eingebaut und der Wechsel kostet schlicht mehr als der zukünftig teurer werdende Verbleib. So entsteht eine Abhängigkeit, die im initialen Vertrag zunächst unsichtbar war.

Bereits beim Vertragsabschluss sollten deshalb Exit-Klauseln bedacht und verhandelt werden: Verarbeitungslogik- und Datenportabilität in offenen Formaten, klare Übergangsfristen und definierte Leistungen für eine souveräne Migration gehören zum Standard guter IT-Verträge. Nur wer den Ausstieg von Anfang an plant, behält die echte Freiheit, auch tatsächlich wechseln zu können und damit einer potenziellen Kostenfalle durch den Lock-In Effekt zu entgehen.

Modularität: Austauschbarkeit als Designprinzip

Monolithische Systeme und Bundles – also Softwarelösungen, die alles in einem Paket oder Abo abdecken – sind bequem, aber auch gefährlich. Wer eine Komplettlösung einkauft oder mietet, hat kaum Spielraum, einzelne Teile zu ersetzen. Wächst die Abhängigkeit, schrumpft der Spielraum.

Modulare Architekturen setzen dagegen auf klar abgegrenzte Komponenten mit definierten Schnittstellen und Prozessabschnitten. Einzelne Module lassen sich so unabhängig voneinander ersetzen, aktualisieren oder durch bessere Lösungen austauschen; ganz ohne das Gesamtsystem zu gefährden. Das erhöht die Resilienz erheblich: Fällt eine Komponente aus, werden Anbietende unzuverlässig, wird der Preis massiv erhöht, bleibt der Rest stabil und bezahlbar. Modularität ist damit nicht nur eine technische Tugend, sondern eine strategische Notwendigkeit.

Kostensouveränität: Die Budgethoheit behalten

Cloud-Dienste und (Abo-)Lizenzmodelle werden häufig mit attraktiven Einstiegspreisen oder Bundles angeboten. Ist die Migration erfolgreich abgeschlossen und die Abhängigkeit aufgebaut, steigen die Preise kontinuierlich und Alternativen sind durch den Lock-In Effekt teuer oder technisch kaum realisierbar. Dieses Phänomen wird auch als Preiserhöhungsfalle bezeichnet und betrifft Organisationen jeder Größe.

Kostensouveränität bedeutet, die vollständige Kontrolle über die eigenen IT-Ausgaben zu behalten. Das gelingt durch transparente (Abo-)Lizenzmodelle, den Einsatz von freien und offenen Standards – idealerweise durch den Einsatz von Open-Source-Lösungen – ohne laufende Lizenzgebühren und durch regelmäßige Marktvergleiche. Wer mehrere Anbietende parallel nutzt oder zumindest als realistisch einsetzbare Option bereithält, behält die Verhandlungsmacht und damit auch die Budgethoheit. Kostensouveränität bildet somit die finanzielle Seite digitaler Souveränität.

Fazit

Digitale Souveränität ist kein Selbstzweck, sondern eine strategische Voraussetzung für Handlungsfähigkeit. Offene Standards, Interoperabilität, Open Source, modulare Architekturen, vertragliche Exit-Optionen, Wettbewerb und Kostenkontrolle: keiner dieser Hebel wirkt allein. Erst ihr Zusammenspiel schafft die Grundlage für echte Unabhängigkeit.

Die zentrale Erkenntnis ist simpel: Abhängigkeit entsteht nicht durch einen einzelnen großen Fehler, sondern durch viele kleine Entscheidungen über Jahre, die in die falsche Richtung weisen. Wer digitale Souveränität ernst nimmt, baut sie deshalb systematisch und schrittweise auf und gewinnt damit genau das, was in einer digitalisierten Welt entscheidend ist: die Freiheit, selbst zu entscheiden und die Kosten zu kontrollieren.

Quellen und Verweise

BSI – C3A: Souveränitätskriterien für Cloud-Dienste (April 2026): https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Presse/Pressemitteilungen/Presse2026/260427_C3A.html
Linux Magazin – BSI legt Kriterien für digitale Souveränität bei Cloud-Diensten vor: https://www.linux-magazin.de/news/bsi-legt-kriterien-fuer-digitale-souveraenitaet-bei-cloud-diensten-vor/
EU-Kommission – Open-Source-Strategie 2020–2023 (Originaldokument, PDF): https://commission.europa.eu/document/download/97e59978-42c0-4b4a-9406-8f1a86837530_de?filename=de_ec_open_source_strategy_2020-2023_0.pdf
Bitkom – Kompass IT-Standards & Interoperabilität: https://www.bitkom.org/Kompass-IT-Standards
OSBA – Positionspapier & Publikationen zur digitalen Souveränität: https://osb-alliance.de/news/publikationen
OSBA – 38 Maßnahmen für Open-Source-getriebene Digitalisierung (PDF): https://osb-alliance.de/wp-content/uploads/2024/06/2024-09-27_Forderungen_Bundestagswahl2025_LR.pdf
Bitkom – Leitfaden Cloud-Souveränität praktisch umsetzen (2026, enthält Exit-Szenarien, offene Standards, Modularität): https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Cloud-Souveraenitaet-praktisch-umsetzen
Datensicherheit.de – Bitkom & BMDS: einheitliche Standards für Open-Source-Beschaffung (EVB-IT, März 2026): https://www.datensicherheit.de/open-source-software-vereinbarung-bmds-bitkom-einheitlich-standards-beschaffung
Schweizer Bundesrat – Leitlinien für digitale Souveränität in der Bundesverwaltung (Dezember 2025): https://www.news.admin.ch/de/newnsb/JxuzVHViGShum_f1h_WDu


Digitale Souveränität in der Praxis

Cloud, KI und Security krisensicher gestalten

Lerne, wie du Abhängigkeiten systematisch identifizierst, Risiken bewertest und mit konkreten Strategien deine digitale Souveränität zurückgewinnst. Die Aufzeichnung des Classrooms steht dir im Professional Pass neben vielen weiteren zur Verfügung.

Portraitbild Manuel Honkhase Atug

Über den Autor: Manuel „HonkHase“ Atug

Manuel „HonkHase“ Atug befasst sich beruflich und privat seit weit über 23 Jahren mit Themen, wie Digitale Souveränität, Kritische Infrastrukturen, Cyberresilienz, defensive Cybersicherheitsstrategien, digitaler Katastrophenschutz und vielem mehr. Im Netz ist er als @HonkHase aktiv. Er ist Experte der European Research Executive Agency (EU REA) und wird regelmäßig für die Bundesregierung und die Bundesländer als Sachverständiger in Fragen der Cybersicherheit und dem Katastrophenschutz berufen.


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]]> Schluss mit den Silos https://blog.heise-academy.de/schluss-mit-den-silos/ Thu, 21 May 2026 15:10:37 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9203 In modernen Cloud-Umgebungen hilft das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud dabei, Sicherheits-, Compliance- und Governance-Anforderungen zentral und ohne isolierte Silos umzusetzen.

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Schluss mit den Silos

Schaffe eine einheitliche Governance mit Purview, Azure Policy und Defender for Cloud

Von: Emil Vinčazović

In der modernen Cloud-Welt jonglierst du täglich mit einer Vielzahl von Herausforderungen. Auf der einen Seite willst du Entwicklern die Freiheit und Agilität geben, schnell neue Dienste bereitzustellen. Auf der anderen Seite musst du sicherstellen, dass die IT-Landschaft sicher ist, Compliance-Vorgaben erfüllt sind und die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Oft führt das zu einem Silo-Denken: Datensicherheit wird in Microsoft Purview gemanagt, die Infrastruktur-Compliance mit Azure Policy und die Security-Härtung mit Microsoft Defender for Cloud. Jeder Bereich hat seine eigenen Regeln und Zuständigkeiten. Doch was wäre, wenn du diese Silos aufbrechen und eine wirklich einheitliche, richtliniengesteuerte Governance etablieren könntest? In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das Zusammenspiel dieser drei mächtigen Werkzeuge funktioniert und wie du damit eine Brücke zwischen Daten, Infrastruktur und Security baust.

Das Problem: Governance in getrennten Welten

Stell dir vor, dein Unternehmen beschließt, dass alle Datenbanken, die personenbezogene Daten enthalten, verschlüsselt sein müssen. Ein typischer Fall für eine Governance-Richtlinie. Doch wo setzt du diese Regel um? Auf der Datenebene mit Purview könntest du eine Richtlinie erstellen, die alle SQL-Datenbanken mit der Klassifizierung „Personenbezogene Daten“ identifiziert. Purview allein kann die Verschlüsselung jedoch nicht erzwingen. Auf der Infrastrukturebene mit Azure Policy könntest du eine Richtlinie erstellen, die prüft, ob Transparent Data Encryption (TDE) für alle SQL-Server aktiviert ist. Diese Richtlinie weiß aber nicht, welche dieser Datenbanken tatsächlich sensible Daten enthalten. Wendest du sie auf alles an, erzeugst du unnötigen Overhead. Dies führt zu Performance-Schwund und überhöhten Kosten. Wendest du sie zu selektiv an, verpasst du vielleicht eine kritische Datenbank. Auf der Security-Ebene mit Defender for Cloud wird dieser dich darauf hinweisen, dass einige Datenbanken nicht verschlüsselt sind, und dies als Sicherheitsrisiko einstufen. Er gibt dir eine Empfehlung, aber die proaktive, unternehmensweite Durchsetzung ist nicht seine primäre Aufgabe. Er gilt also eher als warnendes Glied im Unternehmen.

Du siehst das Problem. Jedes Werkzeug hat eine andere Sicht auf die Welt und spricht eine andere Sprache. Die Folge sind manuelle Abstimmungsprozesse, potenzielle Regelungslücken und eine reaktive statt proaktive Governance. Das kann sich jedoch ändern.

Die Lösung: Eine Brücke zwischen den Welten bauen

Die wahre Stärke entfaltet sich, wenn du diese drei Dienste miteinander verbindest. Das Ziel ist eine Policy-driven Governance, bei der eine zentrale Absicht (z.B. „Schütze sensible Daten“) automatisch in konkrete, technische Kontrollen auf allen Ebenen übersetzt wird.

Schritt 1: Die Daten verstehen mit Microsoft Purview

Alles beginnt mit den Daten. Purview ist deine zentrale Wahrheit für die Datenklassifizierung. Wie in vorherigen Beiträgen von mir besprochen, nutzt du Purview, um deine gesamte Datenlandschaft zu scannen und sensible Informationen mithilfe von Sensitive Information Types, Trainable Classifiers oder Exact Data Match zu identifizieren. Das Ergebnis ist ein umfassender Datenkatalog, der jede Ressource mit Metadaten anreichert. Eine Azure SQL-Datenbank ist dann nicht mehr nur eine Datenbank, sondern eine „Datenbank, die EU-Bürgerdaten enthält“ (Klassifizierung: „DSGVO – Personenbezogene Daten“). Diese Klassifizierung ist der entscheidende Auslöser für alles Weitere.

Schritt 2: Infrastruktur härten mit Azure Policy

Jetzt kommt Azure Policy ins Spiel. Azure Policy ist das Regelwerk für deine gesamte Azure-Infrastruktur. Du kannst damit Richtlinien definieren, die zum Beispiel vorschreiben, dass virtuelle Maschinen nur aus bestimmten Images erstellt werden dürfen, dass keine öffentlichen IP-Adressen an bestimmte Subnetze angehängt werden oder eben, dass die Verschlüsselung für Speicherkonten aktiviert sein muss.

Der Clou ist die Integration mit Purview. Anstatt eine breite, unspezifische Richtlinie zu erstellen, kannst du Azure Policy anweisen, auf die Klassifizierungen von Purview zu reagieren. Eine Richtlinie könnte lauten: „Wenn eine Azure SQL-Datenbank in Purview als ‚Streng Vertraulich‘ klassifiziert ist, prüfe, ob Transparent Data Encryption (TDE) aktiviert ist. Wenn nicht, melde einen Compliance-Verstoß.“ Du kannst sogar noch einen Schritt weiter gehen und Deny- oder DeployIfNotExists-Effekte nutzen, um unsichere Konfigurationen von vornherein zu blockieren oder automatisch zu korrigieren. Dies könnte allerdings zu Frustration bei Entwicklern führen und sollte bedacht werden.

Schritt 3: Security Posture überwachen mit Defender for Cloud

Microsoft Defender for Cloud agiert als dein zentrales Dashboard für die Sicherheitslage. Er sammelt Signale von allen deinen Ressourcen und bewertet sie anhand von etablierten Sicherheits-Frameworks wie dem CIS Benchmark oder NIST. Die Integration mit Azure Policy ist hier nahtlos, denn die meisten Sicherheitsempfehlungen im Defender for Cloud sind im Kern Azure Policy-Definitionen.

Wenn deine Azure Policy, die auf einer Purview-Klassifizierung basiert, einen Verstoß feststellt (z.B. eine unverschlüsselte Datenbank mit sensiblen Daten), wird dieser Verstoß automatisch im Defender for Cloud als Sicherheitsempfehlung mit hoher Priorität angezeigt. Dein Security-Team muss also nicht mehr manuell die Datenklassifizierung prüfen. Sie sehen sofort, dass hier ein echtes Risiko vorliegt, weil nicht irgendeine Test-Datenbank, sondern eine produktive Datenbank mit Kundendaten betroffen ist. Dies ermöglicht eine risikobasierte Priorisierung der anstehenden Aufgaben.

Das Zusammenspiel im Praxisbeispiel

Lass uns das an einem Beispiel durchspielen: Du möchtest sicherstellen, dass alle Azure Storage Accounts, die als „Projektintern“ klassifizierte Dokumente enthalten, keinen öffentlichen Zugriff erlauben. Zuerst konfigurierst du Purview so, dass es deine Storage Accounts scannt und Dokumente, die interne Projektnamen oder -nummern enthalten, als „Projektintern“ klassifiziert. Dies ist der Purview-Scan. Weitere Infos dazu findest du in anderen Purview-Beiträgen von mir.

Anschließend erstellst du eine benutzerdefinierte Azure Policy. Die Logik der Richtlinie lautet: „Für jeden Storage Account, der von Purview die Klassifizierung ‚Projektintern‘ erhalten hat, prüfe die Eigenschaft allowBlobPublicAccess. Wenn diese true ist, löse einen Audit-Event aus.“ Dies ist die Azure Policy Erstellung. Der Defender for Cloud nimmt diese Azure Policy als Teil seiner Sicherheitsbewertung auf. Sobald ein Entwickler versehentlich den öffentlichen Zugriff auf einen dieser Storage Accounts aktiviert, erscheint im Defender eine kritische Warnung. Dies ist die Überwachung im Defender. Optional könntest du die Azure Policy sogar so konfigurieren, dass sie den Effekt Deny hat. In diesem Fall würde der Versuch, den öffentlichen Zugriff zu aktivieren, von vornherein blockiert werden, mit einer klaren Fehlermeldung, die auf die Unternehmensrichtlinie verweist. Dies ist die Automatisierte Reaktion.

Fazit: Von reaktiver Kontrolle zu proaktiver Governance

Das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud ermöglicht einen Paradigmenwechsel. Du bewegst dich weg von einer fragmentierten, reaktiven Kontrolle in Silos hin zu einer integrierten, proaktiven und richtliniengesteuerten Governance. Indem du die Datenklassifizierung als zentrale Wahrheit etablierst, kannst du intelligente und kontextbezogene Regeln für deine Infrastruktur und Sicherheit definieren. Das Ergebnis ist eine robustere Sicherheitslage, eine vereinfachte Compliance und die Gewissheit, dass deine Governance-Richtlinien nicht nur auf dem Papier existieren, sondern in deiner gesamten Cloud-Umgebung aktiv durchgesetzt werden.

Quellen


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung. Dieser Kurs bietet einen praxisnahen Einstieg in die IT-Sicherheit mit Kali Linux, der führenden Plattform für Penetrationstests und Ethical Hacking. 


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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Tradition trifft KI https://blog.heise-academy.de/tradition-trifft-ki/ Fri, 08 May 2026 09:51:03 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9188 Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

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Tradition trifft KI

Lernen bleibt Chefsache – und wird zum Wachstumstreiber

Von: Johanna Heise

Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

Die Nachfolge in einem Familienunternehmen zu gestalten, ist immer eine besondere Herausforderung. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge ist es aber noch viel mehr: Es ist eine Einladung, die Balance aus Tradition, Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung immer wieder neu auszuloten. In den vergangenen Jahren habe ich hautnah erlebt, wie sich die Anforderungen an Unternehmen und an Führungskräfte wandeln – und wie sehr Weiterbildung zur Überlebensfrage geworden ist. Gerade die aktuellen Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz sind ein Brennglas für diese Veränderungen. 

Wenn ich auf unseren Weg bei heise blicke, dann ist klar: Kontinuierliches Lernen hat uns zur Anpassung befähigt – und wird auch künftig darüber entscheiden, ob wir als Unternehmen wachsen und echten Mehrwert für unsere Community schaffen können. Die Geschwindigkeit, mit der sich Technologien und Märkte verändern, macht deutlich: Weiterbildung ist heute keine Option mehr, sondern ein Muss. Und zwar nicht als Pflichtübung, sondern als Haltung. 

KI als Wachstumsmotor – warum Weiterbildung jetzt entscheidend ist 

Von der Prozessoptimierung zum Wachstumstreiber 

Künstliche Intelligenz wird in vielen Unternehmen immer noch als reines Effizienz-Tool gesehen. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Die zentrale Botschaft, die ich aus der aktuellen Diskussion – und nicht zuletzt aus einer inspirierenden Keynote im Rahmen der Hannover Messe – mitnehme: Das eigentliche Potenzial von KI liegt darin, Unternehmen neue Wachstumschancen zu eröffnen. Das ist ein Perspektivwechsel im Vergleich zu früheren Technologiewellen wie Cloud oder IoT. Während damals oft Skepsis und Zurückhaltung dominierten, herrscht heute ein Konsens: Ohne KI wird keine Branche mehr auskommen. 

Das hat weitreichende Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft. Unternehmen, die jetzt zögern, laufen Gefahr, schnell abgehängt zu werden. Es reicht nicht mehr, KI als Automatisierungs-Tool einzusetzen – es geht darum, mit KI neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, innovative Wertschöpfung zu ermöglichen und neue Märkte zu erschließen. Wachstum entsteht dort, wo Menschen bereit sind, sich auf Neues einzulassen und mutig voranzugehen. 

Tradition trifft Innovation: Die Rolle der Unternehmensnachfolge 

Mitten in der Nachfolge eines Familienunternehmens stehe ich für die Verbindung von Tradition und Zukunft. Bei heise haben wir über Jahrzehnte hinweg Werte wie Unabhängigkeit, Qualität und Verantwortung gepflegt. Diese Prinzipien tragen uns – gerade jetzt, wo sich die Spielregeln für Medien, IT und Weiterbildung rasant verschieben. 

Unsere Transformation vom klassischen Telefonbuchverlag hin zum digitalen Medienhaus ist ein Prozess, in dem Lernen und Weiterentwicklung immer strategischer werden. Projekte müssen schneller umgesetzt werden. MVPs – also minimal funktionsfähige Produkte – müssen zügig auf den Markt. Nur wer sich flexibel anpasst und Innovationen vorantreibt, sichert die eigene Marktposition langfristig. Gezielte Weiterbildung ist dabei der Schlüssel: Nur Teams, die moderne Technologien und Methoden – wie Agentic Coding oder KI-gestützte Recherche – beherrschen, können sich im Wettbewerb durchsetzen. 

Lernen als Haltung – nicht als Pflicht 

Was ich in der Praxis immer wieder beobachte: Es reicht nicht, einfach weiterzumachen wie bisher. Moderne Märkte fordern uns heraus, Unsicherheit auszuhalten, Fragen zu stellen und Räume für Experimente zu schaffen. Für Unternehmen bedeutet das: Lernbereitschaft und Offenheit müssen zur Kernkompetenz werden. Wer heute in die Entwicklung der Mitarbeitenden investiert, verschafft sich nicht nur einen Innovationsvorsprung, sondern bindet auch Talente, die gezielt nach Entwicklungsmöglichkeiten suchen. 

Bei der heise academy setzen wir gezielt auf Formate, die Austausch, Peer-Learning und unmittelbaren Praxistransfer ermöglichen. KI-Schulungen sind mehr als technische Updates – sie laden dazu ein, die eigene Rolle im Wandel kritisch zu reflektieren und Verantwortung zu übernehmen. Weiterbildung ist kein Selbstzweck, sondern ein zentraler Hebel, um Wandel aktiv zu gestalten. 

Praxis bei heise: Wie wir KI und Lernkultur integrieren 

KI-Integration mit heise I/O und deep content 

Ein konkretes Beispiel aus unserem Alltag ist die Einführung von heise I/O von deep content. Das Tool hat uns geholfen, KI nicht nur als technische Neuerung, sondern als integralen Bestandteil unserer Arbeitsprozesse zu etablieren. Mit heise I/O können wir Wissen gezielt vernetzen, im Team weiterentwickeln und direkt im Arbeitsalltag einsetzen. Die Plattform verbindet redaktionelle Tiefe mit modernen, KI-gestützten Recherche- und Lernmethoden – und schafft so einen echten Mehrwert. 

Automatisierung spielt dabei eine wichtige Rolle: Ob bei der Erstellung von Pressemitteilungen, Webseiten für heise regioconcept oder Advertorials – KI unterstützt uns dabei, Prozesse effizienter und innovativer zu gestalten. Gleichzeitig bleibt der Mensch im Mittelpunkt: Es geht immer darum, Technologie verantwortungsvoll, kreativ und zum Wohle aller einzusetzen. 

Weiterbildung als strategische Aufgabe und Einladung 

Wir sehen Weiterbildung als strategische Aufgabe – und als Einladung an alle, mitzumachen. Die besten Impulse entstehen, wenn Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam Neues wagen. In der IT – und darüber hinaus – veraltet Wissen heute schneller denn je. Wer hier nicht kontinuierlich investiert, riskiert Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. 

Deshalb ist die Förderung einer aktiven Lernkultur für uns Chefsache. Wir schaffen Räume, in denen Teams Neues ausprobieren können. Wir fördern kritisches Denken, den Austausch in der Community und die Bereitschaft, eigene Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt brauchen wir Führungskräfte, die mutig vorangehen, sich an klaren Werten orientieren und auch unbequeme Entscheidungen treffen. 

Komplexität meistern – Reflexion als Führungsaufgabe 

Die aktuellen Herausforderungen fordern uns auch auf persönlicher Ebene heraus: Entscheidungen werden komplexer und müssen immer häufiger unter Unsicherheit getroffen werden. Es reicht nicht mehr, einmal eingeführte Prozesse einfach fortzuschreiben. Vielmehr ist Selbstreflexion gefragt: Was habe ich als Führungskraft im letzten Jahr gelernt? Wie offen bin ich für Veränderung? Wie kann ich Vorbild sein und mein Team für den Wandel begeistern? 

Diese Haltung ist zentral, um als Unternehmen handlungsfähig zu bleiben – und als Führungskraft glaubwürdig zu sein. Gerade jetzt kommt es darauf an, Räume zu schaffen, in denen Lernen, Experimentieren und auch Scheitern möglich sind. Nur so können wir die Potenziale von KI und anderen Technologien wirklich ausschöpfen und Verantwortung für den gesellschaftlichen Wandel übernehmen. 

Weiterbildung als gesellschaftliche Verantwortung 

Lernen, teilen, gemeinsam wachsen 

Weiterbildung ist heute mehr als eine individuelle Entwicklungschance. Sie ist ein Versprechen an die nächste Generation und ein zentrales Element für die Zukunftsfähigkeit jedes Unternehmens. Die Transformation von heise zeigt: Wer bereit ist, die eigene Lernkultur immer wieder zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, bleibt relevant – als Unternehmen und als Gesellschaft. 

Technologische Innovation und kontinuierliche Weiterbildung gehören untrennbar zusammen. KI ist dabei nicht einfach nur das Thema der Stunde, sondern ein Katalysator für einen offenen, dialogorientierten Umgang mit Veränderung. Die besten Innovationen entstehen dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam wachsen. 

Einladung zum Handeln: Jetzt Verantwortung übernehmen 

Der technologische Wandel ist nicht aufzuhalten – aber wir können ihn gestalten. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge und Nachfolgerin im Familienunternehmen ist klar: Lernen bleibt Chefsache, gerade in Zeiten von KI und rasantem Wandel. 

Nutze die vielfältigen Möglichkeiten der IT-Weiterbildung – ob über die heise academy, heise I/O oder im direkten Austausch mit unserer Community. Hinterfrage deine Lernhaltung, entwickle deine Kompetenzen weiter, bringe dich ein. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für Innovation, Wachstum und gesellschaftlichen Fortschritt. 

Lass uns die Herausforderungen annehmen und die Chancen gestalten – mit Offenheit, Mut und einer echten Lernkultur. Denn gerade jetzt entscheidet sich, welche Unternehmen und welche Menschen den Wandel nicht nur mitlaufen, sondern aktiv vorantreiben.

Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

KI-Reifecheck in 5 Minuten

Wie fit ist euer Unternehmen in Sachen KI? Mit unserem KI-Check-Selbsttest erkennst du Potenziale für ein eigenes GPT und siehst, wo ihr nachsteuern solltet. Schnell, praxisnah und direkt umsetzbar.

Profilbild Johanna Heise, junge Frau mit langen dunklen Haaren in blauem Blazer

Über die Autorin: Johanna Heise

Johanna Heise (Jg. 1999) ist Head of Brand & Culture bei heise und CEO bei heise ventures sowie Geschäftsführerin der Heise Knowledge GmbH. Seit Mai 2023 verantwortet sie das Employer‑ und Dachmarken‑Branding bei heise, seit März 2024 die Venture‑Investments. Zuvor beriet sie bei KPMG und Simon‑Kucher. Sie studierte Management an der WHU (B.Sc.) und an der ESCP Business School (M.Sc.) in London, Berlin und Madrid, mit Fokus auf Familienunternehmen, internationales Management sowie Sales & Marketing.


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Einführung generativer KI im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/einfuehrung-generativer-ki-im-unternehmen/ Thu, 30 Apr 2026 16:20:13 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9105 Hohe Erwartungen, ernüchternde Ergebnisse: Viele Unternehmen investieren in generative KI, ohne messbare Effekte zu erzielen. Wir zeigen die typischen Stolperfallen und entscheidenden Erfolgsfaktoren bei der Einführung von KI im Unternehmen auf.

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Einführung generativer KI im Unternehmen

Warum Strategien oft scheitern & was wirklich funktioniert

Von: Alexander Miguel Meyer

KI-Strategien überzeugen häufig auf dem Papier – in der Umsetzung scheitern sie regelmäßig. Zunächst wird Copilot als Lösung in den Raum gestellt, es folgen Präsentationen mit ambitionierten Versprechen, begleitet von internen Kommunikationskampagnen. Wenige Wochen später kehrt Ernüchterung ein. KI soll Prozesse beschleunigen und messbare Ergebnisse liefern, doch die Praxis zeigt deutliche Lücken: Das Marketing erhält über Copilot nur generische Kampagnen-Briefings ohne Markenbezug. Das Controlling lässt Q3-Zahlen per ChatGPT zusammenfassen, doch die Ergebnisse verfehlen die strategisch relevanten Kernaussagen. Im Vorstand entstehen kritische Fragen: „Warum wurden 300.000 Euro investiert, wenn die Tools kaum genutzt werden? Warum empfiehlt unsere KI Kunden, die seit Jahren nicht mehr aktiv sind?“ 

Dieser Verlauf wiederholt sich in vielen Unternehmen: hohe Erwartungen, schneller Launch, Orientierungslosigkeit, Enttäuschung. Hinzu kommen ausbleibende Produktivitätsgewinne, die zuvor in Aussicht gestellt wurden. 

Was läuft da schief? 

  1.  Alle tun so, als wüssten sie Bescheid. In Meetings wird zustimmend genickt, später jedoch heimlich nach Begriffen wie „Prompt“ gegoogelt. Niemand möchte ahnungslos wirken. Nur der Praktikant setzt KI bereits routiniert ein – und macht damit das übrige Team nervös. 
  2. Schulung ohne Praxisbezug. Ein einstündiger Inspirationsvortrag ersetzt keine Anleitung. Es fehlen konkrete Prompts, Workflows und Compliance-konforme Tools. Zurück bleibt die Frage: Wie und wo anfangen? 
  3. Zwischen Angst und Hype. Manche befürchten, dass KI sie ersetzen wird. Andere glauben, es ist nur ein Hype – wie Google+ oder NFTs. Das Ergebnis: Die wenigsten nehmen sich bewusst Zeit, um zu experimentieren. 
  4. Der ROI fehlt – und jeder merkt es. Lizenzen werden gekauft, aber keine Nutzungsgewohnheiten etabliert. Dashboards weisen geringe Aktivität aus – und die KI-Verantwortlichen geraten unter Rechtfertigungsdruck. 
  5. Veraltete Governance. Das Legal-Team fordert Klarheit. Compliance benötigt eindeutige Regeln, die jedoch fehlen. Mitarbeitende handeln in einem regulatorischen Vakuum und wissen nicht, was erlaubt ist. 

Wie KI-Einführung wirklich funktioniert 

Entscheidend ist die richtige Mischung aus Top-Down- und Bottom-Up-Maßnahmen. Die folgenden sechs Ansätze haben sich bewährt. 

Mit KI-Champions starten 

Identifiziere die fünf bis zehn Prozent der Belegschaft, die experimentierfreudig sind – die natürlichen Early Adopters. Statte sie mit Tools, Systemzugängen und expliziter Testerlaubnis aus und stelle konkrete Aufgaben: Lässt sich das Reporting beschleunigen? Können Angebote automatisiert auf Kunden-Pain-Points zugeschnitten werden? Dokumentiere kleine Erfolge – etwa 20 Minuten Zeitersparnis in der Sales-Nachbereitung oder automatisierte Excel-Prozesse – und mache sie in All-Hands-Meetings sichtbar. Exklusive Programme wie „KI-Explorer“ erzeugen zusätzlich Nachfrage in anderen Teams. 

Mit echten Anwendungsfällen lernen 

Generische Future-of-Work-Sessions bringen wenig. Wirksamer sind kurze, rollenbasierte Trainings von 20 bis 30 Minuten mit einfachen Beispielen wie „Formuliere diesen LinkedIn-Post um“ oder „Fasse diesen Excel-Report zusammen“. Praxisnutzen schafft Vertrauen und Neugier. 

Zur Identifikation konkreter Use Cases eignet sich eine einfache Tabelle mit fünf Fragen: 

  1. Was ist meine Aufgabe? 
  2. Wie viel Zeit benötige ich dafür? 
  3. Lässt sich die Aufgabe automatisieren? 
  4. Welche Tools kommen dafür infrage? 
  5. Lassen sich die Tools sicher einsetzen? 

Aus den Antworten entsteht eine nach Aufwand und Nutzen priorisierte Shortlist. 

Vermittle zudem, wie man KI als Coach nutzt. Der Mehrwert steigt deutlich, wenn KI Rückfragen stellt, statt nur zu antworten. Ein bewährter Zusatz im Prompt: „Bevor du antwortest, stelle mir weitere Fragen, um meine Problemstellung besser zu verstehen.“ Jedes Training sollte mit zwei bis drei Prompts zum Ausprobieren enden. Bringt KI binnen zehn Minuten keinen Nutzen, ist sie für den Anwendungsfall vermutlich ungeeignet. 

Mache KI zur Challenge 

Sichtbarkeit und spielerische Anreize fördern die KI-Nutzung. Teile Erfolge in Teammeetings („Katrin hat mit GPT das Kunden-Review in der Hälfte der Zeit vorbereitet.“) und etabliere Formate wie den „Prompt der Woche“: eine Folie, ein intelligenter Prompt, eine Minute Erklärung über Zeitersparnis oder Ideengenerierung. Feiere Unerwartetes, z. B. den Praktikanten, der das Onboarding-Dokument mit GPT optimiert, oder die Managerin, die Besprechungsnotizen in To-do-Listen umwandelt. 

Job-Sicherheit klar adressieren 

Viele Mitarbeitende haben Sorgen, ohne sie auszusprechen. Kommuniziere proaktiv und wiederholt: KI ersetzt keine Menschen, sondern repetitive Aufgaben. Offene Formate wie 15-Minuten-Q&A-Sessions oder Slack-AMAs helfen, konkrete Fragen im Zusammenhang mit KI zu klären – etwa zur Nutzung von Kundendaten oder zur Optimierung von Reporting-Prozessen. Kommuniziere Erfolgsgeschichten, zeige messbare Verbesserungen und positioniere KI als strategischen Copiloten. Nicht als Bedrohung, sondern als Enabler für Wertschöpfung. Das Ziel: weniger operative Routine, mehr Raum für Leadership, Innovation und echte Problemlösung, während KI die Fließbandarbeit übernimmt. 

KI-Implementierung als strategischer Produktansatz 

Behandle die KI-Einführung wie einen Produkt-Launch, das heißt als kontinuierlichen Transformationsprozess, nicht als Einzelprojekt. Miss reale Nutzung anhand von Prompt-Aktivität, Tool-Adoption und Zeitersparnis. Werden z. B. nur E-Mail-Funktionen genutzt, spezialisierte Tools aber ignoriert, ist eine Strategieanpassung nötig. Ebenfalls gut funktionieren zentrale Anlaufstellen wie ein dediziertes Helpdesk oder Slack-Channel. Power-User und KI-Champions fungieren hier als Multiplikatoren für Best Practices und Problemlösungen. Verbessere das Training datenbasiert und identifiziere dafür wiederkehrende Herausforderungen. Wenn beispielsweise Tonalitätsanpassungen problematisch sind, erstelle kurze, gezielte 3-Minuten-Tutorials.  

KI-Sicherheit und Compliance offen thematisieren 

KI-Sicherheit muss proaktiv adressiert werden, damit Unklarheit Innovation nicht blockiert. Führungskräfte sollten fünf Kernfragen klären können: 

  1. Hosting-Location: Wo ist das Modell gehostet? 
  2. Datenverarbeitung: Wer verarbeitet unsere Daten? 
  3. Datenspeicherung: Werden Daten gespeichert oder geloggt? 
  4. Modell-Training: Wird das Modell mit unseren Daten trainiert? 
  5. Datenkontrolle: Haben wir Kontrolle über Zugriff, Löschung und Aufbewahrung? 

Regel: Kannst du nicht alle fünf Fragen beantworten, sollte kein Einsatz sensibler Daten erfolgen. 

Es empfiehlt sich die Implementierung eines Ampel-Systems für die Tool-Freigabe: 

  • Grün: Tools in sicherer Cloud-Umgebung 
  • Gelb: Vertrauenswürdige Anbieter mit Admin-Kontrollen und Auftragsverarbeitungsvertrag 
  • Rot: Öffentliche Tools mit unklarer Datenpolitik – Nutzungsverbot 

In einer freigegebenen Standard-Toolbox lassen sich alle zugelassenen Anwendungen bündeln. Was genehmigt ist, wird produktiv genutzt. Es ist entscheidend, Unklarheiten auszuräumen, denn sie führen zu Compliance-Risiken oder Innovationsstillstand. Für höchste Sicherheitsanforderungen empfiehlt sich eine eigene GPT-Instanz in der unternehmenseigenen Cloud-Umgebung. 

Fazit: KI rettet dein Unternehmen nicht – deine Mitarbeitenden schon 

Voraussetzung dafür sind die passenden Tools, klare Rahmenbedingungen und der richtige Kontext. Transformation entsteht nicht in Präsentationen, sondern im Arbeitsalltag – etwa, wenn eine HR-Managerin mithilfe von Copilot ihre administrativen Aufgaben halbiert und die gewonnene Zeit in strategisches Team-Coaching investiert. Genau hier liegt der messbare Mehrwert von KI – und er ist realisierbar.  


Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

Eigenes GPT fürs Unternehmen – lohnt sich das?

Finde heraus, wo dein Unternehmen beim Thema KI steht und welches Potenzial eine eigene GPT-Implementierung bietet. Unser kostenfreies Whitepaper zeigt Architektur, Verantwortung und Best Practices – praxisnah, verständlich und sofort umsetzbar.

Portraitbild von Alexander Miguel Meyer

Über den Autor: Alexander Miguel Meyer

Nach Stationen in der Management- und IT-Beratung gründete AI Strategy Consultant Alexander Miguel Meyer Dualis Studio – eine Beratung, die DAX-Konzerne und Mittelständler in Deutschland und den USA bei der strategischen KI-Adoption begleitet. Als Trainer und Dozent hat er über 3.000 Professionals befähigt, KI wirksam in ihrer Arbeit zu nutzen. Mit seinem Newsletter „AI-Empowered Leaders“ und seinen Beiträgen auf LinkedIn und im Blog erreicht er rund 40.000 Entscheiderinnen und Entscheider.


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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst  https://blog.heise-academy.de/learning-on-demand-wissen-genau-dann-wenn-du-es-brauchst/ Fri, 24 Apr 2026 15:52:40 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9065 Wenn im entscheidenden Moment nichts mehr läuft, hilft kein geplanter Kurs, sondern die richtige Lösung im richtigen Moment. Hier setzt Learning on Demand an. Der Beitrag zeigt Stärken, Grenzen und wie du damit schneller und nachhaltiger lernst.

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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst 

Warum gezieltes Lernen im Moment of Need in der IT unverzichtbar ist und klassische Weiterbildung oft zu kurz greift 

Von: Arne Schmidt

Die Anwendung läuft in der Testumgebung einwandfrei. Dann geht sie live und nichts geht mehr. Das halbe Team ist schon im Wochenende. Was jetzt hilft, ist kein Kurs und kein Seminar, das irgendwann mal auf der Roadmap stand. Was jetzt hilft, ist die richtige Antwort zur richtigen Zeit. 

Genau das ist Learning on Demand. In der IT-Branche ist dieses Vorgehen längst gängige Praxis, da der Arbeitsalltag es schlichtweg erfordert. Trotzdem behandeln viele Unternehmen Weiterbildung noch so, als ließe sich Wissen auf Vorrat anlegen: Seminarkatalog durchblättern, Termin buchen, zwei Tage raus aus dem Projekt und dann ist drei Wochen später die Hälfte vergessen. 

Dieser Artikel ist für alle, die das kennen. Und für alle, die gezieltes Lernen im Moment of Need bewusst nutzen wollen, statt es dem Zufall zu überlassen. 

Was Learning on Demand wirklich bedeutet 

Statt ein Thema von Grund auf durchzuarbeiten, startet man mit einer konkreten Frage. Man sucht sich gezielt die Antwort in der Dokumentation, in einem Forenthread oder in einem kurzen Video und wendet sie sofort an. Problem erkannt, Wissen geholt, Lösung umgesetzt. 

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Weiterbildung: Der Auslöser ist eine reale Situation, kein Schulungskatalog. Wissen, das sofort angewendet wird, bleibt hängen, weil es direkt mit einer konkreten Erfahrung verknüpft ist. 

Zwei typische Situationen aus dem IT-Alltag zeigen, wie das aussieht: 

Man vor Computer versucht ein IT-Problem zu lösen.

Ein Engineer soll eine bestehende Infrastruktur auf eine neue Plattform migrieren. Die grundsätzlichen Konzepte beherrscht er, aber die konkrete Umsetzung in der neuen Umgebung ist Neuland. Er fängt nicht bei null an, sondern nimmt sein bestehendes Wissen als Gerüst und arbeitet sich gezielt in die plattformspezifischen Unterschiede mit Hilfe von Videokursen ein. Stück für Stück, immer entlang der konkreten Aufgabe. Nach einer Woche läuft das System, und er hat die neue Plattform dort verstanden, wo es zählt. 

Manchmal taucht das Problem aber ungeplant auf. Kurz vor einem Release können sich mehrere Teammitglieder plötzlich nicht mehr bei Cloud-Diensten anmelden, aber lokal funktioniert alles. Der Admin grenzt die Ursache schnell ein: Eine kürzliche Änderung an der Benutzerverwaltung wurde nicht sauber mit dem Cloud-Verzeichnis synchronisiert. Die Details der Synchronisation sind nicht sein tägliches Brot. Also recherchiert er gezielt: offizielle Dokumentation, ein passender Blogbeitrag, die Logs im Admin-Portal. Nach anderthalb Stunden ist das Problem behoben und er weiß jetzt genau, worauf er bei solchen Änderungen künftig achten muss. 

Mann verzweifelt vor einen Computer.

Was beide Situationen gemeinsam haben: Es gab ein konkretes Problem, eine Deadline und Druck. Und genau das war der beste Lernauslöser. 

Wo der Ansatz an seine Grenzen stößt 

So effektiv Learning on Demand im Alltag ist, es funktioniert nicht immer. 

Gezieltes Lernen im Moment of Need setzt ein Fundament voraus. Wer die Grundlagen eines Themas nicht versteht, kann weder die richtige Frage stellen noch die Antwort bewerten. Komplexe, zusammenhängende Themen lassen sich nicht in zwanzig Minuten aus einem Blogbeitrag erschließen. Sie brauchen Struktur, Zeit und oft jemanden, der Inhalte einordnet. 

Viele sehen Learning on Demand fälschlicherweise als kompletten Ersatz für Schulungen an. Doch wer glaubt, man könne sich einfach alles „ergoogeln”, stößt schnell an Grenzen. Fehlen die Grundlagen, mutiert die Lösungsfindung zu einem ziellosen Ausprobieren. Ein solches Vorgehen verschlingt am Ende weit mehr Zeit, als ein ordentlicher Kurs je gekostet hätte. 

Learning on Demand ergänzt fundierte Weiterbildung. Das eine liefert das Fundament, das andere die Antwort im entscheidenden Moment. 

Was im Alltag wirklich funktioniert 

Wer Learning on Demand bewusst angeht, holt deutlich mehr raus. Nicht durch komplizierte Systeme, sondern durch einfache Gewohnheiten. 

  • Die eigenen Quellen kennen und pflegen. Eine kuratierte Sammlung aufbauen: offizielle Dokumentation, zwei oder drei vertrauenswürdige Fachblogs, ein Bookmark-Ordner mit bewährten Referenzen. Keine riesige Linksammlung, sondern eine Handvoll Quellen, bei denen man weiß: Hier finde ich eine belastbare Antwort. 
  • Wissen festhalten und teilen. Problem gelöst? Kurz notieren, was das Problem war, was die Ursache und was geholfen hat. Ob internes Wiki, Team-Channel oder fünf Minuten im Weekly. Das Format ist egal. Entscheidend ist, dass Wissen nicht im Kopf einer einzelnen Person bleibt. 
  • Kleine Lerneinheiten bewusst nutzen. Oft reicht ein einzelnes Kapitel, ein gezieltes Video oder ein Abschnitt in der Dokumentation. Zwanzig fokussierte Minuten, die ein konkretes Problem lösen, bringen mehr als ein ganzer Seminartag, aus dem man drei Folien mitnimmt. 
  • Strukturiertes Lernen und On-Demand verbinden. Genau hier setzt das Campus-Modell an: modulare, praxisnahe Lerneinheiten, die sich gezielt in den Arbeitsalltag einfügen lassen. Man steigt im eigenen Tempo direkt in das Thema ein, das gerade relevant ist. So werden spontanes Nachschlagen und strukturiertes Vertiefen zum Zusammenspiel.

Wer nur auf Kurse setzt, lernt zu langsam 

Die IT wartet nicht darauf, dass jemand einen Schulungskatalog durchblättert. Die besten IT-Professionals haben das verstanden. Sie finden die Antwort, wenn sie sie brauchen. 

Das bedeutet nicht, dass strukturierte Weiterbildung überflüssig ist. Wer nur on demand lernt, ohne solide Grundlagen, baut auf Sand. Aber wer nur auf geplante Kurse setzt und dazwischen aufhört zu lernen, verliert den Anschluss. 

Wir lernen am meisten direkt am Rechner, wenn wir unter Druck ein akutes Problem lösen müssen. Dieser Ansatz ist keine Notlösung, sondern eine der stärksten Formen der Weiterbildung. Die einzige Voraussetzung ist ein bewusstes Vorgehen. Das bedeutet konkret: Verlässliche Quellen sammeln, gefundene Lösungen festhalten und das gewonnene Wissen weitergeben. Außerdem müssen wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass echtes Lernen immer mit einem gedruckten Zertifikat enden muss. 


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID 

Lerne im Videokurs, wie du mit Zero-Trust-Prinzipien und Microsoft Entra ID administrative Identitäten wirksam schützt. Anhand praxisnaher Beispiele baust du eine moderne, sichere IT-Infrastruktur auf und behältst Berechtigungen jederzeit im Griff. 


Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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secIT by heise 2026 https://blog.heise-academy.de/secit-by-heise-2026/ Tue, 14 Apr 2026 11:13:48 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9081 Die Frage ist längst nicht mehr, ob man angegriffen wird, sondern wann. Die IT-Security-Kongressmesse secIT in Hannover bot Sicherheitsbeauftragten auch dieses Jahr hilfreiches Fachwissen, wie Sie Angriffe erkennen, verhindern und eindämmen.

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secIT by heise 2026

Treffpunkt der IT-Security-Szene mit Fokus auf aktuelle Bedrohungen und wirksame Abwehr

Von: Klaus Bierschenk 

Vom 17. bis 19. März 2026 wurde Hannover erneut zum Treffpunkt der IT-Sicherheits-Community: Die secIT by heise öffnete bereits zum neunten Mal ihre Tore im Hannover Congress Centrum. Die über 4.400 Teilnehmenden erwarteten 80 Vorträge und 60 Deep-Dive-Sessions, verteilt auf vier Hallen und vier Bühnen – ein dichtes Programm mit klarem Fokus auf aktuelle Bedrohungslagen und konkrete Gegenmaßnahmen. 

Workshops: Von Regulierung bis Betriebssystemhärtung 

Traditionell startete die Veranstaltung mit einem Workshop-Tag. Das Spektrum reichte von regulatorischen Themen wie der Umsetzung der EU-NIS-2-Richtlinie bis hin zum Aufbau eines Information Security Management Systems (ISMS) nach ISO 27001. 

Auch technisch ging es in die Tiefe: So wurde etwa gezeigt, wie sich Windows 11 allein mit Bordmitteln und ohne Dritthersteller-Software absichern lässt – ein praxisnaher Ansatz, der besonders für kleinere IT-Teams interessant ist. 

Auftakt: Cybersicherheit ist heute wichtiger denn je 

Am zweiten Tag eröffnete Johanna Heise, Gesellschafterin der Heise Gruppe und Gründerin von „Women in Tech by heise“, offiziell die Konferenz, und das mit einer klaren Botschaft: Die Frage ist längst nicht mehr, ob Unternehmen angegriffen werden, sondern wann. Rund 60 Prozent der Handwerksbetriebe wurden bereits Opfer von Cyberattacken. Als aktuelles Beispiel verwies sie auf den Angriff auf das Buchungssystem der Deutschen Bahn im Februar 2026, der zu massiven Störungen führte. 

Auch die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens unterstrich die wachsende Bedeutung von Cybersicherheit – insbesondere durch kontinuierliche Schulung und enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und IT-Sicherheitsexperten. 

Polizeiarbeit: International vernetzt gegen Ransomware 

Ein Highlight der Kongressmesse war der Vortrag von Daniel Lorch vom Polizeipräsidium Reutlingen. Am Beispiel der weltweit agierenden Ransomware-Gruppe „Hive“ zeigte er eindrucksvoll, wie effektiv koordinierte Maßnahmen gegen Cyberkriminalität sein können. Im Rahmen der Operation „Dawnbreaker“ gelang es dem internationalen Ermittlerteam unter Beteiligung des FBI, in die Infrastruktur der Täter einzudringen und die Gruppe zu zerschlagen. 

Besonders brisant: Hive machte auch vor Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen nicht Halt. Der entstandene Schaden geht in die Milliarden, bei über 1.500 dokumentierten Straftaten. 

Lorchs Appell an Unternehmen war klar: IT-Dienstleister müssen sich kritischen Sicherheitsfragen stellen. Wer hier keine überzeugenden Antworten liefert, ist ein Risiko. Denn im Ernstfall kann ein Angriff binnen Tagen zur Existenzfrage werden. 

Breite Themen, klare Botschaften 

Im Fokus der Vorträge stand die Frage, wie sich Cyberangriffe erkennen, verhindern und eindämmen lassen. Wie Unternehmen ihre Systeme sauber und sicher verwalten, um Risiken zu minimieren, war Thema meines eigenen Vortrags mit dem Titel „Digitaler Frühjahrsputz in Entra ID – Aufräumen für mehr Sicherheit“. Unbenutzte Konten und veraltete Richtlinien im Entra Tenant stellen eine erhebliche Gefahr dar. Der Abbau solcher Altlasten lässt sich bestens mit Bordmitteln realisieren – ein wichtiger Hinweis für Organisationen ohne großes Security-Budget. 

Viele Hersteller, Microsoft vorweg, plädieren für eine passwortlose Authentifizierung. Die Tools sind da, die Hardware etwa in Form von Smartphones auch, aber in der Realität sind Passwörter in Unternehmen nach wie vor der Standard. Der Vortrag „Passwörter im Fadenkreuz – Wie Angreifer vorgehen und wie KI das Spiel verändert“ zeigte, wie moderne Passwortattacken ablaufen und zeitgemäßer Schutz dagegen aussehen muss. Maßnahmen wie Passwortmanager und Multi-Faktor-Authentifizierung sind dabei einfache, aber effektive Gegenmittel.  

Hacking zum Mitmachen: Angriffsszenarien live erlebt 

Für besonders viel Andrang sorgte der interaktive Vortrag von Lisa Lobmeyer und Linus Neumann. In einem Rollenspiel simulierten sie eine Cyberattacke. Dabei schlüpfte das Publikum in die Rolle der Angegriffenen und durfte per Votum entscheiden, wie im Krisenfall verfahren werden soll. 

Deutlich wurde dabei, wie Angriffe typischerweise ablaufen. Es beginnt mit der Infiltrierung. Die Angreifer setzen sich fest, spähen die Landschaft nach Gelegenheiten aus, implementieren Hintertüren und beschaffen sich Privilegien. Diese Vorbereitungen können Wochen dauern und bleiben oft unbemerkt. 

Ein zentrales Learning: Vorsorge ist alles. Sicherheitsmaßnahmen müssen in „Friedenszeiten“ etabliert werden, um für den Notfall gerüstet zu sein und schnell handeln zu können. 

Tritt ein Sicherheitsvorfall ein, ist es entscheidend, zu wissen, wo die kritischsten Daten des Unternehmens liegen. Letzten Endes sind sie alle relevant, doch die aktuellen Daten haben den höchsten Geschäftswert. 

Ebenso wichtig ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren, um unter Zeitdruck die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Daher empfahlen Lisa Lobmeyer und Linus Neumann, die Verhandlungen von externen, emotional unbeteiligten Personen führen zu lassen, die den notwendigen Abstand zu den Assets haben. 

Fazit 

Die secIT 2026 bot erneut einen gelungenen Mix aus strategischem Überblick, technischer Tiefe und direktem Austausch. Für Security-Verantwortliche, Admins und Entscheider gleichermaßen lieferte die Veranstaltung wertvolle Impulse. 

Eine zentrale Erkenntnis zog sich durch alle Beiträge: Angriffe sind Alltag, Vorsorge ist unerlässlich. Wer seine Systeme kennt, aufräumt und grundlegende Sicherheitsmaßnahmen umsetzt, reduziert Risiken deutlich – und genau hier setzt der Wissensgewinn durch Formate wie die secIT an.


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung.

Portrait Klaus Bierschenk

Über den Autor: Klaus Bierschenk

Klaus Bierschenk ist seit über 20 Jahren in der IT-Branche tätig und bringt umfassende Erfahrung aus internationalen Identity- und Security-Projekten mit. Als Technologieberater bei CGI Deutschland liegt sein Schwerpunkt auf hybriden IT-Infrastrukturen. Seine Begeisterung für Cloud- und Microsoft-Technologien ist ungebrochen. Er unterstützt IT-Betreiber bei Herausforderungen rund um Active Directory und Microsoft Entra ID.


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IT-Sicherheit im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/it-sicherheit-im-unternehmen/ Thu, 12 Mar 2026 08:20:27 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9056 IT-Sicherheit betrifft alle Mitarbeitenden: Erfahre, wie Unternehmen Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung etablieren, Risiken minimieren und Vertrauen stärken.

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IT-Sicherheit im Unternehmen

Warum IT-Sicherheit alle Mitarbeitenden betrifft

Von: Carla Maria Hoppe

IT-Sicherheit wird häufig allein der IT-Abteilung zugeschrieben. Firewalls, Endpoint-Schutz und Monitoring – das alles ist technisch gut gelöst. Doch moderne Cyberangriffe zeigen, dass die größte Schwachstelle nicht im Serverraum, sondern direkt an den Arbeitsplätzen der Mitarbeitenden sitzt. IT-Sicherheit kann kein isoliertes IT-Thema sein, sondern muss eine unternehmensweite Verantwortung werden. Nur eine Sicherheitsstrategie, die Technik, Prozesse und Mitarbeitende gleichermaßen berücksichtigt, kann nachhaltig wirken.  

Cybercrime 2024: Eine alarmierende Lage 

Laut dem SoSafe Cybercrime Report verursachte Cybercrime 2024 in Deutschland Schäden in Höhe von 178,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Weltweit wurden im selben Jahr 13,4 Milliarden kompromittierte Accounts registriert (GData). Besonders kritisch ist die Zeitspanne, bis ein Angriff erkannt wird: Im Durchschnitt vergehen 293 Tage, bis Phishing-Angriffe identifiziert und eingedämmt werden. Hinzu kommt, dass fast 34 % der Mitarbeitenden deutscher Unternehmen ihre IT-Sicherheitskompetenz als gering oder sehr gering einschätzen. 

Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und unterstreichen die Notwendigkeit, IT-Sicherheit nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch und kulturell zu verankern. Die Kernaufgabe: Awareness schaffen und Cybersecurity als Verantwortung jedes Einzelnen im Unternehmen etablieren. 

IT-Security versus Cybersecurity: Eine wichtige Unterscheidung 

IT-Security und Cybersecurity werden oft synonym verwendet, doch es gibt einen wichtigen Unterschied. Während IT-Security den Schutz der gesamten IT-Infrastruktur eines Unternehmens abdeckt – also Server, Netzwerke, Endgeräte und Daten – fokussiert Cybersecurity vor allem auf die Abwehr von netzwerk- und internetbasierten Angriffen. In der Praxis überschneiden sich beide Bereiche stark, und viele Unternehmen haben IT-Security- und Cybersecurity-Teams eng verzahnt oder in einer gemeinsamen Abteilung. Sie arbeiten mit ähnlichen Technologien, unterscheiden sich jedoch in der Perspektive: Die IT-Security kümmert sich um den sicheren Betrieb der Infrastruktur, Cybersecurity um die Abwehr komplexer und gezielter Angriffe. 

Für die IT-Leitung bedeutet das, über die Technik hinaus zu denken. Es reicht nicht, dass Firewalls, Monitoring-Systeme oder Anti-Malware-Lösungen reibungslos funktionieren. Ebenso wichtig ist es, die organisatorischen Prozesse klar zu definieren und die Mitarbeitenden ausreichend zu sensibilisieren, damit sie potenzielle Angriffe frühzeitig erkennen und angemessen reagieren können. 

Die täglichen Herausforderungen für die IT 

Auch wenn die IT in den meisten Unternehmen technisch gut ausgestattet ist, stößt die IT-Leitung täglich auf Probleme, die sich nicht allein mit Technologie lösen lassen. Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Tools sind zwar entscheidend, doch die größte Schwachstelle liegt oft beim Menschen. Viele Mitarbeitende betrachten IT-Sicherheit weiterhin als Aufgabe der IT-Abteilung und fühlen sich selbst nicht verantwortlich. Das führt dazu, dass Phishing-Mails übersehen, Passwörter mehrfach verwendet oder Warnungen ignoriert werden. 

Ein weiteres Risiko stellt Social Engineering dar. Angreifer nutzen psychologische Mechanismen wie Zeitdruck, Autorität oder Hilfsbereitschaft, um Informationen zu erhalten oder Aktionen auszulösen. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Technologien werden diese Angriffe zunehmend professioneller: Phishing-Mails erscheinen individueller, Deepfake-Stimmen imitieren Führungskräfte, und automatisierte Angriffsszenarien steigern Geschwindigkeit und Präzision. 

Die zentrale Herausforderung für die IT-Leitung besteht daher darin, eine Sicherheitskultur zu etablieren, die alle Mitarbeitenden erreicht und Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung vermittelt. 

Wo die größten Gefahren im Unternehmen lauern 

Die Erfahrung zeigt, dass Cyberrisiken oft an den Stellen entstehen, an denen sie am wenigsten erwartet werden. Dazu gehören Phishing-E-Mails mit manipulierten Links oder Anhängen, Ransomware, die Unternehmensdaten verschlüsselt, sowie schwache oder mehrfach genutzte Passwörter. Fehlende Multi-Faktor-Authentifizierung, Social-Engineering-Angriffe über Telefon oder Business-Netzwerke und die unsichere Nutzung öffentlicher WLANs verstärken die Gefährdung zusätzlich. 

Ein besonders kritischer Punkt ist die Meldung von Vorfällen. Viele Mitarbeitende zögern, Sicherheitsvorfälle zu melden, aus Angst vor Fehlern oder Konsequenzen. Wenn Angriffe erst spät erkannt werden, steigt der Schaden oft exponentiell. Deshalb ist es entscheidend, dass jede Person im Unternehmen genau weiß, wie sie sich im Ernstfall verhalten soll. 

Notfallplanung: Klarheit schaffen 

Ein Notfallplan ist nur wirksam, wenn er gelebt wird. Er muss sicherstellen, dass jede Mitarbeitende weiß, an wen sie sich bei einem Verdachtsfall wenden kann, welche Schritte zu unternehmen sind und welche Handlungen vermieden werden müssen. Regelmäßige Schulungen, simulierte Angriffe und praxisnahe Übungen helfen, dass die Sicherheitsvorgaben nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern im Arbeitsalltag verankert sind. So wird aus einer theoretischen Maßnahme ein funktionierendes Sicherheitsnetz, das das gesamte Unternehmen schützt. 

Sechs Maßnahmen für mehr Cybersecurity Awareness 

  • Praxisnahe Awareness-Trainings: Kurze, verständliche Trainings helfen Mitarbeitenden, reale Angriffszenarien zu erkennen. Anstatt abstrakter Technikvorträge werden konkrete Beispiele gezeigt. 
  • Simulierte Phishing-Tests: Mitarbeitende erhalten gefälschte Phishing-Mails, lernen ihre eigenen Schwachstellen kennen und erfahren, wie sie angemessen reagieren. Solche Simulationen erhöhen das Bewusstsein und schaffen Sicherheit im Umgang mit verdächtigen Nachrichten. 
  • Einfache Sicherheitsregeln: Klare, praktikable Regeln sind entscheidend für den Erfolg jeder Sicherheitsstrategie. Dazu zählen der konsequente Einsatz von Passwortmanagern, Multi-Faktor-Authentifizierung und das sofortige Melden verdächtiger E-Mails. 
  • Führungskräfte als Vorbilder: Cybersecurity funktioniert nur, wenn sie ernst genommen wird – besonders von den Führungskräften. Wer selbst die Regeln befolgt, motiviert das gesamte Team, aufmerksam zu bleiben. 
  • Positive Sicherheitskultur: Eine offene Fehlerkultur ist entscheidend. Sicherheitsvorfälle oder Verdachtsmomente sollten gemeldet und nicht vertuscht werden. So können Probleme frühzeitig erkannt und präventive Maßnahmen eingeleitet werden. 
  • Technik und Kultur kombinieren: Technische Maßnahmen wie Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Lösungen sind unverzichtbar, reichen aber alleine nicht aus. Erst in Kombination mit sensibilisierten Mitarbeitenden und klaren Prozessen entsteht ein wirksamer Schutz. 

Fazit: Cybersecurity ist gemeinsame Verantwortung 

Letztlich zeigt sich: Cybersecurity fängt bei jedem Mitarbeitenden an und hört nicht bei der Technik auf. Unternehmen, die dies verinnerlichen und konsequent umsetzen, verringern das Risiko von Angriffen deutlich und stärken gleichzeitig das Vertrauen sowie die Widerstandskraft ihres Teams. 


Vorschaubild auf die academy Pass Website

Für alle, die IT(-Security) lieben

Know-how auf höchstem Niveau

Unsere Mission? Deine IT(-Security)-Kompetenzen auf das nächste Level zu heben – für Teams und Einzelpersonen. Investiere in deine und eure kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung und sichere den langfristigen Erfolg eures Unternehmens.

Über die Autorin: Carla Maria Hoppe

Lebenslanges Lernen, Prozessoptimierung und Transformation begleiten Carla seit Beginn ihrer Arbeit. Ihre in der Zusammenarbeit mit IT- und Ingenieur-Teams gesammelte Erfahrung nutzt die Marketing-Verantwortliche in unserem Blog, um das Thema IT-Weiterbildung näher zu beleuchten.


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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung https://blog.heise-academy.de/so-wird-deine-fabric-datenplattform-zur-festung/ Thu, 05 Mar 2026 08:00:00 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9026 Mit Security by Design sorgst du für eine Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist.

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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung

Security by Design

Von: Emil Vinčazović

Microsoft Fabric hat sich schnell als die zentrale SaaS-Plattform für Daten und Analytics etabliert. Die Verlockung ist groß: Alle Daten an einem Ort, einheitliche Tools und eine nahtlose Benutzererfahrung für alle, vom Data Engineer bis zum Business-Anwender. Doch gerade diese Zentralisierung und die damit verbundene Ansammlung geschäftskritischer Daten machen Fabric zu einem extrem schützenswerten Gut. Ein unzureichend gesichertes Fabric-System ist wie ein offener Tresorraum im digitalen Herzen deines Unternehmens. Es reicht hier bei Weitem nicht, Sicherheit als Checkliste zu betrachten, die man zwischendurch mal abarbeitet. Du musst Sicherheit von Grund auf in deine Architektur integrieren. Dieses Prinzip nennt sich Security by Design. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Fabric im Zusammenspiel mit Microsoft Entra ID, Azure Key Vault und Microsoft Defender for Cloud zu einer wahren Festung ausbaust, die den höchsten Ansprüchen an Authentifizierung, Verschlüsselung und Compliance genügt, ohne dabei den Spaß an der Entwicklung zu nehmen.

Das Fundament: Identität und Zugriff mit Microsoft Entra ID

Jede ernsthafte Sicherheitsstrategie beginnt mit der fundamentalen Frage: „Wer darf was?“ In der Microsoft-Cloud ist der Schlüssel zu dieser Frage immer Microsoft Entra ID (früher Azure Active Directory). Entra ID ist nicht nur ein Anmeldedienst, sondern das zentrale Fundament deiner gesamten Fabric-Sicherheitsarchitektur.

Authentifizierung: Wer bist du und wie beweist du es?

Die Anmeldung an Fabric erfolgt ausschließlich über Entra ID. Das bedeutet, du kannst und solltest alle modernen und robusten Authentifizierungsmethoden nutzen, die Entra ID bietet. Die wichtigste Maßnahme ist die Aktivierung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Dies ist keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit für jeden Benutzer, der auf Fabric zugreift. Ein gestohlenes Passwort allein darf niemals ausreichen, um Zugriff auf deine sensibelsten Daten zu erhalten. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, könntest du Conditional Access Policies in Entra ID konfigurieren. Damit kannst du den Zugriff kontextabhängig steuern. Definiere zum Beispiel, dass ein Zugriff auf Fabric nur von bekannten Unternehmensnetzwerken oder von als konform markierten Geräten (via Intune) ohne erneute MFA-Abfrage erlaubt ist. Greift ein Benutzer jedoch von einem unbekannten Standort oder einem privaten Gerät zu, wird eine MFA-Abfrage zwingend erforderlich. Nutze hierfür am besten die Microsoft Authenticator App mit passwortlosem Login oder noch sicherere FIDO2-Sicherheitsschlüssel.

Autorisierung: Was genau darfst du tun?

Nach der erfolgreichen Authentifizierung stellt sich die Frage der Autorisierung. Hier glänzt Fabric mit einem granularen Rollen-basierten Zugriffskontrollmodell (RBAC), das tief in Entra ID verankert ist. Anstatt einzelne Benutzer direkt zu berechtigen, was schnell unübersichtlich wird, solltest du immer mit Entra ID-Sicherheitsgruppen arbeiten. Erstelle logische Gruppen wie „Fabric-Admins“, „Finance-Datenanalysten“ oder „Marketing-Berichtsleser“. Weise diesen Gruppen dann die entsprechenden Rollen innerhalb der Fabric-Workspaces zu. Kurz zu den Rollen: Die Rolle des Admins hat die volle Kontrolle, während ein Member Inhalte veröffentlichen und teilen kann. Ein Contributor kann Inhalte erstellen und bearbeiten, aber keine Apps veröffentlichen. Die Viewer-Rolle hat reinen Lesezugriff auf Berichte. Dieser Ansatz vereinfacht die Verwaltung enorm. Wenn ein Mitarbeiter das Team wechselt, entfernst du ihn einfach aus der alten Gruppe und fügst ihn zur neuen hinzu – seine Berechtigungen in Fabric werden automatisch und konsistent angepasst.

Für den programmatischen Zugriff auf die Daten selbst, insbesondere im Lakehouse oder Warehouse, solltest du niemals auf unsichere Service-Konten mit statischen Passwörtern oder Secrets zurückgreifen. Verwende stattdessen Service Principals oder, noch besser, Managed Identities. Wenn eine Azure Function oder eine Web-App auf Daten in Fabric zugreifen muss, gib ihr eine eigene, in Entra ID verwaltete Identität. Diese Identität kann dann gezielt berechtigt werden, ohne dass du dich um die Speicherung und Rotation von Anmeldeinformationen kümmern musst. Ein praktisches Feature im Zusammenspiel zwischen Azure und Fabric.

Der Tresor: Datenverschlüsselung mit Azure Key Vault

Daten in Fabric sind standardmäßig sowohl bei der Übertragung (in transit) via TLS 1.2+ als auch im Ruhezustand (at rest) mit von Microsoft verwalteten Schlüsseln verschlüsselt. Für die meisten Anwendungsfälle bietet dies bereits ein hohes Schutzniveau. In stark regulierten Branchen wie dem Finanz- oder Gesundheitswesen oder bei besonders hohen internen Sicherheitsanforderungen möchtest du die Kontrolle über die Verschlüsselungsschlüssel jedoch selbst behalten. Dieses Konzept nennt sich Bring Your Own Key (BYOK).

Hier kommt der Azure Key Vault ins Spiel. Der Key Vault ist ein gehärteter, cloudbasierter Dienst zur sicheren Speicherung und Verwaltung von kryptografischen Schlüsseln, Geheimnissen und Zertifikaten. Für maximale Sicherheit werden die Schlüssel in FIPS 140-2 validierten Hardware-Sicherheitsmodulen (HSMs) gespeichert. Du kannst Fabric anweisen, nicht die von Microsoft verwalteten Schlüssel, sondern einen Schlüssel aus deinem eigenen Key Vault für die Verschlüsselung der ruhenden Daten im OneLake zu verwenden.

Der Prozess hierfür ist ein klar definierter Ablauf. Zuerst erstellst du einen Azure Key Vault und einen RSA-Schlüssel darin. Anschließend erteilst du dem Fabric-Dienst, der durch einen eigenen Service Principal repräsentiert wird, die Berechtigung, diesen Schlüssel zu verwenden. Hierfür sind speziell die Operationen getwrapKey und unwrapKey notwendig. Schließlich aktivierst du in den Fabric-Admin-Einstellungen die BYOK-Funktion und verweist auf den spezifischen Schlüssel in deinem Key Vault. Von nun an werden alle Daten in deinem Mandanten mit deinem Schlüssel verschlüsselt. Der große Vorteil ist die volle Kontrolle. Du kannst den Schlüssel nach deinen eigenen Richtlinien rotieren oder im Notfall den Zugriff darauf widerrufen, was die Daten für den Fabric-Dienst augenblicklich unlesbar macht. Dies gibt dir ein Höchstmaß an Souveränität und ist oft eine Kernanforderung von Compliance-Prüfern. Hier sollte natürlich beachtet werden: Wer hat Zugriff auf den Key Vault? Alle Personen mit den nötigen Berechtigungen könnten natürlich die Fabric-Daten durch das Löschen des Keys unlesbar machen.

Der Wächter: Überwachung und Compliance mit Defender for Cloud

Eine sichere Konfiguration aufzusetzen ist gut, aber du musst auch sicherstellen, dass sie sicher bleibt und du auf Bedrohungen und Abweichungen schnell reagieren kannst. Hier schlägt die Stunde von Microsoft Defender for Cloud*. Defender for Cloud bietet eine umfassende Cloud Security Posture Management-Lösung (CSPM), die deine gesamte Azure-Umgebung, einschließlich deiner Fabric-Instanz, kontinuierlich überwacht. Er prüft deine Konfigurationen gegen bewährte Sicherheits-Benchmarks und wichtige Compliance-Standards wie ISO 27001, PCI-DSS oder HIPAA.

Die Integration ist tiefgreifend und kontextbezogen. Defender for Cloud kann zum Beispiel erkennen, ob MFA für Benutzer mit Admin-Rechten in Fabric-Workspaces durchgängig aktiviert ist. Er kann auch verdächtige Aktivitäten identifizieren, wie den massenhaften Export von Daten durch einen einzelnen Benutzer oder Anmeldeversuche von geografisch untypischen Standorten. Ebenso werden Netzwerksicherheitseinstellungen, wie die Beschränkung des öffentlichen Zugriffs auf das Lakehouse, permanent auf korrekte Konfiguration überprüft. Wenn der Defender eine Abweichung oder eine potenzielle Bedrohung feststellt, löst er eine detaillierte Warnung aus. Diese Warnungen sind angereichert mit Kontextinformationen und konkreten Handlungsempfehlungen. Du siehst nicht nur, was das Problem ist, sondern auch, wie du es beheben kannst. In Kombination mit einem SIEM-System wie Microsoft Sentinel kannst du auf diese Warnungen sogar automatisierte Reaktionen, sogenannte SOAR-Playbooks, auslösen, um Bedrohungen in Echtzeit einzudämmen, etwa durch das Sperren eines kompromittierten Benutzerkontos.

Ein unschlagbares Trio

Microsoft Fabric allein ist bereits eine mächtige Plattform. Seine wahre Stärke im Bereich der Enterprise-Sicherheit entfaltet Fabric aber erst im intelligenten Zusammenspiel mit den spezialisierten Diensten der Microsoft Security-Plattform. Die drei Säulen dieser Architektur sind klar definiert. Microsoft Entra ID bildet das Fundament für eine sichere Identität und einen granularen, rollenbasierten Zugriff nach dem Least-Privilege-Prinzip. Der Azure Key Vault gibt dir die ultimative Kontrolle und Souveränität über die Verschlüsselung deiner sensibelsten Daten im Ruhezustand. Schließlich agiert Microsoft Defender for Cloud als wachsamer Beobachter, der deine Sicherheits- und Compliance-Haltung kontinuierlich überwacht und dich proaktiv auf Risiken hinweist.

Indem du diese drei Dienste von Anfang an in deine Fabric-Architektur integrierst, verfolgst du einen echten „Security by Design“-Ansatz. Du schaffst eine robuste, mehrschichtige Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch den zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist. Dies ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der Sicherheit zu einem integralen Bestandteil des gesamten Datenlebenszyklus macht.

Quellen


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID.

Der Kurs vermittelt die Bedeutung der Zero-Trust-Strategie für den Schutz moderner IT-Infrastruktur und wie diese mit den Tools von Microsoft Entra ID implementiert wird. IT-Experte Klaus Bierschenk zeigt in seinem Videokurs alle Inhalte Schritt für Schritt und anhand praxisnaher Beispielszenarien. Der Kurs lädt zum direkten Mitmachen ein und das erworbene Wissen lässt sich in Quizfragen überprüfen.


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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IT-Weiterbildung

Bleibe nicht stehen – in der IT-Welt verändert sich alles rasant. In dieser Kategorie findest du Impulse, Strategien und konkrete Tipps rund um Weiterbildung und Qualifizierung im IT-Bereich. Ob neue Technologien, Projektrollen oder Kompetenzaufbau im Team: Hier geht es darum, wie du und dein Team fit bleiben, weiter lernen und echte Fortschritte machen.

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]]> Zukunft entsteht nicht von selbst  https://blog.heise-academy.de/zukunft-entsteht-nicht-von-selbst/ Fri, 10 Jul 2026 07:16:43 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9512 Weiterbildung wird oft als Kostenfaktor gesehen, dabei ist sie ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Erfahre, warum gezielte Kompetenzentwicklung Unternehmen produktiver, attraktiver und resilienter macht.

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Zukunft entsteht nicht von selbst  

Wie Unternehmen mit gezielter Kompetenzentwicklung produktiver, attraktiver und resilienter werden 

Von: Arne Schmidt

Viele Unternehmen konzentrieren sich im Arbeitsalltag darauf, akute Engpässe zu lösen: Offene Stellen müssen schnell besetzt, laufende Projekte abgesichert werden. Dabei bleibt oft wenig Raum für die Frage, welche Kompetenzen in Zukunft wirklich entscheidend sein werden. Dies kann sich als problematisch erweisen, denn die Arbeitswelt verändert sich mit hoher Geschwindigkeit. Neue Geschäftsmodelle, veränderte Kundenerwartungen und ein zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck sorgen dafür, dass Qualifikationsanforderungen sich in immer kürzeren Zyklen verschieben. 

Unternehmen, die nicht rechtzeitig in den systematischen Aufbau von Fähigkeiten investieren, laufen Gefahr, mittelfristig den Anschluss zu verlieren. Weiterbildung ist deshalb keine Reaktion auf den Wandel, sondern eine Voraussetzung, um ihn aktiv gestalten zu können.1 

Entwicklung als entscheidender Attraktivitätsfaktor  

Für viele Unternehmen ist es schwierig, passende Fachkräfte zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Neueinstellungen scheitern häufig früh, weil Erwartungen nicht zusammenpassen oder Entwicklungsperspektiven fehlen. Genau hier entfaltet Weiterbildung ihre doppelte Wirkung. 

Unternehmen, die glaubwürdig in die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden investieren, wirken nach außen attraktiver und können zugleich interne Potenziale besser nutzen. Weiterbildung wird damit zu einem strategischen Instrument, das sowohl das Recruiting unterstützt als auch die Abhängigkeit von externen Einstellungen reduziert.1  

Ohne Verbindung bleibt Lernen wirkungslos 

In vielen Organisationen existieren Weiterbildung, Feedback, Leistungsbeurteilung und Karriereplanung nebeneinander, ohne sinnvoll verzahnt zu sein. Für Mitarbeitende entsteht dadurch oft ein Gefühl der Orientierungslosigkeit: Es fehlt an regelmäßigem Feedback, an Zeit zum Lernen und an klaren Entwicklungspfaden. Weiterbildung wird dann als zusätzliche Belastung wahrgenommen und nicht als Chance. 

Ihr volles Potenzial entfaltet sie jedoch erst, wenn sie Teil eines konsistenten Gesamtkonzepts ist. Werden Lernangebote sichtbar mit Zielen, Leistung und Zukunftsaussichten verknüpft, entsteht Klarheit. Mitarbeitende verstehen, warum sie lernen, wofür sie sich entwickeln und welche Rolle Weiterbildung für ihre eigene Zukunft im Unternehmen spielt. 1 

Investieren statt reagieren: Der messbare Nutzen von Qualifizierung 

Eine wachsende Herausforderung für Unternehmen ist, dass sich Mitarbeitende innerlich vom Arbeitgeber distanzieren. Viele Beschäftigte sind nicht offen unzufrieden, haben innerlich aber bereits Abstand zur Arbeit genommen. Ursachen sind häufig fehlende Wertschätzung, mangelnde Sicherheit und fehlende Entwicklungsmöglichkeiten. 

Gezielte Weiterbildung kann hier ein starkes Signal setzen. Sie zeigt, dass Mitarbeitende nicht nur für ihre aktuelle Funktion gesehen werden, sondern als Menschen mit Potenzial. Dieses Signal wirkt motivierend, stärkt die emotionale Bindung und bildet die Grundlage für langfristige Zusammenarbeit.1 

Empirische Studien zeigen deutlich, dass Weiterbildung für Unternehmen einen messbaren wirtschaftlichen Nutzen hat. Bereits eine moderate Steigerung der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen führt zu einer spürbaren Zunahme der Leistungsfähigkeit. Weiterbildung ist damit keine freiwillige Zusatzleistung, sondern eine Investition mit klarem Return. 

Entscheidend ist jedoch die Qualität der Maßnahmen. Besonders wirksam sind strukturierte Formate wie interne oder externe Kurse und Seminare. Sie haben einen nachweisbaren Einfluss auf die Produktivität. Informelles Lernen im Arbeitsalltag allein reicht dagegen nicht aus, um vergleichbare Effekte zu erzielen. Weiterbildung wirkt nur dann, wenn sie gezielt geplant und professionell umgesetzt wird. 2 

Mythos: Qualifizierung führt zur Abwanderung 

Eine häufige Sorge von Unternehmen ist, dass Weiterbildung Mitarbeitende erst recht zum Wechsel motiviert, insbesondere wenn erworbene Qualifikationen auch extern gut verwertbar sind. Die Forschung zeigt jedoch ein anderes Bild. Studien belegen, dass weitergebildete Beschäftigte ihrem Arbeitgeber häufiger treu bleiben als vergleichbare Kolleginnen und Kollegen ohne Weiterbildung, selbst dann, wenn persönliche Faktoren wie Motivation berücksichtigt werden. 

Bemerkenswert ist, dass dieser Effekt auch bei zertifizierten und externen Weiterbildungen bestehen bleibt. Obwohl solche Qualifikationen den individuellen Marktwert erhöhen und für andere Arbeitgeber sichtbar machen, führen sie nicht zu einer erhöhten Abwanderung. Im Gegenteil: Weiterbildung stärkt offenbar das Vertrauen und die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Unternehmen.3 

Was du jetzt konkret tun kannst 

Drei Hebel, die in der Praxis funktionieren: 

  1. Lernzeit verbindlich einplanen. Nicht „nebenbei“, sondern als Bestandteil der Arbeitszeit. Sonst gewinnt immer das Tagesgeschäft. 
  1. Lerninhalte an konkrete Vorhaben koppeln. Wer eine neue Technologie lernt, sollte sie innerhalb von 90 Tagen anwenden dürfen. Sonst verfällt das Wissen. 
  1. Qualität vor Volumen. Einige Stunden mit echten Experten bringen mehr als hunderte unstrukturierter Videos.  

Fazit: Kompetenzen entwickeln heißt Zukunft sichern

Weiterbildung wirkt auf mehreren Ebenen zugleich. Sie steigert die Produktivität, stärkt die Mitarbeiterbindung und erhöht die Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber. Entscheidend ist dabei nicht die bloße Existenz von Lernangeboten, sondern ihre strategische Einbettung in Führung, Feedback und Karriereentwicklung. 

Unternehmen, die Weiterbildung als integralen Bestandteil ihrer Kultur verstehen, investieren nicht nur in Wissen, sondern auch in Motivation, Vertrauen und Zukunftsfähigkeit. In einer Arbeitswelt, die sich ständig verändert, ist genau das der entscheidende Wettbewerbsvorteil. 

Quellen

[1] Julian Kirchherr, Vincent Bérubé, Charlotte Seiler, Kira Rupietta, Marlene Senst, Kristina Störk, Simon Gallot Lavallée (2025). HR Monitor 2025. https://www.mckinsey.com/capabilities/people-and-organizational-performance/our-insights/hr-monitor-2025   

 [2] ZEW. Weiterbildung in Unternehmen zahlt sich aushttps://www.zew.de/das-zew/aktuelles/weiterbildung-in-unternehmen-zahlt-sich-aus  

[3] Dietz, D., & Zwick, T. (2021). The retention effect of training: Portability, visibility, and credibility. The International Journal of Human Resource Management, 33(4), 710–741. 

IT-Weiterbildung, die mit dir Schritt hält

Praxisnah, aktuell und flexibel – von IT-Professionals, für IT-Professionals. 

Der heise academy Campus bringt deine IT-Kompetenzen auf das nächste Level: Egal, ob du dich individuell weiterentwickeln oder dein Team gezielt stärken willst. Mit dem academy Pass bekommst du Zugang zur gesamten Lernbibliothek und kannst direkt loslegen. 


Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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]]> Digitale Souveränität https://blog.heise-academy.de/digitale-souveraenitaet/ Thu, 11 Jun 2026 15:36:02 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9484 Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

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Digitale Souveränität

Unabhängiger von einzelnen Anbietenden werden und die eigene Resilienz gezielt stärken.

Von: Manuel Atug

Ob Behörde, Krankenhaus oder mittelständisches Unternehmen: Viele Organisationen merken erst dann, wie abhängig sie von einzelnen Softwareanbietenden geworden sind, wenn beispielsweise aufgrund teurer und alternativloser Abo-Modelle Preise massiv steigen, der IT-Support ausläuft oder ein lang genutzter Dienst abgekündigt oder eingestellt wird. Digitale Souveränität ist die Antwort auf genau diese Probleme. Sie beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

Wettbewerb statt Monopol: Alternativen schaffen und nutzen

Wenn ein oder sehr wenige Anbietende einen Teil des Marktes dominieren, fehlt der Druck zur Innovation und den Nutzenden eine echte Auswahl. Wer aus Bequemlichkeit oder mangels Alternativen alles auf eine Karte setzt, zahlt am Ende deutlich höhere Preise und akzeptiert schlechtere Konditionen. Das ist kein Naturgesetz, sondern eine Folge passiver Beschaffungsentscheidungen.

Die Lösung liegt darin, sich dem bewusst zu werden und aktiv Alternativen aufzubauen. Wer diese nutzt, stärkt damit den erforderlichen und dadurch funktionierenden Wettbewerb. Ausschreibungen sollten daher so gestaltet werden, dass auch kleinere oder europäische Anbietende eine reale Chance haben. Langfristige Vollversorgungsverträge mit einem großen Konzern hingegen zementieren Abhängigkeiten, die sich später nur schwer auflösen lassen.

Freie und offene Standards: Das Fundament technologischer Unabhängigkeit

Proprietäre Datenformate, Verarbeitungslogiken in Geschäftsprozessen und Schnittstellen sind eine häufig unterschätzte Form der technischen Abhängigkeit, die in der mittelbaren Auswirkung zu hohen Kosten führt. Wer Daten nur in einem herstellerspezifischen Format speichert oder verarbeitet, ist gefangen und vollständig abhängig. Der Wechsel zu einem anderen System ist dadurch künstlich erschwert oder schlicht unmöglich, da die Umstellung sehr teuer wäre. Technologische Abhängigkeit entsteht dabei über lange Zeiträume oft still und leise, ohne dass jemand eine bewusste Entscheidung dafür trifft. Sie schleicht sich ein und war rückblickend dann „schon immer da“.

Freie und offene Standards – etwa OpenDocument, PDF/A oder offene API-Standards – stellen sicher, dass Daten und Prozesse für die Verarbeitung nicht an einen einzigen Anbietenden gebunden bleiben. Öffentliche Institutionen sollten offene Standards nicht nur bevorzugen, sondern in ihren Beschaffungsrichtlinien verbindlich verankern. Wer diesen Schritt versäumt, schafft Abhängigkeiten, die Jahre später sehr teuer werden können.

Interoperabilität: Systeme, die miteinander sprechen

Viele Softwareprodukte sind absichtlich so gebaut, dass sie schlecht oder kaum mit Konkurrenzprodukten zusammenarbeiten. Sie bieten zwar oftmals umfassende Importmöglichkeit an, aber kaum vollständige Exportoptionen. Dieses Prinzip wird auch als Lock-in-by-Design bezeichnet: Der Wechsel kostet so viel Aufwand, dass er praktisch nie stattfindet, selbst wenn andere Anbietende besser und günstiger wären. Die Nutzung wird dadurch dann gerne als „alternativlos“ bezeichnet und hingenommen.

Interoperabilität, also die Fähigkeit verschiedener Systeme, nahtlos zusammenzuarbeiten und Austauschfähig zu sein, muss daher als zentrale Anforderung in Beschaffungsentscheidungen einfließen. Diese sollte die Geschäftsleitung und Unternehmensführung als strategisches Ziel vorgeben und dem Einkauf als Aufgabenstellung mitgeben.

Offene APIs, dokumentierte Schnittstellen und standardisierte Datenformate sind die technische Grundlage dafür. In der Praxis lässt sich Interoperabilität am zuverlässigsten durch Open-Source-Software sicherstellen, weil deren Code offen einsehbar, anpassbar und flexibler betreibbar ist.

Open Source: Transparenz und Unabhängigkeit durch offenen Code

Bei proprietärer Software weiß man schlicht nicht, was im Inneren passiert: Welche Daten werden gesammelt? Welche Sicherheitslücken existieren? Wie funktioniert die Verarbeitungslogik genau? Wer den Quellcode nicht einsehen kann, muss blind vertrauen und ist somit abhängig. In sicherheitskritischen Bereichen ist das keine tragfähige Basis.

Open-Source-Software macht den Code öffentlich prüfbar und weiterbetreibbar. Das schafft Transparenz und ermöglicht das schnelle Auffinden sowie Schließen von Sicherheitslücken. Darüber hinaus ermöglicht es Organisationen, Software selbst weiterzuentwickeln oder anpassen zu lassen. Sie können diese sogar selbst betreiben oder von unterschiedlichen Dienstleistern betreiben lassen. Gleichzeitig ist Open Source oft der direkteste Weg, offene Standards in der Praxis umzusetzen: Wer den Code besitzt, ist nicht auf den Goodwill – bzw. die AGBs und das Geschäftsinteresse – eines Konzerns angewiesen. Für viele Organisationen ist Open Source damit kein ideologisches Statement, sondern eine pragmatische Entscheidung für mehr Kontrolle und Kostensouveränität.

Exit-Strategie: Den Ausstieg von Anfang an mitdenken

Die meisten IT-Verträge regeln sehr genau, wie man hineinkommt, aber kaum, wie man wieder herauskommt. Wenn ein Vertrag endet, sind Daten oft in proprietären Formaten gespeichert, Prozesse und Verarbeitungslogiken zu tief in ein System eingebaut und der Wechsel kostet schlicht mehr als der zukünftig teurer werdende Verbleib. So entsteht eine Abhängigkeit, die im initialen Vertrag zunächst unsichtbar war.

Bereits beim Vertragsabschluss sollten deshalb Exit-Klauseln bedacht und verhandelt werden: Verarbeitungslogik- und Datenportabilität in offenen Formaten, klare Übergangsfristen und definierte Leistungen für eine souveräne Migration gehören zum Standard guter IT-Verträge. Nur wer den Ausstieg von Anfang an plant, behält die echte Freiheit, auch tatsächlich wechseln zu können und damit einer potenziellen Kostenfalle durch den Lock-In Effekt zu entgehen.

Modularität: Austauschbarkeit als Designprinzip

Monolithische Systeme und Bundles – also Softwarelösungen, die alles in einem Paket oder Abo abdecken – sind bequem, aber auch gefährlich. Wer eine Komplettlösung einkauft oder mietet, hat kaum Spielraum, einzelne Teile zu ersetzen. Wächst die Abhängigkeit, schrumpft der Spielraum.

Modulare Architekturen setzen dagegen auf klar abgegrenzte Komponenten mit definierten Schnittstellen und Prozessabschnitten. Einzelne Module lassen sich so unabhängig voneinander ersetzen, aktualisieren oder durch bessere Lösungen austauschen; ganz ohne das Gesamtsystem zu gefährden. Das erhöht die Resilienz erheblich: Fällt eine Komponente aus, werden Anbietende unzuverlässig, wird der Preis massiv erhöht, bleibt der Rest stabil und bezahlbar. Modularität ist damit nicht nur eine technische Tugend, sondern eine strategische Notwendigkeit.

Kostensouveränität: Die Budgethoheit behalten

Cloud-Dienste und (Abo-)Lizenzmodelle werden häufig mit attraktiven Einstiegspreisen oder Bundles angeboten. Ist die Migration erfolgreich abgeschlossen und die Abhängigkeit aufgebaut, steigen die Preise kontinuierlich und Alternativen sind durch den Lock-In Effekt teuer oder technisch kaum realisierbar. Dieses Phänomen wird auch als Preiserhöhungsfalle bezeichnet und betrifft Organisationen jeder Größe.

Kostensouveränität bedeutet, die vollständige Kontrolle über die eigenen IT-Ausgaben zu behalten. Das gelingt durch transparente (Abo-)Lizenzmodelle, den Einsatz von freien und offenen Standards – idealerweise durch den Einsatz von Open-Source-Lösungen – ohne laufende Lizenzgebühren und durch regelmäßige Marktvergleiche. Wer mehrere Anbietende parallel nutzt oder zumindest als realistisch einsetzbare Option bereithält, behält die Verhandlungsmacht und damit auch die Budgethoheit. Kostensouveränität bildet somit die finanzielle Seite digitaler Souveränität.

Fazit

Digitale Souveränität ist kein Selbstzweck, sondern eine strategische Voraussetzung für Handlungsfähigkeit. Offene Standards, Interoperabilität, Open Source, modulare Architekturen, vertragliche Exit-Optionen, Wettbewerb und Kostenkontrolle: keiner dieser Hebel wirkt allein. Erst ihr Zusammenspiel schafft die Grundlage für echte Unabhängigkeit.

Die zentrale Erkenntnis ist simpel: Abhängigkeit entsteht nicht durch einen einzelnen großen Fehler, sondern durch viele kleine Entscheidungen über Jahre, die in die falsche Richtung weisen. Wer digitale Souveränität ernst nimmt, baut sie deshalb systematisch und schrittweise auf und gewinnt damit genau das, was in einer digitalisierten Welt entscheidend ist: die Freiheit, selbst zu entscheiden und die Kosten zu kontrollieren.

Quellen und Verweise

BSI – C3A: Souveränitätskriterien für Cloud-Dienste (April 2026): https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Presse/Pressemitteilungen/Presse2026/260427_C3A.html
Linux Magazin – BSI legt Kriterien für digitale Souveränität bei Cloud-Diensten vor: https://www.linux-magazin.de/news/bsi-legt-kriterien-fuer-digitale-souveraenitaet-bei-cloud-diensten-vor/
EU-Kommission – Open-Source-Strategie 2020–2023 (Originaldokument, PDF): https://commission.europa.eu/document/download/97e59978-42c0-4b4a-9406-8f1a86837530_de?filename=de_ec_open_source_strategy_2020-2023_0.pdf
Bitkom – Kompass IT-Standards & Interoperabilität: https://www.bitkom.org/Kompass-IT-Standards
OSBA – Positionspapier & Publikationen zur digitalen Souveränität: https://osb-alliance.de/news/publikationen
OSBA – 38 Maßnahmen für Open-Source-getriebene Digitalisierung (PDF): https://osb-alliance.de/wp-content/uploads/2024/06/2024-09-27_Forderungen_Bundestagswahl2025_LR.pdf
Bitkom – Leitfaden Cloud-Souveränität praktisch umsetzen (2026, enthält Exit-Szenarien, offene Standards, Modularität): https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Cloud-Souveraenitaet-praktisch-umsetzen
Datensicherheit.de – Bitkom & BMDS: einheitliche Standards für Open-Source-Beschaffung (EVB-IT, März 2026): https://www.datensicherheit.de/open-source-software-vereinbarung-bmds-bitkom-einheitlich-standards-beschaffung
Schweizer Bundesrat – Leitlinien für digitale Souveränität in der Bundesverwaltung (Dezember 2025): https://www.news.admin.ch/de/newnsb/JxuzVHViGShum_f1h_WDu


Digitale Souveränität in der Praxis

Cloud, KI und Security krisensicher gestalten

Lerne, wie du Abhängigkeiten systematisch identifizierst, Risiken bewertest und mit konkreten Strategien deine digitale Souveränität zurückgewinnst. Die Aufzeichnung des Classrooms steht dir im Professional Pass neben vielen weiteren zur Verfügung.

Portraitbild Manuel Honkhase Atug

Über den Autor: Manuel „HonkHase“ Atug

Manuel „HonkHase“ Atug befasst sich beruflich und privat seit weit über 23 Jahren mit Themen, wie Digitale Souveränität, Kritische Infrastrukturen, Cyberresilienz, defensive Cybersicherheitsstrategien, digitaler Katastrophenschutz und vielem mehr. Im Netz ist er als @HonkHase aktiv. Er ist Experte der European Research Executive Agency (EU REA) und wird regelmäßig für die Bundesregierung und die Bundesländer als Sachverständiger in Fragen der Cybersicherheit und dem Katastrophenschutz berufen.


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]]> Schluss mit den Silos https://blog.heise-academy.de/schluss-mit-den-silos/ Thu, 21 May 2026 15:10:37 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9203 In modernen Cloud-Umgebungen hilft das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud dabei, Sicherheits-, Compliance- und Governance-Anforderungen zentral und ohne isolierte Silos umzusetzen.

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Schluss mit den Silos

Schaffe eine einheitliche Governance mit Purview, Azure Policy und Defender for Cloud

Von: Emil Vinčazović

In der modernen Cloud-Welt jonglierst du täglich mit einer Vielzahl von Herausforderungen. Auf der einen Seite willst du Entwicklern die Freiheit und Agilität geben, schnell neue Dienste bereitzustellen. Auf der anderen Seite musst du sicherstellen, dass die IT-Landschaft sicher ist, Compliance-Vorgaben erfüllt sind und die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Oft führt das zu einem Silo-Denken: Datensicherheit wird in Microsoft Purview gemanagt, die Infrastruktur-Compliance mit Azure Policy und die Security-Härtung mit Microsoft Defender for Cloud. Jeder Bereich hat seine eigenen Regeln und Zuständigkeiten. Doch was wäre, wenn du diese Silos aufbrechen und eine wirklich einheitliche, richtliniengesteuerte Governance etablieren könntest? In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das Zusammenspiel dieser drei mächtigen Werkzeuge funktioniert und wie du damit eine Brücke zwischen Daten, Infrastruktur und Security baust.

Das Problem: Governance in getrennten Welten

Stell dir vor, dein Unternehmen beschließt, dass alle Datenbanken, die personenbezogene Daten enthalten, verschlüsselt sein müssen. Ein typischer Fall für eine Governance-Richtlinie. Doch wo setzt du diese Regel um? Auf der Datenebene mit Purview könntest du eine Richtlinie erstellen, die alle SQL-Datenbanken mit der Klassifizierung „Personenbezogene Daten“ identifiziert. Purview allein kann die Verschlüsselung jedoch nicht erzwingen. Auf der Infrastrukturebene mit Azure Policy könntest du eine Richtlinie erstellen, die prüft, ob Transparent Data Encryption (TDE) für alle SQL-Server aktiviert ist. Diese Richtlinie weiß aber nicht, welche dieser Datenbanken tatsächlich sensible Daten enthalten. Wendest du sie auf alles an, erzeugst du unnötigen Overhead. Dies führt zu Performance-Schwund und überhöhten Kosten. Wendest du sie zu selektiv an, verpasst du vielleicht eine kritische Datenbank. Auf der Security-Ebene mit Defender for Cloud wird dieser dich darauf hinweisen, dass einige Datenbanken nicht verschlüsselt sind, und dies als Sicherheitsrisiko einstufen. Er gibt dir eine Empfehlung, aber die proaktive, unternehmensweite Durchsetzung ist nicht seine primäre Aufgabe. Er gilt also eher als warnendes Glied im Unternehmen.

Du siehst das Problem. Jedes Werkzeug hat eine andere Sicht auf die Welt und spricht eine andere Sprache. Die Folge sind manuelle Abstimmungsprozesse, potenzielle Regelungslücken und eine reaktive statt proaktive Governance. Das kann sich jedoch ändern.

Die Lösung: Eine Brücke zwischen den Welten bauen

Die wahre Stärke entfaltet sich, wenn du diese drei Dienste miteinander verbindest. Das Ziel ist eine Policy-driven Governance, bei der eine zentrale Absicht (z.B. „Schütze sensible Daten“) automatisch in konkrete, technische Kontrollen auf allen Ebenen übersetzt wird.

Schritt 1: Die Daten verstehen mit Microsoft Purview

Alles beginnt mit den Daten. Purview ist deine zentrale Wahrheit für die Datenklassifizierung. Wie in vorherigen Beiträgen von mir besprochen, nutzt du Purview, um deine gesamte Datenlandschaft zu scannen und sensible Informationen mithilfe von Sensitive Information Types, Trainable Classifiers oder Exact Data Match zu identifizieren. Das Ergebnis ist ein umfassender Datenkatalog, der jede Ressource mit Metadaten anreichert. Eine Azure SQL-Datenbank ist dann nicht mehr nur eine Datenbank, sondern eine „Datenbank, die EU-Bürgerdaten enthält“ (Klassifizierung: „DSGVO – Personenbezogene Daten“). Diese Klassifizierung ist der entscheidende Auslöser für alles Weitere.

Schritt 2: Infrastruktur härten mit Azure Policy

Jetzt kommt Azure Policy ins Spiel. Azure Policy ist das Regelwerk für deine gesamte Azure-Infrastruktur. Du kannst damit Richtlinien definieren, die zum Beispiel vorschreiben, dass virtuelle Maschinen nur aus bestimmten Images erstellt werden dürfen, dass keine öffentlichen IP-Adressen an bestimmte Subnetze angehängt werden oder eben, dass die Verschlüsselung für Speicherkonten aktiviert sein muss.

Der Clou ist die Integration mit Purview. Anstatt eine breite, unspezifische Richtlinie zu erstellen, kannst du Azure Policy anweisen, auf die Klassifizierungen von Purview zu reagieren. Eine Richtlinie könnte lauten: „Wenn eine Azure SQL-Datenbank in Purview als ‚Streng Vertraulich‘ klassifiziert ist, prüfe, ob Transparent Data Encryption (TDE) aktiviert ist. Wenn nicht, melde einen Compliance-Verstoß.“ Du kannst sogar noch einen Schritt weiter gehen und Deny- oder DeployIfNotExists-Effekte nutzen, um unsichere Konfigurationen von vornherein zu blockieren oder automatisch zu korrigieren. Dies könnte allerdings zu Frustration bei Entwicklern führen und sollte bedacht werden.

Schritt 3: Security Posture überwachen mit Defender for Cloud

Microsoft Defender for Cloud agiert als dein zentrales Dashboard für die Sicherheitslage. Er sammelt Signale von allen deinen Ressourcen und bewertet sie anhand von etablierten Sicherheits-Frameworks wie dem CIS Benchmark oder NIST. Die Integration mit Azure Policy ist hier nahtlos, denn die meisten Sicherheitsempfehlungen im Defender for Cloud sind im Kern Azure Policy-Definitionen.

Wenn deine Azure Policy, die auf einer Purview-Klassifizierung basiert, einen Verstoß feststellt (z.B. eine unverschlüsselte Datenbank mit sensiblen Daten), wird dieser Verstoß automatisch im Defender for Cloud als Sicherheitsempfehlung mit hoher Priorität angezeigt. Dein Security-Team muss also nicht mehr manuell die Datenklassifizierung prüfen. Sie sehen sofort, dass hier ein echtes Risiko vorliegt, weil nicht irgendeine Test-Datenbank, sondern eine produktive Datenbank mit Kundendaten betroffen ist. Dies ermöglicht eine risikobasierte Priorisierung der anstehenden Aufgaben.

Das Zusammenspiel im Praxisbeispiel

Lass uns das an einem Beispiel durchspielen: Du möchtest sicherstellen, dass alle Azure Storage Accounts, die als „Projektintern“ klassifizierte Dokumente enthalten, keinen öffentlichen Zugriff erlauben. Zuerst konfigurierst du Purview so, dass es deine Storage Accounts scannt und Dokumente, die interne Projektnamen oder -nummern enthalten, als „Projektintern“ klassifiziert. Dies ist der Purview-Scan. Weitere Infos dazu findest du in anderen Purview-Beiträgen von mir.

Anschließend erstellst du eine benutzerdefinierte Azure Policy. Die Logik der Richtlinie lautet: „Für jeden Storage Account, der von Purview die Klassifizierung ‚Projektintern‘ erhalten hat, prüfe die Eigenschaft allowBlobPublicAccess. Wenn diese true ist, löse einen Audit-Event aus.“ Dies ist die Azure Policy Erstellung. Der Defender for Cloud nimmt diese Azure Policy als Teil seiner Sicherheitsbewertung auf. Sobald ein Entwickler versehentlich den öffentlichen Zugriff auf einen dieser Storage Accounts aktiviert, erscheint im Defender eine kritische Warnung. Dies ist die Überwachung im Defender. Optional könntest du die Azure Policy sogar so konfigurieren, dass sie den Effekt Deny hat. In diesem Fall würde der Versuch, den öffentlichen Zugriff zu aktivieren, von vornherein blockiert werden, mit einer klaren Fehlermeldung, die auf die Unternehmensrichtlinie verweist. Dies ist die Automatisierte Reaktion.

Fazit: Von reaktiver Kontrolle zu proaktiver Governance

Das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud ermöglicht einen Paradigmenwechsel. Du bewegst dich weg von einer fragmentierten, reaktiven Kontrolle in Silos hin zu einer integrierten, proaktiven und richtliniengesteuerten Governance. Indem du die Datenklassifizierung als zentrale Wahrheit etablierst, kannst du intelligente und kontextbezogene Regeln für deine Infrastruktur und Sicherheit definieren. Das Ergebnis ist eine robustere Sicherheitslage, eine vereinfachte Compliance und die Gewissheit, dass deine Governance-Richtlinien nicht nur auf dem Papier existieren, sondern in deiner gesamten Cloud-Umgebung aktiv durchgesetzt werden.

Quellen


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung. Dieser Kurs bietet einen praxisnahen Einstieg in die IT-Sicherheit mit Kali Linux, der führenden Plattform für Penetrationstests und Ethical Hacking. 


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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Tradition trifft KI https://blog.heise-academy.de/tradition-trifft-ki/ Fri, 08 May 2026 09:51:03 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9188 Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

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Tradition trifft KI

Lernen bleibt Chefsache – und wird zum Wachstumstreiber

Von: Johanna Heise

Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

Die Nachfolge in einem Familienunternehmen zu gestalten, ist immer eine besondere Herausforderung. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge ist es aber noch viel mehr: Es ist eine Einladung, die Balance aus Tradition, Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung immer wieder neu auszuloten. In den vergangenen Jahren habe ich hautnah erlebt, wie sich die Anforderungen an Unternehmen und an Führungskräfte wandeln – und wie sehr Weiterbildung zur Überlebensfrage geworden ist. Gerade die aktuellen Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz sind ein Brennglas für diese Veränderungen. 

Wenn ich auf unseren Weg bei heise blicke, dann ist klar: Kontinuierliches Lernen hat uns zur Anpassung befähigt – und wird auch künftig darüber entscheiden, ob wir als Unternehmen wachsen und echten Mehrwert für unsere Community schaffen können. Die Geschwindigkeit, mit der sich Technologien und Märkte verändern, macht deutlich: Weiterbildung ist heute keine Option mehr, sondern ein Muss. Und zwar nicht als Pflichtübung, sondern als Haltung. 

KI als Wachstumsmotor – warum Weiterbildung jetzt entscheidend ist 

Von der Prozessoptimierung zum Wachstumstreiber 

Künstliche Intelligenz wird in vielen Unternehmen immer noch als reines Effizienz-Tool gesehen. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Die zentrale Botschaft, die ich aus der aktuellen Diskussion – und nicht zuletzt aus einer inspirierenden Keynote im Rahmen der Hannover Messe – mitnehme: Das eigentliche Potenzial von KI liegt darin, Unternehmen neue Wachstumschancen zu eröffnen. Das ist ein Perspektivwechsel im Vergleich zu früheren Technologiewellen wie Cloud oder IoT. Während damals oft Skepsis und Zurückhaltung dominierten, herrscht heute ein Konsens: Ohne KI wird keine Branche mehr auskommen. 

Das hat weitreichende Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft. Unternehmen, die jetzt zögern, laufen Gefahr, schnell abgehängt zu werden. Es reicht nicht mehr, KI als Automatisierungs-Tool einzusetzen – es geht darum, mit KI neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, innovative Wertschöpfung zu ermöglichen und neue Märkte zu erschließen. Wachstum entsteht dort, wo Menschen bereit sind, sich auf Neues einzulassen und mutig voranzugehen. 

Tradition trifft Innovation: Die Rolle der Unternehmensnachfolge 

Mitten in der Nachfolge eines Familienunternehmens stehe ich für die Verbindung von Tradition und Zukunft. Bei heise haben wir über Jahrzehnte hinweg Werte wie Unabhängigkeit, Qualität und Verantwortung gepflegt. Diese Prinzipien tragen uns – gerade jetzt, wo sich die Spielregeln für Medien, IT und Weiterbildung rasant verschieben. 

Unsere Transformation vom klassischen Telefonbuchverlag hin zum digitalen Medienhaus ist ein Prozess, in dem Lernen und Weiterentwicklung immer strategischer werden. Projekte müssen schneller umgesetzt werden. MVPs – also minimal funktionsfähige Produkte – müssen zügig auf den Markt. Nur wer sich flexibel anpasst und Innovationen vorantreibt, sichert die eigene Marktposition langfristig. Gezielte Weiterbildung ist dabei der Schlüssel: Nur Teams, die moderne Technologien und Methoden – wie Agentic Coding oder KI-gestützte Recherche – beherrschen, können sich im Wettbewerb durchsetzen. 

Lernen als Haltung – nicht als Pflicht 

Was ich in der Praxis immer wieder beobachte: Es reicht nicht, einfach weiterzumachen wie bisher. Moderne Märkte fordern uns heraus, Unsicherheit auszuhalten, Fragen zu stellen und Räume für Experimente zu schaffen. Für Unternehmen bedeutet das: Lernbereitschaft und Offenheit müssen zur Kernkompetenz werden. Wer heute in die Entwicklung der Mitarbeitenden investiert, verschafft sich nicht nur einen Innovationsvorsprung, sondern bindet auch Talente, die gezielt nach Entwicklungsmöglichkeiten suchen. 

Bei der heise academy setzen wir gezielt auf Formate, die Austausch, Peer-Learning und unmittelbaren Praxistransfer ermöglichen. KI-Schulungen sind mehr als technische Updates – sie laden dazu ein, die eigene Rolle im Wandel kritisch zu reflektieren und Verantwortung zu übernehmen. Weiterbildung ist kein Selbstzweck, sondern ein zentraler Hebel, um Wandel aktiv zu gestalten. 

Praxis bei heise: Wie wir KI und Lernkultur integrieren 

KI-Integration mit heise I/O und deep content 

Ein konkretes Beispiel aus unserem Alltag ist die Einführung von heise I/O von deep content. Das Tool hat uns geholfen, KI nicht nur als technische Neuerung, sondern als integralen Bestandteil unserer Arbeitsprozesse zu etablieren. Mit heise I/O können wir Wissen gezielt vernetzen, im Team weiterentwickeln und direkt im Arbeitsalltag einsetzen. Die Plattform verbindet redaktionelle Tiefe mit modernen, KI-gestützten Recherche- und Lernmethoden – und schafft so einen echten Mehrwert. 

Automatisierung spielt dabei eine wichtige Rolle: Ob bei der Erstellung von Pressemitteilungen, Webseiten für heise regioconcept oder Advertorials – KI unterstützt uns dabei, Prozesse effizienter und innovativer zu gestalten. Gleichzeitig bleibt der Mensch im Mittelpunkt: Es geht immer darum, Technologie verantwortungsvoll, kreativ und zum Wohle aller einzusetzen. 

Weiterbildung als strategische Aufgabe und Einladung 

Wir sehen Weiterbildung als strategische Aufgabe – und als Einladung an alle, mitzumachen. Die besten Impulse entstehen, wenn Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam Neues wagen. In der IT – und darüber hinaus – veraltet Wissen heute schneller denn je. Wer hier nicht kontinuierlich investiert, riskiert Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. 

Deshalb ist die Förderung einer aktiven Lernkultur für uns Chefsache. Wir schaffen Räume, in denen Teams Neues ausprobieren können. Wir fördern kritisches Denken, den Austausch in der Community und die Bereitschaft, eigene Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt brauchen wir Führungskräfte, die mutig vorangehen, sich an klaren Werten orientieren und auch unbequeme Entscheidungen treffen. 

Komplexität meistern – Reflexion als Führungsaufgabe 

Die aktuellen Herausforderungen fordern uns auch auf persönlicher Ebene heraus: Entscheidungen werden komplexer und müssen immer häufiger unter Unsicherheit getroffen werden. Es reicht nicht mehr, einmal eingeführte Prozesse einfach fortzuschreiben. Vielmehr ist Selbstreflexion gefragt: Was habe ich als Führungskraft im letzten Jahr gelernt? Wie offen bin ich für Veränderung? Wie kann ich Vorbild sein und mein Team für den Wandel begeistern? 

Diese Haltung ist zentral, um als Unternehmen handlungsfähig zu bleiben – und als Führungskraft glaubwürdig zu sein. Gerade jetzt kommt es darauf an, Räume zu schaffen, in denen Lernen, Experimentieren und auch Scheitern möglich sind. Nur so können wir die Potenziale von KI und anderen Technologien wirklich ausschöpfen und Verantwortung für den gesellschaftlichen Wandel übernehmen. 

Weiterbildung als gesellschaftliche Verantwortung 

Lernen, teilen, gemeinsam wachsen 

Weiterbildung ist heute mehr als eine individuelle Entwicklungschance. Sie ist ein Versprechen an die nächste Generation und ein zentrales Element für die Zukunftsfähigkeit jedes Unternehmens. Die Transformation von heise zeigt: Wer bereit ist, die eigene Lernkultur immer wieder zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, bleibt relevant – als Unternehmen und als Gesellschaft. 

Technologische Innovation und kontinuierliche Weiterbildung gehören untrennbar zusammen. KI ist dabei nicht einfach nur das Thema der Stunde, sondern ein Katalysator für einen offenen, dialogorientierten Umgang mit Veränderung. Die besten Innovationen entstehen dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam wachsen. 

Einladung zum Handeln: Jetzt Verantwortung übernehmen 

Der technologische Wandel ist nicht aufzuhalten – aber wir können ihn gestalten. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge und Nachfolgerin im Familienunternehmen ist klar: Lernen bleibt Chefsache, gerade in Zeiten von KI und rasantem Wandel. 

Nutze die vielfältigen Möglichkeiten der IT-Weiterbildung – ob über die heise academy, heise I/O oder im direkten Austausch mit unserer Community. Hinterfrage deine Lernhaltung, entwickle deine Kompetenzen weiter, bringe dich ein. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für Innovation, Wachstum und gesellschaftlichen Fortschritt. 

Lass uns die Herausforderungen annehmen und die Chancen gestalten – mit Offenheit, Mut und einer echten Lernkultur. Denn gerade jetzt entscheidet sich, welche Unternehmen und welche Menschen den Wandel nicht nur mitlaufen, sondern aktiv vorantreiben.

Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

KI-Reifecheck in 5 Minuten

Wie fit ist euer Unternehmen in Sachen KI? Mit unserem KI-Check-Selbsttest erkennst du Potenziale für ein eigenes GPT und siehst, wo ihr nachsteuern solltet. Schnell, praxisnah und direkt umsetzbar.

Profilbild Johanna Heise, junge Frau mit langen dunklen Haaren in blauem Blazer

Über die Autorin: Johanna Heise

Johanna Heise (Jg. 1999) ist Head of Brand & Culture bei heise und CEO bei heise ventures sowie Geschäftsführerin der Heise Knowledge GmbH. Seit Mai 2023 verantwortet sie das Employer‑ und Dachmarken‑Branding bei heise, seit März 2024 die Venture‑Investments. Zuvor beriet sie bei KPMG und Simon‑Kucher. Sie studierte Management an der WHU (B.Sc.) und an der ESCP Business School (M.Sc.) in London, Berlin und Madrid, mit Fokus auf Familienunternehmen, internationales Management sowie Sales & Marketing.


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Einführung generativer KI im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/einfuehrung-generativer-ki-im-unternehmen/ Thu, 30 Apr 2026 16:20:13 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9105 Hohe Erwartungen, ernüchternde Ergebnisse: Viele Unternehmen investieren in generative KI, ohne messbare Effekte zu erzielen. Wir zeigen die typischen Stolperfallen und entscheidenden Erfolgsfaktoren bei der Einführung von KI im Unternehmen auf.

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Einführung generativer KI im Unternehmen

Warum Strategien oft scheitern & was wirklich funktioniert

Von: Alexander Miguel Meyer

KI-Strategien überzeugen häufig auf dem Papier – in der Umsetzung scheitern sie regelmäßig. Zunächst wird Copilot als Lösung in den Raum gestellt, es folgen Präsentationen mit ambitionierten Versprechen, begleitet von internen Kommunikationskampagnen. Wenige Wochen später kehrt Ernüchterung ein. KI soll Prozesse beschleunigen und messbare Ergebnisse liefern, doch die Praxis zeigt deutliche Lücken: Das Marketing erhält über Copilot nur generische Kampagnen-Briefings ohne Markenbezug. Das Controlling lässt Q3-Zahlen per ChatGPT zusammenfassen, doch die Ergebnisse verfehlen die strategisch relevanten Kernaussagen. Im Vorstand entstehen kritische Fragen: „Warum wurden 300.000 Euro investiert, wenn die Tools kaum genutzt werden? Warum empfiehlt unsere KI Kunden, die seit Jahren nicht mehr aktiv sind?“ 

Dieser Verlauf wiederholt sich in vielen Unternehmen: hohe Erwartungen, schneller Launch, Orientierungslosigkeit, Enttäuschung. Hinzu kommen ausbleibende Produktivitätsgewinne, die zuvor in Aussicht gestellt wurden. 

Was läuft da schief? 

  1.  Alle tun so, als wüssten sie Bescheid. In Meetings wird zustimmend genickt, später jedoch heimlich nach Begriffen wie „Prompt“ gegoogelt. Niemand möchte ahnungslos wirken. Nur der Praktikant setzt KI bereits routiniert ein – und macht damit das übrige Team nervös. 
  2. Schulung ohne Praxisbezug. Ein einstündiger Inspirationsvortrag ersetzt keine Anleitung. Es fehlen konkrete Prompts, Workflows und Compliance-konforme Tools. Zurück bleibt die Frage: Wie und wo anfangen? 
  3. Zwischen Angst und Hype. Manche befürchten, dass KI sie ersetzen wird. Andere glauben, es ist nur ein Hype – wie Google+ oder NFTs. Das Ergebnis: Die wenigsten nehmen sich bewusst Zeit, um zu experimentieren. 
  4. Der ROI fehlt – und jeder merkt es. Lizenzen werden gekauft, aber keine Nutzungsgewohnheiten etabliert. Dashboards weisen geringe Aktivität aus – und die KI-Verantwortlichen geraten unter Rechtfertigungsdruck. 
  5. Veraltete Governance. Das Legal-Team fordert Klarheit. Compliance benötigt eindeutige Regeln, die jedoch fehlen. Mitarbeitende handeln in einem regulatorischen Vakuum und wissen nicht, was erlaubt ist. 

Wie KI-Einführung wirklich funktioniert 

Entscheidend ist die richtige Mischung aus Top-Down- und Bottom-Up-Maßnahmen. Die folgenden sechs Ansätze haben sich bewährt. 

Mit KI-Champions starten 

Identifiziere die fünf bis zehn Prozent der Belegschaft, die experimentierfreudig sind – die natürlichen Early Adopters. Statte sie mit Tools, Systemzugängen und expliziter Testerlaubnis aus und stelle konkrete Aufgaben: Lässt sich das Reporting beschleunigen? Können Angebote automatisiert auf Kunden-Pain-Points zugeschnitten werden? Dokumentiere kleine Erfolge – etwa 20 Minuten Zeitersparnis in der Sales-Nachbereitung oder automatisierte Excel-Prozesse – und mache sie in All-Hands-Meetings sichtbar. Exklusive Programme wie „KI-Explorer“ erzeugen zusätzlich Nachfrage in anderen Teams. 

Mit echten Anwendungsfällen lernen 

Generische Future-of-Work-Sessions bringen wenig. Wirksamer sind kurze, rollenbasierte Trainings von 20 bis 30 Minuten mit einfachen Beispielen wie „Formuliere diesen LinkedIn-Post um“ oder „Fasse diesen Excel-Report zusammen“. Praxisnutzen schafft Vertrauen und Neugier. 

Zur Identifikation konkreter Use Cases eignet sich eine einfache Tabelle mit fünf Fragen: 

  1. Was ist meine Aufgabe? 
  2. Wie viel Zeit benötige ich dafür? 
  3. Lässt sich die Aufgabe automatisieren? 
  4. Welche Tools kommen dafür infrage? 
  5. Lassen sich die Tools sicher einsetzen? 

Aus den Antworten entsteht eine nach Aufwand und Nutzen priorisierte Shortlist. 

Vermittle zudem, wie man KI als Coach nutzt. Der Mehrwert steigt deutlich, wenn KI Rückfragen stellt, statt nur zu antworten. Ein bewährter Zusatz im Prompt: „Bevor du antwortest, stelle mir weitere Fragen, um meine Problemstellung besser zu verstehen.“ Jedes Training sollte mit zwei bis drei Prompts zum Ausprobieren enden. Bringt KI binnen zehn Minuten keinen Nutzen, ist sie für den Anwendungsfall vermutlich ungeeignet. 

Mache KI zur Challenge 

Sichtbarkeit und spielerische Anreize fördern die KI-Nutzung. Teile Erfolge in Teammeetings („Katrin hat mit GPT das Kunden-Review in der Hälfte der Zeit vorbereitet.“) und etabliere Formate wie den „Prompt der Woche“: eine Folie, ein intelligenter Prompt, eine Minute Erklärung über Zeitersparnis oder Ideengenerierung. Feiere Unerwartetes, z. B. den Praktikanten, der das Onboarding-Dokument mit GPT optimiert, oder die Managerin, die Besprechungsnotizen in To-do-Listen umwandelt. 

Job-Sicherheit klar adressieren 

Viele Mitarbeitende haben Sorgen, ohne sie auszusprechen. Kommuniziere proaktiv und wiederholt: KI ersetzt keine Menschen, sondern repetitive Aufgaben. Offene Formate wie 15-Minuten-Q&A-Sessions oder Slack-AMAs helfen, konkrete Fragen im Zusammenhang mit KI zu klären – etwa zur Nutzung von Kundendaten oder zur Optimierung von Reporting-Prozessen. Kommuniziere Erfolgsgeschichten, zeige messbare Verbesserungen und positioniere KI als strategischen Copiloten. Nicht als Bedrohung, sondern als Enabler für Wertschöpfung. Das Ziel: weniger operative Routine, mehr Raum für Leadership, Innovation und echte Problemlösung, während KI die Fließbandarbeit übernimmt. 

KI-Implementierung als strategischer Produktansatz 

Behandle die KI-Einführung wie einen Produkt-Launch, das heißt als kontinuierlichen Transformationsprozess, nicht als Einzelprojekt. Miss reale Nutzung anhand von Prompt-Aktivität, Tool-Adoption und Zeitersparnis. Werden z. B. nur E-Mail-Funktionen genutzt, spezialisierte Tools aber ignoriert, ist eine Strategieanpassung nötig. Ebenfalls gut funktionieren zentrale Anlaufstellen wie ein dediziertes Helpdesk oder Slack-Channel. Power-User und KI-Champions fungieren hier als Multiplikatoren für Best Practices und Problemlösungen. Verbessere das Training datenbasiert und identifiziere dafür wiederkehrende Herausforderungen. Wenn beispielsweise Tonalitätsanpassungen problematisch sind, erstelle kurze, gezielte 3-Minuten-Tutorials.  

KI-Sicherheit und Compliance offen thematisieren 

KI-Sicherheit muss proaktiv adressiert werden, damit Unklarheit Innovation nicht blockiert. Führungskräfte sollten fünf Kernfragen klären können: 

  1. Hosting-Location: Wo ist das Modell gehostet? 
  2. Datenverarbeitung: Wer verarbeitet unsere Daten? 
  3. Datenspeicherung: Werden Daten gespeichert oder geloggt? 
  4. Modell-Training: Wird das Modell mit unseren Daten trainiert? 
  5. Datenkontrolle: Haben wir Kontrolle über Zugriff, Löschung und Aufbewahrung? 

Regel: Kannst du nicht alle fünf Fragen beantworten, sollte kein Einsatz sensibler Daten erfolgen. 

Es empfiehlt sich die Implementierung eines Ampel-Systems für die Tool-Freigabe: 

  • Grün: Tools in sicherer Cloud-Umgebung 
  • Gelb: Vertrauenswürdige Anbieter mit Admin-Kontrollen und Auftragsverarbeitungsvertrag 
  • Rot: Öffentliche Tools mit unklarer Datenpolitik – Nutzungsverbot 

In einer freigegebenen Standard-Toolbox lassen sich alle zugelassenen Anwendungen bündeln. Was genehmigt ist, wird produktiv genutzt. Es ist entscheidend, Unklarheiten auszuräumen, denn sie führen zu Compliance-Risiken oder Innovationsstillstand. Für höchste Sicherheitsanforderungen empfiehlt sich eine eigene GPT-Instanz in der unternehmenseigenen Cloud-Umgebung. 

Fazit: KI rettet dein Unternehmen nicht – deine Mitarbeitenden schon 

Voraussetzung dafür sind die passenden Tools, klare Rahmenbedingungen und der richtige Kontext. Transformation entsteht nicht in Präsentationen, sondern im Arbeitsalltag – etwa, wenn eine HR-Managerin mithilfe von Copilot ihre administrativen Aufgaben halbiert und die gewonnene Zeit in strategisches Team-Coaching investiert. Genau hier liegt der messbare Mehrwert von KI – und er ist realisierbar.  


Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

Eigenes GPT fürs Unternehmen – lohnt sich das?

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Portraitbild von Alexander Miguel Meyer

Über den Autor: Alexander Miguel Meyer

Nach Stationen in der Management- und IT-Beratung gründete AI Strategy Consultant Alexander Miguel Meyer Dualis Studio – eine Beratung, die DAX-Konzerne und Mittelständler in Deutschland und den USA bei der strategischen KI-Adoption begleitet. Als Trainer und Dozent hat er über 3.000 Professionals befähigt, KI wirksam in ihrer Arbeit zu nutzen. Mit seinem Newsletter „AI-Empowered Leaders“ und seinen Beiträgen auf LinkedIn und im Blog erreicht er rund 40.000 Entscheiderinnen und Entscheider.


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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst  https://blog.heise-academy.de/learning-on-demand-wissen-genau-dann-wenn-du-es-brauchst/ Fri, 24 Apr 2026 15:52:40 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9065 Wenn im entscheidenden Moment nichts mehr läuft, hilft kein geplanter Kurs, sondern die richtige Lösung im richtigen Moment. Hier setzt Learning on Demand an. Der Beitrag zeigt Stärken, Grenzen und wie du damit schneller und nachhaltiger lernst.

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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst 

Warum gezieltes Lernen im Moment of Need in der IT unverzichtbar ist und klassische Weiterbildung oft zu kurz greift 

Von: Arne Schmidt

Die Anwendung läuft in der Testumgebung einwandfrei. Dann geht sie live und nichts geht mehr. Das halbe Team ist schon im Wochenende. Was jetzt hilft, ist kein Kurs und kein Seminar, das irgendwann mal auf der Roadmap stand. Was jetzt hilft, ist die richtige Antwort zur richtigen Zeit. 

Genau das ist Learning on Demand. In der IT-Branche ist dieses Vorgehen längst gängige Praxis, da der Arbeitsalltag es schlichtweg erfordert. Trotzdem behandeln viele Unternehmen Weiterbildung noch so, als ließe sich Wissen auf Vorrat anlegen: Seminarkatalog durchblättern, Termin buchen, zwei Tage raus aus dem Projekt und dann ist drei Wochen später die Hälfte vergessen. 

Dieser Artikel ist für alle, die das kennen. Und für alle, die gezieltes Lernen im Moment of Need bewusst nutzen wollen, statt es dem Zufall zu überlassen. 

Was Learning on Demand wirklich bedeutet 

Statt ein Thema von Grund auf durchzuarbeiten, startet man mit einer konkreten Frage. Man sucht sich gezielt die Antwort in der Dokumentation, in einem Forenthread oder in einem kurzen Video und wendet sie sofort an. Problem erkannt, Wissen geholt, Lösung umgesetzt. 

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Weiterbildung: Der Auslöser ist eine reale Situation, kein Schulungskatalog. Wissen, das sofort angewendet wird, bleibt hängen, weil es direkt mit einer konkreten Erfahrung verknüpft ist. 

Zwei typische Situationen aus dem IT-Alltag zeigen, wie das aussieht: 

Man vor Computer versucht ein IT-Problem zu lösen.

Ein Engineer soll eine bestehende Infrastruktur auf eine neue Plattform migrieren. Die grundsätzlichen Konzepte beherrscht er, aber die konkrete Umsetzung in der neuen Umgebung ist Neuland. Er fängt nicht bei null an, sondern nimmt sein bestehendes Wissen als Gerüst und arbeitet sich gezielt in die plattformspezifischen Unterschiede mit Hilfe von Videokursen ein. Stück für Stück, immer entlang der konkreten Aufgabe. Nach einer Woche läuft das System, und er hat die neue Plattform dort verstanden, wo es zählt. 

Manchmal taucht das Problem aber ungeplant auf. Kurz vor einem Release können sich mehrere Teammitglieder plötzlich nicht mehr bei Cloud-Diensten anmelden, aber lokal funktioniert alles. Der Admin grenzt die Ursache schnell ein: Eine kürzliche Änderung an der Benutzerverwaltung wurde nicht sauber mit dem Cloud-Verzeichnis synchronisiert. Die Details der Synchronisation sind nicht sein tägliches Brot. Also recherchiert er gezielt: offizielle Dokumentation, ein passender Blogbeitrag, die Logs im Admin-Portal. Nach anderthalb Stunden ist das Problem behoben und er weiß jetzt genau, worauf er bei solchen Änderungen künftig achten muss. 

Mann verzweifelt vor einen Computer.

Was beide Situationen gemeinsam haben: Es gab ein konkretes Problem, eine Deadline und Druck. Und genau das war der beste Lernauslöser. 

Wo der Ansatz an seine Grenzen stößt 

So effektiv Learning on Demand im Alltag ist, es funktioniert nicht immer. 

Gezieltes Lernen im Moment of Need setzt ein Fundament voraus. Wer die Grundlagen eines Themas nicht versteht, kann weder die richtige Frage stellen noch die Antwort bewerten. Komplexe, zusammenhängende Themen lassen sich nicht in zwanzig Minuten aus einem Blogbeitrag erschließen. Sie brauchen Struktur, Zeit und oft jemanden, der Inhalte einordnet. 

Viele sehen Learning on Demand fälschlicherweise als kompletten Ersatz für Schulungen an. Doch wer glaubt, man könne sich einfach alles „ergoogeln”, stößt schnell an Grenzen. Fehlen die Grundlagen, mutiert die Lösungsfindung zu einem ziellosen Ausprobieren. Ein solches Vorgehen verschlingt am Ende weit mehr Zeit, als ein ordentlicher Kurs je gekostet hätte. 

Learning on Demand ergänzt fundierte Weiterbildung. Das eine liefert das Fundament, das andere die Antwort im entscheidenden Moment. 

Was im Alltag wirklich funktioniert 

Wer Learning on Demand bewusst angeht, holt deutlich mehr raus. Nicht durch komplizierte Systeme, sondern durch einfache Gewohnheiten. 

  • Die eigenen Quellen kennen und pflegen. Eine kuratierte Sammlung aufbauen: offizielle Dokumentation, zwei oder drei vertrauenswürdige Fachblogs, ein Bookmark-Ordner mit bewährten Referenzen. Keine riesige Linksammlung, sondern eine Handvoll Quellen, bei denen man weiß: Hier finde ich eine belastbare Antwort. 
  • Wissen festhalten und teilen. Problem gelöst? Kurz notieren, was das Problem war, was die Ursache und was geholfen hat. Ob internes Wiki, Team-Channel oder fünf Minuten im Weekly. Das Format ist egal. Entscheidend ist, dass Wissen nicht im Kopf einer einzelnen Person bleibt. 
  • Kleine Lerneinheiten bewusst nutzen. Oft reicht ein einzelnes Kapitel, ein gezieltes Video oder ein Abschnitt in der Dokumentation. Zwanzig fokussierte Minuten, die ein konkretes Problem lösen, bringen mehr als ein ganzer Seminartag, aus dem man drei Folien mitnimmt. 
  • Strukturiertes Lernen und On-Demand verbinden. Genau hier setzt das Campus-Modell an: modulare, praxisnahe Lerneinheiten, die sich gezielt in den Arbeitsalltag einfügen lassen. Man steigt im eigenen Tempo direkt in das Thema ein, das gerade relevant ist. So werden spontanes Nachschlagen und strukturiertes Vertiefen zum Zusammenspiel.

Wer nur auf Kurse setzt, lernt zu langsam 

Die IT wartet nicht darauf, dass jemand einen Schulungskatalog durchblättert. Die besten IT-Professionals haben das verstanden. Sie finden die Antwort, wenn sie sie brauchen. 

Das bedeutet nicht, dass strukturierte Weiterbildung überflüssig ist. Wer nur on demand lernt, ohne solide Grundlagen, baut auf Sand. Aber wer nur auf geplante Kurse setzt und dazwischen aufhört zu lernen, verliert den Anschluss. 

Wir lernen am meisten direkt am Rechner, wenn wir unter Druck ein akutes Problem lösen müssen. Dieser Ansatz ist keine Notlösung, sondern eine der stärksten Formen der Weiterbildung. Die einzige Voraussetzung ist ein bewusstes Vorgehen. Das bedeutet konkret: Verlässliche Quellen sammeln, gefundene Lösungen festhalten und das gewonnene Wissen weitergeben. Außerdem müssen wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass echtes Lernen immer mit einem gedruckten Zertifikat enden muss. 


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID 

Lerne im Videokurs, wie du mit Zero-Trust-Prinzipien und Microsoft Entra ID administrative Identitäten wirksam schützt. Anhand praxisnaher Beispiele baust du eine moderne, sichere IT-Infrastruktur auf und behältst Berechtigungen jederzeit im Griff. 


Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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secIT by heise 2026 https://blog.heise-academy.de/secit-by-heise-2026/ Tue, 14 Apr 2026 11:13:48 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9081 Die Frage ist längst nicht mehr, ob man angegriffen wird, sondern wann. Die IT-Security-Kongressmesse secIT in Hannover bot Sicherheitsbeauftragten auch dieses Jahr hilfreiches Fachwissen, wie Sie Angriffe erkennen, verhindern und eindämmen.

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secIT by heise 2026

Treffpunkt der IT-Security-Szene mit Fokus auf aktuelle Bedrohungen und wirksame Abwehr

Von: Klaus Bierschenk 

Vom 17. bis 19. März 2026 wurde Hannover erneut zum Treffpunkt der IT-Sicherheits-Community: Die secIT by heise öffnete bereits zum neunten Mal ihre Tore im Hannover Congress Centrum. Die über 4.400 Teilnehmenden erwarteten 80 Vorträge und 60 Deep-Dive-Sessions, verteilt auf vier Hallen und vier Bühnen – ein dichtes Programm mit klarem Fokus auf aktuelle Bedrohungslagen und konkrete Gegenmaßnahmen. 

Workshops: Von Regulierung bis Betriebssystemhärtung 

Traditionell startete die Veranstaltung mit einem Workshop-Tag. Das Spektrum reichte von regulatorischen Themen wie der Umsetzung der EU-NIS-2-Richtlinie bis hin zum Aufbau eines Information Security Management Systems (ISMS) nach ISO 27001. 

Auch technisch ging es in die Tiefe: So wurde etwa gezeigt, wie sich Windows 11 allein mit Bordmitteln und ohne Dritthersteller-Software absichern lässt – ein praxisnaher Ansatz, der besonders für kleinere IT-Teams interessant ist. 

Auftakt: Cybersicherheit ist heute wichtiger denn je 

Am zweiten Tag eröffnete Johanna Heise, Gesellschafterin der Heise Gruppe und Gründerin von „Women in Tech by heise“, offiziell die Konferenz, und das mit einer klaren Botschaft: Die Frage ist längst nicht mehr, ob Unternehmen angegriffen werden, sondern wann. Rund 60 Prozent der Handwerksbetriebe wurden bereits Opfer von Cyberattacken. Als aktuelles Beispiel verwies sie auf den Angriff auf das Buchungssystem der Deutschen Bahn im Februar 2026, der zu massiven Störungen führte. 

Auch die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens unterstrich die wachsende Bedeutung von Cybersicherheit – insbesondere durch kontinuierliche Schulung und enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und IT-Sicherheitsexperten. 

Polizeiarbeit: International vernetzt gegen Ransomware 

Ein Highlight der Kongressmesse war der Vortrag von Daniel Lorch vom Polizeipräsidium Reutlingen. Am Beispiel der weltweit agierenden Ransomware-Gruppe „Hive“ zeigte er eindrucksvoll, wie effektiv koordinierte Maßnahmen gegen Cyberkriminalität sein können. Im Rahmen der Operation „Dawnbreaker“ gelang es dem internationalen Ermittlerteam unter Beteiligung des FBI, in die Infrastruktur der Täter einzudringen und die Gruppe zu zerschlagen. 

Besonders brisant: Hive machte auch vor Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen nicht Halt. Der entstandene Schaden geht in die Milliarden, bei über 1.500 dokumentierten Straftaten. 

Lorchs Appell an Unternehmen war klar: IT-Dienstleister müssen sich kritischen Sicherheitsfragen stellen. Wer hier keine überzeugenden Antworten liefert, ist ein Risiko. Denn im Ernstfall kann ein Angriff binnen Tagen zur Existenzfrage werden. 

Breite Themen, klare Botschaften 

Im Fokus der Vorträge stand die Frage, wie sich Cyberangriffe erkennen, verhindern und eindämmen lassen. Wie Unternehmen ihre Systeme sauber und sicher verwalten, um Risiken zu minimieren, war Thema meines eigenen Vortrags mit dem Titel „Digitaler Frühjahrsputz in Entra ID – Aufräumen für mehr Sicherheit“. Unbenutzte Konten und veraltete Richtlinien im Entra Tenant stellen eine erhebliche Gefahr dar. Der Abbau solcher Altlasten lässt sich bestens mit Bordmitteln realisieren – ein wichtiger Hinweis für Organisationen ohne großes Security-Budget. 

Viele Hersteller, Microsoft vorweg, plädieren für eine passwortlose Authentifizierung. Die Tools sind da, die Hardware etwa in Form von Smartphones auch, aber in der Realität sind Passwörter in Unternehmen nach wie vor der Standard. Der Vortrag „Passwörter im Fadenkreuz – Wie Angreifer vorgehen und wie KI das Spiel verändert“ zeigte, wie moderne Passwortattacken ablaufen und zeitgemäßer Schutz dagegen aussehen muss. Maßnahmen wie Passwortmanager und Multi-Faktor-Authentifizierung sind dabei einfache, aber effektive Gegenmittel.  

Hacking zum Mitmachen: Angriffsszenarien live erlebt 

Für besonders viel Andrang sorgte der interaktive Vortrag von Lisa Lobmeyer und Linus Neumann. In einem Rollenspiel simulierten sie eine Cyberattacke. Dabei schlüpfte das Publikum in die Rolle der Angegriffenen und durfte per Votum entscheiden, wie im Krisenfall verfahren werden soll. 

Deutlich wurde dabei, wie Angriffe typischerweise ablaufen. Es beginnt mit der Infiltrierung. Die Angreifer setzen sich fest, spähen die Landschaft nach Gelegenheiten aus, implementieren Hintertüren und beschaffen sich Privilegien. Diese Vorbereitungen können Wochen dauern und bleiben oft unbemerkt. 

Ein zentrales Learning: Vorsorge ist alles. Sicherheitsmaßnahmen müssen in „Friedenszeiten“ etabliert werden, um für den Notfall gerüstet zu sein und schnell handeln zu können. 

Tritt ein Sicherheitsvorfall ein, ist es entscheidend, zu wissen, wo die kritischsten Daten des Unternehmens liegen. Letzten Endes sind sie alle relevant, doch die aktuellen Daten haben den höchsten Geschäftswert. 

Ebenso wichtig ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren, um unter Zeitdruck die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Daher empfahlen Lisa Lobmeyer und Linus Neumann, die Verhandlungen von externen, emotional unbeteiligten Personen führen zu lassen, die den notwendigen Abstand zu den Assets haben. 

Fazit 

Die secIT 2026 bot erneut einen gelungenen Mix aus strategischem Überblick, technischer Tiefe und direktem Austausch. Für Security-Verantwortliche, Admins und Entscheider gleichermaßen lieferte die Veranstaltung wertvolle Impulse. 

Eine zentrale Erkenntnis zog sich durch alle Beiträge: Angriffe sind Alltag, Vorsorge ist unerlässlich. Wer seine Systeme kennt, aufräumt und grundlegende Sicherheitsmaßnahmen umsetzt, reduziert Risiken deutlich – und genau hier setzt der Wissensgewinn durch Formate wie die secIT an.


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung.

Portrait Klaus Bierschenk

Über den Autor: Klaus Bierschenk

Klaus Bierschenk ist seit über 20 Jahren in der IT-Branche tätig und bringt umfassende Erfahrung aus internationalen Identity- und Security-Projekten mit. Als Technologieberater bei CGI Deutschland liegt sein Schwerpunkt auf hybriden IT-Infrastrukturen. Seine Begeisterung für Cloud- und Microsoft-Technologien ist ungebrochen. Er unterstützt IT-Betreiber bei Herausforderungen rund um Active Directory und Microsoft Entra ID.


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IT-Sicherheit im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/it-sicherheit-im-unternehmen/ Thu, 12 Mar 2026 08:20:27 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9056 IT-Sicherheit betrifft alle Mitarbeitenden: Erfahre, wie Unternehmen Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung etablieren, Risiken minimieren und Vertrauen stärken.

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IT-Sicherheit im Unternehmen

Warum IT-Sicherheit alle Mitarbeitenden betrifft

Von: Carla Maria Hoppe

IT-Sicherheit wird häufig allein der IT-Abteilung zugeschrieben. Firewalls, Endpoint-Schutz und Monitoring – das alles ist technisch gut gelöst. Doch moderne Cyberangriffe zeigen, dass die größte Schwachstelle nicht im Serverraum, sondern direkt an den Arbeitsplätzen der Mitarbeitenden sitzt. IT-Sicherheit kann kein isoliertes IT-Thema sein, sondern muss eine unternehmensweite Verantwortung werden. Nur eine Sicherheitsstrategie, die Technik, Prozesse und Mitarbeitende gleichermaßen berücksichtigt, kann nachhaltig wirken.  

Cybercrime 2024: Eine alarmierende Lage 

Laut dem SoSafe Cybercrime Report verursachte Cybercrime 2024 in Deutschland Schäden in Höhe von 178,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Weltweit wurden im selben Jahr 13,4 Milliarden kompromittierte Accounts registriert (GData). Besonders kritisch ist die Zeitspanne, bis ein Angriff erkannt wird: Im Durchschnitt vergehen 293 Tage, bis Phishing-Angriffe identifiziert und eingedämmt werden. Hinzu kommt, dass fast 34 % der Mitarbeitenden deutscher Unternehmen ihre IT-Sicherheitskompetenz als gering oder sehr gering einschätzen. 

Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und unterstreichen die Notwendigkeit, IT-Sicherheit nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch und kulturell zu verankern. Die Kernaufgabe: Awareness schaffen und Cybersecurity als Verantwortung jedes Einzelnen im Unternehmen etablieren. 

IT-Security versus Cybersecurity: Eine wichtige Unterscheidung 

IT-Security und Cybersecurity werden oft synonym verwendet, doch es gibt einen wichtigen Unterschied. Während IT-Security den Schutz der gesamten IT-Infrastruktur eines Unternehmens abdeckt – also Server, Netzwerke, Endgeräte und Daten – fokussiert Cybersecurity vor allem auf die Abwehr von netzwerk- und internetbasierten Angriffen. In der Praxis überschneiden sich beide Bereiche stark, und viele Unternehmen haben IT-Security- und Cybersecurity-Teams eng verzahnt oder in einer gemeinsamen Abteilung. Sie arbeiten mit ähnlichen Technologien, unterscheiden sich jedoch in der Perspektive: Die IT-Security kümmert sich um den sicheren Betrieb der Infrastruktur, Cybersecurity um die Abwehr komplexer und gezielter Angriffe. 

Für die IT-Leitung bedeutet das, über die Technik hinaus zu denken. Es reicht nicht, dass Firewalls, Monitoring-Systeme oder Anti-Malware-Lösungen reibungslos funktionieren. Ebenso wichtig ist es, die organisatorischen Prozesse klar zu definieren und die Mitarbeitenden ausreichend zu sensibilisieren, damit sie potenzielle Angriffe frühzeitig erkennen und angemessen reagieren können. 

Die täglichen Herausforderungen für die IT 

Auch wenn die IT in den meisten Unternehmen technisch gut ausgestattet ist, stößt die IT-Leitung täglich auf Probleme, die sich nicht allein mit Technologie lösen lassen. Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Tools sind zwar entscheidend, doch die größte Schwachstelle liegt oft beim Menschen. Viele Mitarbeitende betrachten IT-Sicherheit weiterhin als Aufgabe der IT-Abteilung und fühlen sich selbst nicht verantwortlich. Das führt dazu, dass Phishing-Mails übersehen, Passwörter mehrfach verwendet oder Warnungen ignoriert werden. 

Ein weiteres Risiko stellt Social Engineering dar. Angreifer nutzen psychologische Mechanismen wie Zeitdruck, Autorität oder Hilfsbereitschaft, um Informationen zu erhalten oder Aktionen auszulösen. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Technologien werden diese Angriffe zunehmend professioneller: Phishing-Mails erscheinen individueller, Deepfake-Stimmen imitieren Führungskräfte, und automatisierte Angriffsszenarien steigern Geschwindigkeit und Präzision. 

Die zentrale Herausforderung für die IT-Leitung besteht daher darin, eine Sicherheitskultur zu etablieren, die alle Mitarbeitenden erreicht und Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung vermittelt. 

Wo die größten Gefahren im Unternehmen lauern 

Die Erfahrung zeigt, dass Cyberrisiken oft an den Stellen entstehen, an denen sie am wenigsten erwartet werden. Dazu gehören Phishing-E-Mails mit manipulierten Links oder Anhängen, Ransomware, die Unternehmensdaten verschlüsselt, sowie schwache oder mehrfach genutzte Passwörter. Fehlende Multi-Faktor-Authentifizierung, Social-Engineering-Angriffe über Telefon oder Business-Netzwerke und die unsichere Nutzung öffentlicher WLANs verstärken die Gefährdung zusätzlich. 

Ein besonders kritischer Punkt ist die Meldung von Vorfällen. Viele Mitarbeitende zögern, Sicherheitsvorfälle zu melden, aus Angst vor Fehlern oder Konsequenzen. Wenn Angriffe erst spät erkannt werden, steigt der Schaden oft exponentiell. Deshalb ist es entscheidend, dass jede Person im Unternehmen genau weiß, wie sie sich im Ernstfall verhalten soll. 

Notfallplanung: Klarheit schaffen 

Ein Notfallplan ist nur wirksam, wenn er gelebt wird. Er muss sicherstellen, dass jede Mitarbeitende weiß, an wen sie sich bei einem Verdachtsfall wenden kann, welche Schritte zu unternehmen sind und welche Handlungen vermieden werden müssen. Regelmäßige Schulungen, simulierte Angriffe und praxisnahe Übungen helfen, dass die Sicherheitsvorgaben nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern im Arbeitsalltag verankert sind. So wird aus einer theoretischen Maßnahme ein funktionierendes Sicherheitsnetz, das das gesamte Unternehmen schützt. 

Sechs Maßnahmen für mehr Cybersecurity Awareness 

  • Praxisnahe Awareness-Trainings: Kurze, verständliche Trainings helfen Mitarbeitenden, reale Angriffszenarien zu erkennen. Anstatt abstrakter Technikvorträge werden konkrete Beispiele gezeigt. 
  • Simulierte Phishing-Tests: Mitarbeitende erhalten gefälschte Phishing-Mails, lernen ihre eigenen Schwachstellen kennen und erfahren, wie sie angemessen reagieren. Solche Simulationen erhöhen das Bewusstsein und schaffen Sicherheit im Umgang mit verdächtigen Nachrichten. 
  • Einfache Sicherheitsregeln: Klare, praktikable Regeln sind entscheidend für den Erfolg jeder Sicherheitsstrategie. Dazu zählen der konsequente Einsatz von Passwortmanagern, Multi-Faktor-Authentifizierung und das sofortige Melden verdächtiger E-Mails. 
  • Führungskräfte als Vorbilder: Cybersecurity funktioniert nur, wenn sie ernst genommen wird – besonders von den Führungskräften. Wer selbst die Regeln befolgt, motiviert das gesamte Team, aufmerksam zu bleiben. 
  • Positive Sicherheitskultur: Eine offene Fehlerkultur ist entscheidend. Sicherheitsvorfälle oder Verdachtsmomente sollten gemeldet und nicht vertuscht werden. So können Probleme frühzeitig erkannt und präventive Maßnahmen eingeleitet werden. 
  • Technik und Kultur kombinieren: Technische Maßnahmen wie Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Lösungen sind unverzichtbar, reichen aber alleine nicht aus. Erst in Kombination mit sensibilisierten Mitarbeitenden und klaren Prozessen entsteht ein wirksamer Schutz. 

Fazit: Cybersecurity ist gemeinsame Verantwortung 

Letztlich zeigt sich: Cybersecurity fängt bei jedem Mitarbeitenden an und hört nicht bei der Technik auf. Unternehmen, die dies verinnerlichen und konsequent umsetzen, verringern das Risiko von Angriffen deutlich und stärken gleichzeitig das Vertrauen sowie die Widerstandskraft ihres Teams. 


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Für alle, die IT(-Security) lieben

Know-how auf höchstem Niveau

Unsere Mission? Deine IT(-Security)-Kompetenzen auf das nächste Level zu heben – für Teams und Einzelpersonen. Investiere in deine und eure kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung und sichere den langfristigen Erfolg eures Unternehmens.

Über die Autorin: Carla Maria Hoppe

Lebenslanges Lernen, Prozessoptimierung und Transformation begleiten Carla seit Beginn ihrer Arbeit. Ihre in der Zusammenarbeit mit IT- und Ingenieur-Teams gesammelte Erfahrung nutzt die Marketing-Verantwortliche in unserem Blog, um das Thema IT-Weiterbildung näher zu beleuchten.


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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung https://blog.heise-academy.de/so-wird-deine-fabric-datenplattform-zur-festung/ Thu, 05 Mar 2026 08:00:00 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9026 Mit Security by Design sorgst du für eine Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist.

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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung

Security by Design

Von: Emil Vinčazović

Microsoft Fabric hat sich schnell als die zentrale SaaS-Plattform für Daten und Analytics etabliert. Die Verlockung ist groß: Alle Daten an einem Ort, einheitliche Tools und eine nahtlose Benutzererfahrung für alle, vom Data Engineer bis zum Business-Anwender. Doch gerade diese Zentralisierung und die damit verbundene Ansammlung geschäftskritischer Daten machen Fabric zu einem extrem schützenswerten Gut. Ein unzureichend gesichertes Fabric-System ist wie ein offener Tresorraum im digitalen Herzen deines Unternehmens. Es reicht hier bei Weitem nicht, Sicherheit als Checkliste zu betrachten, die man zwischendurch mal abarbeitet. Du musst Sicherheit von Grund auf in deine Architektur integrieren. Dieses Prinzip nennt sich Security by Design. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Fabric im Zusammenspiel mit Microsoft Entra ID, Azure Key Vault und Microsoft Defender for Cloud zu einer wahren Festung ausbaust, die den höchsten Ansprüchen an Authentifizierung, Verschlüsselung und Compliance genügt, ohne dabei den Spaß an der Entwicklung zu nehmen.

Das Fundament: Identität und Zugriff mit Microsoft Entra ID

Jede ernsthafte Sicherheitsstrategie beginnt mit der fundamentalen Frage: „Wer darf was?“ In der Microsoft-Cloud ist der Schlüssel zu dieser Frage immer Microsoft Entra ID (früher Azure Active Directory). Entra ID ist nicht nur ein Anmeldedienst, sondern das zentrale Fundament deiner gesamten Fabric-Sicherheitsarchitektur.

Authentifizierung: Wer bist du und wie beweist du es?

Die Anmeldung an Fabric erfolgt ausschließlich über Entra ID. Das bedeutet, du kannst und solltest alle modernen und robusten Authentifizierungsmethoden nutzen, die Entra ID bietet. Die wichtigste Maßnahme ist die Aktivierung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Dies ist keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit für jeden Benutzer, der auf Fabric zugreift. Ein gestohlenes Passwort allein darf niemals ausreichen, um Zugriff auf deine sensibelsten Daten zu erhalten. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, könntest du Conditional Access Policies in Entra ID konfigurieren. Damit kannst du den Zugriff kontextabhängig steuern. Definiere zum Beispiel, dass ein Zugriff auf Fabric nur von bekannten Unternehmensnetzwerken oder von als konform markierten Geräten (via Intune) ohne erneute MFA-Abfrage erlaubt ist. Greift ein Benutzer jedoch von einem unbekannten Standort oder einem privaten Gerät zu, wird eine MFA-Abfrage zwingend erforderlich. Nutze hierfür am besten die Microsoft Authenticator App mit passwortlosem Login oder noch sicherere FIDO2-Sicherheitsschlüssel.

Autorisierung: Was genau darfst du tun?

Nach der erfolgreichen Authentifizierung stellt sich die Frage der Autorisierung. Hier glänzt Fabric mit einem granularen Rollen-basierten Zugriffskontrollmodell (RBAC), das tief in Entra ID verankert ist. Anstatt einzelne Benutzer direkt zu berechtigen, was schnell unübersichtlich wird, solltest du immer mit Entra ID-Sicherheitsgruppen arbeiten. Erstelle logische Gruppen wie „Fabric-Admins“, „Finance-Datenanalysten“ oder „Marketing-Berichtsleser“. Weise diesen Gruppen dann die entsprechenden Rollen innerhalb der Fabric-Workspaces zu. Kurz zu den Rollen: Die Rolle des Admins hat die volle Kontrolle, während ein Member Inhalte veröffentlichen und teilen kann. Ein Contributor kann Inhalte erstellen und bearbeiten, aber keine Apps veröffentlichen. Die Viewer-Rolle hat reinen Lesezugriff auf Berichte. Dieser Ansatz vereinfacht die Verwaltung enorm. Wenn ein Mitarbeiter das Team wechselt, entfernst du ihn einfach aus der alten Gruppe und fügst ihn zur neuen hinzu – seine Berechtigungen in Fabric werden automatisch und konsistent angepasst.

Für den programmatischen Zugriff auf die Daten selbst, insbesondere im Lakehouse oder Warehouse, solltest du niemals auf unsichere Service-Konten mit statischen Passwörtern oder Secrets zurückgreifen. Verwende stattdessen Service Principals oder, noch besser, Managed Identities. Wenn eine Azure Function oder eine Web-App auf Daten in Fabric zugreifen muss, gib ihr eine eigene, in Entra ID verwaltete Identität. Diese Identität kann dann gezielt berechtigt werden, ohne dass du dich um die Speicherung und Rotation von Anmeldeinformationen kümmern musst. Ein praktisches Feature im Zusammenspiel zwischen Azure und Fabric.

Der Tresor: Datenverschlüsselung mit Azure Key Vault

Daten in Fabric sind standardmäßig sowohl bei der Übertragung (in transit) via TLS 1.2+ als auch im Ruhezustand (at rest) mit von Microsoft verwalteten Schlüsseln verschlüsselt. Für die meisten Anwendungsfälle bietet dies bereits ein hohes Schutzniveau. In stark regulierten Branchen wie dem Finanz- oder Gesundheitswesen oder bei besonders hohen internen Sicherheitsanforderungen möchtest du die Kontrolle über die Verschlüsselungsschlüssel jedoch selbst behalten. Dieses Konzept nennt sich Bring Your Own Key (BYOK).

Hier kommt der Azure Key Vault ins Spiel. Der Key Vault ist ein gehärteter, cloudbasierter Dienst zur sicheren Speicherung und Verwaltung von kryptografischen Schlüsseln, Geheimnissen und Zertifikaten. Für maximale Sicherheit werden die Schlüssel in FIPS 140-2 validierten Hardware-Sicherheitsmodulen (HSMs) gespeichert. Du kannst Fabric anweisen, nicht die von Microsoft verwalteten Schlüssel, sondern einen Schlüssel aus deinem eigenen Key Vault für die Verschlüsselung der ruhenden Daten im OneLake zu verwenden.

Der Prozess hierfür ist ein klar definierter Ablauf. Zuerst erstellst du einen Azure Key Vault und einen RSA-Schlüssel darin. Anschließend erteilst du dem Fabric-Dienst, der durch einen eigenen Service Principal repräsentiert wird, die Berechtigung, diesen Schlüssel zu verwenden. Hierfür sind speziell die Operationen getwrapKey und unwrapKey notwendig. Schließlich aktivierst du in den Fabric-Admin-Einstellungen die BYOK-Funktion und verweist auf den spezifischen Schlüssel in deinem Key Vault. Von nun an werden alle Daten in deinem Mandanten mit deinem Schlüssel verschlüsselt. Der große Vorteil ist die volle Kontrolle. Du kannst den Schlüssel nach deinen eigenen Richtlinien rotieren oder im Notfall den Zugriff darauf widerrufen, was die Daten für den Fabric-Dienst augenblicklich unlesbar macht. Dies gibt dir ein Höchstmaß an Souveränität und ist oft eine Kernanforderung von Compliance-Prüfern. Hier sollte natürlich beachtet werden: Wer hat Zugriff auf den Key Vault? Alle Personen mit den nötigen Berechtigungen könnten natürlich die Fabric-Daten durch das Löschen des Keys unlesbar machen.

Der Wächter: Überwachung und Compliance mit Defender for Cloud

Eine sichere Konfiguration aufzusetzen ist gut, aber du musst auch sicherstellen, dass sie sicher bleibt und du auf Bedrohungen und Abweichungen schnell reagieren kannst. Hier schlägt die Stunde von Microsoft Defender for Cloud*. Defender for Cloud bietet eine umfassende Cloud Security Posture Management-Lösung (CSPM), die deine gesamte Azure-Umgebung, einschließlich deiner Fabric-Instanz, kontinuierlich überwacht. Er prüft deine Konfigurationen gegen bewährte Sicherheits-Benchmarks und wichtige Compliance-Standards wie ISO 27001, PCI-DSS oder HIPAA.

Die Integration ist tiefgreifend und kontextbezogen. Defender for Cloud kann zum Beispiel erkennen, ob MFA für Benutzer mit Admin-Rechten in Fabric-Workspaces durchgängig aktiviert ist. Er kann auch verdächtige Aktivitäten identifizieren, wie den massenhaften Export von Daten durch einen einzelnen Benutzer oder Anmeldeversuche von geografisch untypischen Standorten. Ebenso werden Netzwerksicherheitseinstellungen, wie die Beschränkung des öffentlichen Zugriffs auf das Lakehouse, permanent auf korrekte Konfiguration überprüft. Wenn der Defender eine Abweichung oder eine potenzielle Bedrohung feststellt, löst er eine detaillierte Warnung aus. Diese Warnungen sind angereichert mit Kontextinformationen und konkreten Handlungsempfehlungen. Du siehst nicht nur, was das Problem ist, sondern auch, wie du es beheben kannst. In Kombination mit einem SIEM-System wie Microsoft Sentinel kannst du auf diese Warnungen sogar automatisierte Reaktionen, sogenannte SOAR-Playbooks, auslösen, um Bedrohungen in Echtzeit einzudämmen, etwa durch das Sperren eines kompromittierten Benutzerkontos.

Ein unschlagbares Trio

Microsoft Fabric allein ist bereits eine mächtige Plattform. Seine wahre Stärke im Bereich der Enterprise-Sicherheit entfaltet Fabric aber erst im intelligenten Zusammenspiel mit den spezialisierten Diensten der Microsoft Security-Plattform. Die drei Säulen dieser Architektur sind klar definiert. Microsoft Entra ID bildet das Fundament für eine sichere Identität und einen granularen, rollenbasierten Zugriff nach dem Least-Privilege-Prinzip. Der Azure Key Vault gibt dir die ultimative Kontrolle und Souveränität über die Verschlüsselung deiner sensibelsten Daten im Ruhezustand. Schließlich agiert Microsoft Defender for Cloud als wachsamer Beobachter, der deine Sicherheits- und Compliance-Haltung kontinuierlich überwacht und dich proaktiv auf Risiken hinweist.

Indem du diese drei Dienste von Anfang an in deine Fabric-Architektur integrierst, verfolgst du einen echten „Security by Design“-Ansatz. Du schaffst eine robuste, mehrschichtige Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch den zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist. Dies ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der Sicherheit zu einem integralen Bestandteil des gesamten Datenlebenszyklus macht.

Quellen


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID.

Der Kurs vermittelt die Bedeutung der Zero-Trust-Strategie für den Schutz moderner IT-Infrastruktur und wie diese mit den Tools von Microsoft Entra ID implementiert wird. IT-Experte Klaus Bierschenk zeigt in seinem Videokurs alle Inhalte Schritt für Schritt und anhand praxisnaher Beispielszenarien. Der Kurs lädt zum direkten Mitmachen ein und das erworbene Wissen lässt sich in Quizfragen überprüfen.


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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Cloud-Technologien

Cloud-Services sind heute viel mehr als nur „Speicher im Netz“: Sie ermöglichen agile Infrastruktur, global skalierbare Anwendungen und moderne Mitarbeitermodelle. In dieser Kategorie zeigen wir, wie du Cloud-Architekturen, Plattformen und Migrationen strategisch angehst, welche Chancen und Risiken damit verbunden sind – und wie du dein Unternehmen fit für die Cloud-Zukunft machst.

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Der Beitrag Zwei Wochen bis zum Patch. Eine Nacht bis zum Angriff.  erschien zuerst auf heise academy Blog.

]]> Zukunft entsteht nicht von selbst  https://blog.heise-academy.de/zukunft-entsteht-nicht-von-selbst/ Fri, 10 Jul 2026 07:16:43 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9512 Weiterbildung wird oft als Kostenfaktor gesehen, dabei ist sie ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Erfahre, warum gezielte Kompetenzentwicklung Unternehmen produktiver, attraktiver und resilienter macht.

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Zukunft entsteht nicht von selbst  

Wie Unternehmen mit gezielter Kompetenzentwicklung produktiver, attraktiver und resilienter werden 

Von: Arne Schmidt

Viele Unternehmen konzentrieren sich im Arbeitsalltag darauf, akute Engpässe zu lösen: Offene Stellen müssen schnell besetzt, laufende Projekte abgesichert werden. Dabei bleibt oft wenig Raum für die Frage, welche Kompetenzen in Zukunft wirklich entscheidend sein werden. Dies kann sich als problematisch erweisen, denn die Arbeitswelt verändert sich mit hoher Geschwindigkeit. Neue Geschäftsmodelle, veränderte Kundenerwartungen und ein zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck sorgen dafür, dass Qualifikationsanforderungen sich in immer kürzeren Zyklen verschieben. 

Unternehmen, die nicht rechtzeitig in den systematischen Aufbau von Fähigkeiten investieren, laufen Gefahr, mittelfristig den Anschluss zu verlieren. Weiterbildung ist deshalb keine Reaktion auf den Wandel, sondern eine Voraussetzung, um ihn aktiv gestalten zu können.1 

Entwicklung als entscheidender Attraktivitätsfaktor  

Für viele Unternehmen ist es schwierig, passende Fachkräfte zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Neueinstellungen scheitern häufig früh, weil Erwartungen nicht zusammenpassen oder Entwicklungsperspektiven fehlen. Genau hier entfaltet Weiterbildung ihre doppelte Wirkung. 

Unternehmen, die glaubwürdig in die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden investieren, wirken nach außen attraktiver und können zugleich interne Potenziale besser nutzen. Weiterbildung wird damit zu einem strategischen Instrument, das sowohl das Recruiting unterstützt als auch die Abhängigkeit von externen Einstellungen reduziert.1  

Ohne Verbindung bleibt Lernen wirkungslos 

In vielen Organisationen existieren Weiterbildung, Feedback, Leistungsbeurteilung und Karriereplanung nebeneinander, ohne sinnvoll verzahnt zu sein. Für Mitarbeitende entsteht dadurch oft ein Gefühl der Orientierungslosigkeit: Es fehlt an regelmäßigem Feedback, an Zeit zum Lernen und an klaren Entwicklungspfaden. Weiterbildung wird dann als zusätzliche Belastung wahrgenommen und nicht als Chance. 

Ihr volles Potenzial entfaltet sie jedoch erst, wenn sie Teil eines konsistenten Gesamtkonzepts ist. Werden Lernangebote sichtbar mit Zielen, Leistung und Zukunftsaussichten verknüpft, entsteht Klarheit. Mitarbeitende verstehen, warum sie lernen, wofür sie sich entwickeln und welche Rolle Weiterbildung für ihre eigene Zukunft im Unternehmen spielt. 1 

Investieren statt reagieren: Der messbare Nutzen von Qualifizierung 

Eine wachsende Herausforderung für Unternehmen ist, dass sich Mitarbeitende innerlich vom Arbeitgeber distanzieren. Viele Beschäftigte sind nicht offen unzufrieden, haben innerlich aber bereits Abstand zur Arbeit genommen. Ursachen sind häufig fehlende Wertschätzung, mangelnde Sicherheit und fehlende Entwicklungsmöglichkeiten. 

Gezielte Weiterbildung kann hier ein starkes Signal setzen. Sie zeigt, dass Mitarbeitende nicht nur für ihre aktuelle Funktion gesehen werden, sondern als Menschen mit Potenzial. Dieses Signal wirkt motivierend, stärkt die emotionale Bindung und bildet die Grundlage für langfristige Zusammenarbeit.1 

Empirische Studien zeigen deutlich, dass Weiterbildung für Unternehmen einen messbaren wirtschaftlichen Nutzen hat. Bereits eine moderate Steigerung der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen führt zu einer spürbaren Zunahme der Leistungsfähigkeit. Weiterbildung ist damit keine freiwillige Zusatzleistung, sondern eine Investition mit klarem Return. 

Entscheidend ist jedoch die Qualität der Maßnahmen. Besonders wirksam sind strukturierte Formate wie interne oder externe Kurse und Seminare. Sie haben einen nachweisbaren Einfluss auf die Produktivität. Informelles Lernen im Arbeitsalltag allein reicht dagegen nicht aus, um vergleichbare Effekte zu erzielen. Weiterbildung wirkt nur dann, wenn sie gezielt geplant und professionell umgesetzt wird. 2 

Mythos: Qualifizierung führt zur Abwanderung 

Eine häufige Sorge von Unternehmen ist, dass Weiterbildung Mitarbeitende erst recht zum Wechsel motiviert, insbesondere wenn erworbene Qualifikationen auch extern gut verwertbar sind. Die Forschung zeigt jedoch ein anderes Bild. Studien belegen, dass weitergebildete Beschäftigte ihrem Arbeitgeber häufiger treu bleiben als vergleichbare Kolleginnen und Kollegen ohne Weiterbildung, selbst dann, wenn persönliche Faktoren wie Motivation berücksichtigt werden. 

Bemerkenswert ist, dass dieser Effekt auch bei zertifizierten und externen Weiterbildungen bestehen bleibt. Obwohl solche Qualifikationen den individuellen Marktwert erhöhen und für andere Arbeitgeber sichtbar machen, führen sie nicht zu einer erhöhten Abwanderung. Im Gegenteil: Weiterbildung stärkt offenbar das Vertrauen und die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Unternehmen.3 

Was du jetzt konkret tun kannst 

Drei Hebel, die in der Praxis funktionieren: 

  1. Lernzeit verbindlich einplanen. Nicht „nebenbei“, sondern als Bestandteil der Arbeitszeit. Sonst gewinnt immer das Tagesgeschäft. 
  1. Lerninhalte an konkrete Vorhaben koppeln. Wer eine neue Technologie lernt, sollte sie innerhalb von 90 Tagen anwenden dürfen. Sonst verfällt das Wissen. 
  1. Qualität vor Volumen. Einige Stunden mit echten Experten bringen mehr als hunderte unstrukturierter Videos.  

Fazit: Kompetenzen entwickeln heißt Zukunft sichern

Weiterbildung wirkt auf mehreren Ebenen zugleich. Sie steigert die Produktivität, stärkt die Mitarbeiterbindung und erhöht die Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber. Entscheidend ist dabei nicht die bloße Existenz von Lernangeboten, sondern ihre strategische Einbettung in Führung, Feedback und Karriereentwicklung. 

Unternehmen, die Weiterbildung als integralen Bestandteil ihrer Kultur verstehen, investieren nicht nur in Wissen, sondern auch in Motivation, Vertrauen und Zukunftsfähigkeit. In einer Arbeitswelt, die sich ständig verändert, ist genau das der entscheidende Wettbewerbsvorteil. 

Quellen

[1] Julian Kirchherr, Vincent Bérubé, Charlotte Seiler, Kira Rupietta, Marlene Senst, Kristina Störk, Simon Gallot Lavallée (2025). HR Monitor 2025. https://www.mckinsey.com/capabilities/people-and-organizational-performance/our-insights/hr-monitor-2025   

 [2] ZEW. Weiterbildung in Unternehmen zahlt sich aushttps://www.zew.de/das-zew/aktuelles/weiterbildung-in-unternehmen-zahlt-sich-aus  

[3] Dietz, D., & Zwick, T. (2021). The retention effect of training: Portability, visibility, and credibility. The International Journal of Human Resource Management, 33(4), 710–741. 

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Der heise academy Campus bringt deine IT-Kompetenzen auf das nächste Level: Egal, ob du dich individuell weiterentwickeln oder dein Team gezielt stärken willst. Mit dem academy Pass bekommst du Zugang zur gesamten Lernbibliothek und kannst direkt loslegen. 


Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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]]> Digitale Souveränität https://blog.heise-academy.de/digitale-souveraenitaet/ Thu, 11 Jun 2026 15:36:02 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9484 Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

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Digitale Souveränität

Unabhängiger von einzelnen Anbietenden werden und die eigene Resilienz gezielt stärken.

Von: Manuel Atug

Ob Behörde, Krankenhaus oder mittelständisches Unternehmen: Viele Organisationen merken erst dann, wie abhängig sie von einzelnen Softwareanbietenden geworden sind, wenn beispielsweise aufgrund teurer und alternativloser Abo-Modelle Preise massiv steigen, der IT-Support ausläuft oder ein lang genutzter Dienst abgekündigt oder eingestellt wird. Digitale Souveränität ist die Antwort auf genau diese Probleme. Sie beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

Wettbewerb statt Monopol: Alternativen schaffen und nutzen

Wenn ein oder sehr wenige Anbietende einen Teil des Marktes dominieren, fehlt der Druck zur Innovation und den Nutzenden eine echte Auswahl. Wer aus Bequemlichkeit oder mangels Alternativen alles auf eine Karte setzt, zahlt am Ende deutlich höhere Preise und akzeptiert schlechtere Konditionen. Das ist kein Naturgesetz, sondern eine Folge passiver Beschaffungsentscheidungen.

Die Lösung liegt darin, sich dem bewusst zu werden und aktiv Alternativen aufzubauen. Wer diese nutzt, stärkt damit den erforderlichen und dadurch funktionierenden Wettbewerb. Ausschreibungen sollten daher so gestaltet werden, dass auch kleinere oder europäische Anbietende eine reale Chance haben. Langfristige Vollversorgungsverträge mit einem großen Konzern hingegen zementieren Abhängigkeiten, die sich später nur schwer auflösen lassen.

Freie und offene Standards: Das Fundament technologischer Unabhängigkeit

Proprietäre Datenformate, Verarbeitungslogiken in Geschäftsprozessen und Schnittstellen sind eine häufig unterschätzte Form der technischen Abhängigkeit, die in der mittelbaren Auswirkung zu hohen Kosten führt. Wer Daten nur in einem herstellerspezifischen Format speichert oder verarbeitet, ist gefangen und vollständig abhängig. Der Wechsel zu einem anderen System ist dadurch künstlich erschwert oder schlicht unmöglich, da die Umstellung sehr teuer wäre. Technologische Abhängigkeit entsteht dabei über lange Zeiträume oft still und leise, ohne dass jemand eine bewusste Entscheidung dafür trifft. Sie schleicht sich ein und war rückblickend dann „schon immer da“.

Freie und offene Standards – etwa OpenDocument, PDF/A oder offene API-Standards – stellen sicher, dass Daten und Prozesse für die Verarbeitung nicht an einen einzigen Anbietenden gebunden bleiben. Öffentliche Institutionen sollten offene Standards nicht nur bevorzugen, sondern in ihren Beschaffungsrichtlinien verbindlich verankern. Wer diesen Schritt versäumt, schafft Abhängigkeiten, die Jahre später sehr teuer werden können.

Interoperabilität: Systeme, die miteinander sprechen

Viele Softwareprodukte sind absichtlich so gebaut, dass sie schlecht oder kaum mit Konkurrenzprodukten zusammenarbeiten. Sie bieten zwar oftmals umfassende Importmöglichkeit an, aber kaum vollständige Exportoptionen. Dieses Prinzip wird auch als Lock-in-by-Design bezeichnet: Der Wechsel kostet so viel Aufwand, dass er praktisch nie stattfindet, selbst wenn andere Anbietende besser und günstiger wären. Die Nutzung wird dadurch dann gerne als „alternativlos“ bezeichnet und hingenommen.

Interoperabilität, also die Fähigkeit verschiedener Systeme, nahtlos zusammenzuarbeiten und Austauschfähig zu sein, muss daher als zentrale Anforderung in Beschaffungsentscheidungen einfließen. Diese sollte die Geschäftsleitung und Unternehmensführung als strategisches Ziel vorgeben und dem Einkauf als Aufgabenstellung mitgeben.

Offene APIs, dokumentierte Schnittstellen und standardisierte Datenformate sind die technische Grundlage dafür. In der Praxis lässt sich Interoperabilität am zuverlässigsten durch Open-Source-Software sicherstellen, weil deren Code offen einsehbar, anpassbar und flexibler betreibbar ist.

Open Source: Transparenz und Unabhängigkeit durch offenen Code

Bei proprietärer Software weiß man schlicht nicht, was im Inneren passiert: Welche Daten werden gesammelt? Welche Sicherheitslücken existieren? Wie funktioniert die Verarbeitungslogik genau? Wer den Quellcode nicht einsehen kann, muss blind vertrauen und ist somit abhängig. In sicherheitskritischen Bereichen ist das keine tragfähige Basis.

Open-Source-Software macht den Code öffentlich prüfbar und weiterbetreibbar. Das schafft Transparenz und ermöglicht das schnelle Auffinden sowie Schließen von Sicherheitslücken. Darüber hinaus ermöglicht es Organisationen, Software selbst weiterzuentwickeln oder anpassen zu lassen. Sie können diese sogar selbst betreiben oder von unterschiedlichen Dienstleistern betreiben lassen. Gleichzeitig ist Open Source oft der direkteste Weg, offene Standards in der Praxis umzusetzen: Wer den Code besitzt, ist nicht auf den Goodwill – bzw. die AGBs und das Geschäftsinteresse – eines Konzerns angewiesen. Für viele Organisationen ist Open Source damit kein ideologisches Statement, sondern eine pragmatische Entscheidung für mehr Kontrolle und Kostensouveränität.

Exit-Strategie: Den Ausstieg von Anfang an mitdenken

Die meisten IT-Verträge regeln sehr genau, wie man hineinkommt, aber kaum, wie man wieder herauskommt. Wenn ein Vertrag endet, sind Daten oft in proprietären Formaten gespeichert, Prozesse und Verarbeitungslogiken zu tief in ein System eingebaut und der Wechsel kostet schlicht mehr als der zukünftig teurer werdende Verbleib. So entsteht eine Abhängigkeit, die im initialen Vertrag zunächst unsichtbar war.

Bereits beim Vertragsabschluss sollten deshalb Exit-Klauseln bedacht und verhandelt werden: Verarbeitungslogik- und Datenportabilität in offenen Formaten, klare Übergangsfristen und definierte Leistungen für eine souveräne Migration gehören zum Standard guter IT-Verträge. Nur wer den Ausstieg von Anfang an plant, behält die echte Freiheit, auch tatsächlich wechseln zu können und damit einer potenziellen Kostenfalle durch den Lock-In Effekt zu entgehen.

Modularität: Austauschbarkeit als Designprinzip

Monolithische Systeme und Bundles – also Softwarelösungen, die alles in einem Paket oder Abo abdecken – sind bequem, aber auch gefährlich. Wer eine Komplettlösung einkauft oder mietet, hat kaum Spielraum, einzelne Teile zu ersetzen. Wächst die Abhängigkeit, schrumpft der Spielraum.

Modulare Architekturen setzen dagegen auf klar abgegrenzte Komponenten mit definierten Schnittstellen und Prozessabschnitten. Einzelne Module lassen sich so unabhängig voneinander ersetzen, aktualisieren oder durch bessere Lösungen austauschen; ganz ohne das Gesamtsystem zu gefährden. Das erhöht die Resilienz erheblich: Fällt eine Komponente aus, werden Anbietende unzuverlässig, wird der Preis massiv erhöht, bleibt der Rest stabil und bezahlbar. Modularität ist damit nicht nur eine technische Tugend, sondern eine strategische Notwendigkeit.

Kostensouveränität: Die Budgethoheit behalten

Cloud-Dienste und (Abo-)Lizenzmodelle werden häufig mit attraktiven Einstiegspreisen oder Bundles angeboten. Ist die Migration erfolgreich abgeschlossen und die Abhängigkeit aufgebaut, steigen die Preise kontinuierlich und Alternativen sind durch den Lock-In Effekt teuer oder technisch kaum realisierbar. Dieses Phänomen wird auch als Preiserhöhungsfalle bezeichnet und betrifft Organisationen jeder Größe.

Kostensouveränität bedeutet, die vollständige Kontrolle über die eigenen IT-Ausgaben zu behalten. Das gelingt durch transparente (Abo-)Lizenzmodelle, den Einsatz von freien und offenen Standards – idealerweise durch den Einsatz von Open-Source-Lösungen – ohne laufende Lizenzgebühren und durch regelmäßige Marktvergleiche. Wer mehrere Anbietende parallel nutzt oder zumindest als realistisch einsetzbare Option bereithält, behält die Verhandlungsmacht und damit auch die Budgethoheit. Kostensouveränität bildet somit die finanzielle Seite digitaler Souveränität.

Fazit

Digitale Souveränität ist kein Selbstzweck, sondern eine strategische Voraussetzung für Handlungsfähigkeit. Offene Standards, Interoperabilität, Open Source, modulare Architekturen, vertragliche Exit-Optionen, Wettbewerb und Kostenkontrolle: keiner dieser Hebel wirkt allein. Erst ihr Zusammenspiel schafft die Grundlage für echte Unabhängigkeit.

Die zentrale Erkenntnis ist simpel: Abhängigkeit entsteht nicht durch einen einzelnen großen Fehler, sondern durch viele kleine Entscheidungen über Jahre, die in die falsche Richtung weisen. Wer digitale Souveränität ernst nimmt, baut sie deshalb systematisch und schrittweise auf und gewinnt damit genau das, was in einer digitalisierten Welt entscheidend ist: die Freiheit, selbst zu entscheiden und die Kosten zu kontrollieren.

Quellen und Verweise

BSI – C3A: Souveränitätskriterien für Cloud-Dienste (April 2026): https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Presse/Pressemitteilungen/Presse2026/260427_C3A.html
Linux Magazin – BSI legt Kriterien für digitale Souveränität bei Cloud-Diensten vor: https://www.linux-magazin.de/news/bsi-legt-kriterien-fuer-digitale-souveraenitaet-bei-cloud-diensten-vor/
EU-Kommission – Open-Source-Strategie 2020–2023 (Originaldokument, PDF): https://commission.europa.eu/document/download/97e59978-42c0-4b4a-9406-8f1a86837530_de?filename=de_ec_open_source_strategy_2020-2023_0.pdf
Bitkom – Kompass IT-Standards & Interoperabilität: https://www.bitkom.org/Kompass-IT-Standards
OSBA – Positionspapier & Publikationen zur digitalen Souveränität: https://osb-alliance.de/news/publikationen
OSBA – 38 Maßnahmen für Open-Source-getriebene Digitalisierung (PDF): https://osb-alliance.de/wp-content/uploads/2024/06/2024-09-27_Forderungen_Bundestagswahl2025_LR.pdf
Bitkom – Leitfaden Cloud-Souveränität praktisch umsetzen (2026, enthält Exit-Szenarien, offene Standards, Modularität): https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Cloud-Souveraenitaet-praktisch-umsetzen
Datensicherheit.de – Bitkom & BMDS: einheitliche Standards für Open-Source-Beschaffung (EVB-IT, März 2026): https://www.datensicherheit.de/open-source-software-vereinbarung-bmds-bitkom-einheitlich-standards-beschaffung
Schweizer Bundesrat – Leitlinien für digitale Souveränität in der Bundesverwaltung (Dezember 2025): https://www.news.admin.ch/de/newnsb/JxuzVHViGShum_f1h_WDu


Digitale Souveränität in der Praxis

Cloud, KI und Security krisensicher gestalten

Lerne, wie du Abhängigkeiten systematisch identifizierst, Risiken bewertest und mit konkreten Strategien deine digitale Souveränität zurückgewinnst. Die Aufzeichnung des Classrooms steht dir im Professional Pass neben vielen weiteren zur Verfügung.

Portraitbild Manuel Honkhase Atug

Über den Autor: Manuel „HonkHase“ Atug

Manuel „HonkHase“ Atug befasst sich beruflich und privat seit weit über 23 Jahren mit Themen, wie Digitale Souveränität, Kritische Infrastrukturen, Cyberresilienz, defensive Cybersicherheitsstrategien, digitaler Katastrophenschutz und vielem mehr. Im Netz ist er als @HonkHase aktiv. Er ist Experte der European Research Executive Agency (EU REA) und wird regelmäßig für die Bundesregierung und die Bundesländer als Sachverständiger in Fragen der Cybersicherheit und dem Katastrophenschutz berufen.


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]]> Schluss mit den Silos https://blog.heise-academy.de/schluss-mit-den-silos/ Thu, 21 May 2026 15:10:37 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9203 In modernen Cloud-Umgebungen hilft das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud dabei, Sicherheits-, Compliance- und Governance-Anforderungen zentral und ohne isolierte Silos umzusetzen.

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Schluss mit den Silos

Schaffe eine einheitliche Governance mit Purview, Azure Policy und Defender for Cloud

Von: Emil Vinčazović

In der modernen Cloud-Welt jonglierst du täglich mit einer Vielzahl von Herausforderungen. Auf der einen Seite willst du Entwicklern die Freiheit und Agilität geben, schnell neue Dienste bereitzustellen. Auf der anderen Seite musst du sicherstellen, dass die IT-Landschaft sicher ist, Compliance-Vorgaben erfüllt sind und die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Oft führt das zu einem Silo-Denken: Datensicherheit wird in Microsoft Purview gemanagt, die Infrastruktur-Compliance mit Azure Policy und die Security-Härtung mit Microsoft Defender for Cloud. Jeder Bereich hat seine eigenen Regeln und Zuständigkeiten. Doch was wäre, wenn du diese Silos aufbrechen und eine wirklich einheitliche, richtliniengesteuerte Governance etablieren könntest? In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das Zusammenspiel dieser drei mächtigen Werkzeuge funktioniert und wie du damit eine Brücke zwischen Daten, Infrastruktur und Security baust.

Das Problem: Governance in getrennten Welten

Stell dir vor, dein Unternehmen beschließt, dass alle Datenbanken, die personenbezogene Daten enthalten, verschlüsselt sein müssen. Ein typischer Fall für eine Governance-Richtlinie. Doch wo setzt du diese Regel um? Auf der Datenebene mit Purview könntest du eine Richtlinie erstellen, die alle SQL-Datenbanken mit der Klassifizierung „Personenbezogene Daten“ identifiziert. Purview allein kann die Verschlüsselung jedoch nicht erzwingen. Auf der Infrastrukturebene mit Azure Policy könntest du eine Richtlinie erstellen, die prüft, ob Transparent Data Encryption (TDE) für alle SQL-Server aktiviert ist. Diese Richtlinie weiß aber nicht, welche dieser Datenbanken tatsächlich sensible Daten enthalten. Wendest du sie auf alles an, erzeugst du unnötigen Overhead. Dies führt zu Performance-Schwund und überhöhten Kosten. Wendest du sie zu selektiv an, verpasst du vielleicht eine kritische Datenbank. Auf der Security-Ebene mit Defender for Cloud wird dieser dich darauf hinweisen, dass einige Datenbanken nicht verschlüsselt sind, und dies als Sicherheitsrisiko einstufen. Er gibt dir eine Empfehlung, aber die proaktive, unternehmensweite Durchsetzung ist nicht seine primäre Aufgabe. Er gilt also eher als warnendes Glied im Unternehmen.

Du siehst das Problem. Jedes Werkzeug hat eine andere Sicht auf die Welt und spricht eine andere Sprache. Die Folge sind manuelle Abstimmungsprozesse, potenzielle Regelungslücken und eine reaktive statt proaktive Governance. Das kann sich jedoch ändern.

Die Lösung: Eine Brücke zwischen den Welten bauen

Die wahre Stärke entfaltet sich, wenn du diese drei Dienste miteinander verbindest. Das Ziel ist eine Policy-driven Governance, bei der eine zentrale Absicht (z.B. „Schütze sensible Daten“) automatisch in konkrete, technische Kontrollen auf allen Ebenen übersetzt wird.

Schritt 1: Die Daten verstehen mit Microsoft Purview

Alles beginnt mit den Daten. Purview ist deine zentrale Wahrheit für die Datenklassifizierung. Wie in vorherigen Beiträgen von mir besprochen, nutzt du Purview, um deine gesamte Datenlandschaft zu scannen und sensible Informationen mithilfe von Sensitive Information Types, Trainable Classifiers oder Exact Data Match zu identifizieren. Das Ergebnis ist ein umfassender Datenkatalog, der jede Ressource mit Metadaten anreichert. Eine Azure SQL-Datenbank ist dann nicht mehr nur eine Datenbank, sondern eine „Datenbank, die EU-Bürgerdaten enthält“ (Klassifizierung: „DSGVO – Personenbezogene Daten“). Diese Klassifizierung ist der entscheidende Auslöser für alles Weitere.

Schritt 2: Infrastruktur härten mit Azure Policy

Jetzt kommt Azure Policy ins Spiel. Azure Policy ist das Regelwerk für deine gesamte Azure-Infrastruktur. Du kannst damit Richtlinien definieren, die zum Beispiel vorschreiben, dass virtuelle Maschinen nur aus bestimmten Images erstellt werden dürfen, dass keine öffentlichen IP-Adressen an bestimmte Subnetze angehängt werden oder eben, dass die Verschlüsselung für Speicherkonten aktiviert sein muss.

Der Clou ist die Integration mit Purview. Anstatt eine breite, unspezifische Richtlinie zu erstellen, kannst du Azure Policy anweisen, auf die Klassifizierungen von Purview zu reagieren. Eine Richtlinie könnte lauten: „Wenn eine Azure SQL-Datenbank in Purview als ‚Streng Vertraulich‘ klassifiziert ist, prüfe, ob Transparent Data Encryption (TDE) aktiviert ist. Wenn nicht, melde einen Compliance-Verstoß.“ Du kannst sogar noch einen Schritt weiter gehen und Deny- oder DeployIfNotExists-Effekte nutzen, um unsichere Konfigurationen von vornherein zu blockieren oder automatisch zu korrigieren. Dies könnte allerdings zu Frustration bei Entwicklern führen und sollte bedacht werden.

Schritt 3: Security Posture überwachen mit Defender for Cloud

Microsoft Defender for Cloud agiert als dein zentrales Dashboard für die Sicherheitslage. Er sammelt Signale von allen deinen Ressourcen und bewertet sie anhand von etablierten Sicherheits-Frameworks wie dem CIS Benchmark oder NIST. Die Integration mit Azure Policy ist hier nahtlos, denn die meisten Sicherheitsempfehlungen im Defender for Cloud sind im Kern Azure Policy-Definitionen.

Wenn deine Azure Policy, die auf einer Purview-Klassifizierung basiert, einen Verstoß feststellt (z.B. eine unverschlüsselte Datenbank mit sensiblen Daten), wird dieser Verstoß automatisch im Defender for Cloud als Sicherheitsempfehlung mit hoher Priorität angezeigt. Dein Security-Team muss also nicht mehr manuell die Datenklassifizierung prüfen. Sie sehen sofort, dass hier ein echtes Risiko vorliegt, weil nicht irgendeine Test-Datenbank, sondern eine produktive Datenbank mit Kundendaten betroffen ist. Dies ermöglicht eine risikobasierte Priorisierung der anstehenden Aufgaben.

Das Zusammenspiel im Praxisbeispiel

Lass uns das an einem Beispiel durchspielen: Du möchtest sicherstellen, dass alle Azure Storage Accounts, die als „Projektintern“ klassifizierte Dokumente enthalten, keinen öffentlichen Zugriff erlauben. Zuerst konfigurierst du Purview so, dass es deine Storage Accounts scannt und Dokumente, die interne Projektnamen oder -nummern enthalten, als „Projektintern“ klassifiziert. Dies ist der Purview-Scan. Weitere Infos dazu findest du in anderen Purview-Beiträgen von mir.

Anschließend erstellst du eine benutzerdefinierte Azure Policy. Die Logik der Richtlinie lautet: „Für jeden Storage Account, der von Purview die Klassifizierung ‚Projektintern‘ erhalten hat, prüfe die Eigenschaft allowBlobPublicAccess. Wenn diese true ist, löse einen Audit-Event aus.“ Dies ist die Azure Policy Erstellung. Der Defender for Cloud nimmt diese Azure Policy als Teil seiner Sicherheitsbewertung auf. Sobald ein Entwickler versehentlich den öffentlichen Zugriff auf einen dieser Storage Accounts aktiviert, erscheint im Defender eine kritische Warnung. Dies ist die Überwachung im Defender. Optional könntest du die Azure Policy sogar so konfigurieren, dass sie den Effekt Deny hat. In diesem Fall würde der Versuch, den öffentlichen Zugriff zu aktivieren, von vornherein blockiert werden, mit einer klaren Fehlermeldung, die auf die Unternehmensrichtlinie verweist. Dies ist die Automatisierte Reaktion.

Fazit: Von reaktiver Kontrolle zu proaktiver Governance

Das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud ermöglicht einen Paradigmenwechsel. Du bewegst dich weg von einer fragmentierten, reaktiven Kontrolle in Silos hin zu einer integrierten, proaktiven und richtliniengesteuerten Governance. Indem du die Datenklassifizierung als zentrale Wahrheit etablierst, kannst du intelligente und kontextbezogene Regeln für deine Infrastruktur und Sicherheit definieren. Das Ergebnis ist eine robustere Sicherheitslage, eine vereinfachte Compliance und die Gewissheit, dass deine Governance-Richtlinien nicht nur auf dem Papier existieren, sondern in deiner gesamten Cloud-Umgebung aktiv durchgesetzt werden.

Quellen


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung. Dieser Kurs bietet einen praxisnahen Einstieg in die IT-Sicherheit mit Kali Linux, der führenden Plattform für Penetrationstests und Ethical Hacking. 


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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Von: Johanna Heise

Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

Die Nachfolge in einem Familienunternehmen zu gestalten, ist immer eine besondere Herausforderung. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge ist es aber noch viel mehr: Es ist eine Einladung, die Balance aus Tradition, Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung immer wieder neu auszuloten. In den vergangenen Jahren habe ich hautnah erlebt, wie sich die Anforderungen an Unternehmen und an Führungskräfte wandeln – und wie sehr Weiterbildung zur Überlebensfrage geworden ist. Gerade die aktuellen Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz sind ein Brennglas für diese Veränderungen. 

Wenn ich auf unseren Weg bei heise blicke, dann ist klar: Kontinuierliches Lernen hat uns zur Anpassung befähigt – und wird auch künftig darüber entscheiden, ob wir als Unternehmen wachsen und echten Mehrwert für unsere Community schaffen können. Die Geschwindigkeit, mit der sich Technologien und Märkte verändern, macht deutlich: Weiterbildung ist heute keine Option mehr, sondern ein Muss. Und zwar nicht als Pflichtübung, sondern als Haltung. 

KI als Wachstumsmotor – warum Weiterbildung jetzt entscheidend ist 

Von der Prozessoptimierung zum Wachstumstreiber 

Künstliche Intelligenz wird in vielen Unternehmen immer noch als reines Effizienz-Tool gesehen. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Die zentrale Botschaft, die ich aus der aktuellen Diskussion – und nicht zuletzt aus einer inspirierenden Keynote im Rahmen der Hannover Messe – mitnehme: Das eigentliche Potenzial von KI liegt darin, Unternehmen neue Wachstumschancen zu eröffnen. Das ist ein Perspektivwechsel im Vergleich zu früheren Technologiewellen wie Cloud oder IoT. Während damals oft Skepsis und Zurückhaltung dominierten, herrscht heute ein Konsens: Ohne KI wird keine Branche mehr auskommen. 

Das hat weitreichende Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft. Unternehmen, die jetzt zögern, laufen Gefahr, schnell abgehängt zu werden. Es reicht nicht mehr, KI als Automatisierungs-Tool einzusetzen – es geht darum, mit KI neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, innovative Wertschöpfung zu ermöglichen und neue Märkte zu erschließen. Wachstum entsteht dort, wo Menschen bereit sind, sich auf Neues einzulassen und mutig voranzugehen. 

Tradition trifft Innovation: Die Rolle der Unternehmensnachfolge 

Mitten in der Nachfolge eines Familienunternehmens stehe ich für die Verbindung von Tradition und Zukunft. Bei heise haben wir über Jahrzehnte hinweg Werte wie Unabhängigkeit, Qualität und Verantwortung gepflegt. Diese Prinzipien tragen uns – gerade jetzt, wo sich die Spielregeln für Medien, IT und Weiterbildung rasant verschieben. 

Unsere Transformation vom klassischen Telefonbuchverlag hin zum digitalen Medienhaus ist ein Prozess, in dem Lernen und Weiterentwicklung immer strategischer werden. Projekte müssen schneller umgesetzt werden. MVPs – also minimal funktionsfähige Produkte – müssen zügig auf den Markt. Nur wer sich flexibel anpasst und Innovationen vorantreibt, sichert die eigene Marktposition langfristig. Gezielte Weiterbildung ist dabei der Schlüssel: Nur Teams, die moderne Technologien und Methoden – wie Agentic Coding oder KI-gestützte Recherche – beherrschen, können sich im Wettbewerb durchsetzen. 

Lernen als Haltung – nicht als Pflicht 

Was ich in der Praxis immer wieder beobachte: Es reicht nicht, einfach weiterzumachen wie bisher. Moderne Märkte fordern uns heraus, Unsicherheit auszuhalten, Fragen zu stellen und Räume für Experimente zu schaffen. Für Unternehmen bedeutet das: Lernbereitschaft und Offenheit müssen zur Kernkompetenz werden. Wer heute in die Entwicklung der Mitarbeitenden investiert, verschafft sich nicht nur einen Innovationsvorsprung, sondern bindet auch Talente, die gezielt nach Entwicklungsmöglichkeiten suchen. 

Bei der heise academy setzen wir gezielt auf Formate, die Austausch, Peer-Learning und unmittelbaren Praxistransfer ermöglichen. KI-Schulungen sind mehr als technische Updates – sie laden dazu ein, die eigene Rolle im Wandel kritisch zu reflektieren und Verantwortung zu übernehmen. Weiterbildung ist kein Selbstzweck, sondern ein zentraler Hebel, um Wandel aktiv zu gestalten. 

Praxis bei heise: Wie wir KI und Lernkultur integrieren 

KI-Integration mit heise I/O und deep content 

Ein konkretes Beispiel aus unserem Alltag ist die Einführung von heise I/O von deep content. Das Tool hat uns geholfen, KI nicht nur als technische Neuerung, sondern als integralen Bestandteil unserer Arbeitsprozesse zu etablieren. Mit heise I/O können wir Wissen gezielt vernetzen, im Team weiterentwickeln und direkt im Arbeitsalltag einsetzen. Die Plattform verbindet redaktionelle Tiefe mit modernen, KI-gestützten Recherche- und Lernmethoden – und schafft so einen echten Mehrwert. 

Automatisierung spielt dabei eine wichtige Rolle: Ob bei der Erstellung von Pressemitteilungen, Webseiten für heise regioconcept oder Advertorials – KI unterstützt uns dabei, Prozesse effizienter und innovativer zu gestalten. Gleichzeitig bleibt der Mensch im Mittelpunkt: Es geht immer darum, Technologie verantwortungsvoll, kreativ und zum Wohle aller einzusetzen. 

Weiterbildung als strategische Aufgabe und Einladung 

Wir sehen Weiterbildung als strategische Aufgabe – und als Einladung an alle, mitzumachen. Die besten Impulse entstehen, wenn Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam Neues wagen. In der IT – und darüber hinaus – veraltet Wissen heute schneller denn je. Wer hier nicht kontinuierlich investiert, riskiert Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. 

Deshalb ist die Förderung einer aktiven Lernkultur für uns Chefsache. Wir schaffen Räume, in denen Teams Neues ausprobieren können. Wir fördern kritisches Denken, den Austausch in der Community und die Bereitschaft, eigene Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt brauchen wir Führungskräfte, die mutig vorangehen, sich an klaren Werten orientieren und auch unbequeme Entscheidungen treffen. 

Komplexität meistern – Reflexion als Führungsaufgabe 

Die aktuellen Herausforderungen fordern uns auch auf persönlicher Ebene heraus: Entscheidungen werden komplexer und müssen immer häufiger unter Unsicherheit getroffen werden. Es reicht nicht mehr, einmal eingeführte Prozesse einfach fortzuschreiben. Vielmehr ist Selbstreflexion gefragt: Was habe ich als Führungskraft im letzten Jahr gelernt? Wie offen bin ich für Veränderung? Wie kann ich Vorbild sein und mein Team für den Wandel begeistern? 

Diese Haltung ist zentral, um als Unternehmen handlungsfähig zu bleiben – und als Führungskraft glaubwürdig zu sein. Gerade jetzt kommt es darauf an, Räume zu schaffen, in denen Lernen, Experimentieren und auch Scheitern möglich sind. Nur so können wir die Potenziale von KI und anderen Technologien wirklich ausschöpfen und Verantwortung für den gesellschaftlichen Wandel übernehmen. 

Weiterbildung als gesellschaftliche Verantwortung 

Lernen, teilen, gemeinsam wachsen 

Weiterbildung ist heute mehr als eine individuelle Entwicklungschance. Sie ist ein Versprechen an die nächste Generation und ein zentrales Element für die Zukunftsfähigkeit jedes Unternehmens. Die Transformation von heise zeigt: Wer bereit ist, die eigene Lernkultur immer wieder zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, bleibt relevant – als Unternehmen und als Gesellschaft. 

Technologische Innovation und kontinuierliche Weiterbildung gehören untrennbar zusammen. KI ist dabei nicht einfach nur das Thema der Stunde, sondern ein Katalysator für einen offenen, dialogorientierten Umgang mit Veränderung. Die besten Innovationen entstehen dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam wachsen. 

Einladung zum Handeln: Jetzt Verantwortung übernehmen 

Der technologische Wandel ist nicht aufzuhalten – aber wir können ihn gestalten. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge und Nachfolgerin im Familienunternehmen ist klar: Lernen bleibt Chefsache, gerade in Zeiten von KI und rasantem Wandel. 

Nutze die vielfältigen Möglichkeiten der IT-Weiterbildung – ob über die heise academy, heise I/O oder im direkten Austausch mit unserer Community. Hinterfrage deine Lernhaltung, entwickle deine Kompetenzen weiter, bringe dich ein. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für Innovation, Wachstum und gesellschaftlichen Fortschritt. 

Lass uns die Herausforderungen annehmen und die Chancen gestalten – mit Offenheit, Mut und einer echten Lernkultur. Denn gerade jetzt entscheidet sich, welche Unternehmen und welche Menschen den Wandel nicht nur mitlaufen, sondern aktiv vorantreiben.

Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

KI-Reifecheck in 5 Minuten

Wie fit ist euer Unternehmen in Sachen KI? Mit unserem KI-Check-Selbsttest erkennst du Potenziale für ein eigenes GPT und siehst, wo ihr nachsteuern solltet. Schnell, praxisnah und direkt umsetzbar.

Profilbild Johanna Heise, junge Frau mit langen dunklen Haaren in blauem Blazer

Über die Autorin: Johanna Heise

Johanna Heise (Jg. 1999) ist Head of Brand & Culture bei heise und CEO bei heise ventures sowie Geschäftsführerin der Heise Knowledge GmbH. Seit Mai 2023 verantwortet sie das Employer‑ und Dachmarken‑Branding bei heise, seit März 2024 die Venture‑Investments. Zuvor beriet sie bei KPMG und Simon‑Kucher. Sie studierte Management an der WHU (B.Sc.) und an der ESCP Business School (M.Sc.) in London, Berlin und Madrid, mit Fokus auf Familienunternehmen, internationales Management sowie Sales & Marketing.


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Einführung generativer KI im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/einfuehrung-generativer-ki-im-unternehmen/ Thu, 30 Apr 2026 16:20:13 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9105 Hohe Erwartungen, ernüchternde Ergebnisse: Viele Unternehmen investieren in generative KI, ohne messbare Effekte zu erzielen. Wir zeigen die typischen Stolperfallen und entscheidenden Erfolgsfaktoren bei der Einführung von KI im Unternehmen auf.

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Einführung generativer KI im Unternehmen

Warum Strategien oft scheitern & was wirklich funktioniert

Von: Alexander Miguel Meyer

KI-Strategien überzeugen häufig auf dem Papier – in der Umsetzung scheitern sie regelmäßig. Zunächst wird Copilot als Lösung in den Raum gestellt, es folgen Präsentationen mit ambitionierten Versprechen, begleitet von internen Kommunikationskampagnen. Wenige Wochen später kehrt Ernüchterung ein. KI soll Prozesse beschleunigen und messbare Ergebnisse liefern, doch die Praxis zeigt deutliche Lücken: Das Marketing erhält über Copilot nur generische Kampagnen-Briefings ohne Markenbezug. Das Controlling lässt Q3-Zahlen per ChatGPT zusammenfassen, doch die Ergebnisse verfehlen die strategisch relevanten Kernaussagen. Im Vorstand entstehen kritische Fragen: „Warum wurden 300.000 Euro investiert, wenn die Tools kaum genutzt werden? Warum empfiehlt unsere KI Kunden, die seit Jahren nicht mehr aktiv sind?“ 

Dieser Verlauf wiederholt sich in vielen Unternehmen: hohe Erwartungen, schneller Launch, Orientierungslosigkeit, Enttäuschung. Hinzu kommen ausbleibende Produktivitätsgewinne, die zuvor in Aussicht gestellt wurden. 

Was läuft da schief? 

  1.  Alle tun so, als wüssten sie Bescheid. In Meetings wird zustimmend genickt, später jedoch heimlich nach Begriffen wie „Prompt“ gegoogelt. Niemand möchte ahnungslos wirken. Nur der Praktikant setzt KI bereits routiniert ein – und macht damit das übrige Team nervös. 
  2. Schulung ohne Praxisbezug. Ein einstündiger Inspirationsvortrag ersetzt keine Anleitung. Es fehlen konkrete Prompts, Workflows und Compliance-konforme Tools. Zurück bleibt die Frage: Wie und wo anfangen? 
  3. Zwischen Angst und Hype. Manche befürchten, dass KI sie ersetzen wird. Andere glauben, es ist nur ein Hype – wie Google+ oder NFTs. Das Ergebnis: Die wenigsten nehmen sich bewusst Zeit, um zu experimentieren. 
  4. Der ROI fehlt – und jeder merkt es. Lizenzen werden gekauft, aber keine Nutzungsgewohnheiten etabliert. Dashboards weisen geringe Aktivität aus – und die KI-Verantwortlichen geraten unter Rechtfertigungsdruck. 
  5. Veraltete Governance. Das Legal-Team fordert Klarheit. Compliance benötigt eindeutige Regeln, die jedoch fehlen. Mitarbeitende handeln in einem regulatorischen Vakuum und wissen nicht, was erlaubt ist. 

Wie KI-Einführung wirklich funktioniert 

Entscheidend ist die richtige Mischung aus Top-Down- und Bottom-Up-Maßnahmen. Die folgenden sechs Ansätze haben sich bewährt. 

Mit KI-Champions starten 

Identifiziere die fünf bis zehn Prozent der Belegschaft, die experimentierfreudig sind – die natürlichen Early Adopters. Statte sie mit Tools, Systemzugängen und expliziter Testerlaubnis aus und stelle konkrete Aufgaben: Lässt sich das Reporting beschleunigen? Können Angebote automatisiert auf Kunden-Pain-Points zugeschnitten werden? Dokumentiere kleine Erfolge – etwa 20 Minuten Zeitersparnis in der Sales-Nachbereitung oder automatisierte Excel-Prozesse – und mache sie in All-Hands-Meetings sichtbar. Exklusive Programme wie „KI-Explorer“ erzeugen zusätzlich Nachfrage in anderen Teams. 

Mit echten Anwendungsfällen lernen 

Generische Future-of-Work-Sessions bringen wenig. Wirksamer sind kurze, rollenbasierte Trainings von 20 bis 30 Minuten mit einfachen Beispielen wie „Formuliere diesen LinkedIn-Post um“ oder „Fasse diesen Excel-Report zusammen“. Praxisnutzen schafft Vertrauen und Neugier. 

Zur Identifikation konkreter Use Cases eignet sich eine einfache Tabelle mit fünf Fragen: 

  1. Was ist meine Aufgabe? 
  2. Wie viel Zeit benötige ich dafür? 
  3. Lässt sich die Aufgabe automatisieren? 
  4. Welche Tools kommen dafür infrage? 
  5. Lassen sich die Tools sicher einsetzen? 

Aus den Antworten entsteht eine nach Aufwand und Nutzen priorisierte Shortlist. 

Vermittle zudem, wie man KI als Coach nutzt. Der Mehrwert steigt deutlich, wenn KI Rückfragen stellt, statt nur zu antworten. Ein bewährter Zusatz im Prompt: „Bevor du antwortest, stelle mir weitere Fragen, um meine Problemstellung besser zu verstehen.“ Jedes Training sollte mit zwei bis drei Prompts zum Ausprobieren enden. Bringt KI binnen zehn Minuten keinen Nutzen, ist sie für den Anwendungsfall vermutlich ungeeignet. 

Mache KI zur Challenge 

Sichtbarkeit und spielerische Anreize fördern die KI-Nutzung. Teile Erfolge in Teammeetings („Katrin hat mit GPT das Kunden-Review in der Hälfte der Zeit vorbereitet.“) und etabliere Formate wie den „Prompt der Woche“: eine Folie, ein intelligenter Prompt, eine Minute Erklärung über Zeitersparnis oder Ideengenerierung. Feiere Unerwartetes, z. B. den Praktikanten, der das Onboarding-Dokument mit GPT optimiert, oder die Managerin, die Besprechungsnotizen in To-do-Listen umwandelt. 

Job-Sicherheit klar adressieren 

Viele Mitarbeitende haben Sorgen, ohne sie auszusprechen. Kommuniziere proaktiv und wiederholt: KI ersetzt keine Menschen, sondern repetitive Aufgaben. Offene Formate wie 15-Minuten-Q&A-Sessions oder Slack-AMAs helfen, konkrete Fragen im Zusammenhang mit KI zu klären – etwa zur Nutzung von Kundendaten oder zur Optimierung von Reporting-Prozessen. Kommuniziere Erfolgsgeschichten, zeige messbare Verbesserungen und positioniere KI als strategischen Copiloten. Nicht als Bedrohung, sondern als Enabler für Wertschöpfung. Das Ziel: weniger operative Routine, mehr Raum für Leadership, Innovation und echte Problemlösung, während KI die Fließbandarbeit übernimmt. 

KI-Implementierung als strategischer Produktansatz 

Behandle die KI-Einführung wie einen Produkt-Launch, das heißt als kontinuierlichen Transformationsprozess, nicht als Einzelprojekt. Miss reale Nutzung anhand von Prompt-Aktivität, Tool-Adoption und Zeitersparnis. Werden z. B. nur E-Mail-Funktionen genutzt, spezialisierte Tools aber ignoriert, ist eine Strategieanpassung nötig. Ebenfalls gut funktionieren zentrale Anlaufstellen wie ein dediziertes Helpdesk oder Slack-Channel. Power-User und KI-Champions fungieren hier als Multiplikatoren für Best Practices und Problemlösungen. Verbessere das Training datenbasiert und identifiziere dafür wiederkehrende Herausforderungen. Wenn beispielsweise Tonalitätsanpassungen problematisch sind, erstelle kurze, gezielte 3-Minuten-Tutorials.  

KI-Sicherheit und Compliance offen thematisieren 

KI-Sicherheit muss proaktiv adressiert werden, damit Unklarheit Innovation nicht blockiert. Führungskräfte sollten fünf Kernfragen klären können: 

  1. Hosting-Location: Wo ist das Modell gehostet? 
  2. Datenverarbeitung: Wer verarbeitet unsere Daten? 
  3. Datenspeicherung: Werden Daten gespeichert oder geloggt? 
  4. Modell-Training: Wird das Modell mit unseren Daten trainiert? 
  5. Datenkontrolle: Haben wir Kontrolle über Zugriff, Löschung und Aufbewahrung? 

Regel: Kannst du nicht alle fünf Fragen beantworten, sollte kein Einsatz sensibler Daten erfolgen. 

Es empfiehlt sich die Implementierung eines Ampel-Systems für die Tool-Freigabe: 

  • Grün: Tools in sicherer Cloud-Umgebung 
  • Gelb: Vertrauenswürdige Anbieter mit Admin-Kontrollen und Auftragsverarbeitungsvertrag 
  • Rot: Öffentliche Tools mit unklarer Datenpolitik – Nutzungsverbot 

In einer freigegebenen Standard-Toolbox lassen sich alle zugelassenen Anwendungen bündeln. Was genehmigt ist, wird produktiv genutzt. Es ist entscheidend, Unklarheiten auszuräumen, denn sie führen zu Compliance-Risiken oder Innovationsstillstand. Für höchste Sicherheitsanforderungen empfiehlt sich eine eigene GPT-Instanz in der unternehmenseigenen Cloud-Umgebung. 

Fazit: KI rettet dein Unternehmen nicht – deine Mitarbeitenden schon 

Voraussetzung dafür sind die passenden Tools, klare Rahmenbedingungen und der richtige Kontext. Transformation entsteht nicht in Präsentationen, sondern im Arbeitsalltag – etwa, wenn eine HR-Managerin mithilfe von Copilot ihre administrativen Aufgaben halbiert und die gewonnene Zeit in strategisches Team-Coaching investiert. Genau hier liegt der messbare Mehrwert von KI – und er ist realisierbar.  


Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

Eigenes GPT fürs Unternehmen – lohnt sich das?

Finde heraus, wo dein Unternehmen beim Thema KI steht und welches Potenzial eine eigene GPT-Implementierung bietet. Unser kostenfreies Whitepaper zeigt Architektur, Verantwortung und Best Practices – praxisnah, verständlich und sofort umsetzbar.

Portraitbild von Alexander Miguel Meyer

Über den Autor: Alexander Miguel Meyer

Nach Stationen in der Management- und IT-Beratung gründete AI Strategy Consultant Alexander Miguel Meyer Dualis Studio – eine Beratung, die DAX-Konzerne und Mittelständler in Deutschland und den USA bei der strategischen KI-Adoption begleitet. Als Trainer und Dozent hat er über 3.000 Professionals befähigt, KI wirksam in ihrer Arbeit zu nutzen. Mit seinem Newsletter „AI-Empowered Leaders“ und seinen Beiträgen auf LinkedIn und im Blog erreicht er rund 40.000 Entscheiderinnen und Entscheider.


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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst  https://blog.heise-academy.de/learning-on-demand-wissen-genau-dann-wenn-du-es-brauchst/ Fri, 24 Apr 2026 15:52:40 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9065 Wenn im entscheidenden Moment nichts mehr läuft, hilft kein geplanter Kurs, sondern die richtige Lösung im richtigen Moment. Hier setzt Learning on Demand an. Der Beitrag zeigt Stärken, Grenzen und wie du damit schneller und nachhaltiger lernst.

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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst 

Warum gezieltes Lernen im Moment of Need in der IT unverzichtbar ist und klassische Weiterbildung oft zu kurz greift 

Von: Arne Schmidt

Die Anwendung läuft in der Testumgebung einwandfrei. Dann geht sie live und nichts geht mehr. Das halbe Team ist schon im Wochenende. Was jetzt hilft, ist kein Kurs und kein Seminar, das irgendwann mal auf der Roadmap stand. Was jetzt hilft, ist die richtige Antwort zur richtigen Zeit. 

Genau das ist Learning on Demand. In der IT-Branche ist dieses Vorgehen längst gängige Praxis, da der Arbeitsalltag es schlichtweg erfordert. Trotzdem behandeln viele Unternehmen Weiterbildung noch so, als ließe sich Wissen auf Vorrat anlegen: Seminarkatalog durchblättern, Termin buchen, zwei Tage raus aus dem Projekt und dann ist drei Wochen später die Hälfte vergessen. 

Dieser Artikel ist für alle, die das kennen. Und für alle, die gezieltes Lernen im Moment of Need bewusst nutzen wollen, statt es dem Zufall zu überlassen. 

Was Learning on Demand wirklich bedeutet 

Statt ein Thema von Grund auf durchzuarbeiten, startet man mit einer konkreten Frage. Man sucht sich gezielt die Antwort in der Dokumentation, in einem Forenthread oder in einem kurzen Video und wendet sie sofort an. Problem erkannt, Wissen geholt, Lösung umgesetzt. 

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Weiterbildung: Der Auslöser ist eine reale Situation, kein Schulungskatalog. Wissen, das sofort angewendet wird, bleibt hängen, weil es direkt mit einer konkreten Erfahrung verknüpft ist. 

Zwei typische Situationen aus dem IT-Alltag zeigen, wie das aussieht: 

Man vor Computer versucht ein IT-Problem zu lösen.

Ein Engineer soll eine bestehende Infrastruktur auf eine neue Plattform migrieren. Die grundsätzlichen Konzepte beherrscht er, aber die konkrete Umsetzung in der neuen Umgebung ist Neuland. Er fängt nicht bei null an, sondern nimmt sein bestehendes Wissen als Gerüst und arbeitet sich gezielt in die plattformspezifischen Unterschiede mit Hilfe von Videokursen ein. Stück für Stück, immer entlang der konkreten Aufgabe. Nach einer Woche läuft das System, und er hat die neue Plattform dort verstanden, wo es zählt. 

Manchmal taucht das Problem aber ungeplant auf. Kurz vor einem Release können sich mehrere Teammitglieder plötzlich nicht mehr bei Cloud-Diensten anmelden, aber lokal funktioniert alles. Der Admin grenzt die Ursache schnell ein: Eine kürzliche Änderung an der Benutzerverwaltung wurde nicht sauber mit dem Cloud-Verzeichnis synchronisiert. Die Details der Synchronisation sind nicht sein tägliches Brot. Also recherchiert er gezielt: offizielle Dokumentation, ein passender Blogbeitrag, die Logs im Admin-Portal. Nach anderthalb Stunden ist das Problem behoben und er weiß jetzt genau, worauf er bei solchen Änderungen künftig achten muss. 

Mann verzweifelt vor einen Computer.

Was beide Situationen gemeinsam haben: Es gab ein konkretes Problem, eine Deadline und Druck. Und genau das war der beste Lernauslöser. 

Wo der Ansatz an seine Grenzen stößt 

So effektiv Learning on Demand im Alltag ist, es funktioniert nicht immer. 

Gezieltes Lernen im Moment of Need setzt ein Fundament voraus. Wer die Grundlagen eines Themas nicht versteht, kann weder die richtige Frage stellen noch die Antwort bewerten. Komplexe, zusammenhängende Themen lassen sich nicht in zwanzig Minuten aus einem Blogbeitrag erschließen. Sie brauchen Struktur, Zeit und oft jemanden, der Inhalte einordnet. 

Viele sehen Learning on Demand fälschlicherweise als kompletten Ersatz für Schulungen an. Doch wer glaubt, man könne sich einfach alles „ergoogeln”, stößt schnell an Grenzen. Fehlen die Grundlagen, mutiert die Lösungsfindung zu einem ziellosen Ausprobieren. Ein solches Vorgehen verschlingt am Ende weit mehr Zeit, als ein ordentlicher Kurs je gekostet hätte. 

Learning on Demand ergänzt fundierte Weiterbildung. Das eine liefert das Fundament, das andere die Antwort im entscheidenden Moment. 

Was im Alltag wirklich funktioniert 

Wer Learning on Demand bewusst angeht, holt deutlich mehr raus. Nicht durch komplizierte Systeme, sondern durch einfache Gewohnheiten. 

  • Die eigenen Quellen kennen und pflegen. Eine kuratierte Sammlung aufbauen: offizielle Dokumentation, zwei oder drei vertrauenswürdige Fachblogs, ein Bookmark-Ordner mit bewährten Referenzen. Keine riesige Linksammlung, sondern eine Handvoll Quellen, bei denen man weiß: Hier finde ich eine belastbare Antwort. 
  • Wissen festhalten und teilen. Problem gelöst? Kurz notieren, was das Problem war, was die Ursache und was geholfen hat. Ob internes Wiki, Team-Channel oder fünf Minuten im Weekly. Das Format ist egal. Entscheidend ist, dass Wissen nicht im Kopf einer einzelnen Person bleibt. 
  • Kleine Lerneinheiten bewusst nutzen. Oft reicht ein einzelnes Kapitel, ein gezieltes Video oder ein Abschnitt in der Dokumentation. Zwanzig fokussierte Minuten, die ein konkretes Problem lösen, bringen mehr als ein ganzer Seminartag, aus dem man drei Folien mitnimmt. 
  • Strukturiertes Lernen und On-Demand verbinden. Genau hier setzt das Campus-Modell an: modulare, praxisnahe Lerneinheiten, die sich gezielt in den Arbeitsalltag einfügen lassen. Man steigt im eigenen Tempo direkt in das Thema ein, das gerade relevant ist. So werden spontanes Nachschlagen und strukturiertes Vertiefen zum Zusammenspiel.

Wer nur auf Kurse setzt, lernt zu langsam 

Die IT wartet nicht darauf, dass jemand einen Schulungskatalog durchblättert. Die besten IT-Professionals haben das verstanden. Sie finden die Antwort, wenn sie sie brauchen. 

Das bedeutet nicht, dass strukturierte Weiterbildung überflüssig ist. Wer nur on demand lernt, ohne solide Grundlagen, baut auf Sand. Aber wer nur auf geplante Kurse setzt und dazwischen aufhört zu lernen, verliert den Anschluss. 

Wir lernen am meisten direkt am Rechner, wenn wir unter Druck ein akutes Problem lösen müssen. Dieser Ansatz ist keine Notlösung, sondern eine der stärksten Formen der Weiterbildung. Die einzige Voraussetzung ist ein bewusstes Vorgehen. Das bedeutet konkret: Verlässliche Quellen sammeln, gefundene Lösungen festhalten und das gewonnene Wissen weitergeben. Außerdem müssen wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass echtes Lernen immer mit einem gedruckten Zertifikat enden muss. 


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID 

Lerne im Videokurs, wie du mit Zero-Trust-Prinzipien und Microsoft Entra ID administrative Identitäten wirksam schützt. Anhand praxisnaher Beispiele baust du eine moderne, sichere IT-Infrastruktur auf und behältst Berechtigungen jederzeit im Griff. 


Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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secIT by heise 2026 https://blog.heise-academy.de/secit-by-heise-2026/ Tue, 14 Apr 2026 11:13:48 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9081 Die Frage ist längst nicht mehr, ob man angegriffen wird, sondern wann. Die IT-Security-Kongressmesse secIT in Hannover bot Sicherheitsbeauftragten auch dieses Jahr hilfreiches Fachwissen, wie Sie Angriffe erkennen, verhindern und eindämmen.

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secIT by heise 2026

Treffpunkt der IT-Security-Szene mit Fokus auf aktuelle Bedrohungen und wirksame Abwehr

Von: Klaus Bierschenk 

Vom 17. bis 19. März 2026 wurde Hannover erneut zum Treffpunkt der IT-Sicherheits-Community: Die secIT by heise öffnete bereits zum neunten Mal ihre Tore im Hannover Congress Centrum. Die über 4.400 Teilnehmenden erwarteten 80 Vorträge und 60 Deep-Dive-Sessions, verteilt auf vier Hallen und vier Bühnen – ein dichtes Programm mit klarem Fokus auf aktuelle Bedrohungslagen und konkrete Gegenmaßnahmen. 

Workshops: Von Regulierung bis Betriebssystemhärtung 

Traditionell startete die Veranstaltung mit einem Workshop-Tag. Das Spektrum reichte von regulatorischen Themen wie der Umsetzung der EU-NIS-2-Richtlinie bis hin zum Aufbau eines Information Security Management Systems (ISMS) nach ISO 27001. 

Auch technisch ging es in die Tiefe: So wurde etwa gezeigt, wie sich Windows 11 allein mit Bordmitteln und ohne Dritthersteller-Software absichern lässt – ein praxisnaher Ansatz, der besonders für kleinere IT-Teams interessant ist. 

Auftakt: Cybersicherheit ist heute wichtiger denn je 

Am zweiten Tag eröffnete Johanna Heise, Gesellschafterin der Heise Gruppe und Gründerin von „Women in Tech by heise“, offiziell die Konferenz, und das mit einer klaren Botschaft: Die Frage ist längst nicht mehr, ob Unternehmen angegriffen werden, sondern wann. Rund 60 Prozent der Handwerksbetriebe wurden bereits Opfer von Cyberattacken. Als aktuelles Beispiel verwies sie auf den Angriff auf das Buchungssystem der Deutschen Bahn im Februar 2026, der zu massiven Störungen führte. 

Auch die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens unterstrich die wachsende Bedeutung von Cybersicherheit – insbesondere durch kontinuierliche Schulung und enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und IT-Sicherheitsexperten. 

Polizeiarbeit: International vernetzt gegen Ransomware 

Ein Highlight der Kongressmesse war der Vortrag von Daniel Lorch vom Polizeipräsidium Reutlingen. Am Beispiel der weltweit agierenden Ransomware-Gruppe „Hive“ zeigte er eindrucksvoll, wie effektiv koordinierte Maßnahmen gegen Cyberkriminalität sein können. Im Rahmen der Operation „Dawnbreaker“ gelang es dem internationalen Ermittlerteam unter Beteiligung des FBI, in die Infrastruktur der Täter einzudringen und die Gruppe zu zerschlagen. 

Besonders brisant: Hive machte auch vor Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen nicht Halt. Der entstandene Schaden geht in die Milliarden, bei über 1.500 dokumentierten Straftaten. 

Lorchs Appell an Unternehmen war klar: IT-Dienstleister müssen sich kritischen Sicherheitsfragen stellen. Wer hier keine überzeugenden Antworten liefert, ist ein Risiko. Denn im Ernstfall kann ein Angriff binnen Tagen zur Existenzfrage werden. 

Breite Themen, klare Botschaften 

Im Fokus der Vorträge stand die Frage, wie sich Cyberangriffe erkennen, verhindern und eindämmen lassen. Wie Unternehmen ihre Systeme sauber und sicher verwalten, um Risiken zu minimieren, war Thema meines eigenen Vortrags mit dem Titel „Digitaler Frühjahrsputz in Entra ID – Aufräumen für mehr Sicherheit“. Unbenutzte Konten und veraltete Richtlinien im Entra Tenant stellen eine erhebliche Gefahr dar. Der Abbau solcher Altlasten lässt sich bestens mit Bordmitteln realisieren – ein wichtiger Hinweis für Organisationen ohne großes Security-Budget. 

Viele Hersteller, Microsoft vorweg, plädieren für eine passwortlose Authentifizierung. Die Tools sind da, die Hardware etwa in Form von Smartphones auch, aber in der Realität sind Passwörter in Unternehmen nach wie vor der Standard. Der Vortrag „Passwörter im Fadenkreuz – Wie Angreifer vorgehen und wie KI das Spiel verändert“ zeigte, wie moderne Passwortattacken ablaufen und zeitgemäßer Schutz dagegen aussehen muss. Maßnahmen wie Passwortmanager und Multi-Faktor-Authentifizierung sind dabei einfache, aber effektive Gegenmittel.  

Hacking zum Mitmachen: Angriffsszenarien live erlebt 

Für besonders viel Andrang sorgte der interaktive Vortrag von Lisa Lobmeyer und Linus Neumann. In einem Rollenspiel simulierten sie eine Cyberattacke. Dabei schlüpfte das Publikum in die Rolle der Angegriffenen und durfte per Votum entscheiden, wie im Krisenfall verfahren werden soll. 

Deutlich wurde dabei, wie Angriffe typischerweise ablaufen. Es beginnt mit der Infiltrierung. Die Angreifer setzen sich fest, spähen die Landschaft nach Gelegenheiten aus, implementieren Hintertüren und beschaffen sich Privilegien. Diese Vorbereitungen können Wochen dauern und bleiben oft unbemerkt. 

Ein zentrales Learning: Vorsorge ist alles. Sicherheitsmaßnahmen müssen in „Friedenszeiten“ etabliert werden, um für den Notfall gerüstet zu sein und schnell handeln zu können. 

Tritt ein Sicherheitsvorfall ein, ist es entscheidend, zu wissen, wo die kritischsten Daten des Unternehmens liegen. Letzten Endes sind sie alle relevant, doch die aktuellen Daten haben den höchsten Geschäftswert. 

Ebenso wichtig ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren, um unter Zeitdruck die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Daher empfahlen Lisa Lobmeyer und Linus Neumann, die Verhandlungen von externen, emotional unbeteiligten Personen führen zu lassen, die den notwendigen Abstand zu den Assets haben. 

Fazit 

Die secIT 2026 bot erneut einen gelungenen Mix aus strategischem Überblick, technischer Tiefe und direktem Austausch. Für Security-Verantwortliche, Admins und Entscheider gleichermaßen lieferte die Veranstaltung wertvolle Impulse. 

Eine zentrale Erkenntnis zog sich durch alle Beiträge: Angriffe sind Alltag, Vorsorge ist unerlässlich. Wer seine Systeme kennt, aufräumt und grundlegende Sicherheitsmaßnahmen umsetzt, reduziert Risiken deutlich – und genau hier setzt der Wissensgewinn durch Formate wie die secIT an.


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung.

Portrait Klaus Bierschenk

Über den Autor: Klaus Bierschenk

Klaus Bierschenk ist seit über 20 Jahren in der IT-Branche tätig und bringt umfassende Erfahrung aus internationalen Identity- und Security-Projekten mit. Als Technologieberater bei CGI Deutschland liegt sein Schwerpunkt auf hybriden IT-Infrastrukturen. Seine Begeisterung für Cloud- und Microsoft-Technologien ist ungebrochen. Er unterstützt IT-Betreiber bei Herausforderungen rund um Active Directory und Microsoft Entra ID.


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IT-Sicherheit im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/it-sicherheit-im-unternehmen/ Thu, 12 Mar 2026 08:20:27 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9056 IT-Sicherheit betrifft alle Mitarbeitenden: Erfahre, wie Unternehmen Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung etablieren, Risiken minimieren und Vertrauen stärken.

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IT-Sicherheit im Unternehmen

Warum IT-Sicherheit alle Mitarbeitenden betrifft

Von: Carla Maria Hoppe

IT-Sicherheit wird häufig allein der IT-Abteilung zugeschrieben. Firewalls, Endpoint-Schutz und Monitoring – das alles ist technisch gut gelöst. Doch moderne Cyberangriffe zeigen, dass die größte Schwachstelle nicht im Serverraum, sondern direkt an den Arbeitsplätzen der Mitarbeitenden sitzt. IT-Sicherheit kann kein isoliertes IT-Thema sein, sondern muss eine unternehmensweite Verantwortung werden. Nur eine Sicherheitsstrategie, die Technik, Prozesse und Mitarbeitende gleichermaßen berücksichtigt, kann nachhaltig wirken.  

Cybercrime 2024: Eine alarmierende Lage 

Laut dem SoSafe Cybercrime Report verursachte Cybercrime 2024 in Deutschland Schäden in Höhe von 178,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Weltweit wurden im selben Jahr 13,4 Milliarden kompromittierte Accounts registriert (GData). Besonders kritisch ist die Zeitspanne, bis ein Angriff erkannt wird: Im Durchschnitt vergehen 293 Tage, bis Phishing-Angriffe identifiziert und eingedämmt werden. Hinzu kommt, dass fast 34 % der Mitarbeitenden deutscher Unternehmen ihre IT-Sicherheitskompetenz als gering oder sehr gering einschätzen. 

Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und unterstreichen die Notwendigkeit, IT-Sicherheit nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch und kulturell zu verankern. Die Kernaufgabe: Awareness schaffen und Cybersecurity als Verantwortung jedes Einzelnen im Unternehmen etablieren. 

IT-Security versus Cybersecurity: Eine wichtige Unterscheidung 

IT-Security und Cybersecurity werden oft synonym verwendet, doch es gibt einen wichtigen Unterschied. Während IT-Security den Schutz der gesamten IT-Infrastruktur eines Unternehmens abdeckt – also Server, Netzwerke, Endgeräte und Daten – fokussiert Cybersecurity vor allem auf die Abwehr von netzwerk- und internetbasierten Angriffen. In der Praxis überschneiden sich beide Bereiche stark, und viele Unternehmen haben IT-Security- und Cybersecurity-Teams eng verzahnt oder in einer gemeinsamen Abteilung. Sie arbeiten mit ähnlichen Technologien, unterscheiden sich jedoch in der Perspektive: Die IT-Security kümmert sich um den sicheren Betrieb der Infrastruktur, Cybersecurity um die Abwehr komplexer und gezielter Angriffe. 

Für die IT-Leitung bedeutet das, über die Technik hinaus zu denken. Es reicht nicht, dass Firewalls, Monitoring-Systeme oder Anti-Malware-Lösungen reibungslos funktionieren. Ebenso wichtig ist es, die organisatorischen Prozesse klar zu definieren und die Mitarbeitenden ausreichend zu sensibilisieren, damit sie potenzielle Angriffe frühzeitig erkennen und angemessen reagieren können. 

Die täglichen Herausforderungen für die IT 

Auch wenn die IT in den meisten Unternehmen technisch gut ausgestattet ist, stößt die IT-Leitung täglich auf Probleme, die sich nicht allein mit Technologie lösen lassen. Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Tools sind zwar entscheidend, doch die größte Schwachstelle liegt oft beim Menschen. Viele Mitarbeitende betrachten IT-Sicherheit weiterhin als Aufgabe der IT-Abteilung und fühlen sich selbst nicht verantwortlich. Das führt dazu, dass Phishing-Mails übersehen, Passwörter mehrfach verwendet oder Warnungen ignoriert werden. 

Ein weiteres Risiko stellt Social Engineering dar. Angreifer nutzen psychologische Mechanismen wie Zeitdruck, Autorität oder Hilfsbereitschaft, um Informationen zu erhalten oder Aktionen auszulösen. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Technologien werden diese Angriffe zunehmend professioneller: Phishing-Mails erscheinen individueller, Deepfake-Stimmen imitieren Führungskräfte, und automatisierte Angriffsszenarien steigern Geschwindigkeit und Präzision. 

Die zentrale Herausforderung für die IT-Leitung besteht daher darin, eine Sicherheitskultur zu etablieren, die alle Mitarbeitenden erreicht und Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung vermittelt. 

Wo die größten Gefahren im Unternehmen lauern 

Die Erfahrung zeigt, dass Cyberrisiken oft an den Stellen entstehen, an denen sie am wenigsten erwartet werden. Dazu gehören Phishing-E-Mails mit manipulierten Links oder Anhängen, Ransomware, die Unternehmensdaten verschlüsselt, sowie schwache oder mehrfach genutzte Passwörter. Fehlende Multi-Faktor-Authentifizierung, Social-Engineering-Angriffe über Telefon oder Business-Netzwerke und die unsichere Nutzung öffentlicher WLANs verstärken die Gefährdung zusätzlich. 

Ein besonders kritischer Punkt ist die Meldung von Vorfällen. Viele Mitarbeitende zögern, Sicherheitsvorfälle zu melden, aus Angst vor Fehlern oder Konsequenzen. Wenn Angriffe erst spät erkannt werden, steigt der Schaden oft exponentiell. Deshalb ist es entscheidend, dass jede Person im Unternehmen genau weiß, wie sie sich im Ernstfall verhalten soll. 

Notfallplanung: Klarheit schaffen 

Ein Notfallplan ist nur wirksam, wenn er gelebt wird. Er muss sicherstellen, dass jede Mitarbeitende weiß, an wen sie sich bei einem Verdachtsfall wenden kann, welche Schritte zu unternehmen sind und welche Handlungen vermieden werden müssen. Regelmäßige Schulungen, simulierte Angriffe und praxisnahe Übungen helfen, dass die Sicherheitsvorgaben nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern im Arbeitsalltag verankert sind. So wird aus einer theoretischen Maßnahme ein funktionierendes Sicherheitsnetz, das das gesamte Unternehmen schützt. 

Sechs Maßnahmen für mehr Cybersecurity Awareness 

  • Praxisnahe Awareness-Trainings: Kurze, verständliche Trainings helfen Mitarbeitenden, reale Angriffszenarien zu erkennen. Anstatt abstrakter Technikvorträge werden konkrete Beispiele gezeigt. 
  • Simulierte Phishing-Tests: Mitarbeitende erhalten gefälschte Phishing-Mails, lernen ihre eigenen Schwachstellen kennen und erfahren, wie sie angemessen reagieren. Solche Simulationen erhöhen das Bewusstsein und schaffen Sicherheit im Umgang mit verdächtigen Nachrichten. 
  • Einfache Sicherheitsregeln: Klare, praktikable Regeln sind entscheidend für den Erfolg jeder Sicherheitsstrategie. Dazu zählen der konsequente Einsatz von Passwortmanagern, Multi-Faktor-Authentifizierung und das sofortige Melden verdächtiger E-Mails. 
  • Führungskräfte als Vorbilder: Cybersecurity funktioniert nur, wenn sie ernst genommen wird – besonders von den Führungskräften. Wer selbst die Regeln befolgt, motiviert das gesamte Team, aufmerksam zu bleiben. 
  • Positive Sicherheitskultur: Eine offene Fehlerkultur ist entscheidend. Sicherheitsvorfälle oder Verdachtsmomente sollten gemeldet und nicht vertuscht werden. So können Probleme frühzeitig erkannt und präventive Maßnahmen eingeleitet werden. 
  • Technik und Kultur kombinieren: Technische Maßnahmen wie Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Lösungen sind unverzichtbar, reichen aber alleine nicht aus. Erst in Kombination mit sensibilisierten Mitarbeitenden und klaren Prozessen entsteht ein wirksamer Schutz. 

Fazit: Cybersecurity ist gemeinsame Verantwortung 

Letztlich zeigt sich: Cybersecurity fängt bei jedem Mitarbeitenden an und hört nicht bei der Technik auf. Unternehmen, die dies verinnerlichen und konsequent umsetzen, verringern das Risiko von Angriffen deutlich und stärken gleichzeitig das Vertrauen sowie die Widerstandskraft ihres Teams. 


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Für alle, die IT(-Security) lieben

Know-how auf höchstem Niveau

Unsere Mission? Deine IT(-Security)-Kompetenzen auf das nächste Level zu heben – für Teams und Einzelpersonen. Investiere in deine und eure kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung und sichere den langfristigen Erfolg eures Unternehmens.

Über die Autorin: Carla Maria Hoppe

Lebenslanges Lernen, Prozessoptimierung und Transformation begleiten Carla seit Beginn ihrer Arbeit. Ihre in der Zusammenarbeit mit IT- und Ingenieur-Teams gesammelte Erfahrung nutzt die Marketing-Verantwortliche in unserem Blog, um das Thema IT-Weiterbildung näher zu beleuchten.


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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung https://blog.heise-academy.de/so-wird-deine-fabric-datenplattform-zur-festung/ Thu, 05 Mar 2026 08:00:00 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9026 Mit Security by Design sorgst du für eine Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist.

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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung

Security by Design

Von: Emil Vinčazović

Microsoft Fabric hat sich schnell als die zentrale SaaS-Plattform für Daten und Analytics etabliert. Die Verlockung ist groß: Alle Daten an einem Ort, einheitliche Tools und eine nahtlose Benutzererfahrung für alle, vom Data Engineer bis zum Business-Anwender. Doch gerade diese Zentralisierung und die damit verbundene Ansammlung geschäftskritischer Daten machen Fabric zu einem extrem schützenswerten Gut. Ein unzureichend gesichertes Fabric-System ist wie ein offener Tresorraum im digitalen Herzen deines Unternehmens. Es reicht hier bei Weitem nicht, Sicherheit als Checkliste zu betrachten, die man zwischendurch mal abarbeitet. Du musst Sicherheit von Grund auf in deine Architektur integrieren. Dieses Prinzip nennt sich Security by Design. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Fabric im Zusammenspiel mit Microsoft Entra ID, Azure Key Vault und Microsoft Defender for Cloud zu einer wahren Festung ausbaust, die den höchsten Ansprüchen an Authentifizierung, Verschlüsselung und Compliance genügt, ohne dabei den Spaß an der Entwicklung zu nehmen.

Das Fundament: Identität und Zugriff mit Microsoft Entra ID

Jede ernsthafte Sicherheitsstrategie beginnt mit der fundamentalen Frage: „Wer darf was?“ In der Microsoft-Cloud ist der Schlüssel zu dieser Frage immer Microsoft Entra ID (früher Azure Active Directory). Entra ID ist nicht nur ein Anmeldedienst, sondern das zentrale Fundament deiner gesamten Fabric-Sicherheitsarchitektur.

Authentifizierung: Wer bist du und wie beweist du es?

Die Anmeldung an Fabric erfolgt ausschließlich über Entra ID. Das bedeutet, du kannst und solltest alle modernen und robusten Authentifizierungsmethoden nutzen, die Entra ID bietet. Die wichtigste Maßnahme ist die Aktivierung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Dies ist keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit für jeden Benutzer, der auf Fabric zugreift. Ein gestohlenes Passwort allein darf niemals ausreichen, um Zugriff auf deine sensibelsten Daten zu erhalten. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, könntest du Conditional Access Policies in Entra ID konfigurieren. Damit kannst du den Zugriff kontextabhängig steuern. Definiere zum Beispiel, dass ein Zugriff auf Fabric nur von bekannten Unternehmensnetzwerken oder von als konform markierten Geräten (via Intune) ohne erneute MFA-Abfrage erlaubt ist. Greift ein Benutzer jedoch von einem unbekannten Standort oder einem privaten Gerät zu, wird eine MFA-Abfrage zwingend erforderlich. Nutze hierfür am besten die Microsoft Authenticator App mit passwortlosem Login oder noch sicherere FIDO2-Sicherheitsschlüssel.

Autorisierung: Was genau darfst du tun?

Nach der erfolgreichen Authentifizierung stellt sich die Frage der Autorisierung. Hier glänzt Fabric mit einem granularen Rollen-basierten Zugriffskontrollmodell (RBAC), das tief in Entra ID verankert ist. Anstatt einzelne Benutzer direkt zu berechtigen, was schnell unübersichtlich wird, solltest du immer mit Entra ID-Sicherheitsgruppen arbeiten. Erstelle logische Gruppen wie „Fabric-Admins“, „Finance-Datenanalysten“ oder „Marketing-Berichtsleser“. Weise diesen Gruppen dann die entsprechenden Rollen innerhalb der Fabric-Workspaces zu. Kurz zu den Rollen: Die Rolle des Admins hat die volle Kontrolle, während ein Member Inhalte veröffentlichen und teilen kann. Ein Contributor kann Inhalte erstellen und bearbeiten, aber keine Apps veröffentlichen. Die Viewer-Rolle hat reinen Lesezugriff auf Berichte. Dieser Ansatz vereinfacht die Verwaltung enorm. Wenn ein Mitarbeiter das Team wechselt, entfernst du ihn einfach aus der alten Gruppe und fügst ihn zur neuen hinzu – seine Berechtigungen in Fabric werden automatisch und konsistent angepasst.

Für den programmatischen Zugriff auf die Daten selbst, insbesondere im Lakehouse oder Warehouse, solltest du niemals auf unsichere Service-Konten mit statischen Passwörtern oder Secrets zurückgreifen. Verwende stattdessen Service Principals oder, noch besser, Managed Identities. Wenn eine Azure Function oder eine Web-App auf Daten in Fabric zugreifen muss, gib ihr eine eigene, in Entra ID verwaltete Identität. Diese Identität kann dann gezielt berechtigt werden, ohne dass du dich um die Speicherung und Rotation von Anmeldeinformationen kümmern musst. Ein praktisches Feature im Zusammenspiel zwischen Azure und Fabric.

Der Tresor: Datenverschlüsselung mit Azure Key Vault

Daten in Fabric sind standardmäßig sowohl bei der Übertragung (in transit) via TLS 1.2+ als auch im Ruhezustand (at rest) mit von Microsoft verwalteten Schlüsseln verschlüsselt. Für die meisten Anwendungsfälle bietet dies bereits ein hohes Schutzniveau. In stark regulierten Branchen wie dem Finanz- oder Gesundheitswesen oder bei besonders hohen internen Sicherheitsanforderungen möchtest du die Kontrolle über die Verschlüsselungsschlüssel jedoch selbst behalten. Dieses Konzept nennt sich Bring Your Own Key (BYOK).

Hier kommt der Azure Key Vault ins Spiel. Der Key Vault ist ein gehärteter, cloudbasierter Dienst zur sicheren Speicherung und Verwaltung von kryptografischen Schlüsseln, Geheimnissen und Zertifikaten. Für maximale Sicherheit werden die Schlüssel in FIPS 140-2 validierten Hardware-Sicherheitsmodulen (HSMs) gespeichert. Du kannst Fabric anweisen, nicht die von Microsoft verwalteten Schlüssel, sondern einen Schlüssel aus deinem eigenen Key Vault für die Verschlüsselung der ruhenden Daten im OneLake zu verwenden.

Der Prozess hierfür ist ein klar definierter Ablauf. Zuerst erstellst du einen Azure Key Vault und einen RSA-Schlüssel darin. Anschließend erteilst du dem Fabric-Dienst, der durch einen eigenen Service Principal repräsentiert wird, die Berechtigung, diesen Schlüssel zu verwenden. Hierfür sind speziell die Operationen getwrapKey und unwrapKey notwendig. Schließlich aktivierst du in den Fabric-Admin-Einstellungen die BYOK-Funktion und verweist auf den spezifischen Schlüssel in deinem Key Vault. Von nun an werden alle Daten in deinem Mandanten mit deinem Schlüssel verschlüsselt. Der große Vorteil ist die volle Kontrolle. Du kannst den Schlüssel nach deinen eigenen Richtlinien rotieren oder im Notfall den Zugriff darauf widerrufen, was die Daten für den Fabric-Dienst augenblicklich unlesbar macht. Dies gibt dir ein Höchstmaß an Souveränität und ist oft eine Kernanforderung von Compliance-Prüfern. Hier sollte natürlich beachtet werden: Wer hat Zugriff auf den Key Vault? Alle Personen mit den nötigen Berechtigungen könnten natürlich die Fabric-Daten durch das Löschen des Keys unlesbar machen.

Der Wächter: Überwachung und Compliance mit Defender for Cloud

Eine sichere Konfiguration aufzusetzen ist gut, aber du musst auch sicherstellen, dass sie sicher bleibt und du auf Bedrohungen und Abweichungen schnell reagieren kannst. Hier schlägt die Stunde von Microsoft Defender for Cloud*. Defender for Cloud bietet eine umfassende Cloud Security Posture Management-Lösung (CSPM), die deine gesamte Azure-Umgebung, einschließlich deiner Fabric-Instanz, kontinuierlich überwacht. Er prüft deine Konfigurationen gegen bewährte Sicherheits-Benchmarks und wichtige Compliance-Standards wie ISO 27001, PCI-DSS oder HIPAA.

Die Integration ist tiefgreifend und kontextbezogen. Defender for Cloud kann zum Beispiel erkennen, ob MFA für Benutzer mit Admin-Rechten in Fabric-Workspaces durchgängig aktiviert ist. Er kann auch verdächtige Aktivitäten identifizieren, wie den massenhaften Export von Daten durch einen einzelnen Benutzer oder Anmeldeversuche von geografisch untypischen Standorten. Ebenso werden Netzwerksicherheitseinstellungen, wie die Beschränkung des öffentlichen Zugriffs auf das Lakehouse, permanent auf korrekte Konfiguration überprüft. Wenn der Defender eine Abweichung oder eine potenzielle Bedrohung feststellt, löst er eine detaillierte Warnung aus. Diese Warnungen sind angereichert mit Kontextinformationen und konkreten Handlungsempfehlungen. Du siehst nicht nur, was das Problem ist, sondern auch, wie du es beheben kannst. In Kombination mit einem SIEM-System wie Microsoft Sentinel kannst du auf diese Warnungen sogar automatisierte Reaktionen, sogenannte SOAR-Playbooks, auslösen, um Bedrohungen in Echtzeit einzudämmen, etwa durch das Sperren eines kompromittierten Benutzerkontos.

Ein unschlagbares Trio

Microsoft Fabric allein ist bereits eine mächtige Plattform. Seine wahre Stärke im Bereich der Enterprise-Sicherheit entfaltet Fabric aber erst im intelligenten Zusammenspiel mit den spezialisierten Diensten der Microsoft Security-Plattform. Die drei Säulen dieser Architektur sind klar definiert. Microsoft Entra ID bildet das Fundament für eine sichere Identität und einen granularen, rollenbasierten Zugriff nach dem Least-Privilege-Prinzip. Der Azure Key Vault gibt dir die ultimative Kontrolle und Souveränität über die Verschlüsselung deiner sensibelsten Daten im Ruhezustand. Schließlich agiert Microsoft Defender for Cloud als wachsamer Beobachter, der deine Sicherheits- und Compliance-Haltung kontinuierlich überwacht und dich proaktiv auf Risiken hinweist.

Indem du diese drei Dienste von Anfang an in deine Fabric-Architektur integrierst, verfolgst du einen echten „Security by Design“-Ansatz. Du schaffst eine robuste, mehrschichtige Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch den zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist. Dies ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der Sicherheit zu einem integralen Bestandteil des gesamten Datenlebenszyklus macht.

Quellen


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID.

Der Kurs vermittelt die Bedeutung der Zero-Trust-Strategie für den Schutz moderner IT-Infrastruktur und wie diese mit den Tools von Microsoft Entra ID implementiert wird. IT-Experte Klaus Bierschenk zeigt in seinem Videokurs alle Inhalte Schritt für Schritt und anhand praxisnaher Beispielszenarien. Der Kurs lädt zum direkten Mitmachen ein und das erworbene Wissen lässt sich in Quizfragen überprüfen.


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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Künstliche Intelligenz & Data Science

Big Data, Machine Learning, Deep Learning, Sprachmodelle – die Themen rund um KI und Data Science verändern heute fast jede Branche. In dieser Kategorie beleuchten wir, wie Daten zu wertvollen Erkenntnissen werden, wie KI-Anwendungen strategisch geplant und verantwortungsvoll betrieben werden können und welche Kompetenzen in der Praxis wirklich zählen. Hier findest du fachlich fundierte Impulse für Fach- und Führungskräfte, die KI-Potenziale nicht nur erkennen, sondern erfolgreich umsetzen möchten.

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]]> Zukunft entsteht nicht von selbst  https://blog.heise-academy.de/zukunft-entsteht-nicht-von-selbst/ Fri, 10 Jul 2026 07:16:43 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9512 Weiterbildung wird oft als Kostenfaktor gesehen, dabei ist sie ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Erfahre, warum gezielte Kompetenzentwicklung Unternehmen produktiver, attraktiver und resilienter macht.

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Zukunft entsteht nicht von selbst  

Wie Unternehmen mit gezielter Kompetenzentwicklung produktiver, attraktiver und resilienter werden 

Von: Arne Schmidt

Viele Unternehmen konzentrieren sich im Arbeitsalltag darauf, akute Engpässe zu lösen: Offene Stellen müssen schnell besetzt, laufende Projekte abgesichert werden. Dabei bleibt oft wenig Raum für die Frage, welche Kompetenzen in Zukunft wirklich entscheidend sein werden. Dies kann sich als problematisch erweisen, denn die Arbeitswelt verändert sich mit hoher Geschwindigkeit. Neue Geschäftsmodelle, veränderte Kundenerwartungen und ein zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck sorgen dafür, dass Qualifikationsanforderungen sich in immer kürzeren Zyklen verschieben. 

Unternehmen, die nicht rechtzeitig in den systematischen Aufbau von Fähigkeiten investieren, laufen Gefahr, mittelfristig den Anschluss zu verlieren. Weiterbildung ist deshalb keine Reaktion auf den Wandel, sondern eine Voraussetzung, um ihn aktiv gestalten zu können.1 

Entwicklung als entscheidender Attraktivitätsfaktor  

Für viele Unternehmen ist es schwierig, passende Fachkräfte zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Neueinstellungen scheitern häufig früh, weil Erwartungen nicht zusammenpassen oder Entwicklungsperspektiven fehlen. Genau hier entfaltet Weiterbildung ihre doppelte Wirkung. 

Unternehmen, die glaubwürdig in die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden investieren, wirken nach außen attraktiver und können zugleich interne Potenziale besser nutzen. Weiterbildung wird damit zu einem strategischen Instrument, das sowohl das Recruiting unterstützt als auch die Abhängigkeit von externen Einstellungen reduziert.1  

Ohne Verbindung bleibt Lernen wirkungslos 

In vielen Organisationen existieren Weiterbildung, Feedback, Leistungsbeurteilung und Karriereplanung nebeneinander, ohne sinnvoll verzahnt zu sein. Für Mitarbeitende entsteht dadurch oft ein Gefühl der Orientierungslosigkeit: Es fehlt an regelmäßigem Feedback, an Zeit zum Lernen und an klaren Entwicklungspfaden. Weiterbildung wird dann als zusätzliche Belastung wahrgenommen und nicht als Chance. 

Ihr volles Potenzial entfaltet sie jedoch erst, wenn sie Teil eines konsistenten Gesamtkonzepts ist. Werden Lernangebote sichtbar mit Zielen, Leistung und Zukunftsaussichten verknüpft, entsteht Klarheit. Mitarbeitende verstehen, warum sie lernen, wofür sie sich entwickeln und welche Rolle Weiterbildung für ihre eigene Zukunft im Unternehmen spielt. 1 

Investieren statt reagieren: Der messbare Nutzen von Qualifizierung 

Eine wachsende Herausforderung für Unternehmen ist, dass sich Mitarbeitende innerlich vom Arbeitgeber distanzieren. Viele Beschäftigte sind nicht offen unzufrieden, haben innerlich aber bereits Abstand zur Arbeit genommen. Ursachen sind häufig fehlende Wertschätzung, mangelnde Sicherheit und fehlende Entwicklungsmöglichkeiten. 

Gezielte Weiterbildung kann hier ein starkes Signal setzen. Sie zeigt, dass Mitarbeitende nicht nur für ihre aktuelle Funktion gesehen werden, sondern als Menschen mit Potenzial. Dieses Signal wirkt motivierend, stärkt die emotionale Bindung und bildet die Grundlage für langfristige Zusammenarbeit.1 

Empirische Studien zeigen deutlich, dass Weiterbildung für Unternehmen einen messbaren wirtschaftlichen Nutzen hat. Bereits eine moderate Steigerung der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen führt zu einer spürbaren Zunahme der Leistungsfähigkeit. Weiterbildung ist damit keine freiwillige Zusatzleistung, sondern eine Investition mit klarem Return. 

Entscheidend ist jedoch die Qualität der Maßnahmen. Besonders wirksam sind strukturierte Formate wie interne oder externe Kurse und Seminare. Sie haben einen nachweisbaren Einfluss auf die Produktivität. Informelles Lernen im Arbeitsalltag allein reicht dagegen nicht aus, um vergleichbare Effekte zu erzielen. Weiterbildung wirkt nur dann, wenn sie gezielt geplant und professionell umgesetzt wird. 2 

Mythos: Qualifizierung führt zur Abwanderung 

Eine häufige Sorge von Unternehmen ist, dass Weiterbildung Mitarbeitende erst recht zum Wechsel motiviert, insbesondere wenn erworbene Qualifikationen auch extern gut verwertbar sind. Die Forschung zeigt jedoch ein anderes Bild. Studien belegen, dass weitergebildete Beschäftigte ihrem Arbeitgeber häufiger treu bleiben als vergleichbare Kolleginnen und Kollegen ohne Weiterbildung, selbst dann, wenn persönliche Faktoren wie Motivation berücksichtigt werden. 

Bemerkenswert ist, dass dieser Effekt auch bei zertifizierten und externen Weiterbildungen bestehen bleibt. Obwohl solche Qualifikationen den individuellen Marktwert erhöhen und für andere Arbeitgeber sichtbar machen, führen sie nicht zu einer erhöhten Abwanderung. Im Gegenteil: Weiterbildung stärkt offenbar das Vertrauen und die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Unternehmen.3 

Was du jetzt konkret tun kannst 

Drei Hebel, die in der Praxis funktionieren: 

  1. Lernzeit verbindlich einplanen. Nicht „nebenbei“, sondern als Bestandteil der Arbeitszeit. Sonst gewinnt immer das Tagesgeschäft. 
  1. Lerninhalte an konkrete Vorhaben koppeln. Wer eine neue Technologie lernt, sollte sie innerhalb von 90 Tagen anwenden dürfen. Sonst verfällt das Wissen. 
  1. Qualität vor Volumen. Einige Stunden mit echten Experten bringen mehr als hunderte unstrukturierter Videos.  

Fazit: Kompetenzen entwickeln heißt Zukunft sichern

Weiterbildung wirkt auf mehreren Ebenen zugleich. Sie steigert die Produktivität, stärkt die Mitarbeiterbindung und erhöht die Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber. Entscheidend ist dabei nicht die bloße Existenz von Lernangeboten, sondern ihre strategische Einbettung in Führung, Feedback und Karriereentwicklung. 

Unternehmen, die Weiterbildung als integralen Bestandteil ihrer Kultur verstehen, investieren nicht nur in Wissen, sondern auch in Motivation, Vertrauen und Zukunftsfähigkeit. In einer Arbeitswelt, die sich ständig verändert, ist genau das der entscheidende Wettbewerbsvorteil. 

Quellen

[1] Julian Kirchherr, Vincent Bérubé, Charlotte Seiler, Kira Rupietta, Marlene Senst, Kristina Störk, Simon Gallot Lavallée (2025). HR Monitor 2025. https://www.mckinsey.com/capabilities/people-and-organizational-performance/our-insights/hr-monitor-2025   

 [2] ZEW. Weiterbildung in Unternehmen zahlt sich aushttps://www.zew.de/das-zew/aktuelles/weiterbildung-in-unternehmen-zahlt-sich-aus  

[3] Dietz, D., & Zwick, T. (2021). The retention effect of training: Portability, visibility, and credibility. The International Journal of Human Resource Management, 33(4), 710–741. 

IT-Weiterbildung, die mit dir Schritt hält

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Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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]]> Digitale Souveränität https://blog.heise-academy.de/digitale-souveraenitaet/ Thu, 11 Jun 2026 15:36:02 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9484 Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

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Digitale Souveränität

Unabhängiger von einzelnen Anbietenden werden und die eigene Resilienz gezielt stärken.

Von: Manuel Atug

Ob Behörde, Krankenhaus oder mittelständisches Unternehmen: Viele Organisationen merken erst dann, wie abhängig sie von einzelnen Softwareanbietenden geworden sind, wenn beispielsweise aufgrund teurer und alternativloser Abo-Modelle Preise massiv steigen, der IT-Support ausläuft oder ein lang genutzter Dienst abgekündigt oder eingestellt wird. Digitale Souveränität ist die Antwort auf genau diese Probleme. Sie beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

Wettbewerb statt Monopol: Alternativen schaffen und nutzen

Wenn ein oder sehr wenige Anbietende einen Teil des Marktes dominieren, fehlt der Druck zur Innovation und den Nutzenden eine echte Auswahl. Wer aus Bequemlichkeit oder mangels Alternativen alles auf eine Karte setzt, zahlt am Ende deutlich höhere Preise und akzeptiert schlechtere Konditionen. Das ist kein Naturgesetz, sondern eine Folge passiver Beschaffungsentscheidungen.

Die Lösung liegt darin, sich dem bewusst zu werden und aktiv Alternativen aufzubauen. Wer diese nutzt, stärkt damit den erforderlichen und dadurch funktionierenden Wettbewerb. Ausschreibungen sollten daher so gestaltet werden, dass auch kleinere oder europäische Anbietende eine reale Chance haben. Langfristige Vollversorgungsverträge mit einem großen Konzern hingegen zementieren Abhängigkeiten, die sich später nur schwer auflösen lassen.

Freie und offene Standards: Das Fundament technologischer Unabhängigkeit

Proprietäre Datenformate, Verarbeitungslogiken in Geschäftsprozessen und Schnittstellen sind eine häufig unterschätzte Form der technischen Abhängigkeit, die in der mittelbaren Auswirkung zu hohen Kosten führt. Wer Daten nur in einem herstellerspezifischen Format speichert oder verarbeitet, ist gefangen und vollständig abhängig. Der Wechsel zu einem anderen System ist dadurch künstlich erschwert oder schlicht unmöglich, da die Umstellung sehr teuer wäre. Technologische Abhängigkeit entsteht dabei über lange Zeiträume oft still und leise, ohne dass jemand eine bewusste Entscheidung dafür trifft. Sie schleicht sich ein und war rückblickend dann „schon immer da“.

Freie und offene Standards – etwa OpenDocument, PDF/A oder offene API-Standards – stellen sicher, dass Daten und Prozesse für die Verarbeitung nicht an einen einzigen Anbietenden gebunden bleiben. Öffentliche Institutionen sollten offene Standards nicht nur bevorzugen, sondern in ihren Beschaffungsrichtlinien verbindlich verankern. Wer diesen Schritt versäumt, schafft Abhängigkeiten, die Jahre später sehr teuer werden können.

Interoperabilität: Systeme, die miteinander sprechen

Viele Softwareprodukte sind absichtlich so gebaut, dass sie schlecht oder kaum mit Konkurrenzprodukten zusammenarbeiten. Sie bieten zwar oftmals umfassende Importmöglichkeit an, aber kaum vollständige Exportoptionen. Dieses Prinzip wird auch als Lock-in-by-Design bezeichnet: Der Wechsel kostet so viel Aufwand, dass er praktisch nie stattfindet, selbst wenn andere Anbietende besser und günstiger wären. Die Nutzung wird dadurch dann gerne als „alternativlos“ bezeichnet und hingenommen.

Interoperabilität, also die Fähigkeit verschiedener Systeme, nahtlos zusammenzuarbeiten und Austauschfähig zu sein, muss daher als zentrale Anforderung in Beschaffungsentscheidungen einfließen. Diese sollte die Geschäftsleitung und Unternehmensführung als strategisches Ziel vorgeben und dem Einkauf als Aufgabenstellung mitgeben.

Offene APIs, dokumentierte Schnittstellen und standardisierte Datenformate sind die technische Grundlage dafür. In der Praxis lässt sich Interoperabilität am zuverlässigsten durch Open-Source-Software sicherstellen, weil deren Code offen einsehbar, anpassbar und flexibler betreibbar ist.

Open Source: Transparenz und Unabhängigkeit durch offenen Code

Bei proprietärer Software weiß man schlicht nicht, was im Inneren passiert: Welche Daten werden gesammelt? Welche Sicherheitslücken existieren? Wie funktioniert die Verarbeitungslogik genau? Wer den Quellcode nicht einsehen kann, muss blind vertrauen und ist somit abhängig. In sicherheitskritischen Bereichen ist das keine tragfähige Basis.

Open-Source-Software macht den Code öffentlich prüfbar und weiterbetreibbar. Das schafft Transparenz und ermöglicht das schnelle Auffinden sowie Schließen von Sicherheitslücken. Darüber hinaus ermöglicht es Organisationen, Software selbst weiterzuentwickeln oder anpassen zu lassen. Sie können diese sogar selbst betreiben oder von unterschiedlichen Dienstleistern betreiben lassen. Gleichzeitig ist Open Source oft der direkteste Weg, offene Standards in der Praxis umzusetzen: Wer den Code besitzt, ist nicht auf den Goodwill – bzw. die AGBs und das Geschäftsinteresse – eines Konzerns angewiesen. Für viele Organisationen ist Open Source damit kein ideologisches Statement, sondern eine pragmatische Entscheidung für mehr Kontrolle und Kostensouveränität.

Exit-Strategie: Den Ausstieg von Anfang an mitdenken

Die meisten IT-Verträge regeln sehr genau, wie man hineinkommt, aber kaum, wie man wieder herauskommt. Wenn ein Vertrag endet, sind Daten oft in proprietären Formaten gespeichert, Prozesse und Verarbeitungslogiken zu tief in ein System eingebaut und der Wechsel kostet schlicht mehr als der zukünftig teurer werdende Verbleib. So entsteht eine Abhängigkeit, die im initialen Vertrag zunächst unsichtbar war.

Bereits beim Vertragsabschluss sollten deshalb Exit-Klauseln bedacht und verhandelt werden: Verarbeitungslogik- und Datenportabilität in offenen Formaten, klare Übergangsfristen und definierte Leistungen für eine souveräne Migration gehören zum Standard guter IT-Verträge. Nur wer den Ausstieg von Anfang an plant, behält die echte Freiheit, auch tatsächlich wechseln zu können und damit einer potenziellen Kostenfalle durch den Lock-In Effekt zu entgehen.

Modularität: Austauschbarkeit als Designprinzip

Monolithische Systeme und Bundles – also Softwarelösungen, die alles in einem Paket oder Abo abdecken – sind bequem, aber auch gefährlich. Wer eine Komplettlösung einkauft oder mietet, hat kaum Spielraum, einzelne Teile zu ersetzen. Wächst die Abhängigkeit, schrumpft der Spielraum.

Modulare Architekturen setzen dagegen auf klar abgegrenzte Komponenten mit definierten Schnittstellen und Prozessabschnitten. Einzelne Module lassen sich so unabhängig voneinander ersetzen, aktualisieren oder durch bessere Lösungen austauschen; ganz ohne das Gesamtsystem zu gefährden. Das erhöht die Resilienz erheblich: Fällt eine Komponente aus, werden Anbietende unzuverlässig, wird der Preis massiv erhöht, bleibt der Rest stabil und bezahlbar. Modularität ist damit nicht nur eine technische Tugend, sondern eine strategische Notwendigkeit.

Kostensouveränität: Die Budgethoheit behalten

Cloud-Dienste und (Abo-)Lizenzmodelle werden häufig mit attraktiven Einstiegspreisen oder Bundles angeboten. Ist die Migration erfolgreich abgeschlossen und die Abhängigkeit aufgebaut, steigen die Preise kontinuierlich und Alternativen sind durch den Lock-In Effekt teuer oder technisch kaum realisierbar. Dieses Phänomen wird auch als Preiserhöhungsfalle bezeichnet und betrifft Organisationen jeder Größe.

Kostensouveränität bedeutet, die vollständige Kontrolle über die eigenen IT-Ausgaben zu behalten. Das gelingt durch transparente (Abo-)Lizenzmodelle, den Einsatz von freien und offenen Standards – idealerweise durch den Einsatz von Open-Source-Lösungen – ohne laufende Lizenzgebühren und durch regelmäßige Marktvergleiche. Wer mehrere Anbietende parallel nutzt oder zumindest als realistisch einsetzbare Option bereithält, behält die Verhandlungsmacht und damit auch die Budgethoheit. Kostensouveränität bildet somit die finanzielle Seite digitaler Souveränität.

Fazit

Digitale Souveränität ist kein Selbstzweck, sondern eine strategische Voraussetzung für Handlungsfähigkeit. Offene Standards, Interoperabilität, Open Source, modulare Architekturen, vertragliche Exit-Optionen, Wettbewerb und Kostenkontrolle: keiner dieser Hebel wirkt allein. Erst ihr Zusammenspiel schafft die Grundlage für echte Unabhängigkeit.

Die zentrale Erkenntnis ist simpel: Abhängigkeit entsteht nicht durch einen einzelnen großen Fehler, sondern durch viele kleine Entscheidungen über Jahre, die in die falsche Richtung weisen. Wer digitale Souveränität ernst nimmt, baut sie deshalb systematisch und schrittweise auf und gewinnt damit genau das, was in einer digitalisierten Welt entscheidend ist: die Freiheit, selbst zu entscheiden und die Kosten zu kontrollieren.

Quellen und Verweise

BSI – C3A: Souveränitätskriterien für Cloud-Dienste (April 2026): https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Presse/Pressemitteilungen/Presse2026/260427_C3A.html
Linux Magazin – BSI legt Kriterien für digitale Souveränität bei Cloud-Diensten vor: https://www.linux-magazin.de/news/bsi-legt-kriterien-fuer-digitale-souveraenitaet-bei-cloud-diensten-vor/
EU-Kommission – Open-Source-Strategie 2020–2023 (Originaldokument, PDF): https://commission.europa.eu/document/download/97e59978-42c0-4b4a-9406-8f1a86837530_de?filename=de_ec_open_source_strategy_2020-2023_0.pdf
Bitkom – Kompass IT-Standards & Interoperabilität: https://www.bitkom.org/Kompass-IT-Standards
OSBA – Positionspapier & Publikationen zur digitalen Souveränität: https://osb-alliance.de/news/publikationen
OSBA – 38 Maßnahmen für Open-Source-getriebene Digitalisierung (PDF): https://osb-alliance.de/wp-content/uploads/2024/06/2024-09-27_Forderungen_Bundestagswahl2025_LR.pdf
Bitkom – Leitfaden Cloud-Souveränität praktisch umsetzen (2026, enthält Exit-Szenarien, offene Standards, Modularität): https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Cloud-Souveraenitaet-praktisch-umsetzen
Datensicherheit.de – Bitkom & BMDS: einheitliche Standards für Open-Source-Beschaffung (EVB-IT, März 2026): https://www.datensicherheit.de/open-source-software-vereinbarung-bmds-bitkom-einheitlich-standards-beschaffung
Schweizer Bundesrat – Leitlinien für digitale Souveränität in der Bundesverwaltung (Dezember 2025): https://www.news.admin.ch/de/newnsb/JxuzVHViGShum_f1h_WDu


Digitale Souveränität in der Praxis

Cloud, KI und Security krisensicher gestalten

Lerne, wie du Abhängigkeiten systematisch identifizierst, Risiken bewertest und mit konkreten Strategien deine digitale Souveränität zurückgewinnst. Die Aufzeichnung des Classrooms steht dir im Professional Pass neben vielen weiteren zur Verfügung.

Portraitbild Manuel Honkhase Atug

Über den Autor: Manuel „HonkHase“ Atug

Manuel „HonkHase“ Atug befasst sich beruflich und privat seit weit über 23 Jahren mit Themen, wie Digitale Souveränität, Kritische Infrastrukturen, Cyberresilienz, defensive Cybersicherheitsstrategien, digitaler Katastrophenschutz und vielem mehr. Im Netz ist er als @HonkHase aktiv. Er ist Experte der European Research Executive Agency (EU REA) und wird regelmäßig für die Bundesregierung und die Bundesländer als Sachverständiger in Fragen der Cybersicherheit und dem Katastrophenschutz berufen.


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]]> Schluss mit den Silos https://blog.heise-academy.de/schluss-mit-den-silos/ Thu, 21 May 2026 15:10:37 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9203 In modernen Cloud-Umgebungen hilft das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud dabei, Sicherheits-, Compliance- und Governance-Anforderungen zentral und ohne isolierte Silos umzusetzen.

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Schluss mit den Silos

Schaffe eine einheitliche Governance mit Purview, Azure Policy und Defender for Cloud

Von: Emil Vinčazović

In der modernen Cloud-Welt jonglierst du täglich mit einer Vielzahl von Herausforderungen. Auf der einen Seite willst du Entwicklern die Freiheit und Agilität geben, schnell neue Dienste bereitzustellen. Auf der anderen Seite musst du sicherstellen, dass die IT-Landschaft sicher ist, Compliance-Vorgaben erfüllt sind und die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Oft führt das zu einem Silo-Denken: Datensicherheit wird in Microsoft Purview gemanagt, die Infrastruktur-Compliance mit Azure Policy und die Security-Härtung mit Microsoft Defender for Cloud. Jeder Bereich hat seine eigenen Regeln und Zuständigkeiten. Doch was wäre, wenn du diese Silos aufbrechen und eine wirklich einheitliche, richtliniengesteuerte Governance etablieren könntest? In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das Zusammenspiel dieser drei mächtigen Werkzeuge funktioniert und wie du damit eine Brücke zwischen Daten, Infrastruktur und Security baust.

Das Problem: Governance in getrennten Welten

Stell dir vor, dein Unternehmen beschließt, dass alle Datenbanken, die personenbezogene Daten enthalten, verschlüsselt sein müssen. Ein typischer Fall für eine Governance-Richtlinie. Doch wo setzt du diese Regel um? Auf der Datenebene mit Purview könntest du eine Richtlinie erstellen, die alle SQL-Datenbanken mit der Klassifizierung „Personenbezogene Daten“ identifiziert. Purview allein kann die Verschlüsselung jedoch nicht erzwingen. Auf der Infrastrukturebene mit Azure Policy könntest du eine Richtlinie erstellen, die prüft, ob Transparent Data Encryption (TDE) für alle SQL-Server aktiviert ist. Diese Richtlinie weiß aber nicht, welche dieser Datenbanken tatsächlich sensible Daten enthalten. Wendest du sie auf alles an, erzeugst du unnötigen Overhead. Dies führt zu Performance-Schwund und überhöhten Kosten. Wendest du sie zu selektiv an, verpasst du vielleicht eine kritische Datenbank. Auf der Security-Ebene mit Defender for Cloud wird dieser dich darauf hinweisen, dass einige Datenbanken nicht verschlüsselt sind, und dies als Sicherheitsrisiko einstufen. Er gibt dir eine Empfehlung, aber die proaktive, unternehmensweite Durchsetzung ist nicht seine primäre Aufgabe. Er gilt also eher als warnendes Glied im Unternehmen.

Du siehst das Problem. Jedes Werkzeug hat eine andere Sicht auf die Welt und spricht eine andere Sprache. Die Folge sind manuelle Abstimmungsprozesse, potenzielle Regelungslücken und eine reaktive statt proaktive Governance. Das kann sich jedoch ändern.

Die Lösung: Eine Brücke zwischen den Welten bauen

Die wahre Stärke entfaltet sich, wenn du diese drei Dienste miteinander verbindest. Das Ziel ist eine Policy-driven Governance, bei der eine zentrale Absicht (z.B. „Schütze sensible Daten“) automatisch in konkrete, technische Kontrollen auf allen Ebenen übersetzt wird.

Schritt 1: Die Daten verstehen mit Microsoft Purview

Alles beginnt mit den Daten. Purview ist deine zentrale Wahrheit für die Datenklassifizierung. Wie in vorherigen Beiträgen von mir besprochen, nutzt du Purview, um deine gesamte Datenlandschaft zu scannen und sensible Informationen mithilfe von Sensitive Information Types, Trainable Classifiers oder Exact Data Match zu identifizieren. Das Ergebnis ist ein umfassender Datenkatalog, der jede Ressource mit Metadaten anreichert. Eine Azure SQL-Datenbank ist dann nicht mehr nur eine Datenbank, sondern eine „Datenbank, die EU-Bürgerdaten enthält“ (Klassifizierung: „DSGVO – Personenbezogene Daten“). Diese Klassifizierung ist der entscheidende Auslöser für alles Weitere.

Schritt 2: Infrastruktur härten mit Azure Policy

Jetzt kommt Azure Policy ins Spiel. Azure Policy ist das Regelwerk für deine gesamte Azure-Infrastruktur. Du kannst damit Richtlinien definieren, die zum Beispiel vorschreiben, dass virtuelle Maschinen nur aus bestimmten Images erstellt werden dürfen, dass keine öffentlichen IP-Adressen an bestimmte Subnetze angehängt werden oder eben, dass die Verschlüsselung für Speicherkonten aktiviert sein muss.

Der Clou ist die Integration mit Purview. Anstatt eine breite, unspezifische Richtlinie zu erstellen, kannst du Azure Policy anweisen, auf die Klassifizierungen von Purview zu reagieren. Eine Richtlinie könnte lauten: „Wenn eine Azure SQL-Datenbank in Purview als ‚Streng Vertraulich‘ klassifiziert ist, prüfe, ob Transparent Data Encryption (TDE) aktiviert ist. Wenn nicht, melde einen Compliance-Verstoß.“ Du kannst sogar noch einen Schritt weiter gehen und Deny- oder DeployIfNotExists-Effekte nutzen, um unsichere Konfigurationen von vornherein zu blockieren oder automatisch zu korrigieren. Dies könnte allerdings zu Frustration bei Entwicklern führen und sollte bedacht werden.

Schritt 3: Security Posture überwachen mit Defender for Cloud

Microsoft Defender for Cloud agiert als dein zentrales Dashboard für die Sicherheitslage. Er sammelt Signale von allen deinen Ressourcen und bewertet sie anhand von etablierten Sicherheits-Frameworks wie dem CIS Benchmark oder NIST. Die Integration mit Azure Policy ist hier nahtlos, denn die meisten Sicherheitsempfehlungen im Defender for Cloud sind im Kern Azure Policy-Definitionen.

Wenn deine Azure Policy, die auf einer Purview-Klassifizierung basiert, einen Verstoß feststellt (z.B. eine unverschlüsselte Datenbank mit sensiblen Daten), wird dieser Verstoß automatisch im Defender for Cloud als Sicherheitsempfehlung mit hoher Priorität angezeigt. Dein Security-Team muss also nicht mehr manuell die Datenklassifizierung prüfen. Sie sehen sofort, dass hier ein echtes Risiko vorliegt, weil nicht irgendeine Test-Datenbank, sondern eine produktive Datenbank mit Kundendaten betroffen ist. Dies ermöglicht eine risikobasierte Priorisierung der anstehenden Aufgaben.

Das Zusammenspiel im Praxisbeispiel

Lass uns das an einem Beispiel durchspielen: Du möchtest sicherstellen, dass alle Azure Storage Accounts, die als „Projektintern“ klassifizierte Dokumente enthalten, keinen öffentlichen Zugriff erlauben. Zuerst konfigurierst du Purview so, dass es deine Storage Accounts scannt und Dokumente, die interne Projektnamen oder -nummern enthalten, als „Projektintern“ klassifiziert. Dies ist der Purview-Scan. Weitere Infos dazu findest du in anderen Purview-Beiträgen von mir.

Anschließend erstellst du eine benutzerdefinierte Azure Policy. Die Logik der Richtlinie lautet: „Für jeden Storage Account, der von Purview die Klassifizierung ‚Projektintern‘ erhalten hat, prüfe die Eigenschaft allowBlobPublicAccess. Wenn diese true ist, löse einen Audit-Event aus.“ Dies ist die Azure Policy Erstellung. Der Defender for Cloud nimmt diese Azure Policy als Teil seiner Sicherheitsbewertung auf. Sobald ein Entwickler versehentlich den öffentlichen Zugriff auf einen dieser Storage Accounts aktiviert, erscheint im Defender eine kritische Warnung. Dies ist die Überwachung im Defender. Optional könntest du die Azure Policy sogar so konfigurieren, dass sie den Effekt Deny hat. In diesem Fall würde der Versuch, den öffentlichen Zugriff zu aktivieren, von vornherein blockiert werden, mit einer klaren Fehlermeldung, die auf die Unternehmensrichtlinie verweist. Dies ist die Automatisierte Reaktion.

Fazit: Von reaktiver Kontrolle zu proaktiver Governance

Das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud ermöglicht einen Paradigmenwechsel. Du bewegst dich weg von einer fragmentierten, reaktiven Kontrolle in Silos hin zu einer integrierten, proaktiven und richtliniengesteuerten Governance. Indem du die Datenklassifizierung als zentrale Wahrheit etablierst, kannst du intelligente und kontextbezogene Regeln für deine Infrastruktur und Sicherheit definieren. Das Ergebnis ist eine robustere Sicherheitslage, eine vereinfachte Compliance und die Gewissheit, dass deine Governance-Richtlinien nicht nur auf dem Papier existieren, sondern in deiner gesamten Cloud-Umgebung aktiv durchgesetzt werden.

Quellen


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung. Dieser Kurs bietet einen praxisnahen Einstieg in die IT-Sicherheit mit Kali Linux, der führenden Plattform für Penetrationstests und Ethical Hacking. 


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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Tradition trifft KI https://blog.heise-academy.de/tradition-trifft-ki/ Fri, 08 May 2026 09:51:03 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9188 Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

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Tradition trifft KI

Lernen bleibt Chefsache – und wird zum Wachstumstreiber

Von: Johanna Heise

Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

Die Nachfolge in einem Familienunternehmen zu gestalten, ist immer eine besondere Herausforderung. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge ist es aber noch viel mehr: Es ist eine Einladung, die Balance aus Tradition, Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung immer wieder neu auszuloten. In den vergangenen Jahren habe ich hautnah erlebt, wie sich die Anforderungen an Unternehmen und an Führungskräfte wandeln – und wie sehr Weiterbildung zur Überlebensfrage geworden ist. Gerade die aktuellen Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz sind ein Brennglas für diese Veränderungen. 

Wenn ich auf unseren Weg bei heise blicke, dann ist klar: Kontinuierliches Lernen hat uns zur Anpassung befähigt – und wird auch künftig darüber entscheiden, ob wir als Unternehmen wachsen und echten Mehrwert für unsere Community schaffen können. Die Geschwindigkeit, mit der sich Technologien und Märkte verändern, macht deutlich: Weiterbildung ist heute keine Option mehr, sondern ein Muss. Und zwar nicht als Pflichtübung, sondern als Haltung. 

KI als Wachstumsmotor – warum Weiterbildung jetzt entscheidend ist 

Von der Prozessoptimierung zum Wachstumstreiber 

Künstliche Intelligenz wird in vielen Unternehmen immer noch als reines Effizienz-Tool gesehen. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Die zentrale Botschaft, die ich aus der aktuellen Diskussion – und nicht zuletzt aus einer inspirierenden Keynote im Rahmen der Hannover Messe – mitnehme: Das eigentliche Potenzial von KI liegt darin, Unternehmen neue Wachstumschancen zu eröffnen. Das ist ein Perspektivwechsel im Vergleich zu früheren Technologiewellen wie Cloud oder IoT. Während damals oft Skepsis und Zurückhaltung dominierten, herrscht heute ein Konsens: Ohne KI wird keine Branche mehr auskommen. 

Das hat weitreichende Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft. Unternehmen, die jetzt zögern, laufen Gefahr, schnell abgehängt zu werden. Es reicht nicht mehr, KI als Automatisierungs-Tool einzusetzen – es geht darum, mit KI neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, innovative Wertschöpfung zu ermöglichen und neue Märkte zu erschließen. Wachstum entsteht dort, wo Menschen bereit sind, sich auf Neues einzulassen und mutig voranzugehen. 

Tradition trifft Innovation: Die Rolle der Unternehmensnachfolge 

Mitten in der Nachfolge eines Familienunternehmens stehe ich für die Verbindung von Tradition und Zukunft. Bei heise haben wir über Jahrzehnte hinweg Werte wie Unabhängigkeit, Qualität und Verantwortung gepflegt. Diese Prinzipien tragen uns – gerade jetzt, wo sich die Spielregeln für Medien, IT und Weiterbildung rasant verschieben. 

Unsere Transformation vom klassischen Telefonbuchverlag hin zum digitalen Medienhaus ist ein Prozess, in dem Lernen und Weiterentwicklung immer strategischer werden. Projekte müssen schneller umgesetzt werden. MVPs – also minimal funktionsfähige Produkte – müssen zügig auf den Markt. Nur wer sich flexibel anpasst und Innovationen vorantreibt, sichert die eigene Marktposition langfristig. Gezielte Weiterbildung ist dabei der Schlüssel: Nur Teams, die moderne Technologien und Methoden – wie Agentic Coding oder KI-gestützte Recherche – beherrschen, können sich im Wettbewerb durchsetzen. 

Lernen als Haltung – nicht als Pflicht 

Was ich in der Praxis immer wieder beobachte: Es reicht nicht, einfach weiterzumachen wie bisher. Moderne Märkte fordern uns heraus, Unsicherheit auszuhalten, Fragen zu stellen und Räume für Experimente zu schaffen. Für Unternehmen bedeutet das: Lernbereitschaft und Offenheit müssen zur Kernkompetenz werden. Wer heute in die Entwicklung der Mitarbeitenden investiert, verschafft sich nicht nur einen Innovationsvorsprung, sondern bindet auch Talente, die gezielt nach Entwicklungsmöglichkeiten suchen. 

Bei der heise academy setzen wir gezielt auf Formate, die Austausch, Peer-Learning und unmittelbaren Praxistransfer ermöglichen. KI-Schulungen sind mehr als technische Updates – sie laden dazu ein, die eigene Rolle im Wandel kritisch zu reflektieren und Verantwortung zu übernehmen. Weiterbildung ist kein Selbstzweck, sondern ein zentraler Hebel, um Wandel aktiv zu gestalten. 

Praxis bei heise: Wie wir KI und Lernkultur integrieren 

KI-Integration mit heise I/O und deep content 

Ein konkretes Beispiel aus unserem Alltag ist die Einführung von heise I/O von deep content. Das Tool hat uns geholfen, KI nicht nur als technische Neuerung, sondern als integralen Bestandteil unserer Arbeitsprozesse zu etablieren. Mit heise I/O können wir Wissen gezielt vernetzen, im Team weiterentwickeln und direkt im Arbeitsalltag einsetzen. Die Plattform verbindet redaktionelle Tiefe mit modernen, KI-gestützten Recherche- und Lernmethoden – und schafft so einen echten Mehrwert. 

Automatisierung spielt dabei eine wichtige Rolle: Ob bei der Erstellung von Pressemitteilungen, Webseiten für heise regioconcept oder Advertorials – KI unterstützt uns dabei, Prozesse effizienter und innovativer zu gestalten. Gleichzeitig bleibt der Mensch im Mittelpunkt: Es geht immer darum, Technologie verantwortungsvoll, kreativ und zum Wohle aller einzusetzen. 

Weiterbildung als strategische Aufgabe und Einladung 

Wir sehen Weiterbildung als strategische Aufgabe – und als Einladung an alle, mitzumachen. Die besten Impulse entstehen, wenn Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam Neues wagen. In der IT – und darüber hinaus – veraltet Wissen heute schneller denn je. Wer hier nicht kontinuierlich investiert, riskiert Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. 

Deshalb ist die Förderung einer aktiven Lernkultur für uns Chefsache. Wir schaffen Räume, in denen Teams Neues ausprobieren können. Wir fördern kritisches Denken, den Austausch in der Community und die Bereitschaft, eigene Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt brauchen wir Führungskräfte, die mutig vorangehen, sich an klaren Werten orientieren und auch unbequeme Entscheidungen treffen. 

Komplexität meistern – Reflexion als Führungsaufgabe 

Die aktuellen Herausforderungen fordern uns auch auf persönlicher Ebene heraus: Entscheidungen werden komplexer und müssen immer häufiger unter Unsicherheit getroffen werden. Es reicht nicht mehr, einmal eingeführte Prozesse einfach fortzuschreiben. Vielmehr ist Selbstreflexion gefragt: Was habe ich als Führungskraft im letzten Jahr gelernt? Wie offen bin ich für Veränderung? Wie kann ich Vorbild sein und mein Team für den Wandel begeistern? 

Diese Haltung ist zentral, um als Unternehmen handlungsfähig zu bleiben – und als Führungskraft glaubwürdig zu sein. Gerade jetzt kommt es darauf an, Räume zu schaffen, in denen Lernen, Experimentieren und auch Scheitern möglich sind. Nur so können wir die Potenziale von KI und anderen Technologien wirklich ausschöpfen und Verantwortung für den gesellschaftlichen Wandel übernehmen. 

Weiterbildung als gesellschaftliche Verantwortung 

Lernen, teilen, gemeinsam wachsen 

Weiterbildung ist heute mehr als eine individuelle Entwicklungschance. Sie ist ein Versprechen an die nächste Generation und ein zentrales Element für die Zukunftsfähigkeit jedes Unternehmens. Die Transformation von heise zeigt: Wer bereit ist, die eigene Lernkultur immer wieder zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, bleibt relevant – als Unternehmen und als Gesellschaft. 

Technologische Innovation und kontinuierliche Weiterbildung gehören untrennbar zusammen. KI ist dabei nicht einfach nur das Thema der Stunde, sondern ein Katalysator für einen offenen, dialogorientierten Umgang mit Veränderung. Die besten Innovationen entstehen dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam wachsen. 

Einladung zum Handeln: Jetzt Verantwortung übernehmen 

Der technologische Wandel ist nicht aufzuhalten – aber wir können ihn gestalten. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge und Nachfolgerin im Familienunternehmen ist klar: Lernen bleibt Chefsache, gerade in Zeiten von KI und rasantem Wandel. 

Nutze die vielfältigen Möglichkeiten der IT-Weiterbildung – ob über die heise academy, heise I/O oder im direkten Austausch mit unserer Community. Hinterfrage deine Lernhaltung, entwickle deine Kompetenzen weiter, bringe dich ein. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für Innovation, Wachstum und gesellschaftlichen Fortschritt. 

Lass uns die Herausforderungen annehmen und die Chancen gestalten – mit Offenheit, Mut und einer echten Lernkultur. Denn gerade jetzt entscheidet sich, welche Unternehmen und welche Menschen den Wandel nicht nur mitlaufen, sondern aktiv vorantreiben.

Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

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Wie fit ist euer Unternehmen in Sachen KI? Mit unserem KI-Check-Selbsttest erkennst du Potenziale für ein eigenes GPT und siehst, wo ihr nachsteuern solltet. Schnell, praxisnah und direkt umsetzbar.

Profilbild Johanna Heise, junge Frau mit langen dunklen Haaren in blauem Blazer

Über die Autorin: Johanna Heise

Johanna Heise (Jg. 1999) ist Head of Brand & Culture bei heise und CEO bei heise ventures sowie Geschäftsführerin der Heise Knowledge GmbH. Seit Mai 2023 verantwortet sie das Employer‑ und Dachmarken‑Branding bei heise, seit März 2024 die Venture‑Investments. Zuvor beriet sie bei KPMG und Simon‑Kucher. Sie studierte Management an der WHU (B.Sc.) und an der ESCP Business School (M.Sc.) in London, Berlin und Madrid, mit Fokus auf Familienunternehmen, internationales Management sowie Sales & Marketing.


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Einführung generativer KI im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/einfuehrung-generativer-ki-im-unternehmen/ Thu, 30 Apr 2026 16:20:13 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9105 Hohe Erwartungen, ernüchternde Ergebnisse: Viele Unternehmen investieren in generative KI, ohne messbare Effekte zu erzielen. Wir zeigen die typischen Stolperfallen und entscheidenden Erfolgsfaktoren bei der Einführung von KI im Unternehmen auf.

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Einführung generativer KI im Unternehmen

Warum Strategien oft scheitern & was wirklich funktioniert

Von: Alexander Miguel Meyer

KI-Strategien überzeugen häufig auf dem Papier – in der Umsetzung scheitern sie regelmäßig. Zunächst wird Copilot als Lösung in den Raum gestellt, es folgen Präsentationen mit ambitionierten Versprechen, begleitet von internen Kommunikationskampagnen. Wenige Wochen später kehrt Ernüchterung ein. KI soll Prozesse beschleunigen und messbare Ergebnisse liefern, doch die Praxis zeigt deutliche Lücken: Das Marketing erhält über Copilot nur generische Kampagnen-Briefings ohne Markenbezug. Das Controlling lässt Q3-Zahlen per ChatGPT zusammenfassen, doch die Ergebnisse verfehlen die strategisch relevanten Kernaussagen. Im Vorstand entstehen kritische Fragen: „Warum wurden 300.000 Euro investiert, wenn die Tools kaum genutzt werden? Warum empfiehlt unsere KI Kunden, die seit Jahren nicht mehr aktiv sind?“ 

Dieser Verlauf wiederholt sich in vielen Unternehmen: hohe Erwartungen, schneller Launch, Orientierungslosigkeit, Enttäuschung. Hinzu kommen ausbleibende Produktivitätsgewinne, die zuvor in Aussicht gestellt wurden. 

Was läuft da schief? 

  1.  Alle tun so, als wüssten sie Bescheid. In Meetings wird zustimmend genickt, später jedoch heimlich nach Begriffen wie „Prompt“ gegoogelt. Niemand möchte ahnungslos wirken. Nur der Praktikant setzt KI bereits routiniert ein – und macht damit das übrige Team nervös. 
  2. Schulung ohne Praxisbezug. Ein einstündiger Inspirationsvortrag ersetzt keine Anleitung. Es fehlen konkrete Prompts, Workflows und Compliance-konforme Tools. Zurück bleibt die Frage: Wie und wo anfangen? 
  3. Zwischen Angst und Hype. Manche befürchten, dass KI sie ersetzen wird. Andere glauben, es ist nur ein Hype – wie Google+ oder NFTs. Das Ergebnis: Die wenigsten nehmen sich bewusst Zeit, um zu experimentieren. 
  4. Der ROI fehlt – und jeder merkt es. Lizenzen werden gekauft, aber keine Nutzungsgewohnheiten etabliert. Dashboards weisen geringe Aktivität aus – und die KI-Verantwortlichen geraten unter Rechtfertigungsdruck. 
  5. Veraltete Governance. Das Legal-Team fordert Klarheit. Compliance benötigt eindeutige Regeln, die jedoch fehlen. Mitarbeitende handeln in einem regulatorischen Vakuum und wissen nicht, was erlaubt ist. 

Wie KI-Einführung wirklich funktioniert 

Entscheidend ist die richtige Mischung aus Top-Down- und Bottom-Up-Maßnahmen. Die folgenden sechs Ansätze haben sich bewährt. 

Mit KI-Champions starten 

Identifiziere die fünf bis zehn Prozent der Belegschaft, die experimentierfreudig sind – die natürlichen Early Adopters. Statte sie mit Tools, Systemzugängen und expliziter Testerlaubnis aus und stelle konkrete Aufgaben: Lässt sich das Reporting beschleunigen? Können Angebote automatisiert auf Kunden-Pain-Points zugeschnitten werden? Dokumentiere kleine Erfolge – etwa 20 Minuten Zeitersparnis in der Sales-Nachbereitung oder automatisierte Excel-Prozesse – und mache sie in All-Hands-Meetings sichtbar. Exklusive Programme wie „KI-Explorer“ erzeugen zusätzlich Nachfrage in anderen Teams. 

Mit echten Anwendungsfällen lernen 

Generische Future-of-Work-Sessions bringen wenig. Wirksamer sind kurze, rollenbasierte Trainings von 20 bis 30 Minuten mit einfachen Beispielen wie „Formuliere diesen LinkedIn-Post um“ oder „Fasse diesen Excel-Report zusammen“. Praxisnutzen schafft Vertrauen und Neugier. 

Zur Identifikation konkreter Use Cases eignet sich eine einfache Tabelle mit fünf Fragen: 

  1. Was ist meine Aufgabe? 
  2. Wie viel Zeit benötige ich dafür? 
  3. Lässt sich die Aufgabe automatisieren? 
  4. Welche Tools kommen dafür infrage? 
  5. Lassen sich die Tools sicher einsetzen? 

Aus den Antworten entsteht eine nach Aufwand und Nutzen priorisierte Shortlist. 

Vermittle zudem, wie man KI als Coach nutzt. Der Mehrwert steigt deutlich, wenn KI Rückfragen stellt, statt nur zu antworten. Ein bewährter Zusatz im Prompt: „Bevor du antwortest, stelle mir weitere Fragen, um meine Problemstellung besser zu verstehen.“ Jedes Training sollte mit zwei bis drei Prompts zum Ausprobieren enden. Bringt KI binnen zehn Minuten keinen Nutzen, ist sie für den Anwendungsfall vermutlich ungeeignet. 

Mache KI zur Challenge 

Sichtbarkeit und spielerische Anreize fördern die KI-Nutzung. Teile Erfolge in Teammeetings („Katrin hat mit GPT das Kunden-Review in der Hälfte der Zeit vorbereitet.“) und etabliere Formate wie den „Prompt der Woche“: eine Folie, ein intelligenter Prompt, eine Minute Erklärung über Zeitersparnis oder Ideengenerierung. Feiere Unerwartetes, z. B. den Praktikanten, der das Onboarding-Dokument mit GPT optimiert, oder die Managerin, die Besprechungsnotizen in To-do-Listen umwandelt. 

Job-Sicherheit klar adressieren 

Viele Mitarbeitende haben Sorgen, ohne sie auszusprechen. Kommuniziere proaktiv und wiederholt: KI ersetzt keine Menschen, sondern repetitive Aufgaben. Offene Formate wie 15-Minuten-Q&A-Sessions oder Slack-AMAs helfen, konkrete Fragen im Zusammenhang mit KI zu klären – etwa zur Nutzung von Kundendaten oder zur Optimierung von Reporting-Prozessen. Kommuniziere Erfolgsgeschichten, zeige messbare Verbesserungen und positioniere KI als strategischen Copiloten. Nicht als Bedrohung, sondern als Enabler für Wertschöpfung. Das Ziel: weniger operative Routine, mehr Raum für Leadership, Innovation und echte Problemlösung, während KI die Fließbandarbeit übernimmt. 

KI-Implementierung als strategischer Produktansatz 

Behandle die KI-Einführung wie einen Produkt-Launch, das heißt als kontinuierlichen Transformationsprozess, nicht als Einzelprojekt. Miss reale Nutzung anhand von Prompt-Aktivität, Tool-Adoption und Zeitersparnis. Werden z. B. nur E-Mail-Funktionen genutzt, spezialisierte Tools aber ignoriert, ist eine Strategieanpassung nötig. Ebenfalls gut funktionieren zentrale Anlaufstellen wie ein dediziertes Helpdesk oder Slack-Channel. Power-User und KI-Champions fungieren hier als Multiplikatoren für Best Practices und Problemlösungen. Verbessere das Training datenbasiert und identifiziere dafür wiederkehrende Herausforderungen. Wenn beispielsweise Tonalitätsanpassungen problematisch sind, erstelle kurze, gezielte 3-Minuten-Tutorials.  

KI-Sicherheit und Compliance offen thematisieren 

KI-Sicherheit muss proaktiv adressiert werden, damit Unklarheit Innovation nicht blockiert. Führungskräfte sollten fünf Kernfragen klären können: 

  1. Hosting-Location: Wo ist das Modell gehostet? 
  2. Datenverarbeitung: Wer verarbeitet unsere Daten? 
  3. Datenspeicherung: Werden Daten gespeichert oder geloggt? 
  4. Modell-Training: Wird das Modell mit unseren Daten trainiert? 
  5. Datenkontrolle: Haben wir Kontrolle über Zugriff, Löschung und Aufbewahrung? 

Regel: Kannst du nicht alle fünf Fragen beantworten, sollte kein Einsatz sensibler Daten erfolgen. 

Es empfiehlt sich die Implementierung eines Ampel-Systems für die Tool-Freigabe: 

  • Grün: Tools in sicherer Cloud-Umgebung 
  • Gelb: Vertrauenswürdige Anbieter mit Admin-Kontrollen und Auftragsverarbeitungsvertrag 
  • Rot: Öffentliche Tools mit unklarer Datenpolitik – Nutzungsverbot 

In einer freigegebenen Standard-Toolbox lassen sich alle zugelassenen Anwendungen bündeln. Was genehmigt ist, wird produktiv genutzt. Es ist entscheidend, Unklarheiten auszuräumen, denn sie führen zu Compliance-Risiken oder Innovationsstillstand. Für höchste Sicherheitsanforderungen empfiehlt sich eine eigene GPT-Instanz in der unternehmenseigenen Cloud-Umgebung. 

Fazit: KI rettet dein Unternehmen nicht – deine Mitarbeitenden schon 

Voraussetzung dafür sind die passenden Tools, klare Rahmenbedingungen und der richtige Kontext. Transformation entsteht nicht in Präsentationen, sondern im Arbeitsalltag – etwa, wenn eine HR-Managerin mithilfe von Copilot ihre administrativen Aufgaben halbiert und die gewonnene Zeit in strategisches Team-Coaching investiert. Genau hier liegt der messbare Mehrwert von KI – und er ist realisierbar.  


Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

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Portraitbild von Alexander Miguel Meyer

Über den Autor: Alexander Miguel Meyer

Nach Stationen in der Management- und IT-Beratung gründete AI Strategy Consultant Alexander Miguel Meyer Dualis Studio – eine Beratung, die DAX-Konzerne und Mittelständler in Deutschland und den USA bei der strategischen KI-Adoption begleitet. Als Trainer und Dozent hat er über 3.000 Professionals befähigt, KI wirksam in ihrer Arbeit zu nutzen. Mit seinem Newsletter „AI-Empowered Leaders“ und seinen Beiträgen auf LinkedIn und im Blog erreicht er rund 40.000 Entscheiderinnen und Entscheider.


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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst  https://blog.heise-academy.de/learning-on-demand-wissen-genau-dann-wenn-du-es-brauchst/ Fri, 24 Apr 2026 15:52:40 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9065 Wenn im entscheidenden Moment nichts mehr läuft, hilft kein geplanter Kurs, sondern die richtige Lösung im richtigen Moment. Hier setzt Learning on Demand an. Der Beitrag zeigt Stärken, Grenzen und wie du damit schneller und nachhaltiger lernst.

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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst 

Warum gezieltes Lernen im Moment of Need in der IT unverzichtbar ist und klassische Weiterbildung oft zu kurz greift 

Von: Arne Schmidt

Die Anwendung läuft in der Testumgebung einwandfrei. Dann geht sie live und nichts geht mehr. Das halbe Team ist schon im Wochenende. Was jetzt hilft, ist kein Kurs und kein Seminar, das irgendwann mal auf der Roadmap stand. Was jetzt hilft, ist die richtige Antwort zur richtigen Zeit. 

Genau das ist Learning on Demand. In der IT-Branche ist dieses Vorgehen längst gängige Praxis, da der Arbeitsalltag es schlichtweg erfordert. Trotzdem behandeln viele Unternehmen Weiterbildung noch so, als ließe sich Wissen auf Vorrat anlegen: Seminarkatalog durchblättern, Termin buchen, zwei Tage raus aus dem Projekt und dann ist drei Wochen später die Hälfte vergessen. 

Dieser Artikel ist für alle, die das kennen. Und für alle, die gezieltes Lernen im Moment of Need bewusst nutzen wollen, statt es dem Zufall zu überlassen. 

Was Learning on Demand wirklich bedeutet 

Statt ein Thema von Grund auf durchzuarbeiten, startet man mit einer konkreten Frage. Man sucht sich gezielt die Antwort in der Dokumentation, in einem Forenthread oder in einem kurzen Video und wendet sie sofort an. Problem erkannt, Wissen geholt, Lösung umgesetzt. 

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Weiterbildung: Der Auslöser ist eine reale Situation, kein Schulungskatalog. Wissen, das sofort angewendet wird, bleibt hängen, weil es direkt mit einer konkreten Erfahrung verknüpft ist. 

Zwei typische Situationen aus dem IT-Alltag zeigen, wie das aussieht: 

Man vor Computer versucht ein IT-Problem zu lösen.

Ein Engineer soll eine bestehende Infrastruktur auf eine neue Plattform migrieren. Die grundsätzlichen Konzepte beherrscht er, aber die konkrete Umsetzung in der neuen Umgebung ist Neuland. Er fängt nicht bei null an, sondern nimmt sein bestehendes Wissen als Gerüst und arbeitet sich gezielt in die plattformspezifischen Unterschiede mit Hilfe von Videokursen ein. Stück für Stück, immer entlang der konkreten Aufgabe. Nach einer Woche läuft das System, und er hat die neue Plattform dort verstanden, wo es zählt. 

Manchmal taucht das Problem aber ungeplant auf. Kurz vor einem Release können sich mehrere Teammitglieder plötzlich nicht mehr bei Cloud-Diensten anmelden, aber lokal funktioniert alles. Der Admin grenzt die Ursache schnell ein: Eine kürzliche Änderung an der Benutzerverwaltung wurde nicht sauber mit dem Cloud-Verzeichnis synchronisiert. Die Details der Synchronisation sind nicht sein tägliches Brot. Also recherchiert er gezielt: offizielle Dokumentation, ein passender Blogbeitrag, die Logs im Admin-Portal. Nach anderthalb Stunden ist das Problem behoben und er weiß jetzt genau, worauf er bei solchen Änderungen künftig achten muss. 

Mann verzweifelt vor einen Computer.

Was beide Situationen gemeinsam haben: Es gab ein konkretes Problem, eine Deadline und Druck. Und genau das war der beste Lernauslöser. 

Wo der Ansatz an seine Grenzen stößt 

So effektiv Learning on Demand im Alltag ist, es funktioniert nicht immer. 

Gezieltes Lernen im Moment of Need setzt ein Fundament voraus. Wer die Grundlagen eines Themas nicht versteht, kann weder die richtige Frage stellen noch die Antwort bewerten. Komplexe, zusammenhängende Themen lassen sich nicht in zwanzig Minuten aus einem Blogbeitrag erschließen. Sie brauchen Struktur, Zeit und oft jemanden, der Inhalte einordnet. 

Viele sehen Learning on Demand fälschlicherweise als kompletten Ersatz für Schulungen an. Doch wer glaubt, man könne sich einfach alles „ergoogeln”, stößt schnell an Grenzen. Fehlen die Grundlagen, mutiert die Lösungsfindung zu einem ziellosen Ausprobieren. Ein solches Vorgehen verschlingt am Ende weit mehr Zeit, als ein ordentlicher Kurs je gekostet hätte. 

Learning on Demand ergänzt fundierte Weiterbildung. Das eine liefert das Fundament, das andere die Antwort im entscheidenden Moment. 

Was im Alltag wirklich funktioniert 

Wer Learning on Demand bewusst angeht, holt deutlich mehr raus. Nicht durch komplizierte Systeme, sondern durch einfache Gewohnheiten. 

  • Die eigenen Quellen kennen und pflegen. Eine kuratierte Sammlung aufbauen: offizielle Dokumentation, zwei oder drei vertrauenswürdige Fachblogs, ein Bookmark-Ordner mit bewährten Referenzen. Keine riesige Linksammlung, sondern eine Handvoll Quellen, bei denen man weiß: Hier finde ich eine belastbare Antwort. 
  • Wissen festhalten und teilen. Problem gelöst? Kurz notieren, was das Problem war, was die Ursache und was geholfen hat. Ob internes Wiki, Team-Channel oder fünf Minuten im Weekly. Das Format ist egal. Entscheidend ist, dass Wissen nicht im Kopf einer einzelnen Person bleibt. 
  • Kleine Lerneinheiten bewusst nutzen. Oft reicht ein einzelnes Kapitel, ein gezieltes Video oder ein Abschnitt in der Dokumentation. Zwanzig fokussierte Minuten, die ein konkretes Problem lösen, bringen mehr als ein ganzer Seminartag, aus dem man drei Folien mitnimmt. 
  • Strukturiertes Lernen und On-Demand verbinden. Genau hier setzt das Campus-Modell an: modulare, praxisnahe Lerneinheiten, die sich gezielt in den Arbeitsalltag einfügen lassen. Man steigt im eigenen Tempo direkt in das Thema ein, das gerade relevant ist. So werden spontanes Nachschlagen und strukturiertes Vertiefen zum Zusammenspiel.

Wer nur auf Kurse setzt, lernt zu langsam 

Die IT wartet nicht darauf, dass jemand einen Schulungskatalog durchblättert. Die besten IT-Professionals haben das verstanden. Sie finden die Antwort, wenn sie sie brauchen. 

Das bedeutet nicht, dass strukturierte Weiterbildung überflüssig ist. Wer nur on demand lernt, ohne solide Grundlagen, baut auf Sand. Aber wer nur auf geplante Kurse setzt und dazwischen aufhört zu lernen, verliert den Anschluss. 

Wir lernen am meisten direkt am Rechner, wenn wir unter Druck ein akutes Problem lösen müssen. Dieser Ansatz ist keine Notlösung, sondern eine der stärksten Formen der Weiterbildung. Die einzige Voraussetzung ist ein bewusstes Vorgehen. Das bedeutet konkret: Verlässliche Quellen sammeln, gefundene Lösungen festhalten und das gewonnene Wissen weitergeben. Außerdem müssen wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass echtes Lernen immer mit einem gedruckten Zertifikat enden muss. 


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID 

Lerne im Videokurs, wie du mit Zero-Trust-Prinzipien und Microsoft Entra ID administrative Identitäten wirksam schützt. Anhand praxisnaher Beispiele baust du eine moderne, sichere IT-Infrastruktur auf und behältst Berechtigungen jederzeit im Griff. 


Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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secIT by heise 2026 https://blog.heise-academy.de/secit-by-heise-2026/ Tue, 14 Apr 2026 11:13:48 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9081 Die Frage ist längst nicht mehr, ob man angegriffen wird, sondern wann. Die IT-Security-Kongressmesse secIT in Hannover bot Sicherheitsbeauftragten auch dieses Jahr hilfreiches Fachwissen, wie Sie Angriffe erkennen, verhindern und eindämmen.

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secIT by heise 2026

Treffpunkt der IT-Security-Szene mit Fokus auf aktuelle Bedrohungen und wirksame Abwehr

Von: Klaus Bierschenk 

Vom 17. bis 19. März 2026 wurde Hannover erneut zum Treffpunkt der IT-Sicherheits-Community: Die secIT by heise öffnete bereits zum neunten Mal ihre Tore im Hannover Congress Centrum. Die über 4.400 Teilnehmenden erwarteten 80 Vorträge und 60 Deep-Dive-Sessions, verteilt auf vier Hallen und vier Bühnen – ein dichtes Programm mit klarem Fokus auf aktuelle Bedrohungslagen und konkrete Gegenmaßnahmen. 

Workshops: Von Regulierung bis Betriebssystemhärtung 

Traditionell startete die Veranstaltung mit einem Workshop-Tag. Das Spektrum reichte von regulatorischen Themen wie der Umsetzung der EU-NIS-2-Richtlinie bis hin zum Aufbau eines Information Security Management Systems (ISMS) nach ISO 27001. 

Auch technisch ging es in die Tiefe: So wurde etwa gezeigt, wie sich Windows 11 allein mit Bordmitteln und ohne Dritthersteller-Software absichern lässt – ein praxisnaher Ansatz, der besonders für kleinere IT-Teams interessant ist. 

Auftakt: Cybersicherheit ist heute wichtiger denn je 

Am zweiten Tag eröffnete Johanna Heise, Gesellschafterin der Heise Gruppe und Gründerin von „Women in Tech by heise“, offiziell die Konferenz, und das mit einer klaren Botschaft: Die Frage ist längst nicht mehr, ob Unternehmen angegriffen werden, sondern wann. Rund 60 Prozent der Handwerksbetriebe wurden bereits Opfer von Cyberattacken. Als aktuelles Beispiel verwies sie auf den Angriff auf das Buchungssystem der Deutschen Bahn im Februar 2026, der zu massiven Störungen führte. 

Auch die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens unterstrich die wachsende Bedeutung von Cybersicherheit – insbesondere durch kontinuierliche Schulung und enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und IT-Sicherheitsexperten. 

Polizeiarbeit: International vernetzt gegen Ransomware 

Ein Highlight der Kongressmesse war der Vortrag von Daniel Lorch vom Polizeipräsidium Reutlingen. Am Beispiel der weltweit agierenden Ransomware-Gruppe „Hive“ zeigte er eindrucksvoll, wie effektiv koordinierte Maßnahmen gegen Cyberkriminalität sein können. Im Rahmen der Operation „Dawnbreaker“ gelang es dem internationalen Ermittlerteam unter Beteiligung des FBI, in die Infrastruktur der Täter einzudringen und die Gruppe zu zerschlagen. 

Besonders brisant: Hive machte auch vor Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen nicht Halt. Der entstandene Schaden geht in die Milliarden, bei über 1.500 dokumentierten Straftaten. 

Lorchs Appell an Unternehmen war klar: IT-Dienstleister müssen sich kritischen Sicherheitsfragen stellen. Wer hier keine überzeugenden Antworten liefert, ist ein Risiko. Denn im Ernstfall kann ein Angriff binnen Tagen zur Existenzfrage werden. 

Breite Themen, klare Botschaften 

Im Fokus der Vorträge stand die Frage, wie sich Cyberangriffe erkennen, verhindern und eindämmen lassen. Wie Unternehmen ihre Systeme sauber und sicher verwalten, um Risiken zu minimieren, war Thema meines eigenen Vortrags mit dem Titel „Digitaler Frühjahrsputz in Entra ID – Aufräumen für mehr Sicherheit“. Unbenutzte Konten und veraltete Richtlinien im Entra Tenant stellen eine erhebliche Gefahr dar. Der Abbau solcher Altlasten lässt sich bestens mit Bordmitteln realisieren – ein wichtiger Hinweis für Organisationen ohne großes Security-Budget. 

Viele Hersteller, Microsoft vorweg, plädieren für eine passwortlose Authentifizierung. Die Tools sind da, die Hardware etwa in Form von Smartphones auch, aber in der Realität sind Passwörter in Unternehmen nach wie vor der Standard. Der Vortrag „Passwörter im Fadenkreuz – Wie Angreifer vorgehen und wie KI das Spiel verändert“ zeigte, wie moderne Passwortattacken ablaufen und zeitgemäßer Schutz dagegen aussehen muss. Maßnahmen wie Passwortmanager und Multi-Faktor-Authentifizierung sind dabei einfache, aber effektive Gegenmittel.  

Hacking zum Mitmachen: Angriffsszenarien live erlebt 

Für besonders viel Andrang sorgte der interaktive Vortrag von Lisa Lobmeyer und Linus Neumann. In einem Rollenspiel simulierten sie eine Cyberattacke. Dabei schlüpfte das Publikum in die Rolle der Angegriffenen und durfte per Votum entscheiden, wie im Krisenfall verfahren werden soll. 

Deutlich wurde dabei, wie Angriffe typischerweise ablaufen. Es beginnt mit der Infiltrierung. Die Angreifer setzen sich fest, spähen die Landschaft nach Gelegenheiten aus, implementieren Hintertüren und beschaffen sich Privilegien. Diese Vorbereitungen können Wochen dauern und bleiben oft unbemerkt. 

Ein zentrales Learning: Vorsorge ist alles. Sicherheitsmaßnahmen müssen in „Friedenszeiten“ etabliert werden, um für den Notfall gerüstet zu sein und schnell handeln zu können. 

Tritt ein Sicherheitsvorfall ein, ist es entscheidend, zu wissen, wo die kritischsten Daten des Unternehmens liegen. Letzten Endes sind sie alle relevant, doch die aktuellen Daten haben den höchsten Geschäftswert. 

Ebenso wichtig ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren, um unter Zeitdruck die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Daher empfahlen Lisa Lobmeyer und Linus Neumann, die Verhandlungen von externen, emotional unbeteiligten Personen führen zu lassen, die den notwendigen Abstand zu den Assets haben. 

Fazit 

Die secIT 2026 bot erneut einen gelungenen Mix aus strategischem Überblick, technischer Tiefe und direktem Austausch. Für Security-Verantwortliche, Admins und Entscheider gleichermaßen lieferte die Veranstaltung wertvolle Impulse. 

Eine zentrale Erkenntnis zog sich durch alle Beiträge: Angriffe sind Alltag, Vorsorge ist unerlässlich. Wer seine Systeme kennt, aufräumt und grundlegende Sicherheitsmaßnahmen umsetzt, reduziert Risiken deutlich – und genau hier setzt der Wissensgewinn durch Formate wie die secIT an.


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung.

Portrait Klaus Bierschenk

Über den Autor: Klaus Bierschenk

Klaus Bierschenk ist seit über 20 Jahren in der IT-Branche tätig und bringt umfassende Erfahrung aus internationalen Identity- und Security-Projekten mit. Als Technologieberater bei CGI Deutschland liegt sein Schwerpunkt auf hybriden IT-Infrastrukturen. Seine Begeisterung für Cloud- und Microsoft-Technologien ist ungebrochen. Er unterstützt IT-Betreiber bei Herausforderungen rund um Active Directory und Microsoft Entra ID.


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IT-Sicherheit im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/it-sicherheit-im-unternehmen/ Thu, 12 Mar 2026 08:20:27 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9056 IT-Sicherheit betrifft alle Mitarbeitenden: Erfahre, wie Unternehmen Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung etablieren, Risiken minimieren und Vertrauen stärken.

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IT-Sicherheit im Unternehmen

Warum IT-Sicherheit alle Mitarbeitenden betrifft

Von: Carla Maria Hoppe

IT-Sicherheit wird häufig allein der IT-Abteilung zugeschrieben. Firewalls, Endpoint-Schutz und Monitoring – das alles ist technisch gut gelöst. Doch moderne Cyberangriffe zeigen, dass die größte Schwachstelle nicht im Serverraum, sondern direkt an den Arbeitsplätzen der Mitarbeitenden sitzt. IT-Sicherheit kann kein isoliertes IT-Thema sein, sondern muss eine unternehmensweite Verantwortung werden. Nur eine Sicherheitsstrategie, die Technik, Prozesse und Mitarbeitende gleichermaßen berücksichtigt, kann nachhaltig wirken.  

Cybercrime 2024: Eine alarmierende Lage 

Laut dem SoSafe Cybercrime Report verursachte Cybercrime 2024 in Deutschland Schäden in Höhe von 178,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Weltweit wurden im selben Jahr 13,4 Milliarden kompromittierte Accounts registriert (GData). Besonders kritisch ist die Zeitspanne, bis ein Angriff erkannt wird: Im Durchschnitt vergehen 293 Tage, bis Phishing-Angriffe identifiziert und eingedämmt werden. Hinzu kommt, dass fast 34 % der Mitarbeitenden deutscher Unternehmen ihre IT-Sicherheitskompetenz als gering oder sehr gering einschätzen. 

Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und unterstreichen die Notwendigkeit, IT-Sicherheit nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch und kulturell zu verankern. Die Kernaufgabe: Awareness schaffen und Cybersecurity als Verantwortung jedes Einzelnen im Unternehmen etablieren. 

IT-Security versus Cybersecurity: Eine wichtige Unterscheidung 

IT-Security und Cybersecurity werden oft synonym verwendet, doch es gibt einen wichtigen Unterschied. Während IT-Security den Schutz der gesamten IT-Infrastruktur eines Unternehmens abdeckt – also Server, Netzwerke, Endgeräte und Daten – fokussiert Cybersecurity vor allem auf die Abwehr von netzwerk- und internetbasierten Angriffen. In der Praxis überschneiden sich beide Bereiche stark, und viele Unternehmen haben IT-Security- und Cybersecurity-Teams eng verzahnt oder in einer gemeinsamen Abteilung. Sie arbeiten mit ähnlichen Technologien, unterscheiden sich jedoch in der Perspektive: Die IT-Security kümmert sich um den sicheren Betrieb der Infrastruktur, Cybersecurity um die Abwehr komplexer und gezielter Angriffe. 

Für die IT-Leitung bedeutet das, über die Technik hinaus zu denken. Es reicht nicht, dass Firewalls, Monitoring-Systeme oder Anti-Malware-Lösungen reibungslos funktionieren. Ebenso wichtig ist es, die organisatorischen Prozesse klar zu definieren und die Mitarbeitenden ausreichend zu sensibilisieren, damit sie potenzielle Angriffe frühzeitig erkennen und angemessen reagieren können. 

Die täglichen Herausforderungen für die IT 

Auch wenn die IT in den meisten Unternehmen technisch gut ausgestattet ist, stößt die IT-Leitung täglich auf Probleme, die sich nicht allein mit Technologie lösen lassen. Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Tools sind zwar entscheidend, doch die größte Schwachstelle liegt oft beim Menschen. Viele Mitarbeitende betrachten IT-Sicherheit weiterhin als Aufgabe der IT-Abteilung und fühlen sich selbst nicht verantwortlich. Das führt dazu, dass Phishing-Mails übersehen, Passwörter mehrfach verwendet oder Warnungen ignoriert werden. 

Ein weiteres Risiko stellt Social Engineering dar. Angreifer nutzen psychologische Mechanismen wie Zeitdruck, Autorität oder Hilfsbereitschaft, um Informationen zu erhalten oder Aktionen auszulösen. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Technologien werden diese Angriffe zunehmend professioneller: Phishing-Mails erscheinen individueller, Deepfake-Stimmen imitieren Führungskräfte, und automatisierte Angriffsszenarien steigern Geschwindigkeit und Präzision. 

Die zentrale Herausforderung für die IT-Leitung besteht daher darin, eine Sicherheitskultur zu etablieren, die alle Mitarbeitenden erreicht und Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung vermittelt. 

Wo die größten Gefahren im Unternehmen lauern 

Die Erfahrung zeigt, dass Cyberrisiken oft an den Stellen entstehen, an denen sie am wenigsten erwartet werden. Dazu gehören Phishing-E-Mails mit manipulierten Links oder Anhängen, Ransomware, die Unternehmensdaten verschlüsselt, sowie schwache oder mehrfach genutzte Passwörter. Fehlende Multi-Faktor-Authentifizierung, Social-Engineering-Angriffe über Telefon oder Business-Netzwerke und die unsichere Nutzung öffentlicher WLANs verstärken die Gefährdung zusätzlich. 

Ein besonders kritischer Punkt ist die Meldung von Vorfällen. Viele Mitarbeitende zögern, Sicherheitsvorfälle zu melden, aus Angst vor Fehlern oder Konsequenzen. Wenn Angriffe erst spät erkannt werden, steigt der Schaden oft exponentiell. Deshalb ist es entscheidend, dass jede Person im Unternehmen genau weiß, wie sie sich im Ernstfall verhalten soll. 

Notfallplanung: Klarheit schaffen 

Ein Notfallplan ist nur wirksam, wenn er gelebt wird. Er muss sicherstellen, dass jede Mitarbeitende weiß, an wen sie sich bei einem Verdachtsfall wenden kann, welche Schritte zu unternehmen sind und welche Handlungen vermieden werden müssen. Regelmäßige Schulungen, simulierte Angriffe und praxisnahe Übungen helfen, dass die Sicherheitsvorgaben nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern im Arbeitsalltag verankert sind. So wird aus einer theoretischen Maßnahme ein funktionierendes Sicherheitsnetz, das das gesamte Unternehmen schützt. 

Sechs Maßnahmen für mehr Cybersecurity Awareness 

  • Praxisnahe Awareness-Trainings: Kurze, verständliche Trainings helfen Mitarbeitenden, reale Angriffszenarien zu erkennen. Anstatt abstrakter Technikvorträge werden konkrete Beispiele gezeigt. 
  • Simulierte Phishing-Tests: Mitarbeitende erhalten gefälschte Phishing-Mails, lernen ihre eigenen Schwachstellen kennen und erfahren, wie sie angemessen reagieren. Solche Simulationen erhöhen das Bewusstsein und schaffen Sicherheit im Umgang mit verdächtigen Nachrichten. 
  • Einfache Sicherheitsregeln: Klare, praktikable Regeln sind entscheidend für den Erfolg jeder Sicherheitsstrategie. Dazu zählen der konsequente Einsatz von Passwortmanagern, Multi-Faktor-Authentifizierung und das sofortige Melden verdächtiger E-Mails. 
  • Führungskräfte als Vorbilder: Cybersecurity funktioniert nur, wenn sie ernst genommen wird – besonders von den Führungskräften. Wer selbst die Regeln befolgt, motiviert das gesamte Team, aufmerksam zu bleiben. 
  • Positive Sicherheitskultur: Eine offene Fehlerkultur ist entscheidend. Sicherheitsvorfälle oder Verdachtsmomente sollten gemeldet und nicht vertuscht werden. So können Probleme frühzeitig erkannt und präventive Maßnahmen eingeleitet werden. 
  • Technik und Kultur kombinieren: Technische Maßnahmen wie Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Lösungen sind unverzichtbar, reichen aber alleine nicht aus. Erst in Kombination mit sensibilisierten Mitarbeitenden und klaren Prozessen entsteht ein wirksamer Schutz. 

Fazit: Cybersecurity ist gemeinsame Verantwortung 

Letztlich zeigt sich: Cybersecurity fängt bei jedem Mitarbeitenden an und hört nicht bei der Technik auf. Unternehmen, die dies verinnerlichen und konsequent umsetzen, verringern das Risiko von Angriffen deutlich und stärken gleichzeitig das Vertrauen sowie die Widerstandskraft ihres Teams. 


Vorschaubild auf die academy Pass Website

Für alle, die IT(-Security) lieben

Know-how auf höchstem Niveau

Unsere Mission? Deine IT(-Security)-Kompetenzen auf das nächste Level zu heben – für Teams und Einzelpersonen. Investiere in deine und eure kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung und sichere den langfristigen Erfolg eures Unternehmens.

Über die Autorin: Carla Maria Hoppe

Lebenslanges Lernen, Prozessoptimierung und Transformation begleiten Carla seit Beginn ihrer Arbeit. Ihre in der Zusammenarbeit mit IT- und Ingenieur-Teams gesammelte Erfahrung nutzt die Marketing-Verantwortliche in unserem Blog, um das Thema IT-Weiterbildung näher zu beleuchten.


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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung https://blog.heise-academy.de/so-wird-deine-fabric-datenplattform-zur-festung/ Thu, 05 Mar 2026 08:00:00 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9026 Mit Security by Design sorgst du für eine Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist.

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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung

Security by Design

Von: Emil Vinčazović

Microsoft Fabric hat sich schnell als die zentrale SaaS-Plattform für Daten und Analytics etabliert. Die Verlockung ist groß: Alle Daten an einem Ort, einheitliche Tools und eine nahtlose Benutzererfahrung für alle, vom Data Engineer bis zum Business-Anwender. Doch gerade diese Zentralisierung und die damit verbundene Ansammlung geschäftskritischer Daten machen Fabric zu einem extrem schützenswerten Gut. Ein unzureichend gesichertes Fabric-System ist wie ein offener Tresorraum im digitalen Herzen deines Unternehmens. Es reicht hier bei Weitem nicht, Sicherheit als Checkliste zu betrachten, die man zwischendurch mal abarbeitet. Du musst Sicherheit von Grund auf in deine Architektur integrieren. Dieses Prinzip nennt sich Security by Design. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Fabric im Zusammenspiel mit Microsoft Entra ID, Azure Key Vault und Microsoft Defender for Cloud zu einer wahren Festung ausbaust, die den höchsten Ansprüchen an Authentifizierung, Verschlüsselung und Compliance genügt, ohne dabei den Spaß an der Entwicklung zu nehmen.

Das Fundament: Identität und Zugriff mit Microsoft Entra ID

Jede ernsthafte Sicherheitsstrategie beginnt mit der fundamentalen Frage: „Wer darf was?“ In der Microsoft-Cloud ist der Schlüssel zu dieser Frage immer Microsoft Entra ID (früher Azure Active Directory). Entra ID ist nicht nur ein Anmeldedienst, sondern das zentrale Fundament deiner gesamten Fabric-Sicherheitsarchitektur.

Authentifizierung: Wer bist du und wie beweist du es?

Die Anmeldung an Fabric erfolgt ausschließlich über Entra ID. Das bedeutet, du kannst und solltest alle modernen und robusten Authentifizierungsmethoden nutzen, die Entra ID bietet. Die wichtigste Maßnahme ist die Aktivierung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Dies ist keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit für jeden Benutzer, der auf Fabric zugreift. Ein gestohlenes Passwort allein darf niemals ausreichen, um Zugriff auf deine sensibelsten Daten zu erhalten. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, könntest du Conditional Access Policies in Entra ID konfigurieren. Damit kannst du den Zugriff kontextabhängig steuern. Definiere zum Beispiel, dass ein Zugriff auf Fabric nur von bekannten Unternehmensnetzwerken oder von als konform markierten Geräten (via Intune) ohne erneute MFA-Abfrage erlaubt ist. Greift ein Benutzer jedoch von einem unbekannten Standort oder einem privaten Gerät zu, wird eine MFA-Abfrage zwingend erforderlich. Nutze hierfür am besten die Microsoft Authenticator App mit passwortlosem Login oder noch sicherere FIDO2-Sicherheitsschlüssel.

Autorisierung: Was genau darfst du tun?

Nach der erfolgreichen Authentifizierung stellt sich die Frage der Autorisierung. Hier glänzt Fabric mit einem granularen Rollen-basierten Zugriffskontrollmodell (RBAC), das tief in Entra ID verankert ist. Anstatt einzelne Benutzer direkt zu berechtigen, was schnell unübersichtlich wird, solltest du immer mit Entra ID-Sicherheitsgruppen arbeiten. Erstelle logische Gruppen wie „Fabric-Admins“, „Finance-Datenanalysten“ oder „Marketing-Berichtsleser“. Weise diesen Gruppen dann die entsprechenden Rollen innerhalb der Fabric-Workspaces zu. Kurz zu den Rollen: Die Rolle des Admins hat die volle Kontrolle, während ein Member Inhalte veröffentlichen und teilen kann. Ein Contributor kann Inhalte erstellen und bearbeiten, aber keine Apps veröffentlichen. Die Viewer-Rolle hat reinen Lesezugriff auf Berichte. Dieser Ansatz vereinfacht die Verwaltung enorm. Wenn ein Mitarbeiter das Team wechselt, entfernst du ihn einfach aus der alten Gruppe und fügst ihn zur neuen hinzu – seine Berechtigungen in Fabric werden automatisch und konsistent angepasst.

Für den programmatischen Zugriff auf die Daten selbst, insbesondere im Lakehouse oder Warehouse, solltest du niemals auf unsichere Service-Konten mit statischen Passwörtern oder Secrets zurückgreifen. Verwende stattdessen Service Principals oder, noch besser, Managed Identities. Wenn eine Azure Function oder eine Web-App auf Daten in Fabric zugreifen muss, gib ihr eine eigene, in Entra ID verwaltete Identität. Diese Identität kann dann gezielt berechtigt werden, ohne dass du dich um die Speicherung und Rotation von Anmeldeinformationen kümmern musst. Ein praktisches Feature im Zusammenspiel zwischen Azure und Fabric.

Der Tresor: Datenverschlüsselung mit Azure Key Vault

Daten in Fabric sind standardmäßig sowohl bei der Übertragung (in transit) via TLS 1.2+ als auch im Ruhezustand (at rest) mit von Microsoft verwalteten Schlüsseln verschlüsselt. Für die meisten Anwendungsfälle bietet dies bereits ein hohes Schutzniveau. In stark regulierten Branchen wie dem Finanz- oder Gesundheitswesen oder bei besonders hohen internen Sicherheitsanforderungen möchtest du die Kontrolle über die Verschlüsselungsschlüssel jedoch selbst behalten. Dieses Konzept nennt sich Bring Your Own Key (BYOK).

Hier kommt der Azure Key Vault ins Spiel. Der Key Vault ist ein gehärteter, cloudbasierter Dienst zur sicheren Speicherung und Verwaltung von kryptografischen Schlüsseln, Geheimnissen und Zertifikaten. Für maximale Sicherheit werden die Schlüssel in FIPS 140-2 validierten Hardware-Sicherheitsmodulen (HSMs) gespeichert. Du kannst Fabric anweisen, nicht die von Microsoft verwalteten Schlüssel, sondern einen Schlüssel aus deinem eigenen Key Vault für die Verschlüsselung der ruhenden Daten im OneLake zu verwenden.

Der Prozess hierfür ist ein klar definierter Ablauf. Zuerst erstellst du einen Azure Key Vault und einen RSA-Schlüssel darin. Anschließend erteilst du dem Fabric-Dienst, der durch einen eigenen Service Principal repräsentiert wird, die Berechtigung, diesen Schlüssel zu verwenden. Hierfür sind speziell die Operationen getwrapKey und unwrapKey notwendig. Schließlich aktivierst du in den Fabric-Admin-Einstellungen die BYOK-Funktion und verweist auf den spezifischen Schlüssel in deinem Key Vault. Von nun an werden alle Daten in deinem Mandanten mit deinem Schlüssel verschlüsselt. Der große Vorteil ist die volle Kontrolle. Du kannst den Schlüssel nach deinen eigenen Richtlinien rotieren oder im Notfall den Zugriff darauf widerrufen, was die Daten für den Fabric-Dienst augenblicklich unlesbar macht. Dies gibt dir ein Höchstmaß an Souveränität und ist oft eine Kernanforderung von Compliance-Prüfern. Hier sollte natürlich beachtet werden: Wer hat Zugriff auf den Key Vault? Alle Personen mit den nötigen Berechtigungen könnten natürlich die Fabric-Daten durch das Löschen des Keys unlesbar machen.

Der Wächter: Überwachung und Compliance mit Defender for Cloud

Eine sichere Konfiguration aufzusetzen ist gut, aber du musst auch sicherstellen, dass sie sicher bleibt und du auf Bedrohungen und Abweichungen schnell reagieren kannst. Hier schlägt die Stunde von Microsoft Defender for Cloud*. Defender for Cloud bietet eine umfassende Cloud Security Posture Management-Lösung (CSPM), die deine gesamte Azure-Umgebung, einschließlich deiner Fabric-Instanz, kontinuierlich überwacht. Er prüft deine Konfigurationen gegen bewährte Sicherheits-Benchmarks und wichtige Compliance-Standards wie ISO 27001, PCI-DSS oder HIPAA.

Die Integration ist tiefgreifend und kontextbezogen. Defender for Cloud kann zum Beispiel erkennen, ob MFA für Benutzer mit Admin-Rechten in Fabric-Workspaces durchgängig aktiviert ist. Er kann auch verdächtige Aktivitäten identifizieren, wie den massenhaften Export von Daten durch einen einzelnen Benutzer oder Anmeldeversuche von geografisch untypischen Standorten. Ebenso werden Netzwerksicherheitseinstellungen, wie die Beschränkung des öffentlichen Zugriffs auf das Lakehouse, permanent auf korrekte Konfiguration überprüft. Wenn der Defender eine Abweichung oder eine potenzielle Bedrohung feststellt, löst er eine detaillierte Warnung aus. Diese Warnungen sind angereichert mit Kontextinformationen und konkreten Handlungsempfehlungen. Du siehst nicht nur, was das Problem ist, sondern auch, wie du es beheben kannst. In Kombination mit einem SIEM-System wie Microsoft Sentinel kannst du auf diese Warnungen sogar automatisierte Reaktionen, sogenannte SOAR-Playbooks, auslösen, um Bedrohungen in Echtzeit einzudämmen, etwa durch das Sperren eines kompromittierten Benutzerkontos.

Ein unschlagbares Trio

Microsoft Fabric allein ist bereits eine mächtige Plattform. Seine wahre Stärke im Bereich der Enterprise-Sicherheit entfaltet Fabric aber erst im intelligenten Zusammenspiel mit den spezialisierten Diensten der Microsoft Security-Plattform. Die drei Säulen dieser Architektur sind klar definiert. Microsoft Entra ID bildet das Fundament für eine sichere Identität und einen granularen, rollenbasierten Zugriff nach dem Least-Privilege-Prinzip. Der Azure Key Vault gibt dir die ultimative Kontrolle und Souveränität über die Verschlüsselung deiner sensibelsten Daten im Ruhezustand. Schließlich agiert Microsoft Defender for Cloud als wachsamer Beobachter, der deine Sicherheits- und Compliance-Haltung kontinuierlich überwacht und dich proaktiv auf Risiken hinweist.

Indem du diese drei Dienste von Anfang an in deine Fabric-Architektur integrierst, verfolgst du einen echten „Security by Design“-Ansatz. Du schaffst eine robuste, mehrschichtige Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch den zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist. Dies ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der Sicherheit zu einem integralen Bestandteil des gesamten Datenlebenszyklus macht.

Quellen


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID.

Der Kurs vermittelt die Bedeutung der Zero-Trust-Strategie für den Schutz moderner IT-Infrastruktur und wie diese mit den Tools von Microsoft Entra ID implementiert wird. IT-Experte Klaus Bierschenk zeigt in seinem Videokurs alle Inhalte Schritt für Schritt und anhand praxisnaher Beispielszenarien. Der Kurs lädt zum direkten Mitmachen ein und das erworbene Wissen lässt sich in Quizfragen überprüfen.


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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Softwareentwicklung

In dieser Kategorie dreht sich alles um das Handwerk der modernen Programmierung — von sauberen Architekturen über praxisnahe Testverfahren bis hin zu agilen Vorgehensweisen und Tool-Chains. Wir zeigen, wie aus Anforderungen funktionierende Software wird, welche Methoden heute entscheidend sind und wie Entwickler und Teams ihre Projekte effizient, wartbar und zukunftssicher gestalten.

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Der Beitrag Zwei Wochen bis zum Patch. Eine Nacht bis zum Angriff.  erschien zuerst auf heise academy Blog.

]]> Zukunft entsteht nicht von selbst  https://blog.heise-academy.de/zukunft-entsteht-nicht-von-selbst/ Fri, 10 Jul 2026 07:16:43 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9512 Weiterbildung wird oft als Kostenfaktor gesehen, dabei ist sie ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Erfahre, warum gezielte Kompetenzentwicklung Unternehmen produktiver, attraktiver und resilienter macht.

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Zukunft entsteht nicht von selbst  

Wie Unternehmen mit gezielter Kompetenzentwicklung produktiver, attraktiver und resilienter werden 

Von: Arne Schmidt

Viele Unternehmen konzentrieren sich im Arbeitsalltag darauf, akute Engpässe zu lösen: Offene Stellen müssen schnell besetzt, laufende Projekte abgesichert werden. Dabei bleibt oft wenig Raum für die Frage, welche Kompetenzen in Zukunft wirklich entscheidend sein werden. Dies kann sich als problematisch erweisen, denn die Arbeitswelt verändert sich mit hoher Geschwindigkeit. Neue Geschäftsmodelle, veränderte Kundenerwartungen und ein zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck sorgen dafür, dass Qualifikationsanforderungen sich in immer kürzeren Zyklen verschieben. 

Unternehmen, die nicht rechtzeitig in den systematischen Aufbau von Fähigkeiten investieren, laufen Gefahr, mittelfristig den Anschluss zu verlieren. Weiterbildung ist deshalb keine Reaktion auf den Wandel, sondern eine Voraussetzung, um ihn aktiv gestalten zu können.1 

Entwicklung als entscheidender Attraktivitätsfaktor  

Für viele Unternehmen ist es schwierig, passende Fachkräfte zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Neueinstellungen scheitern häufig früh, weil Erwartungen nicht zusammenpassen oder Entwicklungsperspektiven fehlen. Genau hier entfaltet Weiterbildung ihre doppelte Wirkung. 

Unternehmen, die glaubwürdig in die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden investieren, wirken nach außen attraktiver und können zugleich interne Potenziale besser nutzen. Weiterbildung wird damit zu einem strategischen Instrument, das sowohl das Recruiting unterstützt als auch die Abhängigkeit von externen Einstellungen reduziert.1  

Ohne Verbindung bleibt Lernen wirkungslos 

In vielen Organisationen existieren Weiterbildung, Feedback, Leistungsbeurteilung und Karriereplanung nebeneinander, ohne sinnvoll verzahnt zu sein. Für Mitarbeitende entsteht dadurch oft ein Gefühl der Orientierungslosigkeit: Es fehlt an regelmäßigem Feedback, an Zeit zum Lernen und an klaren Entwicklungspfaden. Weiterbildung wird dann als zusätzliche Belastung wahrgenommen und nicht als Chance. 

Ihr volles Potenzial entfaltet sie jedoch erst, wenn sie Teil eines konsistenten Gesamtkonzepts ist. Werden Lernangebote sichtbar mit Zielen, Leistung und Zukunftsaussichten verknüpft, entsteht Klarheit. Mitarbeitende verstehen, warum sie lernen, wofür sie sich entwickeln und welche Rolle Weiterbildung für ihre eigene Zukunft im Unternehmen spielt. 1 

Investieren statt reagieren: Der messbare Nutzen von Qualifizierung 

Eine wachsende Herausforderung für Unternehmen ist, dass sich Mitarbeitende innerlich vom Arbeitgeber distanzieren. Viele Beschäftigte sind nicht offen unzufrieden, haben innerlich aber bereits Abstand zur Arbeit genommen. Ursachen sind häufig fehlende Wertschätzung, mangelnde Sicherheit und fehlende Entwicklungsmöglichkeiten. 

Gezielte Weiterbildung kann hier ein starkes Signal setzen. Sie zeigt, dass Mitarbeitende nicht nur für ihre aktuelle Funktion gesehen werden, sondern als Menschen mit Potenzial. Dieses Signal wirkt motivierend, stärkt die emotionale Bindung und bildet die Grundlage für langfristige Zusammenarbeit.1 

Empirische Studien zeigen deutlich, dass Weiterbildung für Unternehmen einen messbaren wirtschaftlichen Nutzen hat. Bereits eine moderate Steigerung der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen führt zu einer spürbaren Zunahme der Leistungsfähigkeit. Weiterbildung ist damit keine freiwillige Zusatzleistung, sondern eine Investition mit klarem Return. 

Entscheidend ist jedoch die Qualität der Maßnahmen. Besonders wirksam sind strukturierte Formate wie interne oder externe Kurse und Seminare. Sie haben einen nachweisbaren Einfluss auf die Produktivität. Informelles Lernen im Arbeitsalltag allein reicht dagegen nicht aus, um vergleichbare Effekte zu erzielen. Weiterbildung wirkt nur dann, wenn sie gezielt geplant und professionell umgesetzt wird. 2 

Mythos: Qualifizierung führt zur Abwanderung 

Eine häufige Sorge von Unternehmen ist, dass Weiterbildung Mitarbeitende erst recht zum Wechsel motiviert, insbesondere wenn erworbene Qualifikationen auch extern gut verwertbar sind. Die Forschung zeigt jedoch ein anderes Bild. Studien belegen, dass weitergebildete Beschäftigte ihrem Arbeitgeber häufiger treu bleiben als vergleichbare Kolleginnen und Kollegen ohne Weiterbildung, selbst dann, wenn persönliche Faktoren wie Motivation berücksichtigt werden. 

Bemerkenswert ist, dass dieser Effekt auch bei zertifizierten und externen Weiterbildungen bestehen bleibt. Obwohl solche Qualifikationen den individuellen Marktwert erhöhen und für andere Arbeitgeber sichtbar machen, führen sie nicht zu einer erhöhten Abwanderung. Im Gegenteil: Weiterbildung stärkt offenbar das Vertrauen und die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Unternehmen.3 

Was du jetzt konkret tun kannst 

Drei Hebel, die in der Praxis funktionieren: 

  1. Lernzeit verbindlich einplanen. Nicht „nebenbei“, sondern als Bestandteil der Arbeitszeit. Sonst gewinnt immer das Tagesgeschäft. 
  1. Lerninhalte an konkrete Vorhaben koppeln. Wer eine neue Technologie lernt, sollte sie innerhalb von 90 Tagen anwenden dürfen. Sonst verfällt das Wissen. 
  1. Qualität vor Volumen. Einige Stunden mit echten Experten bringen mehr als hunderte unstrukturierter Videos.  

Fazit: Kompetenzen entwickeln heißt Zukunft sichern

Weiterbildung wirkt auf mehreren Ebenen zugleich. Sie steigert die Produktivität, stärkt die Mitarbeiterbindung und erhöht die Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber. Entscheidend ist dabei nicht die bloße Existenz von Lernangeboten, sondern ihre strategische Einbettung in Führung, Feedback und Karriereentwicklung. 

Unternehmen, die Weiterbildung als integralen Bestandteil ihrer Kultur verstehen, investieren nicht nur in Wissen, sondern auch in Motivation, Vertrauen und Zukunftsfähigkeit. In einer Arbeitswelt, die sich ständig verändert, ist genau das der entscheidende Wettbewerbsvorteil. 

Quellen

[1] Julian Kirchherr, Vincent Bérubé, Charlotte Seiler, Kira Rupietta, Marlene Senst, Kristina Störk, Simon Gallot Lavallée (2025). HR Monitor 2025. https://www.mckinsey.com/capabilities/people-and-organizational-performance/our-insights/hr-monitor-2025   

 [2] ZEW. Weiterbildung in Unternehmen zahlt sich aushttps://www.zew.de/das-zew/aktuelles/weiterbildung-in-unternehmen-zahlt-sich-aus  

[3] Dietz, D., & Zwick, T. (2021). The retention effect of training: Portability, visibility, and credibility. The International Journal of Human Resource Management, 33(4), 710–741. 

IT-Weiterbildung, die mit dir Schritt hält

Praxisnah, aktuell und flexibel – von IT-Professionals, für IT-Professionals. 

Der heise academy Campus bringt deine IT-Kompetenzen auf das nächste Level: Egal, ob du dich individuell weiterentwickeln oder dein Team gezielt stärken willst. Mit dem academy Pass bekommst du Zugang zur gesamten Lernbibliothek und kannst direkt loslegen. 


Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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]]> Digitale Souveränität https://blog.heise-academy.de/digitale-souveraenitaet/ Thu, 11 Jun 2026 15:36:02 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9484 Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

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Digitale Souveränität

Unabhängiger von einzelnen Anbietenden werden und die eigene Resilienz gezielt stärken.

Von: Manuel Atug

Ob Behörde, Krankenhaus oder mittelständisches Unternehmen: Viele Organisationen merken erst dann, wie abhängig sie von einzelnen Softwareanbietenden geworden sind, wenn beispielsweise aufgrund teurer und alternativloser Abo-Modelle Preise massiv steigen, der IT-Support ausläuft oder ein lang genutzter Dienst abgekündigt oder eingestellt wird. Digitale Souveränität ist die Antwort auf genau diese Probleme. Sie beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

Wettbewerb statt Monopol: Alternativen schaffen und nutzen

Wenn ein oder sehr wenige Anbietende einen Teil des Marktes dominieren, fehlt der Druck zur Innovation und den Nutzenden eine echte Auswahl. Wer aus Bequemlichkeit oder mangels Alternativen alles auf eine Karte setzt, zahlt am Ende deutlich höhere Preise und akzeptiert schlechtere Konditionen. Das ist kein Naturgesetz, sondern eine Folge passiver Beschaffungsentscheidungen.

Die Lösung liegt darin, sich dem bewusst zu werden und aktiv Alternativen aufzubauen. Wer diese nutzt, stärkt damit den erforderlichen und dadurch funktionierenden Wettbewerb. Ausschreibungen sollten daher so gestaltet werden, dass auch kleinere oder europäische Anbietende eine reale Chance haben. Langfristige Vollversorgungsverträge mit einem großen Konzern hingegen zementieren Abhängigkeiten, die sich später nur schwer auflösen lassen.

Freie und offene Standards: Das Fundament technologischer Unabhängigkeit

Proprietäre Datenformate, Verarbeitungslogiken in Geschäftsprozessen und Schnittstellen sind eine häufig unterschätzte Form der technischen Abhängigkeit, die in der mittelbaren Auswirkung zu hohen Kosten führt. Wer Daten nur in einem herstellerspezifischen Format speichert oder verarbeitet, ist gefangen und vollständig abhängig. Der Wechsel zu einem anderen System ist dadurch künstlich erschwert oder schlicht unmöglich, da die Umstellung sehr teuer wäre. Technologische Abhängigkeit entsteht dabei über lange Zeiträume oft still und leise, ohne dass jemand eine bewusste Entscheidung dafür trifft. Sie schleicht sich ein und war rückblickend dann „schon immer da“.

Freie und offene Standards – etwa OpenDocument, PDF/A oder offene API-Standards – stellen sicher, dass Daten und Prozesse für die Verarbeitung nicht an einen einzigen Anbietenden gebunden bleiben. Öffentliche Institutionen sollten offene Standards nicht nur bevorzugen, sondern in ihren Beschaffungsrichtlinien verbindlich verankern. Wer diesen Schritt versäumt, schafft Abhängigkeiten, die Jahre später sehr teuer werden können.

Interoperabilität: Systeme, die miteinander sprechen

Viele Softwareprodukte sind absichtlich so gebaut, dass sie schlecht oder kaum mit Konkurrenzprodukten zusammenarbeiten. Sie bieten zwar oftmals umfassende Importmöglichkeit an, aber kaum vollständige Exportoptionen. Dieses Prinzip wird auch als Lock-in-by-Design bezeichnet: Der Wechsel kostet so viel Aufwand, dass er praktisch nie stattfindet, selbst wenn andere Anbietende besser und günstiger wären. Die Nutzung wird dadurch dann gerne als „alternativlos“ bezeichnet und hingenommen.

Interoperabilität, also die Fähigkeit verschiedener Systeme, nahtlos zusammenzuarbeiten und Austauschfähig zu sein, muss daher als zentrale Anforderung in Beschaffungsentscheidungen einfließen. Diese sollte die Geschäftsleitung und Unternehmensführung als strategisches Ziel vorgeben und dem Einkauf als Aufgabenstellung mitgeben.

Offene APIs, dokumentierte Schnittstellen und standardisierte Datenformate sind die technische Grundlage dafür. In der Praxis lässt sich Interoperabilität am zuverlässigsten durch Open-Source-Software sicherstellen, weil deren Code offen einsehbar, anpassbar und flexibler betreibbar ist.

Open Source: Transparenz und Unabhängigkeit durch offenen Code

Bei proprietärer Software weiß man schlicht nicht, was im Inneren passiert: Welche Daten werden gesammelt? Welche Sicherheitslücken existieren? Wie funktioniert die Verarbeitungslogik genau? Wer den Quellcode nicht einsehen kann, muss blind vertrauen und ist somit abhängig. In sicherheitskritischen Bereichen ist das keine tragfähige Basis.

Open-Source-Software macht den Code öffentlich prüfbar und weiterbetreibbar. Das schafft Transparenz und ermöglicht das schnelle Auffinden sowie Schließen von Sicherheitslücken. Darüber hinaus ermöglicht es Organisationen, Software selbst weiterzuentwickeln oder anpassen zu lassen. Sie können diese sogar selbst betreiben oder von unterschiedlichen Dienstleistern betreiben lassen. Gleichzeitig ist Open Source oft der direkteste Weg, offene Standards in der Praxis umzusetzen: Wer den Code besitzt, ist nicht auf den Goodwill – bzw. die AGBs und das Geschäftsinteresse – eines Konzerns angewiesen. Für viele Organisationen ist Open Source damit kein ideologisches Statement, sondern eine pragmatische Entscheidung für mehr Kontrolle und Kostensouveränität.

Exit-Strategie: Den Ausstieg von Anfang an mitdenken

Die meisten IT-Verträge regeln sehr genau, wie man hineinkommt, aber kaum, wie man wieder herauskommt. Wenn ein Vertrag endet, sind Daten oft in proprietären Formaten gespeichert, Prozesse und Verarbeitungslogiken zu tief in ein System eingebaut und der Wechsel kostet schlicht mehr als der zukünftig teurer werdende Verbleib. So entsteht eine Abhängigkeit, die im initialen Vertrag zunächst unsichtbar war.

Bereits beim Vertragsabschluss sollten deshalb Exit-Klauseln bedacht und verhandelt werden: Verarbeitungslogik- und Datenportabilität in offenen Formaten, klare Übergangsfristen und definierte Leistungen für eine souveräne Migration gehören zum Standard guter IT-Verträge. Nur wer den Ausstieg von Anfang an plant, behält die echte Freiheit, auch tatsächlich wechseln zu können und damit einer potenziellen Kostenfalle durch den Lock-In Effekt zu entgehen.

Modularität: Austauschbarkeit als Designprinzip

Monolithische Systeme und Bundles – also Softwarelösungen, die alles in einem Paket oder Abo abdecken – sind bequem, aber auch gefährlich. Wer eine Komplettlösung einkauft oder mietet, hat kaum Spielraum, einzelne Teile zu ersetzen. Wächst die Abhängigkeit, schrumpft der Spielraum.

Modulare Architekturen setzen dagegen auf klar abgegrenzte Komponenten mit definierten Schnittstellen und Prozessabschnitten. Einzelne Module lassen sich so unabhängig voneinander ersetzen, aktualisieren oder durch bessere Lösungen austauschen; ganz ohne das Gesamtsystem zu gefährden. Das erhöht die Resilienz erheblich: Fällt eine Komponente aus, werden Anbietende unzuverlässig, wird der Preis massiv erhöht, bleibt der Rest stabil und bezahlbar. Modularität ist damit nicht nur eine technische Tugend, sondern eine strategische Notwendigkeit.

Kostensouveränität: Die Budgethoheit behalten

Cloud-Dienste und (Abo-)Lizenzmodelle werden häufig mit attraktiven Einstiegspreisen oder Bundles angeboten. Ist die Migration erfolgreich abgeschlossen und die Abhängigkeit aufgebaut, steigen die Preise kontinuierlich und Alternativen sind durch den Lock-In Effekt teuer oder technisch kaum realisierbar. Dieses Phänomen wird auch als Preiserhöhungsfalle bezeichnet und betrifft Organisationen jeder Größe.

Kostensouveränität bedeutet, die vollständige Kontrolle über die eigenen IT-Ausgaben zu behalten. Das gelingt durch transparente (Abo-)Lizenzmodelle, den Einsatz von freien und offenen Standards – idealerweise durch den Einsatz von Open-Source-Lösungen – ohne laufende Lizenzgebühren und durch regelmäßige Marktvergleiche. Wer mehrere Anbietende parallel nutzt oder zumindest als realistisch einsetzbare Option bereithält, behält die Verhandlungsmacht und damit auch die Budgethoheit. Kostensouveränität bildet somit die finanzielle Seite digitaler Souveränität.

Fazit

Digitale Souveränität ist kein Selbstzweck, sondern eine strategische Voraussetzung für Handlungsfähigkeit. Offene Standards, Interoperabilität, Open Source, modulare Architekturen, vertragliche Exit-Optionen, Wettbewerb und Kostenkontrolle: keiner dieser Hebel wirkt allein. Erst ihr Zusammenspiel schafft die Grundlage für echte Unabhängigkeit.

Die zentrale Erkenntnis ist simpel: Abhängigkeit entsteht nicht durch einen einzelnen großen Fehler, sondern durch viele kleine Entscheidungen über Jahre, die in die falsche Richtung weisen. Wer digitale Souveränität ernst nimmt, baut sie deshalb systematisch und schrittweise auf und gewinnt damit genau das, was in einer digitalisierten Welt entscheidend ist: die Freiheit, selbst zu entscheiden und die Kosten zu kontrollieren.

Quellen und Verweise

BSI – C3A: Souveränitätskriterien für Cloud-Dienste (April 2026): https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Presse/Pressemitteilungen/Presse2026/260427_C3A.html
Linux Magazin – BSI legt Kriterien für digitale Souveränität bei Cloud-Diensten vor: https://www.linux-magazin.de/news/bsi-legt-kriterien-fuer-digitale-souveraenitaet-bei-cloud-diensten-vor/
EU-Kommission – Open-Source-Strategie 2020–2023 (Originaldokument, PDF): https://commission.europa.eu/document/download/97e59978-42c0-4b4a-9406-8f1a86837530_de?filename=de_ec_open_source_strategy_2020-2023_0.pdf
Bitkom – Kompass IT-Standards & Interoperabilität: https://www.bitkom.org/Kompass-IT-Standards
OSBA – Positionspapier & Publikationen zur digitalen Souveränität: https://osb-alliance.de/news/publikationen
OSBA – 38 Maßnahmen für Open-Source-getriebene Digitalisierung (PDF): https://osb-alliance.de/wp-content/uploads/2024/06/2024-09-27_Forderungen_Bundestagswahl2025_LR.pdf
Bitkom – Leitfaden Cloud-Souveränität praktisch umsetzen (2026, enthält Exit-Szenarien, offene Standards, Modularität): https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Cloud-Souveraenitaet-praktisch-umsetzen
Datensicherheit.de – Bitkom & BMDS: einheitliche Standards für Open-Source-Beschaffung (EVB-IT, März 2026): https://www.datensicherheit.de/open-source-software-vereinbarung-bmds-bitkom-einheitlich-standards-beschaffung
Schweizer Bundesrat – Leitlinien für digitale Souveränität in der Bundesverwaltung (Dezember 2025): https://www.news.admin.ch/de/newnsb/JxuzVHViGShum_f1h_WDu


Digitale Souveränität in der Praxis

Cloud, KI und Security krisensicher gestalten

Lerne, wie du Abhängigkeiten systematisch identifizierst, Risiken bewertest und mit konkreten Strategien deine digitale Souveränität zurückgewinnst. Die Aufzeichnung des Classrooms steht dir im Professional Pass neben vielen weiteren zur Verfügung.

Portraitbild Manuel Honkhase Atug

Über den Autor: Manuel „HonkHase“ Atug

Manuel „HonkHase“ Atug befasst sich beruflich und privat seit weit über 23 Jahren mit Themen, wie Digitale Souveränität, Kritische Infrastrukturen, Cyberresilienz, defensive Cybersicherheitsstrategien, digitaler Katastrophenschutz und vielem mehr. Im Netz ist er als @HonkHase aktiv. Er ist Experte der European Research Executive Agency (EU REA) und wird regelmäßig für die Bundesregierung und die Bundesländer als Sachverständiger in Fragen der Cybersicherheit und dem Katastrophenschutz berufen.


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]]> Schluss mit den Silos https://blog.heise-academy.de/schluss-mit-den-silos/ Thu, 21 May 2026 15:10:37 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9203 In modernen Cloud-Umgebungen hilft das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud dabei, Sicherheits-, Compliance- und Governance-Anforderungen zentral und ohne isolierte Silos umzusetzen.

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Schluss mit den Silos

Schaffe eine einheitliche Governance mit Purview, Azure Policy und Defender for Cloud

Von: Emil Vinčazović

In der modernen Cloud-Welt jonglierst du täglich mit einer Vielzahl von Herausforderungen. Auf der einen Seite willst du Entwicklern die Freiheit und Agilität geben, schnell neue Dienste bereitzustellen. Auf der anderen Seite musst du sicherstellen, dass die IT-Landschaft sicher ist, Compliance-Vorgaben erfüllt sind und die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Oft führt das zu einem Silo-Denken: Datensicherheit wird in Microsoft Purview gemanagt, die Infrastruktur-Compliance mit Azure Policy und die Security-Härtung mit Microsoft Defender for Cloud. Jeder Bereich hat seine eigenen Regeln und Zuständigkeiten. Doch was wäre, wenn du diese Silos aufbrechen und eine wirklich einheitliche, richtliniengesteuerte Governance etablieren könntest? In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das Zusammenspiel dieser drei mächtigen Werkzeuge funktioniert und wie du damit eine Brücke zwischen Daten, Infrastruktur und Security baust.

Das Problem: Governance in getrennten Welten

Stell dir vor, dein Unternehmen beschließt, dass alle Datenbanken, die personenbezogene Daten enthalten, verschlüsselt sein müssen. Ein typischer Fall für eine Governance-Richtlinie. Doch wo setzt du diese Regel um? Auf der Datenebene mit Purview könntest du eine Richtlinie erstellen, die alle SQL-Datenbanken mit der Klassifizierung „Personenbezogene Daten“ identifiziert. Purview allein kann die Verschlüsselung jedoch nicht erzwingen. Auf der Infrastrukturebene mit Azure Policy könntest du eine Richtlinie erstellen, die prüft, ob Transparent Data Encryption (TDE) für alle SQL-Server aktiviert ist. Diese Richtlinie weiß aber nicht, welche dieser Datenbanken tatsächlich sensible Daten enthalten. Wendest du sie auf alles an, erzeugst du unnötigen Overhead. Dies führt zu Performance-Schwund und überhöhten Kosten. Wendest du sie zu selektiv an, verpasst du vielleicht eine kritische Datenbank. Auf der Security-Ebene mit Defender for Cloud wird dieser dich darauf hinweisen, dass einige Datenbanken nicht verschlüsselt sind, und dies als Sicherheitsrisiko einstufen. Er gibt dir eine Empfehlung, aber die proaktive, unternehmensweite Durchsetzung ist nicht seine primäre Aufgabe. Er gilt also eher als warnendes Glied im Unternehmen.

Du siehst das Problem. Jedes Werkzeug hat eine andere Sicht auf die Welt und spricht eine andere Sprache. Die Folge sind manuelle Abstimmungsprozesse, potenzielle Regelungslücken und eine reaktive statt proaktive Governance. Das kann sich jedoch ändern.

Die Lösung: Eine Brücke zwischen den Welten bauen

Die wahre Stärke entfaltet sich, wenn du diese drei Dienste miteinander verbindest. Das Ziel ist eine Policy-driven Governance, bei der eine zentrale Absicht (z.B. „Schütze sensible Daten“) automatisch in konkrete, technische Kontrollen auf allen Ebenen übersetzt wird.

Schritt 1: Die Daten verstehen mit Microsoft Purview

Alles beginnt mit den Daten. Purview ist deine zentrale Wahrheit für die Datenklassifizierung. Wie in vorherigen Beiträgen von mir besprochen, nutzt du Purview, um deine gesamte Datenlandschaft zu scannen und sensible Informationen mithilfe von Sensitive Information Types, Trainable Classifiers oder Exact Data Match zu identifizieren. Das Ergebnis ist ein umfassender Datenkatalog, der jede Ressource mit Metadaten anreichert. Eine Azure SQL-Datenbank ist dann nicht mehr nur eine Datenbank, sondern eine „Datenbank, die EU-Bürgerdaten enthält“ (Klassifizierung: „DSGVO – Personenbezogene Daten“). Diese Klassifizierung ist der entscheidende Auslöser für alles Weitere.

Schritt 2: Infrastruktur härten mit Azure Policy

Jetzt kommt Azure Policy ins Spiel. Azure Policy ist das Regelwerk für deine gesamte Azure-Infrastruktur. Du kannst damit Richtlinien definieren, die zum Beispiel vorschreiben, dass virtuelle Maschinen nur aus bestimmten Images erstellt werden dürfen, dass keine öffentlichen IP-Adressen an bestimmte Subnetze angehängt werden oder eben, dass die Verschlüsselung für Speicherkonten aktiviert sein muss.

Der Clou ist die Integration mit Purview. Anstatt eine breite, unspezifische Richtlinie zu erstellen, kannst du Azure Policy anweisen, auf die Klassifizierungen von Purview zu reagieren. Eine Richtlinie könnte lauten: „Wenn eine Azure SQL-Datenbank in Purview als ‚Streng Vertraulich‘ klassifiziert ist, prüfe, ob Transparent Data Encryption (TDE) aktiviert ist. Wenn nicht, melde einen Compliance-Verstoß.“ Du kannst sogar noch einen Schritt weiter gehen und Deny- oder DeployIfNotExists-Effekte nutzen, um unsichere Konfigurationen von vornherein zu blockieren oder automatisch zu korrigieren. Dies könnte allerdings zu Frustration bei Entwicklern führen und sollte bedacht werden.

Schritt 3: Security Posture überwachen mit Defender for Cloud

Microsoft Defender for Cloud agiert als dein zentrales Dashboard für die Sicherheitslage. Er sammelt Signale von allen deinen Ressourcen und bewertet sie anhand von etablierten Sicherheits-Frameworks wie dem CIS Benchmark oder NIST. Die Integration mit Azure Policy ist hier nahtlos, denn die meisten Sicherheitsempfehlungen im Defender for Cloud sind im Kern Azure Policy-Definitionen.

Wenn deine Azure Policy, die auf einer Purview-Klassifizierung basiert, einen Verstoß feststellt (z.B. eine unverschlüsselte Datenbank mit sensiblen Daten), wird dieser Verstoß automatisch im Defender for Cloud als Sicherheitsempfehlung mit hoher Priorität angezeigt. Dein Security-Team muss also nicht mehr manuell die Datenklassifizierung prüfen. Sie sehen sofort, dass hier ein echtes Risiko vorliegt, weil nicht irgendeine Test-Datenbank, sondern eine produktive Datenbank mit Kundendaten betroffen ist. Dies ermöglicht eine risikobasierte Priorisierung der anstehenden Aufgaben.

Das Zusammenspiel im Praxisbeispiel

Lass uns das an einem Beispiel durchspielen: Du möchtest sicherstellen, dass alle Azure Storage Accounts, die als „Projektintern“ klassifizierte Dokumente enthalten, keinen öffentlichen Zugriff erlauben. Zuerst konfigurierst du Purview so, dass es deine Storage Accounts scannt und Dokumente, die interne Projektnamen oder -nummern enthalten, als „Projektintern“ klassifiziert. Dies ist der Purview-Scan. Weitere Infos dazu findest du in anderen Purview-Beiträgen von mir.

Anschließend erstellst du eine benutzerdefinierte Azure Policy. Die Logik der Richtlinie lautet: „Für jeden Storage Account, der von Purview die Klassifizierung ‚Projektintern‘ erhalten hat, prüfe die Eigenschaft allowBlobPublicAccess. Wenn diese true ist, löse einen Audit-Event aus.“ Dies ist die Azure Policy Erstellung. Der Defender for Cloud nimmt diese Azure Policy als Teil seiner Sicherheitsbewertung auf. Sobald ein Entwickler versehentlich den öffentlichen Zugriff auf einen dieser Storage Accounts aktiviert, erscheint im Defender eine kritische Warnung. Dies ist die Überwachung im Defender. Optional könntest du die Azure Policy sogar so konfigurieren, dass sie den Effekt Deny hat. In diesem Fall würde der Versuch, den öffentlichen Zugriff zu aktivieren, von vornherein blockiert werden, mit einer klaren Fehlermeldung, die auf die Unternehmensrichtlinie verweist. Dies ist die Automatisierte Reaktion.

Fazit: Von reaktiver Kontrolle zu proaktiver Governance

Das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud ermöglicht einen Paradigmenwechsel. Du bewegst dich weg von einer fragmentierten, reaktiven Kontrolle in Silos hin zu einer integrierten, proaktiven und richtliniengesteuerten Governance. Indem du die Datenklassifizierung als zentrale Wahrheit etablierst, kannst du intelligente und kontextbezogene Regeln für deine Infrastruktur und Sicherheit definieren. Das Ergebnis ist eine robustere Sicherheitslage, eine vereinfachte Compliance und die Gewissheit, dass deine Governance-Richtlinien nicht nur auf dem Papier existieren, sondern in deiner gesamten Cloud-Umgebung aktiv durchgesetzt werden.

Quellen


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung. Dieser Kurs bietet einen praxisnahen Einstieg in die IT-Sicherheit mit Kali Linux, der führenden Plattform für Penetrationstests und Ethical Hacking. 


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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Tradition trifft KI https://blog.heise-academy.de/tradition-trifft-ki/ Fri, 08 May 2026 09:51:03 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9188 Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

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Tradition trifft KI

Lernen bleibt Chefsache – und wird zum Wachstumstreiber

Von: Johanna Heise

Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

Die Nachfolge in einem Familienunternehmen zu gestalten, ist immer eine besondere Herausforderung. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge ist es aber noch viel mehr: Es ist eine Einladung, die Balance aus Tradition, Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung immer wieder neu auszuloten. In den vergangenen Jahren habe ich hautnah erlebt, wie sich die Anforderungen an Unternehmen und an Führungskräfte wandeln – und wie sehr Weiterbildung zur Überlebensfrage geworden ist. Gerade die aktuellen Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz sind ein Brennglas für diese Veränderungen. 

Wenn ich auf unseren Weg bei heise blicke, dann ist klar: Kontinuierliches Lernen hat uns zur Anpassung befähigt – und wird auch künftig darüber entscheiden, ob wir als Unternehmen wachsen und echten Mehrwert für unsere Community schaffen können. Die Geschwindigkeit, mit der sich Technologien und Märkte verändern, macht deutlich: Weiterbildung ist heute keine Option mehr, sondern ein Muss. Und zwar nicht als Pflichtübung, sondern als Haltung. 

KI als Wachstumsmotor – warum Weiterbildung jetzt entscheidend ist 

Von der Prozessoptimierung zum Wachstumstreiber 

Künstliche Intelligenz wird in vielen Unternehmen immer noch als reines Effizienz-Tool gesehen. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Die zentrale Botschaft, die ich aus der aktuellen Diskussion – und nicht zuletzt aus einer inspirierenden Keynote im Rahmen der Hannover Messe – mitnehme: Das eigentliche Potenzial von KI liegt darin, Unternehmen neue Wachstumschancen zu eröffnen. Das ist ein Perspektivwechsel im Vergleich zu früheren Technologiewellen wie Cloud oder IoT. Während damals oft Skepsis und Zurückhaltung dominierten, herrscht heute ein Konsens: Ohne KI wird keine Branche mehr auskommen. 

Das hat weitreichende Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft. Unternehmen, die jetzt zögern, laufen Gefahr, schnell abgehängt zu werden. Es reicht nicht mehr, KI als Automatisierungs-Tool einzusetzen – es geht darum, mit KI neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, innovative Wertschöpfung zu ermöglichen und neue Märkte zu erschließen. Wachstum entsteht dort, wo Menschen bereit sind, sich auf Neues einzulassen und mutig voranzugehen. 

Tradition trifft Innovation: Die Rolle der Unternehmensnachfolge 

Mitten in der Nachfolge eines Familienunternehmens stehe ich für die Verbindung von Tradition und Zukunft. Bei heise haben wir über Jahrzehnte hinweg Werte wie Unabhängigkeit, Qualität und Verantwortung gepflegt. Diese Prinzipien tragen uns – gerade jetzt, wo sich die Spielregeln für Medien, IT und Weiterbildung rasant verschieben. 

Unsere Transformation vom klassischen Telefonbuchverlag hin zum digitalen Medienhaus ist ein Prozess, in dem Lernen und Weiterentwicklung immer strategischer werden. Projekte müssen schneller umgesetzt werden. MVPs – also minimal funktionsfähige Produkte – müssen zügig auf den Markt. Nur wer sich flexibel anpasst und Innovationen vorantreibt, sichert die eigene Marktposition langfristig. Gezielte Weiterbildung ist dabei der Schlüssel: Nur Teams, die moderne Technologien und Methoden – wie Agentic Coding oder KI-gestützte Recherche – beherrschen, können sich im Wettbewerb durchsetzen. 

Lernen als Haltung – nicht als Pflicht 

Was ich in der Praxis immer wieder beobachte: Es reicht nicht, einfach weiterzumachen wie bisher. Moderne Märkte fordern uns heraus, Unsicherheit auszuhalten, Fragen zu stellen und Räume für Experimente zu schaffen. Für Unternehmen bedeutet das: Lernbereitschaft und Offenheit müssen zur Kernkompetenz werden. Wer heute in die Entwicklung der Mitarbeitenden investiert, verschafft sich nicht nur einen Innovationsvorsprung, sondern bindet auch Talente, die gezielt nach Entwicklungsmöglichkeiten suchen. 

Bei der heise academy setzen wir gezielt auf Formate, die Austausch, Peer-Learning und unmittelbaren Praxistransfer ermöglichen. KI-Schulungen sind mehr als technische Updates – sie laden dazu ein, die eigene Rolle im Wandel kritisch zu reflektieren und Verantwortung zu übernehmen. Weiterbildung ist kein Selbstzweck, sondern ein zentraler Hebel, um Wandel aktiv zu gestalten. 

Praxis bei heise: Wie wir KI und Lernkultur integrieren 

KI-Integration mit heise I/O und deep content 

Ein konkretes Beispiel aus unserem Alltag ist die Einführung von heise I/O von deep content. Das Tool hat uns geholfen, KI nicht nur als technische Neuerung, sondern als integralen Bestandteil unserer Arbeitsprozesse zu etablieren. Mit heise I/O können wir Wissen gezielt vernetzen, im Team weiterentwickeln und direkt im Arbeitsalltag einsetzen. Die Plattform verbindet redaktionelle Tiefe mit modernen, KI-gestützten Recherche- und Lernmethoden – und schafft so einen echten Mehrwert. 

Automatisierung spielt dabei eine wichtige Rolle: Ob bei der Erstellung von Pressemitteilungen, Webseiten für heise regioconcept oder Advertorials – KI unterstützt uns dabei, Prozesse effizienter und innovativer zu gestalten. Gleichzeitig bleibt der Mensch im Mittelpunkt: Es geht immer darum, Technologie verantwortungsvoll, kreativ und zum Wohle aller einzusetzen. 

Weiterbildung als strategische Aufgabe und Einladung 

Wir sehen Weiterbildung als strategische Aufgabe – und als Einladung an alle, mitzumachen. Die besten Impulse entstehen, wenn Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam Neues wagen. In der IT – und darüber hinaus – veraltet Wissen heute schneller denn je. Wer hier nicht kontinuierlich investiert, riskiert Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. 

Deshalb ist die Förderung einer aktiven Lernkultur für uns Chefsache. Wir schaffen Räume, in denen Teams Neues ausprobieren können. Wir fördern kritisches Denken, den Austausch in der Community und die Bereitschaft, eigene Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt brauchen wir Führungskräfte, die mutig vorangehen, sich an klaren Werten orientieren und auch unbequeme Entscheidungen treffen. 

Komplexität meistern – Reflexion als Führungsaufgabe 

Die aktuellen Herausforderungen fordern uns auch auf persönlicher Ebene heraus: Entscheidungen werden komplexer und müssen immer häufiger unter Unsicherheit getroffen werden. Es reicht nicht mehr, einmal eingeführte Prozesse einfach fortzuschreiben. Vielmehr ist Selbstreflexion gefragt: Was habe ich als Führungskraft im letzten Jahr gelernt? Wie offen bin ich für Veränderung? Wie kann ich Vorbild sein und mein Team für den Wandel begeistern? 

Diese Haltung ist zentral, um als Unternehmen handlungsfähig zu bleiben – und als Führungskraft glaubwürdig zu sein. Gerade jetzt kommt es darauf an, Räume zu schaffen, in denen Lernen, Experimentieren und auch Scheitern möglich sind. Nur so können wir die Potenziale von KI und anderen Technologien wirklich ausschöpfen und Verantwortung für den gesellschaftlichen Wandel übernehmen. 

Weiterbildung als gesellschaftliche Verantwortung 

Lernen, teilen, gemeinsam wachsen 

Weiterbildung ist heute mehr als eine individuelle Entwicklungschance. Sie ist ein Versprechen an die nächste Generation und ein zentrales Element für die Zukunftsfähigkeit jedes Unternehmens. Die Transformation von heise zeigt: Wer bereit ist, die eigene Lernkultur immer wieder zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, bleibt relevant – als Unternehmen und als Gesellschaft. 

Technologische Innovation und kontinuierliche Weiterbildung gehören untrennbar zusammen. KI ist dabei nicht einfach nur das Thema der Stunde, sondern ein Katalysator für einen offenen, dialogorientierten Umgang mit Veränderung. Die besten Innovationen entstehen dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam wachsen. 

Einladung zum Handeln: Jetzt Verantwortung übernehmen 

Der technologische Wandel ist nicht aufzuhalten – aber wir können ihn gestalten. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge und Nachfolgerin im Familienunternehmen ist klar: Lernen bleibt Chefsache, gerade in Zeiten von KI und rasantem Wandel. 

Nutze die vielfältigen Möglichkeiten der IT-Weiterbildung – ob über die heise academy, heise I/O oder im direkten Austausch mit unserer Community. Hinterfrage deine Lernhaltung, entwickle deine Kompetenzen weiter, bringe dich ein. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für Innovation, Wachstum und gesellschaftlichen Fortschritt. 

Lass uns die Herausforderungen annehmen und die Chancen gestalten – mit Offenheit, Mut und einer echten Lernkultur. Denn gerade jetzt entscheidet sich, welche Unternehmen und welche Menschen den Wandel nicht nur mitlaufen, sondern aktiv vorantreiben.

Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

KI-Reifecheck in 5 Minuten

Wie fit ist euer Unternehmen in Sachen KI? Mit unserem KI-Check-Selbsttest erkennst du Potenziale für ein eigenes GPT und siehst, wo ihr nachsteuern solltet. Schnell, praxisnah und direkt umsetzbar.

Profilbild Johanna Heise, junge Frau mit langen dunklen Haaren in blauem Blazer

Über die Autorin: Johanna Heise

Johanna Heise (Jg. 1999) ist Head of Brand & Culture bei heise und CEO bei heise ventures sowie Geschäftsführerin der Heise Knowledge GmbH. Seit Mai 2023 verantwortet sie das Employer‑ und Dachmarken‑Branding bei heise, seit März 2024 die Venture‑Investments. Zuvor beriet sie bei KPMG und Simon‑Kucher. Sie studierte Management an der WHU (B.Sc.) und an der ESCP Business School (M.Sc.) in London, Berlin und Madrid, mit Fokus auf Familienunternehmen, internationales Management sowie Sales & Marketing.


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Einführung generativer KI im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/einfuehrung-generativer-ki-im-unternehmen/ Thu, 30 Apr 2026 16:20:13 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9105 Hohe Erwartungen, ernüchternde Ergebnisse: Viele Unternehmen investieren in generative KI, ohne messbare Effekte zu erzielen. Wir zeigen die typischen Stolperfallen und entscheidenden Erfolgsfaktoren bei der Einführung von KI im Unternehmen auf.

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Einführung generativer KI im Unternehmen

Warum Strategien oft scheitern & was wirklich funktioniert

Von: Alexander Miguel Meyer

KI-Strategien überzeugen häufig auf dem Papier – in der Umsetzung scheitern sie regelmäßig. Zunächst wird Copilot als Lösung in den Raum gestellt, es folgen Präsentationen mit ambitionierten Versprechen, begleitet von internen Kommunikationskampagnen. Wenige Wochen später kehrt Ernüchterung ein. KI soll Prozesse beschleunigen und messbare Ergebnisse liefern, doch die Praxis zeigt deutliche Lücken: Das Marketing erhält über Copilot nur generische Kampagnen-Briefings ohne Markenbezug. Das Controlling lässt Q3-Zahlen per ChatGPT zusammenfassen, doch die Ergebnisse verfehlen die strategisch relevanten Kernaussagen. Im Vorstand entstehen kritische Fragen: „Warum wurden 300.000 Euro investiert, wenn die Tools kaum genutzt werden? Warum empfiehlt unsere KI Kunden, die seit Jahren nicht mehr aktiv sind?“ 

Dieser Verlauf wiederholt sich in vielen Unternehmen: hohe Erwartungen, schneller Launch, Orientierungslosigkeit, Enttäuschung. Hinzu kommen ausbleibende Produktivitätsgewinne, die zuvor in Aussicht gestellt wurden. 

Was läuft da schief? 

  1.  Alle tun so, als wüssten sie Bescheid. In Meetings wird zustimmend genickt, später jedoch heimlich nach Begriffen wie „Prompt“ gegoogelt. Niemand möchte ahnungslos wirken. Nur der Praktikant setzt KI bereits routiniert ein – und macht damit das übrige Team nervös. 
  2. Schulung ohne Praxisbezug. Ein einstündiger Inspirationsvortrag ersetzt keine Anleitung. Es fehlen konkrete Prompts, Workflows und Compliance-konforme Tools. Zurück bleibt die Frage: Wie und wo anfangen? 
  3. Zwischen Angst und Hype. Manche befürchten, dass KI sie ersetzen wird. Andere glauben, es ist nur ein Hype – wie Google+ oder NFTs. Das Ergebnis: Die wenigsten nehmen sich bewusst Zeit, um zu experimentieren. 
  4. Der ROI fehlt – und jeder merkt es. Lizenzen werden gekauft, aber keine Nutzungsgewohnheiten etabliert. Dashboards weisen geringe Aktivität aus – und die KI-Verantwortlichen geraten unter Rechtfertigungsdruck. 
  5. Veraltete Governance. Das Legal-Team fordert Klarheit. Compliance benötigt eindeutige Regeln, die jedoch fehlen. Mitarbeitende handeln in einem regulatorischen Vakuum und wissen nicht, was erlaubt ist. 

Wie KI-Einführung wirklich funktioniert 

Entscheidend ist die richtige Mischung aus Top-Down- und Bottom-Up-Maßnahmen. Die folgenden sechs Ansätze haben sich bewährt. 

Mit KI-Champions starten 

Identifiziere die fünf bis zehn Prozent der Belegschaft, die experimentierfreudig sind – die natürlichen Early Adopters. Statte sie mit Tools, Systemzugängen und expliziter Testerlaubnis aus und stelle konkrete Aufgaben: Lässt sich das Reporting beschleunigen? Können Angebote automatisiert auf Kunden-Pain-Points zugeschnitten werden? Dokumentiere kleine Erfolge – etwa 20 Minuten Zeitersparnis in der Sales-Nachbereitung oder automatisierte Excel-Prozesse – und mache sie in All-Hands-Meetings sichtbar. Exklusive Programme wie „KI-Explorer“ erzeugen zusätzlich Nachfrage in anderen Teams. 

Mit echten Anwendungsfällen lernen 

Generische Future-of-Work-Sessions bringen wenig. Wirksamer sind kurze, rollenbasierte Trainings von 20 bis 30 Minuten mit einfachen Beispielen wie „Formuliere diesen LinkedIn-Post um“ oder „Fasse diesen Excel-Report zusammen“. Praxisnutzen schafft Vertrauen und Neugier. 

Zur Identifikation konkreter Use Cases eignet sich eine einfache Tabelle mit fünf Fragen: 

  1. Was ist meine Aufgabe? 
  2. Wie viel Zeit benötige ich dafür? 
  3. Lässt sich die Aufgabe automatisieren? 
  4. Welche Tools kommen dafür infrage? 
  5. Lassen sich die Tools sicher einsetzen? 

Aus den Antworten entsteht eine nach Aufwand und Nutzen priorisierte Shortlist. 

Vermittle zudem, wie man KI als Coach nutzt. Der Mehrwert steigt deutlich, wenn KI Rückfragen stellt, statt nur zu antworten. Ein bewährter Zusatz im Prompt: „Bevor du antwortest, stelle mir weitere Fragen, um meine Problemstellung besser zu verstehen.“ Jedes Training sollte mit zwei bis drei Prompts zum Ausprobieren enden. Bringt KI binnen zehn Minuten keinen Nutzen, ist sie für den Anwendungsfall vermutlich ungeeignet. 

Mache KI zur Challenge 

Sichtbarkeit und spielerische Anreize fördern die KI-Nutzung. Teile Erfolge in Teammeetings („Katrin hat mit GPT das Kunden-Review in der Hälfte der Zeit vorbereitet.“) und etabliere Formate wie den „Prompt der Woche“: eine Folie, ein intelligenter Prompt, eine Minute Erklärung über Zeitersparnis oder Ideengenerierung. Feiere Unerwartetes, z. B. den Praktikanten, der das Onboarding-Dokument mit GPT optimiert, oder die Managerin, die Besprechungsnotizen in To-do-Listen umwandelt. 

Job-Sicherheit klar adressieren 

Viele Mitarbeitende haben Sorgen, ohne sie auszusprechen. Kommuniziere proaktiv und wiederholt: KI ersetzt keine Menschen, sondern repetitive Aufgaben. Offene Formate wie 15-Minuten-Q&A-Sessions oder Slack-AMAs helfen, konkrete Fragen im Zusammenhang mit KI zu klären – etwa zur Nutzung von Kundendaten oder zur Optimierung von Reporting-Prozessen. Kommuniziere Erfolgsgeschichten, zeige messbare Verbesserungen und positioniere KI als strategischen Copiloten. Nicht als Bedrohung, sondern als Enabler für Wertschöpfung. Das Ziel: weniger operative Routine, mehr Raum für Leadership, Innovation und echte Problemlösung, während KI die Fließbandarbeit übernimmt. 

KI-Implementierung als strategischer Produktansatz 

Behandle die KI-Einführung wie einen Produkt-Launch, das heißt als kontinuierlichen Transformationsprozess, nicht als Einzelprojekt. Miss reale Nutzung anhand von Prompt-Aktivität, Tool-Adoption und Zeitersparnis. Werden z. B. nur E-Mail-Funktionen genutzt, spezialisierte Tools aber ignoriert, ist eine Strategieanpassung nötig. Ebenfalls gut funktionieren zentrale Anlaufstellen wie ein dediziertes Helpdesk oder Slack-Channel. Power-User und KI-Champions fungieren hier als Multiplikatoren für Best Practices und Problemlösungen. Verbessere das Training datenbasiert und identifiziere dafür wiederkehrende Herausforderungen. Wenn beispielsweise Tonalitätsanpassungen problematisch sind, erstelle kurze, gezielte 3-Minuten-Tutorials.  

KI-Sicherheit und Compliance offen thematisieren 

KI-Sicherheit muss proaktiv adressiert werden, damit Unklarheit Innovation nicht blockiert. Führungskräfte sollten fünf Kernfragen klären können: 

  1. Hosting-Location: Wo ist das Modell gehostet? 
  2. Datenverarbeitung: Wer verarbeitet unsere Daten? 
  3. Datenspeicherung: Werden Daten gespeichert oder geloggt? 
  4. Modell-Training: Wird das Modell mit unseren Daten trainiert? 
  5. Datenkontrolle: Haben wir Kontrolle über Zugriff, Löschung und Aufbewahrung? 

Regel: Kannst du nicht alle fünf Fragen beantworten, sollte kein Einsatz sensibler Daten erfolgen. 

Es empfiehlt sich die Implementierung eines Ampel-Systems für die Tool-Freigabe: 

  • Grün: Tools in sicherer Cloud-Umgebung 
  • Gelb: Vertrauenswürdige Anbieter mit Admin-Kontrollen und Auftragsverarbeitungsvertrag 
  • Rot: Öffentliche Tools mit unklarer Datenpolitik – Nutzungsverbot 

In einer freigegebenen Standard-Toolbox lassen sich alle zugelassenen Anwendungen bündeln. Was genehmigt ist, wird produktiv genutzt. Es ist entscheidend, Unklarheiten auszuräumen, denn sie führen zu Compliance-Risiken oder Innovationsstillstand. Für höchste Sicherheitsanforderungen empfiehlt sich eine eigene GPT-Instanz in der unternehmenseigenen Cloud-Umgebung. 

Fazit: KI rettet dein Unternehmen nicht – deine Mitarbeitenden schon 

Voraussetzung dafür sind die passenden Tools, klare Rahmenbedingungen und der richtige Kontext. Transformation entsteht nicht in Präsentationen, sondern im Arbeitsalltag – etwa, wenn eine HR-Managerin mithilfe von Copilot ihre administrativen Aufgaben halbiert und die gewonnene Zeit in strategisches Team-Coaching investiert. Genau hier liegt der messbare Mehrwert von KI – und er ist realisierbar.  


Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

Eigenes GPT fürs Unternehmen – lohnt sich das?

Finde heraus, wo dein Unternehmen beim Thema KI steht und welches Potenzial eine eigene GPT-Implementierung bietet. Unser kostenfreies Whitepaper zeigt Architektur, Verantwortung und Best Practices – praxisnah, verständlich und sofort umsetzbar.

Portraitbild von Alexander Miguel Meyer

Über den Autor: Alexander Miguel Meyer

Nach Stationen in der Management- und IT-Beratung gründete AI Strategy Consultant Alexander Miguel Meyer Dualis Studio – eine Beratung, die DAX-Konzerne und Mittelständler in Deutschland und den USA bei der strategischen KI-Adoption begleitet. Als Trainer und Dozent hat er über 3.000 Professionals befähigt, KI wirksam in ihrer Arbeit zu nutzen. Mit seinem Newsletter „AI-Empowered Leaders“ und seinen Beiträgen auf LinkedIn und im Blog erreicht er rund 40.000 Entscheiderinnen und Entscheider.


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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst  https://blog.heise-academy.de/learning-on-demand-wissen-genau-dann-wenn-du-es-brauchst/ Fri, 24 Apr 2026 15:52:40 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9065 Wenn im entscheidenden Moment nichts mehr läuft, hilft kein geplanter Kurs, sondern die richtige Lösung im richtigen Moment. Hier setzt Learning on Demand an. Der Beitrag zeigt Stärken, Grenzen und wie du damit schneller und nachhaltiger lernst.

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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst 

Warum gezieltes Lernen im Moment of Need in der IT unverzichtbar ist und klassische Weiterbildung oft zu kurz greift 

Von: Arne Schmidt

Die Anwendung läuft in der Testumgebung einwandfrei. Dann geht sie live und nichts geht mehr. Das halbe Team ist schon im Wochenende. Was jetzt hilft, ist kein Kurs und kein Seminar, das irgendwann mal auf der Roadmap stand. Was jetzt hilft, ist die richtige Antwort zur richtigen Zeit. 

Genau das ist Learning on Demand. In der IT-Branche ist dieses Vorgehen längst gängige Praxis, da der Arbeitsalltag es schlichtweg erfordert. Trotzdem behandeln viele Unternehmen Weiterbildung noch so, als ließe sich Wissen auf Vorrat anlegen: Seminarkatalog durchblättern, Termin buchen, zwei Tage raus aus dem Projekt und dann ist drei Wochen später die Hälfte vergessen. 

Dieser Artikel ist für alle, die das kennen. Und für alle, die gezieltes Lernen im Moment of Need bewusst nutzen wollen, statt es dem Zufall zu überlassen. 

Was Learning on Demand wirklich bedeutet 

Statt ein Thema von Grund auf durchzuarbeiten, startet man mit einer konkreten Frage. Man sucht sich gezielt die Antwort in der Dokumentation, in einem Forenthread oder in einem kurzen Video und wendet sie sofort an. Problem erkannt, Wissen geholt, Lösung umgesetzt. 

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Weiterbildung: Der Auslöser ist eine reale Situation, kein Schulungskatalog. Wissen, das sofort angewendet wird, bleibt hängen, weil es direkt mit einer konkreten Erfahrung verknüpft ist. 

Zwei typische Situationen aus dem IT-Alltag zeigen, wie das aussieht: 

Man vor Computer versucht ein IT-Problem zu lösen.

Ein Engineer soll eine bestehende Infrastruktur auf eine neue Plattform migrieren. Die grundsätzlichen Konzepte beherrscht er, aber die konkrete Umsetzung in der neuen Umgebung ist Neuland. Er fängt nicht bei null an, sondern nimmt sein bestehendes Wissen als Gerüst und arbeitet sich gezielt in die plattformspezifischen Unterschiede mit Hilfe von Videokursen ein. Stück für Stück, immer entlang der konkreten Aufgabe. Nach einer Woche läuft das System, und er hat die neue Plattform dort verstanden, wo es zählt. 

Manchmal taucht das Problem aber ungeplant auf. Kurz vor einem Release können sich mehrere Teammitglieder plötzlich nicht mehr bei Cloud-Diensten anmelden, aber lokal funktioniert alles. Der Admin grenzt die Ursache schnell ein: Eine kürzliche Änderung an der Benutzerverwaltung wurde nicht sauber mit dem Cloud-Verzeichnis synchronisiert. Die Details der Synchronisation sind nicht sein tägliches Brot. Also recherchiert er gezielt: offizielle Dokumentation, ein passender Blogbeitrag, die Logs im Admin-Portal. Nach anderthalb Stunden ist das Problem behoben und er weiß jetzt genau, worauf er bei solchen Änderungen künftig achten muss. 

Mann verzweifelt vor einen Computer.

Was beide Situationen gemeinsam haben: Es gab ein konkretes Problem, eine Deadline und Druck. Und genau das war der beste Lernauslöser. 

Wo der Ansatz an seine Grenzen stößt 

So effektiv Learning on Demand im Alltag ist, es funktioniert nicht immer. 

Gezieltes Lernen im Moment of Need setzt ein Fundament voraus. Wer die Grundlagen eines Themas nicht versteht, kann weder die richtige Frage stellen noch die Antwort bewerten. Komplexe, zusammenhängende Themen lassen sich nicht in zwanzig Minuten aus einem Blogbeitrag erschließen. Sie brauchen Struktur, Zeit und oft jemanden, der Inhalte einordnet. 

Viele sehen Learning on Demand fälschlicherweise als kompletten Ersatz für Schulungen an. Doch wer glaubt, man könne sich einfach alles „ergoogeln”, stößt schnell an Grenzen. Fehlen die Grundlagen, mutiert die Lösungsfindung zu einem ziellosen Ausprobieren. Ein solches Vorgehen verschlingt am Ende weit mehr Zeit, als ein ordentlicher Kurs je gekostet hätte. 

Learning on Demand ergänzt fundierte Weiterbildung. Das eine liefert das Fundament, das andere die Antwort im entscheidenden Moment. 

Was im Alltag wirklich funktioniert 

Wer Learning on Demand bewusst angeht, holt deutlich mehr raus. Nicht durch komplizierte Systeme, sondern durch einfache Gewohnheiten. 

  • Die eigenen Quellen kennen und pflegen. Eine kuratierte Sammlung aufbauen: offizielle Dokumentation, zwei oder drei vertrauenswürdige Fachblogs, ein Bookmark-Ordner mit bewährten Referenzen. Keine riesige Linksammlung, sondern eine Handvoll Quellen, bei denen man weiß: Hier finde ich eine belastbare Antwort. 
  • Wissen festhalten und teilen. Problem gelöst? Kurz notieren, was das Problem war, was die Ursache und was geholfen hat. Ob internes Wiki, Team-Channel oder fünf Minuten im Weekly. Das Format ist egal. Entscheidend ist, dass Wissen nicht im Kopf einer einzelnen Person bleibt. 
  • Kleine Lerneinheiten bewusst nutzen. Oft reicht ein einzelnes Kapitel, ein gezieltes Video oder ein Abschnitt in der Dokumentation. Zwanzig fokussierte Minuten, die ein konkretes Problem lösen, bringen mehr als ein ganzer Seminartag, aus dem man drei Folien mitnimmt. 
  • Strukturiertes Lernen und On-Demand verbinden. Genau hier setzt das Campus-Modell an: modulare, praxisnahe Lerneinheiten, die sich gezielt in den Arbeitsalltag einfügen lassen. Man steigt im eigenen Tempo direkt in das Thema ein, das gerade relevant ist. So werden spontanes Nachschlagen und strukturiertes Vertiefen zum Zusammenspiel.

Wer nur auf Kurse setzt, lernt zu langsam 

Die IT wartet nicht darauf, dass jemand einen Schulungskatalog durchblättert. Die besten IT-Professionals haben das verstanden. Sie finden die Antwort, wenn sie sie brauchen. 

Das bedeutet nicht, dass strukturierte Weiterbildung überflüssig ist. Wer nur on demand lernt, ohne solide Grundlagen, baut auf Sand. Aber wer nur auf geplante Kurse setzt und dazwischen aufhört zu lernen, verliert den Anschluss. 

Wir lernen am meisten direkt am Rechner, wenn wir unter Druck ein akutes Problem lösen müssen. Dieser Ansatz ist keine Notlösung, sondern eine der stärksten Formen der Weiterbildung. Die einzige Voraussetzung ist ein bewusstes Vorgehen. Das bedeutet konkret: Verlässliche Quellen sammeln, gefundene Lösungen festhalten und das gewonnene Wissen weitergeben. Außerdem müssen wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass echtes Lernen immer mit einem gedruckten Zertifikat enden muss. 


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID 

Lerne im Videokurs, wie du mit Zero-Trust-Prinzipien und Microsoft Entra ID administrative Identitäten wirksam schützt. Anhand praxisnaher Beispiele baust du eine moderne, sichere IT-Infrastruktur auf und behältst Berechtigungen jederzeit im Griff. 


Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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secIT by heise 2026 https://blog.heise-academy.de/secit-by-heise-2026/ Tue, 14 Apr 2026 11:13:48 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9081 Die Frage ist längst nicht mehr, ob man angegriffen wird, sondern wann. Die IT-Security-Kongressmesse secIT in Hannover bot Sicherheitsbeauftragten auch dieses Jahr hilfreiches Fachwissen, wie Sie Angriffe erkennen, verhindern und eindämmen.

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secIT by heise 2026

Treffpunkt der IT-Security-Szene mit Fokus auf aktuelle Bedrohungen und wirksame Abwehr

Von: Klaus Bierschenk 

Vom 17. bis 19. März 2026 wurde Hannover erneut zum Treffpunkt der IT-Sicherheits-Community: Die secIT by heise öffnete bereits zum neunten Mal ihre Tore im Hannover Congress Centrum. Die über 4.400 Teilnehmenden erwarteten 80 Vorträge und 60 Deep-Dive-Sessions, verteilt auf vier Hallen und vier Bühnen – ein dichtes Programm mit klarem Fokus auf aktuelle Bedrohungslagen und konkrete Gegenmaßnahmen. 

Workshops: Von Regulierung bis Betriebssystemhärtung 

Traditionell startete die Veranstaltung mit einem Workshop-Tag. Das Spektrum reichte von regulatorischen Themen wie der Umsetzung der EU-NIS-2-Richtlinie bis hin zum Aufbau eines Information Security Management Systems (ISMS) nach ISO 27001. 

Auch technisch ging es in die Tiefe: So wurde etwa gezeigt, wie sich Windows 11 allein mit Bordmitteln und ohne Dritthersteller-Software absichern lässt – ein praxisnaher Ansatz, der besonders für kleinere IT-Teams interessant ist. 

Auftakt: Cybersicherheit ist heute wichtiger denn je 

Am zweiten Tag eröffnete Johanna Heise, Gesellschafterin der Heise Gruppe und Gründerin von „Women in Tech by heise“, offiziell die Konferenz, und das mit einer klaren Botschaft: Die Frage ist längst nicht mehr, ob Unternehmen angegriffen werden, sondern wann. Rund 60 Prozent der Handwerksbetriebe wurden bereits Opfer von Cyberattacken. Als aktuelles Beispiel verwies sie auf den Angriff auf das Buchungssystem der Deutschen Bahn im Februar 2026, der zu massiven Störungen führte. 

Auch die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens unterstrich die wachsende Bedeutung von Cybersicherheit – insbesondere durch kontinuierliche Schulung und enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und IT-Sicherheitsexperten. 

Polizeiarbeit: International vernetzt gegen Ransomware 

Ein Highlight der Kongressmesse war der Vortrag von Daniel Lorch vom Polizeipräsidium Reutlingen. Am Beispiel der weltweit agierenden Ransomware-Gruppe „Hive“ zeigte er eindrucksvoll, wie effektiv koordinierte Maßnahmen gegen Cyberkriminalität sein können. Im Rahmen der Operation „Dawnbreaker“ gelang es dem internationalen Ermittlerteam unter Beteiligung des FBI, in die Infrastruktur der Täter einzudringen und die Gruppe zu zerschlagen. 

Besonders brisant: Hive machte auch vor Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen nicht Halt. Der entstandene Schaden geht in die Milliarden, bei über 1.500 dokumentierten Straftaten. 

Lorchs Appell an Unternehmen war klar: IT-Dienstleister müssen sich kritischen Sicherheitsfragen stellen. Wer hier keine überzeugenden Antworten liefert, ist ein Risiko. Denn im Ernstfall kann ein Angriff binnen Tagen zur Existenzfrage werden. 

Breite Themen, klare Botschaften 

Im Fokus der Vorträge stand die Frage, wie sich Cyberangriffe erkennen, verhindern und eindämmen lassen. Wie Unternehmen ihre Systeme sauber und sicher verwalten, um Risiken zu minimieren, war Thema meines eigenen Vortrags mit dem Titel „Digitaler Frühjahrsputz in Entra ID – Aufräumen für mehr Sicherheit“. Unbenutzte Konten und veraltete Richtlinien im Entra Tenant stellen eine erhebliche Gefahr dar. Der Abbau solcher Altlasten lässt sich bestens mit Bordmitteln realisieren – ein wichtiger Hinweis für Organisationen ohne großes Security-Budget. 

Viele Hersteller, Microsoft vorweg, plädieren für eine passwortlose Authentifizierung. Die Tools sind da, die Hardware etwa in Form von Smartphones auch, aber in der Realität sind Passwörter in Unternehmen nach wie vor der Standard. Der Vortrag „Passwörter im Fadenkreuz – Wie Angreifer vorgehen und wie KI das Spiel verändert“ zeigte, wie moderne Passwortattacken ablaufen und zeitgemäßer Schutz dagegen aussehen muss. Maßnahmen wie Passwortmanager und Multi-Faktor-Authentifizierung sind dabei einfache, aber effektive Gegenmittel.  

Hacking zum Mitmachen: Angriffsszenarien live erlebt 

Für besonders viel Andrang sorgte der interaktive Vortrag von Lisa Lobmeyer und Linus Neumann. In einem Rollenspiel simulierten sie eine Cyberattacke. Dabei schlüpfte das Publikum in die Rolle der Angegriffenen und durfte per Votum entscheiden, wie im Krisenfall verfahren werden soll. 

Deutlich wurde dabei, wie Angriffe typischerweise ablaufen. Es beginnt mit der Infiltrierung. Die Angreifer setzen sich fest, spähen die Landschaft nach Gelegenheiten aus, implementieren Hintertüren und beschaffen sich Privilegien. Diese Vorbereitungen können Wochen dauern und bleiben oft unbemerkt. 

Ein zentrales Learning: Vorsorge ist alles. Sicherheitsmaßnahmen müssen in „Friedenszeiten“ etabliert werden, um für den Notfall gerüstet zu sein und schnell handeln zu können. 

Tritt ein Sicherheitsvorfall ein, ist es entscheidend, zu wissen, wo die kritischsten Daten des Unternehmens liegen. Letzten Endes sind sie alle relevant, doch die aktuellen Daten haben den höchsten Geschäftswert. 

Ebenso wichtig ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren, um unter Zeitdruck die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Daher empfahlen Lisa Lobmeyer und Linus Neumann, die Verhandlungen von externen, emotional unbeteiligten Personen führen zu lassen, die den notwendigen Abstand zu den Assets haben. 

Fazit 

Die secIT 2026 bot erneut einen gelungenen Mix aus strategischem Überblick, technischer Tiefe und direktem Austausch. Für Security-Verantwortliche, Admins und Entscheider gleichermaßen lieferte die Veranstaltung wertvolle Impulse. 

Eine zentrale Erkenntnis zog sich durch alle Beiträge: Angriffe sind Alltag, Vorsorge ist unerlässlich. Wer seine Systeme kennt, aufräumt und grundlegende Sicherheitsmaßnahmen umsetzt, reduziert Risiken deutlich – und genau hier setzt der Wissensgewinn durch Formate wie die secIT an.


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung.

Portrait Klaus Bierschenk

Über den Autor: Klaus Bierschenk

Klaus Bierschenk ist seit über 20 Jahren in der IT-Branche tätig und bringt umfassende Erfahrung aus internationalen Identity- und Security-Projekten mit. Als Technologieberater bei CGI Deutschland liegt sein Schwerpunkt auf hybriden IT-Infrastrukturen. Seine Begeisterung für Cloud- und Microsoft-Technologien ist ungebrochen. Er unterstützt IT-Betreiber bei Herausforderungen rund um Active Directory und Microsoft Entra ID.


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IT-Sicherheit im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/it-sicherheit-im-unternehmen/ Thu, 12 Mar 2026 08:20:27 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9056 IT-Sicherheit betrifft alle Mitarbeitenden: Erfahre, wie Unternehmen Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung etablieren, Risiken minimieren und Vertrauen stärken.

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IT-Sicherheit im Unternehmen

Warum IT-Sicherheit alle Mitarbeitenden betrifft

Von: Carla Maria Hoppe

IT-Sicherheit wird häufig allein der IT-Abteilung zugeschrieben. Firewalls, Endpoint-Schutz und Monitoring – das alles ist technisch gut gelöst. Doch moderne Cyberangriffe zeigen, dass die größte Schwachstelle nicht im Serverraum, sondern direkt an den Arbeitsplätzen der Mitarbeitenden sitzt. IT-Sicherheit kann kein isoliertes IT-Thema sein, sondern muss eine unternehmensweite Verantwortung werden. Nur eine Sicherheitsstrategie, die Technik, Prozesse und Mitarbeitende gleichermaßen berücksichtigt, kann nachhaltig wirken.  

Cybercrime 2024: Eine alarmierende Lage 

Laut dem SoSafe Cybercrime Report verursachte Cybercrime 2024 in Deutschland Schäden in Höhe von 178,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Weltweit wurden im selben Jahr 13,4 Milliarden kompromittierte Accounts registriert (GData). Besonders kritisch ist die Zeitspanne, bis ein Angriff erkannt wird: Im Durchschnitt vergehen 293 Tage, bis Phishing-Angriffe identifiziert und eingedämmt werden. Hinzu kommt, dass fast 34 % der Mitarbeitenden deutscher Unternehmen ihre IT-Sicherheitskompetenz als gering oder sehr gering einschätzen. 

Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und unterstreichen die Notwendigkeit, IT-Sicherheit nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch und kulturell zu verankern. Die Kernaufgabe: Awareness schaffen und Cybersecurity als Verantwortung jedes Einzelnen im Unternehmen etablieren. 

IT-Security versus Cybersecurity: Eine wichtige Unterscheidung 

IT-Security und Cybersecurity werden oft synonym verwendet, doch es gibt einen wichtigen Unterschied. Während IT-Security den Schutz der gesamten IT-Infrastruktur eines Unternehmens abdeckt – also Server, Netzwerke, Endgeräte und Daten – fokussiert Cybersecurity vor allem auf die Abwehr von netzwerk- und internetbasierten Angriffen. In der Praxis überschneiden sich beide Bereiche stark, und viele Unternehmen haben IT-Security- und Cybersecurity-Teams eng verzahnt oder in einer gemeinsamen Abteilung. Sie arbeiten mit ähnlichen Technologien, unterscheiden sich jedoch in der Perspektive: Die IT-Security kümmert sich um den sicheren Betrieb der Infrastruktur, Cybersecurity um die Abwehr komplexer und gezielter Angriffe. 

Für die IT-Leitung bedeutet das, über die Technik hinaus zu denken. Es reicht nicht, dass Firewalls, Monitoring-Systeme oder Anti-Malware-Lösungen reibungslos funktionieren. Ebenso wichtig ist es, die organisatorischen Prozesse klar zu definieren und die Mitarbeitenden ausreichend zu sensibilisieren, damit sie potenzielle Angriffe frühzeitig erkennen und angemessen reagieren können. 

Die täglichen Herausforderungen für die IT 

Auch wenn die IT in den meisten Unternehmen technisch gut ausgestattet ist, stößt die IT-Leitung täglich auf Probleme, die sich nicht allein mit Technologie lösen lassen. Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Tools sind zwar entscheidend, doch die größte Schwachstelle liegt oft beim Menschen. Viele Mitarbeitende betrachten IT-Sicherheit weiterhin als Aufgabe der IT-Abteilung und fühlen sich selbst nicht verantwortlich. Das führt dazu, dass Phishing-Mails übersehen, Passwörter mehrfach verwendet oder Warnungen ignoriert werden. 

Ein weiteres Risiko stellt Social Engineering dar. Angreifer nutzen psychologische Mechanismen wie Zeitdruck, Autorität oder Hilfsbereitschaft, um Informationen zu erhalten oder Aktionen auszulösen. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Technologien werden diese Angriffe zunehmend professioneller: Phishing-Mails erscheinen individueller, Deepfake-Stimmen imitieren Führungskräfte, und automatisierte Angriffsszenarien steigern Geschwindigkeit und Präzision. 

Die zentrale Herausforderung für die IT-Leitung besteht daher darin, eine Sicherheitskultur zu etablieren, die alle Mitarbeitenden erreicht und Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung vermittelt. 

Wo die größten Gefahren im Unternehmen lauern 

Die Erfahrung zeigt, dass Cyberrisiken oft an den Stellen entstehen, an denen sie am wenigsten erwartet werden. Dazu gehören Phishing-E-Mails mit manipulierten Links oder Anhängen, Ransomware, die Unternehmensdaten verschlüsselt, sowie schwache oder mehrfach genutzte Passwörter. Fehlende Multi-Faktor-Authentifizierung, Social-Engineering-Angriffe über Telefon oder Business-Netzwerke und die unsichere Nutzung öffentlicher WLANs verstärken die Gefährdung zusätzlich. 

Ein besonders kritischer Punkt ist die Meldung von Vorfällen. Viele Mitarbeitende zögern, Sicherheitsvorfälle zu melden, aus Angst vor Fehlern oder Konsequenzen. Wenn Angriffe erst spät erkannt werden, steigt der Schaden oft exponentiell. Deshalb ist es entscheidend, dass jede Person im Unternehmen genau weiß, wie sie sich im Ernstfall verhalten soll. 

Notfallplanung: Klarheit schaffen 

Ein Notfallplan ist nur wirksam, wenn er gelebt wird. Er muss sicherstellen, dass jede Mitarbeitende weiß, an wen sie sich bei einem Verdachtsfall wenden kann, welche Schritte zu unternehmen sind und welche Handlungen vermieden werden müssen. Regelmäßige Schulungen, simulierte Angriffe und praxisnahe Übungen helfen, dass die Sicherheitsvorgaben nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern im Arbeitsalltag verankert sind. So wird aus einer theoretischen Maßnahme ein funktionierendes Sicherheitsnetz, das das gesamte Unternehmen schützt. 

Sechs Maßnahmen für mehr Cybersecurity Awareness 

  • Praxisnahe Awareness-Trainings: Kurze, verständliche Trainings helfen Mitarbeitenden, reale Angriffszenarien zu erkennen. Anstatt abstrakter Technikvorträge werden konkrete Beispiele gezeigt. 
  • Simulierte Phishing-Tests: Mitarbeitende erhalten gefälschte Phishing-Mails, lernen ihre eigenen Schwachstellen kennen und erfahren, wie sie angemessen reagieren. Solche Simulationen erhöhen das Bewusstsein und schaffen Sicherheit im Umgang mit verdächtigen Nachrichten. 
  • Einfache Sicherheitsregeln: Klare, praktikable Regeln sind entscheidend für den Erfolg jeder Sicherheitsstrategie. Dazu zählen der konsequente Einsatz von Passwortmanagern, Multi-Faktor-Authentifizierung und das sofortige Melden verdächtiger E-Mails. 
  • Führungskräfte als Vorbilder: Cybersecurity funktioniert nur, wenn sie ernst genommen wird – besonders von den Führungskräften. Wer selbst die Regeln befolgt, motiviert das gesamte Team, aufmerksam zu bleiben. 
  • Positive Sicherheitskultur: Eine offene Fehlerkultur ist entscheidend. Sicherheitsvorfälle oder Verdachtsmomente sollten gemeldet und nicht vertuscht werden. So können Probleme frühzeitig erkannt und präventive Maßnahmen eingeleitet werden. 
  • Technik und Kultur kombinieren: Technische Maßnahmen wie Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Lösungen sind unverzichtbar, reichen aber alleine nicht aus. Erst in Kombination mit sensibilisierten Mitarbeitenden und klaren Prozessen entsteht ein wirksamer Schutz. 

Fazit: Cybersecurity ist gemeinsame Verantwortung 

Letztlich zeigt sich: Cybersecurity fängt bei jedem Mitarbeitenden an und hört nicht bei der Technik auf. Unternehmen, die dies verinnerlichen und konsequent umsetzen, verringern das Risiko von Angriffen deutlich und stärken gleichzeitig das Vertrauen sowie die Widerstandskraft ihres Teams. 


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Für alle, die IT(-Security) lieben

Know-how auf höchstem Niveau

Unsere Mission? Deine IT(-Security)-Kompetenzen auf das nächste Level zu heben – für Teams und Einzelpersonen. Investiere in deine und eure kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung und sichere den langfristigen Erfolg eures Unternehmens.

Über die Autorin: Carla Maria Hoppe

Lebenslanges Lernen, Prozessoptimierung und Transformation begleiten Carla seit Beginn ihrer Arbeit. Ihre in der Zusammenarbeit mit IT- und Ingenieur-Teams gesammelte Erfahrung nutzt die Marketing-Verantwortliche in unserem Blog, um das Thema IT-Weiterbildung näher zu beleuchten.


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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung https://blog.heise-academy.de/so-wird-deine-fabric-datenplattform-zur-festung/ Thu, 05 Mar 2026 08:00:00 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9026 Mit Security by Design sorgst du für eine Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist.

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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung

Security by Design

Von: Emil Vinčazović

Microsoft Fabric hat sich schnell als die zentrale SaaS-Plattform für Daten und Analytics etabliert. Die Verlockung ist groß: Alle Daten an einem Ort, einheitliche Tools und eine nahtlose Benutzererfahrung für alle, vom Data Engineer bis zum Business-Anwender. Doch gerade diese Zentralisierung und die damit verbundene Ansammlung geschäftskritischer Daten machen Fabric zu einem extrem schützenswerten Gut. Ein unzureichend gesichertes Fabric-System ist wie ein offener Tresorraum im digitalen Herzen deines Unternehmens. Es reicht hier bei Weitem nicht, Sicherheit als Checkliste zu betrachten, die man zwischendurch mal abarbeitet. Du musst Sicherheit von Grund auf in deine Architektur integrieren. Dieses Prinzip nennt sich Security by Design. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Fabric im Zusammenspiel mit Microsoft Entra ID, Azure Key Vault und Microsoft Defender for Cloud zu einer wahren Festung ausbaust, die den höchsten Ansprüchen an Authentifizierung, Verschlüsselung und Compliance genügt, ohne dabei den Spaß an der Entwicklung zu nehmen.

Das Fundament: Identität und Zugriff mit Microsoft Entra ID

Jede ernsthafte Sicherheitsstrategie beginnt mit der fundamentalen Frage: „Wer darf was?“ In der Microsoft-Cloud ist der Schlüssel zu dieser Frage immer Microsoft Entra ID (früher Azure Active Directory). Entra ID ist nicht nur ein Anmeldedienst, sondern das zentrale Fundament deiner gesamten Fabric-Sicherheitsarchitektur.

Authentifizierung: Wer bist du und wie beweist du es?

Die Anmeldung an Fabric erfolgt ausschließlich über Entra ID. Das bedeutet, du kannst und solltest alle modernen und robusten Authentifizierungsmethoden nutzen, die Entra ID bietet. Die wichtigste Maßnahme ist die Aktivierung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Dies ist keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit für jeden Benutzer, der auf Fabric zugreift. Ein gestohlenes Passwort allein darf niemals ausreichen, um Zugriff auf deine sensibelsten Daten zu erhalten. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, könntest du Conditional Access Policies in Entra ID konfigurieren. Damit kannst du den Zugriff kontextabhängig steuern. Definiere zum Beispiel, dass ein Zugriff auf Fabric nur von bekannten Unternehmensnetzwerken oder von als konform markierten Geräten (via Intune) ohne erneute MFA-Abfrage erlaubt ist. Greift ein Benutzer jedoch von einem unbekannten Standort oder einem privaten Gerät zu, wird eine MFA-Abfrage zwingend erforderlich. Nutze hierfür am besten die Microsoft Authenticator App mit passwortlosem Login oder noch sicherere FIDO2-Sicherheitsschlüssel.

Autorisierung: Was genau darfst du tun?

Nach der erfolgreichen Authentifizierung stellt sich die Frage der Autorisierung. Hier glänzt Fabric mit einem granularen Rollen-basierten Zugriffskontrollmodell (RBAC), das tief in Entra ID verankert ist. Anstatt einzelne Benutzer direkt zu berechtigen, was schnell unübersichtlich wird, solltest du immer mit Entra ID-Sicherheitsgruppen arbeiten. Erstelle logische Gruppen wie „Fabric-Admins“, „Finance-Datenanalysten“ oder „Marketing-Berichtsleser“. Weise diesen Gruppen dann die entsprechenden Rollen innerhalb der Fabric-Workspaces zu. Kurz zu den Rollen: Die Rolle des Admins hat die volle Kontrolle, während ein Member Inhalte veröffentlichen und teilen kann. Ein Contributor kann Inhalte erstellen und bearbeiten, aber keine Apps veröffentlichen. Die Viewer-Rolle hat reinen Lesezugriff auf Berichte. Dieser Ansatz vereinfacht die Verwaltung enorm. Wenn ein Mitarbeiter das Team wechselt, entfernst du ihn einfach aus der alten Gruppe und fügst ihn zur neuen hinzu – seine Berechtigungen in Fabric werden automatisch und konsistent angepasst.

Für den programmatischen Zugriff auf die Daten selbst, insbesondere im Lakehouse oder Warehouse, solltest du niemals auf unsichere Service-Konten mit statischen Passwörtern oder Secrets zurückgreifen. Verwende stattdessen Service Principals oder, noch besser, Managed Identities. Wenn eine Azure Function oder eine Web-App auf Daten in Fabric zugreifen muss, gib ihr eine eigene, in Entra ID verwaltete Identität. Diese Identität kann dann gezielt berechtigt werden, ohne dass du dich um die Speicherung und Rotation von Anmeldeinformationen kümmern musst. Ein praktisches Feature im Zusammenspiel zwischen Azure und Fabric.

Der Tresor: Datenverschlüsselung mit Azure Key Vault

Daten in Fabric sind standardmäßig sowohl bei der Übertragung (in transit) via TLS 1.2+ als auch im Ruhezustand (at rest) mit von Microsoft verwalteten Schlüsseln verschlüsselt. Für die meisten Anwendungsfälle bietet dies bereits ein hohes Schutzniveau. In stark regulierten Branchen wie dem Finanz- oder Gesundheitswesen oder bei besonders hohen internen Sicherheitsanforderungen möchtest du die Kontrolle über die Verschlüsselungsschlüssel jedoch selbst behalten. Dieses Konzept nennt sich Bring Your Own Key (BYOK).

Hier kommt der Azure Key Vault ins Spiel. Der Key Vault ist ein gehärteter, cloudbasierter Dienst zur sicheren Speicherung und Verwaltung von kryptografischen Schlüsseln, Geheimnissen und Zertifikaten. Für maximale Sicherheit werden die Schlüssel in FIPS 140-2 validierten Hardware-Sicherheitsmodulen (HSMs) gespeichert. Du kannst Fabric anweisen, nicht die von Microsoft verwalteten Schlüssel, sondern einen Schlüssel aus deinem eigenen Key Vault für die Verschlüsselung der ruhenden Daten im OneLake zu verwenden.

Der Prozess hierfür ist ein klar definierter Ablauf. Zuerst erstellst du einen Azure Key Vault und einen RSA-Schlüssel darin. Anschließend erteilst du dem Fabric-Dienst, der durch einen eigenen Service Principal repräsentiert wird, die Berechtigung, diesen Schlüssel zu verwenden. Hierfür sind speziell die Operationen getwrapKey und unwrapKey notwendig. Schließlich aktivierst du in den Fabric-Admin-Einstellungen die BYOK-Funktion und verweist auf den spezifischen Schlüssel in deinem Key Vault. Von nun an werden alle Daten in deinem Mandanten mit deinem Schlüssel verschlüsselt. Der große Vorteil ist die volle Kontrolle. Du kannst den Schlüssel nach deinen eigenen Richtlinien rotieren oder im Notfall den Zugriff darauf widerrufen, was die Daten für den Fabric-Dienst augenblicklich unlesbar macht. Dies gibt dir ein Höchstmaß an Souveränität und ist oft eine Kernanforderung von Compliance-Prüfern. Hier sollte natürlich beachtet werden: Wer hat Zugriff auf den Key Vault? Alle Personen mit den nötigen Berechtigungen könnten natürlich die Fabric-Daten durch das Löschen des Keys unlesbar machen.

Der Wächter: Überwachung und Compliance mit Defender for Cloud

Eine sichere Konfiguration aufzusetzen ist gut, aber du musst auch sicherstellen, dass sie sicher bleibt und du auf Bedrohungen und Abweichungen schnell reagieren kannst. Hier schlägt die Stunde von Microsoft Defender for Cloud*. Defender for Cloud bietet eine umfassende Cloud Security Posture Management-Lösung (CSPM), die deine gesamte Azure-Umgebung, einschließlich deiner Fabric-Instanz, kontinuierlich überwacht. Er prüft deine Konfigurationen gegen bewährte Sicherheits-Benchmarks und wichtige Compliance-Standards wie ISO 27001, PCI-DSS oder HIPAA.

Die Integration ist tiefgreifend und kontextbezogen. Defender for Cloud kann zum Beispiel erkennen, ob MFA für Benutzer mit Admin-Rechten in Fabric-Workspaces durchgängig aktiviert ist. Er kann auch verdächtige Aktivitäten identifizieren, wie den massenhaften Export von Daten durch einen einzelnen Benutzer oder Anmeldeversuche von geografisch untypischen Standorten. Ebenso werden Netzwerksicherheitseinstellungen, wie die Beschränkung des öffentlichen Zugriffs auf das Lakehouse, permanent auf korrekte Konfiguration überprüft. Wenn der Defender eine Abweichung oder eine potenzielle Bedrohung feststellt, löst er eine detaillierte Warnung aus. Diese Warnungen sind angereichert mit Kontextinformationen und konkreten Handlungsempfehlungen. Du siehst nicht nur, was das Problem ist, sondern auch, wie du es beheben kannst. In Kombination mit einem SIEM-System wie Microsoft Sentinel kannst du auf diese Warnungen sogar automatisierte Reaktionen, sogenannte SOAR-Playbooks, auslösen, um Bedrohungen in Echtzeit einzudämmen, etwa durch das Sperren eines kompromittierten Benutzerkontos.

Ein unschlagbares Trio

Microsoft Fabric allein ist bereits eine mächtige Plattform. Seine wahre Stärke im Bereich der Enterprise-Sicherheit entfaltet Fabric aber erst im intelligenten Zusammenspiel mit den spezialisierten Diensten der Microsoft Security-Plattform. Die drei Säulen dieser Architektur sind klar definiert. Microsoft Entra ID bildet das Fundament für eine sichere Identität und einen granularen, rollenbasierten Zugriff nach dem Least-Privilege-Prinzip. Der Azure Key Vault gibt dir die ultimative Kontrolle und Souveränität über die Verschlüsselung deiner sensibelsten Daten im Ruhezustand. Schließlich agiert Microsoft Defender for Cloud als wachsamer Beobachter, der deine Sicherheits- und Compliance-Haltung kontinuierlich überwacht und dich proaktiv auf Risiken hinweist.

Indem du diese drei Dienste von Anfang an in deine Fabric-Architektur integrierst, verfolgst du einen echten „Security by Design“-Ansatz. Du schaffst eine robuste, mehrschichtige Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch den zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist. Dies ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der Sicherheit zu einem integralen Bestandteil des gesamten Datenlebenszyklus macht.

Quellen


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID.

Der Kurs vermittelt die Bedeutung der Zero-Trust-Strategie für den Schutz moderner IT-Infrastruktur und wie diese mit den Tools von Microsoft Entra ID implementiert wird. IT-Experte Klaus Bierschenk zeigt in seinem Videokurs alle Inhalte Schritt für Schritt und anhand praxisnaher Beispielszenarien. Der Kurs lädt zum direkten Mitmachen ein und das erworbene Wissen lässt sich in Quizfragen überprüfen.


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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Web-Technologien

Das Web ist mehr als nur eine Website – es ist eine Plattform voller Möglichkeiten: Front‑ und Backend, JavaScript, HTML, CSS, moderne Frameworks und komplexe Web‑Architekturen. In dieser Kategorie zeigen wir, wie du Web‑Technologien gezielt einsetzt, welche neuen Standards und Trends du kennen solltest, und wie du Web‑Projekte technisch sauber und anwenderfreundlich umsetzt.

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Der Beitrag Zwei Wochen bis zum Patch. Eine Nacht bis zum Angriff.  erschien zuerst auf heise academy Blog.

]]> Zukunft entsteht nicht von selbst  https://blog.heise-academy.de/zukunft-entsteht-nicht-von-selbst/ Fri, 10 Jul 2026 07:16:43 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9512 Weiterbildung wird oft als Kostenfaktor gesehen, dabei ist sie ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Erfahre, warum gezielte Kompetenzentwicklung Unternehmen produktiver, attraktiver und resilienter macht.

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Zukunft entsteht nicht von selbst  

Wie Unternehmen mit gezielter Kompetenzentwicklung produktiver, attraktiver und resilienter werden 

Von: Arne Schmidt

Viele Unternehmen konzentrieren sich im Arbeitsalltag darauf, akute Engpässe zu lösen: Offene Stellen müssen schnell besetzt, laufende Projekte abgesichert werden. Dabei bleibt oft wenig Raum für die Frage, welche Kompetenzen in Zukunft wirklich entscheidend sein werden. Dies kann sich als problematisch erweisen, denn die Arbeitswelt verändert sich mit hoher Geschwindigkeit. Neue Geschäftsmodelle, veränderte Kundenerwartungen und ein zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck sorgen dafür, dass Qualifikationsanforderungen sich in immer kürzeren Zyklen verschieben. 

Unternehmen, die nicht rechtzeitig in den systematischen Aufbau von Fähigkeiten investieren, laufen Gefahr, mittelfristig den Anschluss zu verlieren. Weiterbildung ist deshalb keine Reaktion auf den Wandel, sondern eine Voraussetzung, um ihn aktiv gestalten zu können.1 

Entwicklung als entscheidender Attraktivitätsfaktor  

Für viele Unternehmen ist es schwierig, passende Fachkräfte zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Neueinstellungen scheitern häufig früh, weil Erwartungen nicht zusammenpassen oder Entwicklungsperspektiven fehlen. Genau hier entfaltet Weiterbildung ihre doppelte Wirkung. 

Unternehmen, die glaubwürdig in die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden investieren, wirken nach außen attraktiver und können zugleich interne Potenziale besser nutzen. Weiterbildung wird damit zu einem strategischen Instrument, das sowohl das Recruiting unterstützt als auch die Abhängigkeit von externen Einstellungen reduziert.1  

Ohne Verbindung bleibt Lernen wirkungslos 

In vielen Organisationen existieren Weiterbildung, Feedback, Leistungsbeurteilung und Karriereplanung nebeneinander, ohne sinnvoll verzahnt zu sein. Für Mitarbeitende entsteht dadurch oft ein Gefühl der Orientierungslosigkeit: Es fehlt an regelmäßigem Feedback, an Zeit zum Lernen und an klaren Entwicklungspfaden. Weiterbildung wird dann als zusätzliche Belastung wahrgenommen und nicht als Chance. 

Ihr volles Potenzial entfaltet sie jedoch erst, wenn sie Teil eines konsistenten Gesamtkonzepts ist. Werden Lernangebote sichtbar mit Zielen, Leistung und Zukunftsaussichten verknüpft, entsteht Klarheit. Mitarbeitende verstehen, warum sie lernen, wofür sie sich entwickeln und welche Rolle Weiterbildung für ihre eigene Zukunft im Unternehmen spielt. 1 

Investieren statt reagieren: Der messbare Nutzen von Qualifizierung 

Eine wachsende Herausforderung für Unternehmen ist, dass sich Mitarbeitende innerlich vom Arbeitgeber distanzieren. Viele Beschäftigte sind nicht offen unzufrieden, haben innerlich aber bereits Abstand zur Arbeit genommen. Ursachen sind häufig fehlende Wertschätzung, mangelnde Sicherheit und fehlende Entwicklungsmöglichkeiten. 

Gezielte Weiterbildung kann hier ein starkes Signal setzen. Sie zeigt, dass Mitarbeitende nicht nur für ihre aktuelle Funktion gesehen werden, sondern als Menschen mit Potenzial. Dieses Signal wirkt motivierend, stärkt die emotionale Bindung und bildet die Grundlage für langfristige Zusammenarbeit.1 

Empirische Studien zeigen deutlich, dass Weiterbildung für Unternehmen einen messbaren wirtschaftlichen Nutzen hat. Bereits eine moderate Steigerung der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen führt zu einer spürbaren Zunahme der Leistungsfähigkeit. Weiterbildung ist damit keine freiwillige Zusatzleistung, sondern eine Investition mit klarem Return. 

Entscheidend ist jedoch die Qualität der Maßnahmen. Besonders wirksam sind strukturierte Formate wie interne oder externe Kurse und Seminare. Sie haben einen nachweisbaren Einfluss auf die Produktivität. Informelles Lernen im Arbeitsalltag allein reicht dagegen nicht aus, um vergleichbare Effekte zu erzielen. Weiterbildung wirkt nur dann, wenn sie gezielt geplant und professionell umgesetzt wird. 2 

Mythos: Qualifizierung führt zur Abwanderung 

Eine häufige Sorge von Unternehmen ist, dass Weiterbildung Mitarbeitende erst recht zum Wechsel motiviert, insbesondere wenn erworbene Qualifikationen auch extern gut verwertbar sind. Die Forschung zeigt jedoch ein anderes Bild. Studien belegen, dass weitergebildete Beschäftigte ihrem Arbeitgeber häufiger treu bleiben als vergleichbare Kolleginnen und Kollegen ohne Weiterbildung, selbst dann, wenn persönliche Faktoren wie Motivation berücksichtigt werden. 

Bemerkenswert ist, dass dieser Effekt auch bei zertifizierten und externen Weiterbildungen bestehen bleibt. Obwohl solche Qualifikationen den individuellen Marktwert erhöhen und für andere Arbeitgeber sichtbar machen, führen sie nicht zu einer erhöhten Abwanderung. Im Gegenteil: Weiterbildung stärkt offenbar das Vertrauen und die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Unternehmen.3 

Was du jetzt konkret tun kannst 

Drei Hebel, die in der Praxis funktionieren: 

  1. Lernzeit verbindlich einplanen. Nicht „nebenbei“, sondern als Bestandteil der Arbeitszeit. Sonst gewinnt immer das Tagesgeschäft. 
  1. Lerninhalte an konkrete Vorhaben koppeln. Wer eine neue Technologie lernt, sollte sie innerhalb von 90 Tagen anwenden dürfen. Sonst verfällt das Wissen. 
  1. Qualität vor Volumen. Einige Stunden mit echten Experten bringen mehr als hunderte unstrukturierter Videos.  

Fazit: Kompetenzen entwickeln heißt Zukunft sichern

Weiterbildung wirkt auf mehreren Ebenen zugleich. Sie steigert die Produktivität, stärkt die Mitarbeiterbindung und erhöht die Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber. Entscheidend ist dabei nicht die bloße Existenz von Lernangeboten, sondern ihre strategische Einbettung in Führung, Feedback und Karriereentwicklung. 

Unternehmen, die Weiterbildung als integralen Bestandteil ihrer Kultur verstehen, investieren nicht nur in Wissen, sondern auch in Motivation, Vertrauen und Zukunftsfähigkeit. In einer Arbeitswelt, die sich ständig verändert, ist genau das der entscheidende Wettbewerbsvorteil. 

Quellen

[1] Julian Kirchherr, Vincent Bérubé, Charlotte Seiler, Kira Rupietta, Marlene Senst, Kristina Störk, Simon Gallot Lavallée (2025). HR Monitor 2025. https://www.mckinsey.com/capabilities/people-and-organizational-performance/our-insights/hr-monitor-2025   

 [2] ZEW. Weiterbildung in Unternehmen zahlt sich aushttps://www.zew.de/das-zew/aktuelles/weiterbildung-in-unternehmen-zahlt-sich-aus  

[3] Dietz, D., & Zwick, T. (2021). The retention effect of training: Portability, visibility, and credibility. The International Journal of Human Resource Management, 33(4), 710–741. 

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Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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]]> Digitale Souveränität https://blog.heise-academy.de/digitale-souveraenitaet/ Thu, 11 Jun 2026 15:36:02 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9484 Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

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Digitale Souveränität

Unabhängiger von einzelnen Anbietenden werden und die eigene Resilienz gezielt stärken.

Von: Manuel Atug

Ob Behörde, Krankenhaus oder mittelständisches Unternehmen: Viele Organisationen merken erst dann, wie abhängig sie von einzelnen Softwareanbietenden geworden sind, wenn beispielsweise aufgrund teurer und alternativloser Abo-Modelle Preise massiv steigen, der IT-Support ausläuft oder ein lang genutzter Dienst abgekündigt oder eingestellt wird. Digitale Souveränität ist die Antwort auf genau diese Probleme. Sie beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

Wettbewerb statt Monopol: Alternativen schaffen und nutzen

Wenn ein oder sehr wenige Anbietende einen Teil des Marktes dominieren, fehlt der Druck zur Innovation und den Nutzenden eine echte Auswahl. Wer aus Bequemlichkeit oder mangels Alternativen alles auf eine Karte setzt, zahlt am Ende deutlich höhere Preise und akzeptiert schlechtere Konditionen. Das ist kein Naturgesetz, sondern eine Folge passiver Beschaffungsentscheidungen.

Die Lösung liegt darin, sich dem bewusst zu werden und aktiv Alternativen aufzubauen. Wer diese nutzt, stärkt damit den erforderlichen und dadurch funktionierenden Wettbewerb. Ausschreibungen sollten daher so gestaltet werden, dass auch kleinere oder europäische Anbietende eine reale Chance haben. Langfristige Vollversorgungsverträge mit einem großen Konzern hingegen zementieren Abhängigkeiten, die sich später nur schwer auflösen lassen.

Freie und offene Standards: Das Fundament technologischer Unabhängigkeit

Proprietäre Datenformate, Verarbeitungslogiken in Geschäftsprozessen und Schnittstellen sind eine häufig unterschätzte Form der technischen Abhängigkeit, die in der mittelbaren Auswirkung zu hohen Kosten führt. Wer Daten nur in einem herstellerspezifischen Format speichert oder verarbeitet, ist gefangen und vollständig abhängig. Der Wechsel zu einem anderen System ist dadurch künstlich erschwert oder schlicht unmöglich, da die Umstellung sehr teuer wäre. Technologische Abhängigkeit entsteht dabei über lange Zeiträume oft still und leise, ohne dass jemand eine bewusste Entscheidung dafür trifft. Sie schleicht sich ein und war rückblickend dann „schon immer da“.

Freie und offene Standards – etwa OpenDocument, PDF/A oder offene API-Standards – stellen sicher, dass Daten und Prozesse für die Verarbeitung nicht an einen einzigen Anbietenden gebunden bleiben. Öffentliche Institutionen sollten offene Standards nicht nur bevorzugen, sondern in ihren Beschaffungsrichtlinien verbindlich verankern. Wer diesen Schritt versäumt, schafft Abhängigkeiten, die Jahre später sehr teuer werden können.

Interoperabilität: Systeme, die miteinander sprechen

Viele Softwareprodukte sind absichtlich so gebaut, dass sie schlecht oder kaum mit Konkurrenzprodukten zusammenarbeiten. Sie bieten zwar oftmals umfassende Importmöglichkeit an, aber kaum vollständige Exportoptionen. Dieses Prinzip wird auch als Lock-in-by-Design bezeichnet: Der Wechsel kostet so viel Aufwand, dass er praktisch nie stattfindet, selbst wenn andere Anbietende besser und günstiger wären. Die Nutzung wird dadurch dann gerne als „alternativlos“ bezeichnet und hingenommen.

Interoperabilität, also die Fähigkeit verschiedener Systeme, nahtlos zusammenzuarbeiten und Austauschfähig zu sein, muss daher als zentrale Anforderung in Beschaffungsentscheidungen einfließen. Diese sollte die Geschäftsleitung und Unternehmensführung als strategisches Ziel vorgeben und dem Einkauf als Aufgabenstellung mitgeben.

Offene APIs, dokumentierte Schnittstellen und standardisierte Datenformate sind die technische Grundlage dafür. In der Praxis lässt sich Interoperabilität am zuverlässigsten durch Open-Source-Software sicherstellen, weil deren Code offen einsehbar, anpassbar und flexibler betreibbar ist.

Open Source: Transparenz und Unabhängigkeit durch offenen Code

Bei proprietärer Software weiß man schlicht nicht, was im Inneren passiert: Welche Daten werden gesammelt? Welche Sicherheitslücken existieren? Wie funktioniert die Verarbeitungslogik genau? Wer den Quellcode nicht einsehen kann, muss blind vertrauen und ist somit abhängig. In sicherheitskritischen Bereichen ist das keine tragfähige Basis.

Open-Source-Software macht den Code öffentlich prüfbar und weiterbetreibbar. Das schafft Transparenz und ermöglicht das schnelle Auffinden sowie Schließen von Sicherheitslücken. Darüber hinaus ermöglicht es Organisationen, Software selbst weiterzuentwickeln oder anpassen zu lassen. Sie können diese sogar selbst betreiben oder von unterschiedlichen Dienstleistern betreiben lassen. Gleichzeitig ist Open Source oft der direkteste Weg, offene Standards in der Praxis umzusetzen: Wer den Code besitzt, ist nicht auf den Goodwill – bzw. die AGBs und das Geschäftsinteresse – eines Konzerns angewiesen. Für viele Organisationen ist Open Source damit kein ideologisches Statement, sondern eine pragmatische Entscheidung für mehr Kontrolle und Kostensouveränität.

Exit-Strategie: Den Ausstieg von Anfang an mitdenken

Die meisten IT-Verträge regeln sehr genau, wie man hineinkommt, aber kaum, wie man wieder herauskommt. Wenn ein Vertrag endet, sind Daten oft in proprietären Formaten gespeichert, Prozesse und Verarbeitungslogiken zu tief in ein System eingebaut und der Wechsel kostet schlicht mehr als der zukünftig teurer werdende Verbleib. So entsteht eine Abhängigkeit, die im initialen Vertrag zunächst unsichtbar war.

Bereits beim Vertragsabschluss sollten deshalb Exit-Klauseln bedacht und verhandelt werden: Verarbeitungslogik- und Datenportabilität in offenen Formaten, klare Übergangsfristen und definierte Leistungen für eine souveräne Migration gehören zum Standard guter IT-Verträge. Nur wer den Ausstieg von Anfang an plant, behält die echte Freiheit, auch tatsächlich wechseln zu können und damit einer potenziellen Kostenfalle durch den Lock-In Effekt zu entgehen.

Modularität: Austauschbarkeit als Designprinzip

Monolithische Systeme und Bundles – also Softwarelösungen, die alles in einem Paket oder Abo abdecken – sind bequem, aber auch gefährlich. Wer eine Komplettlösung einkauft oder mietet, hat kaum Spielraum, einzelne Teile zu ersetzen. Wächst die Abhängigkeit, schrumpft der Spielraum.

Modulare Architekturen setzen dagegen auf klar abgegrenzte Komponenten mit definierten Schnittstellen und Prozessabschnitten. Einzelne Module lassen sich so unabhängig voneinander ersetzen, aktualisieren oder durch bessere Lösungen austauschen; ganz ohne das Gesamtsystem zu gefährden. Das erhöht die Resilienz erheblich: Fällt eine Komponente aus, werden Anbietende unzuverlässig, wird der Preis massiv erhöht, bleibt der Rest stabil und bezahlbar. Modularität ist damit nicht nur eine technische Tugend, sondern eine strategische Notwendigkeit.

Kostensouveränität: Die Budgethoheit behalten

Cloud-Dienste und (Abo-)Lizenzmodelle werden häufig mit attraktiven Einstiegspreisen oder Bundles angeboten. Ist die Migration erfolgreich abgeschlossen und die Abhängigkeit aufgebaut, steigen die Preise kontinuierlich und Alternativen sind durch den Lock-In Effekt teuer oder technisch kaum realisierbar. Dieses Phänomen wird auch als Preiserhöhungsfalle bezeichnet und betrifft Organisationen jeder Größe.

Kostensouveränität bedeutet, die vollständige Kontrolle über die eigenen IT-Ausgaben zu behalten. Das gelingt durch transparente (Abo-)Lizenzmodelle, den Einsatz von freien und offenen Standards – idealerweise durch den Einsatz von Open-Source-Lösungen – ohne laufende Lizenzgebühren und durch regelmäßige Marktvergleiche. Wer mehrere Anbietende parallel nutzt oder zumindest als realistisch einsetzbare Option bereithält, behält die Verhandlungsmacht und damit auch die Budgethoheit. Kostensouveränität bildet somit die finanzielle Seite digitaler Souveränität.

Fazit

Digitale Souveränität ist kein Selbstzweck, sondern eine strategische Voraussetzung für Handlungsfähigkeit. Offene Standards, Interoperabilität, Open Source, modulare Architekturen, vertragliche Exit-Optionen, Wettbewerb und Kostenkontrolle: keiner dieser Hebel wirkt allein. Erst ihr Zusammenspiel schafft die Grundlage für echte Unabhängigkeit.

Die zentrale Erkenntnis ist simpel: Abhängigkeit entsteht nicht durch einen einzelnen großen Fehler, sondern durch viele kleine Entscheidungen über Jahre, die in die falsche Richtung weisen. Wer digitale Souveränität ernst nimmt, baut sie deshalb systematisch und schrittweise auf und gewinnt damit genau das, was in einer digitalisierten Welt entscheidend ist: die Freiheit, selbst zu entscheiden und die Kosten zu kontrollieren.

Quellen und Verweise

BSI – C3A: Souveränitätskriterien für Cloud-Dienste (April 2026): https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Presse/Pressemitteilungen/Presse2026/260427_C3A.html
Linux Magazin – BSI legt Kriterien für digitale Souveränität bei Cloud-Diensten vor: https://www.linux-magazin.de/news/bsi-legt-kriterien-fuer-digitale-souveraenitaet-bei-cloud-diensten-vor/
EU-Kommission – Open-Source-Strategie 2020–2023 (Originaldokument, PDF): https://commission.europa.eu/document/download/97e59978-42c0-4b4a-9406-8f1a86837530_de?filename=de_ec_open_source_strategy_2020-2023_0.pdf
Bitkom – Kompass IT-Standards & Interoperabilität: https://www.bitkom.org/Kompass-IT-Standards
OSBA – Positionspapier & Publikationen zur digitalen Souveränität: https://osb-alliance.de/news/publikationen
OSBA – 38 Maßnahmen für Open-Source-getriebene Digitalisierung (PDF): https://osb-alliance.de/wp-content/uploads/2024/06/2024-09-27_Forderungen_Bundestagswahl2025_LR.pdf
Bitkom – Leitfaden Cloud-Souveränität praktisch umsetzen (2026, enthält Exit-Szenarien, offene Standards, Modularität): https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Cloud-Souveraenitaet-praktisch-umsetzen
Datensicherheit.de – Bitkom & BMDS: einheitliche Standards für Open-Source-Beschaffung (EVB-IT, März 2026): https://www.datensicherheit.de/open-source-software-vereinbarung-bmds-bitkom-einheitlich-standards-beschaffung
Schweizer Bundesrat – Leitlinien für digitale Souveränität in der Bundesverwaltung (Dezember 2025): https://www.news.admin.ch/de/newnsb/JxuzVHViGShum_f1h_WDu


Digitale Souveränität in der Praxis

Cloud, KI und Security krisensicher gestalten

Lerne, wie du Abhängigkeiten systematisch identifizierst, Risiken bewertest und mit konkreten Strategien deine digitale Souveränität zurückgewinnst. Die Aufzeichnung des Classrooms steht dir im Professional Pass neben vielen weiteren zur Verfügung.

Portraitbild Manuel Honkhase Atug

Über den Autor: Manuel „HonkHase“ Atug

Manuel „HonkHase“ Atug befasst sich beruflich und privat seit weit über 23 Jahren mit Themen, wie Digitale Souveränität, Kritische Infrastrukturen, Cyberresilienz, defensive Cybersicherheitsstrategien, digitaler Katastrophenschutz und vielem mehr. Im Netz ist er als @HonkHase aktiv. Er ist Experte der European Research Executive Agency (EU REA) und wird regelmäßig für die Bundesregierung und die Bundesländer als Sachverständiger in Fragen der Cybersicherheit und dem Katastrophenschutz berufen.


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]]> Schluss mit den Silos https://blog.heise-academy.de/schluss-mit-den-silos/ Thu, 21 May 2026 15:10:37 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9203 In modernen Cloud-Umgebungen hilft das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud dabei, Sicherheits-, Compliance- und Governance-Anforderungen zentral und ohne isolierte Silos umzusetzen.

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Schluss mit den Silos

Schaffe eine einheitliche Governance mit Purview, Azure Policy und Defender for Cloud

Von: Emil Vinčazović

In der modernen Cloud-Welt jonglierst du täglich mit einer Vielzahl von Herausforderungen. Auf der einen Seite willst du Entwicklern die Freiheit und Agilität geben, schnell neue Dienste bereitzustellen. Auf der anderen Seite musst du sicherstellen, dass die IT-Landschaft sicher ist, Compliance-Vorgaben erfüllt sind und die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Oft führt das zu einem Silo-Denken: Datensicherheit wird in Microsoft Purview gemanagt, die Infrastruktur-Compliance mit Azure Policy und die Security-Härtung mit Microsoft Defender for Cloud. Jeder Bereich hat seine eigenen Regeln und Zuständigkeiten. Doch was wäre, wenn du diese Silos aufbrechen und eine wirklich einheitliche, richtliniengesteuerte Governance etablieren könntest? In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das Zusammenspiel dieser drei mächtigen Werkzeuge funktioniert und wie du damit eine Brücke zwischen Daten, Infrastruktur und Security baust.

Das Problem: Governance in getrennten Welten

Stell dir vor, dein Unternehmen beschließt, dass alle Datenbanken, die personenbezogene Daten enthalten, verschlüsselt sein müssen. Ein typischer Fall für eine Governance-Richtlinie. Doch wo setzt du diese Regel um? Auf der Datenebene mit Purview könntest du eine Richtlinie erstellen, die alle SQL-Datenbanken mit der Klassifizierung „Personenbezogene Daten“ identifiziert. Purview allein kann die Verschlüsselung jedoch nicht erzwingen. Auf der Infrastrukturebene mit Azure Policy könntest du eine Richtlinie erstellen, die prüft, ob Transparent Data Encryption (TDE) für alle SQL-Server aktiviert ist. Diese Richtlinie weiß aber nicht, welche dieser Datenbanken tatsächlich sensible Daten enthalten. Wendest du sie auf alles an, erzeugst du unnötigen Overhead. Dies führt zu Performance-Schwund und überhöhten Kosten. Wendest du sie zu selektiv an, verpasst du vielleicht eine kritische Datenbank. Auf der Security-Ebene mit Defender for Cloud wird dieser dich darauf hinweisen, dass einige Datenbanken nicht verschlüsselt sind, und dies als Sicherheitsrisiko einstufen. Er gibt dir eine Empfehlung, aber die proaktive, unternehmensweite Durchsetzung ist nicht seine primäre Aufgabe. Er gilt also eher als warnendes Glied im Unternehmen.

Du siehst das Problem. Jedes Werkzeug hat eine andere Sicht auf die Welt und spricht eine andere Sprache. Die Folge sind manuelle Abstimmungsprozesse, potenzielle Regelungslücken und eine reaktive statt proaktive Governance. Das kann sich jedoch ändern.

Die Lösung: Eine Brücke zwischen den Welten bauen

Die wahre Stärke entfaltet sich, wenn du diese drei Dienste miteinander verbindest. Das Ziel ist eine Policy-driven Governance, bei der eine zentrale Absicht (z.B. „Schütze sensible Daten“) automatisch in konkrete, technische Kontrollen auf allen Ebenen übersetzt wird.

Schritt 1: Die Daten verstehen mit Microsoft Purview

Alles beginnt mit den Daten. Purview ist deine zentrale Wahrheit für die Datenklassifizierung. Wie in vorherigen Beiträgen von mir besprochen, nutzt du Purview, um deine gesamte Datenlandschaft zu scannen und sensible Informationen mithilfe von Sensitive Information Types, Trainable Classifiers oder Exact Data Match zu identifizieren. Das Ergebnis ist ein umfassender Datenkatalog, der jede Ressource mit Metadaten anreichert. Eine Azure SQL-Datenbank ist dann nicht mehr nur eine Datenbank, sondern eine „Datenbank, die EU-Bürgerdaten enthält“ (Klassifizierung: „DSGVO – Personenbezogene Daten“). Diese Klassifizierung ist der entscheidende Auslöser für alles Weitere.

Schritt 2: Infrastruktur härten mit Azure Policy

Jetzt kommt Azure Policy ins Spiel. Azure Policy ist das Regelwerk für deine gesamte Azure-Infrastruktur. Du kannst damit Richtlinien definieren, die zum Beispiel vorschreiben, dass virtuelle Maschinen nur aus bestimmten Images erstellt werden dürfen, dass keine öffentlichen IP-Adressen an bestimmte Subnetze angehängt werden oder eben, dass die Verschlüsselung für Speicherkonten aktiviert sein muss.

Der Clou ist die Integration mit Purview. Anstatt eine breite, unspezifische Richtlinie zu erstellen, kannst du Azure Policy anweisen, auf die Klassifizierungen von Purview zu reagieren. Eine Richtlinie könnte lauten: „Wenn eine Azure SQL-Datenbank in Purview als ‚Streng Vertraulich‘ klassifiziert ist, prüfe, ob Transparent Data Encryption (TDE) aktiviert ist. Wenn nicht, melde einen Compliance-Verstoß.“ Du kannst sogar noch einen Schritt weiter gehen und Deny- oder DeployIfNotExists-Effekte nutzen, um unsichere Konfigurationen von vornherein zu blockieren oder automatisch zu korrigieren. Dies könnte allerdings zu Frustration bei Entwicklern führen und sollte bedacht werden.

Schritt 3: Security Posture überwachen mit Defender for Cloud

Microsoft Defender for Cloud agiert als dein zentrales Dashboard für die Sicherheitslage. Er sammelt Signale von allen deinen Ressourcen und bewertet sie anhand von etablierten Sicherheits-Frameworks wie dem CIS Benchmark oder NIST. Die Integration mit Azure Policy ist hier nahtlos, denn die meisten Sicherheitsempfehlungen im Defender for Cloud sind im Kern Azure Policy-Definitionen.

Wenn deine Azure Policy, die auf einer Purview-Klassifizierung basiert, einen Verstoß feststellt (z.B. eine unverschlüsselte Datenbank mit sensiblen Daten), wird dieser Verstoß automatisch im Defender for Cloud als Sicherheitsempfehlung mit hoher Priorität angezeigt. Dein Security-Team muss also nicht mehr manuell die Datenklassifizierung prüfen. Sie sehen sofort, dass hier ein echtes Risiko vorliegt, weil nicht irgendeine Test-Datenbank, sondern eine produktive Datenbank mit Kundendaten betroffen ist. Dies ermöglicht eine risikobasierte Priorisierung der anstehenden Aufgaben.

Das Zusammenspiel im Praxisbeispiel

Lass uns das an einem Beispiel durchspielen: Du möchtest sicherstellen, dass alle Azure Storage Accounts, die als „Projektintern“ klassifizierte Dokumente enthalten, keinen öffentlichen Zugriff erlauben. Zuerst konfigurierst du Purview so, dass es deine Storage Accounts scannt und Dokumente, die interne Projektnamen oder -nummern enthalten, als „Projektintern“ klassifiziert. Dies ist der Purview-Scan. Weitere Infos dazu findest du in anderen Purview-Beiträgen von mir.

Anschließend erstellst du eine benutzerdefinierte Azure Policy. Die Logik der Richtlinie lautet: „Für jeden Storage Account, der von Purview die Klassifizierung ‚Projektintern‘ erhalten hat, prüfe die Eigenschaft allowBlobPublicAccess. Wenn diese true ist, löse einen Audit-Event aus.“ Dies ist die Azure Policy Erstellung. Der Defender for Cloud nimmt diese Azure Policy als Teil seiner Sicherheitsbewertung auf. Sobald ein Entwickler versehentlich den öffentlichen Zugriff auf einen dieser Storage Accounts aktiviert, erscheint im Defender eine kritische Warnung. Dies ist die Überwachung im Defender. Optional könntest du die Azure Policy sogar so konfigurieren, dass sie den Effekt Deny hat. In diesem Fall würde der Versuch, den öffentlichen Zugriff zu aktivieren, von vornherein blockiert werden, mit einer klaren Fehlermeldung, die auf die Unternehmensrichtlinie verweist. Dies ist die Automatisierte Reaktion.

Fazit: Von reaktiver Kontrolle zu proaktiver Governance

Das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud ermöglicht einen Paradigmenwechsel. Du bewegst dich weg von einer fragmentierten, reaktiven Kontrolle in Silos hin zu einer integrierten, proaktiven und richtliniengesteuerten Governance. Indem du die Datenklassifizierung als zentrale Wahrheit etablierst, kannst du intelligente und kontextbezogene Regeln für deine Infrastruktur und Sicherheit definieren. Das Ergebnis ist eine robustere Sicherheitslage, eine vereinfachte Compliance und die Gewissheit, dass deine Governance-Richtlinien nicht nur auf dem Papier existieren, sondern in deiner gesamten Cloud-Umgebung aktiv durchgesetzt werden.

Quellen


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung. Dieser Kurs bietet einen praxisnahen Einstieg in die IT-Sicherheit mit Kali Linux, der führenden Plattform für Penetrationstests und Ethical Hacking. 


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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Tradition trifft KI https://blog.heise-academy.de/tradition-trifft-ki/ Fri, 08 May 2026 09:51:03 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9188 Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

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Tradition trifft KI

Lernen bleibt Chefsache – und wird zum Wachstumstreiber

Von: Johanna Heise

Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

Die Nachfolge in einem Familienunternehmen zu gestalten, ist immer eine besondere Herausforderung. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge ist es aber noch viel mehr: Es ist eine Einladung, die Balance aus Tradition, Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung immer wieder neu auszuloten. In den vergangenen Jahren habe ich hautnah erlebt, wie sich die Anforderungen an Unternehmen und an Führungskräfte wandeln – und wie sehr Weiterbildung zur Überlebensfrage geworden ist. Gerade die aktuellen Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz sind ein Brennglas für diese Veränderungen. 

Wenn ich auf unseren Weg bei heise blicke, dann ist klar: Kontinuierliches Lernen hat uns zur Anpassung befähigt – und wird auch künftig darüber entscheiden, ob wir als Unternehmen wachsen und echten Mehrwert für unsere Community schaffen können. Die Geschwindigkeit, mit der sich Technologien und Märkte verändern, macht deutlich: Weiterbildung ist heute keine Option mehr, sondern ein Muss. Und zwar nicht als Pflichtübung, sondern als Haltung. 

KI als Wachstumsmotor – warum Weiterbildung jetzt entscheidend ist 

Von der Prozessoptimierung zum Wachstumstreiber 

Künstliche Intelligenz wird in vielen Unternehmen immer noch als reines Effizienz-Tool gesehen. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Die zentrale Botschaft, die ich aus der aktuellen Diskussion – und nicht zuletzt aus einer inspirierenden Keynote im Rahmen der Hannover Messe – mitnehme: Das eigentliche Potenzial von KI liegt darin, Unternehmen neue Wachstumschancen zu eröffnen. Das ist ein Perspektivwechsel im Vergleich zu früheren Technologiewellen wie Cloud oder IoT. Während damals oft Skepsis und Zurückhaltung dominierten, herrscht heute ein Konsens: Ohne KI wird keine Branche mehr auskommen. 

Das hat weitreichende Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft. Unternehmen, die jetzt zögern, laufen Gefahr, schnell abgehängt zu werden. Es reicht nicht mehr, KI als Automatisierungs-Tool einzusetzen – es geht darum, mit KI neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, innovative Wertschöpfung zu ermöglichen und neue Märkte zu erschließen. Wachstum entsteht dort, wo Menschen bereit sind, sich auf Neues einzulassen und mutig voranzugehen. 

Tradition trifft Innovation: Die Rolle der Unternehmensnachfolge 

Mitten in der Nachfolge eines Familienunternehmens stehe ich für die Verbindung von Tradition und Zukunft. Bei heise haben wir über Jahrzehnte hinweg Werte wie Unabhängigkeit, Qualität und Verantwortung gepflegt. Diese Prinzipien tragen uns – gerade jetzt, wo sich die Spielregeln für Medien, IT und Weiterbildung rasant verschieben. 

Unsere Transformation vom klassischen Telefonbuchverlag hin zum digitalen Medienhaus ist ein Prozess, in dem Lernen und Weiterentwicklung immer strategischer werden. Projekte müssen schneller umgesetzt werden. MVPs – also minimal funktionsfähige Produkte – müssen zügig auf den Markt. Nur wer sich flexibel anpasst und Innovationen vorantreibt, sichert die eigene Marktposition langfristig. Gezielte Weiterbildung ist dabei der Schlüssel: Nur Teams, die moderne Technologien und Methoden – wie Agentic Coding oder KI-gestützte Recherche – beherrschen, können sich im Wettbewerb durchsetzen. 

Lernen als Haltung – nicht als Pflicht 

Was ich in der Praxis immer wieder beobachte: Es reicht nicht, einfach weiterzumachen wie bisher. Moderne Märkte fordern uns heraus, Unsicherheit auszuhalten, Fragen zu stellen und Räume für Experimente zu schaffen. Für Unternehmen bedeutet das: Lernbereitschaft und Offenheit müssen zur Kernkompetenz werden. Wer heute in die Entwicklung der Mitarbeitenden investiert, verschafft sich nicht nur einen Innovationsvorsprung, sondern bindet auch Talente, die gezielt nach Entwicklungsmöglichkeiten suchen. 

Bei der heise academy setzen wir gezielt auf Formate, die Austausch, Peer-Learning und unmittelbaren Praxistransfer ermöglichen. KI-Schulungen sind mehr als technische Updates – sie laden dazu ein, die eigene Rolle im Wandel kritisch zu reflektieren und Verantwortung zu übernehmen. Weiterbildung ist kein Selbstzweck, sondern ein zentraler Hebel, um Wandel aktiv zu gestalten. 

Praxis bei heise: Wie wir KI und Lernkultur integrieren 

KI-Integration mit heise I/O und deep content 

Ein konkretes Beispiel aus unserem Alltag ist die Einführung von heise I/O von deep content. Das Tool hat uns geholfen, KI nicht nur als technische Neuerung, sondern als integralen Bestandteil unserer Arbeitsprozesse zu etablieren. Mit heise I/O können wir Wissen gezielt vernetzen, im Team weiterentwickeln und direkt im Arbeitsalltag einsetzen. Die Plattform verbindet redaktionelle Tiefe mit modernen, KI-gestützten Recherche- und Lernmethoden – und schafft so einen echten Mehrwert. 

Automatisierung spielt dabei eine wichtige Rolle: Ob bei der Erstellung von Pressemitteilungen, Webseiten für heise regioconcept oder Advertorials – KI unterstützt uns dabei, Prozesse effizienter und innovativer zu gestalten. Gleichzeitig bleibt der Mensch im Mittelpunkt: Es geht immer darum, Technologie verantwortungsvoll, kreativ und zum Wohle aller einzusetzen. 

Weiterbildung als strategische Aufgabe und Einladung 

Wir sehen Weiterbildung als strategische Aufgabe – und als Einladung an alle, mitzumachen. Die besten Impulse entstehen, wenn Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam Neues wagen. In der IT – und darüber hinaus – veraltet Wissen heute schneller denn je. Wer hier nicht kontinuierlich investiert, riskiert Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. 

Deshalb ist die Förderung einer aktiven Lernkultur für uns Chefsache. Wir schaffen Räume, in denen Teams Neues ausprobieren können. Wir fördern kritisches Denken, den Austausch in der Community und die Bereitschaft, eigene Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt brauchen wir Führungskräfte, die mutig vorangehen, sich an klaren Werten orientieren und auch unbequeme Entscheidungen treffen. 

Komplexität meistern – Reflexion als Führungsaufgabe 

Die aktuellen Herausforderungen fordern uns auch auf persönlicher Ebene heraus: Entscheidungen werden komplexer und müssen immer häufiger unter Unsicherheit getroffen werden. Es reicht nicht mehr, einmal eingeführte Prozesse einfach fortzuschreiben. Vielmehr ist Selbstreflexion gefragt: Was habe ich als Führungskraft im letzten Jahr gelernt? Wie offen bin ich für Veränderung? Wie kann ich Vorbild sein und mein Team für den Wandel begeistern? 

Diese Haltung ist zentral, um als Unternehmen handlungsfähig zu bleiben – und als Führungskraft glaubwürdig zu sein. Gerade jetzt kommt es darauf an, Räume zu schaffen, in denen Lernen, Experimentieren und auch Scheitern möglich sind. Nur so können wir die Potenziale von KI und anderen Technologien wirklich ausschöpfen und Verantwortung für den gesellschaftlichen Wandel übernehmen. 

Weiterbildung als gesellschaftliche Verantwortung 

Lernen, teilen, gemeinsam wachsen 

Weiterbildung ist heute mehr als eine individuelle Entwicklungschance. Sie ist ein Versprechen an die nächste Generation und ein zentrales Element für die Zukunftsfähigkeit jedes Unternehmens. Die Transformation von heise zeigt: Wer bereit ist, die eigene Lernkultur immer wieder zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, bleibt relevant – als Unternehmen und als Gesellschaft. 

Technologische Innovation und kontinuierliche Weiterbildung gehören untrennbar zusammen. KI ist dabei nicht einfach nur das Thema der Stunde, sondern ein Katalysator für einen offenen, dialogorientierten Umgang mit Veränderung. Die besten Innovationen entstehen dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam wachsen. 

Einladung zum Handeln: Jetzt Verantwortung übernehmen 

Der technologische Wandel ist nicht aufzuhalten – aber wir können ihn gestalten. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge und Nachfolgerin im Familienunternehmen ist klar: Lernen bleibt Chefsache, gerade in Zeiten von KI und rasantem Wandel. 

Nutze die vielfältigen Möglichkeiten der IT-Weiterbildung – ob über die heise academy, heise I/O oder im direkten Austausch mit unserer Community. Hinterfrage deine Lernhaltung, entwickle deine Kompetenzen weiter, bringe dich ein. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für Innovation, Wachstum und gesellschaftlichen Fortschritt. 

Lass uns die Herausforderungen annehmen und die Chancen gestalten – mit Offenheit, Mut und einer echten Lernkultur. Denn gerade jetzt entscheidet sich, welche Unternehmen und welche Menschen den Wandel nicht nur mitlaufen, sondern aktiv vorantreiben.

Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

KI-Reifecheck in 5 Minuten

Wie fit ist euer Unternehmen in Sachen KI? Mit unserem KI-Check-Selbsttest erkennst du Potenziale für ein eigenes GPT und siehst, wo ihr nachsteuern solltet. Schnell, praxisnah und direkt umsetzbar.

Profilbild Johanna Heise, junge Frau mit langen dunklen Haaren in blauem Blazer

Über die Autorin: Johanna Heise

Johanna Heise (Jg. 1999) ist Head of Brand & Culture bei heise und CEO bei heise ventures sowie Geschäftsführerin der Heise Knowledge GmbH. Seit Mai 2023 verantwortet sie das Employer‑ und Dachmarken‑Branding bei heise, seit März 2024 die Venture‑Investments. Zuvor beriet sie bei KPMG und Simon‑Kucher. Sie studierte Management an der WHU (B.Sc.) und an der ESCP Business School (M.Sc.) in London, Berlin und Madrid, mit Fokus auf Familienunternehmen, internationales Management sowie Sales & Marketing.


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Einführung generativer KI im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/einfuehrung-generativer-ki-im-unternehmen/ Thu, 30 Apr 2026 16:20:13 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9105 Hohe Erwartungen, ernüchternde Ergebnisse: Viele Unternehmen investieren in generative KI, ohne messbare Effekte zu erzielen. Wir zeigen die typischen Stolperfallen und entscheidenden Erfolgsfaktoren bei der Einführung von KI im Unternehmen auf.

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Einführung generativer KI im Unternehmen

Warum Strategien oft scheitern & was wirklich funktioniert

Von: Alexander Miguel Meyer

KI-Strategien überzeugen häufig auf dem Papier – in der Umsetzung scheitern sie regelmäßig. Zunächst wird Copilot als Lösung in den Raum gestellt, es folgen Präsentationen mit ambitionierten Versprechen, begleitet von internen Kommunikationskampagnen. Wenige Wochen später kehrt Ernüchterung ein. KI soll Prozesse beschleunigen und messbare Ergebnisse liefern, doch die Praxis zeigt deutliche Lücken: Das Marketing erhält über Copilot nur generische Kampagnen-Briefings ohne Markenbezug. Das Controlling lässt Q3-Zahlen per ChatGPT zusammenfassen, doch die Ergebnisse verfehlen die strategisch relevanten Kernaussagen. Im Vorstand entstehen kritische Fragen: „Warum wurden 300.000 Euro investiert, wenn die Tools kaum genutzt werden? Warum empfiehlt unsere KI Kunden, die seit Jahren nicht mehr aktiv sind?“ 

Dieser Verlauf wiederholt sich in vielen Unternehmen: hohe Erwartungen, schneller Launch, Orientierungslosigkeit, Enttäuschung. Hinzu kommen ausbleibende Produktivitätsgewinne, die zuvor in Aussicht gestellt wurden. 

Was läuft da schief? 

  1.  Alle tun so, als wüssten sie Bescheid. In Meetings wird zustimmend genickt, später jedoch heimlich nach Begriffen wie „Prompt“ gegoogelt. Niemand möchte ahnungslos wirken. Nur der Praktikant setzt KI bereits routiniert ein – und macht damit das übrige Team nervös. 
  2. Schulung ohne Praxisbezug. Ein einstündiger Inspirationsvortrag ersetzt keine Anleitung. Es fehlen konkrete Prompts, Workflows und Compliance-konforme Tools. Zurück bleibt die Frage: Wie und wo anfangen? 
  3. Zwischen Angst und Hype. Manche befürchten, dass KI sie ersetzen wird. Andere glauben, es ist nur ein Hype – wie Google+ oder NFTs. Das Ergebnis: Die wenigsten nehmen sich bewusst Zeit, um zu experimentieren. 
  4. Der ROI fehlt – und jeder merkt es. Lizenzen werden gekauft, aber keine Nutzungsgewohnheiten etabliert. Dashboards weisen geringe Aktivität aus – und die KI-Verantwortlichen geraten unter Rechtfertigungsdruck. 
  5. Veraltete Governance. Das Legal-Team fordert Klarheit. Compliance benötigt eindeutige Regeln, die jedoch fehlen. Mitarbeitende handeln in einem regulatorischen Vakuum und wissen nicht, was erlaubt ist. 

Wie KI-Einführung wirklich funktioniert 

Entscheidend ist die richtige Mischung aus Top-Down- und Bottom-Up-Maßnahmen. Die folgenden sechs Ansätze haben sich bewährt. 

Mit KI-Champions starten 

Identifiziere die fünf bis zehn Prozent der Belegschaft, die experimentierfreudig sind – die natürlichen Early Adopters. Statte sie mit Tools, Systemzugängen und expliziter Testerlaubnis aus und stelle konkrete Aufgaben: Lässt sich das Reporting beschleunigen? Können Angebote automatisiert auf Kunden-Pain-Points zugeschnitten werden? Dokumentiere kleine Erfolge – etwa 20 Minuten Zeitersparnis in der Sales-Nachbereitung oder automatisierte Excel-Prozesse – und mache sie in All-Hands-Meetings sichtbar. Exklusive Programme wie „KI-Explorer“ erzeugen zusätzlich Nachfrage in anderen Teams. 

Mit echten Anwendungsfällen lernen 

Generische Future-of-Work-Sessions bringen wenig. Wirksamer sind kurze, rollenbasierte Trainings von 20 bis 30 Minuten mit einfachen Beispielen wie „Formuliere diesen LinkedIn-Post um“ oder „Fasse diesen Excel-Report zusammen“. Praxisnutzen schafft Vertrauen und Neugier. 

Zur Identifikation konkreter Use Cases eignet sich eine einfache Tabelle mit fünf Fragen: 

  1. Was ist meine Aufgabe? 
  2. Wie viel Zeit benötige ich dafür? 
  3. Lässt sich die Aufgabe automatisieren? 
  4. Welche Tools kommen dafür infrage? 
  5. Lassen sich die Tools sicher einsetzen? 

Aus den Antworten entsteht eine nach Aufwand und Nutzen priorisierte Shortlist. 

Vermittle zudem, wie man KI als Coach nutzt. Der Mehrwert steigt deutlich, wenn KI Rückfragen stellt, statt nur zu antworten. Ein bewährter Zusatz im Prompt: „Bevor du antwortest, stelle mir weitere Fragen, um meine Problemstellung besser zu verstehen.“ Jedes Training sollte mit zwei bis drei Prompts zum Ausprobieren enden. Bringt KI binnen zehn Minuten keinen Nutzen, ist sie für den Anwendungsfall vermutlich ungeeignet. 

Mache KI zur Challenge 

Sichtbarkeit und spielerische Anreize fördern die KI-Nutzung. Teile Erfolge in Teammeetings („Katrin hat mit GPT das Kunden-Review in der Hälfte der Zeit vorbereitet.“) und etabliere Formate wie den „Prompt der Woche“: eine Folie, ein intelligenter Prompt, eine Minute Erklärung über Zeitersparnis oder Ideengenerierung. Feiere Unerwartetes, z. B. den Praktikanten, der das Onboarding-Dokument mit GPT optimiert, oder die Managerin, die Besprechungsnotizen in To-do-Listen umwandelt. 

Job-Sicherheit klar adressieren 

Viele Mitarbeitende haben Sorgen, ohne sie auszusprechen. Kommuniziere proaktiv und wiederholt: KI ersetzt keine Menschen, sondern repetitive Aufgaben. Offene Formate wie 15-Minuten-Q&A-Sessions oder Slack-AMAs helfen, konkrete Fragen im Zusammenhang mit KI zu klären – etwa zur Nutzung von Kundendaten oder zur Optimierung von Reporting-Prozessen. Kommuniziere Erfolgsgeschichten, zeige messbare Verbesserungen und positioniere KI als strategischen Copiloten. Nicht als Bedrohung, sondern als Enabler für Wertschöpfung. Das Ziel: weniger operative Routine, mehr Raum für Leadership, Innovation und echte Problemlösung, während KI die Fließbandarbeit übernimmt. 

KI-Implementierung als strategischer Produktansatz 

Behandle die KI-Einführung wie einen Produkt-Launch, das heißt als kontinuierlichen Transformationsprozess, nicht als Einzelprojekt. Miss reale Nutzung anhand von Prompt-Aktivität, Tool-Adoption und Zeitersparnis. Werden z. B. nur E-Mail-Funktionen genutzt, spezialisierte Tools aber ignoriert, ist eine Strategieanpassung nötig. Ebenfalls gut funktionieren zentrale Anlaufstellen wie ein dediziertes Helpdesk oder Slack-Channel. Power-User und KI-Champions fungieren hier als Multiplikatoren für Best Practices und Problemlösungen. Verbessere das Training datenbasiert und identifiziere dafür wiederkehrende Herausforderungen. Wenn beispielsweise Tonalitätsanpassungen problematisch sind, erstelle kurze, gezielte 3-Minuten-Tutorials.  

KI-Sicherheit und Compliance offen thematisieren 

KI-Sicherheit muss proaktiv adressiert werden, damit Unklarheit Innovation nicht blockiert. Führungskräfte sollten fünf Kernfragen klären können: 

  1. Hosting-Location: Wo ist das Modell gehostet? 
  2. Datenverarbeitung: Wer verarbeitet unsere Daten? 
  3. Datenspeicherung: Werden Daten gespeichert oder geloggt? 
  4. Modell-Training: Wird das Modell mit unseren Daten trainiert? 
  5. Datenkontrolle: Haben wir Kontrolle über Zugriff, Löschung und Aufbewahrung? 

Regel: Kannst du nicht alle fünf Fragen beantworten, sollte kein Einsatz sensibler Daten erfolgen. 

Es empfiehlt sich die Implementierung eines Ampel-Systems für die Tool-Freigabe: 

  • Grün: Tools in sicherer Cloud-Umgebung 
  • Gelb: Vertrauenswürdige Anbieter mit Admin-Kontrollen und Auftragsverarbeitungsvertrag 
  • Rot: Öffentliche Tools mit unklarer Datenpolitik – Nutzungsverbot 

In einer freigegebenen Standard-Toolbox lassen sich alle zugelassenen Anwendungen bündeln. Was genehmigt ist, wird produktiv genutzt. Es ist entscheidend, Unklarheiten auszuräumen, denn sie führen zu Compliance-Risiken oder Innovationsstillstand. Für höchste Sicherheitsanforderungen empfiehlt sich eine eigene GPT-Instanz in der unternehmenseigenen Cloud-Umgebung. 

Fazit: KI rettet dein Unternehmen nicht – deine Mitarbeitenden schon 

Voraussetzung dafür sind die passenden Tools, klare Rahmenbedingungen und der richtige Kontext. Transformation entsteht nicht in Präsentationen, sondern im Arbeitsalltag – etwa, wenn eine HR-Managerin mithilfe von Copilot ihre administrativen Aufgaben halbiert und die gewonnene Zeit in strategisches Team-Coaching investiert. Genau hier liegt der messbare Mehrwert von KI – und er ist realisierbar.  


Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

Eigenes GPT fürs Unternehmen – lohnt sich das?

Finde heraus, wo dein Unternehmen beim Thema KI steht und welches Potenzial eine eigene GPT-Implementierung bietet. Unser kostenfreies Whitepaper zeigt Architektur, Verantwortung und Best Practices – praxisnah, verständlich und sofort umsetzbar.

Portraitbild von Alexander Miguel Meyer

Über den Autor: Alexander Miguel Meyer

Nach Stationen in der Management- und IT-Beratung gründete AI Strategy Consultant Alexander Miguel Meyer Dualis Studio – eine Beratung, die DAX-Konzerne und Mittelständler in Deutschland und den USA bei der strategischen KI-Adoption begleitet. Als Trainer und Dozent hat er über 3.000 Professionals befähigt, KI wirksam in ihrer Arbeit zu nutzen. Mit seinem Newsletter „AI-Empowered Leaders“ und seinen Beiträgen auf LinkedIn und im Blog erreicht er rund 40.000 Entscheiderinnen und Entscheider.


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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst  https://blog.heise-academy.de/learning-on-demand-wissen-genau-dann-wenn-du-es-brauchst/ Fri, 24 Apr 2026 15:52:40 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9065 Wenn im entscheidenden Moment nichts mehr läuft, hilft kein geplanter Kurs, sondern die richtige Lösung im richtigen Moment. Hier setzt Learning on Demand an. Der Beitrag zeigt Stärken, Grenzen und wie du damit schneller und nachhaltiger lernst.

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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst 

Warum gezieltes Lernen im Moment of Need in der IT unverzichtbar ist und klassische Weiterbildung oft zu kurz greift 

Von: Arne Schmidt

Die Anwendung läuft in der Testumgebung einwandfrei. Dann geht sie live und nichts geht mehr. Das halbe Team ist schon im Wochenende. Was jetzt hilft, ist kein Kurs und kein Seminar, das irgendwann mal auf der Roadmap stand. Was jetzt hilft, ist die richtige Antwort zur richtigen Zeit. 

Genau das ist Learning on Demand. In der IT-Branche ist dieses Vorgehen längst gängige Praxis, da der Arbeitsalltag es schlichtweg erfordert. Trotzdem behandeln viele Unternehmen Weiterbildung noch so, als ließe sich Wissen auf Vorrat anlegen: Seminarkatalog durchblättern, Termin buchen, zwei Tage raus aus dem Projekt und dann ist drei Wochen später die Hälfte vergessen. 

Dieser Artikel ist für alle, die das kennen. Und für alle, die gezieltes Lernen im Moment of Need bewusst nutzen wollen, statt es dem Zufall zu überlassen. 

Was Learning on Demand wirklich bedeutet 

Statt ein Thema von Grund auf durchzuarbeiten, startet man mit einer konkreten Frage. Man sucht sich gezielt die Antwort in der Dokumentation, in einem Forenthread oder in einem kurzen Video und wendet sie sofort an. Problem erkannt, Wissen geholt, Lösung umgesetzt. 

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Weiterbildung: Der Auslöser ist eine reale Situation, kein Schulungskatalog. Wissen, das sofort angewendet wird, bleibt hängen, weil es direkt mit einer konkreten Erfahrung verknüpft ist. 

Zwei typische Situationen aus dem IT-Alltag zeigen, wie das aussieht: 

Man vor Computer versucht ein IT-Problem zu lösen.

Ein Engineer soll eine bestehende Infrastruktur auf eine neue Plattform migrieren. Die grundsätzlichen Konzepte beherrscht er, aber die konkrete Umsetzung in der neuen Umgebung ist Neuland. Er fängt nicht bei null an, sondern nimmt sein bestehendes Wissen als Gerüst und arbeitet sich gezielt in die plattformspezifischen Unterschiede mit Hilfe von Videokursen ein. Stück für Stück, immer entlang der konkreten Aufgabe. Nach einer Woche läuft das System, und er hat die neue Plattform dort verstanden, wo es zählt. 

Manchmal taucht das Problem aber ungeplant auf. Kurz vor einem Release können sich mehrere Teammitglieder plötzlich nicht mehr bei Cloud-Diensten anmelden, aber lokal funktioniert alles. Der Admin grenzt die Ursache schnell ein: Eine kürzliche Änderung an der Benutzerverwaltung wurde nicht sauber mit dem Cloud-Verzeichnis synchronisiert. Die Details der Synchronisation sind nicht sein tägliches Brot. Also recherchiert er gezielt: offizielle Dokumentation, ein passender Blogbeitrag, die Logs im Admin-Portal. Nach anderthalb Stunden ist das Problem behoben und er weiß jetzt genau, worauf er bei solchen Änderungen künftig achten muss. 

Mann verzweifelt vor einen Computer.

Was beide Situationen gemeinsam haben: Es gab ein konkretes Problem, eine Deadline und Druck. Und genau das war der beste Lernauslöser. 

Wo der Ansatz an seine Grenzen stößt 

So effektiv Learning on Demand im Alltag ist, es funktioniert nicht immer. 

Gezieltes Lernen im Moment of Need setzt ein Fundament voraus. Wer die Grundlagen eines Themas nicht versteht, kann weder die richtige Frage stellen noch die Antwort bewerten. Komplexe, zusammenhängende Themen lassen sich nicht in zwanzig Minuten aus einem Blogbeitrag erschließen. Sie brauchen Struktur, Zeit und oft jemanden, der Inhalte einordnet. 

Viele sehen Learning on Demand fälschlicherweise als kompletten Ersatz für Schulungen an. Doch wer glaubt, man könne sich einfach alles „ergoogeln”, stößt schnell an Grenzen. Fehlen die Grundlagen, mutiert die Lösungsfindung zu einem ziellosen Ausprobieren. Ein solches Vorgehen verschlingt am Ende weit mehr Zeit, als ein ordentlicher Kurs je gekostet hätte. 

Learning on Demand ergänzt fundierte Weiterbildung. Das eine liefert das Fundament, das andere die Antwort im entscheidenden Moment. 

Was im Alltag wirklich funktioniert 

Wer Learning on Demand bewusst angeht, holt deutlich mehr raus. Nicht durch komplizierte Systeme, sondern durch einfache Gewohnheiten. 

  • Die eigenen Quellen kennen und pflegen. Eine kuratierte Sammlung aufbauen: offizielle Dokumentation, zwei oder drei vertrauenswürdige Fachblogs, ein Bookmark-Ordner mit bewährten Referenzen. Keine riesige Linksammlung, sondern eine Handvoll Quellen, bei denen man weiß: Hier finde ich eine belastbare Antwort. 
  • Wissen festhalten und teilen. Problem gelöst? Kurz notieren, was das Problem war, was die Ursache und was geholfen hat. Ob internes Wiki, Team-Channel oder fünf Minuten im Weekly. Das Format ist egal. Entscheidend ist, dass Wissen nicht im Kopf einer einzelnen Person bleibt. 
  • Kleine Lerneinheiten bewusst nutzen. Oft reicht ein einzelnes Kapitel, ein gezieltes Video oder ein Abschnitt in der Dokumentation. Zwanzig fokussierte Minuten, die ein konkretes Problem lösen, bringen mehr als ein ganzer Seminartag, aus dem man drei Folien mitnimmt. 
  • Strukturiertes Lernen und On-Demand verbinden. Genau hier setzt das Campus-Modell an: modulare, praxisnahe Lerneinheiten, die sich gezielt in den Arbeitsalltag einfügen lassen. Man steigt im eigenen Tempo direkt in das Thema ein, das gerade relevant ist. So werden spontanes Nachschlagen und strukturiertes Vertiefen zum Zusammenspiel.

Wer nur auf Kurse setzt, lernt zu langsam 

Die IT wartet nicht darauf, dass jemand einen Schulungskatalog durchblättert. Die besten IT-Professionals haben das verstanden. Sie finden die Antwort, wenn sie sie brauchen. 

Das bedeutet nicht, dass strukturierte Weiterbildung überflüssig ist. Wer nur on demand lernt, ohne solide Grundlagen, baut auf Sand. Aber wer nur auf geplante Kurse setzt und dazwischen aufhört zu lernen, verliert den Anschluss. 

Wir lernen am meisten direkt am Rechner, wenn wir unter Druck ein akutes Problem lösen müssen. Dieser Ansatz ist keine Notlösung, sondern eine der stärksten Formen der Weiterbildung. Die einzige Voraussetzung ist ein bewusstes Vorgehen. Das bedeutet konkret: Verlässliche Quellen sammeln, gefundene Lösungen festhalten und das gewonnene Wissen weitergeben. Außerdem müssen wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass echtes Lernen immer mit einem gedruckten Zertifikat enden muss. 


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID 

Lerne im Videokurs, wie du mit Zero-Trust-Prinzipien und Microsoft Entra ID administrative Identitäten wirksam schützt. Anhand praxisnaher Beispiele baust du eine moderne, sichere IT-Infrastruktur auf und behältst Berechtigungen jederzeit im Griff. 


Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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secIT by heise 2026 https://blog.heise-academy.de/secit-by-heise-2026/ Tue, 14 Apr 2026 11:13:48 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9081 Die Frage ist längst nicht mehr, ob man angegriffen wird, sondern wann. Die IT-Security-Kongressmesse secIT in Hannover bot Sicherheitsbeauftragten auch dieses Jahr hilfreiches Fachwissen, wie Sie Angriffe erkennen, verhindern und eindämmen.

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secIT by heise 2026

Treffpunkt der IT-Security-Szene mit Fokus auf aktuelle Bedrohungen und wirksame Abwehr

Von: Klaus Bierschenk 

Vom 17. bis 19. März 2026 wurde Hannover erneut zum Treffpunkt der IT-Sicherheits-Community: Die secIT by heise öffnete bereits zum neunten Mal ihre Tore im Hannover Congress Centrum. Die über 4.400 Teilnehmenden erwarteten 80 Vorträge und 60 Deep-Dive-Sessions, verteilt auf vier Hallen und vier Bühnen – ein dichtes Programm mit klarem Fokus auf aktuelle Bedrohungslagen und konkrete Gegenmaßnahmen. 

Workshops: Von Regulierung bis Betriebssystemhärtung 

Traditionell startete die Veranstaltung mit einem Workshop-Tag. Das Spektrum reichte von regulatorischen Themen wie der Umsetzung der EU-NIS-2-Richtlinie bis hin zum Aufbau eines Information Security Management Systems (ISMS) nach ISO 27001. 

Auch technisch ging es in die Tiefe: So wurde etwa gezeigt, wie sich Windows 11 allein mit Bordmitteln und ohne Dritthersteller-Software absichern lässt – ein praxisnaher Ansatz, der besonders für kleinere IT-Teams interessant ist. 

Auftakt: Cybersicherheit ist heute wichtiger denn je 

Am zweiten Tag eröffnete Johanna Heise, Gesellschafterin der Heise Gruppe und Gründerin von „Women in Tech by heise“, offiziell die Konferenz, und das mit einer klaren Botschaft: Die Frage ist längst nicht mehr, ob Unternehmen angegriffen werden, sondern wann. Rund 60 Prozent der Handwerksbetriebe wurden bereits Opfer von Cyberattacken. Als aktuelles Beispiel verwies sie auf den Angriff auf das Buchungssystem der Deutschen Bahn im Februar 2026, der zu massiven Störungen führte. 

Auch die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens unterstrich die wachsende Bedeutung von Cybersicherheit – insbesondere durch kontinuierliche Schulung und enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und IT-Sicherheitsexperten. 

Polizeiarbeit: International vernetzt gegen Ransomware 

Ein Highlight der Kongressmesse war der Vortrag von Daniel Lorch vom Polizeipräsidium Reutlingen. Am Beispiel der weltweit agierenden Ransomware-Gruppe „Hive“ zeigte er eindrucksvoll, wie effektiv koordinierte Maßnahmen gegen Cyberkriminalität sein können. Im Rahmen der Operation „Dawnbreaker“ gelang es dem internationalen Ermittlerteam unter Beteiligung des FBI, in die Infrastruktur der Täter einzudringen und die Gruppe zu zerschlagen. 

Besonders brisant: Hive machte auch vor Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen nicht Halt. Der entstandene Schaden geht in die Milliarden, bei über 1.500 dokumentierten Straftaten. 

Lorchs Appell an Unternehmen war klar: IT-Dienstleister müssen sich kritischen Sicherheitsfragen stellen. Wer hier keine überzeugenden Antworten liefert, ist ein Risiko. Denn im Ernstfall kann ein Angriff binnen Tagen zur Existenzfrage werden. 

Breite Themen, klare Botschaften 

Im Fokus der Vorträge stand die Frage, wie sich Cyberangriffe erkennen, verhindern und eindämmen lassen. Wie Unternehmen ihre Systeme sauber und sicher verwalten, um Risiken zu minimieren, war Thema meines eigenen Vortrags mit dem Titel „Digitaler Frühjahrsputz in Entra ID – Aufräumen für mehr Sicherheit“. Unbenutzte Konten und veraltete Richtlinien im Entra Tenant stellen eine erhebliche Gefahr dar. Der Abbau solcher Altlasten lässt sich bestens mit Bordmitteln realisieren – ein wichtiger Hinweis für Organisationen ohne großes Security-Budget. 

Viele Hersteller, Microsoft vorweg, plädieren für eine passwortlose Authentifizierung. Die Tools sind da, die Hardware etwa in Form von Smartphones auch, aber in der Realität sind Passwörter in Unternehmen nach wie vor der Standard. Der Vortrag „Passwörter im Fadenkreuz – Wie Angreifer vorgehen und wie KI das Spiel verändert“ zeigte, wie moderne Passwortattacken ablaufen und zeitgemäßer Schutz dagegen aussehen muss. Maßnahmen wie Passwortmanager und Multi-Faktor-Authentifizierung sind dabei einfache, aber effektive Gegenmittel.  

Hacking zum Mitmachen: Angriffsszenarien live erlebt 

Für besonders viel Andrang sorgte der interaktive Vortrag von Lisa Lobmeyer und Linus Neumann. In einem Rollenspiel simulierten sie eine Cyberattacke. Dabei schlüpfte das Publikum in die Rolle der Angegriffenen und durfte per Votum entscheiden, wie im Krisenfall verfahren werden soll. 

Deutlich wurde dabei, wie Angriffe typischerweise ablaufen. Es beginnt mit der Infiltrierung. Die Angreifer setzen sich fest, spähen die Landschaft nach Gelegenheiten aus, implementieren Hintertüren und beschaffen sich Privilegien. Diese Vorbereitungen können Wochen dauern und bleiben oft unbemerkt. 

Ein zentrales Learning: Vorsorge ist alles. Sicherheitsmaßnahmen müssen in „Friedenszeiten“ etabliert werden, um für den Notfall gerüstet zu sein und schnell handeln zu können. 

Tritt ein Sicherheitsvorfall ein, ist es entscheidend, zu wissen, wo die kritischsten Daten des Unternehmens liegen. Letzten Endes sind sie alle relevant, doch die aktuellen Daten haben den höchsten Geschäftswert. 

Ebenso wichtig ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren, um unter Zeitdruck die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Daher empfahlen Lisa Lobmeyer und Linus Neumann, die Verhandlungen von externen, emotional unbeteiligten Personen führen zu lassen, die den notwendigen Abstand zu den Assets haben. 

Fazit 

Die secIT 2026 bot erneut einen gelungenen Mix aus strategischem Überblick, technischer Tiefe und direktem Austausch. Für Security-Verantwortliche, Admins und Entscheider gleichermaßen lieferte die Veranstaltung wertvolle Impulse. 

Eine zentrale Erkenntnis zog sich durch alle Beiträge: Angriffe sind Alltag, Vorsorge ist unerlässlich. Wer seine Systeme kennt, aufräumt und grundlegende Sicherheitsmaßnahmen umsetzt, reduziert Risiken deutlich – und genau hier setzt der Wissensgewinn durch Formate wie die secIT an.


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung.

Portrait Klaus Bierschenk

Über den Autor: Klaus Bierschenk

Klaus Bierschenk ist seit über 20 Jahren in der IT-Branche tätig und bringt umfassende Erfahrung aus internationalen Identity- und Security-Projekten mit. Als Technologieberater bei CGI Deutschland liegt sein Schwerpunkt auf hybriden IT-Infrastrukturen. Seine Begeisterung für Cloud- und Microsoft-Technologien ist ungebrochen. Er unterstützt IT-Betreiber bei Herausforderungen rund um Active Directory und Microsoft Entra ID.


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IT-Sicherheit im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/it-sicherheit-im-unternehmen/ Thu, 12 Mar 2026 08:20:27 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9056 IT-Sicherheit betrifft alle Mitarbeitenden: Erfahre, wie Unternehmen Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung etablieren, Risiken minimieren und Vertrauen stärken.

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IT-Sicherheit im Unternehmen

Warum IT-Sicherheit alle Mitarbeitenden betrifft

Von: Carla Maria Hoppe

IT-Sicherheit wird häufig allein der IT-Abteilung zugeschrieben. Firewalls, Endpoint-Schutz und Monitoring – das alles ist technisch gut gelöst. Doch moderne Cyberangriffe zeigen, dass die größte Schwachstelle nicht im Serverraum, sondern direkt an den Arbeitsplätzen der Mitarbeitenden sitzt. IT-Sicherheit kann kein isoliertes IT-Thema sein, sondern muss eine unternehmensweite Verantwortung werden. Nur eine Sicherheitsstrategie, die Technik, Prozesse und Mitarbeitende gleichermaßen berücksichtigt, kann nachhaltig wirken.  

Cybercrime 2024: Eine alarmierende Lage 

Laut dem SoSafe Cybercrime Report verursachte Cybercrime 2024 in Deutschland Schäden in Höhe von 178,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Weltweit wurden im selben Jahr 13,4 Milliarden kompromittierte Accounts registriert (GData). Besonders kritisch ist die Zeitspanne, bis ein Angriff erkannt wird: Im Durchschnitt vergehen 293 Tage, bis Phishing-Angriffe identifiziert und eingedämmt werden. Hinzu kommt, dass fast 34 % der Mitarbeitenden deutscher Unternehmen ihre IT-Sicherheitskompetenz als gering oder sehr gering einschätzen. 

Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und unterstreichen die Notwendigkeit, IT-Sicherheit nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch und kulturell zu verankern. Die Kernaufgabe: Awareness schaffen und Cybersecurity als Verantwortung jedes Einzelnen im Unternehmen etablieren. 

IT-Security versus Cybersecurity: Eine wichtige Unterscheidung 

IT-Security und Cybersecurity werden oft synonym verwendet, doch es gibt einen wichtigen Unterschied. Während IT-Security den Schutz der gesamten IT-Infrastruktur eines Unternehmens abdeckt – also Server, Netzwerke, Endgeräte und Daten – fokussiert Cybersecurity vor allem auf die Abwehr von netzwerk- und internetbasierten Angriffen. In der Praxis überschneiden sich beide Bereiche stark, und viele Unternehmen haben IT-Security- und Cybersecurity-Teams eng verzahnt oder in einer gemeinsamen Abteilung. Sie arbeiten mit ähnlichen Technologien, unterscheiden sich jedoch in der Perspektive: Die IT-Security kümmert sich um den sicheren Betrieb der Infrastruktur, Cybersecurity um die Abwehr komplexer und gezielter Angriffe. 

Für die IT-Leitung bedeutet das, über die Technik hinaus zu denken. Es reicht nicht, dass Firewalls, Monitoring-Systeme oder Anti-Malware-Lösungen reibungslos funktionieren. Ebenso wichtig ist es, die organisatorischen Prozesse klar zu definieren und die Mitarbeitenden ausreichend zu sensibilisieren, damit sie potenzielle Angriffe frühzeitig erkennen und angemessen reagieren können. 

Die täglichen Herausforderungen für die IT 

Auch wenn die IT in den meisten Unternehmen technisch gut ausgestattet ist, stößt die IT-Leitung täglich auf Probleme, die sich nicht allein mit Technologie lösen lassen. Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Tools sind zwar entscheidend, doch die größte Schwachstelle liegt oft beim Menschen. Viele Mitarbeitende betrachten IT-Sicherheit weiterhin als Aufgabe der IT-Abteilung und fühlen sich selbst nicht verantwortlich. Das führt dazu, dass Phishing-Mails übersehen, Passwörter mehrfach verwendet oder Warnungen ignoriert werden. 

Ein weiteres Risiko stellt Social Engineering dar. Angreifer nutzen psychologische Mechanismen wie Zeitdruck, Autorität oder Hilfsbereitschaft, um Informationen zu erhalten oder Aktionen auszulösen. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Technologien werden diese Angriffe zunehmend professioneller: Phishing-Mails erscheinen individueller, Deepfake-Stimmen imitieren Führungskräfte, und automatisierte Angriffsszenarien steigern Geschwindigkeit und Präzision. 

Die zentrale Herausforderung für die IT-Leitung besteht daher darin, eine Sicherheitskultur zu etablieren, die alle Mitarbeitenden erreicht und Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung vermittelt. 

Wo die größten Gefahren im Unternehmen lauern 

Die Erfahrung zeigt, dass Cyberrisiken oft an den Stellen entstehen, an denen sie am wenigsten erwartet werden. Dazu gehören Phishing-E-Mails mit manipulierten Links oder Anhängen, Ransomware, die Unternehmensdaten verschlüsselt, sowie schwache oder mehrfach genutzte Passwörter. Fehlende Multi-Faktor-Authentifizierung, Social-Engineering-Angriffe über Telefon oder Business-Netzwerke und die unsichere Nutzung öffentlicher WLANs verstärken die Gefährdung zusätzlich. 

Ein besonders kritischer Punkt ist die Meldung von Vorfällen. Viele Mitarbeitende zögern, Sicherheitsvorfälle zu melden, aus Angst vor Fehlern oder Konsequenzen. Wenn Angriffe erst spät erkannt werden, steigt der Schaden oft exponentiell. Deshalb ist es entscheidend, dass jede Person im Unternehmen genau weiß, wie sie sich im Ernstfall verhalten soll. 

Notfallplanung: Klarheit schaffen 

Ein Notfallplan ist nur wirksam, wenn er gelebt wird. Er muss sicherstellen, dass jede Mitarbeitende weiß, an wen sie sich bei einem Verdachtsfall wenden kann, welche Schritte zu unternehmen sind und welche Handlungen vermieden werden müssen. Regelmäßige Schulungen, simulierte Angriffe und praxisnahe Übungen helfen, dass die Sicherheitsvorgaben nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern im Arbeitsalltag verankert sind. So wird aus einer theoretischen Maßnahme ein funktionierendes Sicherheitsnetz, das das gesamte Unternehmen schützt. 

Sechs Maßnahmen für mehr Cybersecurity Awareness 

  • Praxisnahe Awareness-Trainings: Kurze, verständliche Trainings helfen Mitarbeitenden, reale Angriffszenarien zu erkennen. Anstatt abstrakter Technikvorträge werden konkrete Beispiele gezeigt. 
  • Simulierte Phishing-Tests: Mitarbeitende erhalten gefälschte Phishing-Mails, lernen ihre eigenen Schwachstellen kennen und erfahren, wie sie angemessen reagieren. Solche Simulationen erhöhen das Bewusstsein und schaffen Sicherheit im Umgang mit verdächtigen Nachrichten. 
  • Einfache Sicherheitsregeln: Klare, praktikable Regeln sind entscheidend für den Erfolg jeder Sicherheitsstrategie. Dazu zählen der konsequente Einsatz von Passwortmanagern, Multi-Faktor-Authentifizierung und das sofortige Melden verdächtiger E-Mails. 
  • Führungskräfte als Vorbilder: Cybersecurity funktioniert nur, wenn sie ernst genommen wird – besonders von den Führungskräften. Wer selbst die Regeln befolgt, motiviert das gesamte Team, aufmerksam zu bleiben. 
  • Positive Sicherheitskultur: Eine offene Fehlerkultur ist entscheidend. Sicherheitsvorfälle oder Verdachtsmomente sollten gemeldet und nicht vertuscht werden. So können Probleme frühzeitig erkannt und präventive Maßnahmen eingeleitet werden. 
  • Technik und Kultur kombinieren: Technische Maßnahmen wie Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Lösungen sind unverzichtbar, reichen aber alleine nicht aus. Erst in Kombination mit sensibilisierten Mitarbeitenden und klaren Prozessen entsteht ein wirksamer Schutz. 

Fazit: Cybersecurity ist gemeinsame Verantwortung 

Letztlich zeigt sich: Cybersecurity fängt bei jedem Mitarbeitenden an und hört nicht bei der Technik auf. Unternehmen, die dies verinnerlichen und konsequent umsetzen, verringern das Risiko von Angriffen deutlich und stärken gleichzeitig das Vertrauen sowie die Widerstandskraft ihres Teams. 


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Für alle, die IT(-Security) lieben

Know-how auf höchstem Niveau

Unsere Mission? Deine IT(-Security)-Kompetenzen auf das nächste Level zu heben – für Teams und Einzelpersonen. Investiere in deine und eure kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung und sichere den langfristigen Erfolg eures Unternehmens.

Über die Autorin: Carla Maria Hoppe

Lebenslanges Lernen, Prozessoptimierung und Transformation begleiten Carla seit Beginn ihrer Arbeit. Ihre in der Zusammenarbeit mit IT- und Ingenieur-Teams gesammelte Erfahrung nutzt die Marketing-Verantwortliche in unserem Blog, um das Thema IT-Weiterbildung näher zu beleuchten.


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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung https://blog.heise-academy.de/so-wird-deine-fabric-datenplattform-zur-festung/ Thu, 05 Mar 2026 08:00:00 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9026 Mit Security by Design sorgst du für eine Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist.

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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung

Security by Design

Von: Emil Vinčazović

Microsoft Fabric hat sich schnell als die zentrale SaaS-Plattform für Daten und Analytics etabliert. Die Verlockung ist groß: Alle Daten an einem Ort, einheitliche Tools und eine nahtlose Benutzererfahrung für alle, vom Data Engineer bis zum Business-Anwender. Doch gerade diese Zentralisierung und die damit verbundene Ansammlung geschäftskritischer Daten machen Fabric zu einem extrem schützenswerten Gut. Ein unzureichend gesichertes Fabric-System ist wie ein offener Tresorraum im digitalen Herzen deines Unternehmens. Es reicht hier bei Weitem nicht, Sicherheit als Checkliste zu betrachten, die man zwischendurch mal abarbeitet. Du musst Sicherheit von Grund auf in deine Architektur integrieren. Dieses Prinzip nennt sich Security by Design. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Fabric im Zusammenspiel mit Microsoft Entra ID, Azure Key Vault und Microsoft Defender for Cloud zu einer wahren Festung ausbaust, die den höchsten Ansprüchen an Authentifizierung, Verschlüsselung und Compliance genügt, ohne dabei den Spaß an der Entwicklung zu nehmen.

Das Fundament: Identität und Zugriff mit Microsoft Entra ID

Jede ernsthafte Sicherheitsstrategie beginnt mit der fundamentalen Frage: „Wer darf was?“ In der Microsoft-Cloud ist der Schlüssel zu dieser Frage immer Microsoft Entra ID (früher Azure Active Directory). Entra ID ist nicht nur ein Anmeldedienst, sondern das zentrale Fundament deiner gesamten Fabric-Sicherheitsarchitektur.

Authentifizierung: Wer bist du und wie beweist du es?

Die Anmeldung an Fabric erfolgt ausschließlich über Entra ID. Das bedeutet, du kannst und solltest alle modernen und robusten Authentifizierungsmethoden nutzen, die Entra ID bietet. Die wichtigste Maßnahme ist die Aktivierung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Dies ist keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit für jeden Benutzer, der auf Fabric zugreift. Ein gestohlenes Passwort allein darf niemals ausreichen, um Zugriff auf deine sensibelsten Daten zu erhalten. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, könntest du Conditional Access Policies in Entra ID konfigurieren. Damit kannst du den Zugriff kontextabhängig steuern. Definiere zum Beispiel, dass ein Zugriff auf Fabric nur von bekannten Unternehmensnetzwerken oder von als konform markierten Geräten (via Intune) ohne erneute MFA-Abfrage erlaubt ist. Greift ein Benutzer jedoch von einem unbekannten Standort oder einem privaten Gerät zu, wird eine MFA-Abfrage zwingend erforderlich. Nutze hierfür am besten die Microsoft Authenticator App mit passwortlosem Login oder noch sicherere FIDO2-Sicherheitsschlüssel.

Autorisierung: Was genau darfst du tun?

Nach der erfolgreichen Authentifizierung stellt sich die Frage der Autorisierung. Hier glänzt Fabric mit einem granularen Rollen-basierten Zugriffskontrollmodell (RBAC), das tief in Entra ID verankert ist. Anstatt einzelne Benutzer direkt zu berechtigen, was schnell unübersichtlich wird, solltest du immer mit Entra ID-Sicherheitsgruppen arbeiten. Erstelle logische Gruppen wie „Fabric-Admins“, „Finance-Datenanalysten“ oder „Marketing-Berichtsleser“. Weise diesen Gruppen dann die entsprechenden Rollen innerhalb der Fabric-Workspaces zu. Kurz zu den Rollen: Die Rolle des Admins hat die volle Kontrolle, während ein Member Inhalte veröffentlichen und teilen kann. Ein Contributor kann Inhalte erstellen und bearbeiten, aber keine Apps veröffentlichen. Die Viewer-Rolle hat reinen Lesezugriff auf Berichte. Dieser Ansatz vereinfacht die Verwaltung enorm. Wenn ein Mitarbeiter das Team wechselt, entfernst du ihn einfach aus der alten Gruppe und fügst ihn zur neuen hinzu – seine Berechtigungen in Fabric werden automatisch und konsistent angepasst.

Für den programmatischen Zugriff auf die Daten selbst, insbesondere im Lakehouse oder Warehouse, solltest du niemals auf unsichere Service-Konten mit statischen Passwörtern oder Secrets zurückgreifen. Verwende stattdessen Service Principals oder, noch besser, Managed Identities. Wenn eine Azure Function oder eine Web-App auf Daten in Fabric zugreifen muss, gib ihr eine eigene, in Entra ID verwaltete Identität. Diese Identität kann dann gezielt berechtigt werden, ohne dass du dich um die Speicherung und Rotation von Anmeldeinformationen kümmern musst. Ein praktisches Feature im Zusammenspiel zwischen Azure und Fabric.

Der Tresor: Datenverschlüsselung mit Azure Key Vault

Daten in Fabric sind standardmäßig sowohl bei der Übertragung (in transit) via TLS 1.2+ als auch im Ruhezustand (at rest) mit von Microsoft verwalteten Schlüsseln verschlüsselt. Für die meisten Anwendungsfälle bietet dies bereits ein hohes Schutzniveau. In stark regulierten Branchen wie dem Finanz- oder Gesundheitswesen oder bei besonders hohen internen Sicherheitsanforderungen möchtest du die Kontrolle über die Verschlüsselungsschlüssel jedoch selbst behalten. Dieses Konzept nennt sich Bring Your Own Key (BYOK).

Hier kommt der Azure Key Vault ins Spiel. Der Key Vault ist ein gehärteter, cloudbasierter Dienst zur sicheren Speicherung und Verwaltung von kryptografischen Schlüsseln, Geheimnissen und Zertifikaten. Für maximale Sicherheit werden die Schlüssel in FIPS 140-2 validierten Hardware-Sicherheitsmodulen (HSMs) gespeichert. Du kannst Fabric anweisen, nicht die von Microsoft verwalteten Schlüssel, sondern einen Schlüssel aus deinem eigenen Key Vault für die Verschlüsselung der ruhenden Daten im OneLake zu verwenden.

Der Prozess hierfür ist ein klar definierter Ablauf. Zuerst erstellst du einen Azure Key Vault und einen RSA-Schlüssel darin. Anschließend erteilst du dem Fabric-Dienst, der durch einen eigenen Service Principal repräsentiert wird, die Berechtigung, diesen Schlüssel zu verwenden. Hierfür sind speziell die Operationen getwrapKey und unwrapKey notwendig. Schließlich aktivierst du in den Fabric-Admin-Einstellungen die BYOK-Funktion und verweist auf den spezifischen Schlüssel in deinem Key Vault. Von nun an werden alle Daten in deinem Mandanten mit deinem Schlüssel verschlüsselt. Der große Vorteil ist die volle Kontrolle. Du kannst den Schlüssel nach deinen eigenen Richtlinien rotieren oder im Notfall den Zugriff darauf widerrufen, was die Daten für den Fabric-Dienst augenblicklich unlesbar macht. Dies gibt dir ein Höchstmaß an Souveränität und ist oft eine Kernanforderung von Compliance-Prüfern. Hier sollte natürlich beachtet werden: Wer hat Zugriff auf den Key Vault? Alle Personen mit den nötigen Berechtigungen könnten natürlich die Fabric-Daten durch das Löschen des Keys unlesbar machen.

Der Wächter: Überwachung und Compliance mit Defender for Cloud

Eine sichere Konfiguration aufzusetzen ist gut, aber du musst auch sicherstellen, dass sie sicher bleibt und du auf Bedrohungen und Abweichungen schnell reagieren kannst. Hier schlägt die Stunde von Microsoft Defender for Cloud*. Defender for Cloud bietet eine umfassende Cloud Security Posture Management-Lösung (CSPM), die deine gesamte Azure-Umgebung, einschließlich deiner Fabric-Instanz, kontinuierlich überwacht. Er prüft deine Konfigurationen gegen bewährte Sicherheits-Benchmarks und wichtige Compliance-Standards wie ISO 27001, PCI-DSS oder HIPAA.

Die Integration ist tiefgreifend und kontextbezogen. Defender for Cloud kann zum Beispiel erkennen, ob MFA für Benutzer mit Admin-Rechten in Fabric-Workspaces durchgängig aktiviert ist. Er kann auch verdächtige Aktivitäten identifizieren, wie den massenhaften Export von Daten durch einen einzelnen Benutzer oder Anmeldeversuche von geografisch untypischen Standorten. Ebenso werden Netzwerksicherheitseinstellungen, wie die Beschränkung des öffentlichen Zugriffs auf das Lakehouse, permanent auf korrekte Konfiguration überprüft. Wenn der Defender eine Abweichung oder eine potenzielle Bedrohung feststellt, löst er eine detaillierte Warnung aus. Diese Warnungen sind angereichert mit Kontextinformationen und konkreten Handlungsempfehlungen. Du siehst nicht nur, was das Problem ist, sondern auch, wie du es beheben kannst. In Kombination mit einem SIEM-System wie Microsoft Sentinel kannst du auf diese Warnungen sogar automatisierte Reaktionen, sogenannte SOAR-Playbooks, auslösen, um Bedrohungen in Echtzeit einzudämmen, etwa durch das Sperren eines kompromittierten Benutzerkontos.

Ein unschlagbares Trio

Microsoft Fabric allein ist bereits eine mächtige Plattform. Seine wahre Stärke im Bereich der Enterprise-Sicherheit entfaltet Fabric aber erst im intelligenten Zusammenspiel mit den spezialisierten Diensten der Microsoft Security-Plattform. Die drei Säulen dieser Architektur sind klar definiert. Microsoft Entra ID bildet das Fundament für eine sichere Identität und einen granularen, rollenbasierten Zugriff nach dem Least-Privilege-Prinzip. Der Azure Key Vault gibt dir die ultimative Kontrolle und Souveränität über die Verschlüsselung deiner sensibelsten Daten im Ruhezustand. Schließlich agiert Microsoft Defender for Cloud als wachsamer Beobachter, der deine Sicherheits- und Compliance-Haltung kontinuierlich überwacht und dich proaktiv auf Risiken hinweist.

Indem du diese drei Dienste von Anfang an in deine Fabric-Architektur integrierst, verfolgst du einen echten „Security by Design“-Ansatz. Du schaffst eine robuste, mehrschichtige Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch den zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist. Dies ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der Sicherheit zu einem integralen Bestandteil des gesamten Datenlebenszyklus macht.

Quellen


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID.

Der Kurs vermittelt die Bedeutung der Zero-Trust-Strategie für den Schutz moderner IT-Infrastruktur und wie diese mit den Tools von Microsoft Entra ID implementiert wird. IT-Experte Klaus Bierschenk zeigt in seinem Videokurs alle Inhalte Schritt für Schritt und anhand praxisnaher Beispielszenarien. Der Kurs lädt zum direkten Mitmachen ein und das erworbene Wissen lässt sich in Quizfragen überprüfen.


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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IT- & Projektmanagement

IT erfolgreich gestalten: In dieser Kategorie bündeln wir Beiträge zu IT-Management, Projektmanagement und Digitaler Souveränität. Erfahre, wie du digitale Projekte effizient steuerst, IT-Strukturen zukunftsfähig aufstellst und technologische Unabhängigkeit förderst.

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Zukunft entsteht nicht von selbst  

Wie Unternehmen mit gezielter Kompetenzentwicklung produktiver, attraktiver und resilienter werden 

Von: Arne Schmidt

Viele Unternehmen konzentrieren sich im Arbeitsalltag darauf, akute Engpässe zu lösen: Offene Stellen müssen schnell besetzt, laufende Projekte abgesichert werden. Dabei bleibt oft wenig Raum für die Frage, welche Kompetenzen in Zukunft wirklich entscheidend sein werden. Dies kann sich als problematisch erweisen, denn die Arbeitswelt verändert sich mit hoher Geschwindigkeit. Neue Geschäftsmodelle, veränderte Kundenerwartungen und ein zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck sorgen dafür, dass Qualifikationsanforderungen sich in immer kürzeren Zyklen verschieben. 

Unternehmen, die nicht rechtzeitig in den systematischen Aufbau von Fähigkeiten investieren, laufen Gefahr, mittelfristig den Anschluss zu verlieren. Weiterbildung ist deshalb keine Reaktion auf den Wandel, sondern eine Voraussetzung, um ihn aktiv gestalten zu können.1 

Entwicklung als entscheidender Attraktivitätsfaktor  

Für viele Unternehmen ist es schwierig, passende Fachkräfte zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Neueinstellungen scheitern häufig früh, weil Erwartungen nicht zusammenpassen oder Entwicklungsperspektiven fehlen. Genau hier entfaltet Weiterbildung ihre doppelte Wirkung. 

Unternehmen, die glaubwürdig in die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden investieren, wirken nach außen attraktiver und können zugleich interne Potenziale besser nutzen. Weiterbildung wird damit zu einem strategischen Instrument, das sowohl das Recruiting unterstützt als auch die Abhängigkeit von externen Einstellungen reduziert.1  

Ohne Verbindung bleibt Lernen wirkungslos 

In vielen Organisationen existieren Weiterbildung, Feedback, Leistungsbeurteilung und Karriereplanung nebeneinander, ohne sinnvoll verzahnt zu sein. Für Mitarbeitende entsteht dadurch oft ein Gefühl der Orientierungslosigkeit: Es fehlt an regelmäßigem Feedback, an Zeit zum Lernen und an klaren Entwicklungspfaden. Weiterbildung wird dann als zusätzliche Belastung wahrgenommen und nicht als Chance. 

Ihr volles Potenzial entfaltet sie jedoch erst, wenn sie Teil eines konsistenten Gesamtkonzepts ist. Werden Lernangebote sichtbar mit Zielen, Leistung und Zukunftsaussichten verknüpft, entsteht Klarheit. Mitarbeitende verstehen, warum sie lernen, wofür sie sich entwickeln und welche Rolle Weiterbildung für ihre eigene Zukunft im Unternehmen spielt. 1 

Investieren statt reagieren: Der messbare Nutzen von Qualifizierung 

Eine wachsende Herausforderung für Unternehmen ist, dass sich Mitarbeitende innerlich vom Arbeitgeber distanzieren. Viele Beschäftigte sind nicht offen unzufrieden, haben innerlich aber bereits Abstand zur Arbeit genommen. Ursachen sind häufig fehlende Wertschätzung, mangelnde Sicherheit und fehlende Entwicklungsmöglichkeiten. 

Gezielte Weiterbildung kann hier ein starkes Signal setzen. Sie zeigt, dass Mitarbeitende nicht nur für ihre aktuelle Funktion gesehen werden, sondern als Menschen mit Potenzial. Dieses Signal wirkt motivierend, stärkt die emotionale Bindung und bildet die Grundlage für langfristige Zusammenarbeit.1 

Empirische Studien zeigen deutlich, dass Weiterbildung für Unternehmen einen messbaren wirtschaftlichen Nutzen hat. Bereits eine moderate Steigerung der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen führt zu einer spürbaren Zunahme der Leistungsfähigkeit. Weiterbildung ist damit keine freiwillige Zusatzleistung, sondern eine Investition mit klarem Return. 

Entscheidend ist jedoch die Qualität der Maßnahmen. Besonders wirksam sind strukturierte Formate wie interne oder externe Kurse und Seminare. Sie haben einen nachweisbaren Einfluss auf die Produktivität. Informelles Lernen im Arbeitsalltag allein reicht dagegen nicht aus, um vergleichbare Effekte zu erzielen. Weiterbildung wirkt nur dann, wenn sie gezielt geplant und professionell umgesetzt wird. 2 

Mythos: Qualifizierung führt zur Abwanderung 

Eine häufige Sorge von Unternehmen ist, dass Weiterbildung Mitarbeitende erst recht zum Wechsel motiviert, insbesondere wenn erworbene Qualifikationen auch extern gut verwertbar sind. Die Forschung zeigt jedoch ein anderes Bild. Studien belegen, dass weitergebildete Beschäftigte ihrem Arbeitgeber häufiger treu bleiben als vergleichbare Kolleginnen und Kollegen ohne Weiterbildung, selbst dann, wenn persönliche Faktoren wie Motivation berücksichtigt werden. 

Bemerkenswert ist, dass dieser Effekt auch bei zertifizierten und externen Weiterbildungen bestehen bleibt. Obwohl solche Qualifikationen den individuellen Marktwert erhöhen und für andere Arbeitgeber sichtbar machen, führen sie nicht zu einer erhöhten Abwanderung. Im Gegenteil: Weiterbildung stärkt offenbar das Vertrauen und die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Unternehmen.3 

Was du jetzt konkret tun kannst 

Drei Hebel, die in der Praxis funktionieren: 

  1. Lernzeit verbindlich einplanen. Nicht „nebenbei“, sondern als Bestandteil der Arbeitszeit. Sonst gewinnt immer das Tagesgeschäft. 
  1. Lerninhalte an konkrete Vorhaben koppeln. Wer eine neue Technologie lernt, sollte sie innerhalb von 90 Tagen anwenden dürfen. Sonst verfällt das Wissen. 
  1. Qualität vor Volumen. Einige Stunden mit echten Experten bringen mehr als hunderte unstrukturierter Videos.  

Fazit: Kompetenzen entwickeln heißt Zukunft sichern

Weiterbildung wirkt auf mehreren Ebenen zugleich. Sie steigert die Produktivität, stärkt die Mitarbeiterbindung und erhöht die Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber. Entscheidend ist dabei nicht die bloße Existenz von Lernangeboten, sondern ihre strategische Einbettung in Führung, Feedback und Karriereentwicklung. 

Unternehmen, die Weiterbildung als integralen Bestandteil ihrer Kultur verstehen, investieren nicht nur in Wissen, sondern auch in Motivation, Vertrauen und Zukunftsfähigkeit. In einer Arbeitswelt, die sich ständig verändert, ist genau das der entscheidende Wettbewerbsvorteil. 

Quellen

[1] Julian Kirchherr, Vincent Bérubé, Charlotte Seiler, Kira Rupietta, Marlene Senst, Kristina Störk, Simon Gallot Lavallée (2025). HR Monitor 2025. https://www.mckinsey.com/capabilities/people-and-organizational-performance/our-insights/hr-monitor-2025   

 [2] ZEW. Weiterbildung in Unternehmen zahlt sich aushttps://www.zew.de/das-zew/aktuelles/weiterbildung-in-unternehmen-zahlt-sich-aus  

[3] Dietz, D., & Zwick, T. (2021). The retention effect of training: Portability, visibility, and credibility. The International Journal of Human Resource Management, 33(4), 710–741. 

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Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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]]> Digitale Souveränität https://blog.heise-academy.de/digitale-souveraenitaet/ Thu, 11 Jun 2026 15:36:02 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9484 Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

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Digitale Souveränität

Unabhängiger von einzelnen Anbietenden werden und die eigene Resilienz gezielt stärken.

Von: Manuel Atug

Ob Behörde, Krankenhaus oder mittelständisches Unternehmen: Viele Organisationen merken erst dann, wie abhängig sie von einzelnen Softwareanbietenden geworden sind, wenn beispielsweise aufgrund teurer und alternativloser Abo-Modelle Preise massiv steigen, der IT-Support ausläuft oder ein lang genutzter Dienst abgekündigt oder eingestellt wird. Digitale Souveränität ist die Antwort auf genau diese Probleme. Sie beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

Wettbewerb statt Monopol: Alternativen schaffen und nutzen

Wenn ein oder sehr wenige Anbietende einen Teil des Marktes dominieren, fehlt der Druck zur Innovation und den Nutzenden eine echte Auswahl. Wer aus Bequemlichkeit oder mangels Alternativen alles auf eine Karte setzt, zahlt am Ende deutlich höhere Preise und akzeptiert schlechtere Konditionen. Das ist kein Naturgesetz, sondern eine Folge passiver Beschaffungsentscheidungen.

Die Lösung liegt darin, sich dem bewusst zu werden und aktiv Alternativen aufzubauen. Wer diese nutzt, stärkt damit den erforderlichen und dadurch funktionierenden Wettbewerb. Ausschreibungen sollten daher so gestaltet werden, dass auch kleinere oder europäische Anbietende eine reale Chance haben. Langfristige Vollversorgungsverträge mit einem großen Konzern hingegen zementieren Abhängigkeiten, die sich später nur schwer auflösen lassen.

Freie und offene Standards: Das Fundament technologischer Unabhängigkeit

Proprietäre Datenformate, Verarbeitungslogiken in Geschäftsprozessen und Schnittstellen sind eine häufig unterschätzte Form der technischen Abhängigkeit, die in der mittelbaren Auswirkung zu hohen Kosten führt. Wer Daten nur in einem herstellerspezifischen Format speichert oder verarbeitet, ist gefangen und vollständig abhängig. Der Wechsel zu einem anderen System ist dadurch künstlich erschwert oder schlicht unmöglich, da die Umstellung sehr teuer wäre. Technologische Abhängigkeit entsteht dabei über lange Zeiträume oft still und leise, ohne dass jemand eine bewusste Entscheidung dafür trifft. Sie schleicht sich ein und war rückblickend dann „schon immer da“.

Freie und offene Standards – etwa OpenDocument, PDF/A oder offene API-Standards – stellen sicher, dass Daten und Prozesse für die Verarbeitung nicht an einen einzigen Anbietenden gebunden bleiben. Öffentliche Institutionen sollten offene Standards nicht nur bevorzugen, sondern in ihren Beschaffungsrichtlinien verbindlich verankern. Wer diesen Schritt versäumt, schafft Abhängigkeiten, die Jahre später sehr teuer werden können.

Interoperabilität: Systeme, die miteinander sprechen

Viele Softwareprodukte sind absichtlich so gebaut, dass sie schlecht oder kaum mit Konkurrenzprodukten zusammenarbeiten. Sie bieten zwar oftmals umfassende Importmöglichkeit an, aber kaum vollständige Exportoptionen. Dieses Prinzip wird auch als Lock-in-by-Design bezeichnet: Der Wechsel kostet so viel Aufwand, dass er praktisch nie stattfindet, selbst wenn andere Anbietende besser und günstiger wären. Die Nutzung wird dadurch dann gerne als „alternativlos“ bezeichnet und hingenommen.

Interoperabilität, also die Fähigkeit verschiedener Systeme, nahtlos zusammenzuarbeiten und Austauschfähig zu sein, muss daher als zentrale Anforderung in Beschaffungsentscheidungen einfließen. Diese sollte die Geschäftsleitung und Unternehmensführung als strategisches Ziel vorgeben und dem Einkauf als Aufgabenstellung mitgeben.

Offene APIs, dokumentierte Schnittstellen und standardisierte Datenformate sind die technische Grundlage dafür. In der Praxis lässt sich Interoperabilität am zuverlässigsten durch Open-Source-Software sicherstellen, weil deren Code offen einsehbar, anpassbar und flexibler betreibbar ist.

Open Source: Transparenz und Unabhängigkeit durch offenen Code

Bei proprietärer Software weiß man schlicht nicht, was im Inneren passiert: Welche Daten werden gesammelt? Welche Sicherheitslücken existieren? Wie funktioniert die Verarbeitungslogik genau? Wer den Quellcode nicht einsehen kann, muss blind vertrauen und ist somit abhängig. In sicherheitskritischen Bereichen ist das keine tragfähige Basis.

Open-Source-Software macht den Code öffentlich prüfbar und weiterbetreibbar. Das schafft Transparenz und ermöglicht das schnelle Auffinden sowie Schließen von Sicherheitslücken. Darüber hinaus ermöglicht es Organisationen, Software selbst weiterzuentwickeln oder anpassen zu lassen. Sie können diese sogar selbst betreiben oder von unterschiedlichen Dienstleistern betreiben lassen. Gleichzeitig ist Open Source oft der direkteste Weg, offene Standards in der Praxis umzusetzen: Wer den Code besitzt, ist nicht auf den Goodwill – bzw. die AGBs und das Geschäftsinteresse – eines Konzerns angewiesen. Für viele Organisationen ist Open Source damit kein ideologisches Statement, sondern eine pragmatische Entscheidung für mehr Kontrolle und Kostensouveränität.

Exit-Strategie: Den Ausstieg von Anfang an mitdenken

Die meisten IT-Verträge regeln sehr genau, wie man hineinkommt, aber kaum, wie man wieder herauskommt. Wenn ein Vertrag endet, sind Daten oft in proprietären Formaten gespeichert, Prozesse und Verarbeitungslogiken zu tief in ein System eingebaut und der Wechsel kostet schlicht mehr als der zukünftig teurer werdende Verbleib. So entsteht eine Abhängigkeit, die im initialen Vertrag zunächst unsichtbar war.

Bereits beim Vertragsabschluss sollten deshalb Exit-Klauseln bedacht und verhandelt werden: Verarbeitungslogik- und Datenportabilität in offenen Formaten, klare Übergangsfristen und definierte Leistungen für eine souveräne Migration gehören zum Standard guter IT-Verträge. Nur wer den Ausstieg von Anfang an plant, behält die echte Freiheit, auch tatsächlich wechseln zu können und damit einer potenziellen Kostenfalle durch den Lock-In Effekt zu entgehen.

Modularität: Austauschbarkeit als Designprinzip

Monolithische Systeme und Bundles – also Softwarelösungen, die alles in einem Paket oder Abo abdecken – sind bequem, aber auch gefährlich. Wer eine Komplettlösung einkauft oder mietet, hat kaum Spielraum, einzelne Teile zu ersetzen. Wächst die Abhängigkeit, schrumpft der Spielraum.

Modulare Architekturen setzen dagegen auf klar abgegrenzte Komponenten mit definierten Schnittstellen und Prozessabschnitten. Einzelne Module lassen sich so unabhängig voneinander ersetzen, aktualisieren oder durch bessere Lösungen austauschen; ganz ohne das Gesamtsystem zu gefährden. Das erhöht die Resilienz erheblich: Fällt eine Komponente aus, werden Anbietende unzuverlässig, wird der Preis massiv erhöht, bleibt der Rest stabil und bezahlbar. Modularität ist damit nicht nur eine technische Tugend, sondern eine strategische Notwendigkeit.

Kostensouveränität: Die Budgethoheit behalten

Cloud-Dienste und (Abo-)Lizenzmodelle werden häufig mit attraktiven Einstiegspreisen oder Bundles angeboten. Ist die Migration erfolgreich abgeschlossen und die Abhängigkeit aufgebaut, steigen die Preise kontinuierlich und Alternativen sind durch den Lock-In Effekt teuer oder technisch kaum realisierbar. Dieses Phänomen wird auch als Preiserhöhungsfalle bezeichnet und betrifft Organisationen jeder Größe.

Kostensouveränität bedeutet, die vollständige Kontrolle über die eigenen IT-Ausgaben zu behalten. Das gelingt durch transparente (Abo-)Lizenzmodelle, den Einsatz von freien und offenen Standards – idealerweise durch den Einsatz von Open-Source-Lösungen – ohne laufende Lizenzgebühren und durch regelmäßige Marktvergleiche. Wer mehrere Anbietende parallel nutzt oder zumindest als realistisch einsetzbare Option bereithält, behält die Verhandlungsmacht und damit auch die Budgethoheit. Kostensouveränität bildet somit die finanzielle Seite digitaler Souveränität.

Fazit

Digitale Souveränität ist kein Selbstzweck, sondern eine strategische Voraussetzung für Handlungsfähigkeit. Offene Standards, Interoperabilität, Open Source, modulare Architekturen, vertragliche Exit-Optionen, Wettbewerb und Kostenkontrolle: keiner dieser Hebel wirkt allein. Erst ihr Zusammenspiel schafft die Grundlage für echte Unabhängigkeit.

Die zentrale Erkenntnis ist simpel: Abhängigkeit entsteht nicht durch einen einzelnen großen Fehler, sondern durch viele kleine Entscheidungen über Jahre, die in die falsche Richtung weisen. Wer digitale Souveränität ernst nimmt, baut sie deshalb systematisch und schrittweise auf und gewinnt damit genau das, was in einer digitalisierten Welt entscheidend ist: die Freiheit, selbst zu entscheiden und die Kosten zu kontrollieren.

Quellen und Verweise

BSI – C3A: Souveränitätskriterien für Cloud-Dienste (April 2026): https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Presse/Pressemitteilungen/Presse2026/260427_C3A.html
Linux Magazin – BSI legt Kriterien für digitale Souveränität bei Cloud-Diensten vor: https://www.linux-magazin.de/news/bsi-legt-kriterien-fuer-digitale-souveraenitaet-bei-cloud-diensten-vor/
EU-Kommission – Open-Source-Strategie 2020–2023 (Originaldokument, PDF): https://commission.europa.eu/document/download/97e59978-42c0-4b4a-9406-8f1a86837530_de?filename=de_ec_open_source_strategy_2020-2023_0.pdf
Bitkom – Kompass IT-Standards & Interoperabilität: https://www.bitkom.org/Kompass-IT-Standards
OSBA – Positionspapier & Publikationen zur digitalen Souveränität: https://osb-alliance.de/news/publikationen
OSBA – 38 Maßnahmen für Open-Source-getriebene Digitalisierung (PDF): https://osb-alliance.de/wp-content/uploads/2024/06/2024-09-27_Forderungen_Bundestagswahl2025_LR.pdf
Bitkom – Leitfaden Cloud-Souveränität praktisch umsetzen (2026, enthält Exit-Szenarien, offene Standards, Modularität): https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Cloud-Souveraenitaet-praktisch-umsetzen
Datensicherheit.de – Bitkom & BMDS: einheitliche Standards für Open-Source-Beschaffung (EVB-IT, März 2026): https://www.datensicherheit.de/open-source-software-vereinbarung-bmds-bitkom-einheitlich-standards-beschaffung
Schweizer Bundesrat – Leitlinien für digitale Souveränität in der Bundesverwaltung (Dezember 2025): https://www.news.admin.ch/de/newnsb/JxuzVHViGShum_f1h_WDu


Digitale Souveränität in der Praxis

Cloud, KI und Security krisensicher gestalten

Lerne, wie du Abhängigkeiten systematisch identifizierst, Risiken bewertest und mit konkreten Strategien deine digitale Souveränität zurückgewinnst. Die Aufzeichnung des Classrooms steht dir im Professional Pass neben vielen weiteren zur Verfügung.

Portraitbild Manuel Honkhase Atug

Über den Autor: Manuel „HonkHase“ Atug

Manuel „HonkHase“ Atug befasst sich beruflich und privat seit weit über 23 Jahren mit Themen, wie Digitale Souveränität, Kritische Infrastrukturen, Cyberresilienz, defensive Cybersicherheitsstrategien, digitaler Katastrophenschutz und vielem mehr. Im Netz ist er als @HonkHase aktiv. Er ist Experte der European Research Executive Agency (EU REA) und wird regelmäßig für die Bundesregierung und die Bundesländer als Sachverständiger in Fragen der Cybersicherheit und dem Katastrophenschutz berufen.


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Schluss mit den Silos https://blog.heise-academy.de/schluss-mit-den-silos/ Thu, 21 May 2026 15:10:37 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9203 In modernen Cloud-Umgebungen hilft das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud dabei, Sicherheits-, Compliance- und Governance-Anforderungen zentral und ohne isolierte Silos umzusetzen.

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Schluss mit den Silos

Schaffe eine einheitliche Governance mit Purview, Azure Policy und Defender for Cloud

Von: Emil Vinčazović

In der modernen Cloud-Welt jonglierst du täglich mit einer Vielzahl von Herausforderungen. Auf der einen Seite willst du Entwicklern die Freiheit und Agilität geben, schnell neue Dienste bereitzustellen. Auf der anderen Seite musst du sicherstellen, dass die IT-Landschaft sicher ist, Compliance-Vorgaben erfüllt sind und die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Oft führt das zu einem Silo-Denken: Datensicherheit wird in Microsoft Purview gemanagt, die Infrastruktur-Compliance mit Azure Policy und die Security-Härtung mit Microsoft Defender for Cloud. Jeder Bereich hat seine eigenen Regeln und Zuständigkeiten. Doch was wäre, wenn du diese Silos aufbrechen und eine wirklich einheitliche, richtliniengesteuerte Governance etablieren könntest? In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das Zusammenspiel dieser drei mächtigen Werkzeuge funktioniert und wie du damit eine Brücke zwischen Daten, Infrastruktur und Security baust.

Das Problem: Governance in getrennten Welten

Stell dir vor, dein Unternehmen beschließt, dass alle Datenbanken, die personenbezogene Daten enthalten, verschlüsselt sein müssen. Ein typischer Fall für eine Governance-Richtlinie. Doch wo setzt du diese Regel um? Auf der Datenebene mit Purview könntest du eine Richtlinie erstellen, die alle SQL-Datenbanken mit der Klassifizierung „Personenbezogene Daten“ identifiziert. Purview allein kann die Verschlüsselung jedoch nicht erzwingen. Auf der Infrastrukturebene mit Azure Policy könntest du eine Richtlinie erstellen, die prüft, ob Transparent Data Encryption (TDE) für alle SQL-Server aktiviert ist. Diese Richtlinie weiß aber nicht, welche dieser Datenbanken tatsächlich sensible Daten enthalten. Wendest du sie auf alles an, erzeugst du unnötigen Overhead. Dies führt zu Performance-Schwund und überhöhten Kosten. Wendest du sie zu selektiv an, verpasst du vielleicht eine kritische Datenbank. Auf der Security-Ebene mit Defender for Cloud wird dieser dich darauf hinweisen, dass einige Datenbanken nicht verschlüsselt sind, und dies als Sicherheitsrisiko einstufen. Er gibt dir eine Empfehlung, aber die proaktive, unternehmensweite Durchsetzung ist nicht seine primäre Aufgabe. Er gilt also eher als warnendes Glied im Unternehmen.

Du siehst das Problem. Jedes Werkzeug hat eine andere Sicht auf die Welt und spricht eine andere Sprache. Die Folge sind manuelle Abstimmungsprozesse, potenzielle Regelungslücken und eine reaktive statt proaktive Governance. Das kann sich jedoch ändern.

Die Lösung: Eine Brücke zwischen den Welten bauen

Die wahre Stärke entfaltet sich, wenn du diese drei Dienste miteinander verbindest. Das Ziel ist eine Policy-driven Governance, bei der eine zentrale Absicht (z.B. „Schütze sensible Daten“) automatisch in konkrete, technische Kontrollen auf allen Ebenen übersetzt wird.

Schritt 1: Die Daten verstehen mit Microsoft Purview

Alles beginnt mit den Daten. Purview ist deine zentrale Wahrheit für die Datenklassifizierung. Wie in vorherigen Beiträgen von mir besprochen, nutzt du Purview, um deine gesamte Datenlandschaft zu scannen und sensible Informationen mithilfe von Sensitive Information Types, Trainable Classifiers oder Exact Data Match zu identifizieren. Das Ergebnis ist ein umfassender Datenkatalog, der jede Ressource mit Metadaten anreichert. Eine Azure SQL-Datenbank ist dann nicht mehr nur eine Datenbank, sondern eine „Datenbank, die EU-Bürgerdaten enthält“ (Klassifizierung: „DSGVO – Personenbezogene Daten“). Diese Klassifizierung ist der entscheidende Auslöser für alles Weitere.

Schritt 2: Infrastruktur härten mit Azure Policy

Jetzt kommt Azure Policy ins Spiel. Azure Policy ist das Regelwerk für deine gesamte Azure-Infrastruktur. Du kannst damit Richtlinien definieren, die zum Beispiel vorschreiben, dass virtuelle Maschinen nur aus bestimmten Images erstellt werden dürfen, dass keine öffentlichen IP-Adressen an bestimmte Subnetze angehängt werden oder eben, dass die Verschlüsselung für Speicherkonten aktiviert sein muss.

Der Clou ist die Integration mit Purview. Anstatt eine breite, unspezifische Richtlinie zu erstellen, kannst du Azure Policy anweisen, auf die Klassifizierungen von Purview zu reagieren. Eine Richtlinie könnte lauten: „Wenn eine Azure SQL-Datenbank in Purview als ‚Streng Vertraulich‘ klassifiziert ist, prüfe, ob Transparent Data Encryption (TDE) aktiviert ist. Wenn nicht, melde einen Compliance-Verstoß.“ Du kannst sogar noch einen Schritt weiter gehen und Deny- oder DeployIfNotExists-Effekte nutzen, um unsichere Konfigurationen von vornherein zu blockieren oder automatisch zu korrigieren. Dies könnte allerdings zu Frustration bei Entwicklern führen und sollte bedacht werden.

Schritt 3: Security Posture überwachen mit Defender for Cloud

Microsoft Defender for Cloud agiert als dein zentrales Dashboard für die Sicherheitslage. Er sammelt Signale von allen deinen Ressourcen und bewertet sie anhand von etablierten Sicherheits-Frameworks wie dem CIS Benchmark oder NIST. Die Integration mit Azure Policy ist hier nahtlos, denn die meisten Sicherheitsempfehlungen im Defender for Cloud sind im Kern Azure Policy-Definitionen.

Wenn deine Azure Policy, die auf einer Purview-Klassifizierung basiert, einen Verstoß feststellt (z.B. eine unverschlüsselte Datenbank mit sensiblen Daten), wird dieser Verstoß automatisch im Defender for Cloud als Sicherheitsempfehlung mit hoher Priorität angezeigt. Dein Security-Team muss also nicht mehr manuell die Datenklassifizierung prüfen. Sie sehen sofort, dass hier ein echtes Risiko vorliegt, weil nicht irgendeine Test-Datenbank, sondern eine produktive Datenbank mit Kundendaten betroffen ist. Dies ermöglicht eine risikobasierte Priorisierung der anstehenden Aufgaben.

Das Zusammenspiel im Praxisbeispiel

Lass uns das an einem Beispiel durchspielen: Du möchtest sicherstellen, dass alle Azure Storage Accounts, die als „Projektintern“ klassifizierte Dokumente enthalten, keinen öffentlichen Zugriff erlauben. Zuerst konfigurierst du Purview so, dass es deine Storage Accounts scannt und Dokumente, die interne Projektnamen oder -nummern enthalten, als „Projektintern“ klassifiziert. Dies ist der Purview-Scan. Weitere Infos dazu findest du in anderen Purview-Beiträgen von mir.

Anschließend erstellst du eine benutzerdefinierte Azure Policy. Die Logik der Richtlinie lautet: „Für jeden Storage Account, der von Purview die Klassifizierung ‚Projektintern‘ erhalten hat, prüfe die Eigenschaft allowBlobPublicAccess. Wenn diese true ist, löse einen Audit-Event aus.“ Dies ist die Azure Policy Erstellung. Der Defender for Cloud nimmt diese Azure Policy als Teil seiner Sicherheitsbewertung auf. Sobald ein Entwickler versehentlich den öffentlichen Zugriff auf einen dieser Storage Accounts aktiviert, erscheint im Defender eine kritische Warnung. Dies ist die Überwachung im Defender. Optional könntest du die Azure Policy sogar so konfigurieren, dass sie den Effekt Deny hat. In diesem Fall würde der Versuch, den öffentlichen Zugriff zu aktivieren, von vornherein blockiert werden, mit einer klaren Fehlermeldung, die auf die Unternehmensrichtlinie verweist. Dies ist die Automatisierte Reaktion.

Fazit: Von reaktiver Kontrolle zu proaktiver Governance

Das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud ermöglicht einen Paradigmenwechsel. Du bewegst dich weg von einer fragmentierten, reaktiven Kontrolle in Silos hin zu einer integrierten, proaktiven und richtliniengesteuerten Governance. Indem du die Datenklassifizierung als zentrale Wahrheit etablierst, kannst du intelligente und kontextbezogene Regeln für deine Infrastruktur und Sicherheit definieren. Das Ergebnis ist eine robustere Sicherheitslage, eine vereinfachte Compliance und die Gewissheit, dass deine Governance-Richtlinien nicht nur auf dem Papier existieren, sondern in deiner gesamten Cloud-Umgebung aktiv durchgesetzt werden.

Quellen


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung. Dieser Kurs bietet einen praxisnahen Einstieg in die IT-Sicherheit mit Kali Linux, der führenden Plattform für Penetrationstests und Ethical Hacking. 


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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Tradition trifft KI https://blog.heise-academy.de/tradition-trifft-ki/ Fri, 08 May 2026 09:51:03 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9188 Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

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Tradition trifft KI

Lernen bleibt Chefsache – und wird zum Wachstumstreiber

Von: Johanna Heise

Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

Die Nachfolge in einem Familienunternehmen zu gestalten, ist immer eine besondere Herausforderung. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge ist es aber noch viel mehr: Es ist eine Einladung, die Balance aus Tradition, Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung immer wieder neu auszuloten. In den vergangenen Jahren habe ich hautnah erlebt, wie sich die Anforderungen an Unternehmen und an Führungskräfte wandeln – und wie sehr Weiterbildung zur Überlebensfrage geworden ist. Gerade die aktuellen Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz sind ein Brennglas für diese Veränderungen. 

Wenn ich auf unseren Weg bei heise blicke, dann ist klar: Kontinuierliches Lernen hat uns zur Anpassung befähigt – und wird auch künftig darüber entscheiden, ob wir als Unternehmen wachsen und echten Mehrwert für unsere Community schaffen können. Die Geschwindigkeit, mit der sich Technologien und Märkte verändern, macht deutlich: Weiterbildung ist heute keine Option mehr, sondern ein Muss. Und zwar nicht als Pflichtübung, sondern als Haltung. 

KI als Wachstumsmotor – warum Weiterbildung jetzt entscheidend ist 

Von der Prozessoptimierung zum Wachstumstreiber 

Künstliche Intelligenz wird in vielen Unternehmen immer noch als reines Effizienz-Tool gesehen. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Die zentrale Botschaft, die ich aus der aktuellen Diskussion – und nicht zuletzt aus einer inspirierenden Keynote im Rahmen der Hannover Messe – mitnehme: Das eigentliche Potenzial von KI liegt darin, Unternehmen neue Wachstumschancen zu eröffnen. Das ist ein Perspektivwechsel im Vergleich zu früheren Technologiewellen wie Cloud oder IoT. Während damals oft Skepsis und Zurückhaltung dominierten, herrscht heute ein Konsens: Ohne KI wird keine Branche mehr auskommen. 

Das hat weitreichende Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft. Unternehmen, die jetzt zögern, laufen Gefahr, schnell abgehängt zu werden. Es reicht nicht mehr, KI als Automatisierungs-Tool einzusetzen – es geht darum, mit KI neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, innovative Wertschöpfung zu ermöglichen und neue Märkte zu erschließen. Wachstum entsteht dort, wo Menschen bereit sind, sich auf Neues einzulassen und mutig voranzugehen. 

Tradition trifft Innovation: Die Rolle der Unternehmensnachfolge 

Mitten in der Nachfolge eines Familienunternehmens stehe ich für die Verbindung von Tradition und Zukunft. Bei heise haben wir über Jahrzehnte hinweg Werte wie Unabhängigkeit, Qualität und Verantwortung gepflegt. Diese Prinzipien tragen uns – gerade jetzt, wo sich die Spielregeln für Medien, IT und Weiterbildung rasant verschieben. 

Unsere Transformation vom klassischen Telefonbuchverlag hin zum digitalen Medienhaus ist ein Prozess, in dem Lernen und Weiterentwicklung immer strategischer werden. Projekte müssen schneller umgesetzt werden. MVPs – also minimal funktionsfähige Produkte – müssen zügig auf den Markt. Nur wer sich flexibel anpasst und Innovationen vorantreibt, sichert die eigene Marktposition langfristig. Gezielte Weiterbildung ist dabei der Schlüssel: Nur Teams, die moderne Technologien und Methoden – wie Agentic Coding oder KI-gestützte Recherche – beherrschen, können sich im Wettbewerb durchsetzen. 

Lernen als Haltung – nicht als Pflicht 

Was ich in der Praxis immer wieder beobachte: Es reicht nicht, einfach weiterzumachen wie bisher. Moderne Märkte fordern uns heraus, Unsicherheit auszuhalten, Fragen zu stellen und Räume für Experimente zu schaffen. Für Unternehmen bedeutet das: Lernbereitschaft und Offenheit müssen zur Kernkompetenz werden. Wer heute in die Entwicklung der Mitarbeitenden investiert, verschafft sich nicht nur einen Innovationsvorsprung, sondern bindet auch Talente, die gezielt nach Entwicklungsmöglichkeiten suchen. 

Bei der heise academy setzen wir gezielt auf Formate, die Austausch, Peer-Learning und unmittelbaren Praxistransfer ermöglichen. KI-Schulungen sind mehr als technische Updates – sie laden dazu ein, die eigene Rolle im Wandel kritisch zu reflektieren und Verantwortung zu übernehmen. Weiterbildung ist kein Selbstzweck, sondern ein zentraler Hebel, um Wandel aktiv zu gestalten. 

Praxis bei heise: Wie wir KI und Lernkultur integrieren 

KI-Integration mit heise I/O und deep content 

Ein konkretes Beispiel aus unserem Alltag ist die Einführung von heise I/O von deep content. Das Tool hat uns geholfen, KI nicht nur als technische Neuerung, sondern als integralen Bestandteil unserer Arbeitsprozesse zu etablieren. Mit heise I/O können wir Wissen gezielt vernetzen, im Team weiterentwickeln und direkt im Arbeitsalltag einsetzen. Die Plattform verbindet redaktionelle Tiefe mit modernen, KI-gestützten Recherche- und Lernmethoden – und schafft so einen echten Mehrwert. 

Automatisierung spielt dabei eine wichtige Rolle: Ob bei der Erstellung von Pressemitteilungen, Webseiten für heise regioconcept oder Advertorials – KI unterstützt uns dabei, Prozesse effizienter und innovativer zu gestalten. Gleichzeitig bleibt der Mensch im Mittelpunkt: Es geht immer darum, Technologie verantwortungsvoll, kreativ und zum Wohle aller einzusetzen. 

Weiterbildung als strategische Aufgabe und Einladung 

Wir sehen Weiterbildung als strategische Aufgabe – und als Einladung an alle, mitzumachen. Die besten Impulse entstehen, wenn Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam Neues wagen. In der IT – und darüber hinaus – veraltet Wissen heute schneller denn je. Wer hier nicht kontinuierlich investiert, riskiert Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. 

Deshalb ist die Förderung einer aktiven Lernkultur für uns Chefsache. Wir schaffen Räume, in denen Teams Neues ausprobieren können. Wir fördern kritisches Denken, den Austausch in der Community und die Bereitschaft, eigene Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt brauchen wir Führungskräfte, die mutig vorangehen, sich an klaren Werten orientieren und auch unbequeme Entscheidungen treffen. 

Komplexität meistern – Reflexion als Führungsaufgabe 

Die aktuellen Herausforderungen fordern uns auch auf persönlicher Ebene heraus: Entscheidungen werden komplexer und müssen immer häufiger unter Unsicherheit getroffen werden. Es reicht nicht mehr, einmal eingeführte Prozesse einfach fortzuschreiben. Vielmehr ist Selbstreflexion gefragt: Was habe ich als Führungskraft im letzten Jahr gelernt? Wie offen bin ich für Veränderung? Wie kann ich Vorbild sein und mein Team für den Wandel begeistern? 

Diese Haltung ist zentral, um als Unternehmen handlungsfähig zu bleiben – und als Führungskraft glaubwürdig zu sein. Gerade jetzt kommt es darauf an, Räume zu schaffen, in denen Lernen, Experimentieren und auch Scheitern möglich sind. Nur so können wir die Potenziale von KI und anderen Technologien wirklich ausschöpfen und Verantwortung für den gesellschaftlichen Wandel übernehmen. 

Weiterbildung als gesellschaftliche Verantwortung 

Lernen, teilen, gemeinsam wachsen 

Weiterbildung ist heute mehr als eine individuelle Entwicklungschance. Sie ist ein Versprechen an die nächste Generation und ein zentrales Element für die Zukunftsfähigkeit jedes Unternehmens. Die Transformation von heise zeigt: Wer bereit ist, die eigene Lernkultur immer wieder zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, bleibt relevant – als Unternehmen und als Gesellschaft. 

Technologische Innovation und kontinuierliche Weiterbildung gehören untrennbar zusammen. KI ist dabei nicht einfach nur das Thema der Stunde, sondern ein Katalysator für einen offenen, dialogorientierten Umgang mit Veränderung. Die besten Innovationen entstehen dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam wachsen. 

Einladung zum Handeln: Jetzt Verantwortung übernehmen 

Der technologische Wandel ist nicht aufzuhalten – aber wir können ihn gestalten. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge und Nachfolgerin im Familienunternehmen ist klar: Lernen bleibt Chefsache, gerade in Zeiten von KI und rasantem Wandel. 

Nutze die vielfältigen Möglichkeiten der IT-Weiterbildung – ob über die heise academy, heise I/O oder im direkten Austausch mit unserer Community. Hinterfrage deine Lernhaltung, entwickle deine Kompetenzen weiter, bringe dich ein. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für Innovation, Wachstum und gesellschaftlichen Fortschritt. 

Lass uns die Herausforderungen annehmen und die Chancen gestalten – mit Offenheit, Mut und einer echten Lernkultur. Denn gerade jetzt entscheidet sich, welche Unternehmen und welche Menschen den Wandel nicht nur mitlaufen, sondern aktiv vorantreiben.

Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

KI-Reifecheck in 5 Minuten

Wie fit ist euer Unternehmen in Sachen KI? Mit unserem KI-Check-Selbsttest erkennst du Potenziale für ein eigenes GPT und siehst, wo ihr nachsteuern solltet. Schnell, praxisnah und direkt umsetzbar.

Profilbild Johanna Heise, junge Frau mit langen dunklen Haaren in blauem Blazer

Über die Autorin: Johanna Heise

Johanna Heise (Jg. 1999) ist Head of Brand & Culture bei heise und CEO bei heise ventures sowie Geschäftsführerin der Heise Knowledge GmbH. Seit Mai 2023 verantwortet sie das Employer‑ und Dachmarken‑Branding bei heise, seit März 2024 die Venture‑Investments. Zuvor beriet sie bei KPMG und Simon‑Kucher. Sie studierte Management an der WHU (B.Sc.) und an der ESCP Business School (M.Sc.) in London, Berlin und Madrid, mit Fokus auf Familienunternehmen, internationales Management sowie Sales & Marketing.


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Einführung generativer KI im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/einfuehrung-generativer-ki-im-unternehmen/ Thu, 30 Apr 2026 16:20:13 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9105 Hohe Erwartungen, ernüchternde Ergebnisse: Viele Unternehmen investieren in generative KI, ohne messbare Effekte zu erzielen. Wir zeigen die typischen Stolperfallen und entscheidenden Erfolgsfaktoren bei der Einführung von KI im Unternehmen auf.

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Einführung generativer KI im Unternehmen

Warum Strategien oft scheitern & was wirklich funktioniert

Von: Alexander Miguel Meyer

KI-Strategien überzeugen häufig auf dem Papier – in der Umsetzung scheitern sie regelmäßig. Zunächst wird Copilot als Lösung in den Raum gestellt, es folgen Präsentationen mit ambitionierten Versprechen, begleitet von internen Kommunikationskampagnen. Wenige Wochen später kehrt Ernüchterung ein. KI soll Prozesse beschleunigen und messbare Ergebnisse liefern, doch die Praxis zeigt deutliche Lücken: Das Marketing erhält über Copilot nur generische Kampagnen-Briefings ohne Markenbezug. Das Controlling lässt Q3-Zahlen per ChatGPT zusammenfassen, doch die Ergebnisse verfehlen die strategisch relevanten Kernaussagen. Im Vorstand entstehen kritische Fragen: „Warum wurden 300.000 Euro investiert, wenn die Tools kaum genutzt werden? Warum empfiehlt unsere KI Kunden, die seit Jahren nicht mehr aktiv sind?“ 

Dieser Verlauf wiederholt sich in vielen Unternehmen: hohe Erwartungen, schneller Launch, Orientierungslosigkeit, Enttäuschung. Hinzu kommen ausbleibende Produktivitätsgewinne, die zuvor in Aussicht gestellt wurden. 

Was läuft da schief? 

  1.  Alle tun so, als wüssten sie Bescheid. In Meetings wird zustimmend genickt, später jedoch heimlich nach Begriffen wie „Prompt“ gegoogelt. Niemand möchte ahnungslos wirken. Nur der Praktikant setzt KI bereits routiniert ein – und macht damit das übrige Team nervös. 
  2. Schulung ohne Praxisbezug. Ein einstündiger Inspirationsvortrag ersetzt keine Anleitung. Es fehlen konkrete Prompts, Workflows und Compliance-konforme Tools. Zurück bleibt die Frage: Wie und wo anfangen? 
  3. Zwischen Angst und Hype. Manche befürchten, dass KI sie ersetzen wird. Andere glauben, es ist nur ein Hype – wie Google+ oder NFTs. Das Ergebnis: Die wenigsten nehmen sich bewusst Zeit, um zu experimentieren. 
  4. Der ROI fehlt – und jeder merkt es. Lizenzen werden gekauft, aber keine Nutzungsgewohnheiten etabliert. Dashboards weisen geringe Aktivität aus – und die KI-Verantwortlichen geraten unter Rechtfertigungsdruck. 
  5. Veraltete Governance. Das Legal-Team fordert Klarheit. Compliance benötigt eindeutige Regeln, die jedoch fehlen. Mitarbeitende handeln in einem regulatorischen Vakuum und wissen nicht, was erlaubt ist. 

Wie KI-Einführung wirklich funktioniert 

Entscheidend ist die richtige Mischung aus Top-Down- und Bottom-Up-Maßnahmen. Die folgenden sechs Ansätze haben sich bewährt. 

Mit KI-Champions starten 

Identifiziere die fünf bis zehn Prozent der Belegschaft, die experimentierfreudig sind – die natürlichen Early Adopters. Statte sie mit Tools, Systemzugängen und expliziter Testerlaubnis aus und stelle konkrete Aufgaben: Lässt sich das Reporting beschleunigen? Können Angebote automatisiert auf Kunden-Pain-Points zugeschnitten werden? Dokumentiere kleine Erfolge – etwa 20 Minuten Zeitersparnis in der Sales-Nachbereitung oder automatisierte Excel-Prozesse – und mache sie in All-Hands-Meetings sichtbar. Exklusive Programme wie „KI-Explorer“ erzeugen zusätzlich Nachfrage in anderen Teams. 

Mit echten Anwendungsfällen lernen 

Generische Future-of-Work-Sessions bringen wenig. Wirksamer sind kurze, rollenbasierte Trainings von 20 bis 30 Minuten mit einfachen Beispielen wie „Formuliere diesen LinkedIn-Post um“ oder „Fasse diesen Excel-Report zusammen“. Praxisnutzen schafft Vertrauen und Neugier. 

Zur Identifikation konkreter Use Cases eignet sich eine einfache Tabelle mit fünf Fragen: 

  1. Was ist meine Aufgabe? 
  2. Wie viel Zeit benötige ich dafür? 
  3. Lässt sich die Aufgabe automatisieren? 
  4. Welche Tools kommen dafür infrage? 
  5. Lassen sich die Tools sicher einsetzen? 

Aus den Antworten entsteht eine nach Aufwand und Nutzen priorisierte Shortlist. 

Vermittle zudem, wie man KI als Coach nutzt. Der Mehrwert steigt deutlich, wenn KI Rückfragen stellt, statt nur zu antworten. Ein bewährter Zusatz im Prompt: „Bevor du antwortest, stelle mir weitere Fragen, um meine Problemstellung besser zu verstehen.“ Jedes Training sollte mit zwei bis drei Prompts zum Ausprobieren enden. Bringt KI binnen zehn Minuten keinen Nutzen, ist sie für den Anwendungsfall vermutlich ungeeignet. 

Mache KI zur Challenge 

Sichtbarkeit und spielerische Anreize fördern die KI-Nutzung. Teile Erfolge in Teammeetings („Katrin hat mit GPT das Kunden-Review in der Hälfte der Zeit vorbereitet.“) und etabliere Formate wie den „Prompt der Woche“: eine Folie, ein intelligenter Prompt, eine Minute Erklärung über Zeitersparnis oder Ideengenerierung. Feiere Unerwartetes, z. B. den Praktikanten, der das Onboarding-Dokument mit GPT optimiert, oder die Managerin, die Besprechungsnotizen in To-do-Listen umwandelt. 

Job-Sicherheit klar adressieren 

Viele Mitarbeitende haben Sorgen, ohne sie auszusprechen. Kommuniziere proaktiv und wiederholt: KI ersetzt keine Menschen, sondern repetitive Aufgaben. Offene Formate wie 15-Minuten-Q&A-Sessions oder Slack-AMAs helfen, konkrete Fragen im Zusammenhang mit KI zu klären – etwa zur Nutzung von Kundendaten oder zur Optimierung von Reporting-Prozessen. Kommuniziere Erfolgsgeschichten, zeige messbare Verbesserungen und positioniere KI als strategischen Copiloten. Nicht als Bedrohung, sondern als Enabler für Wertschöpfung. Das Ziel: weniger operative Routine, mehr Raum für Leadership, Innovation und echte Problemlösung, während KI die Fließbandarbeit übernimmt. 

KI-Implementierung als strategischer Produktansatz 

Behandle die KI-Einführung wie einen Produkt-Launch, das heißt als kontinuierlichen Transformationsprozess, nicht als Einzelprojekt. Miss reale Nutzung anhand von Prompt-Aktivität, Tool-Adoption und Zeitersparnis. Werden z. B. nur E-Mail-Funktionen genutzt, spezialisierte Tools aber ignoriert, ist eine Strategieanpassung nötig. Ebenfalls gut funktionieren zentrale Anlaufstellen wie ein dediziertes Helpdesk oder Slack-Channel. Power-User und KI-Champions fungieren hier als Multiplikatoren für Best Practices und Problemlösungen. Verbessere das Training datenbasiert und identifiziere dafür wiederkehrende Herausforderungen. Wenn beispielsweise Tonalitätsanpassungen problematisch sind, erstelle kurze, gezielte 3-Minuten-Tutorials.  

KI-Sicherheit und Compliance offen thematisieren 

KI-Sicherheit muss proaktiv adressiert werden, damit Unklarheit Innovation nicht blockiert. Führungskräfte sollten fünf Kernfragen klären können: 

  1. Hosting-Location: Wo ist das Modell gehostet? 
  2. Datenverarbeitung: Wer verarbeitet unsere Daten? 
  3. Datenspeicherung: Werden Daten gespeichert oder geloggt? 
  4. Modell-Training: Wird das Modell mit unseren Daten trainiert? 
  5. Datenkontrolle: Haben wir Kontrolle über Zugriff, Löschung und Aufbewahrung? 

Regel: Kannst du nicht alle fünf Fragen beantworten, sollte kein Einsatz sensibler Daten erfolgen. 

Es empfiehlt sich die Implementierung eines Ampel-Systems für die Tool-Freigabe: 

  • Grün: Tools in sicherer Cloud-Umgebung 
  • Gelb: Vertrauenswürdige Anbieter mit Admin-Kontrollen und Auftragsverarbeitungsvertrag 
  • Rot: Öffentliche Tools mit unklarer Datenpolitik – Nutzungsverbot 

In einer freigegebenen Standard-Toolbox lassen sich alle zugelassenen Anwendungen bündeln. Was genehmigt ist, wird produktiv genutzt. Es ist entscheidend, Unklarheiten auszuräumen, denn sie führen zu Compliance-Risiken oder Innovationsstillstand. Für höchste Sicherheitsanforderungen empfiehlt sich eine eigene GPT-Instanz in der unternehmenseigenen Cloud-Umgebung. 

Fazit: KI rettet dein Unternehmen nicht – deine Mitarbeitenden schon 

Voraussetzung dafür sind die passenden Tools, klare Rahmenbedingungen und der richtige Kontext. Transformation entsteht nicht in Präsentationen, sondern im Arbeitsalltag – etwa, wenn eine HR-Managerin mithilfe von Copilot ihre administrativen Aufgaben halbiert und die gewonnene Zeit in strategisches Team-Coaching investiert. Genau hier liegt der messbare Mehrwert von KI – und er ist realisierbar.  


Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

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Portraitbild von Alexander Miguel Meyer

Über den Autor: Alexander Miguel Meyer

Nach Stationen in der Management- und IT-Beratung gründete AI Strategy Consultant Alexander Miguel Meyer Dualis Studio – eine Beratung, die DAX-Konzerne und Mittelständler in Deutschland und den USA bei der strategischen KI-Adoption begleitet. Als Trainer und Dozent hat er über 3.000 Professionals befähigt, KI wirksam in ihrer Arbeit zu nutzen. Mit seinem Newsletter „AI-Empowered Leaders“ und seinen Beiträgen auf LinkedIn und im Blog erreicht er rund 40.000 Entscheiderinnen und Entscheider.


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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst  https://blog.heise-academy.de/learning-on-demand-wissen-genau-dann-wenn-du-es-brauchst/ Fri, 24 Apr 2026 15:52:40 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9065 Wenn im entscheidenden Moment nichts mehr läuft, hilft kein geplanter Kurs, sondern die richtige Lösung im richtigen Moment. Hier setzt Learning on Demand an. Der Beitrag zeigt Stärken, Grenzen und wie du damit schneller und nachhaltiger lernst.

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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst 

Warum gezieltes Lernen im Moment of Need in der IT unverzichtbar ist und klassische Weiterbildung oft zu kurz greift 

Von: Arne Schmidt

Die Anwendung läuft in der Testumgebung einwandfrei. Dann geht sie live und nichts geht mehr. Das halbe Team ist schon im Wochenende. Was jetzt hilft, ist kein Kurs und kein Seminar, das irgendwann mal auf der Roadmap stand. Was jetzt hilft, ist die richtige Antwort zur richtigen Zeit. 

Genau das ist Learning on Demand. In der IT-Branche ist dieses Vorgehen längst gängige Praxis, da der Arbeitsalltag es schlichtweg erfordert. Trotzdem behandeln viele Unternehmen Weiterbildung noch so, als ließe sich Wissen auf Vorrat anlegen: Seminarkatalog durchblättern, Termin buchen, zwei Tage raus aus dem Projekt und dann ist drei Wochen später die Hälfte vergessen. 

Dieser Artikel ist für alle, die das kennen. Und für alle, die gezieltes Lernen im Moment of Need bewusst nutzen wollen, statt es dem Zufall zu überlassen. 

Was Learning on Demand wirklich bedeutet 

Statt ein Thema von Grund auf durchzuarbeiten, startet man mit einer konkreten Frage. Man sucht sich gezielt die Antwort in der Dokumentation, in einem Forenthread oder in einem kurzen Video und wendet sie sofort an. Problem erkannt, Wissen geholt, Lösung umgesetzt. 

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Weiterbildung: Der Auslöser ist eine reale Situation, kein Schulungskatalog. Wissen, das sofort angewendet wird, bleibt hängen, weil es direkt mit einer konkreten Erfahrung verknüpft ist. 

Zwei typische Situationen aus dem IT-Alltag zeigen, wie das aussieht: 

Man vor Computer versucht ein IT-Problem zu lösen.

Ein Engineer soll eine bestehende Infrastruktur auf eine neue Plattform migrieren. Die grundsätzlichen Konzepte beherrscht er, aber die konkrete Umsetzung in der neuen Umgebung ist Neuland. Er fängt nicht bei null an, sondern nimmt sein bestehendes Wissen als Gerüst und arbeitet sich gezielt in die plattformspezifischen Unterschiede mit Hilfe von Videokursen ein. Stück für Stück, immer entlang der konkreten Aufgabe. Nach einer Woche läuft das System, und er hat die neue Plattform dort verstanden, wo es zählt. 

Manchmal taucht das Problem aber ungeplant auf. Kurz vor einem Release können sich mehrere Teammitglieder plötzlich nicht mehr bei Cloud-Diensten anmelden, aber lokal funktioniert alles. Der Admin grenzt die Ursache schnell ein: Eine kürzliche Änderung an der Benutzerverwaltung wurde nicht sauber mit dem Cloud-Verzeichnis synchronisiert. Die Details der Synchronisation sind nicht sein tägliches Brot. Also recherchiert er gezielt: offizielle Dokumentation, ein passender Blogbeitrag, die Logs im Admin-Portal. Nach anderthalb Stunden ist das Problem behoben und er weiß jetzt genau, worauf er bei solchen Änderungen künftig achten muss. 

Mann verzweifelt vor einen Computer.

Was beide Situationen gemeinsam haben: Es gab ein konkretes Problem, eine Deadline und Druck. Und genau das war der beste Lernauslöser. 

Wo der Ansatz an seine Grenzen stößt 

So effektiv Learning on Demand im Alltag ist, es funktioniert nicht immer. 

Gezieltes Lernen im Moment of Need setzt ein Fundament voraus. Wer die Grundlagen eines Themas nicht versteht, kann weder die richtige Frage stellen noch die Antwort bewerten. Komplexe, zusammenhängende Themen lassen sich nicht in zwanzig Minuten aus einem Blogbeitrag erschließen. Sie brauchen Struktur, Zeit und oft jemanden, der Inhalte einordnet. 

Viele sehen Learning on Demand fälschlicherweise als kompletten Ersatz für Schulungen an. Doch wer glaubt, man könne sich einfach alles „ergoogeln”, stößt schnell an Grenzen. Fehlen die Grundlagen, mutiert die Lösungsfindung zu einem ziellosen Ausprobieren. Ein solches Vorgehen verschlingt am Ende weit mehr Zeit, als ein ordentlicher Kurs je gekostet hätte. 

Learning on Demand ergänzt fundierte Weiterbildung. Das eine liefert das Fundament, das andere die Antwort im entscheidenden Moment. 

Was im Alltag wirklich funktioniert 

Wer Learning on Demand bewusst angeht, holt deutlich mehr raus. Nicht durch komplizierte Systeme, sondern durch einfache Gewohnheiten. 

  • Die eigenen Quellen kennen und pflegen. Eine kuratierte Sammlung aufbauen: offizielle Dokumentation, zwei oder drei vertrauenswürdige Fachblogs, ein Bookmark-Ordner mit bewährten Referenzen. Keine riesige Linksammlung, sondern eine Handvoll Quellen, bei denen man weiß: Hier finde ich eine belastbare Antwort. 
  • Wissen festhalten und teilen. Problem gelöst? Kurz notieren, was das Problem war, was die Ursache und was geholfen hat. Ob internes Wiki, Team-Channel oder fünf Minuten im Weekly. Das Format ist egal. Entscheidend ist, dass Wissen nicht im Kopf einer einzelnen Person bleibt. 
  • Kleine Lerneinheiten bewusst nutzen. Oft reicht ein einzelnes Kapitel, ein gezieltes Video oder ein Abschnitt in der Dokumentation. Zwanzig fokussierte Minuten, die ein konkretes Problem lösen, bringen mehr als ein ganzer Seminartag, aus dem man drei Folien mitnimmt. 
  • Strukturiertes Lernen und On-Demand verbinden. Genau hier setzt das Campus-Modell an: modulare, praxisnahe Lerneinheiten, die sich gezielt in den Arbeitsalltag einfügen lassen. Man steigt im eigenen Tempo direkt in das Thema ein, das gerade relevant ist. So werden spontanes Nachschlagen und strukturiertes Vertiefen zum Zusammenspiel.

Wer nur auf Kurse setzt, lernt zu langsam 

Die IT wartet nicht darauf, dass jemand einen Schulungskatalog durchblättert. Die besten IT-Professionals haben das verstanden. Sie finden die Antwort, wenn sie sie brauchen. 

Das bedeutet nicht, dass strukturierte Weiterbildung überflüssig ist. Wer nur on demand lernt, ohne solide Grundlagen, baut auf Sand. Aber wer nur auf geplante Kurse setzt und dazwischen aufhört zu lernen, verliert den Anschluss. 

Wir lernen am meisten direkt am Rechner, wenn wir unter Druck ein akutes Problem lösen müssen. Dieser Ansatz ist keine Notlösung, sondern eine der stärksten Formen der Weiterbildung. Die einzige Voraussetzung ist ein bewusstes Vorgehen. Das bedeutet konkret: Verlässliche Quellen sammeln, gefundene Lösungen festhalten und das gewonnene Wissen weitergeben. Außerdem müssen wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass echtes Lernen immer mit einem gedruckten Zertifikat enden muss. 


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID 

Lerne im Videokurs, wie du mit Zero-Trust-Prinzipien und Microsoft Entra ID administrative Identitäten wirksam schützt. Anhand praxisnaher Beispiele baust du eine moderne, sichere IT-Infrastruktur auf und behältst Berechtigungen jederzeit im Griff. 


Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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secIT by heise 2026 https://blog.heise-academy.de/secit-by-heise-2026/ Tue, 14 Apr 2026 11:13:48 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9081 Die Frage ist längst nicht mehr, ob man angegriffen wird, sondern wann. Die IT-Security-Kongressmesse secIT in Hannover bot Sicherheitsbeauftragten auch dieses Jahr hilfreiches Fachwissen, wie Sie Angriffe erkennen, verhindern und eindämmen.

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secIT by heise 2026

Treffpunkt der IT-Security-Szene mit Fokus auf aktuelle Bedrohungen und wirksame Abwehr

Von: Klaus Bierschenk 

Vom 17. bis 19. März 2026 wurde Hannover erneut zum Treffpunkt der IT-Sicherheits-Community: Die secIT by heise öffnete bereits zum neunten Mal ihre Tore im Hannover Congress Centrum. Die über 4.400 Teilnehmenden erwarteten 80 Vorträge und 60 Deep-Dive-Sessions, verteilt auf vier Hallen und vier Bühnen – ein dichtes Programm mit klarem Fokus auf aktuelle Bedrohungslagen und konkrete Gegenmaßnahmen. 

Workshops: Von Regulierung bis Betriebssystemhärtung 

Traditionell startete die Veranstaltung mit einem Workshop-Tag. Das Spektrum reichte von regulatorischen Themen wie der Umsetzung der EU-NIS-2-Richtlinie bis hin zum Aufbau eines Information Security Management Systems (ISMS) nach ISO 27001. 

Auch technisch ging es in die Tiefe: So wurde etwa gezeigt, wie sich Windows 11 allein mit Bordmitteln und ohne Dritthersteller-Software absichern lässt – ein praxisnaher Ansatz, der besonders für kleinere IT-Teams interessant ist. 

Auftakt: Cybersicherheit ist heute wichtiger denn je 

Am zweiten Tag eröffnete Johanna Heise, Gesellschafterin der Heise Gruppe und Gründerin von „Women in Tech by heise“, offiziell die Konferenz, und das mit einer klaren Botschaft: Die Frage ist längst nicht mehr, ob Unternehmen angegriffen werden, sondern wann. Rund 60 Prozent der Handwerksbetriebe wurden bereits Opfer von Cyberattacken. Als aktuelles Beispiel verwies sie auf den Angriff auf das Buchungssystem der Deutschen Bahn im Februar 2026, der zu massiven Störungen führte. 

Auch die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens unterstrich die wachsende Bedeutung von Cybersicherheit – insbesondere durch kontinuierliche Schulung und enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und IT-Sicherheitsexperten. 

Polizeiarbeit: International vernetzt gegen Ransomware 

Ein Highlight der Kongressmesse war der Vortrag von Daniel Lorch vom Polizeipräsidium Reutlingen. Am Beispiel der weltweit agierenden Ransomware-Gruppe „Hive“ zeigte er eindrucksvoll, wie effektiv koordinierte Maßnahmen gegen Cyberkriminalität sein können. Im Rahmen der Operation „Dawnbreaker“ gelang es dem internationalen Ermittlerteam unter Beteiligung des FBI, in die Infrastruktur der Täter einzudringen und die Gruppe zu zerschlagen. 

Besonders brisant: Hive machte auch vor Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen nicht Halt. Der entstandene Schaden geht in die Milliarden, bei über 1.500 dokumentierten Straftaten. 

Lorchs Appell an Unternehmen war klar: IT-Dienstleister müssen sich kritischen Sicherheitsfragen stellen. Wer hier keine überzeugenden Antworten liefert, ist ein Risiko. Denn im Ernstfall kann ein Angriff binnen Tagen zur Existenzfrage werden. 

Breite Themen, klare Botschaften 

Im Fokus der Vorträge stand die Frage, wie sich Cyberangriffe erkennen, verhindern und eindämmen lassen. Wie Unternehmen ihre Systeme sauber und sicher verwalten, um Risiken zu minimieren, war Thema meines eigenen Vortrags mit dem Titel „Digitaler Frühjahrsputz in Entra ID – Aufräumen für mehr Sicherheit“. Unbenutzte Konten und veraltete Richtlinien im Entra Tenant stellen eine erhebliche Gefahr dar. Der Abbau solcher Altlasten lässt sich bestens mit Bordmitteln realisieren – ein wichtiger Hinweis für Organisationen ohne großes Security-Budget. 

Viele Hersteller, Microsoft vorweg, plädieren für eine passwortlose Authentifizierung. Die Tools sind da, die Hardware etwa in Form von Smartphones auch, aber in der Realität sind Passwörter in Unternehmen nach wie vor der Standard. Der Vortrag „Passwörter im Fadenkreuz – Wie Angreifer vorgehen und wie KI das Spiel verändert“ zeigte, wie moderne Passwortattacken ablaufen und zeitgemäßer Schutz dagegen aussehen muss. Maßnahmen wie Passwortmanager und Multi-Faktor-Authentifizierung sind dabei einfache, aber effektive Gegenmittel.  

Hacking zum Mitmachen: Angriffsszenarien live erlebt 

Für besonders viel Andrang sorgte der interaktive Vortrag von Lisa Lobmeyer und Linus Neumann. In einem Rollenspiel simulierten sie eine Cyberattacke. Dabei schlüpfte das Publikum in die Rolle der Angegriffenen und durfte per Votum entscheiden, wie im Krisenfall verfahren werden soll. 

Deutlich wurde dabei, wie Angriffe typischerweise ablaufen. Es beginnt mit der Infiltrierung. Die Angreifer setzen sich fest, spähen die Landschaft nach Gelegenheiten aus, implementieren Hintertüren und beschaffen sich Privilegien. Diese Vorbereitungen können Wochen dauern und bleiben oft unbemerkt. 

Ein zentrales Learning: Vorsorge ist alles. Sicherheitsmaßnahmen müssen in „Friedenszeiten“ etabliert werden, um für den Notfall gerüstet zu sein und schnell handeln zu können. 

Tritt ein Sicherheitsvorfall ein, ist es entscheidend, zu wissen, wo die kritischsten Daten des Unternehmens liegen. Letzten Endes sind sie alle relevant, doch die aktuellen Daten haben den höchsten Geschäftswert. 

Ebenso wichtig ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren, um unter Zeitdruck die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Daher empfahlen Lisa Lobmeyer und Linus Neumann, die Verhandlungen von externen, emotional unbeteiligten Personen führen zu lassen, die den notwendigen Abstand zu den Assets haben. 

Fazit 

Die secIT 2026 bot erneut einen gelungenen Mix aus strategischem Überblick, technischer Tiefe und direktem Austausch. Für Security-Verantwortliche, Admins und Entscheider gleichermaßen lieferte die Veranstaltung wertvolle Impulse. 

Eine zentrale Erkenntnis zog sich durch alle Beiträge: Angriffe sind Alltag, Vorsorge ist unerlässlich. Wer seine Systeme kennt, aufräumt und grundlegende Sicherheitsmaßnahmen umsetzt, reduziert Risiken deutlich – und genau hier setzt der Wissensgewinn durch Formate wie die secIT an.


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung.

Portrait Klaus Bierschenk

Über den Autor: Klaus Bierschenk

Klaus Bierschenk ist seit über 20 Jahren in der IT-Branche tätig und bringt umfassende Erfahrung aus internationalen Identity- und Security-Projekten mit. Als Technologieberater bei CGI Deutschland liegt sein Schwerpunkt auf hybriden IT-Infrastrukturen. Seine Begeisterung für Cloud- und Microsoft-Technologien ist ungebrochen. Er unterstützt IT-Betreiber bei Herausforderungen rund um Active Directory und Microsoft Entra ID.


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IT-Sicherheit im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/it-sicherheit-im-unternehmen/ Thu, 12 Mar 2026 08:20:27 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9056 IT-Sicherheit betrifft alle Mitarbeitenden: Erfahre, wie Unternehmen Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung etablieren, Risiken minimieren und Vertrauen stärken.

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IT-Sicherheit im Unternehmen

Warum IT-Sicherheit alle Mitarbeitenden betrifft

Von: Carla Maria Hoppe

IT-Sicherheit wird häufig allein der IT-Abteilung zugeschrieben. Firewalls, Endpoint-Schutz und Monitoring – das alles ist technisch gut gelöst. Doch moderne Cyberangriffe zeigen, dass die größte Schwachstelle nicht im Serverraum, sondern direkt an den Arbeitsplätzen der Mitarbeitenden sitzt. IT-Sicherheit kann kein isoliertes IT-Thema sein, sondern muss eine unternehmensweite Verantwortung werden. Nur eine Sicherheitsstrategie, die Technik, Prozesse und Mitarbeitende gleichermaßen berücksichtigt, kann nachhaltig wirken.  

Cybercrime 2024: Eine alarmierende Lage 

Laut dem SoSafe Cybercrime Report verursachte Cybercrime 2024 in Deutschland Schäden in Höhe von 178,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Weltweit wurden im selben Jahr 13,4 Milliarden kompromittierte Accounts registriert (GData). Besonders kritisch ist die Zeitspanne, bis ein Angriff erkannt wird: Im Durchschnitt vergehen 293 Tage, bis Phishing-Angriffe identifiziert und eingedämmt werden. Hinzu kommt, dass fast 34 % der Mitarbeitenden deutscher Unternehmen ihre IT-Sicherheitskompetenz als gering oder sehr gering einschätzen. 

Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und unterstreichen die Notwendigkeit, IT-Sicherheit nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch und kulturell zu verankern. Die Kernaufgabe: Awareness schaffen und Cybersecurity als Verantwortung jedes Einzelnen im Unternehmen etablieren. 

IT-Security versus Cybersecurity: Eine wichtige Unterscheidung 

IT-Security und Cybersecurity werden oft synonym verwendet, doch es gibt einen wichtigen Unterschied. Während IT-Security den Schutz der gesamten IT-Infrastruktur eines Unternehmens abdeckt – also Server, Netzwerke, Endgeräte und Daten – fokussiert Cybersecurity vor allem auf die Abwehr von netzwerk- und internetbasierten Angriffen. In der Praxis überschneiden sich beide Bereiche stark, und viele Unternehmen haben IT-Security- und Cybersecurity-Teams eng verzahnt oder in einer gemeinsamen Abteilung. Sie arbeiten mit ähnlichen Technologien, unterscheiden sich jedoch in der Perspektive: Die IT-Security kümmert sich um den sicheren Betrieb der Infrastruktur, Cybersecurity um die Abwehr komplexer und gezielter Angriffe. 

Für die IT-Leitung bedeutet das, über die Technik hinaus zu denken. Es reicht nicht, dass Firewalls, Monitoring-Systeme oder Anti-Malware-Lösungen reibungslos funktionieren. Ebenso wichtig ist es, die organisatorischen Prozesse klar zu definieren und die Mitarbeitenden ausreichend zu sensibilisieren, damit sie potenzielle Angriffe frühzeitig erkennen und angemessen reagieren können. 

Die täglichen Herausforderungen für die IT 

Auch wenn die IT in den meisten Unternehmen technisch gut ausgestattet ist, stößt die IT-Leitung täglich auf Probleme, die sich nicht allein mit Technologie lösen lassen. Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Tools sind zwar entscheidend, doch die größte Schwachstelle liegt oft beim Menschen. Viele Mitarbeitende betrachten IT-Sicherheit weiterhin als Aufgabe der IT-Abteilung und fühlen sich selbst nicht verantwortlich. Das führt dazu, dass Phishing-Mails übersehen, Passwörter mehrfach verwendet oder Warnungen ignoriert werden. 

Ein weiteres Risiko stellt Social Engineering dar. Angreifer nutzen psychologische Mechanismen wie Zeitdruck, Autorität oder Hilfsbereitschaft, um Informationen zu erhalten oder Aktionen auszulösen. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Technologien werden diese Angriffe zunehmend professioneller: Phishing-Mails erscheinen individueller, Deepfake-Stimmen imitieren Führungskräfte, und automatisierte Angriffsszenarien steigern Geschwindigkeit und Präzision. 

Die zentrale Herausforderung für die IT-Leitung besteht daher darin, eine Sicherheitskultur zu etablieren, die alle Mitarbeitenden erreicht und Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung vermittelt. 

Wo die größten Gefahren im Unternehmen lauern 

Die Erfahrung zeigt, dass Cyberrisiken oft an den Stellen entstehen, an denen sie am wenigsten erwartet werden. Dazu gehören Phishing-E-Mails mit manipulierten Links oder Anhängen, Ransomware, die Unternehmensdaten verschlüsselt, sowie schwache oder mehrfach genutzte Passwörter. Fehlende Multi-Faktor-Authentifizierung, Social-Engineering-Angriffe über Telefon oder Business-Netzwerke und die unsichere Nutzung öffentlicher WLANs verstärken die Gefährdung zusätzlich. 

Ein besonders kritischer Punkt ist die Meldung von Vorfällen. Viele Mitarbeitende zögern, Sicherheitsvorfälle zu melden, aus Angst vor Fehlern oder Konsequenzen. Wenn Angriffe erst spät erkannt werden, steigt der Schaden oft exponentiell. Deshalb ist es entscheidend, dass jede Person im Unternehmen genau weiß, wie sie sich im Ernstfall verhalten soll. 

Notfallplanung: Klarheit schaffen 

Ein Notfallplan ist nur wirksam, wenn er gelebt wird. Er muss sicherstellen, dass jede Mitarbeitende weiß, an wen sie sich bei einem Verdachtsfall wenden kann, welche Schritte zu unternehmen sind und welche Handlungen vermieden werden müssen. Regelmäßige Schulungen, simulierte Angriffe und praxisnahe Übungen helfen, dass die Sicherheitsvorgaben nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern im Arbeitsalltag verankert sind. So wird aus einer theoretischen Maßnahme ein funktionierendes Sicherheitsnetz, das das gesamte Unternehmen schützt. 

Sechs Maßnahmen für mehr Cybersecurity Awareness 

  • Praxisnahe Awareness-Trainings: Kurze, verständliche Trainings helfen Mitarbeitenden, reale Angriffszenarien zu erkennen. Anstatt abstrakter Technikvorträge werden konkrete Beispiele gezeigt. 
  • Simulierte Phishing-Tests: Mitarbeitende erhalten gefälschte Phishing-Mails, lernen ihre eigenen Schwachstellen kennen und erfahren, wie sie angemessen reagieren. Solche Simulationen erhöhen das Bewusstsein und schaffen Sicherheit im Umgang mit verdächtigen Nachrichten. 
  • Einfache Sicherheitsregeln: Klare, praktikable Regeln sind entscheidend für den Erfolg jeder Sicherheitsstrategie. Dazu zählen der konsequente Einsatz von Passwortmanagern, Multi-Faktor-Authentifizierung und das sofortige Melden verdächtiger E-Mails. 
  • Führungskräfte als Vorbilder: Cybersecurity funktioniert nur, wenn sie ernst genommen wird – besonders von den Führungskräften. Wer selbst die Regeln befolgt, motiviert das gesamte Team, aufmerksam zu bleiben. 
  • Positive Sicherheitskultur: Eine offene Fehlerkultur ist entscheidend. Sicherheitsvorfälle oder Verdachtsmomente sollten gemeldet und nicht vertuscht werden. So können Probleme frühzeitig erkannt und präventive Maßnahmen eingeleitet werden. 
  • Technik und Kultur kombinieren: Technische Maßnahmen wie Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Lösungen sind unverzichtbar, reichen aber alleine nicht aus. Erst in Kombination mit sensibilisierten Mitarbeitenden und klaren Prozessen entsteht ein wirksamer Schutz. 

Fazit: Cybersecurity ist gemeinsame Verantwortung 

Letztlich zeigt sich: Cybersecurity fängt bei jedem Mitarbeitenden an und hört nicht bei der Technik auf. Unternehmen, die dies verinnerlichen und konsequent umsetzen, verringern das Risiko von Angriffen deutlich und stärken gleichzeitig das Vertrauen sowie die Widerstandskraft ihres Teams. 


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Unsere Mission? Deine IT(-Security)-Kompetenzen auf das nächste Level zu heben – für Teams und Einzelpersonen. Investiere in deine und eure kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung und sichere den langfristigen Erfolg eures Unternehmens.

Über die Autorin: Carla Maria Hoppe

Lebenslanges Lernen, Prozessoptimierung und Transformation begleiten Carla seit Beginn ihrer Arbeit. Ihre in der Zusammenarbeit mit IT- und Ingenieur-Teams gesammelte Erfahrung nutzt die Marketing-Verantwortliche in unserem Blog, um das Thema IT-Weiterbildung näher zu beleuchten.


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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung https://blog.heise-academy.de/so-wird-deine-fabric-datenplattform-zur-festung/ Thu, 05 Mar 2026 08:00:00 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9026 Mit Security by Design sorgst du für eine Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist.

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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung

Security by Design

Von: Emil Vinčazović

Microsoft Fabric hat sich schnell als die zentrale SaaS-Plattform für Daten und Analytics etabliert. Die Verlockung ist groß: Alle Daten an einem Ort, einheitliche Tools und eine nahtlose Benutzererfahrung für alle, vom Data Engineer bis zum Business-Anwender. Doch gerade diese Zentralisierung und die damit verbundene Ansammlung geschäftskritischer Daten machen Fabric zu einem extrem schützenswerten Gut. Ein unzureichend gesichertes Fabric-System ist wie ein offener Tresorraum im digitalen Herzen deines Unternehmens. Es reicht hier bei Weitem nicht, Sicherheit als Checkliste zu betrachten, die man zwischendurch mal abarbeitet. Du musst Sicherheit von Grund auf in deine Architektur integrieren. Dieses Prinzip nennt sich Security by Design. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Fabric im Zusammenspiel mit Microsoft Entra ID, Azure Key Vault und Microsoft Defender for Cloud zu einer wahren Festung ausbaust, die den höchsten Ansprüchen an Authentifizierung, Verschlüsselung und Compliance genügt, ohne dabei den Spaß an der Entwicklung zu nehmen.

Das Fundament: Identität und Zugriff mit Microsoft Entra ID

Jede ernsthafte Sicherheitsstrategie beginnt mit der fundamentalen Frage: „Wer darf was?“ In der Microsoft-Cloud ist der Schlüssel zu dieser Frage immer Microsoft Entra ID (früher Azure Active Directory). Entra ID ist nicht nur ein Anmeldedienst, sondern das zentrale Fundament deiner gesamten Fabric-Sicherheitsarchitektur.

Authentifizierung: Wer bist du und wie beweist du es?

Die Anmeldung an Fabric erfolgt ausschließlich über Entra ID. Das bedeutet, du kannst und solltest alle modernen und robusten Authentifizierungsmethoden nutzen, die Entra ID bietet. Die wichtigste Maßnahme ist die Aktivierung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Dies ist keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit für jeden Benutzer, der auf Fabric zugreift. Ein gestohlenes Passwort allein darf niemals ausreichen, um Zugriff auf deine sensibelsten Daten zu erhalten. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, könntest du Conditional Access Policies in Entra ID konfigurieren. Damit kannst du den Zugriff kontextabhängig steuern. Definiere zum Beispiel, dass ein Zugriff auf Fabric nur von bekannten Unternehmensnetzwerken oder von als konform markierten Geräten (via Intune) ohne erneute MFA-Abfrage erlaubt ist. Greift ein Benutzer jedoch von einem unbekannten Standort oder einem privaten Gerät zu, wird eine MFA-Abfrage zwingend erforderlich. Nutze hierfür am besten die Microsoft Authenticator App mit passwortlosem Login oder noch sicherere FIDO2-Sicherheitsschlüssel.

Autorisierung: Was genau darfst du tun?

Nach der erfolgreichen Authentifizierung stellt sich die Frage der Autorisierung. Hier glänzt Fabric mit einem granularen Rollen-basierten Zugriffskontrollmodell (RBAC), das tief in Entra ID verankert ist. Anstatt einzelne Benutzer direkt zu berechtigen, was schnell unübersichtlich wird, solltest du immer mit Entra ID-Sicherheitsgruppen arbeiten. Erstelle logische Gruppen wie „Fabric-Admins“, „Finance-Datenanalysten“ oder „Marketing-Berichtsleser“. Weise diesen Gruppen dann die entsprechenden Rollen innerhalb der Fabric-Workspaces zu. Kurz zu den Rollen: Die Rolle des Admins hat die volle Kontrolle, während ein Member Inhalte veröffentlichen und teilen kann. Ein Contributor kann Inhalte erstellen und bearbeiten, aber keine Apps veröffentlichen. Die Viewer-Rolle hat reinen Lesezugriff auf Berichte. Dieser Ansatz vereinfacht die Verwaltung enorm. Wenn ein Mitarbeiter das Team wechselt, entfernst du ihn einfach aus der alten Gruppe und fügst ihn zur neuen hinzu – seine Berechtigungen in Fabric werden automatisch und konsistent angepasst.

Für den programmatischen Zugriff auf die Daten selbst, insbesondere im Lakehouse oder Warehouse, solltest du niemals auf unsichere Service-Konten mit statischen Passwörtern oder Secrets zurückgreifen. Verwende stattdessen Service Principals oder, noch besser, Managed Identities. Wenn eine Azure Function oder eine Web-App auf Daten in Fabric zugreifen muss, gib ihr eine eigene, in Entra ID verwaltete Identität. Diese Identität kann dann gezielt berechtigt werden, ohne dass du dich um die Speicherung und Rotation von Anmeldeinformationen kümmern musst. Ein praktisches Feature im Zusammenspiel zwischen Azure und Fabric.

Der Tresor: Datenverschlüsselung mit Azure Key Vault

Daten in Fabric sind standardmäßig sowohl bei der Übertragung (in transit) via TLS 1.2+ als auch im Ruhezustand (at rest) mit von Microsoft verwalteten Schlüsseln verschlüsselt. Für die meisten Anwendungsfälle bietet dies bereits ein hohes Schutzniveau. In stark regulierten Branchen wie dem Finanz- oder Gesundheitswesen oder bei besonders hohen internen Sicherheitsanforderungen möchtest du die Kontrolle über die Verschlüsselungsschlüssel jedoch selbst behalten. Dieses Konzept nennt sich Bring Your Own Key (BYOK).

Hier kommt der Azure Key Vault ins Spiel. Der Key Vault ist ein gehärteter, cloudbasierter Dienst zur sicheren Speicherung und Verwaltung von kryptografischen Schlüsseln, Geheimnissen und Zertifikaten. Für maximale Sicherheit werden die Schlüssel in FIPS 140-2 validierten Hardware-Sicherheitsmodulen (HSMs) gespeichert. Du kannst Fabric anweisen, nicht die von Microsoft verwalteten Schlüssel, sondern einen Schlüssel aus deinem eigenen Key Vault für die Verschlüsselung der ruhenden Daten im OneLake zu verwenden.

Der Prozess hierfür ist ein klar definierter Ablauf. Zuerst erstellst du einen Azure Key Vault und einen RSA-Schlüssel darin. Anschließend erteilst du dem Fabric-Dienst, der durch einen eigenen Service Principal repräsentiert wird, die Berechtigung, diesen Schlüssel zu verwenden. Hierfür sind speziell die Operationen getwrapKey und unwrapKey notwendig. Schließlich aktivierst du in den Fabric-Admin-Einstellungen die BYOK-Funktion und verweist auf den spezifischen Schlüssel in deinem Key Vault. Von nun an werden alle Daten in deinem Mandanten mit deinem Schlüssel verschlüsselt. Der große Vorteil ist die volle Kontrolle. Du kannst den Schlüssel nach deinen eigenen Richtlinien rotieren oder im Notfall den Zugriff darauf widerrufen, was die Daten für den Fabric-Dienst augenblicklich unlesbar macht. Dies gibt dir ein Höchstmaß an Souveränität und ist oft eine Kernanforderung von Compliance-Prüfern. Hier sollte natürlich beachtet werden: Wer hat Zugriff auf den Key Vault? Alle Personen mit den nötigen Berechtigungen könnten natürlich die Fabric-Daten durch das Löschen des Keys unlesbar machen.

Der Wächter: Überwachung und Compliance mit Defender for Cloud

Eine sichere Konfiguration aufzusetzen ist gut, aber du musst auch sicherstellen, dass sie sicher bleibt und du auf Bedrohungen und Abweichungen schnell reagieren kannst. Hier schlägt die Stunde von Microsoft Defender for Cloud*. Defender for Cloud bietet eine umfassende Cloud Security Posture Management-Lösung (CSPM), die deine gesamte Azure-Umgebung, einschließlich deiner Fabric-Instanz, kontinuierlich überwacht. Er prüft deine Konfigurationen gegen bewährte Sicherheits-Benchmarks und wichtige Compliance-Standards wie ISO 27001, PCI-DSS oder HIPAA.

Die Integration ist tiefgreifend und kontextbezogen. Defender for Cloud kann zum Beispiel erkennen, ob MFA für Benutzer mit Admin-Rechten in Fabric-Workspaces durchgängig aktiviert ist. Er kann auch verdächtige Aktivitäten identifizieren, wie den massenhaften Export von Daten durch einen einzelnen Benutzer oder Anmeldeversuche von geografisch untypischen Standorten. Ebenso werden Netzwerksicherheitseinstellungen, wie die Beschränkung des öffentlichen Zugriffs auf das Lakehouse, permanent auf korrekte Konfiguration überprüft. Wenn der Defender eine Abweichung oder eine potenzielle Bedrohung feststellt, löst er eine detaillierte Warnung aus. Diese Warnungen sind angereichert mit Kontextinformationen und konkreten Handlungsempfehlungen. Du siehst nicht nur, was das Problem ist, sondern auch, wie du es beheben kannst. In Kombination mit einem SIEM-System wie Microsoft Sentinel kannst du auf diese Warnungen sogar automatisierte Reaktionen, sogenannte SOAR-Playbooks, auslösen, um Bedrohungen in Echtzeit einzudämmen, etwa durch das Sperren eines kompromittierten Benutzerkontos.

Ein unschlagbares Trio

Microsoft Fabric allein ist bereits eine mächtige Plattform. Seine wahre Stärke im Bereich der Enterprise-Sicherheit entfaltet Fabric aber erst im intelligenten Zusammenspiel mit den spezialisierten Diensten der Microsoft Security-Plattform. Die drei Säulen dieser Architektur sind klar definiert. Microsoft Entra ID bildet das Fundament für eine sichere Identität und einen granularen, rollenbasierten Zugriff nach dem Least-Privilege-Prinzip. Der Azure Key Vault gibt dir die ultimative Kontrolle und Souveränität über die Verschlüsselung deiner sensibelsten Daten im Ruhezustand. Schließlich agiert Microsoft Defender for Cloud als wachsamer Beobachter, der deine Sicherheits- und Compliance-Haltung kontinuierlich überwacht und dich proaktiv auf Risiken hinweist.

Indem du diese drei Dienste von Anfang an in deine Fabric-Architektur integrierst, verfolgst du einen echten „Security by Design“-Ansatz. Du schaffst eine robuste, mehrschichtige Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch den zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist. Dies ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der Sicherheit zu einem integralen Bestandteil des gesamten Datenlebenszyklus macht.

Quellen


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID.

Der Kurs vermittelt die Bedeutung der Zero-Trust-Strategie für den Schutz moderner IT-Infrastruktur und wie diese mit den Tools von Microsoft Entra ID implementiert wird. IT-Experte Klaus Bierschenk zeigt in seinem Videokurs alle Inhalte Schritt für Schritt und anhand praxisnaher Beispielszenarien. Der Kurs lädt zum direkten Mitmachen ein und das erworbene Wissen lässt sich in Quizfragen überprüfen.


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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Netzwerke & Systeme

Stabile Netzwerke und leistungsfähige Systeme sind das Rückgrat moderner IT‑Infrastrukturen. In dieser Kategorie beleuchten wir die Technologie‑ und Architekturthemen, die dafür sorgen, dass Daten zuverlässig fließen, Systeme skalieren und Nutzer sicher eingebunden sind. Ob Netzwerkdesign, Systemadministration oder moderne Orchestrierung – hier gibt es praxisnahe Impulse für Fach‑ und Führungskräfte, die IT‑Landschaften professionell gestalten wollen.

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Der Beitrag Zwei Wochen bis zum Patch. Eine Nacht bis zum Angriff.  erschien zuerst auf heise academy Blog.

]]> Zukunft entsteht nicht von selbst  https://blog.heise-academy.de/zukunft-entsteht-nicht-von-selbst/ Fri, 10 Jul 2026 07:16:43 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9512 Weiterbildung wird oft als Kostenfaktor gesehen, dabei ist sie ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Erfahre, warum gezielte Kompetenzentwicklung Unternehmen produktiver, attraktiver und resilienter macht.

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Zukunft entsteht nicht von selbst  

Wie Unternehmen mit gezielter Kompetenzentwicklung produktiver, attraktiver und resilienter werden 

Von: Arne Schmidt

Viele Unternehmen konzentrieren sich im Arbeitsalltag darauf, akute Engpässe zu lösen: Offene Stellen müssen schnell besetzt, laufende Projekte abgesichert werden. Dabei bleibt oft wenig Raum für die Frage, welche Kompetenzen in Zukunft wirklich entscheidend sein werden. Dies kann sich als problematisch erweisen, denn die Arbeitswelt verändert sich mit hoher Geschwindigkeit. Neue Geschäftsmodelle, veränderte Kundenerwartungen und ein zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck sorgen dafür, dass Qualifikationsanforderungen sich in immer kürzeren Zyklen verschieben. 

Unternehmen, die nicht rechtzeitig in den systematischen Aufbau von Fähigkeiten investieren, laufen Gefahr, mittelfristig den Anschluss zu verlieren. Weiterbildung ist deshalb keine Reaktion auf den Wandel, sondern eine Voraussetzung, um ihn aktiv gestalten zu können.1 

Entwicklung als entscheidender Attraktivitätsfaktor  

Für viele Unternehmen ist es schwierig, passende Fachkräfte zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Neueinstellungen scheitern häufig früh, weil Erwartungen nicht zusammenpassen oder Entwicklungsperspektiven fehlen. Genau hier entfaltet Weiterbildung ihre doppelte Wirkung. 

Unternehmen, die glaubwürdig in die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden investieren, wirken nach außen attraktiver und können zugleich interne Potenziale besser nutzen. Weiterbildung wird damit zu einem strategischen Instrument, das sowohl das Recruiting unterstützt als auch die Abhängigkeit von externen Einstellungen reduziert.1  

Ohne Verbindung bleibt Lernen wirkungslos 

In vielen Organisationen existieren Weiterbildung, Feedback, Leistungsbeurteilung und Karriereplanung nebeneinander, ohne sinnvoll verzahnt zu sein. Für Mitarbeitende entsteht dadurch oft ein Gefühl der Orientierungslosigkeit: Es fehlt an regelmäßigem Feedback, an Zeit zum Lernen und an klaren Entwicklungspfaden. Weiterbildung wird dann als zusätzliche Belastung wahrgenommen und nicht als Chance. 

Ihr volles Potenzial entfaltet sie jedoch erst, wenn sie Teil eines konsistenten Gesamtkonzepts ist. Werden Lernangebote sichtbar mit Zielen, Leistung und Zukunftsaussichten verknüpft, entsteht Klarheit. Mitarbeitende verstehen, warum sie lernen, wofür sie sich entwickeln und welche Rolle Weiterbildung für ihre eigene Zukunft im Unternehmen spielt. 1 

Investieren statt reagieren: Der messbare Nutzen von Qualifizierung 

Eine wachsende Herausforderung für Unternehmen ist, dass sich Mitarbeitende innerlich vom Arbeitgeber distanzieren. Viele Beschäftigte sind nicht offen unzufrieden, haben innerlich aber bereits Abstand zur Arbeit genommen. Ursachen sind häufig fehlende Wertschätzung, mangelnde Sicherheit und fehlende Entwicklungsmöglichkeiten. 

Gezielte Weiterbildung kann hier ein starkes Signal setzen. Sie zeigt, dass Mitarbeitende nicht nur für ihre aktuelle Funktion gesehen werden, sondern als Menschen mit Potenzial. Dieses Signal wirkt motivierend, stärkt die emotionale Bindung und bildet die Grundlage für langfristige Zusammenarbeit.1 

Empirische Studien zeigen deutlich, dass Weiterbildung für Unternehmen einen messbaren wirtschaftlichen Nutzen hat. Bereits eine moderate Steigerung der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen führt zu einer spürbaren Zunahme der Leistungsfähigkeit. Weiterbildung ist damit keine freiwillige Zusatzleistung, sondern eine Investition mit klarem Return. 

Entscheidend ist jedoch die Qualität der Maßnahmen. Besonders wirksam sind strukturierte Formate wie interne oder externe Kurse und Seminare. Sie haben einen nachweisbaren Einfluss auf die Produktivität. Informelles Lernen im Arbeitsalltag allein reicht dagegen nicht aus, um vergleichbare Effekte zu erzielen. Weiterbildung wirkt nur dann, wenn sie gezielt geplant und professionell umgesetzt wird. 2 

Mythos: Qualifizierung führt zur Abwanderung 

Eine häufige Sorge von Unternehmen ist, dass Weiterbildung Mitarbeitende erst recht zum Wechsel motiviert, insbesondere wenn erworbene Qualifikationen auch extern gut verwertbar sind. Die Forschung zeigt jedoch ein anderes Bild. Studien belegen, dass weitergebildete Beschäftigte ihrem Arbeitgeber häufiger treu bleiben als vergleichbare Kolleginnen und Kollegen ohne Weiterbildung, selbst dann, wenn persönliche Faktoren wie Motivation berücksichtigt werden. 

Bemerkenswert ist, dass dieser Effekt auch bei zertifizierten und externen Weiterbildungen bestehen bleibt. Obwohl solche Qualifikationen den individuellen Marktwert erhöhen und für andere Arbeitgeber sichtbar machen, führen sie nicht zu einer erhöhten Abwanderung. Im Gegenteil: Weiterbildung stärkt offenbar das Vertrauen und die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Unternehmen.3 

Was du jetzt konkret tun kannst 

Drei Hebel, die in der Praxis funktionieren: 

  1. Lernzeit verbindlich einplanen. Nicht „nebenbei“, sondern als Bestandteil der Arbeitszeit. Sonst gewinnt immer das Tagesgeschäft. 
  1. Lerninhalte an konkrete Vorhaben koppeln. Wer eine neue Technologie lernt, sollte sie innerhalb von 90 Tagen anwenden dürfen. Sonst verfällt das Wissen. 
  1. Qualität vor Volumen. Einige Stunden mit echten Experten bringen mehr als hunderte unstrukturierter Videos.  

Fazit: Kompetenzen entwickeln heißt Zukunft sichern

Weiterbildung wirkt auf mehreren Ebenen zugleich. Sie steigert die Produktivität, stärkt die Mitarbeiterbindung und erhöht die Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber. Entscheidend ist dabei nicht die bloße Existenz von Lernangeboten, sondern ihre strategische Einbettung in Führung, Feedback und Karriereentwicklung. 

Unternehmen, die Weiterbildung als integralen Bestandteil ihrer Kultur verstehen, investieren nicht nur in Wissen, sondern auch in Motivation, Vertrauen und Zukunftsfähigkeit. In einer Arbeitswelt, die sich ständig verändert, ist genau das der entscheidende Wettbewerbsvorteil. 

Quellen

[1] Julian Kirchherr, Vincent Bérubé, Charlotte Seiler, Kira Rupietta, Marlene Senst, Kristina Störk, Simon Gallot Lavallée (2025). HR Monitor 2025. https://www.mckinsey.com/capabilities/people-and-organizational-performance/our-insights/hr-monitor-2025   

 [2] ZEW. Weiterbildung in Unternehmen zahlt sich aushttps://www.zew.de/das-zew/aktuelles/weiterbildung-in-unternehmen-zahlt-sich-aus  

[3] Dietz, D., & Zwick, T. (2021). The retention effect of training: Portability, visibility, and credibility. The International Journal of Human Resource Management, 33(4), 710–741. 

IT-Weiterbildung, die mit dir Schritt hält

Praxisnah, aktuell und flexibel – von IT-Professionals, für IT-Professionals. 

Der heise academy Campus bringt deine IT-Kompetenzen auf das nächste Level: Egal, ob du dich individuell weiterentwickeln oder dein Team gezielt stärken willst. Mit dem academy Pass bekommst du Zugang zur gesamten Lernbibliothek und kannst direkt loslegen. 


Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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Digitale Souveränität https://blog.heise-academy.de/digitale-souveraenitaet/ Thu, 11 Jun 2026 15:36:02 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9484 Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

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Digitale Souveränität

Unabhängiger von einzelnen Anbietenden werden und die eigene Resilienz gezielt stärken.

Von: Manuel Atug

Ob Behörde, Krankenhaus oder mittelständisches Unternehmen: Viele Organisationen merken erst dann, wie abhängig sie von einzelnen Softwareanbietenden geworden sind, wenn beispielsweise aufgrund teurer und alternativloser Abo-Modelle Preise massiv steigen, der IT-Support ausläuft oder ein lang genutzter Dienst abgekündigt oder eingestellt wird. Digitale Souveränität ist die Antwort auf genau diese Probleme. Sie beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

Wettbewerb statt Monopol: Alternativen schaffen und nutzen

Wenn ein oder sehr wenige Anbietende einen Teil des Marktes dominieren, fehlt der Druck zur Innovation und den Nutzenden eine echte Auswahl. Wer aus Bequemlichkeit oder mangels Alternativen alles auf eine Karte setzt, zahlt am Ende deutlich höhere Preise und akzeptiert schlechtere Konditionen. Das ist kein Naturgesetz, sondern eine Folge passiver Beschaffungsentscheidungen.

Die Lösung liegt darin, sich dem bewusst zu werden und aktiv Alternativen aufzubauen. Wer diese nutzt, stärkt damit den erforderlichen und dadurch funktionierenden Wettbewerb. Ausschreibungen sollten daher so gestaltet werden, dass auch kleinere oder europäische Anbietende eine reale Chance haben. Langfristige Vollversorgungsverträge mit einem großen Konzern hingegen zementieren Abhängigkeiten, die sich später nur schwer auflösen lassen.

Freie und offene Standards: Das Fundament technologischer Unabhängigkeit

Proprietäre Datenformate, Verarbeitungslogiken in Geschäftsprozessen und Schnittstellen sind eine häufig unterschätzte Form der technischen Abhängigkeit, die in der mittelbaren Auswirkung zu hohen Kosten führt. Wer Daten nur in einem herstellerspezifischen Format speichert oder verarbeitet, ist gefangen und vollständig abhängig. Der Wechsel zu einem anderen System ist dadurch künstlich erschwert oder schlicht unmöglich, da die Umstellung sehr teuer wäre. Technologische Abhängigkeit entsteht dabei über lange Zeiträume oft still und leise, ohne dass jemand eine bewusste Entscheidung dafür trifft. Sie schleicht sich ein und war rückblickend dann „schon immer da“.

Freie und offene Standards – etwa OpenDocument, PDF/A oder offene API-Standards – stellen sicher, dass Daten und Prozesse für die Verarbeitung nicht an einen einzigen Anbietenden gebunden bleiben. Öffentliche Institutionen sollten offene Standards nicht nur bevorzugen, sondern in ihren Beschaffungsrichtlinien verbindlich verankern. Wer diesen Schritt versäumt, schafft Abhängigkeiten, die Jahre später sehr teuer werden können.

Interoperabilität: Systeme, die miteinander sprechen

Viele Softwareprodukte sind absichtlich so gebaut, dass sie schlecht oder kaum mit Konkurrenzprodukten zusammenarbeiten. Sie bieten zwar oftmals umfassende Importmöglichkeit an, aber kaum vollständige Exportoptionen. Dieses Prinzip wird auch als Lock-in-by-Design bezeichnet: Der Wechsel kostet so viel Aufwand, dass er praktisch nie stattfindet, selbst wenn andere Anbietende besser und günstiger wären. Die Nutzung wird dadurch dann gerne als „alternativlos“ bezeichnet und hingenommen.

Interoperabilität, also die Fähigkeit verschiedener Systeme, nahtlos zusammenzuarbeiten und Austauschfähig zu sein, muss daher als zentrale Anforderung in Beschaffungsentscheidungen einfließen. Diese sollte die Geschäftsleitung und Unternehmensführung als strategisches Ziel vorgeben und dem Einkauf als Aufgabenstellung mitgeben.

Offene APIs, dokumentierte Schnittstellen und standardisierte Datenformate sind die technische Grundlage dafür. In der Praxis lässt sich Interoperabilität am zuverlässigsten durch Open-Source-Software sicherstellen, weil deren Code offen einsehbar, anpassbar und flexibler betreibbar ist.

Open Source: Transparenz und Unabhängigkeit durch offenen Code

Bei proprietärer Software weiß man schlicht nicht, was im Inneren passiert: Welche Daten werden gesammelt? Welche Sicherheitslücken existieren? Wie funktioniert die Verarbeitungslogik genau? Wer den Quellcode nicht einsehen kann, muss blind vertrauen und ist somit abhängig. In sicherheitskritischen Bereichen ist das keine tragfähige Basis.

Open-Source-Software macht den Code öffentlich prüfbar und weiterbetreibbar. Das schafft Transparenz und ermöglicht das schnelle Auffinden sowie Schließen von Sicherheitslücken. Darüber hinaus ermöglicht es Organisationen, Software selbst weiterzuentwickeln oder anpassen zu lassen. Sie können diese sogar selbst betreiben oder von unterschiedlichen Dienstleistern betreiben lassen. Gleichzeitig ist Open Source oft der direkteste Weg, offene Standards in der Praxis umzusetzen: Wer den Code besitzt, ist nicht auf den Goodwill – bzw. die AGBs und das Geschäftsinteresse – eines Konzerns angewiesen. Für viele Organisationen ist Open Source damit kein ideologisches Statement, sondern eine pragmatische Entscheidung für mehr Kontrolle und Kostensouveränität.

Exit-Strategie: Den Ausstieg von Anfang an mitdenken

Die meisten IT-Verträge regeln sehr genau, wie man hineinkommt, aber kaum, wie man wieder herauskommt. Wenn ein Vertrag endet, sind Daten oft in proprietären Formaten gespeichert, Prozesse und Verarbeitungslogiken zu tief in ein System eingebaut und der Wechsel kostet schlicht mehr als der zukünftig teurer werdende Verbleib. So entsteht eine Abhängigkeit, die im initialen Vertrag zunächst unsichtbar war.

Bereits beim Vertragsabschluss sollten deshalb Exit-Klauseln bedacht und verhandelt werden: Verarbeitungslogik- und Datenportabilität in offenen Formaten, klare Übergangsfristen und definierte Leistungen für eine souveräne Migration gehören zum Standard guter IT-Verträge. Nur wer den Ausstieg von Anfang an plant, behält die echte Freiheit, auch tatsächlich wechseln zu können und damit einer potenziellen Kostenfalle durch den Lock-In Effekt zu entgehen.

Modularität: Austauschbarkeit als Designprinzip

Monolithische Systeme und Bundles – also Softwarelösungen, die alles in einem Paket oder Abo abdecken – sind bequem, aber auch gefährlich. Wer eine Komplettlösung einkauft oder mietet, hat kaum Spielraum, einzelne Teile zu ersetzen. Wächst die Abhängigkeit, schrumpft der Spielraum.

Modulare Architekturen setzen dagegen auf klar abgegrenzte Komponenten mit definierten Schnittstellen und Prozessabschnitten. Einzelne Module lassen sich so unabhängig voneinander ersetzen, aktualisieren oder durch bessere Lösungen austauschen; ganz ohne das Gesamtsystem zu gefährden. Das erhöht die Resilienz erheblich: Fällt eine Komponente aus, werden Anbietende unzuverlässig, wird der Preis massiv erhöht, bleibt der Rest stabil und bezahlbar. Modularität ist damit nicht nur eine technische Tugend, sondern eine strategische Notwendigkeit.

Kostensouveränität: Die Budgethoheit behalten

Cloud-Dienste und (Abo-)Lizenzmodelle werden häufig mit attraktiven Einstiegspreisen oder Bundles angeboten. Ist die Migration erfolgreich abgeschlossen und die Abhängigkeit aufgebaut, steigen die Preise kontinuierlich und Alternativen sind durch den Lock-In Effekt teuer oder technisch kaum realisierbar. Dieses Phänomen wird auch als Preiserhöhungsfalle bezeichnet und betrifft Organisationen jeder Größe.

Kostensouveränität bedeutet, die vollständige Kontrolle über die eigenen IT-Ausgaben zu behalten. Das gelingt durch transparente (Abo-)Lizenzmodelle, den Einsatz von freien und offenen Standards – idealerweise durch den Einsatz von Open-Source-Lösungen – ohne laufende Lizenzgebühren und durch regelmäßige Marktvergleiche. Wer mehrere Anbietende parallel nutzt oder zumindest als realistisch einsetzbare Option bereithält, behält die Verhandlungsmacht und damit auch die Budgethoheit. Kostensouveränität bildet somit die finanzielle Seite digitaler Souveränität.

Fazit

Digitale Souveränität ist kein Selbstzweck, sondern eine strategische Voraussetzung für Handlungsfähigkeit. Offene Standards, Interoperabilität, Open Source, modulare Architekturen, vertragliche Exit-Optionen, Wettbewerb und Kostenkontrolle: keiner dieser Hebel wirkt allein. Erst ihr Zusammenspiel schafft die Grundlage für echte Unabhängigkeit.

Die zentrale Erkenntnis ist simpel: Abhängigkeit entsteht nicht durch einen einzelnen großen Fehler, sondern durch viele kleine Entscheidungen über Jahre, die in die falsche Richtung weisen. Wer digitale Souveränität ernst nimmt, baut sie deshalb systematisch und schrittweise auf und gewinnt damit genau das, was in einer digitalisierten Welt entscheidend ist: die Freiheit, selbst zu entscheiden und die Kosten zu kontrollieren.

Quellen und Verweise

BSI – C3A: Souveränitätskriterien für Cloud-Dienste (April 2026): https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Presse/Pressemitteilungen/Presse2026/260427_C3A.html
Linux Magazin – BSI legt Kriterien für digitale Souveränität bei Cloud-Diensten vor: https://www.linux-magazin.de/news/bsi-legt-kriterien-fuer-digitale-souveraenitaet-bei-cloud-diensten-vor/
EU-Kommission – Open-Source-Strategie 2020–2023 (Originaldokument, PDF): https://commission.europa.eu/document/download/97e59978-42c0-4b4a-9406-8f1a86837530_de?filename=de_ec_open_source_strategy_2020-2023_0.pdf
Bitkom – Kompass IT-Standards & Interoperabilität: https://www.bitkom.org/Kompass-IT-Standards
OSBA – Positionspapier & Publikationen zur digitalen Souveränität: https://osb-alliance.de/news/publikationen
OSBA – 38 Maßnahmen für Open-Source-getriebene Digitalisierung (PDF): https://osb-alliance.de/wp-content/uploads/2024/06/2024-09-27_Forderungen_Bundestagswahl2025_LR.pdf
Bitkom – Leitfaden Cloud-Souveränität praktisch umsetzen (2026, enthält Exit-Szenarien, offene Standards, Modularität): https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Cloud-Souveraenitaet-praktisch-umsetzen
Datensicherheit.de – Bitkom & BMDS: einheitliche Standards für Open-Source-Beschaffung (EVB-IT, März 2026): https://www.datensicherheit.de/open-source-software-vereinbarung-bmds-bitkom-einheitlich-standards-beschaffung
Schweizer Bundesrat – Leitlinien für digitale Souveränität in der Bundesverwaltung (Dezember 2025): https://www.news.admin.ch/de/newnsb/JxuzVHViGShum_f1h_WDu


Digitale Souveränität in der Praxis

Cloud, KI und Security krisensicher gestalten

Lerne, wie du Abhängigkeiten systematisch identifizierst, Risiken bewertest und mit konkreten Strategien deine digitale Souveränität zurückgewinnst. Die Aufzeichnung des Classrooms steht dir im Professional Pass neben vielen weiteren zur Verfügung.

Portraitbild Manuel Honkhase Atug

Über den Autor: Manuel „HonkHase“ Atug

Manuel „HonkHase“ Atug befasst sich beruflich und privat seit weit über 23 Jahren mit Themen, wie Digitale Souveränität, Kritische Infrastrukturen, Cyberresilienz, defensive Cybersicherheitsstrategien, digitaler Katastrophenschutz und vielem mehr. Im Netz ist er als @HonkHase aktiv. Er ist Experte der European Research Executive Agency (EU REA) und wird regelmäßig für die Bundesregierung und die Bundesländer als Sachverständiger in Fragen der Cybersicherheit und dem Katastrophenschutz berufen.


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Schluss mit den Silos https://blog.heise-academy.de/schluss-mit-den-silos/ Thu, 21 May 2026 15:10:37 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9203 In modernen Cloud-Umgebungen hilft das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud dabei, Sicherheits-, Compliance- und Governance-Anforderungen zentral und ohne isolierte Silos umzusetzen.

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Schluss mit den Silos

Schaffe eine einheitliche Governance mit Purview, Azure Policy und Defender for Cloud

Von: Emil Vinčazović

In der modernen Cloud-Welt jonglierst du täglich mit einer Vielzahl von Herausforderungen. Auf der einen Seite willst du Entwicklern die Freiheit und Agilität geben, schnell neue Dienste bereitzustellen. Auf der anderen Seite musst du sicherstellen, dass die IT-Landschaft sicher ist, Compliance-Vorgaben erfüllt sind und die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Oft führt das zu einem Silo-Denken: Datensicherheit wird in Microsoft Purview gemanagt, die Infrastruktur-Compliance mit Azure Policy und die Security-Härtung mit Microsoft Defender for Cloud. Jeder Bereich hat seine eigenen Regeln und Zuständigkeiten. Doch was wäre, wenn du diese Silos aufbrechen und eine wirklich einheitliche, richtliniengesteuerte Governance etablieren könntest? In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das Zusammenspiel dieser drei mächtigen Werkzeuge funktioniert und wie du damit eine Brücke zwischen Daten, Infrastruktur und Security baust.

Das Problem: Governance in getrennten Welten

Stell dir vor, dein Unternehmen beschließt, dass alle Datenbanken, die personenbezogene Daten enthalten, verschlüsselt sein müssen. Ein typischer Fall für eine Governance-Richtlinie. Doch wo setzt du diese Regel um? Auf der Datenebene mit Purview könntest du eine Richtlinie erstellen, die alle SQL-Datenbanken mit der Klassifizierung „Personenbezogene Daten“ identifiziert. Purview allein kann die Verschlüsselung jedoch nicht erzwingen. Auf der Infrastrukturebene mit Azure Policy könntest du eine Richtlinie erstellen, die prüft, ob Transparent Data Encryption (TDE) für alle SQL-Server aktiviert ist. Diese Richtlinie weiß aber nicht, welche dieser Datenbanken tatsächlich sensible Daten enthalten. Wendest du sie auf alles an, erzeugst du unnötigen Overhead. Dies führt zu Performance-Schwund und überhöhten Kosten. Wendest du sie zu selektiv an, verpasst du vielleicht eine kritische Datenbank. Auf der Security-Ebene mit Defender for Cloud wird dieser dich darauf hinweisen, dass einige Datenbanken nicht verschlüsselt sind, und dies als Sicherheitsrisiko einstufen. Er gibt dir eine Empfehlung, aber die proaktive, unternehmensweite Durchsetzung ist nicht seine primäre Aufgabe. Er gilt also eher als warnendes Glied im Unternehmen.

Du siehst das Problem. Jedes Werkzeug hat eine andere Sicht auf die Welt und spricht eine andere Sprache. Die Folge sind manuelle Abstimmungsprozesse, potenzielle Regelungslücken und eine reaktive statt proaktive Governance. Das kann sich jedoch ändern.

Die Lösung: Eine Brücke zwischen den Welten bauen

Die wahre Stärke entfaltet sich, wenn du diese drei Dienste miteinander verbindest. Das Ziel ist eine Policy-driven Governance, bei der eine zentrale Absicht (z.B. „Schütze sensible Daten“) automatisch in konkrete, technische Kontrollen auf allen Ebenen übersetzt wird.

Schritt 1: Die Daten verstehen mit Microsoft Purview

Alles beginnt mit den Daten. Purview ist deine zentrale Wahrheit für die Datenklassifizierung. Wie in vorherigen Beiträgen von mir besprochen, nutzt du Purview, um deine gesamte Datenlandschaft zu scannen und sensible Informationen mithilfe von Sensitive Information Types, Trainable Classifiers oder Exact Data Match zu identifizieren. Das Ergebnis ist ein umfassender Datenkatalog, der jede Ressource mit Metadaten anreichert. Eine Azure SQL-Datenbank ist dann nicht mehr nur eine Datenbank, sondern eine „Datenbank, die EU-Bürgerdaten enthält“ (Klassifizierung: „DSGVO – Personenbezogene Daten“). Diese Klassifizierung ist der entscheidende Auslöser für alles Weitere.

Schritt 2: Infrastruktur härten mit Azure Policy

Jetzt kommt Azure Policy ins Spiel. Azure Policy ist das Regelwerk für deine gesamte Azure-Infrastruktur. Du kannst damit Richtlinien definieren, die zum Beispiel vorschreiben, dass virtuelle Maschinen nur aus bestimmten Images erstellt werden dürfen, dass keine öffentlichen IP-Adressen an bestimmte Subnetze angehängt werden oder eben, dass die Verschlüsselung für Speicherkonten aktiviert sein muss.

Der Clou ist die Integration mit Purview. Anstatt eine breite, unspezifische Richtlinie zu erstellen, kannst du Azure Policy anweisen, auf die Klassifizierungen von Purview zu reagieren. Eine Richtlinie könnte lauten: „Wenn eine Azure SQL-Datenbank in Purview als ‚Streng Vertraulich‘ klassifiziert ist, prüfe, ob Transparent Data Encryption (TDE) aktiviert ist. Wenn nicht, melde einen Compliance-Verstoß.“ Du kannst sogar noch einen Schritt weiter gehen und Deny- oder DeployIfNotExists-Effekte nutzen, um unsichere Konfigurationen von vornherein zu blockieren oder automatisch zu korrigieren. Dies könnte allerdings zu Frustration bei Entwicklern führen und sollte bedacht werden.

Schritt 3: Security Posture überwachen mit Defender for Cloud

Microsoft Defender for Cloud agiert als dein zentrales Dashboard für die Sicherheitslage. Er sammelt Signale von allen deinen Ressourcen und bewertet sie anhand von etablierten Sicherheits-Frameworks wie dem CIS Benchmark oder NIST. Die Integration mit Azure Policy ist hier nahtlos, denn die meisten Sicherheitsempfehlungen im Defender for Cloud sind im Kern Azure Policy-Definitionen.

Wenn deine Azure Policy, die auf einer Purview-Klassifizierung basiert, einen Verstoß feststellt (z.B. eine unverschlüsselte Datenbank mit sensiblen Daten), wird dieser Verstoß automatisch im Defender for Cloud als Sicherheitsempfehlung mit hoher Priorität angezeigt. Dein Security-Team muss also nicht mehr manuell die Datenklassifizierung prüfen. Sie sehen sofort, dass hier ein echtes Risiko vorliegt, weil nicht irgendeine Test-Datenbank, sondern eine produktive Datenbank mit Kundendaten betroffen ist. Dies ermöglicht eine risikobasierte Priorisierung der anstehenden Aufgaben.

Das Zusammenspiel im Praxisbeispiel

Lass uns das an einem Beispiel durchspielen: Du möchtest sicherstellen, dass alle Azure Storage Accounts, die als „Projektintern“ klassifizierte Dokumente enthalten, keinen öffentlichen Zugriff erlauben. Zuerst konfigurierst du Purview so, dass es deine Storage Accounts scannt und Dokumente, die interne Projektnamen oder -nummern enthalten, als „Projektintern“ klassifiziert. Dies ist der Purview-Scan. Weitere Infos dazu findest du in anderen Purview-Beiträgen von mir.

Anschließend erstellst du eine benutzerdefinierte Azure Policy. Die Logik der Richtlinie lautet: „Für jeden Storage Account, der von Purview die Klassifizierung ‚Projektintern‘ erhalten hat, prüfe die Eigenschaft allowBlobPublicAccess. Wenn diese true ist, löse einen Audit-Event aus.“ Dies ist die Azure Policy Erstellung. Der Defender for Cloud nimmt diese Azure Policy als Teil seiner Sicherheitsbewertung auf. Sobald ein Entwickler versehentlich den öffentlichen Zugriff auf einen dieser Storage Accounts aktiviert, erscheint im Defender eine kritische Warnung. Dies ist die Überwachung im Defender. Optional könntest du die Azure Policy sogar so konfigurieren, dass sie den Effekt Deny hat. In diesem Fall würde der Versuch, den öffentlichen Zugriff zu aktivieren, von vornherein blockiert werden, mit einer klaren Fehlermeldung, die auf die Unternehmensrichtlinie verweist. Dies ist die Automatisierte Reaktion.

Fazit: Von reaktiver Kontrolle zu proaktiver Governance

Das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud ermöglicht einen Paradigmenwechsel. Du bewegst dich weg von einer fragmentierten, reaktiven Kontrolle in Silos hin zu einer integrierten, proaktiven und richtliniengesteuerten Governance. Indem du die Datenklassifizierung als zentrale Wahrheit etablierst, kannst du intelligente und kontextbezogene Regeln für deine Infrastruktur und Sicherheit definieren. Das Ergebnis ist eine robustere Sicherheitslage, eine vereinfachte Compliance und die Gewissheit, dass deine Governance-Richtlinien nicht nur auf dem Papier existieren, sondern in deiner gesamten Cloud-Umgebung aktiv durchgesetzt werden.

Quellen


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung. Dieser Kurs bietet einen praxisnahen Einstieg in die IT-Sicherheit mit Kali Linux, der führenden Plattform für Penetrationstests und Ethical Hacking. 


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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Tradition trifft KI https://blog.heise-academy.de/tradition-trifft-ki/ Fri, 08 May 2026 09:51:03 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9188 Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

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Tradition trifft KI

Lernen bleibt Chefsache – und wird zum Wachstumstreiber

Von: Johanna Heise

Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

Die Nachfolge in einem Familienunternehmen zu gestalten, ist immer eine besondere Herausforderung. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge ist es aber noch viel mehr: Es ist eine Einladung, die Balance aus Tradition, Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung immer wieder neu auszuloten. In den vergangenen Jahren habe ich hautnah erlebt, wie sich die Anforderungen an Unternehmen und an Führungskräfte wandeln – und wie sehr Weiterbildung zur Überlebensfrage geworden ist. Gerade die aktuellen Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz sind ein Brennglas für diese Veränderungen. 

Wenn ich auf unseren Weg bei heise blicke, dann ist klar: Kontinuierliches Lernen hat uns zur Anpassung befähigt – und wird auch künftig darüber entscheiden, ob wir als Unternehmen wachsen und echten Mehrwert für unsere Community schaffen können. Die Geschwindigkeit, mit der sich Technologien und Märkte verändern, macht deutlich: Weiterbildung ist heute keine Option mehr, sondern ein Muss. Und zwar nicht als Pflichtübung, sondern als Haltung. 

KI als Wachstumsmotor – warum Weiterbildung jetzt entscheidend ist 

Von der Prozessoptimierung zum Wachstumstreiber 

Künstliche Intelligenz wird in vielen Unternehmen immer noch als reines Effizienz-Tool gesehen. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Die zentrale Botschaft, die ich aus der aktuellen Diskussion – und nicht zuletzt aus einer inspirierenden Keynote im Rahmen der Hannover Messe – mitnehme: Das eigentliche Potenzial von KI liegt darin, Unternehmen neue Wachstumschancen zu eröffnen. Das ist ein Perspektivwechsel im Vergleich zu früheren Technologiewellen wie Cloud oder IoT. Während damals oft Skepsis und Zurückhaltung dominierten, herrscht heute ein Konsens: Ohne KI wird keine Branche mehr auskommen. 

Das hat weitreichende Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft. Unternehmen, die jetzt zögern, laufen Gefahr, schnell abgehängt zu werden. Es reicht nicht mehr, KI als Automatisierungs-Tool einzusetzen – es geht darum, mit KI neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, innovative Wertschöpfung zu ermöglichen und neue Märkte zu erschließen. Wachstum entsteht dort, wo Menschen bereit sind, sich auf Neues einzulassen und mutig voranzugehen. 

Tradition trifft Innovation: Die Rolle der Unternehmensnachfolge 

Mitten in der Nachfolge eines Familienunternehmens stehe ich für die Verbindung von Tradition und Zukunft. Bei heise haben wir über Jahrzehnte hinweg Werte wie Unabhängigkeit, Qualität und Verantwortung gepflegt. Diese Prinzipien tragen uns – gerade jetzt, wo sich die Spielregeln für Medien, IT und Weiterbildung rasant verschieben. 

Unsere Transformation vom klassischen Telefonbuchverlag hin zum digitalen Medienhaus ist ein Prozess, in dem Lernen und Weiterentwicklung immer strategischer werden. Projekte müssen schneller umgesetzt werden. MVPs – also minimal funktionsfähige Produkte – müssen zügig auf den Markt. Nur wer sich flexibel anpasst und Innovationen vorantreibt, sichert die eigene Marktposition langfristig. Gezielte Weiterbildung ist dabei der Schlüssel: Nur Teams, die moderne Technologien und Methoden – wie Agentic Coding oder KI-gestützte Recherche – beherrschen, können sich im Wettbewerb durchsetzen. 

Lernen als Haltung – nicht als Pflicht 

Was ich in der Praxis immer wieder beobachte: Es reicht nicht, einfach weiterzumachen wie bisher. Moderne Märkte fordern uns heraus, Unsicherheit auszuhalten, Fragen zu stellen und Räume für Experimente zu schaffen. Für Unternehmen bedeutet das: Lernbereitschaft und Offenheit müssen zur Kernkompetenz werden. Wer heute in die Entwicklung der Mitarbeitenden investiert, verschafft sich nicht nur einen Innovationsvorsprung, sondern bindet auch Talente, die gezielt nach Entwicklungsmöglichkeiten suchen. 

Bei der heise academy setzen wir gezielt auf Formate, die Austausch, Peer-Learning und unmittelbaren Praxistransfer ermöglichen. KI-Schulungen sind mehr als technische Updates – sie laden dazu ein, die eigene Rolle im Wandel kritisch zu reflektieren und Verantwortung zu übernehmen. Weiterbildung ist kein Selbstzweck, sondern ein zentraler Hebel, um Wandel aktiv zu gestalten. 

Praxis bei heise: Wie wir KI und Lernkultur integrieren 

KI-Integration mit heise I/O und deep content 

Ein konkretes Beispiel aus unserem Alltag ist die Einführung von heise I/O von deep content. Das Tool hat uns geholfen, KI nicht nur als technische Neuerung, sondern als integralen Bestandteil unserer Arbeitsprozesse zu etablieren. Mit heise I/O können wir Wissen gezielt vernetzen, im Team weiterentwickeln und direkt im Arbeitsalltag einsetzen. Die Plattform verbindet redaktionelle Tiefe mit modernen, KI-gestützten Recherche- und Lernmethoden – und schafft so einen echten Mehrwert. 

Automatisierung spielt dabei eine wichtige Rolle: Ob bei der Erstellung von Pressemitteilungen, Webseiten für heise regioconcept oder Advertorials – KI unterstützt uns dabei, Prozesse effizienter und innovativer zu gestalten. Gleichzeitig bleibt der Mensch im Mittelpunkt: Es geht immer darum, Technologie verantwortungsvoll, kreativ und zum Wohle aller einzusetzen. 

Weiterbildung als strategische Aufgabe und Einladung 

Wir sehen Weiterbildung als strategische Aufgabe – und als Einladung an alle, mitzumachen. Die besten Impulse entstehen, wenn Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam Neues wagen. In der IT – und darüber hinaus – veraltet Wissen heute schneller denn je. Wer hier nicht kontinuierlich investiert, riskiert Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. 

Deshalb ist die Förderung einer aktiven Lernkultur für uns Chefsache. Wir schaffen Räume, in denen Teams Neues ausprobieren können. Wir fördern kritisches Denken, den Austausch in der Community und die Bereitschaft, eigene Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt brauchen wir Führungskräfte, die mutig vorangehen, sich an klaren Werten orientieren und auch unbequeme Entscheidungen treffen. 

Komplexität meistern – Reflexion als Führungsaufgabe 

Die aktuellen Herausforderungen fordern uns auch auf persönlicher Ebene heraus: Entscheidungen werden komplexer und müssen immer häufiger unter Unsicherheit getroffen werden. Es reicht nicht mehr, einmal eingeführte Prozesse einfach fortzuschreiben. Vielmehr ist Selbstreflexion gefragt: Was habe ich als Führungskraft im letzten Jahr gelernt? Wie offen bin ich für Veränderung? Wie kann ich Vorbild sein und mein Team für den Wandel begeistern? 

Diese Haltung ist zentral, um als Unternehmen handlungsfähig zu bleiben – und als Führungskraft glaubwürdig zu sein. Gerade jetzt kommt es darauf an, Räume zu schaffen, in denen Lernen, Experimentieren und auch Scheitern möglich sind. Nur so können wir die Potenziale von KI und anderen Technologien wirklich ausschöpfen und Verantwortung für den gesellschaftlichen Wandel übernehmen. 

Weiterbildung als gesellschaftliche Verantwortung 

Lernen, teilen, gemeinsam wachsen 

Weiterbildung ist heute mehr als eine individuelle Entwicklungschance. Sie ist ein Versprechen an die nächste Generation und ein zentrales Element für die Zukunftsfähigkeit jedes Unternehmens. Die Transformation von heise zeigt: Wer bereit ist, die eigene Lernkultur immer wieder zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, bleibt relevant – als Unternehmen und als Gesellschaft. 

Technologische Innovation und kontinuierliche Weiterbildung gehören untrennbar zusammen. KI ist dabei nicht einfach nur das Thema der Stunde, sondern ein Katalysator für einen offenen, dialogorientierten Umgang mit Veränderung. Die besten Innovationen entstehen dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam wachsen. 

Einladung zum Handeln: Jetzt Verantwortung übernehmen 

Der technologische Wandel ist nicht aufzuhalten – aber wir können ihn gestalten. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge und Nachfolgerin im Familienunternehmen ist klar: Lernen bleibt Chefsache, gerade in Zeiten von KI und rasantem Wandel. 

Nutze die vielfältigen Möglichkeiten der IT-Weiterbildung – ob über die heise academy, heise I/O oder im direkten Austausch mit unserer Community. Hinterfrage deine Lernhaltung, entwickle deine Kompetenzen weiter, bringe dich ein. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für Innovation, Wachstum und gesellschaftlichen Fortschritt. 

Lass uns die Herausforderungen annehmen und die Chancen gestalten – mit Offenheit, Mut und einer echten Lernkultur. Denn gerade jetzt entscheidet sich, welche Unternehmen und welche Menschen den Wandel nicht nur mitlaufen, sondern aktiv vorantreiben.

Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

KI-Reifecheck in 5 Minuten

Wie fit ist euer Unternehmen in Sachen KI? Mit unserem KI-Check-Selbsttest erkennst du Potenziale für ein eigenes GPT und siehst, wo ihr nachsteuern solltet. Schnell, praxisnah und direkt umsetzbar.

Profilbild Johanna Heise, junge Frau mit langen dunklen Haaren in blauem Blazer

Über die Autorin: Johanna Heise

Johanna Heise (Jg. 1999) ist Head of Brand & Culture bei heise und CEO bei heise ventures sowie Geschäftsführerin der Heise Knowledge GmbH. Seit Mai 2023 verantwortet sie das Employer‑ und Dachmarken‑Branding bei heise, seit März 2024 die Venture‑Investments. Zuvor beriet sie bei KPMG und Simon‑Kucher. Sie studierte Management an der WHU (B.Sc.) und an der ESCP Business School (M.Sc.) in London, Berlin und Madrid, mit Fokus auf Familienunternehmen, internationales Management sowie Sales & Marketing.


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Einführung generativer KI im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/einfuehrung-generativer-ki-im-unternehmen/ Thu, 30 Apr 2026 16:20:13 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9105 Hohe Erwartungen, ernüchternde Ergebnisse: Viele Unternehmen investieren in generative KI, ohne messbare Effekte zu erzielen. Wir zeigen die typischen Stolperfallen und entscheidenden Erfolgsfaktoren bei der Einführung von KI im Unternehmen auf.

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Einführung generativer KI im Unternehmen

Warum Strategien oft scheitern & was wirklich funktioniert

Von: Alexander Miguel Meyer

KI-Strategien überzeugen häufig auf dem Papier – in der Umsetzung scheitern sie regelmäßig. Zunächst wird Copilot als Lösung in den Raum gestellt, es folgen Präsentationen mit ambitionierten Versprechen, begleitet von internen Kommunikationskampagnen. Wenige Wochen später kehrt Ernüchterung ein. KI soll Prozesse beschleunigen und messbare Ergebnisse liefern, doch die Praxis zeigt deutliche Lücken: Das Marketing erhält über Copilot nur generische Kampagnen-Briefings ohne Markenbezug. Das Controlling lässt Q3-Zahlen per ChatGPT zusammenfassen, doch die Ergebnisse verfehlen die strategisch relevanten Kernaussagen. Im Vorstand entstehen kritische Fragen: „Warum wurden 300.000 Euro investiert, wenn die Tools kaum genutzt werden? Warum empfiehlt unsere KI Kunden, die seit Jahren nicht mehr aktiv sind?“ 

Dieser Verlauf wiederholt sich in vielen Unternehmen: hohe Erwartungen, schneller Launch, Orientierungslosigkeit, Enttäuschung. Hinzu kommen ausbleibende Produktivitätsgewinne, die zuvor in Aussicht gestellt wurden. 

Was läuft da schief? 

  1.  Alle tun so, als wüssten sie Bescheid. In Meetings wird zustimmend genickt, später jedoch heimlich nach Begriffen wie „Prompt“ gegoogelt. Niemand möchte ahnungslos wirken. Nur der Praktikant setzt KI bereits routiniert ein – und macht damit das übrige Team nervös. 
  2. Schulung ohne Praxisbezug. Ein einstündiger Inspirationsvortrag ersetzt keine Anleitung. Es fehlen konkrete Prompts, Workflows und Compliance-konforme Tools. Zurück bleibt die Frage: Wie und wo anfangen? 
  3. Zwischen Angst und Hype. Manche befürchten, dass KI sie ersetzen wird. Andere glauben, es ist nur ein Hype – wie Google+ oder NFTs. Das Ergebnis: Die wenigsten nehmen sich bewusst Zeit, um zu experimentieren. 
  4. Der ROI fehlt – und jeder merkt es. Lizenzen werden gekauft, aber keine Nutzungsgewohnheiten etabliert. Dashboards weisen geringe Aktivität aus – und die KI-Verantwortlichen geraten unter Rechtfertigungsdruck. 
  5. Veraltete Governance. Das Legal-Team fordert Klarheit. Compliance benötigt eindeutige Regeln, die jedoch fehlen. Mitarbeitende handeln in einem regulatorischen Vakuum und wissen nicht, was erlaubt ist. 

Wie KI-Einführung wirklich funktioniert 

Entscheidend ist die richtige Mischung aus Top-Down- und Bottom-Up-Maßnahmen. Die folgenden sechs Ansätze haben sich bewährt. 

Mit KI-Champions starten 

Identifiziere die fünf bis zehn Prozent der Belegschaft, die experimentierfreudig sind – die natürlichen Early Adopters. Statte sie mit Tools, Systemzugängen und expliziter Testerlaubnis aus und stelle konkrete Aufgaben: Lässt sich das Reporting beschleunigen? Können Angebote automatisiert auf Kunden-Pain-Points zugeschnitten werden? Dokumentiere kleine Erfolge – etwa 20 Minuten Zeitersparnis in der Sales-Nachbereitung oder automatisierte Excel-Prozesse – und mache sie in All-Hands-Meetings sichtbar. Exklusive Programme wie „KI-Explorer“ erzeugen zusätzlich Nachfrage in anderen Teams. 

Mit echten Anwendungsfällen lernen 

Generische Future-of-Work-Sessions bringen wenig. Wirksamer sind kurze, rollenbasierte Trainings von 20 bis 30 Minuten mit einfachen Beispielen wie „Formuliere diesen LinkedIn-Post um“ oder „Fasse diesen Excel-Report zusammen“. Praxisnutzen schafft Vertrauen und Neugier. 

Zur Identifikation konkreter Use Cases eignet sich eine einfache Tabelle mit fünf Fragen: 

  1. Was ist meine Aufgabe? 
  2. Wie viel Zeit benötige ich dafür? 
  3. Lässt sich die Aufgabe automatisieren? 
  4. Welche Tools kommen dafür infrage? 
  5. Lassen sich die Tools sicher einsetzen? 

Aus den Antworten entsteht eine nach Aufwand und Nutzen priorisierte Shortlist. 

Vermittle zudem, wie man KI als Coach nutzt. Der Mehrwert steigt deutlich, wenn KI Rückfragen stellt, statt nur zu antworten. Ein bewährter Zusatz im Prompt: „Bevor du antwortest, stelle mir weitere Fragen, um meine Problemstellung besser zu verstehen.“ Jedes Training sollte mit zwei bis drei Prompts zum Ausprobieren enden. Bringt KI binnen zehn Minuten keinen Nutzen, ist sie für den Anwendungsfall vermutlich ungeeignet. 

Mache KI zur Challenge 

Sichtbarkeit und spielerische Anreize fördern die KI-Nutzung. Teile Erfolge in Teammeetings („Katrin hat mit GPT das Kunden-Review in der Hälfte der Zeit vorbereitet.“) und etabliere Formate wie den „Prompt der Woche“: eine Folie, ein intelligenter Prompt, eine Minute Erklärung über Zeitersparnis oder Ideengenerierung. Feiere Unerwartetes, z. B. den Praktikanten, der das Onboarding-Dokument mit GPT optimiert, oder die Managerin, die Besprechungsnotizen in To-do-Listen umwandelt. 

Job-Sicherheit klar adressieren 

Viele Mitarbeitende haben Sorgen, ohne sie auszusprechen. Kommuniziere proaktiv und wiederholt: KI ersetzt keine Menschen, sondern repetitive Aufgaben. Offene Formate wie 15-Minuten-Q&A-Sessions oder Slack-AMAs helfen, konkrete Fragen im Zusammenhang mit KI zu klären – etwa zur Nutzung von Kundendaten oder zur Optimierung von Reporting-Prozessen. Kommuniziere Erfolgsgeschichten, zeige messbare Verbesserungen und positioniere KI als strategischen Copiloten. Nicht als Bedrohung, sondern als Enabler für Wertschöpfung. Das Ziel: weniger operative Routine, mehr Raum für Leadership, Innovation und echte Problemlösung, während KI die Fließbandarbeit übernimmt. 

KI-Implementierung als strategischer Produktansatz 

Behandle die KI-Einführung wie einen Produkt-Launch, das heißt als kontinuierlichen Transformationsprozess, nicht als Einzelprojekt. Miss reale Nutzung anhand von Prompt-Aktivität, Tool-Adoption und Zeitersparnis. Werden z. B. nur E-Mail-Funktionen genutzt, spezialisierte Tools aber ignoriert, ist eine Strategieanpassung nötig. Ebenfalls gut funktionieren zentrale Anlaufstellen wie ein dediziertes Helpdesk oder Slack-Channel. Power-User und KI-Champions fungieren hier als Multiplikatoren für Best Practices und Problemlösungen. Verbessere das Training datenbasiert und identifiziere dafür wiederkehrende Herausforderungen. Wenn beispielsweise Tonalitätsanpassungen problematisch sind, erstelle kurze, gezielte 3-Minuten-Tutorials.  

KI-Sicherheit und Compliance offen thematisieren 

KI-Sicherheit muss proaktiv adressiert werden, damit Unklarheit Innovation nicht blockiert. Führungskräfte sollten fünf Kernfragen klären können: 

  1. Hosting-Location: Wo ist das Modell gehostet? 
  2. Datenverarbeitung: Wer verarbeitet unsere Daten? 
  3. Datenspeicherung: Werden Daten gespeichert oder geloggt? 
  4. Modell-Training: Wird das Modell mit unseren Daten trainiert? 
  5. Datenkontrolle: Haben wir Kontrolle über Zugriff, Löschung und Aufbewahrung? 

Regel: Kannst du nicht alle fünf Fragen beantworten, sollte kein Einsatz sensibler Daten erfolgen. 

Es empfiehlt sich die Implementierung eines Ampel-Systems für die Tool-Freigabe: 

  • Grün: Tools in sicherer Cloud-Umgebung 
  • Gelb: Vertrauenswürdige Anbieter mit Admin-Kontrollen und Auftragsverarbeitungsvertrag 
  • Rot: Öffentliche Tools mit unklarer Datenpolitik – Nutzungsverbot 

In einer freigegebenen Standard-Toolbox lassen sich alle zugelassenen Anwendungen bündeln. Was genehmigt ist, wird produktiv genutzt. Es ist entscheidend, Unklarheiten auszuräumen, denn sie führen zu Compliance-Risiken oder Innovationsstillstand. Für höchste Sicherheitsanforderungen empfiehlt sich eine eigene GPT-Instanz in der unternehmenseigenen Cloud-Umgebung. 

Fazit: KI rettet dein Unternehmen nicht – deine Mitarbeitenden schon 

Voraussetzung dafür sind die passenden Tools, klare Rahmenbedingungen und der richtige Kontext. Transformation entsteht nicht in Präsentationen, sondern im Arbeitsalltag – etwa, wenn eine HR-Managerin mithilfe von Copilot ihre administrativen Aufgaben halbiert und die gewonnene Zeit in strategisches Team-Coaching investiert. Genau hier liegt der messbare Mehrwert von KI – und er ist realisierbar.  


Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

Eigenes GPT fürs Unternehmen – lohnt sich das?

Finde heraus, wo dein Unternehmen beim Thema KI steht und welches Potenzial eine eigene GPT-Implementierung bietet. Unser kostenfreies Whitepaper zeigt Architektur, Verantwortung und Best Practices – praxisnah, verständlich und sofort umsetzbar.

Portraitbild von Alexander Miguel Meyer

Über den Autor: Alexander Miguel Meyer

Nach Stationen in der Management- und IT-Beratung gründete AI Strategy Consultant Alexander Miguel Meyer Dualis Studio – eine Beratung, die DAX-Konzerne und Mittelständler in Deutschland und den USA bei der strategischen KI-Adoption begleitet. Als Trainer und Dozent hat er über 3.000 Professionals befähigt, KI wirksam in ihrer Arbeit zu nutzen. Mit seinem Newsletter „AI-Empowered Leaders“ und seinen Beiträgen auf LinkedIn und im Blog erreicht er rund 40.000 Entscheiderinnen und Entscheider.


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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst  https://blog.heise-academy.de/learning-on-demand-wissen-genau-dann-wenn-du-es-brauchst/ Fri, 24 Apr 2026 15:52:40 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9065 Wenn im entscheidenden Moment nichts mehr läuft, hilft kein geplanter Kurs, sondern die richtige Lösung im richtigen Moment. Hier setzt Learning on Demand an. Der Beitrag zeigt Stärken, Grenzen und wie du damit schneller und nachhaltiger lernst.

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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst 

Warum gezieltes Lernen im Moment of Need in der IT unverzichtbar ist und klassische Weiterbildung oft zu kurz greift 

Von: Arne Schmidt

Die Anwendung läuft in der Testumgebung einwandfrei. Dann geht sie live und nichts geht mehr. Das halbe Team ist schon im Wochenende. Was jetzt hilft, ist kein Kurs und kein Seminar, das irgendwann mal auf der Roadmap stand. Was jetzt hilft, ist die richtige Antwort zur richtigen Zeit. 

Genau das ist Learning on Demand. In der IT-Branche ist dieses Vorgehen längst gängige Praxis, da der Arbeitsalltag es schlichtweg erfordert. Trotzdem behandeln viele Unternehmen Weiterbildung noch so, als ließe sich Wissen auf Vorrat anlegen: Seminarkatalog durchblättern, Termin buchen, zwei Tage raus aus dem Projekt und dann ist drei Wochen später die Hälfte vergessen. 

Dieser Artikel ist für alle, die das kennen. Und für alle, die gezieltes Lernen im Moment of Need bewusst nutzen wollen, statt es dem Zufall zu überlassen. 

Was Learning on Demand wirklich bedeutet 

Statt ein Thema von Grund auf durchzuarbeiten, startet man mit einer konkreten Frage. Man sucht sich gezielt die Antwort in der Dokumentation, in einem Forenthread oder in einem kurzen Video und wendet sie sofort an. Problem erkannt, Wissen geholt, Lösung umgesetzt. 

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Weiterbildung: Der Auslöser ist eine reale Situation, kein Schulungskatalog. Wissen, das sofort angewendet wird, bleibt hängen, weil es direkt mit einer konkreten Erfahrung verknüpft ist. 

Zwei typische Situationen aus dem IT-Alltag zeigen, wie das aussieht: 

Man vor Computer versucht ein IT-Problem zu lösen.

Ein Engineer soll eine bestehende Infrastruktur auf eine neue Plattform migrieren. Die grundsätzlichen Konzepte beherrscht er, aber die konkrete Umsetzung in der neuen Umgebung ist Neuland. Er fängt nicht bei null an, sondern nimmt sein bestehendes Wissen als Gerüst und arbeitet sich gezielt in die plattformspezifischen Unterschiede mit Hilfe von Videokursen ein. Stück für Stück, immer entlang der konkreten Aufgabe. Nach einer Woche läuft das System, und er hat die neue Plattform dort verstanden, wo es zählt. 

Manchmal taucht das Problem aber ungeplant auf. Kurz vor einem Release können sich mehrere Teammitglieder plötzlich nicht mehr bei Cloud-Diensten anmelden, aber lokal funktioniert alles. Der Admin grenzt die Ursache schnell ein: Eine kürzliche Änderung an der Benutzerverwaltung wurde nicht sauber mit dem Cloud-Verzeichnis synchronisiert. Die Details der Synchronisation sind nicht sein tägliches Brot. Also recherchiert er gezielt: offizielle Dokumentation, ein passender Blogbeitrag, die Logs im Admin-Portal. Nach anderthalb Stunden ist das Problem behoben und er weiß jetzt genau, worauf er bei solchen Änderungen künftig achten muss. 

Mann verzweifelt vor einen Computer.

Was beide Situationen gemeinsam haben: Es gab ein konkretes Problem, eine Deadline und Druck. Und genau das war der beste Lernauslöser. 

Wo der Ansatz an seine Grenzen stößt 

So effektiv Learning on Demand im Alltag ist, es funktioniert nicht immer. 

Gezieltes Lernen im Moment of Need setzt ein Fundament voraus. Wer die Grundlagen eines Themas nicht versteht, kann weder die richtige Frage stellen noch die Antwort bewerten. Komplexe, zusammenhängende Themen lassen sich nicht in zwanzig Minuten aus einem Blogbeitrag erschließen. Sie brauchen Struktur, Zeit und oft jemanden, der Inhalte einordnet. 

Viele sehen Learning on Demand fälschlicherweise als kompletten Ersatz für Schulungen an. Doch wer glaubt, man könne sich einfach alles „ergoogeln”, stößt schnell an Grenzen. Fehlen die Grundlagen, mutiert die Lösungsfindung zu einem ziellosen Ausprobieren. Ein solches Vorgehen verschlingt am Ende weit mehr Zeit, als ein ordentlicher Kurs je gekostet hätte. 

Learning on Demand ergänzt fundierte Weiterbildung. Das eine liefert das Fundament, das andere die Antwort im entscheidenden Moment. 

Was im Alltag wirklich funktioniert 

Wer Learning on Demand bewusst angeht, holt deutlich mehr raus. Nicht durch komplizierte Systeme, sondern durch einfache Gewohnheiten. 

  • Die eigenen Quellen kennen und pflegen. Eine kuratierte Sammlung aufbauen: offizielle Dokumentation, zwei oder drei vertrauenswürdige Fachblogs, ein Bookmark-Ordner mit bewährten Referenzen. Keine riesige Linksammlung, sondern eine Handvoll Quellen, bei denen man weiß: Hier finde ich eine belastbare Antwort. 
  • Wissen festhalten und teilen. Problem gelöst? Kurz notieren, was das Problem war, was die Ursache und was geholfen hat. Ob internes Wiki, Team-Channel oder fünf Minuten im Weekly. Das Format ist egal. Entscheidend ist, dass Wissen nicht im Kopf einer einzelnen Person bleibt. 
  • Kleine Lerneinheiten bewusst nutzen. Oft reicht ein einzelnes Kapitel, ein gezieltes Video oder ein Abschnitt in der Dokumentation. Zwanzig fokussierte Minuten, die ein konkretes Problem lösen, bringen mehr als ein ganzer Seminartag, aus dem man drei Folien mitnimmt. 
  • Strukturiertes Lernen und On-Demand verbinden. Genau hier setzt das Campus-Modell an: modulare, praxisnahe Lerneinheiten, die sich gezielt in den Arbeitsalltag einfügen lassen. Man steigt im eigenen Tempo direkt in das Thema ein, das gerade relevant ist. So werden spontanes Nachschlagen und strukturiertes Vertiefen zum Zusammenspiel.

Wer nur auf Kurse setzt, lernt zu langsam 

Die IT wartet nicht darauf, dass jemand einen Schulungskatalog durchblättert. Die besten IT-Professionals haben das verstanden. Sie finden die Antwort, wenn sie sie brauchen. 

Das bedeutet nicht, dass strukturierte Weiterbildung überflüssig ist. Wer nur on demand lernt, ohne solide Grundlagen, baut auf Sand. Aber wer nur auf geplante Kurse setzt und dazwischen aufhört zu lernen, verliert den Anschluss. 

Wir lernen am meisten direkt am Rechner, wenn wir unter Druck ein akutes Problem lösen müssen. Dieser Ansatz ist keine Notlösung, sondern eine der stärksten Formen der Weiterbildung. Die einzige Voraussetzung ist ein bewusstes Vorgehen. Das bedeutet konkret: Verlässliche Quellen sammeln, gefundene Lösungen festhalten und das gewonnene Wissen weitergeben. Außerdem müssen wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass echtes Lernen immer mit einem gedruckten Zertifikat enden muss. 


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID 

Lerne im Videokurs, wie du mit Zero-Trust-Prinzipien und Microsoft Entra ID administrative Identitäten wirksam schützt. Anhand praxisnaher Beispiele baust du eine moderne, sichere IT-Infrastruktur auf und behältst Berechtigungen jederzeit im Griff. 


Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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secIT by heise 2026 https://blog.heise-academy.de/secit-by-heise-2026/ Tue, 14 Apr 2026 11:13:48 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9081 Die Frage ist längst nicht mehr, ob man angegriffen wird, sondern wann. Die IT-Security-Kongressmesse secIT in Hannover bot Sicherheitsbeauftragten auch dieses Jahr hilfreiches Fachwissen, wie Sie Angriffe erkennen, verhindern und eindämmen.

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secIT by heise 2026

Treffpunkt der IT-Security-Szene mit Fokus auf aktuelle Bedrohungen und wirksame Abwehr

Von: Klaus Bierschenk 

Vom 17. bis 19. März 2026 wurde Hannover erneut zum Treffpunkt der IT-Sicherheits-Community: Die secIT by heise öffnete bereits zum neunten Mal ihre Tore im Hannover Congress Centrum. Die über 4.400 Teilnehmenden erwarteten 80 Vorträge und 60 Deep-Dive-Sessions, verteilt auf vier Hallen und vier Bühnen – ein dichtes Programm mit klarem Fokus auf aktuelle Bedrohungslagen und konkrete Gegenmaßnahmen. 

Workshops: Von Regulierung bis Betriebssystemhärtung 

Traditionell startete die Veranstaltung mit einem Workshop-Tag. Das Spektrum reichte von regulatorischen Themen wie der Umsetzung der EU-NIS-2-Richtlinie bis hin zum Aufbau eines Information Security Management Systems (ISMS) nach ISO 27001. 

Auch technisch ging es in die Tiefe: So wurde etwa gezeigt, wie sich Windows 11 allein mit Bordmitteln und ohne Dritthersteller-Software absichern lässt – ein praxisnaher Ansatz, der besonders für kleinere IT-Teams interessant ist. 

Auftakt: Cybersicherheit ist heute wichtiger denn je 

Am zweiten Tag eröffnete Johanna Heise, Gesellschafterin der Heise Gruppe und Gründerin von „Women in Tech by heise“, offiziell die Konferenz, und das mit einer klaren Botschaft: Die Frage ist längst nicht mehr, ob Unternehmen angegriffen werden, sondern wann. Rund 60 Prozent der Handwerksbetriebe wurden bereits Opfer von Cyberattacken. Als aktuelles Beispiel verwies sie auf den Angriff auf das Buchungssystem der Deutschen Bahn im Februar 2026, der zu massiven Störungen führte. 

Auch die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens unterstrich die wachsende Bedeutung von Cybersicherheit – insbesondere durch kontinuierliche Schulung und enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und IT-Sicherheitsexperten. 

Polizeiarbeit: International vernetzt gegen Ransomware 

Ein Highlight der Kongressmesse war der Vortrag von Daniel Lorch vom Polizeipräsidium Reutlingen. Am Beispiel der weltweit agierenden Ransomware-Gruppe „Hive“ zeigte er eindrucksvoll, wie effektiv koordinierte Maßnahmen gegen Cyberkriminalität sein können. Im Rahmen der Operation „Dawnbreaker“ gelang es dem internationalen Ermittlerteam unter Beteiligung des FBI, in die Infrastruktur der Täter einzudringen und die Gruppe zu zerschlagen. 

Besonders brisant: Hive machte auch vor Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen nicht Halt. Der entstandene Schaden geht in die Milliarden, bei über 1.500 dokumentierten Straftaten. 

Lorchs Appell an Unternehmen war klar: IT-Dienstleister müssen sich kritischen Sicherheitsfragen stellen. Wer hier keine überzeugenden Antworten liefert, ist ein Risiko. Denn im Ernstfall kann ein Angriff binnen Tagen zur Existenzfrage werden. 

Breite Themen, klare Botschaften 

Im Fokus der Vorträge stand die Frage, wie sich Cyberangriffe erkennen, verhindern und eindämmen lassen. Wie Unternehmen ihre Systeme sauber und sicher verwalten, um Risiken zu minimieren, war Thema meines eigenen Vortrags mit dem Titel „Digitaler Frühjahrsputz in Entra ID – Aufräumen für mehr Sicherheit“. Unbenutzte Konten und veraltete Richtlinien im Entra Tenant stellen eine erhebliche Gefahr dar. Der Abbau solcher Altlasten lässt sich bestens mit Bordmitteln realisieren – ein wichtiger Hinweis für Organisationen ohne großes Security-Budget. 

Viele Hersteller, Microsoft vorweg, plädieren für eine passwortlose Authentifizierung. Die Tools sind da, die Hardware etwa in Form von Smartphones auch, aber in der Realität sind Passwörter in Unternehmen nach wie vor der Standard. Der Vortrag „Passwörter im Fadenkreuz – Wie Angreifer vorgehen und wie KI das Spiel verändert“ zeigte, wie moderne Passwortattacken ablaufen und zeitgemäßer Schutz dagegen aussehen muss. Maßnahmen wie Passwortmanager und Multi-Faktor-Authentifizierung sind dabei einfache, aber effektive Gegenmittel.  

Hacking zum Mitmachen: Angriffsszenarien live erlebt 

Für besonders viel Andrang sorgte der interaktive Vortrag von Lisa Lobmeyer und Linus Neumann. In einem Rollenspiel simulierten sie eine Cyberattacke. Dabei schlüpfte das Publikum in die Rolle der Angegriffenen und durfte per Votum entscheiden, wie im Krisenfall verfahren werden soll. 

Deutlich wurde dabei, wie Angriffe typischerweise ablaufen. Es beginnt mit der Infiltrierung. Die Angreifer setzen sich fest, spähen die Landschaft nach Gelegenheiten aus, implementieren Hintertüren und beschaffen sich Privilegien. Diese Vorbereitungen können Wochen dauern und bleiben oft unbemerkt. 

Ein zentrales Learning: Vorsorge ist alles. Sicherheitsmaßnahmen müssen in „Friedenszeiten“ etabliert werden, um für den Notfall gerüstet zu sein und schnell handeln zu können. 

Tritt ein Sicherheitsvorfall ein, ist es entscheidend, zu wissen, wo die kritischsten Daten des Unternehmens liegen. Letzten Endes sind sie alle relevant, doch die aktuellen Daten haben den höchsten Geschäftswert. 

Ebenso wichtig ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren, um unter Zeitdruck die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Daher empfahlen Lisa Lobmeyer und Linus Neumann, die Verhandlungen von externen, emotional unbeteiligten Personen führen zu lassen, die den notwendigen Abstand zu den Assets haben. 

Fazit 

Die secIT 2026 bot erneut einen gelungenen Mix aus strategischem Überblick, technischer Tiefe und direktem Austausch. Für Security-Verantwortliche, Admins und Entscheider gleichermaßen lieferte die Veranstaltung wertvolle Impulse. 

Eine zentrale Erkenntnis zog sich durch alle Beiträge: Angriffe sind Alltag, Vorsorge ist unerlässlich. Wer seine Systeme kennt, aufräumt und grundlegende Sicherheitsmaßnahmen umsetzt, reduziert Risiken deutlich – und genau hier setzt der Wissensgewinn durch Formate wie die secIT an.


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Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung.

Portrait Klaus Bierschenk

Über den Autor: Klaus Bierschenk

Klaus Bierschenk ist seit über 20 Jahren in der IT-Branche tätig und bringt umfassende Erfahrung aus internationalen Identity- und Security-Projekten mit. Als Technologieberater bei CGI Deutschland liegt sein Schwerpunkt auf hybriden IT-Infrastrukturen. Seine Begeisterung für Cloud- und Microsoft-Technologien ist ungebrochen. Er unterstützt IT-Betreiber bei Herausforderungen rund um Active Directory und Microsoft Entra ID.


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IT-Sicherheit im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/it-sicherheit-im-unternehmen/ Thu, 12 Mar 2026 08:20:27 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9056 IT-Sicherheit betrifft alle Mitarbeitenden: Erfahre, wie Unternehmen Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung etablieren, Risiken minimieren und Vertrauen stärken.

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IT-Sicherheit im Unternehmen

Warum IT-Sicherheit alle Mitarbeitenden betrifft

Von: Carla Maria Hoppe

IT-Sicherheit wird häufig allein der IT-Abteilung zugeschrieben. Firewalls, Endpoint-Schutz und Monitoring – das alles ist technisch gut gelöst. Doch moderne Cyberangriffe zeigen, dass die größte Schwachstelle nicht im Serverraum, sondern direkt an den Arbeitsplätzen der Mitarbeitenden sitzt. IT-Sicherheit kann kein isoliertes IT-Thema sein, sondern muss eine unternehmensweite Verantwortung werden. Nur eine Sicherheitsstrategie, die Technik, Prozesse und Mitarbeitende gleichermaßen berücksichtigt, kann nachhaltig wirken.  

Cybercrime 2024: Eine alarmierende Lage 

Laut dem SoSafe Cybercrime Report verursachte Cybercrime 2024 in Deutschland Schäden in Höhe von 178,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Weltweit wurden im selben Jahr 13,4 Milliarden kompromittierte Accounts registriert (GData). Besonders kritisch ist die Zeitspanne, bis ein Angriff erkannt wird: Im Durchschnitt vergehen 293 Tage, bis Phishing-Angriffe identifiziert und eingedämmt werden. Hinzu kommt, dass fast 34 % der Mitarbeitenden deutscher Unternehmen ihre IT-Sicherheitskompetenz als gering oder sehr gering einschätzen. 

Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und unterstreichen die Notwendigkeit, IT-Sicherheit nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch und kulturell zu verankern. Die Kernaufgabe: Awareness schaffen und Cybersecurity als Verantwortung jedes Einzelnen im Unternehmen etablieren. 

IT-Security versus Cybersecurity: Eine wichtige Unterscheidung 

IT-Security und Cybersecurity werden oft synonym verwendet, doch es gibt einen wichtigen Unterschied. Während IT-Security den Schutz der gesamten IT-Infrastruktur eines Unternehmens abdeckt – also Server, Netzwerke, Endgeräte und Daten – fokussiert Cybersecurity vor allem auf die Abwehr von netzwerk- und internetbasierten Angriffen. In der Praxis überschneiden sich beide Bereiche stark, und viele Unternehmen haben IT-Security- und Cybersecurity-Teams eng verzahnt oder in einer gemeinsamen Abteilung. Sie arbeiten mit ähnlichen Technologien, unterscheiden sich jedoch in der Perspektive: Die IT-Security kümmert sich um den sicheren Betrieb der Infrastruktur, Cybersecurity um die Abwehr komplexer und gezielter Angriffe. 

Für die IT-Leitung bedeutet das, über die Technik hinaus zu denken. Es reicht nicht, dass Firewalls, Monitoring-Systeme oder Anti-Malware-Lösungen reibungslos funktionieren. Ebenso wichtig ist es, die organisatorischen Prozesse klar zu definieren und die Mitarbeitenden ausreichend zu sensibilisieren, damit sie potenzielle Angriffe frühzeitig erkennen und angemessen reagieren können. 

Die täglichen Herausforderungen für die IT 

Auch wenn die IT in den meisten Unternehmen technisch gut ausgestattet ist, stößt die IT-Leitung täglich auf Probleme, die sich nicht allein mit Technologie lösen lassen. Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Tools sind zwar entscheidend, doch die größte Schwachstelle liegt oft beim Menschen. Viele Mitarbeitende betrachten IT-Sicherheit weiterhin als Aufgabe der IT-Abteilung und fühlen sich selbst nicht verantwortlich. Das führt dazu, dass Phishing-Mails übersehen, Passwörter mehrfach verwendet oder Warnungen ignoriert werden. 

Ein weiteres Risiko stellt Social Engineering dar. Angreifer nutzen psychologische Mechanismen wie Zeitdruck, Autorität oder Hilfsbereitschaft, um Informationen zu erhalten oder Aktionen auszulösen. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Technologien werden diese Angriffe zunehmend professioneller: Phishing-Mails erscheinen individueller, Deepfake-Stimmen imitieren Führungskräfte, und automatisierte Angriffsszenarien steigern Geschwindigkeit und Präzision. 

Die zentrale Herausforderung für die IT-Leitung besteht daher darin, eine Sicherheitskultur zu etablieren, die alle Mitarbeitenden erreicht und Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung vermittelt. 

Wo die größten Gefahren im Unternehmen lauern 

Die Erfahrung zeigt, dass Cyberrisiken oft an den Stellen entstehen, an denen sie am wenigsten erwartet werden. Dazu gehören Phishing-E-Mails mit manipulierten Links oder Anhängen, Ransomware, die Unternehmensdaten verschlüsselt, sowie schwache oder mehrfach genutzte Passwörter. Fehlende Multi-Faktor-Authentifizierung, Social-Engineering-Angriffe über Telefon oder Business-Netzwerke und die unsichere Nutzung öffentlicher WLANs verstärken die Gefährdung zusätzlich. 

Ein besonders kritischer Punkt ist die Meldung von Vorfällen. Viele Mitarbeitende zögern, Sicherheitsvorfälle zu melden, aus Angst vor Fehlern oder Konsequenzen. Wenn Angriffe erst spät erkannt werden, steigt der Schaden oft exponentiell. Deshalb ist es entscheidend, dass jede Person im Unternehmen genau weiß, wie sie sich im Ernstfall verhalten soll. 

Notfallplanung: Klarheit schaffen 

Ein Notfallplan ist nur wirksam, wenn er gelebt wird. Er muss sicherstellen, dass jede Mitarbeitende weiß, an wen sie sich bei einem Verdachtsfall wenden kann, welche Schritte zu unternehmen sind und welche Handlungen vermieden werden müssen. Regelmäßige Schulungen, simulierte Angriffe und praxisnahe Übungen helfen, dass die Sicherheitsvorgaben nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern im Arbeitsalltag verankert sind. So wird aus einer theoretischen Maßnahme ein funktionierendes Sicherheitsnetz, das das gesamte Unternehmen schützt. 

Sechs Maßnahmen für mehr Cybersecurity Awareness 

  • Praxisnahe Awareness-Trainings: Kurze, verständliche Trainings helfen Mitarbeitenden, reale Angriffszenarien zu erkennen. Anstatt abstrakter Technikvorträge werden konkrete Beispiele gezeigt. 
  • Simulierte Phishing-Tests: Mitarbeitende erhalten gefälschte Phishing-Mails, lernen ihre eigenen Schwachstellen kennen und erfahren, wie sie angemessen reagieren. Solche Simulationen erhöhen das Bewusstsein und schaffen Sicherheit im Umgang mit verdächtigen Nachrichten. 
  • Einfache Sicherheitsregeln: Klare, praktikable Regeln sind entscheidend für den Erfolg jeder Sicherheitsstrategie. Dazu zählen der konsequente Einsatz von Passwortmanagern, Multi-Faktor-Authentifizierung und das sofortige Melden verdächtiger E-Mails. 
  • Führungskräfte als Vorbilder: Cybersecurity funktioniert nur, wenn sie ernst genommen wird – besonders von den Führungskräften. Wer selbst die Regeln befolgt, motiviert das gesamte Team, aufmerksam zu bleiben. 
  • Positive Sicherheitskultur: Eine offene Fehlerkultur ist entscheidend. Sicherheitsvorfälle oder Verdachtsmomente sollten gemeldet und nicht vertuscht werden. So können Probleme frühzeitig erkannt und präventive Maßnahmen eingeleitet werden. 
  • Technik und Kultur kombinieren: Technische Maßnahmen wie Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Lösungen sind unverzichtbar, reichen aber alleine nicht aus. Erst in Kombination mit sensibilisierten Mitarbeitenden und klaren Prozessen entsteht ein wirksamer Schutz. 

Fazit: Cybersecurity ist gemeinsame Verantwortung 

Letztlich zeigt sich: Cybersecurity fängt bei jedem Mitarbeitenden an und hört nicht bei der Technik auf. Unternehmen, die dies verinnerlichen und konsequent umsetzen, verringern das Risiko von Angriffen deutlich und stärken gleichzeitig das Vertrauen sowie die Widerstandskraft ihres Teams. 


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Für alle, die IT(-Security) lieben

Know-how auf höchstem Niveau

Unsere Mission? Deine IT(-Security)-Kompetenzen auf das nächste Level zu heben – für Teams und Einzelpersonen. Investiere in deine und eure kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung und sichere den langfristigen Erfolg eures Unternehmens.

Über die Autorin: Carla Maria Hoppe

Lebenslanges Lernen, Prozessoptimierung und Transformation begleiten Carla seit Beginn ihrer Arbeit. Ihre in der Zusammenarbeit mit IT- und Ingenieur-Teams gesammelte Erfahrung nutzt die Marketing-Verantwortliche in unserem Blog, um das Thema IT-Weiterbildung näher zu beleuchten.


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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung https://blog.heise-academy.de/so-wird-deine-fabric-datenplattform-zur-festung/ Thu, 05 Mar 2026 08:00:00 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9026 Mit Security by Design sorgst du für eine Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist.

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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung

Security by Design

Von: Emil Vinčazović

Microsoft Fabric hat sich schnell als die zentrale SaaS-Plattform für Daten und Analytics etabliert. Die Verlockung ist groß: Alle Daten an einem Ort, einheitliche Tools und eine nahtlose Benutzererfahrung für alle, vom Data Engineer bis zum Business-Anwender. Doch gerade diese Zentralisierung und die damit verbundene Ansammlung geschäftskritischer Daten machen Fabric zu einem extrem schützenswerten Gut. Ein unzureichend gesichertes Fabric-System ist wie ein offener Tresorraum im digitalen Herzen deines Unternehmens. Es reicht hier bei Weitem nicht, Sicherheit als Checkliste zu betrachten, die man zwischendurch mal abarbeitet. Du musst Sicherheit von Grund auf in deine Architektur integrieren. Dieses Prinzip nennt sich Security by Design. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Fabric im Zusammenspiel mit Microsoft Entra ID, Azure Key Vault und Microsoft Defender for Cloud zu einer wahren Festung ausbaust, die den höchsten Ansprüchen an Authentifizierung, Verschlüsselung und Compliance genügt, ohne dabei den Spaß an der Entwicklung zu nehmen.

Das Fundament: Identität und Zugriff mit Microsoft Entra ID

Jede ernsthafte Sicherheitsstrategie beginnt mit der fundamentalen Frage: „Wer darf was?“ In der Microsoft-Cloud ist der Schlüssel zu dieser Frage immer Microsoft Entra ID (früher Azure Active Directory). Entra ID ist nicht nur ein Anmeldedienst, sondern das zentrale Fundament deiner gesamten Fabric-Sicherheitsarchitektur.

Authentifizierung: Wer bist du und wie beweist du es?

Die Anmeldung an Fabric erfolgt ausschließlich über Entra ID. Das bedeutet, du kannst und solltest alle modernen und robusten Authentifizierungsmethoden nutzen, die Entra ID bietet. Die wichtigste Maßnahme ist die Aktivierung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Dies ist keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit für jeden Benutzer, der auf Fabric zugreift. Ein gestohlenes Passwort allein darf niemals ausreichen, um Zugriff auf deine sensibelsten Daten zu erhalten. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, könntest du Conditional Access Policies in Entra ID konfigurieren. Damit kannst du den Zugriff kontextabhängig steuern. Definiere zum Beispiel, dass ein Zugriff auf Fabric nur von bekannten Unternehmensnetzwerken oder von als konform markierten Geräten (via Intune) ohne erneute MFA-Abfrage erlaubt ist. Greift ein Benutzer jedoch von einem unbekannten Standort oder einem privaten Gerät zu, wird eine MFA-Abfrage zwingend erforderlich. Nutze hierfür am besten die Microsoft Authenticator App mit passwortlosem Login oder noch sicherere FIDO2-Sicherheitsschlüssel.

Autorisierung: Was genau darfst du tun?

Nach der erfolgreichen Authentifizierung stellt sich die Frage der Autorisierung. Hier glänzt Fabric mit einem granularen Rollen-basierten Zugriffskontrollmodell (RBAC), das tief in Entra ID verankert ist. Anstatt einzelne Benutzer direkt zu berechtigen, was schnell unübersichtlich wird, solltest du immer mit Entra ID-Sicherheitsgruppen arbeiten. Erstelle logische Gruppen wie „Fabric-Admins“, „Finance-Datenanalysten“ oder „Marketing-Berichtsleser“. Weise diesen Gruppen dann die entsprechenden Rollen innerhalb der Fabric-Workspaces zu. Kurz zu den Rollen: Die Rolle des Admins hat die volle Kontrolle, während ein Member Inhalte veröffentlichen und teilen kann. Ein Contributor kann Inhalte erstellen und bearbeiten, aber keine Apps veröffentlichen. Die Viewer-Rolle hat reinen Lesezugriff auf Berichte. Dieser Ansatz vereinfacht die Verwaltung enorm. Wenn ein Mitarbeiter das Team wechselt, entfernst du ihn einfach aus der alten Gruppe und fügst ihn zur neuen hinzu – seine Berechtigungen in Fabric werden automatisch und konsistent angepasst.

Für den programmatischen Zugriff auf die Daten selbst, insbesondere im Lakehouse oder Warehouse, solltest du niemals auf unsichere Service-Konten mit statischen Passwörtern oder Secrets zurückgreifen. Verwende stattdessen Service Principals oder, noch besser, Managed Identities. Wenn eine Azure Function oder eine Web-App auf Daten in Fabric zugreifen muss, gib ihr eine eigene, in Entra ID verwaltete Identität. Diese Identität kann dann gezielt berechtigt werden, ohne dass du dich um die Speicherung und Rotation von Anmeldeinformationen kümmern musst. Ein praktisches Feature im Zusammenspiel zwischen Azure und Fabric.

Der Tresor: Datenverschlüsselung mit Azure Key Vault

Daten in Fabric sind standardmäßig sowohl bei der Übertragung (in transit) via TLS 1.2+ als auch im Ruhezustand (at rest) mit von Microsoft verwalteten Schlüsseln verschlüsselt. Für die meisten Anwendungsfälle bietet dies bereits ein hohes Schutzniveau. In stark regulierten Branchen wie dem Finanz- oder Gesundheitswesen oder bei besonders hohen internen Sicherheitsanforderungen möchtest du die Kontrolle über die Verschlüsselungsschlüssel jedoch selbst behalten. Dieses Konzept nennt sich Bring Your Own Key (BYOK).

Hier kommt der Azure Key Vault ins Spiel. Der Key Vault ist ein gehärteter, cloudbasierter Dienst zur sicheren Speicherung und Verwaltung von kryptografischen Schlüsseln, Geheimnissen und Zertifikaten. Für maximale Sicherheit werden die Schlüssel in FIPS 140-2 validierten Hardware-Sicherheitsmodulen (HSMs) gespeichert. Du kannst Fabric anweisen, nicht die von Microsoft verwalteten Schlüssel, sondern einen Schlüssel aus deinem eigenen Key Vault für die Verschlüsselung der ruhenden Daten im OneLake zu verwenden.

Der Prozess hierfür ist ein klar definierter Ablauf. Zuerst erstellst du einen Azure Key Vault und einen RSA-Schlüssel darin. Anschließend erteilst du dem Fabric-Dienst, der durch einen eigenen Service Principal repräsentiert wird, die Berechtigung, diesen Schlüssel zu verwenden. Hierfür sind speziell die Operationen getwrapKey und unwrapKey notwendig. Schließlich aktivierst du in den Fabric-Admin-Einstellungen die BYOK-Funktion und verweist auf den spezifischen Schlüssel in deinem Key Vault. Von nun an werden alle Daten in deinem Mandanten mit deinem Schlüssel verschlüsselt. Der große Vorteil ist die volle Kontrolle. Du kannst den Schlüssel nach deinen eigenen Richtlinien rotieren oder im Notfall den Zugriff darauf widerrufen, was die Daten für den Fabric-Dienst augenblicklich unlesbar macht. Dies gibt dir ein Höchstmaß an Souveränität und ist oft eine Kernanforderung von Compliance-Prüfern. Hier sollte natürlich beachtet werden: Wer hat Zugriff auf den Key Vault? Alle Personen mit den nötigen Berechtigungen könnten natürlich die Fabric-Daten durch das Löschen des Keys unlesbar machen.

Der Wächter: Überwachung und Compliance mit Defender for Cloud

Eine sichere Konfiguration aufzusetzen ist gut, aber du musst auch sicherstellen, dass sie sicher bleibt und du auf Bedrohungen und Abweichungen schnell reagieren kannst. Hier schlägt die Stunde von Microsoft Defender for Cloud*. Defender for Cloud bietet eine umfassende Cloud Security Posture Management-Lösung (CSPM), die deine gesamte Azure-Umgebung, einschließlich deiner Fabric-Instanz, kontinuierlich überwacht. Er prüft deine Konfigurationen gegen bewährte Sicherheits-Benchmarks und wichtige Compliance-Standards wie ISO 27001, PCI-DSS oder HIPAA.

Die Integration ist tiefgreifend und kontextbezogen. Defender for Cloud kann zum Beispiel erkennen, ob MFA für Benutzer mit Admin-Rechten in Fabric-Workspaces durchgängig aktiviert ist. Er kann auch verdächtige Aktivitäten identifizieren, wie den massenhaften Export von Daten durch einen einzelnen Benutzer oder Anmeldeversuche von geografisch untypischen Standorten. Ebenso werden Netzwerksicherheitseinstellungen, wie die Beschränkung des öffentlichen Zugriffs auf das Lakehouse, permanent auf korrekte Konfiguration überprüft. Wenn der Defender eine Abweichung oder eine potenzielle Bedrohung feststellt, löst er eine detaillierte Warnung aus. Diese Warnungen sind angereichert mit Kontextinformationen und konkreten Handlungsempfehlungen. Du siehst nicht nur, was das Problem ist, sondern auch, wie du es beheben kannst. In Kombination mit einem SIEM-System wie Microsoft Sentinel kannst du auf diese Warnungen sogar automatisierte Reaktionen, sogenannte SOAR-Playbooks, auslösen, um Bedrohungen in Echtzeit einzudämmen, etwa durch das Sperren eines kompromittierten Benutzerkontos.

Ein unschlagbares Trio

Microsoft Fabric allein ist bereits eine mächtige Plattform. Seine wahre Stärke im Bereich der Enterprise-Sicherheit entfaltet Fabric aber erst im intelligenten Zusammenspiel mit den spezialisierten Diensten der Microsoft Security-Plattform. Die drei Säulen dieser Architektur sind klar definiert. Microsoft Entra ID bildet das Fundament für eine sichere Identität und einen granularen, rollenbasierten Zugriff nach dem Least-Privilege-Prinzip. Der Azure Key Vault gibt dir die ultimative Kontrolle und Souveränität über die Verschlüsselung deiner sensibelsten Daten im Ruhezustand. Schließlich agiert Microsoft Defender for Cloud als wachsamer Beobachter, der deine Sicherheits- und Compliance-Haltung kontinuierlich überwacht und dich proaktiv auf Risiken hinweist.

Indem du diese drei Dienste von Anfang an in deine Fabric-Architektur integrierst, verfolgst du einen echten „Security by Design“-Ansatz. Du schaffst eine robuste, mehrschichtige Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch den zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist. Dies ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der Sicherheit zu einem integralen Bestandteil des gesamten Datenlebenszyklus macht.

Quellen


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID.

Der Kurs vermittelt die Bedeutung der Zero-Trust-Strategie für den Schutz moderner IT-Infrastruktur und wie diese mit den Tools von Microsoft Entra ID implementiert wird. IT-Experte Klaus Bierschenk zeigt in seinem Videokurs alle Inhalte Schritt für Schritt und anhand praxisnaher Beispielszenarien. Der Kurs lädt zum direkten Mitmachen ein und das erworbene Wissen lässt sich in Quizfragen überprüfen.


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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heise academy aktuell

Bleib am Puls der Weiterbildungswelt: In dieser Kategorie erfährst du alle aktuellen News, Entwicklungen und Impulse rund um die heise academy. Ob neue Formate, Trends in der IT‑Weiterbildung oder spannende Aktionen – hier findest du kompakt und informativ, was gerade wichtig ist.

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Der Beitrag Zwei Wochen bis zum Patch. Eine Nacht bis zum Angriff.  erschien zuerst auf heise academy Blog.

]]> Zukunft entsteht nicht von selbst  https://blog.heise-academy.de/zukunft-entsteht-nicht-von-selbst/ Fri, 10 Jul 2026 07:16:43 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9512 Weiterbildung wird oft als Kostenfaktor gesehen, dabei ist sie ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Erfahre, warum gezielte Kompetenzentwicklung Unternehmen produktiver, attraktiver und resilienter macht.

Der Beitrag Zukunft entsteht nicht von selbst  erschien zuerst auf heise academy Blog.

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Zukunft entsteht nicht von selbst  

Wie Unternehmen mit gezielter Kompetenzentwicklung produktiver, attraktiver und resilienter werden 

Von: Arne Schmidt

Viele Unternehmen konzentrieren sich im Arbeitsalltag darauf, akute Engpässe zu lösen: Offene Stellen müssen schnell besetzt, laufende Projekte abgesichert werden. Dabei bleibt oft wenig Raum für die Frage, welche Kompetenzen in Zukunft wirklich entscheidend sein werden. Dies kann sich als problematisch erweisen, denn die Arbeitswelt verändert sich mit hoher Geschwindigkeit. Neue Geschäftsmodelle, veränderte Kundenerwartungen und ein zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck sorgen dafür, dass Qualifikationsanforderungen sich in immer kürzeren Zyklen verschieben. 

Unternehmen, die nicht rechtzeitig in den systematischen Aufbau von Fähigkeiten investieren, laufen Gefahr, mittelfristig den Anschluss zu verlieren. Weiterbildung ist deshalb keine Reaktion auf den Wandel, sondern eine Voraussetzung, um ihn aktiv gestalten zu können.1 

Entwicklung als entscheidender Attraktivitätsfaktor  

Für viele Unternehmen ist es schwierig, passende Fachkräfte zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Neueinstellungen scheitern häufig früh, weil Erwartungen nicht zusammenpassen oder Entwicklungsperspektiven fehlen. Genau hier entfaltet Weiterbildung ihre doppelte Wirkung. 

Unternehmen, die glaubwürdig in die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden investieren, wirken nach außen attraktiver und können zugleich interne Potenziale besser nutzen. Weiterbildung wird damit zu einem strategischen Instrument, das sowohl das Recruiting unterstützt als auch die Abhängigkeit von externen Einstellungen reduziert.1  

Ohne Verbindung bleibt Lernen wirkungslos 

In vielen Organisationen existieren Weiterbildung, Feedback, Leistungsbeurteilung und Karriereplanung nebeneinander, ohne sinnvoll verzahnt zu sein. Für Mitarbeitende entsteht dadurch oft ein Gefühl der Orientierungslosigkeit: Es fehlt an regelmäßigem Feedback, an Zeit zum Lernen und an klaren Entwicklungspfaden. Weiterbildung wird dann als zusätzliche Belastung wahrgenommen und nicht als Chance. 

Ihr volles Potenzial entfaltet sie jedoch erst, wenn sie Teil eines konsistenten Gesamtkonzepts ist. Werden Lernangebote sichtbar mit Zielen, Leistung und Zukunftsaussichten verknüpft, entsteht Klarheit. Mitarbeitende verstehen, warum sie lernen, wofür sie sich entwickeln und welche Rolle Weiterbildung für ihre eigene Zukunft im Unternehmen spielt. 1 

Investieren statt reagieren: Der messbare Nutzen von Qualifizierung 

Eine wachsende Herausforderung für Unternehmen ist, dass sich Mitarbeitende innerlich vom Arbeitgeber distanzieren. Viele Beschäftigte sind nicht offen unzufrieden, haben innerlich aber bereits Abstand zur Arbeit genommen. Ursachen sind häufig fehlende Wertschätzung, mangelnde Sicherheit und fehlende Entwicklungsmöglichkeiten. 

Gezielte Weiterbildung kann hier ein starkes Signal setzen. Sie zeigt, dass Mitarbeitende nicht nur für ihre aktuelle Funktion gesehen werden, sondern als Menschen mit Potenzial. Dieses Signal wirkt motivierend, stärkt die emotionale Bindung und bildet die Grundlage für langfristige Zusammenarbeit.1 

Empirische Studien zeigen deutlich, dass Weiterbildung für Unternehmen einen messbaren wirtschaftlichen Nutzen hat. Bereits eine moderate Steigerung der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen führt zu einer spürbaren Zunahme der Leistungsfähigkeit. Weiterbildung ist damit keine freiwillige Zusatzleistung, sondern eine Investition mit klarem Return. 

Entscheidend ist jedoch die Qualität der Maßnahmen. Besonders wirksam sind strukturierte Formate wie interne oder externe Kurse und Seminare. Sie haben einen nachweisbaren Einfluss auf die Produktivität. Informelles Lernen im Arbeitsalltag allein reicht dagegen nicht aus, um vergleichbare Effekte zu erzielen. Weiterbildung wirkt nur dann, wenn sie gezielt geplant und professionell umgesetzt wird. 2 

Mythos: Qualifizierung führt zur Abwanderung 

Eine häufige Sorge von Unternehmen ist, dass Weiterbildung Mitarbeitende erst recht zum Wechsel motiviert, insbesondere wenn erworbene Qualifikationen auch extern gut verwertbar sind. Die Forschung zeigt jedoch ein anderes Bild. Studien belegen, dass weitergebildete Beschäftigte ihrem Arbeitgeber häufiger treu bleiben als vergleichbare Kolleginnen und Kollegen ohne Weiterbildung, selbst dann, wenn persönliche Faktoren wie Motivation berücksichtigt werden. 

Bemerkenswert ist, dass dieser Effekt auch bei zertifizierten und externen Weiterbildungen bestehen bleibt. Obwohl solche Qualifikationen den individuellen Marktwert erhöhen und für andere Arbeitgeber sichtbar machen, führen sie nicht zu einer erhöhten Abwanderung. Im Gegenteil: Weiterbildung stärkt offenbar das Vertrauen und die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Unternehmen.3 

Was du jetzt konkret tun kannst 

Drei Hebel, die in der Praxis funktionieren: 

  1. Lernzeit verbindlich einplanen. Nicht „nebenbei“, sondern als Bestandteil der Arbeitszeit. Sonst gewinnt immer das Tagesgeschäft. 
  1. Lerninhalte an konkrete Vorhaben koppeln. Wer eine neue Technologie lernt, sollte sie innerhalb von 90 Tagen anwenden dürfen. Sonst verfällt das Wissen. 
  1. Qualität vor Volumen. Einige Stunden mit echten Experten bringen mehr als hunderte unstrukturierter Videos.  

Fazit: Kompetenzen entwickeln heißt Zukunft sichern

Weiterbildung wirkt auf mehreren Ebenen zugleich. Sie steigert die Produktivität, stärkt die Mitarbeiterbindung und erhöht die Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber. Entscheidend ist dabei nicht die bloße Existenz von Lernangeboten, sondern ihre strategische Einbettung in Führung, Feedback und Karriereentwicklung. 

Unternehmen, die Weiterbildung als integralen Bestandteil ihrer Kultur verstehen, investieren nicht nur in Wissen, sondern auch in Motivation, Vertrauen und Zukunftsfähigkeit. In einer Arbeitswelt, die sich ständig verändert, ist genau das der entscheidende Wettbewerbsvorteil. 

Quellen

[1] Julian Kirchherr, Vincent Bérubé, Charlotte Seiler, Kira Rupietta, Marlene Senst, Kristina Störk, Simon Gallot Lavallée (2025). HR Monitor 2025. https://www.mckinsey.com/capabilities/people-and-organizational-performance/our-insights/hr-monitor-2025   

 [2] ZEW. Weiterbildung in Unternehmen zahlt sich aushttps://www.zew.de/das-zew/aktuelles/weiterbildung-in-unternehmen-zahlt-sich-aus  

[3] Dietz, D., & Zwick, T. (2021). The retention effect of training: Portability, visibility, and credibility. The International Journal of Human Resource Management, 33(4), 710–741. 

IT-Weiterbildung, die mit dir Schritt hält

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Der heise academy Campus bringt deine IT-Kompetenzen auf das nächste Level: Egal, ob du dich individuell weiterentwickeln oder dein Team gezielt stärken willst. Mit dem academy Pass bekommst du Zugang zur gesamten Lernbibliothek und kannst direkt loslegen. 


Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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]]> Digitale Souveränität https://blog.heise-academy.de/digitale-souveraenitaet/ Thu, 11 Jun 2026 15:36:02 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9484 Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

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Digitale Souveränität

Unabhängiger von einzelnen Anbietenden werden und die eigene Resilienz gezielt stärken.

Von: Manuel Atug

Ob Behörde, Krankenhaus oder mittelständisches Unternehmen: Viele Organisationen merken erst dann, wie abhängig sie von einzelnen Softwareanbietenden geworden sind, wenn beispielsweise aufgrund teurer und alternativloser Abo-Modelle Preise massiv steigen, der IT-Support ausläuft oder ein lang genutzter Dienst abgekündigt oder eingestellt wird. Digitale Souveränität ist die Antwort auf genau diese Probleme. Sie beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigene digitale Infrastruktur zu entscheiden. Doch wie lässt sich das konkret erreichen? Dieser Blogartikel zeigt die wichtigsten Hebel und warum ihr Zusammenspiel entscheidend ist.

Wettbewerb statt Monopol: Alternativen schaffen und nutzen

Wenn ein oder sehr wenige Anbietende einen Teil des Marktes dominieren, fehlt der Druck zur Innovation und den Nutzenden eine echte Auswahl. Wer aus Bequemlichkeit oder mangels Alternativen alles auf eine Karte setzt, zahlt am Ende deutlich höhere Preise und akzeptiert schlechtere Konditionen. Das ist kein Naturgesetz, sondern eine Folge passiver Beschaffungsentscheidungen.

Die Lösung liegt darin, sich dem bewusst zu werden und aktiv Alternativen aufzubauen. Wer diese nutzt, stärkt damit den erforderlichen und dadurch funktionierenden Wettbewerb. Ausschreibungen sollten daher so gestaltet werden, dass auch kleinere oder europäische Anbietende eine reale Chance haben. Langfristige Vollversorgungsverträge mit einem großen Konzern hingegen zementieren Abhängigkeiten, die sich später nur schwer auflösen lassen.

Freie und offene Standards: Das Fundament technologischer Unabhängigkeit

Proprietäre Datenformate, Verarbeitungslogiken in Geschäftsprozessen und Schnittstellen sind eine häufig unterschätzte Form der technischen Abhängigkeit, die in der mittelbaren Auswirkung zu hohen Kosten führt. Wer Daten nur in einem herstellerspezifischen Format speichert oder verarbeitet, ist gefangen und vollständig abhängig. Der Wechsel zu einem anderen System ist dadurch künstlich erschwert oder schlicht unmöglich, da die Umstellung sehr teuer wäre. Technologische Abhängigkeit entsteht dabei über lange Zeiträume oft still und leise, ohne dass jemand eine bewusste Entscheidung dafür trifft. Sie schleicht sich ein und war rückblickend dann „schon immer da“.

Freie und offene Standards – etwa OpenDocument, PDF/A oder offene API-Standards – stellen sicher, dass Daten und Prozesse für die Verarbeitung nicht an einen einzigen Anbietenden gebunden bleiben. Öffentliche Institutionen sollten offene Standards nicht nur bevorzugen, sondern in ihren Beschaffungsrichtlinien verbindlich verankern. Wer diesen Schritt versäumt, schafft Abhängigkeiten, die Jahre später sehr teuer werden können.

Interoperabilität: Systeme, die miteinander sprechen

Viele Softwareprodukte sind absichtlich so gebaut, dass sie schlecht oder kaum mit Konkurrenzprodukten zusammenarbeiten. Sie bieten zwar oftmals umfassende Importmöglichkeit an, aber kaum vollständige Exportoptionen. Dieses Prinzip wird auch als Lock-in-by-Design bezeichnet: Der Wechsel kostet so viel Aufwand, dass er praktisch nie stattfindet, selbst wenn andere Anbietende besser und günstiger wären. Die Nutzung wird dadurch dann gerne als „alternativlos“ bezeichnet und hingenommen.

Interoperabilität, also die Fähigkeit verschiedener Systeme, nahtlos zusammenzuarbeiten und Austauschfähig zu sein, muss daher als zentrale Anforderung in Beschaffungsentscheidungen einfließen. Diese sollte die Geschäftsleitung und Unternehmensführung als strategisches Ziel vorgeben und dem Einkauf als Aufgabenstellung mitgeben.

Offene APIs, dokumentierte Schnittstellen und standardisierte Datenformate sind die technische Grundlage dafür. In der Praxis lässt sich Interoperabilität am zuverlässigsten durch Open-Source-Software sicherstellen, weil deren Code offen einsehbar, anpassbar und flexibler betreibbar ist.

Open Source: Transparenz und Unabhängigkeit durch offenen Code

Bei proprietärer Software weiß man schlicht nicht, was im Inneren passiert: Welche Daten werden gesammelt? Welche Sicherheitslücken existieren? Wie funktioniert die Verarbeitungslogik genau? Wer den Quellcode nicht einsehen kann, muss blind vertrauen und ist somit abhängig. In sicherheitskritischen Bereichen ist das keine tragfähige Basis.

Open-Source-Software macht den Code öffentlich prüfbar und weiterbetreibbar. Das schafft Transparenz und ermöglicht das schnelle Auffinden sowie Schließen von Sicherheitslücken. Darüber hinaus ermöglicht es Organisationen, Software selbst weiterzuentwickeln oder anpassen zu lassen. Sie können diese sogar selbst betreiben oder von unterschiedlichen Dienstleistern betreiben lassen. Gleichzeitig ist Open Source oft der direkteste Weg, offene Standards in der Praxis umzusetzen: Wer den Code besitzt, ist nicht auf den Goodwill – bzw. die AGBs und das Geschäftsinteresse – eines Konzerns angewiesen. Für viele Organisationen ist Open Source damit kein ideologisches Statement, sondern eine pragmatische Entscheidung für mehr Kontrolle und Kostensouveränität.

Exit-Strategie: Den Ausstieg von Anfang an mitdenken

Die meisten IT-Verträge regeln sehr genau, wie man hineinkommt, aber kaum, wie man wieder herauskommt. Wenn ein Vertrag endet, sind Daten oft in proprietären Formaten gespeichert, Prozesse und Verarbeitungslogiken zu tief in ein System eingebaut und der Wechsel kostet schlicht mehr als der zukünftig teurer werdende Verbleib. So entsteht eine Abhängigkeit, die im initialen Vertrag zunächst unsichtbar war.

Bereits beim Vertragsabschluss sollten deshalb Exit-Klauseln bedacht und verhandelt werden: Verarbeitungslogik- und Datenportabilität in offenen Formaten, klare Übergangsfristen und definierte Leistungen für eine souveräne Migration gehören zum Standard guter IT-Verträge. Nur wer den Ausstieg von Anfang an plant, behält die echte Freiheit, auch tatsächlich wechseln zu können und damit einer potenziellen Kostenfalle durch den Lock-In Effekt zu entgehen.

Modularität: Austauschbarkeit als Designprinzip

Monolithische Systeme und Bundles – also Softwarelösungen, die alles in einem Paket oder Abo abdecken – sind bequem, aber auch gefährlich. Wer eine Komplettlösung einkauft oder mietet, hat kaum Spielraum, einzelne Teile zu ersetzen. Wächst die Abhängigkeit, schrumpft der Spielraum.

Modulare Architekturen setzen dagegen auf klar abgegrenzte Komponenten mit definierten Schnittstellen und Prozessabschnitten. Einzelne Module lassen sich so unabhängig voneinander ersetzen, aktualisieren oder durch bessere Lösungen austauschen; ganz ohne das Gesamtsystem zu gefährden. Das erhöht die Resilienz erheblich: Fällt eine Komponente aus, werden Anbietende unzuverlässig, wird der Preis massiv erhöht, bleibt der Rest stabil und bezahlbar. Modularität ist damit nicht nur eine technische Tugend, sondern eine strategische Notwendigkeit.

Kostensouveränität: Die Budgethoheit behalten

Cloud-Dienste und (Abo-)Lizenzmodelle werden häufig mit attraktiven Einstiegspreisen oder Bundles angeboten. Ist die Migration erfolgreich abgeschlossen und die Abhängigkeit aufgebaut, steigen die Preise kontinuierlich und Alternativen sind durch den Lock-In Effekt teuer oder technisch kaum realisierbar. Dieses Phänomen wird auch als Preiserhöhungsfalle bezeichnet und betrifft Organisationen jeder Größe.

Kostensouveränität bedeutet, die vollständige Kontrolle über die eigenen IT-Ausgaben zu behalten. Das gelingt durch transparente (Abo-)Lizenzmodelle, den Einsatz von freien und offenen Standards – idealerweise durch den Einsatz von Open-Source-Lösungen – ohne laufende Lizenzgebühren und durch regelmäßige Marktvergleiche. Wer mehrere Anbietende parallel nutzt oder zumindest als realistisch einsetzbare Option bereithält, behält die Verhandlungsmacht und damit auch die Budgethoheit. Kostensouveränität bildet somit die finanzielle Seite digitaler Souveränität.

Fazit

Digitale Souveränität ist kein Selbstzweck, sondern eine strategische Voraussetzung für Handlungsfähigkeit. Offene Standards, Interoperabilität, Open Source, modulare Architekturen, vertragliche Exit-Optionen, Wettbewerb und Kostenkontrolle: keiner dieser Hebel wirkt allein. Erst ihr Zusammenspiel schafft die Grundlage für echte Unabhängigkeit.

Die zentrale Erkenntnis ist simpel: Abhängigkeit entsteht nicht durch einen einzelnen großen Fehler, sondern durch viele kleine Entscheidungen über Jahre, die in die falsche Richtung weisen. Wer digitale Souveränität ernst nimmt, baut sie deshalb systematisch und schrittweise auf und gewinnt damit genau das, was in einer digitalisierten Welt entscheidend ist: die Freiheit, selbst zu entscheiden und die Kosten zu kontrollieren.

Quellen und Verweise

BSI – C3A: Souveränitätskriterien für Cloud-Dienste (April 2026): https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Presse/Pressemitteilungen/Presse2026/260427_C3A.html
Linux Magazin – BSI legt Kriterien für digitale Souveränität bei Cloud-Diensten vor: https://www.linux-magazin.de/news/bsi-legt-kriterien-fuer-digitale-souveraenitaet-bei-cloud-diensten-vor/
EU-Kommission – Open-Source-Strategie 2020–2023 (Originaldokument, PDF): https://commission.europa.eu/document/download/97e59978-42c0-4b4a-9406-8f1a86837530_de?filename=de_ec_open_source_strategy_2020-2023_0.pdf
Bitkom – Kompass IT-Standards & Interoperabilität: https://www.bitkom.org/Kompass-IT-Standards
OSBA – Positionspapier & Publikationen zur digitalen Souveränität: https://osb-alliance.de/news/publikationen
OSBA – 38 Maßnahmen für Open-Source-getriebene Digitalisierung (PDF): https://osb-alliance.de/wp-content/uploads/2024/06/2024-09-27_Forderungen_Bundestagswahl2025_LR.pdf
Bitkom – Leitfaden Cloud-Souveränität praktisch umsetzen (2026, enthält Exit-Szenarien, offene Standards, Modularität): https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Cloud-Souveraenitaet-praktisch-umsetzen
Datensicherheit.de – Bitkom & BMDS: einheitliche Standards für Open-Source-Beschaffung (EVB-IT, März 2026): https://www.datensicherheit.de/open-source-software-vereinbarung-bmds-bitkom-einheitlich-standards-beschaffung
Schweizer Bundesrat – Leitlinien für digitale Souveränität in der Bundesverwaltung (Dezember 2025): https://www.news.admin.ch/de/newnsb/JxuzVHViGShum_f1h_WDu


Digitale Souveränität in der Praxis

Cloud, KI und Security krisensicher gestalten

Lerne, wie du Abhängigkeiten systematisch identifizierst, Risiken bewertest und mit konkreten Strategien deine digitale Souveränität zurückgewinnst. Die Aufzeichnung des Classrooms steht dir im Professional Pass neben vielen weiteren zur Verfügung.

Portraitbild Manuel Honkhase Atug

Über den Autor: Manuel „HonkHase“ Atug

Manuel „HonkHase“ Atug befasst sich beruflich und privat seit weit über 23 Jahren mit Themen, wie Digitale Souveränität, Kritische Infrastrukturen, Cyberresilienz, defensive Cybersicherheitsstrategien, digitaler Katastrophenschutz und vielem mehr. Im Netz ist er als @HonkHase aktiv. Er ist Experte der European Research Executive Agency (EU REA) und wird regelmäßig für die Bundesregierung und die Bundesländer als Sachverständiger in Fragen der Cybersicherheit und dem Katastrophenschutz berufen.


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]]> Schluss mit den Silos https://blog.heise-academy.de/schluss-mit-den-silos/ Thu, 21 May 2026 15:10:37 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9203 In modernen Cloud-Umgebungen hilft das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud dabei, Sicherheits-, Compliance- und Governance-Anforderungen zentral und ohne isolierte Silos umzusetzen.

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Schluss mit den Silos

Schaffe eine einheitliche Governance mit Purview, Azure Policy und Defender for Cloud

Von: Emil Vinčazović

In der modernen Cloud-Welt jonglierst du täglich mit einer Vielzahl von Herausforderungen. Auf der einen Seite willst du Entwicklern die Freiheit und Agilität geben, schnell neue Dienste bereitzustellen. Auf der anderen Seite musst du sicherstellen, dass die IT-Landschaft sicher ist, Compliance-Vorgaben erfüllt sind und die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Oft führt das zu einem Silo-Denken: Datensicherheit wird in Microsoft Purview gemanagt, die Infrastruktur-Compliance mit Azure Policy und die Security-Härtung mit Microsoft Defender for Cloud. Jeder Bereich hat seine eigenen Regeln und Zuständigkeiten. Doch was wäre, wenn du diese Silos aufbrechen und eine wirklich einheitliche, richtliniengesteuerte Governance etablieren könntest? In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das Zusammenspiel dieser drei mächtigen Werkzeuge funktioniert und wie du damit eine Brücke zwischen Daten, Infrastruktur und Security baust.

Das Problem: Governance in getrennten Welten

Stell dir vor, dein Unternehmen beschließt, dass alle Datenbanken, die personenbezogene Daten enthalten, verschlüsselt sein müssen. Ein typischer Fall für eine Governance-Richtlinie. Doch wo setzt du diese Regel um? Auf der Datenebene mit Purview könntest du eine Richtlinie erstellen, die alle SQL-Datenbanken mit der Klassifizierung „Personenbezogene Daten“ identifiziert. Purview allein kann die Verschlüsselung jedoch nicht erzwingen. Auf der Infrastrukturebene mit Azure Policy könntest du eine Richtlinie erstellen, die prüft, ob Transparent Data Encryption (TDE) für alle SQL-Server aktiviert ist. Diese Richtlinie weiß aber nicht, welche dieser Datenbanken tatsächlich sensible Daten enthalten. Wendest du sie auf alles an, erzeugst du unnötigen Overhead. Dies führt zu Performance-Schwund und überhöhten Kosten. Wendest du sie zu selektiv an, verpasst du vielleicht eine kritische Datenbank. Auf der Security-Ebene mit Defender for Cloud wird dieser dich darauf hinweisen, dass einige Datenbanken nicht verschlüsselt sind, und dies als Sicherheitsrisiko einstufen. Er gibt dir eine Empfehlung, aber die proaktive, unternehmensweite Durchsetzung ist nicht seine primäre Aufgabe. Er gilt also eher als warnendes Glied im Unternehmen.

Du siehst das Problem. Jedes Werkzeug hat eine andere Sicht auf die Welt und spricht eine andere Sprache. Die Folge sind manuelle Abstimmungsprozesse, potenzielle Regelungslücken und eine reaktive statt proaktive Governance. Das kann sich jedoch ändern.

Die Lösung: Eine Brücke zwischen den Welten bauen

Die wahre Stärke entfaltet sich, wenn du diese drei Dienste miteinander verbindest. Das Ziel ist eine Policy-driven Governance, bei der eine zentrale Absicht (z.B. „Schütze sensible Daten“) automatisch in konkrete, technische Kontrollen auf allen Ebenen übersetzt wird.

Schritt 1: Die Daten verstehen mit Microsoft Purview

Alles beginnt mit den Daten. Purview ist deine zentrale Wahrheit für die Datenklassifizierung. Wie in vorherigen Beiträgen von mir besprochen, nutzt du Purview, um deine gesamte Datenlandschaft zu scannen und sensible Informationen mithilfe von Sensitive Information Types, Trainable Classifiers oder Exact Data Match zu identifizieren. Das Ergebnis ist ein umfassender Datenkatalog, der jede Ressource mit Metadaten anreichert. Eine Azure SQL-Datenbank ist dann nicht mehr nur eine Datenbank, sondern eine „Datenbank, die EU-Bürgerdaten enthält“ (Klassifizierung: „DSGVO – Personenbezogene Daten“). Diese Klassifizierung ist der entscheidende Auslöser für alles Weitere.

Schritt 2: Infrastruktur härten mit Azure Policy

Jetzt kommt Azure Policy ins Spiel. Azure Policy ist das Regelwerk für deine gesamte Azure-Infrastruktur. Du kannst damit Richtlinien definieren, die zum Beispiel vorschreiben, dass virtuelle Maschinen nur aus bestimmten Images erstellt werden dürfen, dass keine öffentlichen IP-Adressen an bestimmte Subnetze angehängt werden oder eben, dass die Verschlüsselung für Speicherkonten aktiviert sein muss.

Der Clou ist die Integration mit Purview. Anstatt eine breite, unspezifische Richtlinie zu erstellen, kannst du Azure Policy anweisen, auf die Klassifizierungen von Purview zu reagieren. Eine Richtlinie könnte lauten: „Wenn eine Azure SQL-Datenbank in Purview als ‚Streng Vertraulich‘ klassifiziert ist, prüfe, ob Transparent Data Encryption (TDE) aktiviert ist. Wenn nicht, melde einen Compliance-Verstoß.“ Du kannst sogar noch einen Schritt weiter gehen und Deny- oder DeployIfNotExists-Effekte nutzen, um unsichere Konfigurationen von vornherein zu blockieren oder automatisch zu korrigieren. Dies könnte allerdings zu Frustration bei Entwicklern führen und sollte bedacht werden.

Schritt 3: Security Posture überwachen mit Defender for Cloud

Microsoft Defender for Cloud agiert als dein zentrales Dashboard für die Sicherheitslage. Er sammelt Signale von allen deinen Ressourcen und bewertet sie anhand von etablierten Sicherheits-Frameworks wie dem CIS Benchmark oder NIST. Die Integration mit Azure Policy ist hier nahtlos, denn die meisten Sicherheitsempfehlungen im Defender for Cloud sind im Kern Azure Policy-Definitionen.

Wenn deine Azure Policy, die auf einer Purview-Klassifizierung basiert, einen Verstoß feststellt (z.B. eine unverschlüsselte Datenbank mit sensiblen Daten), wird dieser Verstoß automatisch im Defender for Cloud als Sicherheitsempfehlung mit hoher Priorität angezeigt. Dein Security-Team muss also nicht mehr manuell die Datenklassifizierung prüfen. Sie sehen sofort, dass hier ein echtes Risiko vorliegt, weil nicht irgendeine Test-Datenbank, sondern eine produktive Datenbank mit Kundendaten betroffen ist. Dies ermöglicht eine risikobasierte Priorisierung der anstehenden Aufgaben.

Das Zusammenspiel im Praxisbeispiel

Lass uns das an einem Beispiel durchspielen: Du möchtest sicherstellen, dass alle Azure Storage Accounts, die als „Projektintern“ klassifizierte Dokumente enthalten, keinen öffentlichen Zugriff erlauben. Zuerst konfigurierst du Purview so, dass es deine Storage Accounts scannt und Dokumente, die interne Projektnamen oder -nummern enthalten, als „Projektintern“ klassifiziert. Dies ist der Purview-Scan. Weitere Infos dazu findest du in anderen Purview-Beiträgen von mir.

Anschließend erstellst du eine benutzerdefinierte Azure Policy. Die Logik der Richtlinie lautet: „Für jeden Storage Account, der von Purview die Klassifizierung ‚Projektintern‘ erhalten hat, prüfe die Eigenschaft allowBlobPublicAccess. Wenn diese true ist, löse einen Audit-Event aus.“ Dies ist die Azure Policy Erstellung. Der Defender for Cloud nimmt diese Azure Policy als Teil seiner Sicherheitsbewertung auf. Sobald ein Entwickler versehentlich den öffentlichen Zugriff auf einen dieser Storage Accounts aktiviert, erscheint im Defender eine kritische Warnung. Dies ist die Überwachung im Defender. Optional könntest du die Azure Policy sogar so konfigurieren, dass sie den Effekt Deny hat. In diesem Fall würde der Versuch, den öffentlichen Zugriff zu aktivieren, von vornherein blockiert werden, mit einer klaren Fehlermeldung, die auf die Unternehmensrichtlinie verweist. Dies ist die Automatisierte Reaktion.

Fazit: Von reaktiver Kontrolle zu proaktiver Governance

Das Zusammenspiel von Microsoft Purview, Azure Policy und Defender for Cloud ermöglicht einen Paradigmenwechsel. Du bewegst dich weg von einer fragmentierten, reaktiven Kontrolle in Silos hin zu einer integrierten, proaktiven und richtliniengesteuerten Governance. Indem du die Datenklassifizierung als zentrale Wahrheit etablierst, kannst du intelligente und kontextbezogene Regeln für deine Infrastruktur und Sicherheit definieren. Das Ergebnis ist eine robustere Sicherheitslage, eine vereinfachte Compliance und die Gewissheit, dass deine Governance-Richtlinien nicht nur auf dem Papier existieren, sondern in deiner gesamten Cloud-Umgebung aktiv durchgesetzt werden.

Quellen


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung. Dieser Kurs bietet einen praxisnahen Einstieg in die IT-Sicherheit mit Kali Linux, der führenden Plattform für Penetrationstests und Ethical Hacking. 


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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Tradition trifft KI https://blog.heise-academy.de/tradition-trifft-ki/ Fri, 08 May 2026 09:51:03 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9188 Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

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Tradition trifft KI

Lernen bleibt Chefsache – und wird zum Wachstumstreiber

Von: Johanna Heise

Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Effizienz-Tool – sie ist der Motor für Innovation, neue Geschäftsmodelle und nachhaltiges Wachstum. Doch das volle Potenzial entfaltet sie nur, wenn wir Lernen und Weiterentwicklung konsequent zur Chefsache machen. 

Die Nachfolge in einem Familienunternehmen zu gestalten, ist immer eine besondere Herausforderung. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge ist es aber noch viel mehr: Es ist eine Einladung, die Balance aus Tradition, Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung immer wieder neu auszuloten. In den vergangenen Jahren habe ich hautnah erlebt, wie sich die Anforderungen an Unternehmen und an Führungskräfte wandeln – und wie sehr Weiterbildung zur Überlebensfrage geworden ist. Gerade die aktuellen Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz sind ein Brennglas für diese Veränderungen. 

Wenn ich auf unseren Weg bei heise blicke, dann ist klar: Kontinuierliches Lernen hat uns zur Anpassung befähigt – und wird auch künftig darüber entscheiden, ob wir als Unternehmen wachsen und echten Mehrwert für unsere Community schaffen können. Die Geschwindigkeit, mit der sich Technologien und Märkte verändern, macht deutlich: Weiterbildung ist heute keine Option mehr, sondern ein Muss. Und zwar nicht als Pflichtübung, sondern als Haltung. 

KI als Wachstumsmotor – warum Weiterbildung jetzt entscheidend ist 

Von der Prozessoptimierung zum Wachstumstreiber 

Künstliche Intelligenz wird in vielen Unternehmen immer noch als reines Effizienz-Tool gesehen. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Die zentrale Botschaft, die ich aus der aktuellen Diskussion – und nicht zuletzt aus einer inspirierenden Keynote im Rahmen der Hannover Messe – mitnehme: Das eigentliche Potenzial von KI liegt darin, Unternehmen neue Wachstumschancen zu eröffnen. Das ist ein Perspektivwechsel im Vergleich zu früheren Technologiewellen wie Cloud oder IoT. Während damals oft Skepsis und Zurückhaltung dominierten, herrscht heute ein Konsens: Ohne KI wird keine Branche mehr auskommen. 

Das hat weitreichende Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft. Unternehmen, die jetzt zögern, laufen Gefahr, schnell abgehängt zu werden. Es reicht nicht mehr, KI als Automatisierungs-Tool einzusetzen – es geht darum, mit KI neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, innovative Wertschöpfung zu ermöglichen und neue Märkte zu erschließen. Wachstum entsteht dort, wo Menschen bereit sind, sich auf Neues einzulassen und mutig voranzugehen. 

Tradition trifft Innovation: Die Rolle der Unternehmensnachfolge 

Mitten in der Nachfolge eines Familienunternehmens stehe ich für die Verbindung von Tradition und Zukunft. Bei heise haben wir über Jahrzehnte hinweg Werte wie Unabhängigkeit, Qualität und Verantwortung gepflegt. Diese Prinzipien tragen uns – gerade jetzt, wo sich die Spielregeln für Medien, IT und Weiterbildung rasant verschieben. 

Unsere Transformation vom klassischen Telefonbuchverlag hin zum digitalen Medienhaus ist ein Prozess, in dem Lernen und Weiterentwicklung immer strategischer werden. Projekte müssen schneller umgesetzt werden. MVPs – also minimal funktionsfähige Produkte – müssen zügig auf den Markt. Nur wer sich flexibel anpasst und Innovationen vorantreibt, sichert die eigene Marktposition langfristig. Gezielte Weiterbildung ist dabei der Schlüssel: Nur Teams, die moderne Technologien und Methoden – wie Agentic Coding oder KI-gestützte Recherche – beherrschen, können sich im Wettbewerb durchsetzen. 

Lernen als Haltung – nicht als Pflicht 

Was ich in der Praxis immer wieder beobachte: Es reicht nicht, einfach weiterzumachen wie bisher. Moderne Märkte fordern uns heraus, Unsicherheit auszuhalten, Fragen zu stellen und Räume für Experimente zu schaffen. Für Unternehmen bedeutet das: Lernbereitschaft und Offenheit müssen zur Kernkompetenz werden. Wer heute in die Entwicklung der Mitarbeitenden investiert, verschafft sich nicht nur einen Innovationsvorsprung, sondern bindet auch Talente, die gezielt nach Entwicklungsmöglichkeiten suchen. 

Bei der heise academy setzen wir gezielt auf Formate, die Austausch, Peer-Learning und unmittelbaren Praxistransfer ermöglichen. KI-Schulungen sind mehr als technische Updates – sie laden dazu ein, die eigene Rolle im Wandel kritisch zu reflektieren und Verantwortung zu übernehmen. Weiterbildung ist kein Selbstzweck, sondern ein zentraler Hebel, um Wandel aktiv zu gestalten. 

Praxis bei heise: Wie wir KI und Lernkultur integrieren 

KI-Integration mit heise I/O und deep content 

Ein konkretes Beispiel aus unserem Alltag ist die Einführung von heise I/O von deep content. Das Tool hat uns geholfen, KI nicht nur als technische Neuerung, sondern als integralen Bestandteil unserer Arbeitsprozesse zu etablieren. Mit heise I/O können wir Wissen gezielt vernetzen, im Team weiterentwickeln und direkt im Arbeitsalltag einsetzen. Die Plattform verbindet redaktionelle Tiefe mit modernen, KI-gestützten Recherche- und Lernmethoden – und schafft so einen echten Mehrwert. 

Automatisierung spielt dabei eine wichtige Rolle: Ob bei der Erstellung von Pressemitteilungen, Webseiten für heise regioconcept oder Advertorials – KI unterstützt uns dabei, Prozesse effizienter und innovativer zu gestalten. Gleichzeitig bleibt der Mensch im Mittelpunkt: Es geht immer darum, Technologie verantwortungsvoll, kreativ und zum Wohle aller einzusetzen. 

Weiterbildung als strategische Aufgabe und Einladung 

Wir sehen Weiterbildung als strategische Aufgabe – und als Einladung an alle, mitzumachen. Die besten Impulse entstehen, wenn Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam Neues wagen. In der IT – und darüber hinaus – veraltet Wissen heute schneller denn je. Wer hier nicht kontinuierlich investiert, riskiert Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. 

Deshalb ist die Förderung einer aktiven Lernkultur für uns Chefsache. Wir schaffen Räume, in denen Teams Neues ausprobieren können. Wir fördern kritisches Denken, den Austausch in der Community und die Bereitschaft, eigene Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt brauchen wir Führungskräfte, die mutig vorangehen, sich an klaren Werten orientieren und auch unbequeme Entscheidungen treffen. 

Komplexität meistern – Reflexion als Führungsaufgabe 

Die aktuellen Herausforderungen fordern uns auch auf persönlicher Ebene heraus: Entscheidungen werden komplexer und müssen immer häufiger unter Unsicherheit getroffen werden. Es reicht nicht mehr, einmal eingeführte Prozesse einfach fortzuschreiben. Vielmehr ist Selbstreflexion gefragt: Was habe ich als Führungskraft im letzten Jahr gelernt? Wie offen bin ich für Veränderung? Wie kann ich Vorbild sein und mein Team für den Wandel begeistern? 

Diese Haltung ist zentral, um als Unternehmen handlungsfähig zu bleiben – und als Führungskraft glaubwürdig zu sein. Gerade jetzt kommt es darauf an, Räume zu schaffen, in denen Lernen, Experimentieren und auch Scheitern möglich sind. Nur so können wir die Potenziale von KI und anderen Technologien wirklich ausschöpfen und Verantwortung für den gesellschaftlichen Wandel übernehmen. 

Weiterbildung als gesellschaftliche Verantwortung 

Lernen, teilen, gemeinsam wachsen 

Weiterbildung ist heute mehr als eine individuelle Entwicklungschance. Sie ist ein Versprechen an die nächste Generation und ein zentrales Element für die Zukunftsfähigkeit jedes Unternehmens. Die Transformation von heise zeigt: Wer bereit ist, die eigene Lernkultur immer wieder zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, bleibt relevant – als Unternehmen und als Gesellschaft. 

Technologische Innovation und kontinuierliche Weiterbildung gehören untrennbar zusammen. KI ist dabei nicht einfach nur das Thema der Stunde, sondern ein Katalysator für einen offenen, dialogorientierten Umgang mit Veränderung. Die besten Innovationen entstehen dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam wachsen. 

Einladung zum Handeln: Jetzt Verantwortung übernehmen 

Der technologische Wandel ist nicht aufzuhalten – aber wir können ihn gestalten. Für mich als Geschäftsführerin von heise knowledge und Nachfolgerin im Familienunternehmen ist klar: Lernen bleibt Chefsache, gerade in Zeiten von KI und rasantem Wandel. 

Nutze die vielfältigen Möglichkeiten der IT-Weiterbildung – ob über die heise academy, heise I/O oder im direkten Austausch mit unserer Community. Hinterfrage deine Lernhaltung, entwickle deine Kompetenzen weiter, bringe dich ein. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für Innovation, Wachstum und gesellschaftlichen Fortschritt. 

Lass uns die Herausforderungen annehmen und die Chancen gestalten – mit Offenheit, Mut und einer echten Lernkultur. Denn gerade jetzt entscheidet sich, welche Unternehmen und welche Menschen den Wandel nicht nur mitlaufen, sondern aktiv vorantreiben.

Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

KI-Reifecheck in 5 Minuten

Wie fit ist euer Unternehmen in Sachen KI? Mit unserem KI-Check-Selbsttest erkennst du Potenziale für ein eigenes GPT und siehst, wo ihr nachsteuern solltet. Schnell, praxisnah und direkt umsetzbar.

Profilbild Johanna Heise, junge Frau mit langen dunklen Haaren in blauem Blazer

Über die Autorin: Johanna Heise

Johanna Heise (Jg. 1999) ist Head of Brand & Culture bei heise und CEO bei heise ventures sowie Geschäftsführerin der Heise Knowledge GmbH. Seit Mai 2023 verantwortet sie das Employer‑ und Dachmarken‑Branding bei heise, seit März 2024 die Venture‑Investments. Zuvor beriet sie bei KPMG und Simon‑Kucher. Sie studierte Management an der WHU (B.Sc.) und an der ESCP Business School (M.Sc.) in London, Berlin und Madrid, mit Fokus auf Familienunternehmen, internationales Management sowie Sales & Marketing.


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Einführung generativer KI im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/einfuehrung-generativer-ki-im-unternehmen/ Thu, 30 Apr 2026 16:20:13 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9105 Hohe Erwartungen, ernüchternde Ergebnisse: Viele Unternehmen investieren in generative KI, ohne messbare Effekte zu erzielen. Wir zeigen die typischen Stolperfallen und entscheidenden Erfolgsfaktoren bei der Einführung von KI im Unternehmen auf.

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Einführung generativer KI im Unternehmen

Warum Strategien oft scheitern & was wirklich funktioniert

Von: Alexander Miguel Meyer

KI-Strategien überzeugen häufig auf dem Papier – in der Umsetzung scheitern sie regelmäßig. Zunächst wird Copilot als Lösung in den Raum gestellt, es folgen Präsentationen mit ambitionierten Versprechen, begleitet von internen Kommunikationskampagnen. Wenige Wochen später kehrt Ernüchterung ein. KI soll Prozesse beschleunigen und messbare Ergebnisse liefern, doch die Praxis zeigt deutliche Lücken: Das Marketing erhält über Copilot nur generische Kampagnen-Briefings ohne Markenbezug. Das Controlling lässt Q3-Zahlen per ChatGPT zusammenfassen, doch die Ergebnisse verfehlen die strategisch relevanten Kernaussagen. Im Vorstand entstehen kritische Fragen: „Warum wurden 300.000 Euro investiert, wenn die Tools kaum genutzt werden? Warum empfiehlt unsere KI Kunden, die seit Jahren nicht mehr aktiv sind?“ 

Dieser Verlauf wiederholt sich in vielen Unternehmen: hohe Erwartungen, schneller Launch, Orientierungslosigkeit, Enttäuschung. Hinzu kommen ausbleibende Produktivitätsgewinne, die zuvor in Aussicht gestellt wurden. 

Was läuft da schief? 

  1.  Alle tun so, als wüssten sie Bescheid. In Meetings wird zustimmend genickt, später jedoch heimlich nach Begriffen wie „Prompt“ gegoogelt. Niemand möchte ahnungslos wirken. Nur der Praktikant setzt KI bereits routiniert ein – und macht damit das übrige Team nervös. 
  2. Schulung ohne Praxisbezug. Ein einstündiger Inspirationsvortrag ersetzt keine Anleitung. Es fehlen konkrete Prompts, Workflows und Compliance-konforme Tools. Zurück bleibt die Frage: Wie und wo anfangen? 
  3. Zwischen Angst und Hype. Manche befürchten, dass KI sie ersetzen wird. Andere glauben, es ist nur ein Hype – wie Google+ oder NFTs. Das Ergebnis: Die wenigsten nehmen sich bewusst Zeit, um zu experimentieren. 
  4. Der ROI fehlt – und jeder merkt es. Lizenzen werden gekauft, aber keine Nutzungsgewohnheiten etabliert. Dashboards weisen geringe Aktivität aus – und die KI-Verantwortlichen geraten unter Rechtfertigungsdruck. 
  5. Veraltete Governance. Das Legal-Team fordert Klarheit. Compliance benötigt eindeutige Regeln, die jedoch fehlen. Mitarbeitende handeln in einem regulatorischen Vakuum und wissen nicht, was erlaubt ist. 

Wie KI-Einführung wirklich funktioniert 

Entscheidend ist die richtige Mischung aus Top-Down- und Bottom-Up-Maßnahmen. Die folgenden sechs Ansätze haben sich bewährt. 

Mit KI-Champions starten 

Identifiziere die fünf bis zehn Prozent der Belegschaft, die experimentierfreudig sind – die natürlichen Early Adopters. Statte sie mit Tools, Systemzugängen und expliziter Testerlaubnis aus und stelle konkrete Aufgaben: Lässt sich das Reporting beschleunigen? Können Angebote automatisiert auf Kunden-Pain-Points zugeschnitten werden? Dokumentiere kleine Erfolge – etwa 20 Minuten Zeitersparnis in der Sales-Nachbereitung oder automatisierte Excel-Prozesse – und mache sie in All-Hands-Meetings sichtbar. Exklusive Programme wie „KI-Explorer“ erzeugen zusätzlich Nachfrage in anderen Teams. 

Mit echten Anwendungsfällen lernen 

Generische Future-of-Work-Sessions bringen wenig. Wirksamer sind kurze, rollenbasierte Trainings von 20 bis 30 Minuten mit einfachen Beispielen wie „Formuliere diesen LinkedIn-Post um“ oder „Fasse diesen Excel-Report zusammen“. Praxisnutzen schafft Vertrauen und Neugier. 

Zur Identifikation konkreter Use Cases eignet sich eine einfache Tabelle mit fünf Fragen: 

  1. Was ist meine Aufgabe? 
  2. Wie viel Zeit benötige ich dafür? 
  3. Lässt sich die Aufgabe automatisieren? 
  4. Welche Tools kommen dafür infrage? 
  5. Lassen sich die Tools sicher einsetzen? 

Aus den Antworten entsteht eine nach Aufwand und Nutzen priorisierte Shortlist. 

Vermittle zudem, wie man KI als Coach nutzt. Der Mehrwert steigt deutlich, wenn KI Rückfragen stellt, statt nur zu antworten. Ein bewährter Zusatz im Prompt: „Bevor du antwortest, stelle mir weitere Fragen, um meine Problemstellung besser zu verstehen.“ Jedes Training sollte mit zwei bis drei Prompts zum Ausprobieren enden. Bringt KI binnen zehn Minuten keinen Nutzen, ist sie für den Anwendungsfall vermutlich ungeeignet. 

Mache KI zur Challenge 

Sichtbarkeit und spielerische Anreize fördern die KI-Nutzung. Teile Erfolge in Teammeetings („Katrin hat mit GPT das Kunden-Review in der Hälfte der Zeit vorbereitet.“) und etabliere Formate wie den „Prompt der Woche“: eine Folie, ein intelligenter Prompt, eine Minute Erklärung über Zeitersparnis oder Ideengenerierung. Feiere Unerwartetes, z. B. den Praktikanten, der das Onboarding-Dokument mit GPT optimiert, oder die Managerin, die Besprechungsnotizen in To-do-Listen umwandelt. 

Job-Sicherheit klar adressieren 

Viele Mitarbeitende haben Sorgen, ohne sie auszusprechen. Kommuniziere proaktiv und wiederholt: KI ersetzt keine Menschen, sondern repetitive Aufgaben. Offene Formate wie 15-Minuten-Q&A-Sessions oder Slack-AMAs helfen, konkrete Fragen im Zusammenhang mit KI zu klären – etwa zur Nutzung von Kundendaten oder zur Optimierung von Reporting-Prozessen. Kommuniziere Erfolgsgeschichten, zeige messbare Verbesserungen und positioniere KI als strategischen Copiloten. Nicht als Bedrohung, sondern als Enabler für Wertschöpfung. Das Ziel: weniger operative Routine, mehr Raum für Leadership, Innovation und echte Problemlösung, während KI die Fließbandarbeit übernimmt. 

KI-Implementierung als strategischer Produktansatz 

Behandle die KI-Einführung wie einen Produkt-Launch, das heißt als kontinuierlichen Transformationsprozess, nicht als Einzelprojekt. Miss reale Nutzung anhand von Prompt-Aktivität, Tool-Adoption und Zeitersparnis. Werden z. B. nur E-Mail-Funktionen genutzt, spezialisierte Tools aber ignoriert, ist eine Strategieanpassung nötig. Ebenfalls gut funktionieren zentrale Anlaufstellen wie ein dediziertes Helpdesk oder Slack-Channel. Power-User und KI-Champions fungieren hier als Multiplikatoren für Best Practices und Problemlösungen. Verbessere das Training datenbasiert und identifiziere dafür wiederkehrende Herausforderungen. Wenn beispielsweise Tonalitätsanpassungen problematisch sind, erstelle kurze, gezielte 3-Minuten-Tutorials.  

KI-Sicherheit und Compliance offen thematisieren 

KI-Sicherheit muss proaktiv adressiert werden, damit Unklarheit Innovation nicht blockiert. Führungskräfte sollten fünf Kernfragen klären können: 

  1. Hosting-Location: Wo ist das Modell gehostet? 
  2. Datenverarbeitung: Wer verarbeitet unsere Daten? 
  3. Datenspeicherung: Werden Daten gespeichert oder geloggt? 
  4. Modell-Training: Wird das Modell mit unseren Daten trainiert? 
  5. Datenkontrolle: Haben wir Kontrolle über Zugriff, Löschung und Aufbewahrung? 

Regel: Kannst du nicht alle fünf Fragen beantworten, sollte kein Einsatz sensibler Daten erfolgen. 

Es empfiehlt sich die Implementierung eines Ampel-Systems für die Tool-Freigabe: 

  • Grün: Tools in sicherer Cloud-Umgebung 
  • Gelb: Vertrauenswürdige Anbieter mit Admin-Kontrollen und Auftragsverarbeitungsvertrag 
  • Rot: Öffentliche Tools mit unklarer Datenpolitik – Nutzungsverbot 

In einer freigegebenen Standard-Toolbox lassen sich alle zugelassenen Anwendungen bündeln. Was genehmigt ist, wird produktiv genutzt. Es ist entscheidend, Unklarheiten auszuräumen, denn sie führen zu Compliance-Risiken oder Innovationsstillstand. Für höchste Sicherheitsanforderungen empfiehlt sich eine eigene GPT-Instanz in der unternehmenseigenen Cloud-Umgebung. 

Fazit: KI rettet dein Unternehmen nicht – deine Mitarbeitenden schon 

Voraussetzung dafür sind die passenden Tools, klare Rahmenbedingungen und der richtige Kontext. Transformation entsteht nicht in Präsentationen, sondern im Arbeitsalltag – etwa, wenn eine HR-Managerin mithilfe von Copilot ihre administrativen Aufgaben halbiert und die gewonnene Zeit in strategisches Team-Coaching investiert. Genau hier liegt der messbare Mehrwert von KI – und er ist realisierbar.  


Illustration Roboter läuft in Raum mit Menschen in Blautönen gehalten

Eigenes GPT fürs Unternehmen – lohnt sich das?

Finde heraus, wo dein Unternehmen beim Thema KI steht und welches Potenzial eine eigene GPT-Implementierung bietet. Unser kostenfreies Whitepaper zeigt Architektur, Verantwortung und Best Practices – praxisnah, verständlich und sofort umsetzbar.

Portraitbild von Alexander Miguel Meyer

Über den Autor: Alexander Miguel Meyer

Nach Stationen in der Management- und IT-Beratung gründete AI Strategy Consultant Alexander Miguel Meyer Dualis Studio – eine Beratung, die DAX-Konzerne und Mittelständler in Deutschland und den USA bei der strategischen KI-Adoption begleitet. Als Trainer und Dozent hat er über 3.000 Professionals befähigt, KI wirksam in ihrer Arbeit zu nutzen. Mit seinem Newsletter „AI-Empowered Leaders“ und seinen Beiträgen auf LinkedIn und im Blog erreicht er rund 40.000 Entscheiderinnen und Entscheider.


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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst  https://blog.heise-academy.de/learning-on-demand-wissen-genau-dann-wenn-du-es-brauchst/ Fri, 24 Apr 2026 15:52:40 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9065 Wenn im entscheidenden Moment nichts mehr läuft, hilft kein geplanter Kurs, sondern die richtige Lösung im richtigen Moment. Hier setzt Learning on Demand an. Der Beitrag zeigt Stärken, Grenzen und wie du damit schneller und nachhaltiger lernst.

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Learning on Demand: Wissen genau dann, wenn du es brauchst 

Warum gezieltes Lernen im Moment of Need in der IT unverzichtbar ist und klassische Weiterbildung oft zu kurz greift 

Von: Arne Schmidt

Die Anwendung läuft in der Testumgebung einwandfrei. Dann geht sie live und nichts geht mehr. Das halbe Team ist schon im Wochenende. Was jetzt hilft, ist kein Kurs und kein Seminar, das irgendwann mal auf der Roadmap stand. Was jetzt hilft, ist die richtige Antwort zur richtigen Zeit. 

Genau das ist Learning on Demand. In der IT-Branche ist dieses Vorgehen längst gängige Praxis, da der Arbeitsalltag es schlichtweg erfordert. Trotzdem behandeln viele Unternehmen Weiterbildung noch so, als ließe sich Wissen auf Vorrat anlegen: Seminarkatalog durchblättern, Termin buchen, zwei Tage raus aus dem Projekt und dann ist drei Wochen später die Hälfte vergessen. 

Dieser Artikel ist für alle, die das kennen. Und für alle, die gezieltes Lernen im Moment of Need bewusst nutzen wollen, statt es dem Zufall zu überlassen. 

Was Learning on Demand wirklich bedeutet 

Statt ein Thema von Grund auf durchzuarbeiten, startet man mit einer konkreten Frage. Man sucht sich gezielt die Antwort in der Dokumentation, in einem Forenthread oder in einem kurzen Video und wendet sie sofort an. Problem erkannt, Wissen geholt, Lösung umgesetzt. 

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Weiterbildung: Der Auslöser ist eine reale Situation, kein Schulungskatalog. Wissen, das sofort angewendet wird, bleibt hängen, weil es direkt mit einer konkreten Erfahrung verknüpft ist. 

Zwei typische Situationen aus dem IT-Alltag zeigen, wie das aussieht: 

Man vor Computer versucht ein IT-Problem zu lösen.

Ein Engineer soll eine bestehende Infrastruktur auf eine neue Plattform migrieren. Die grundsätzlichen Konzepte beherrscht er, aber die konkrete Umsetzung in der neuen Umgebung ist Neuland. Er fängt nicht bei null an, sondern nimmt sein bestehendes Wissen als Gerüst und arbeitet sich gezielt in die plattformspezifischen Unterschiede mit Hilfe von Videokursen ein. Stück für Stück, immer entlang der konkreten Aufgabe. Nach einer Woche läuft das System, und er hat die neue Plattform dort verstanden, wo es zählt. 

Manchmal taucht das Problem aber ungeplant auf. Kurz vor einem Release können sich mehrere Teammitglieder plötzlich nicht mehr bei Cloud-Diensten anmelden, aber lokal funktioniert alles. Der Admin grenzt die Ursache schnell ein: Eine kürzliche Änderung an der Benutzerverwaltung wurde nicht sauber mit dem Cloud-Verzeichnis synchronisiert. Die Details der Synchronisation sind nicht sein tägliches Brot. Also recherchiert er gezielt: offizielle Dokumentation, ein passender Blogbeitrag, die Logs im Admin-Portal. Nach anderthalb Stunden ist das Problem behoben und er weiß jetzt genau, worauf er bei solchen Änderungen künftig achten muss. 

Mann verzweifelt vor einen Computer.

Was beide Situationen gemeinsam haben: Es gab ein konkretes Problem, eine Deadline und Druck. Und genau das war der beste Lernauslöser. 

Wo der Ansatz an seine Grenzen stößt 

So effektiv Learning on Demand im Alltag ist, es funktioniert nicht immer. 

Gezieltes Lernen im Moment of Need setzt ein Fundament voraus. Wer die Grundlagen eines Themas nicht versteht, kann weder die richtige Frage stellen noch die Antwort bewerten. Komplexe, zusammenhängende Themen lassen sich nicht in zwanzig Minuten aus einem Blogbeitrag erschließen. Sie brauchen Struktur, Zeit und oft jemanden, der Inhalte einordnet. 

Viele sehen Learning on Demand fälschlicherweise als kompletten Ersatz für Schulungen an. Doch wer glaubt, man könne sich einfach alles „ergoogeln”, stößt schnell an Grenzen. Fehlen die Grundlagen, mutiert die Lösungsfindung zu einem ziellosen Ausprobieren. Ein solches Vorgehen verschlingt am Ende weit mehr Zeit, als ein ordentlicher Kurs je gekostet hätte. 

Learning on Demand ergänzt fundierte Weiterbildung. Das eine liefert das Fundament, das andere die Antwort im entscheidenden Moment. 

Was im Alltag wirklich funktioniert 

Wer Learning on Demand bewusst angeht, holt deutlich mehr raus. Nicht durch komplizierte Systeme, sondern durch einfache Gewohnheiten. 

  • Die eigenen Quellen kennen und pflegen. Eine kuratierte Sammlung aufbauen: offizielle Dokumentation, zwei oder drei vertrauenswürdige Fachblogs, ein Bookmark-Ordner mit bewährten Referenzen. Keine riesige Linksammlung, sondern eine Handvoll Quellen, bei denen man weiß: Hier finde ich eine belastbare Antwort. 
  • Wissen festhalten und teilen. Problem gelöst? Kurz notieren, was das Problem war, was die Ursache und was geholfen hat. Ob internes Wiki, Team-Channel oder fünf Minuten im Weekly. Das Format ist egal. Entscheidend ist, dass Wissen nicht im Kopf einer einzelnen Person bleibt. 
  • Kleine Lerneinheiten bewusst nutzen. Oft reicht ein einzelnes Kapitel, ein gezieltes Video oder ein Abschnitt in der Dokumentation. Zwanzig fokussierte Minuten, die ein konkretes Problem lösen, bringen mehr als ein ganzer Seminartag, aus dem man drei Folien mitnimmt. 
  • Strukturiertes Lernen und On-Demand verbinden. Genau hier setzt das Campus-Modell an: modulare, praxisnahe Lerneinheiten, die sich gezielt in den Arbeitsalltag einfügen lassen. Man steigt im eigenen Tempo direkt in das Thema ein, das gerade relevant ist. So werden spontanes Nachschlagen und strukturiertes Vertiefen zum Zusammenspiel.

Wer nur auf Kurse setzt, lernt zu langsam 

Die IT wartet nicht darauf, dass jemand einen Schulungskatalog durchblättert. Die besten IT-Professionals haben das verstanden. Sie finden die Antwort, wenn sie sie brauchen. 

Das bedeutet nicht, dass strukturierte Weiterbildung überflüssig ist. Wer nur on demand lernt, ohne solide Grundlagen, baut auf Sand. Aber wer nur auf geplante Kurse setzt und dazwischen aufhört zu lernen, verliert den Anschluss. 

Wir lernen am meisten direkt am Rechner, wenn wir unter Druck ein akutes Problem lösen müssen. Dieser Ansatz ist keine Notlösung, sondern eine der stärksten Formen der Weiterbildung. Die einzige Voraussetzung ist ein bewusstes Vorgehen. Das bedeutet konkret: Verlässliche Quellen sammeln, gefundene Lösungen festhalten und das gewonnene Wissen weitergeben. Außerdem müssen wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass echtes Lernen immer mit einem gedruckten Zertifikat enden muss. 


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID 

Lerne im Videokurs, wie du mit Zero-Trust-Prinzipien und Microsoft Entra ID administrative Identitäten wirksam schützt. Anhand praxisnaher Beispiele baust du eine moderne, sichere IT-Infrastruktur auf und behältst Berechtigungen jederzeit im Griff. 


Über den Autor: Arne Schmidt

Arne ist Werkstudent in der heise academy und studiert Wirtschaftswissenschaften im Master. Für ihn sind stetige Weiterentwicklung und kontinuierliches Lernen zentrale Bausteine für akademischen und beruflichen Erfolg. Umso mehr freut er sich, sein IT-Wissen kontinuierlich auszubauen und neue Impulse für Studium und Praxis zu gewinnen.


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secIT by heise 2026 https://blog.heise-academy.de/secit-by-heise-2026/ Tue, 14 Apr 2026 11:13:48 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9081 Die Frage ist längst nicht mehr, ob man angegriffen wird, sondern wann. Die IT-Security-Kongressmesse secIT in Hannover bot Sicherheitsbeauftragten auch dieses Jahr hilfreiches Fachwissen, wie Sie Angriffe erkennen, verhindern und eindämmen.

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secIT by heise 2026

Treffpunkt der IT-Security-Szene mit Fokus auf aktuelle Bedrohungen und wirksame Abwehr

Von: Klaus Bierschenk 

Vom 17. bis 19. März 2026 wurde Hannover erneut zum Treffpunkt der IT-Sicherheits-Community: Die secIT by heise öffnete bereits zum neunten Mal ihre Tore im Hannover Congress Centrum. Die über 4.400 Teilnehmenden erwarteten 80 Vorträge und 60 Deep-Dive-Sessions, verteilt auf vier Hallen und vier Bühnen – ein dichtes Programm mit klarem Fokus auf aktuelle Bedrohungslagen und konkrete Gegenmaßnahmen. 

Workshops: Von Regulierung bis Betriebssystemhärtung 

Traditionell startete die Veranstaltung mit einem Workshop-Tag. Das Spektrum reichte von regulatorischen Themen wie der Umsetzung der EU-NIS-2-Richtlinie bis hin zum Aufbau eines Information Security Management Systems (ISMS) nach ISO 27001. 

Auch technisch ging es in die Tiefe: So wurde etwa gezeigt, wie sich Windows 11 allein mit Bordmitteln und ohne Dritthersteller-Software absichern lässt – ein praxisnaher Ansatz, der besonders für kleinere IT-Teams interessant ist. 

Auftakt: Cybersicherheit ist heute wichtiger denn je 

Am zweiten Tag eröffnete Johanna Heise, Gesellschafterin der Heise Gruppe und Gründerin von „Women in Tech by heise“, offiziell die Konferenz, und das mit einer klaren Botschaft: Die Frage ist längst nicht mehr, ob Unternehmen angegriffen werden, sondern wann. Rund 60 Prozent der Handwerksbetriebe wurden bereits Opfer von Cyberattacken. Als aktuelles Beispiel verwies sie auf den Angriff auf das Buchungssystem der Deutschen Bahn im Februar 2026, der zu massiven Störungen führte. 

Auch die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens unterstrich die wachsende Bedeutung von Cybersicherheit – insbesondere durch kontinuierliche Schulung und enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und IT-Sicherheitsexperten. 

Polizeiarbeit: International vernetzt gegen Ransomware 

Ein Highlight der Kongressmesse war der Vortrag von Daniel Lorch vom Polizeipräsidium Reutlingen. Am Beispiel der weltweit agierenden Ransomware-Gruppe „Hive“ zeigte er eindrucksvoll, wie effektiv koordinierte Maßnahmen gegen Cyberkriminalität sein können. Im Rahmen der Operation „Dawnbreaker“ gelang es dem internationalen Ermittlerteam unter Beteiligung des FBI, in die Infrastruktur der Täter einzudringen und die Gruppe zu zerschlagen. 

Besonders brisant: Hive machte auch vor Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen nicht Halt. Der entstandene Schaden geht in die Milliarden, bei über 1.500 dokumentierten Straftaten. 

Lorchs Appell an Unternehmen war klar: IT-Dienstleister müssen sich kritischen Sicherheitsfragen stellen. Wer hier keine überzeugenden Antworten liefert, ist ein Risiko. Denn im Ernstfall kann ein Angriff binnen Tagen zur Existenzfrage werden. 

Breite Themen, klare Botschaften 

Im Fokus der Vorträge stand die Frage, wie sich Cyberangriffe erkennen, verhindern und eindämmen lassen. Wie Unternehmen ihre Systeme sauber und sicher verwalten, um Risiken zu minimieren, war Thema meines eigenen Vortrags mit dem Titel „Digitaler Frühjahrsputz in Entra ID – Aufräumen für mehr Sicherheit“. Unbenutzte Konten und veraltete Richtlinien im Entra Tenant stellen eine erhebliche Gefahr dar. Der Abbau solcher Altlasten lässt sich bestens mit Bordmitteln realisieren – ein wichtiger Hinweis für Organisationen ohne großes Security-Budget. 

Viele Hersteller, Microsoft vorweg, plädieren für eine passwortlose Authentifizierung. Die Tools sind da, die Hardware etwa in Form von Smartphones auch, aber in der Realität sind Passwörter in Unternehmen nach wie vor der Standard. Der Vortrag „Passwörter im Fadenkreuz – Wie Angreifer vorgehen und wie KI das Spiel verändert“ zeigte, wie moderne Passwortattacken ablaufen und zeitgemäßer Schutz dagegen aussehen muss. Maßnahmen wie Passwortmanager und Multi-Faktor-Authentifizierung sind dabei einfache, aber effektive Gegenmittel.  

Hacking zum Mitmachen: Angriffsszenarien live erlebt 

Für besonders viel Andrang sorgte der interaktive Vortrag von Lisa Lobmeyer und Linus Neumann. In einem Rollenspiel simulierten sie eine Cyberattacke. Dabei schlüpfte das Publikum in die Rolle der Angegriffenen und durfte per Votum entscheiden, wie im Krisenfall verfahren werden soll. 

Deutlich wurde dabei, wie Angriffe typischerweise ablaufen. Es beginnt mit der Infiltrierung. Die Angreifer setzen sich fest, spähen die Landschaft nach Gelegenheiten aus, implementieren Hintertüren und beschaffen sich Privilegien. Diese Vorbereitungen können Wochen dauern und bleiben oft unbemerkt. 

Ein zentrales Learning: Vorsorge ist alles. Sicherheitsmaßnahmen müssen in „Friedenszeiten“ etabliert werden, um für den Notfall gerüstet zu sein und schnell handeln zu können. 

Tritt ein Sicherheitsvorfall ein, ist es entscheidend, zu wissen, wo die kritischsten Daten des Unternehmens liegen. Letzten Endes sind sie alle relevant, doch die aktuellen Daten haben den höchsten Geschäftswert. 

Ebenso wichtig ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren, um unter Zeitdruck die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Daher empfahlen Lisa Lobmeyer und Linus Neumann, die Verhandlungen von externen, emotional unbeteiligten Personen führen zu lassen, die den notwendigen Abstand zu den Assets haben. 

Fazit 

Die secIT 2026 bot erneut einen gelungenen Mix aus strategischem Überblick, technischer Tiefe und direktem Austausch. Für Security-Verantwortliche, Admins und Entscheider gleichermaßen lieferte die Veranstaltung wertvolle Impulse. 

Eine zentrale Erkenntnis zog sich durch alle Beiträge: Angriffe sind Alltag, Vorsorge ist unerlässlich. Wer seine Systeme kennt, aufräumt und grundlegende Sicherheitsmaßnahmen umsetzt, reduziert Risiken deutlich – und genau hier setzt der Wissensgewinn durch Formate wie die secIT an.


Maske, schwarzer Hoodie, farbige Streifen, illustriert

Einführung in Ethical Hacking

IT-Sicherheit beginnt mit dem Verständnis von Angriffsmethoden. Mit Kali Linux, dem Standardwerkzeug für Ethical Hacking, führt dieser Kurs durch den kompletten Prozess von der Einrichtung einer sicheren Testumgebung über die systematische Aufklärung bis hin zur fachgerechten Spurenbeseitigung.

Portrait Klaus Bierschenk

Über den Autor: Klaus Bierschenk

Klaus Bierschenk ist seit über 20 Jahren in der IT-Branche tätig und bringt umfassende Erfahrung aus internationalen Identity- und Security-Projekten mit. Als Technologieberater bei CGI Deutschland liegt sein Schwerpunkt auf hybriden IT-Infrastrukturen. Seine Begeisterung für Cloud- und Microsoft-Technologien ist ungebrochen. Er unterstützt IT-Betreiber bei Herausforderungen rund um Active Directory und Microsoft Entra ID.


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IT-Sicherheit im Unternehmen https://blog.heise-academy.de/it-sicherheit-im-unternehmen/ Thu, 12 Mar 2026 08:20:27 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9056 IT-Sicherheit betrifft alle Mitarbeitenden: Erfahre, wie Unternehmen Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung etablieren, Risiken minimieren und Vertrauen stärken.

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IT-Sicherheit im Unternehmen

Warum IT-Sicherheit alle Mitarbeitenden betrifft

Von: Carla Maria Hoppe

IT-Sicherheit wird häufig allein der IT-Abteilung zugeschrieben. Firewalls, Endpoint-Schutz und Monitoring – das alles ist technisch gut gelöst. Doch moderne Cyberangriffe zeigen, dass die größte Schwachstelle nicht im Serverraum, sondern direkt an den Arbeitsplätzen der Mitarbeitenden sitzt. IT-Sicherheit kann kein isoliertes IT-Thema sein, sondern muss eine unternehmensweite Verantwortung werden. Nur eine Sicherheitsstrategie, die Technik, Prozesse und Mitarbeitende gleichermaßen berücksichtigt, kann nachhaltig wirken.  

Cybercrime 2024: Eine alarmierende Lage 

Laut dem SoSafe Cybercrime Report verursachte Cybercrime 2024 in Deutschland Schäden in Höhe von 178,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Weltweit wurden im selben Jahr 13,4 Milliarden kompromittierte Accounts registriert (GData). Besonders kritisch ist die Zeitspanne, bis ein Angriff erkannt wird: Im Durchschnitt vergehen 293 Tage, bis Phishing-Angriffe identifiziert und eingedämmt werden. Hinzu kommt, dass fast 34 % der Mitarbeitenden deutscher Unternehmen ihre IT-Sicherheitskompetenz als gering oder sehr gering einschätzen. 

Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und unterstreichen die Notwendigkeit, IT-Sicherheit nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch und kulturell zu verankern. Die Kernaufgabe: Awareness schaffen und Cybersecurity als Verantwortung jedes Einzelnen im Unternehmen etablieren. 

IT-Security versus Cybersecurity: Eine wichtige Unterscheidung 

IT-Security und Cybersecurity werden oft synonym verwendet, doch es gibt einen wichtigen Unterschied. Während IT-Security den Schutz der gesamten IT-Infrastruktur eines Unternehmens abdeckt – also Server, Netzwerke, Endgeräte und Daten – fokussiert Cybersecurity vor allem auf die Abwehr von netzwerk- und internetbasierten Angriffen. In der Praxis überschneiden sich beide Bereiche stark, und viele Unternehmen haben IT-Security- und Cybersecurity-Teams eng verzahnt oder in einer gemeinsamen Abteilung. Sie arbeiten mit ähnlichen Technologien, unterscheiden sich jedoch in der Perspektive: Die IT-Security kümmert sich um den sicheren Betrieb der Infrastruktur, Cybersecurity um die Abwehr komplexer und gezielter Angriffe. 

Für die IT-Leitung bedeutet das, über die Technik hinaus zu denken. Es reicht nicht, dass Firewalls, Monitoring-Systeme oder Anti-Malware-Lösungen reibungslos funktionieren. Ebenso wichtig ist es, die organisatorischen Prozesse klar zu definieren und die Mitarbeitenden ausreichend zu sensibilisieren, damit sie potenzielle Angriffe frühzeitig erkennen und angemessen reagieren können. 

Die täglichen Herausforderungen für die IT 

Auch wenn die IT in den meisten Unternehmen technisch gut ausgestattet ist, stößt die IT-Leitung täglich auf Probleme, die sich nicht allein mit Technologie lösen lassen. Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Tools sind zwar entscheidend, doch die größte Schwachstelle liegt oft beim Menschen. Viele Mitarbeitende betrachten IT-Sicherheit weiterhin als Aufgabe der IT-Abteilung und fühlen sich selbst nicht verantwortlich. Das führt dazu, dass Phishing-Mails übersehen, Passwörter mehrfach verwendet oder Warnungen ignoriert werden. 

Ein weiteres Risiko stellt Social Engineering dar. Angreifer nutzen psychologische Mechanismen wie Zeitdruck, Autorität oder Hilfsbereitschaft, um Informationen zu erhalten oder Aktionen auszulösen. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Technologien werden diese Angriffe zunehmend professioneller: Phishing-Mails erscheinen individueller, Deepfake-Stimmen imitieren Führungskräfte, und automatisierte Angriffsszenarien steigern Geschwindigkeit und Präzision. 

Die zentrale Herausforderung für die IT-Leitung besteht daher darin, eine Sicherheitskultur zu etablieren, die alle Mitarbeitenden erreicht und Cybersecurity als gemeinsame Verantwortung vermittelt. 

Wo die größten Gefahren im Unternehmen lauern 

Die Erfahrung zeigt, dass Cyberrisiken oft an den Stellen entstehen, an denen sie am wenigsten erwartet werden. Dazu gehören Phishing-E-Mails mit manipulierten Links oder Anhängen, Ransomware, die Unternehmensdaten verschlüsselt, sowie schwache oder mehrfach genutzte Passwörter. Fehlende Multi-Faktor-Authentifizierung, Social-Engineering-Angriffe über Telefon oder Business-Netzwerke und die unsichere Nutzung öffentlicher WLANs verstärken die Gefährdung zusätzlich. 

Ein besonders kritischer Punkt ist die Meldung von Vorfällen. Viele Mitarbeitende zögern, Sicherheitsvorfälle zu melden, aus Angst vor Fehlern oder Konsequenzen. Wenn Angriffe erst spät erkannt werden, steigt der Schaden oft exponentiell. Deshalb ist es entscheidend, dass jede Person im Unternehmen genau weiß, wie sie sich im Ernstfall verhalten soll. 

Notfallplanung: Klarheit schaffen 

Ein Notfallplan ist nur wirksam, wenn er gelebt wird. Er muss sicherstellen, dass jede Mitarbeitende weiß, an wen sie sich bei einem Verdachtsfall wenden kann, welche Schritte zu unternehmen sind und welche Handlungen vermieden werden müssen. Regelmäßige Schulungen, simulierte Angriffe und praxisnahe Übungen helfen, dass die Sicherheitsvorgaben nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern im Arbeitsalltag verankert sind. So wird aus einer theoretischen Maßnahme ein funktionierendes Sicherheitsnetz, das das gesamte Unternehmen schützt. 

Sechs Maßnahmen für mehr Cybersecurity Awareness 

  • Praxisnahe Awareness-Trainings: Kurze, verständliche Trainings helfen Mitarbeitenden, reale Angriffszenarien zu erkennen. Anstatt abstrakter Technikvorträge werden konkrete Beispiele gezeigt. 
  • Simulierte Phishing-Tests: Mitarbeitende erhalten gefälschte Phishing-Mails, lernen ihre eigenen Schwachstellen kennen und erfahren, wie sie angemessen reagieren. Solche Simulationen erhöhen das Bewusstsein und schaffen Sicherheit im Umgang mit verdächtigen Nachrichten. 
  • Einfache Sicherheitsregeln: Klare, praktikable Regeln sind entscheidend für den Erfolg jeder Sicherheitsstrategie. Dazu zählen der konsequente Einsatz von Passwortmanagern, Multi-Faktor-Authentifizierung und das sofortige Melden verdächtiger E-Mails. 
  • Führungskräfte als Vorbilder: Cybersecurity funktioniert nur, wenn sie ernst genommen wird – besonders von den Führungskräften. Wer selbst die Regeln befolgt, motiviert das gesamte Team, aufmerksam zu bleiben. 
  • Positive Sicherheitskultur: Eine offene Fehlerkultur ist entscheidend. Sicherheitsvorfälle oder Verdachtsmomente sollten gemeldet und nicht vertuscht werden. So können Probleme frühzeitig erkannt und präventive Maßnahmen eingeleitet werden. 
  • Technik und Kultur kombinieren: Technische Maßnahmen wie Firewalls, Monitoring-Systeme und Anti-Malware-Lösungen sind unverzichtbar, reichen aber alleine nicht aus. Erst in Kombination mit sensibilisierten Mitarbeitenden und klaren Prozessen entsteht ein wirksamer Schutz. 

Fazit: Cybersecurity ist gemeinsame Verantwortung 

Letztlich zeigt sich: Cybersecurity fängt bei jedem Mitarbeitenden an und hört nicht bei der Technik auf. Unternehmen, die dies verinnerlichen und konsequent umsetzen, verringern das Risiko von Angriffen deutlich und stärken gleichzeitig das Vertrauen sowie die Widerstandskraft ihres Teams. 


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Für alle, die IT(-Security) lieben

Know-how auf höchstem Niveau

Unsere Mission? Deine IT(-Security)-Kompetenzen auf das nächste Level zu heben – für Teams und Einzelpersonen. Investiere in deine und eure kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung und sichere den langfristigen Erfolg eures Unternehmens.

Über die Autorin: Carla Maria Hoppe

Lebenslanges Lernen, Prozessoptimierung und Transformation begleiten Carla seit Beginn ihrer Arbeit. Ihre in der Zusammenarbeit mit IT- und Ingenieur-Teams gesammelte Erfahrung nutzt die Marketing-Verantwortliche in unserem Blog, um das Thema IT-Weiterbildung näher zu beleuchten.


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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung https://blog.heise-academy.de/so-wird-deine-fabric-datenplattform-zur-festung/ Thu, 05 Mar 2026 08:00:00 +0000 https://blog.heise-academy.de/?p=9026 Mit Security by Design sorgst du für eine Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist.

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So wird deine Fabric-Datenplattform zur Festung

Security by Design

Von: Emil Vinčazović

Microsoft Fabric hat sich schnell als die zentrale SaaS-Plattform für Daten und Analytics etabliert. Die Verlockung ist groß: Alle Daten an einem Ort, einheitliche Tools und eine nahtlose Benutzererfahrung für alle, vom Data Engineer bis zum Business-Anwender. Doch gerade diese Zentralisierung und die damit verbundene Ansammlung geschäftskritischer Daten machen Fabric zu einem extrem schützenswerten Gut. Ein unzureichend gesichertes Fabric-System ist wie ein offener Tresorraum im digitalen Herzen deines Unternehmens. Es reicht hier bei Weitem nicht, Sicherheit als Checkliste zu betrachten, die man zwischendurch mal abarbeitet. Du musst Sicherheit von Grund auf in deine Architektur integrieren. Dieses Prinzip nennt sich Security by Design. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Fabric im Zusammenspiel mit Microsoft Entra ID, Azure Key Vault und Microsoft Defender for Cloud zu einer wahren Festung ausbaust, die den höchsten Ansprüchen an Authentifizierung, Verschlüsselung und Compliance genügt, ohne dabei den Spaß an der Entwicklung zu nehmen.

Das Fundament: Identität und Zugriff mit Microsoft Entra ID

Jede ernsthafte Sicherheitsstrategie beginnt mit der fundamentalen Frage: „Wer darf was?“ In der Microsoft-Cloud ist der Schlüssel zu dieser Frage immer Microsoft Entra ID (früher Azure Active Directory). Entra ID ist nicht nur ein Anmeldedienst, sondern das zentrale Fundament deiner gesamten Fabric-Sicherheitsarchitektur.

Authentifizierung: Wer bist du und wie beweist du es?

Die Anmeldung an Fabric erfolgt ausschließlich über Entra ID. Das bedeutet, du kannst und solltest alle modernen und robusten Authentifizierungsmethoden nutzen, die Entra ID bietet. Die wichtigste Maßnahme ist die Aktivierung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Dies ist keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit für jeden Benutzer, der auf Fabric zugreift. Ein gestohlenes Passwort allein darf niemals ausreichen, um Zugriff auf deine sensibelsten Daten zu erhalten. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, könntest du Conditional Access Policies in Entra ID konfigurieren. Damit kannst du den Zugriff kontextabhängig steuern. Definiere zum Beispiel, dass ein Zugriff auf Fabric nur von bekannten Unternehmensnetzwerken oder von als konform markierten Geräten (via Intune) ohne erneute MFA-Abfrage erlaubt ist. Greift ein Benutzer jedoch von einem unbekannten Standort oder einem privaten Gerät zu, wird eine MFA-Abfrage zwingend erforderlich. Nutze hierfür am besten die Microsoft Authenticator App mit passwortlosem Login oder noch sicherere FIDO2-Sicherheitsschlüssel.

Autorisierung: Was genau darfst du tun?

Nach der erfolgreichen Authentifizierung stellt sich die Frage der Autorisierung. Hier glänzt Fabric mit einem granularen Rollen-basierten Zugriffskontrollmodell (RBAC), das tief in Entra ID verankert ist. Anstatt einzelne Benutzer direkt zu berechtigen, was schnell unübersichtlich wird, solltest du immer mit Entra ID-Sicherheitsgruppen arbeiten. Erstelle logische Gruppen wie „Fabric-Admins“, „Finance-Datenanalysten“ oder „Marketing-Berichtsleser“. Weise diesen Gruppen dann die entsprechenden Rollen innerhalb der Fabric-Workspaces zu. Kurz zu den Rollen: Die Rolle des Admins hat die volle Kontrolle, während ein Member Inhalte veröffentlichen und teilen kann. Ein Contributor kann Inhalte erstellen und bearbeiten, aber keine Apps veröffentlichen. Die Viewer-Rolle hat reinen Lesezugriff auf Berichte. Dieser Ansatz vereinfacht die Verwaltung enorm. Wenn ein Mitarbeiter das Team wechselt, entfernst du ihn einfach aus der alten Gruppe und fügst ihn zur neuen hinzu – seine Berechtigungen in Fabric werden automatisch und konsistent angepasst.

Für den programmatischen Zugriff auf die Daten selbst, insbesondere im Lakehouse oder Warehouse, solltest du niemals auf unsichere Service-Konten mit statischen Passwörtern oder Secrets zurückgreifen. Verwende stattdessen Service Principals oder, noch besser, Managed Identities. Wenn eine Azure Function oder eine Web-App auf Daten in Fabric zugreifen muss, gib ihr eine eigene, in Entra ID verwaltete Identität. Diese Identität kann dann gezielt berechtigt werden, ohne dass du dich um die Speicherung und Rotation von Anmeldeinformationen kümmern musst. Ein praktisches Feature im Zusammenspiel zwischen Azure und Fabric.

Der Tresor: Datenverschlüsselung mit Azure Key Vault

Daten in Fabric sind standardmäßig sowohl bei der Übertragung (in transit) via TLS 1.2+ als auch im Ruhezustand (at rest) mit von Microsoft verwalteten Schlüsseln verschlüsselt. Für die meisten Anwendungsfälle bietet dies bereits ein hohes Schutzniveau. In stark regulierten Branchen wie dem Finanz- oder Gesundheitswesen oder bei besonders hohen internen Sicherheitsanforderungen möchtest du die Kontrolle über die Verschlüsselungsschlüssel jedoch selbst behalten. Dieses Konzept nennt sich Bring Your Own Key (BYOK).

Hier kommt der Azure Key Vault ins Spiel. Der Key Vault ist ein gehärteter, cloudbasierter Dienst zur sicheren Speicherung und Verwaltung von kryptografischen Schlüsseln, Geheimnissen und Zertifikaten. Für maximale Sicherheit werden die Schlüssel in FIPS 140-2 validierten Hardware-Sicherheitsmodulen (HSMs) gespeichert. Du kannst Fabric anweisen, nicht die von Microsoft verwalteten Schlüssel, sondern einen Schlüssel aus deinem eigenen Key Vault für die Verschlüsselung der ruhenden Daten im OneLake zu verwenden.

Der Prozess hierfür ist ein klar definierter Ablauf. Zuerst erstellst du einen Azure Key Vault und einen RSA-Schlüssel darin. Anschließend erteilst du dem Fabric-Dienst, der durch einen eigenen Service Principal repräsentiert wird, die Berechtigung, diesen Schlüssel zu verwenden. Hierfür sind speziell die Operationen getwrapKey und unwrapKey notwendig. Schließlich aktivierst du in den Fabric-Admin-Einstellungen die BYOK-Funktion und verweist auf den spezifischen Schlüssel in deinem Key Vault. Von nun an werden alle Daten in deinem Mandanten mit deinem Schlüssel verschlüsselt. Der große Vorteil ist die volle Kontrolle. Du kannst den Schlüssel nach deinen eigenen Richtlinien rotieren oder im Notfall den Zugriff darauf widerrufen, was die Daten für den Fabric-Dienst augenblicklich unlesbar macht. Dies gibt dir ein Höchstmaß an Souveränität und ist oft eine Kernanforderung von Compliance-Prüfern. Hier sollte natürlich beachtet werden: Wer hat Zugriff auf den Key Vault? Alle Personen mit den nötigen Berechtigungen könnten natürlich die Fabric-Daten durch das Löschen des Keys unlesbar machen.

Der Wächter: Überwachung und Compliance mit Defender for Cloud

Eine sichere Konfiguration aufzusetzen ist gut, aber du musst auch sicherstellen, dass sie sicher bleibt und du auf Bedrohungen und Abweichungen schnell reagieren kannst. Hier schlägt die Stunde von Microsoft Defender for Cloud*. Defender for Cloud bietet eine umfassende Cloud Security Posture Management-Lösung (CSPM), die deine gesamte Azure-Umgebung, einschließlich deiner Fabric-Instanz, kontinuierlich überwacht. Er prüft deine Konfigurationen gegen bewährte Sicherheits-Benchmarks und wichtige Compliance-Standards wie ISO 27001, PCI-DSS oder HIPAA.

Die Integration ist tiefgreifend und kontextbezogen. Defender for Cloud kann zum Beispiel erkennen, ob MFA für Benutzer mit Admin-Rechten in Fabric-Workspaces durchgängig aktiviert ist. Er kann auch verdächtige Aktivitäten identifizieren, wie den massenhaften Export von Daten durch einen einzelnen Benutzer oder Anmeldeversuche von geografisch untypischen Standorten. Ebenso werden Netzwerksicherheitseinstellungen, wie die Beschränkung des öffentlichen Zugriffs auf das Lakehouse, permanent auf korrekte Konfiguration überprüft. Wenn der Defender eine Abweichung oder eine potenzielle Bedrohung feststellt, löst er eine detaillierte Warnung aus. Diese Warnungen sind angereichert mit Kontextinformationen und konkreten Handlungsempfehlungen. Du siehst nicht nur, was das Problem ist, sondern auch, wie du es beheben kannst. In Kombination mit einem SIEM-System wie Microsoft Sentinel kannst du auf diese Warnungen sogar automatisierte Reaktionen, sogenannte SOAR-Playbooks, auslösen, um Bedrohungen in Echtzeit einzudämmen, etwa durch das Sperren eines kompromittierten Benutzerkontos.

Ein unschlagbares Trio

Microsoft Fabric allein ist bereits eine mächtige Plattform. Seine wahre Stärke im Bereich der Enterprise-Sicherheit entfaltet Fabric aber erst im intelligenten Zusammenspiel mit den spezialisierten Diensten der Microsoft Security-Plattform. Die drei Säulen dieser Architektur sind klar definiert. Microsoft Entra ID bildet das Fundament für eine sichere Identität und einen granularen, rollenbasierten Zugriff nach dem Least-Privilege-Prinzip. Der Azure Key Vault gibt dir die ultimative Kontrolle und Souveränität über die Verschlüsselung deiner sensibelsten Daten im Ruhezustand. Schließlich agiert Microsoft Defender for Cloud als wachsamer Beobachter, der deine Sicherheits- und Compliance-Haltung kontinuierlich überwacht und dich proaktiv auf Risiken hinweist.

Indem du diese drei Dienste von Anfang an in deine Fabric-Architektur integrierst, verfolgst du einen echten „Security by Design“-Ansatz. Du schaffst eine robuste, mehrschichtige Verteidigung, die nicht nur den heutigen, sondern auch den zukünftigen Bedrohungen und Compliance-Anforderungen gewachsen ist. Dies ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der Sicherheit zu einem integralen Bestandteil des gesamten Datenlebenszyklus macht.

Quellen


Zero Trust – Identity für Administratoren in Entra ID.

Der Kurs vermittelt die Bedeutung der Zero-Trust-Strategie für den Schutz moderner IT-Infrastruktur und wie diese mit den Tools von Microsoft Entra ID implementiert wird. IT-Experte Klaus Bierschenk zeigt in seinem Videokurs alle Inhalte Schritt für Schritt und anhand praxisnaher Beispielszenarien. Der Kurs lädt zum direkten Mitmachen ein und das erworbene Wissen lässt sich in Quizfragen überprüfen.


Über den Autor: Emil Vincazovic

Emil Vinčazović ist als Data Engineer bei der arelium GmbH tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Ökonometrie und der Künstlichen Intelligenz. Er gibt auch Kurse bei der heise academy.


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